[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Friktionsspinnen mit zwei
gleichsinnig angetriebenen und einen Keilspalt bildenden Friktionselementen sowie
mit einem unmittelbar nach den Friktionselementen angeordneten und quer zur Fadenabzugsrichtung
bewegbaren Fadenführungselement.
[0002] Eine Vorrichtung dieser Art ist in derDE-A-33 15 983 beschrieben. Gemäß diesem Stand
der Technik ist ein parallel zur gemeinsamen Tangentialebene der Friktionswalzen verschwenkbares
Fadenabzugsrohr vorgesehen (DE-A-3.315.983), um den Faden für den Anspinnvorgang ohne
Behinderung durch die Mantelflächen der Reibungselemente in deren Keilspalt zurückzuliefern
und ihn anschließend in den Keilspalt zu überführen. An eine Beeinflussung des Garncharakters
ist hierbei nicht gedacht.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung zum Friktionsspinnen zu schaffen,
die ein einfaches und sicheres Beeinflussen des Garncharakters beim Spinnen ermöglicht,
bei denen aber auch bei dem anschließenden Spinnprozeß eine zuverlässige Drehungserteilung
erfolgt.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zur Beeinflussung des Garncharakters
wenigstens eines der Friktionselemente und/oder das Fadenführungselement eine Faden-Kontaktfläche
aufweist, an welche der Faden durch Bewegung des Fadenführungselementes zur Anlage
bringbar ist.
[0005] Hierdurch läßt sich der Garncharakter, insbesondere die Rauhigkeit des Garnes, aber
auch seine Festigkeit in vielfacher Weise variieren.
[0006] Um eine solche Faden-Kontaktfläche in einfacher Weise möglichst großflächig in den
Fadenabzugsweg bringen zu können, ist die Faden-Kontaktfläche vorzugsweise konisch
ausgebildet.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Ausführung des Erfindungsgegenstandes weist die Faden-Kontaktfläche
einen erhöhten Reibungskoeffizienten und/oder eine Profilierung auf.
[0008] Der Erfindungsgegenstand ist einfach im Aufbau und ermöglicht eine Beeinflussung
des Spinnprozesses in seinen verschiedenen Arbeitsphasen. Zur Erhöhung des Dralls
im Faden während des Anspinnabzuges, aber auch zur Verbesserung der Drehungsmitnahme
des Fadens durch die Friktionselemente, kann der Anpreßdruck zwischen Faden und Friktionselementen
abgestuft oder stufenlos variiert werden, wobei durch eine zusätzliche, wahlweise
in den Fadenabzugsweg bringbare Faden-Kontaktfläche der Garncharakter in vielfacher
Weise variierbar ist.
[0009] Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes werden nachstehend anhand von Zeichnungen
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäß ausgebildete Friktionsspinnvorrichtung in der Vorderansicht,
von der Fadenabzugsseite aus gesehen, mit einem im Winkel zur Keilspaltebene bewegbaren
Fadenabzugsrohr;
Fig. 2 in der Draufsicht eine Friktionsspinnvorrichtung mit einem Fadenabzugsrohr,
das konzentrisch zu dem die Fadenbildungslinie der Friktionselemente in Richtung zum
Fadenabzugsrohr begrenzenden Ende der Fadenbildungslinie bewegbar ist;
Fig. 3 in der Seitenansicht eine erfindungsgemäß ausgebildete Friktionsspinnvorrichtung
mit einem unabhängig von einem Fadenabzugsrohr bewegbaren Führungselement;
Fig. 4 in perspektivischer Darstellung eine Friktionsspinnvorrichtung gemäß der Erfindung
mit einem Fadenabzugsrohr, das achsparallel zur Fadenbildungslinie verstellbar ist;
und
Fig. 5 in der Seitenansicht eine Friktionsspinnvorrichtung, bei welcher die Fadenbildungslinie
sich von dem Keilspalt zwischen den Friktionselementen bis zu einer Fasersammelfläche
erstreckt.
[0010] Die Friktionsspinnvorrichtung enthält gemäß Fig. 4 zwei rotationssymmetrische Friktionselemente
in Form von zwei zylindrischen Friktionswalzen 1 und 10, die einen Keilspalt 11 oder
Spinnzwickel bilden. Die beiden Friktionswalzen 1 und 10 sind perforiert und während
des Spinnens im Bereich des Keilspaltes 11 besaugt. Sie sind hierzu auf nicht gezeigte
Weise an eine Saugvorrichtung angeschlossen.
[0011] Die beiden Friktionswalzen 1 und 10 sind in einem Lager 2 gelagert und werden durch
einen Tangentialriemen 20 gleichsinnig (siehe Pfeil 13) angetrieben.
[0012] Den Friktionswalzen 1 und 10 ist eine Faserzuführvorrichtung (nicht gezeigt) zugeordnet,
von welcher aus die Fasern 30 (Fig. 3) über einen Faserspeisekanal 3 in den Keilspalt
11 der Friktionswalzen 1 und 10 geführt werden.
[0013] Der Abzug des Fadens 47 aus dem Keilspalt 11 erfolgt durch eine Fadenabzugsvorrichtung
4, die aus einer Antriebswalze 40 und einem durch ein Belastungsmittel gegen die Antriebswalze
40 gepreßten Druckroller 41 besteht. Der Faden 47 wird auf eine nichtgezeigte Spule
aufgewickelt. Auf der der Fadenabzugsvorrichtung 4 abgewandten Seite der Friktionswalzen
1 und 10 ist in Höhe des Keilspaltes 11 eine Saugvorrichtung 21 (Fig. 2) angeordnet.
[0014] Im Fadenlauf zwischen den Friktionswalzen 1 und 10 und der Fadenabzugsvorrichtung
4 befindet sich ein als Fadenabzugsrohr 5 ausgebildetes Fadenführungselement.
[0015] Bei diesem Ausführungsbeispiel ist das Fadenabzugsrohr 5 in einer Exzenterscheibe
53 gelagert, die von einem Lager 54 drehbar getragen wird. Ein Teil der Drehachse
der Exzenterscheibe 53 ist als Ritzel 55 ausgebildet, mit welchem eine Zahnstange
63 in Eingriff steht. Diese Zahnstange 63 wird durch einen Schrittantrieb 62 wahlweise
in der einen oder anderen Richtung angetrieben.
[0016] Bei einem Verstellen der Exzenterscheibe 53 längs des Doppelpfeiles 522 behält das
Fadenabzugsrohr 5 stets seine achsparallele Lage zur Fadenbildungslinie 43 bei. Wie
Fig. 4 zeigt, ist die Drehachse der Exzenterscheibe 53 so angeordnet, daß bei einer
Bewegung des Fadenabzugsrohres 5 aus der mit durchgezogener Linie gezeigten Stellung
I in die Stellung 111, z.B. zum Anspinnen, sich das Fadenabzugsrohr 5 praktisch längs
der Keilspaltebene 12 bewegt, während das Fadenabzugsrohr 5 bei einer Bewegung aus
seiner Stellung I - in Verlängerung der Fadenbildungslinie 43 (Fig. 3) - heraus in
die Stellung 11 eine Bewegungskomponente gegen die sich in den Keilspalt 11 hineindrehende
Friktionswalze 10 (siehe Pfeil 13) erhält. Unter Keilspaltebene 12 wird hierbei die
Ebene verstanden, deren Lage durch die gemeinsame Tangente der beiden Friktionswalzen
1, 10 festgelegt ist.
[0017] Damit das Fadenende zum Anspinnen ungehindert durch die rotierenden Friktionselemente
1 und 10 bis in die Anspinnstellung gebracht werden kann, in welcher sich dieses Fadenende
über die gesamte Länge der Fadenbildungslinie 43 erstreckt, wird das Fadenabzugsrohr
5 in die in Fig. 4 mit 111 gekennzeichnete Stellung verschwenkt. Die Fadenabzugsvorrichtung
4 wird in entgegegengesetzter Richtung zur normalen Fadenabzugsrichtung angetrieben,
so daß der Faden 47 in Gegenrichtung zum Pfeil 42 zu den Friktionselementen 1 und
10 rückgeliefert wird. Das das Fadenabzugsrohr 5 in Richtung zu den Friktionselementen
1 und 10 verlassende Fadenende befindet sich jetzt außerhalb der Fadenbildungslinie
43 und wird mit Hilfe eines der Saugvorrichtung 21 zufließenden Saugluftstromes in
die Anspinnstellung gebracht. Durch Unterbrechen der Stromzufuhr zum Elektromagneten
6 wird das Fadenabzugsrohr 5 durch die sich entspannende Druckfeder 61 wieder in die
Stellung I gebracht. Hierdurch wird der Faden 47 zum Einbinden der Fasern in die Fadenbildungslinie
43 gelegt, in welcher er von dieser Fadenbildungslinie 43 zwischen den beiden Friktionswalzen
1 und 10 bis zu der Fadenabzugsvorrichtung 4 eine gestreckte Lage einnimmt.
[0018] Die Faserzuführung in den Keilspalt 10 wird wieder eingeschaltet und die Drehrichtung
der Fadenabzugsrvorrichtung 4 umgekehrt. Der Faden 47 wird sodann unter kontinuierlicher
Einbindung der dem Keilspalt 11 fortlaufend zugeführten Fasern 30 aus dem Keilspalt
11 abgezogen.
[0019] Wenn in der Stellung 111 der Mündung 51 des Fadenabzugsrohres 5 der Faden 47 von
der Fadenbildungslinie 43 abgezogen wird, so wird die Fadenbildungslinie 43 verkürzt,
wodurch auch die Drehungsmitnahme verringert wird. Dies kann in manchen Fällen von
Vorteil sein.
[0020] Die Größe des Anspreßdruckes, die beim Anspinnen oder beim Spinnen selber zu optimalen
Ergebnissen führt, hängt von verschiedenen Faktoren wie Oberfläche und Drehgeschwindigkeit
der Friktionswalzen 1 und 10, zu verspinnendes Fasermaterial, Garnstärke etc. ab.
[0021] Bei manchem Fasermaterial ist hierbei die Fasereinbindung unbefriedigend. Eine Änderung
der Drehgeschwindigkeit der Friktionswalzen 1, 10 kann die Drehungsmitnahme des Fadens
47 auch nur in beschränktem Umfang verbessern, da diese Mitnahme weniger von der Drehgeschwindigkeit
der Friktionswalzen 1, 10 als von der Reibung zwischen den Friktionswalzen 1, 10 und
dem Faden 47 abhängt. Dies bedeutet, daß bei jedem Materialwechsel auch Friktionswalzen
1, 10 mit anderen Reibungseigenschaften gegenüber dem Fasermaterial zum Einsatz kommen
müßten, wenn stets eine gleichbleibende Drehungsmitnahme gewährleistet werden soll.
Dies wird bei der in Fig. 4 gezeigten Vorrichtung dadurch vermieden, daß das Fadenabzugsrohr
5 in die Stellung 11 verlagert und dabei gegen die dem Fadenabzugsrohr 5 zugewandten
Umfangskanten 14 und 15 der Friktionswalzen 1 und 10 gedrückt wird. Die Drehungsmitnahme
des Fadens 47 durch die Friktionswalzen 1 und 10 kann somit durch diese Umfangskanten
14 und 15 wesentlich beeinflußt werden. Um die Drehungsmitnahme noch zu verbessern,
sind gemäß Fig. 4 die dem Fadenabzugsrohr 5 zugewandten Faden-Kontaktflächen 140 und
150 im Bereich dieser Umfangskanten 14 und 15 mit einer Profilierung 16 in Form von
Kerben versehen. Statt Kerben können auch Stege, Körnungen etc. vorgesehen werden.
Es ist auch möglich, zusätzlich zu oder anstelle einer Profilierung 16 vorzusehen,
daß die Faden-Kontaktflächen 140 und 150 im Bereich der Umfangskanten 14 und 15 eine
Oberfläche mit erhöhten Reibungskoeffizienten aufweisen. Hierzu kann beispielsweise
dieser Bereich mit einem Belag aus Gummi etc. versehen sein.
[0022] Um sicherzustellen, daß der in der Bildung begriffene Faden 47 bei einer Bewegung
des Fadenabzugsrohres 5 quer zur Keilspaltebene 12 nicht aus dem Keilspalt 11 herausgehoben
wird, wird die Mündung 51 (Fig. 2) des Fadenabzugsrohres 5 bei ihrer. Bewegung aus
der verlagerten Fadenbildungslinie 43 heraus in Richtung gegen die sich in Richtung
(Pfeil 13) gegen den Keilspalt 11 drehende Friktionswalze 10 verlagert (Fig. 1: Pfeil
522). Die Friktionswalze 10 nimmt somit den Faden 47 zum Keilspalt 11 mit.
[0023] Ein weiteres Beispiel einer solchen Ausführung zeigt Fig. 2. Um eine Umlenkung des
abgezogenen Garnes 47 an der den Friktionswalzen 1 und 10 zugewandten Mündung 51 des
Fadenabzugsrohres 5 zu vermeiden, ist gemäß dieser Ausführung das Fadenabzugsrohr
5 konzentrisch zu dem dem Fadenabzugsrohr 5 zugewandten Ende 46 der Fadenbildungslinie
43 verschwenkbar. Zu diesem Zweck wird das Fadenabzugsrohr 5 mit Hilfe eines Kulissensteines
500 in einer Kulissenführung 64 geführt. Das Fadenabzugsrohr 5 ist über ein Koppelglied
60 mit einem Schrittantrieb 62 verbunden, durch welchen es längs der Kulissenführung
64 verstellt werden kann. Zum Anspinnen befindet sich das Fadenabzugsrohr 5 in der
gestrichelt gezeigten Stellung I, in welcher der zurückgelieferte Faden 47 eine gestreckte
Lage von der Abzugsvorrichtung 4 bis in die Fadenbildungslinie 43 einnimmt. Um nach
erfolgtem Anspinnen die Drehungsmitnahme zu verbessern, wird mit Hilfe des Schrittantriebes
62 das Fadenführungsrohr 5 in die Stellung II gebracht. Durch die hierdurch bewirkte
Umlenkung des im Abzug befindlichen Fadens 47 gelangt dieser zur Anlage an die hierdurch
in den Fadenabzugsweg gebrachte Faden-Kontaktfläche 150 der Friktionswalze 15, so
daß die Drehungsmitnahme nicht nur durch eine Veränderung des Anpreßdruckes des Fadens
47 an der Umfangskante 15 der Friktionswälze 10, sondern durch diese zusätzlich auf
den Faden 47 zur Einwirkung gebrachte Faden-Kontaktfläche 150 verbessert wird.
[0024] Statt der in Fig. 2 gezeigten Kulissenführung 64 kann auch eine Schwenkachse (nicht
gezeigt) für das Fadenabzugsrohr 5 vorgesehen sein, die sich durch das der Fadenabzugsvorrichtung
4 zugewandte Ende der Fadenbildungslinie 43 erstreckt.
[0025] In den vorstehend erörterten Ausführungsbeispielen ist eine Faden-Kontaktfläche 140
bzw. 150 mit erhöhtem Reibungskoeffizienten bzw. mit einer Profilierung 16 lediglich
im Zusammenhang mit den Friktionswalzen 1 und 10 beschrieben worden. Falls gewünscht,
kann jedoch anstelle oder zusätzlich zu einer oder mehreren solchen Faden-Kontaktflächen
150 an den Friktionswalzen 1 und 10 auch die den Friktionswalzen 1, 10 zugekehrte
Mündung 51 des Fadenabzugsrohres 5 eine derartig ausgebildete Faden-Kontaktfläche
(nicht gezeigt) aufweisen. Es ist dabei auch möglich, dieser Faden-Kontaktfläche eine
sich konisch erweiternde Form zu geben, damit diese Faden-Kontaktfläche lediglich
durch Verlagern des Fadenabzugsrohres 5 in den Fadenabzugsweg gebracht werden kann.
[0026] Bei den in Fig. 1 bis 4 gezeigten Ausführungsbeispielen ist als Fadenführungselement
stets ein quer zum Fadenabzugsweg bewegbares Fadenabzugsrohr 5 gezeigt. Ein solches
Fadenabzugsrohr 5 ist aber zum Erreichen der angestrebten Ziele nicht Voraussetzung
und kann durch andere Fadenführungselemente ersetzt werden. So kann beispielsweise
das Fadenführungselement als eine quer zum Fadenabzugsweg verlagerbare Fadenführungsöse
(nicht gezeigt) Anwendung finden.
[0027] Fig. 3 zeigt eine abgewandelte Friktionsspinnvorrichtung mit einem stationären Fadenabzugsrohr
5, in dessen Mündung 51 eine gegenüber dem restlichen Innendurchmesser des Fadenabzugsrohres
5 vergrößerte, bikonische Kammer 57 vorgesehen ist. In dieser Kammer 57 befindet sich
ein als Bügel 58 ausgebildetes Fadenführungselement. Dieser Bügel 58 befindet sich
in der gezeigten Stellung I in einer solchen Position in bezug auf den Faden 47, daß
dieser eine gestreckte Lage zwischen der Fadenbildungslinie 43 und dem Fadenabzugsrohr
5 einnimmt. Um den in Abzug begriffenen Faden 47 stärker gegen die Friktionswalzen
1 und 10 zu drücken, wird der Bügel 58 in Richtung des Pfeiles 52 in die Stellung
11 gebracht. Der Bügel 58 verlagert somit den Faden 47, so daß dieser auf der einen
Seite gegen die Umfangskanten 14 und 15 (Fig. 4) der Friktionswalzen 1 und 10 und
auf der anderen Seite gegen die Kante 59 zwischen Kammer 57 und Bohrung 56 des Fadenabzugsrohres
5 gedrückt wird.
[0028] Das Fadenführungselement kann statt der Form des Bügels 58 auch eine andere Form,
z.B. die Form einer Gabel etc., aufweisen.
[0029] Auch bei der in Fig. 3 gezeigten Ausführung kann das Fadenführungselement (z.B. ein
Bügel 58), die Kante 59 der Kammer 57 oder auch die die Kammer 57 in Richtung zu den
Friktionswalzen 1 und 10 begrenzende Kante 590 als Faden-Kontaktfläche mit erhöhtem
Reibungskoeffizienten oder einer Profilierung 16 (siehe Fig. 4) ausgebildet sein.
Wenn mehrere derartige Faden-Kontaktflächen 590, 58 und 59 vorgesehen sind, so können
diese auch unterschiedlich ausgebildet sein, um die Rauhigkeit oder Glätte des Fadens
47 zu beeinflussen. So kann z.B. der Faden 47 durch glatte Kanten eine Art Nachpolierung
oder Glättung erfahren.
[0030] Die Ausbildung der Faden-Kontaktfläche unabhängig von ihrer Anordnung an einer oder
beiden Friktionswalzen 1 und 10, am Fadenabzugsrohr 5 oder auch am Bügel 58 oder an
mehreren Elementen zugleich - hängt von der gewünschten Drehungsmitnahme und/ oder
vom gewünschten Garnaussehen ab.
[0031] Bei den vorstehenden Ausführungsbeispielen wird die Fadenbildungslinie 43 allein
durch die als Friktionswalzen 1 und 10 ausgebildeten Friktionselementen gebildet.
Wie Fig. 5 zeigt, ist es jedoch in Abwandlung hiervon auch möglich, eine stationäre
Fasersammelfläche 7 vorzusehen, der die beiden gleichsinning angetriebenen Friktionselemente
8 in Fadenabzugsrichtung (Pfeil 42) nachgeschaltet sind, so daß die Fadenbildungslinie
43 den Keilspalt 11 zwischen den Friktionselementen 8 und die Fasersammelfläche 7
umfaßt. Diese Fasersammelfläche 7 ist besaugt. Hierzu ist sie über eine Vielzahl von
Bohrungen 70 mit einer Saugkammer 71 verbunden, die an eine Leitung 72 angeschlossen
ist. Auf der den Friktionselementen 8 abgewandten Seite der Fasersammelfläche 7 ist
eine weitere Saugkammer 74 vorgesehen, die an eine Leitung 75 angeschlossen ist. Die
beiden Leitungen 72 und 75 können über ein Umschaltventil 76 wechselweise an eine
Saugleitung 77 angeschlossen werden, welche ihrerseits mit einer Unterdruckquelle
73 in Verbindung steht. Zu diesem Zweck ist dem Umschaltventil 76 ein Antrieb 90 zugeordnet.
[0032] Die Friktionselemente 8 sind im gezeigten Ausführungsbeispiel als ein Paar Friktionsscheiben
ausgebildet, die in nichtgezeigter Weise gleichsinning angetrieben werden.
[0033] Ein als Fadenabzugsrohr 5 ausgebildetes Fadenführungselement ist zwischen den Friktionselementen
8 und der als Walzenpaar ausgebildeten Fadenabzugsvorrichtung 4 angeordnet und an
seinem der Fadenabzugsvorrichtung 4 zugewandten Ende um eine Achse 50 schwenkbar gelagert.
Dieses Fadenabzugsrohr 5 ist über eine Antriebsstange 92 mit einem Antrieb 91 verbunden.
[0034] Die Antriebe 90 und 91 stehen steuermäßig mit einer Steuervorrichtung 9 in Verbindung,
die die gewünschten Verstellungen des Umschaltventils 76 bzw. des Fadenabzugsrohres
5 in Abhängigkeit von einer manuellen Steuerung oder einem vorgegebenen Programm vornimmt.
[0035] Für die Anspinnrücklieferung des Fadens 47 an die Fasersammelfläche 7 wird durch
die Steuervorrichtung 9 der Antrieb 91 betätigt, welcher das Fadenabzugsrohr 5 aus
der gestrichelt gezeigten Stellung in die mit durchgezogener Linie dargestellten Position
verschwenkt. Außerdem bewirkt die Steuervorrichtung 9 ein Umschalten des Umschaltventils
76 aus der gestrichelt angedeuteten in die gezeigte Position, in welcher die Unterdruckquelle
73 mit der Saugkammer 74 in Verbindung steht.
[0036] Aufgrund der erfolgten Verstellung des Fadenabzugsrohres 5 wird der Faden 47 beim
Rückdrehen des die Fadenabzugsvorrichtung 4 bildenden Walzenpaares außerhalb des Keilspaltes
11 zwischen die Friktionselemente 8 zurückgeführt. Er kann somit ungehindert dem der
Saugkammer 74 zufließenden Luftstrom folgen. Sowie der Faden 47 seine Anspinnposition
erreicht hat - was durch einen Fadenwächter oder bei auf eine definierte Anspinnlänge
gebrachten Fadenenden durch Zählen der Drehungen der Antriebswalze 40 festgelegt werden
kann - wird durch die Steuervorrichtung 9 das Anspinnen eingeleitet. Hierzu werden
das Fadenabzugsrohr 5 und das Umschaltventil 76 wieder in ihre Spinnstellung (gestrichelte
Position) gebracht. Das Ende des Fadens 47 wird durch den nun wieder in der Saugkammer
71 wirkenden Saugluftstrom gegen die Fasersammelfläche 7 gezogen. Außerdem gelangt
der Faden 47 nun wieder in den durch die Friktionselemente 8 gebildeten Keilspalt
11 und somit in Kontakt mit diesen Friktionselementen 8. In üblicher und daher nicht
näher beschriebener Weise werden nun Faserzuführung und Einsetzen des Fadenabzuges
gesteuert.
[0037] Es kann ferner vorgesehen werden, daß der Antrieb 91 den Faden 47 mit Hilfe des Fadenabzugsrohres
5 unabhängig vom Anspinnprogramm verstärkt in den Keilspalt 11 hineindrückt. Durch
entsprechende Form- oder Oberflächengestaltung der Friktionselemente 8 und/oder des
Fadenabzugsrohres oder durch eine Kombination hiervon kann die Drehungserteilung sowie
das Aussehen des Fadens 47 (Rauhigkeit bzw. Glätte) beeinflußt werden.
[0038] Die Friktionselemente 8 können abweichend von der in Fig. 5 gezeigten Ausführung
auch als längere Walzen etc. ausgebildet sein. Auch ist es möglich, mehr als nur zwei
Friktionselemente 8 vorzusehen, wobei diese - in bezug auf die Fadenabzugsrichtung
- entweder in gleichen oder in versetzten Ebenen (vergleiche Fig. 5) zueinander angeordnet
sein können.
[0039] Alternativ ist es auch möglich, das Fadenabzugsrohr 5 um eine Achse quer zur Fadenabzugsrichtung
(Pfeil 42 - Fig.4) schwenkbar zu lagern. Als Antrieb kann ein Elektromagnet (nicht
gezeigt) vorgesehen sein, der über ein Koppelglied mit dem Fadenabzugsrohr verbunden
ist. Dieses Koppelglied kann durch eine Druckfeder umgeben sein, die sich einerseits
am Fadenabzugsrohr 5 und andererseits am Gehäuse des Elektromagneten abstützt, so
daß das Fadenabzugsrohr 5 bei abgefallenem Elektromagneten in seine gestrichelt gezeichnete
Stellung II geschwenkt wird.
[0040] Zum Verschwenken des Fadenabzuges kann, um Zwischenstellungen des Fadenabzugsrohres
5 zu ermöglichen, in Abwandlung der beschriebenen Vorrichtung statt des Elektromagenten
ein Schrittantrieb 62 (siehe z.B. Fig. 4) vorgesehen sein, durch welchen das Fadenabzugsrohr
5 über das Koppelglied wahlweise in der einen oder anderen Richtung über den gewünschten
Weg verschwenkt werden kann. Auf diese Weise kann durch eine Veränderung des Anpreßdruckes
des Fadens 47 an den Friktionswalzen 1, 10 die Drehungsmitnahme des Fadens 47 praktisch
stufenlos geändert werden.
[0041] Um eine zusätzliche Umlenkung des Fadens 47 zwischen der Fadenabzugsvorrichtung 4
und dem Fadenabzugsrohr 5 zu verhindern, kann mit dem Fadenabzugsrohr 5 eine Führung
45 (Fig. 2) verbunden sein, die den Faden 47 zumindest am Auslauf dieser Fadenabzugsvorrichtung
4 axial zur Klemmlinie zwischen der Antriebswalze 40 und dem Druckroller 41 mitnimmt.
Alternativ kann auch die Fadenabzugsvorrichtung 4 oder eine Hilfsabzugsvorrichtung
(nicht gezeigt) zusammen mit dem Fadenabzugsrohr 5 schwenkbar gelagert sein. Es ist
aber auch möglich, die Achse 50, um welche das Fadenabzugsrohr 5 verschwenkt wird,
an dem der Fadenabzugsvorrichtung 4 zugekehrten Ende des Fadenabzugsrohres 5 vorzusehen,
so daß dieses Ende zwar seinen Winkel, nicht aber seine Position zur Fadenabzugsvorrichtung
4 ändert (Fig. 5).
1. Vorrichtung zum Friktionsspinnen mit zwei gleichsinnig angetriebenen und einen
Keilspalt bildenden Friktionselementen sowie mit einem unmittelbar nach den Friktionselementen
angeordneten und quer zur Fadenabzugsrichtung bewegbaren Fadenführungselement, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Beeinflussung des Garncharakters wenigstens eines der Friktionselemente
(1, 10) und/oder das Fadenführungselement (5) eine Faden-Kontaktfläche (140, 150)
aufweist, an welche der Faden durch Bewegung des Fadenführungselementes (5, 58) zur
Anlage bringbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Faden-Kontaktfläche
(140, 150), konisch ausgebildet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Faden-Kontaktfläche
(140, 150) einen erhöhten Reibungskoeffizienten aufweist.
4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Faden-Kontaktfläche (150) eine Profilierung aufweist.
1. Dispositif de filature à friction comportant deux éléments à friction, entraînés
dans le même sens et formant un interstice en forme de coin, ainsi qu'un élément de
guidage de fil disposé immédiatement derrière les éléments à friction et mobile transversalement
ou perpendiculairement au sens de retrait du fil, dispositif caractérisé en ce que,
pour influer sur la nature du fil, au moins l'un des éléments (1,10) à friction et/ou
l'élément
(5) de guidage du fil présente une surface (140, 150) de contact avec le fil et sur
laquelle le fil peut être amené en appui, par mouvement de l'élément (5, 58) de guidage
du fil.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que la surface (140,150)
de contact avec le fil a une forme conique.
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la surface (140,
150) de contact avec le fil présente un coefficient élevé de frottement.
4. Dispositif selon une ou plusieurs des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que
la surface (150) de contact avec le fil présente un profilage.