[0001] Die Erfindung betrifft eine Stützwalzenverstellung von N Stützwalzen je Richtwalze
bei Richtmaschinen zum Richten von Bändern und Blechen im Durchlauf, die in Laufrichtung
des Richtgutes hintereinanderliegende Zuge von Richtwalzen und von Komplementärwalzen
aufweisen, gegen die die Richtwalzen anstellbar sind.
[0002] Beim Walzen, Wickeln und Schneiden von Bändern und Blechen entstehen bekanntlich
Planheitsfehler, die bei den stetig angestiegenen Forderungen an die Qualität der
aus solchen Tafeln gefertigten Endprodukte -man denke beispielsweise an Dekorbleche,
an Fahrzeugkarosserien oder Waggonwände, Schiff-und Flugzeugbeplankungennicht mehr
tragbar sind.
[0003] Es ist deshalb seit langem bekannt, die Bänder und Bleche, beispielsweise nach dem
Schneiden vom Coil, einem Richtvorgang zu unterwerfen, der die Planheit wiederherstellt.
Dabei werden sowohl die abwickelbaren (zweidimensionalen) als auch die nichtabwickelbaren
(dreidimensionalen) Krümmungen beseitigt.
[0004] Die dreidimensionalen Krümmungen, die meist beim Walzvorgang durch unterschiedliches
Auslängen der Fasern des Walzbandes entstehen, erfordern dabei den grösseren maschinellen
Richtaufwand.
[0005] Er besteht darin, dass die Richtwalzen (beziehungsweise die jeweiligen durch die
hintereinanderliegenden Richtwalzen gebildeten "Richtwalzenzüge") über ihre effektive
Länge hinweg -die etwas mehr als die Breite des Richtgutes betragen muss- unterschiedlich
tief zwischen die komplementären Richtwalzen eingetaucht werden. Dadurch wird das
Richtgut an den Positionen grösserer Eintauchtiefe gegenüber den dazu parallelen Fasern
gestreckt. Es gelingt damit, die Faserlängen aufeinander anzugleichen. Damit können
alle Planfehler behoben werden.
[0006] Um über die effektive Länge der Richtwalzen hinweg verschiedene Eintauchtiefen zwischen
den Komplementärwalzen zu erreichen, müssen die Richtwalzen elastisch durchgebogen
werden.
[0007] In bekannter Weise werden dazu die die Richtwalzen stützenden Stützwalzen herangezogen.
Diese Stützwalzen sind über die effektive Länge der Richtwalze hinweg angeordnet -je
nach Breite zwischen 3 und etwa 13 Stützwalzen-, und stützen die Richtwalze gegen
den durch das Richtgut ausgeübten Druck ab.
[0008] Liegen alle Stützwalzen auf der Stützwalzenflucht -eine zur Stützwalze parallele,
die Richtwalze und die Stützwalzen tangierende Gerade- dann ist auch die Richtwalze
ein gerader Balken.
[0009] Wird die Anstellung einer der Stützwalzen jedoch über die Stützwalzenflucht hinaus
erhöht, dann wird die Richtwalze erwartungsgemäss elastisch durchgebogen, dadurch
die Eintauchtiefe zwischen die komplementären Richtwalzen und damit wiederum die Streckung
des Richtgutes in dieser Faser erhöht.
[0010] Ein Nachteil dieser Anordnung ergibt sich dadurch, dass nicht nur die Verstellung
der überangestellten Stützwalze, sondern auch die Nachstellung der benachbarten Stützwalzen
wärend des Laufes der Richtmaschine vorgenommen werden muss.
[0011] Das Kriterium für die Verstellung und für die Nachstellung ist "bestes Richtergebnis"
am Richtgut.
[0012] Jeder dieser Einstellvorgänge erfordert eine relativ grosse Länge von Richtgut. Ist
zunächst die Einstellung der überangestellten Stützwalze, sodann die Nachstellung
der Nachbarwalzen gefunden, kann das bis dahin "verbrauchte" Richtgut mit der schliesslich
gefundenen Einstellung nicht nachgerichtet werden, weil sich die Richtbedingungen
gerade für dieses Blech vollständig geändert haben.
[0013] Um diesem Nachteil abzuhelfen, werden nach der Erfindung K beliebige, vorgebende
Stützwalzen frei über die Stützwalzenflucht hinaus angestellt und die Nachstellungen
der N-K freien Stützwalzen erfolgen selbsttätig "auf Anlage" aller Stützwalzen an
der Richtwalze aufgrund der simultanen Berechnung

mit V/ = Mehrdimensionaler Vektor der Stützwalzenverstellung
/A/= Matrix der Einflusszahlen
P/ = Mehrdimensionaler Vektor der Stützkräfte
F/ = Mehrdimensionaier Vektor der Richtlast
aller Stützwalzenhöhen mittels steuerbarer Verstellmittel.
[0014] Der Vorteil der Erfindung liegt darin, dass nunmehr die vorgebenden Stützwalzen beliebig
auf ein optimales Richtergebnis hin anstellbar sind und dass die freien Stützwalzen
nach Berechnung der Anstellhöhen aus der die Verformung der Richtwalze beschreibenden
Funktion selbsttätig derart nachgestellt werden, dass sie sicher an der Richtwalze
anliegen. Dadurch entfällt die Beachtung und das Korrigieren des auf jede Verstellung
folgenden Betriebszustandes durch das Bedienungspersonal. Die Abhängigkeit von der
individuellen Geschicklichkeit des jeweiligen Bedieners ist dadurch wesentlich verringert.
[0015] Die definierte Nachstellung der freien Stützwalzen auf Anlage an der Richtwalze ist
aber auch eine wesentliche Verbesserung der Richtfähigkeit einer Richtmaschine.
[0016] Weil nämlich die Lastverteilung über der Richtwalze vom Zustand des Richtgutes abhängt,
die Lastverteilung aber die Verformung der Richtwalze bestimmt, kann die Einstellung
der vorgebenden Stützwalzen allein (bei nichtanliegenden freien Stützwalzen) die tatsächliche
Biegung der Richtwalze nicht für alle Betriebszustände festlegen. Vielmehr führen
die Wechsel in der LastverteilUng über der Richtwalze durch wechselnde Planheitsfehler
des Richtgutes zu wechselnden Verformungen der Richtwalze und damit zu wechselnden
Streckungen des Richtgutes. Dadurch wird die Wirkung einer Verstellung auf das Richtgut
vieldeutig, was die Heranbildung von Bedienungspersonal wesentlich erschwert.
[0017] Bei Anordnungen nach der Erfindung hingegen wird der Verformungszustand durch die
Einstellung der K vorgebenden Stützwalzen bestimmt und bleibt bei jeder Lastverteilung
erhalten, weil die nachgestellten freien Stützwalzen jede Lastveränderung durch reaktive
Stützkraftänderungen abfangen. Die Verformung der Richtwalze bleibt dann im wesentlichen
unverändert.
[0018] Damit ist vor allem auch die Möglichkeit eröffnet, das Richten von Blechen undBändem
auch innerhalb von selbsttätigen, rückgekoppelten Regelungen vorzunehmen, da sich
die Nachstellung der freien Stützrollen wegen ihrer Ableitung aus den Anstellungen
der vorgebenden Stützrollen nicht aufschaukeln kann.
[0019] Die Nachstellung der freien Stützrollen kann nicht im einzelnen sondem nur simultan,
also für alle Stützrollen gleichzeitig, bestimmt werden. Das simultane Gleichungssystem
hat die folgende, in Vektordarstellung einfache Form:
(1)

mit
V/ = i-dimensionaier Vektor aus den Auslenkungen f bei xi
P/= i-dimensionaler Vektor aus den Stützkräften p bei xi
F/= = Lastverteilung über der Richtzwalze
f(xi) = Auslenkung der Stütz walze bei Position xi
/Aii/ = quadratische Matrix der Einflusszahlen
oder abgekürzt
(2)


Nach Verstellung wird daraus
(3)

mit vi = gegenüber vorher veränderten Komponenten
[0020] Durch Auflösung des Systems nach P lassen sich nach den vorgenommenen Verschiebungen
die neuen Stützkräfte bestimmen. Es sind: (4)

mit /A/exp-1 = Kehrmatrix diese neuen Stützkräfte.
[0021] Im allgemeinen Fall werden dabei negative Lasten aufteten.
[0022] Ein solcher Fall stellt jedoch eine unbestimmte Arbeitsbedingung für die Richtmaschine
dar, weil negative Lasten anzeigen, dass die betroffene Stützrolle nicht im Eingriff
mit der Richtwalze steht. Bei nichtanliegenden Stützrollen wird aber, wie bereits
dargelegt, die wirksame Stützwalzenhöhe lastabhängig, was ja gerade verhindert werden
soll.
[0023] Dieser Betriebszustand wird dadurch beendet, dass jetzt die Stützlast an diesen Stellen
willkürlich Null gesetzt wird oder einen bestimmten Wert grösser Null erhält. Der
damit aus dem Vektor P(vi,v2,..vk,vi) mit negativen Komponenten entstandene neue Vektor
P(v1,o2..ok,vi) wird zur Neubestimmung des Verstellvektors V(v1,v2,...vi) verwendet,
wobei die zuvor verstellten Komponenten v2,vk festgehalten werden. Es ist damit (5)

mit oi = gewillkürte Stützlast Null
[0024] Mit diesem Satz von Stützrollenpositionen wird vermittels Gleichung (4) erneut überprüft,
ob negative Lasten vorhanden sind.
[0025] Ist dies der Fall, erfolgt wiederum die Nullsetzung dieser Lasten und die anschliessende
Berechnung eines neuen Satzes von Stützlasten solange, bis keine negativen Stützlasten
mehr auftreten. Die Gleichungen (4) und (5) müssen deshalb im allgemeinen mehrmals
angewendet werden.
[0026] Die Suche nach solchen Sätzen von Stützrollenpositionen, die keine negativen Stützlasten
enthalten, wird dadurch vereinfacht, dass die ursprünglich erstmals verstellten Stützrollen
während der folgenden Operationen unverändert belassen werden. Das liegt an der physikalischen
Ausgangslage: Da die Verstellung gerade dort erfolgt war, wo ein Planheitsfehler im
Richtgut vorlag, dürfen nur noch die freien Stützwalzen auf Anlage an die Richtwalze
gebracht werden.
[0027] Die Matrix /A/ entsteht durch Berechnung aus den jeweils vorliegenden Richtparametem:
den Maschinenkonstanten, wie beispielsweise die Richtwalzenlänge, der Richtwalzendurchmesser,
die Stützwalzenanzahl, der Stützwalzenabstand und den Konstanten des Richtgutes, wie
die Blechdicke, die Blechbreite und die Streckgrenze.
[0028] Die Berechnung der der Matrix /A/ zugeordneten Kehrmatrizen IArexp-1 erfordert Rechenzeit.
Zur Erhöhung der Berechnungsgschwindigkeit sind deshalb die Umkehrmatrizen in einem
Speichermedium abgelegt. Sie stehen dann für jeden Rechengang unmittelbar zur Verfügung.
[0029] Die Nachstellung der freien Stützwalzen kann auch dadurch erfolgen, dass die Stützen
der Stützwalzen mit Lastsensoren versehen sind, dass K vorgebende Stützwalzen frei
über die Stützwalzenflucht hinaus angestellt werden, dass die Nachstellungen der N-K
freien Stützwalzen nur solange erfolgt, wie die Verstellung der vorgebenden Stützwalzen
andauert und dass alle N-K Lastsensoren eine positive Last anzeigen.
[0030] Bei einer solchen Vorrichtung kann der Nachführungsvorgang der freien Stützwalzen
bei der "Aufwärtsregelung", also der Vergrösserung der Anstellung, unmittelbar und
schnell erfolgen. Es muss jedoch dann auch beispielsweise die Regelung der Maschine
suspendiert werden, wenn etwa das Ende des Richtgutes (beispielsweise bei Tafelrichtung)
erreicht ist, damit die Regelung stabil bleibt. Es sind also zusätzliche Parameter
zu überwachen und zu verarbeiten.
[0031] Die "Abwärtsregelung", also die Verringerung der Anstellung, erfolgt durch Rückstellung
aller Stützwalzen unter Ähnlichkeitstransformation der Auslenkung aller Stützwalzen.
[0032] Es ist weiterhin besonders vorteilhaft, wenn die Anstellung der vorgebenden Stützwalzen
in drei Abschnitten erfolgt, wobei im ersten Abschnitt während der Anstellung der
vorgebenden Stützwalzen die Lastsensoren der freien Stützwalzen eine positive Last
anzeigen, und die Nachstellung nur während der Verstellung der vorgebenden Stützwalzen
erfolgt, dass im zweiten Abschnitt die Nachstellung der freien Stützwalzen aus der
die Verformung der Richtwalze beschreibenden Funktion berechnet und durch die steuerbaren
Verstellmittel nachgestellt ist und dass im dritten Abschnitt eine Abwärtsregelung
unter Erhalt der relativen Stützwalzenhöhen erfolgt.
[0033] Regelkriterium kann dabei ein vorbestimmter Gesamtdruck zwischen Richtwalzen und
Komplementärwalzen sein, der sich durch Aufsummieren der Lasten ergibt.
[0034] In einer besonders günstigen Ausbildung der Erfindung sind die Stützwalzen durch
hydraulische Mittel betätigbar, weil damit rückgekoppelte Verstellungen der Stützwalzen
besonders einfach sind. Insbesondere führt die Verwendung von hydraulisch betätigten
Ziehkeilen zu einer robusten, den beim Richten von Blechen vorliegenden Betriebsbedingungen
angepassten Anordnung.
[0035] In Weiterentwicklung der Erfindung ist diejenige Stützwalze eine vorgebende Stutzwalze
und selbsttätig angestellt, für die die durch N Sensoren an N Fasern des Richtgutes
gemessenen Schwankungen des Richtgutes ein Minimum aufweisen, wobei der Betrag der
Anstellung der Schwankung proportional ist, und die verbliebenen N-1 Stützwalzen sind
gemäss der Erfindung auf die vorgebende Stützwalze nachgestellt.
[0036] Der Vorteil dieser Vorrichtung liegt darin, dass nunmehr eine Regelung ermöglicht
ist, die beispielsweise die vor dem Richtvorgang gemessene Schwankung des Richtgutes
als Führungsgrösse, die nach dem Richtvorgang gemessene Schwankung als Regelgrösse
verwendet.
[0037] Die Zeichnung, anhand derer die Erfindung näher erläutert wird, zeigt in
Fig.1 : Die schematische Darstellung von Richtwalzen und Komplementärwalzen.
Fig.2 : Die auf eine fünffach gestützte Richtwalze im Betriebszustand mit einer vorgebenden
und vier freien Stützwalzen wirkenden Kräfte.
[0038] Beispiel la: Das allgemeine Rechenschema zur Berechnung der Matrix der Einflusszahlen
für eine bestimmte, in den Koeffizienten festgelegten Maschinenkonfiguration.
[0039] Beispiel IIa: Die Simultanmatrix der Einflusszahlen für drei Stützwalzen.
[0040] Die Maschinenkonfiguration ist
Richtwalzendurchmesser 45 mm
Lichtwalzenlagerdistanz 1000 mm
Zahl der Abstützungen 3
Stützmittendistanz 250 mm
Stützballenlänge 100 mm
[0041] Beispiel Ilb : Die Umkehrmatrizen der Simultanmatrix lla.
[0042] Beispiel III :Beispielrechnung für einen Verstellvorgang.
[0043] Die Maschinenkonfiguration ist
Richtwalzendurchmesser d = 45 mm
Aequatoriales Trägheitsmoment 1 = 201289 mm exp4
Elastizitätsmodul E 210000 N/mm exp2
Richtwalzenlagerdistanz L= 1500 mm
Anzahl der Abstützungen N = 5
Stützmittendistanz t = 250 mm
Stützballenlänge u = 100 mm
[0044] In Fig.1 stehen Richtwalzen 100,101,102.. den Komplementärwalzen ... 1000,1001,...
gegenüber. Stützwalzenpaare 10001,10002....1000N stützen die Richtwalze 100 ab. Die
Stützwalzenpaare sind in Ausgangslage auf einer zur Achse der Richtwalze parallelen
Stützwalzenflucht FL angeordnet.
[0045] Die Walzen 100,101,102.. bilden einen Richtwalzenzug, dessen Stützwalzen bei der
Verstellung durch Anstellung der Stützwalzen jeweils gleich behandelt werden. Wird
in der Folge von einer Walze gesprochen, ist deshalb jeweils der Walzenzug gemeint.
[0046] Wird danach eine der Stützwalzen (des Richtwalzenzuges) angestellt, -also über die
Stützwalzenflucht FL hinaus gehoben- dann verbiegt sich die Richtwalze (der Richtwalzenzug)
gemäss der Biegelinie; wenn die Richtwalze sonst kräftefrei ist
[0047] Den Verlauf des Richtgutes R zwischen den Richtwalzen 100,101,102,.. und den Komplementärwalzen
1000,
1001,10
11,1021.. zeigt Fig.la. Der Richteffekt wird dadurch erreicht, dass -durch leichte Neigung
der Richtwalzenebene gegen die Komplementärwalzenebene- das Richtgut zu Beginn des
Vorganges im plastisch-elastischen Bereich gestreckt, von den nachfolgenden Richtwalzen
sodann aber geglättet und in den elastischen Bereich geführt wird. Die dabei verwendeten
Neigungswinkel in Längs-und Querrichtung werden dem jeweiligen Richtgut entsprechend
eingestellt.
[0048] In Fig.1 ist die Einzelrichtwalze 100 und ihre Biegung dargestellt Die Auflager L1,L2,..,
die beispielsweise in bekannter Anordnung als hydraulisch betätigte Ziehkeile ausgebildet
sein können, stützen die Stützwalzen 10001, 10002,.. auf dem Maschinenrahmen 2000
ab. Dabei können Messdosen KS1,KS2.., beispielsweise piezoelektrische Messwandler
vorgesehen sein, mit denen die aufliegenden Lasten gemessen werden können.
[0049] Fig.2 zeigt als schematisierte Form von Fig.1b eine Abwandlung für den Fall von fünf
Stützwalzen. Die Stützwalze 10002 ist in diesem Beispiel vorgebende, die Stützwalzen
10001, 10003, 10004, 10005 sind freie Stützwalzen.
[0050] Die Stützen stehen an den Positionen X1, X2...Die Richtwalzenlagerdistanz ist LD.
Die Stützwalzen 10001... haben eine Ballenlänge von u und die Stützmittendistanz xi-xi
+ ist t
[0051] Die Lasten an den Stützen ST1, ST2,.. sind mit P(v1)=P1, P(v2)=P2... bezeichnet Sie
ergeben sich bei den Auslenkungen v1, v2.. der Stützrollen als Reaktionskräfte. Die
Auslenkungen werden mit Lagesensoren LS1, LS2,.. gemessen. Es können zusätzlich noch
Lastmessdosen KS
1,KS2... vorgesehen sein.
[0052] Eine gute erste Näherung an reale, an der Walze wirkende Kräfte ist die Annahme einer
über die gesamte Ausdehnung der Walze gleichverteilten Last F(1) = F(2) = F(3)..,
die durch das Richtgut ausgeübt wird.
[0053] Mittels der in Beispiel 1 ausgeschriebenen Beziehung kann nunmehr aus den Parametem
der Maschine und des Richtgutes die Matrix /Aii/ der Gleichung 1 berechnet werden.
Dabei werden die beiden Arten der Stützlast, nämlich Lasten P > 0 und P < 0 durch
die "Signumfunktionen" sig(i) in der angegebenen Weise beschrieben.
[0054] Eine solche Matrix /Aii/ ist (aus Gründen der Übersichtlichkeit für den Fall von
drei Stützwalzen) in Beispiellla, Ilb berechnet mit den dort angegebenen Parametem
der Richtwalze.
[0055] Aus der Matrix /A/ in Beispiel Ila folgen die Umkehrmatrizen /A/exp-1 von Beispiel
Ilb.
[0056] Die Matrix /A/ muss für jede Richtmaschine, jedes Richtgut und jede Lastverteilung
F(i) neu gerechnet werden. Während des Richtvorganges ist sie jedoch (bei konstanten
Lasten F(i)) unverändert. Die Umkehrmatrizen, Beispiel Ilb, werden für typische Lastfälle
(in diesen treten Einheitsvektoren an den Stellen auf, wo negative Lasten an der Stützwalze
vorlagen) ausgerechnet und dienen der Bestimmung der Stützwalzenhöhen.
[0057] Für den Fall einer Richtwalze mit 5 Stützwalzen wird nunmehr in Beispiel 111 ein
Regelablauf für den Fall K = 1, N-K = 4 erläutert.
[0058] Dabei ist zu beachten, dass bei 5 Stützwalzen bereits 2exp5, also 32 Umkehrmatrizen
entstehen. Im erläuterten Beispiel sind deshalb nur die jeweils verwendeten Matrizen
geschrieben.
[0059] Die Einstellung der Vorrichtung erfolgt derart, dass die Messwerte der Lagesensoren
LS1, LS2.. dem Rechner DV eingespeist sind, dass bei Verstellung der Stützen ST1,
ST2,... die Verstellung ebenfalls bekannt wird und dadurch der Rechenvorgang ausgelöst
wird, wobei die erforderlichen Matrizen und ihre Kehrwerte durch den Rechner DV aus
dem Speicher MM eingelesen werden.
[0060] Sind Lastmessdosen KS1,KS2.. vorgesehen, dann kann ohne Berechnung von Matrizen bei
der "Aufwärtsregelung", also bei der Höherverstellung der Richtwalzen, die Bedingung
P(i) > 0 durch entsprechende Nachstellbefehle an die Verstellmittel Li der freien
Stützwalzen eingehalten werden. Die Nachstellbefehle werden ausgelöst, wenn P(i,t1)
< P(i,t2), wenn also der zeitliche Differentialquotient positiv wird. Dabei darf jedoch
die Nachstellung der freien Stützwalzen nur solange erfolgen, wie die Verstellung
der vorgebenden Stützwalzen andauert, da sonst die .normalen, betriebsbedingten Laständerungen
ebenfalls Nachstellungen auslösen würden, was zur Instabilität der Vorrichtung führen
würde.
[0061] Die "Abwärtsregelung", also die Verringerung der Eintauchtiefe der Richtwalze, kann
immer derart erfolgen, dass die bei der "Aufwärtsregelung" gefundenen Positionierungen
durch eine Ähnlichkeitstransformation verkleinert werden.
1. Verfahren zur Verstellung von N Stützwalzen je Richtwalze bei Richtmaschinen zum
Richten von Blechen im Durchlauf, die in Laufrichtung des Richtgutes hintereinanderliegende
Züge von Richtwalzen und von Komplementärwalzen aufweisen, gegen die die Richtwalzen
anstellbar sind, dadurch gekennzeichnet,dass K vorgebende Stützwalzen (10001,10002,..)
frei uber die Stützwalzenflucht (FL) hinaus anstellbar sind, dass die Nachstellung
der N-K freien Stützwalzen (..1000i,1000i+1,..) selbsttätig "auf Anlage" aller Stutzwalzen
(10001...) an der Richtwalze (100,101..) aufgrund der simultanen Berechnung

mit
V/=Mehrdimensionaler Vektor der Stützwalzenverstellung
/A/= Matrix der Einflusszahlen
P/ = Mehrdimensionaler Vektor der Stützkräfte
F/= Mehrdimensionaler Vektor der Richtlast
aller Stützwalzenhöhen erfolgt und mit steuerbaren Verstellmitteln (L1,L2...) vorgenommen
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Bestimmung der
Nachstellung der freien Stützwalzen :
A. das simultane Gleichungssystem
(1)
V/(f(x1),f(x2)..f(xi)) f=/Aii/*P/(p(x1),p(x2)..p(xi)) + F/(x1..xi) mit
V/ = i-dimensionaler Vektor aus den Auslenkungen f bei xi
P/ = i-dimensionaler Vektor aus den Stützkrüften p bei xi
F/ = Lastverteilung über der Richtzwalze
f(xi) = Auslenkung der Stützwalze bei Position xi
/Aii/ = quadratische Matrix aus den Maschinenkonstanten
oder abgekürzt
(2)
V/(f1,f2..fi) =/A/*P/(p1,p2...pi) + F/(i)
die Einstellung der Richtmaschine vor der Verstellung,
B. das simultane Gleichungssystem
(3)
V/(f1,v2,...vk,fi) =/A/*P/(v1,v2..vk,vi) + F/(i)
mit
vi = gegenüber vorher veränderten Komponenten
die Einstellung der Richtmaschine nach der Verstellung beschreibt,
C. dass die neue Einstellung der Stützwalzen mittels der Beziehung
(4)
P/(v1,v2,...vk,vi)F/(i) /A/exp-1*V/(f1,v2,...vk,fi)
mit
/A/exp-1 = Kehrmatrix
überprüft wird,
D. dass bei Auftreten von Kräften kleiner Null mittels der Beziehung
(5)

mit oi = gewillkürte Stützlast Null ein neuer Satz von Einstellungen der Stützwalzen
berechnet und dann selbsttätig an der Richtmaschine eingestellt wird, sobald
E. die mittels Gleichung (4) berechneten Stützlasten für diesen Satz von Einstellungen
keine negativen Kräfte mehr aufweisen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verringerung
der Einstellhöhen (vi) der Stützwalzen (10001,10002,..) (Abwärtsregelung) durch eine
Ähnlichkeitstransformation der bei der Vergrösserung der Einstellhöhen der Stützwalzen
(Aufwärtsregelung) gefundenen Einstellungen der Stützwalzen erfolgt.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine
Richtmaschine (R) und ein Rechner (DV,MM) vorgesehen sind, dass der Rechner (DV) die
Anstellung (v(i)) der N-K freien Stützwalzen (10001,10002,..) simultan berechnet und
die Verstellwerte den Verstellmitteln (L1,L2..) zuleitet.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass im Rechner elektrische
oder magnetische Speichermittel (MM) vorgesehen sind, in denen die Matrizen /A/ und
ihre Kehrmatrizen /A/ exp-1 abgelegt sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützwalzen (10001,10002,...)
durch hydraulische Mittel (L1,L2..) betätigbar sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die hydraulischen Verstellmittel
(L1,L2..) in bekannter Weise als hydraulische Ziehkeile ausgebildet sind, die als
Rast für die Stützrollen wirken.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass diejenige
der Stützwalzen eine vorgebende Stützwalze und selbsttätig angestellt ist, für die
die durch N Sensoren an N Fasern des Richtgutes gemessenen Schwankungen des Richtgutes
ein Minimum aufweisen, wobei der Betrag der Anstellung der Schwankung proportional
ist, und dass die verbliebenen N-1 Stützwalzen gemäss der Erfindung auf die vorgebende
Stützwalze nachgestellt sind.
9. Vorrichtung zur Verstellung von N Stützwalzen je Richtwalze bei Richtmaschinen
zum Richten von Blechen im Durchlauf, die in Laufrichtung des Richtgutes hintereinanderliegende
Züge von Richtwalzen und von Kompiementärwalzen aufweisen, gegen die die Richtwalzen
anstellbar sind, dadurch gekennzeichnet,dass die Stützen (ST1, ST2,..) der Stützwalzen
(10001,10002,..) mit Lastsensoren (KS1.KS2,..) versehen sind, dass K vorgebende Stützwalzen
(10001...) frei über die Stützwalzenflucht (FL) hinaus anstellbar sind und dass die
Nachstellungen der N-K freien Stützwalzen solange erfolgt, bis alle Lastsensoren (KS1,KS2..)
eine positive Last anzeigen.
10. Verfahren nach den Ansprüchen 1, 2 oder 3 und 9, dadurch gekennzeichnet, dass die
Anstellung der vorgebenden Stützwalzen in drei Abschnitten erfolgt, wobei im ersten
Abschnitt während der Anstellung der vorgebenden Stützwalzen die Lastsensoren (KS1,KS2..)
der freien Stützwalzen eine positive Last (Pi >
0) anzeigen, und diese Nachstellung der freien Stützwalzen nur während der Verstellung
der vorgebenden Stützwalzen erfolgt, dass im zweiten Abschnitt die Nachstellung der
freien Stützwalzen simultan aus

berechnet und durch die Verstellmittel eingestellt wird und dass im dritten Abschnitt
eine Abwärtsregelung mittels einer Ähnlichkeitstransformation unter Erhalt der relativen
Stützwalzenhöhen erfolgt
11. Abwärtsregelung der Stützwalzen nach Anspruch 3 oder 10, dadurch gekennzeichnet,
dass auf einen vorbestimmten Gesamtdruck aller Stützlasten minimiert ist, der sich
durch Aufsummieren der Stützlasten aller Stützwalzen ergibt.