[0001] Die Erfindung betrifft einen Mehrpunkteverschluss für Türen oder Fenster, mit einem
Gehäuse, einem im Gehäuse gelagerten, durch einen Drücker drehbaren Betätigungselement,
welches mittelbar mit mindestens einer Treibstange gekuppelt ist.
[0002] In der DE-A-1 907 061 wird ein Mehrpunkteverschluss mit einer mit Riegelelementen
versehenen Treibstange beschrieben, die in einer Richtung in die Schliessstellung
und in der anderen Richtung in die Offenstellung bewegbar ist. Zu diesem Zweck ist
in einem Gehäuse ein Betätigungselement gelagert, das normalerweise durch eine ausserhalb
des Betätigungselementes angeordnete Feder in einer Mittelstellung gehalten wird.
Mit dem Drücker kann es zum Schliessen und zum Öffnen in der einen oder anderen Richtung
gedreht werden. Bei einer solchen Drehung greift ein Finger des Betätigungselementes
unmittelbar oder über ein Zwischenglied an einem Mitnehmerabsatz zum Schliessen oder
einem anderen Mitnehmerabsatz zum Öffnen an. Dieser Mehrpunkteverschluss hat ber den
grossen Nachteil, dass er zum Schliessen und Öffnen eine relativ grosse Verschwenkung
des Drückers erfordert. Weil der Benützer eine grosse Verschwenkung unnatürlich empfindet,
muss in der Praxis der Drücker eine etwa 10° nach oben gerichtete Normalstellung besitzen.
Dies ist aber aus ästhetischen Gründen unerwünscht. Zwar wäre es möglich, diesen Nachteil
zu beseitigen, wenn dem Betätigungsorgan ein grosser Durchmesser gegeben wird. Dann
wird jedoch das Gehäuse noch wesentlich breiter, oder wie es in der Fachsprache heisst,
tiefer. Dies ist aber unerwünscht, weil dann der Tür-oder Fensterflügelrahmen noch
breiter gehalten werden muss, als dies ohnehin schon für diese Art von Mehrpunkteverschluss
notwendig ist. Ein breiterer Türflügelrahmen führt zu einem hohen Materialbedarf,
erhöht das Gewicht der Türe oder des Fensters und führt zu einer ebenfalls unerwünschten
Verkleinerung des Lichtmasses. Ein weiterer Nachteil des bekannten Verschlusses besteht
darin, dass die engen Platzverhältnisse es verunmöglichen, Gewindelöcher für die Befestigung
einer Standard-Rosette vorzusehen.
[0003] Die beschriebenen Nachteile wurden aber während vielen Jahren in Kauf genommen, weil
die Treibstange von einem Zustand in den anderen etwa 20 mm weit bewegt werden muss
und deshalb eine ebenso grosse Bewegung des Mitnehmers des Betätigungselementes als
unabdingbar erschien. Wenn gefordert wird, dass der Drücker nach der Schliessbewegung
oder Öffnungsbewegung wieder in seine ursprüngliche Lage zurückkehren muss, erfordert
dies eine Bewegung des Mitnehmers, die noch entsprechend grösser ist. Um dies zu erreichen
ergab sich notgedrungen eine Tiefe des Verschlusses von etwa 50 mm und ein Dornmass
von etwa 32 mm. Das Dornmass ist der Abstand von der Mitte der Schlossnuss bis zur
Vorderkante des Stulps. Es ist zwar ein Mehrpunkteverschluss auf dem Markt, der eine
Tiefe von 45 mm und ein Dornmass von 28 mm aufweist. Bei diesem Mehrpunkteverschluss
ist aber eine unpraktisch hohe Verschwenkung des Drückers von je etwa 45° aus der
Mittelstellung notwendig. Dies bedingt auch die bereits vorher erwähnte unerwünschte
Anordnung der Mittelstellung, bei welcher der Drücker um etwa 10° nach oben gerichtet
ist.
[0004] In der FR
-A-2 451 441, auf welcher der Oberbegriff des Anspruchs 1 basiert, wird ein Mehrpunkteverschluss
mit einem Gehäuse, einem Drücker und zwei gegenläufigen Treibstangen beschrieben.
Ein durch den Drücker drehbares Betätigungselement ist über ein erstes Übertragungsglied
mit der ersten Treibstange und über ein zweites Übertragungsglied mit der zweiten
Treibstange gekuppelt. Das erste Übertragungsglied ist als Schieber ausgebildet, welcher
im Gehäuse hin und her beweglich ist. Das zweite Übertragungsglied besitzt die Form
eines gleicharmigen Winkelhebels. Dieser Winkelhebel hat die Aufgabe, eine Bewegungsumkehr
zu erzielen, so dass bei einer Betätigung des Drückers die zweite Treibstange im gleichen
Ausmass wie die erste Treibstange aber gegenläufig bewegt wird. Dieser Mehrpunkteverschluss
erfordert ebenfalls zum Schliessen und Öffnen eine relativ grosse Verschwenkung des
Drükkers.
[0005] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Mehrpunkteverschluss zu schaffen,
welcher die geschilderten Nachteile vorbekannter Verschlüsse mindestens zum Teil vermeidet.
Insbesondere soll der Verschluss trotz geringer Tiefe und kleinem Dornmass eine ausreichende
Bewegung der Treibstange mit einer geringen Verschwenkung des Drückers ermöglichen.
Diese Verschwenkung sollte in jeder Richtung aus der waagrechten Mittelstellung nicht
mehr als etwa 20° betragen.
[0006] Gemäss der vorliegenden Erfindung wird dies dadurch erreicht, dass das Übertragungsglied
oder eines der Übertragungsglieder ein Übersetzungshebei ist, der mittelbar oder unmittelbar
auf die Treibstange einwirkt. Dadurch, dass ein Übersetzungshebel oder ein mechanisch
äquivalentes Glied vorgesehen ist, kann das Betätigungselement kleiner dimensioniert
werden. Dies wiederum ermöglicht es, die sogenannte Tiefe des Verschlussgehäuses kleiner
als bisher zu halten, ohne dass aber eine grössere Verschwenkung des Drückers zum
Schliessen oder Öffnen notwendig wäre. Im Gegenteil, die notwendige Schwenkbewegung
kann sogar gegenüber dem bisherigen Stand der Technik wesentlich kleiner bemessen
werden. Von grosser praktischer Bedeutung ist auch, dass das Dornmass kleiner als
bisher gehalten werden kann.
[0007] Zweckmässigerweise ist zwischen Betätigungselement und Übersetzungshebel ein weiteres
Übertragungsglied vorgesehen. Grundsätzlich wäre es zwar auch möglich, das Betätigungselement
direkt auf den Übersetzungshebel einwirken zu lassen. Dadurch aber, dass ein Übertragungsglied
vorgesehen ist, ergeben sich eine Anzahl weiterer Vorteile. So ist es möglich, in
einem vorbestimmten Abstand oberhalb und unterhalb des Betätigungselementes Zapfen
mit einem Gewindeloch zur Befestigung einer Rosette anzuordnen. Rosetten werden im
Handel mit genormten Abmessungen vertrieben. Die Möglichkeit, solche genromte Rosetten
mit dem beschriebenen Mehrpunkteverschluss zu verwenden, stellt daher einen bedeutenden
Vorteil dar.
[0008] Zweckmässigerweise ist der Übersetzungshebel als einarmiger Hebel ausgebildet. Dies
ergibt eine besonders einfache Konstruktion. Wenn der Mehrpunkteverschluss mit einer
Feder ausgerüstet ist, welche das Betätigungselement jeweils nach einer Betätigung
in die Mittelstellung des Drehbereichs zurückführt, ist es vorteilhaft, diese Feder
in einer Kammer des Betätigungselementes anzuordnen. Dabei können an jedem Federende
ein Plättchen mit zwei Armen angeordnet werden, die in Schlitze des Gehäuses greifen.
Dadurch wird die Feder je nach der Bewegungsrichtung am einen oder anderen Ende festgehalten
und komprimiert. Die gleiche Feder wirkt daher unabhängig davon, wie der Drücker bewegt
wird, als Rückstellfeder in der Mittelstellung. Durch die Anordnung der Feder im Betätigungsorgan
wird zudem eine sehr kompakte Konstruktion erzielt, welche genügend Raum für andere
Zwecke freilässt. So wird beispielsweise durch die sehr kompakte Konstruktion die
gewünschte Anordnung von Zapfen für die Befestigung der Rosette ermöglicht.
[0009] Es ist auch möglich, in einem vorbestimmten Abstand vom Betätigungselement eine Falle
mit Schliessfeder anzuordnen. Solche Fallen sind bei Mehrpunkteverschlüssen in der
Regel notwendig, denn es sollte möglich sein, eine Türe oder ein Fenster z. B. tagsüber
zu öffnen und zu schliessen, ohne dass sie entriegelt oder verriegelt werden muss.
[0010] Vorteilhaft ist ein koaxial zum Betätigungselement gelagerter Fallenrückstellhebel
angeordnet, welcher einen vom Betätigungselement betätigbaren Mitnehmer aufweist.
Durch diese Gestaltung und Anordnung des Fallenrückstellhebels ergibt sich eine platzsparende
Konstruktion, die ebenfalls die Anordnung von Zapfen zur Befestigung der Rosetten
erleichtert.
[0011] Gemäss einem Ausführungsbeispiel der Erfindung sind zwei Treibstangen vorgesehen,
welche innerhalb des Gehäuses mit einem Verbindungsglied miteinander verbunden sind.
Dies ergibt eine zweckmässige Konstruktion, wobei in diesem Falle der Übersetzungshebel
vorteilhaft mit dem Verbindungsglied statt mit der Treibstange gekoppelt wird. Der
Übersetzungshebel wirkt dann also auf die Treibstangen lediglich mittelbar ein. Auch
diese Gestaltung trägt zu einer gedrängten Konstruktion bei, bei der die Tiefe des
Mehrpunkteverschlusses klein gehalten werden kann, so dass der Materialbedarf für
den Türflügel- oder Fensterflügelrahmen ebenfalls klein gehalten werden kann.
[0012] Die Treibstangen können auf auswechselbaren Supporten verschiebbar gelagert sein.
Dies macht es möglich, die Supporte auszuwechseln, wenn ein anderes Dornmass erwünscht
ist.
[0013] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nun unter Bezugnahme auf die Zeichnung
beschrieben. Es zeigt:
Fig. 1 eine Vorderansicht eines Mehrpunkteverschlusses mit abgenommenem Gehäuseoberteil
in entriegelter Stellung,
Fig. 2 das Gehäuseunterteil,
Fig. 3 eine Ansicht des Gehäuseunterteils von Fig. 2 zusammen mit dem Gehäuseoberteil
vor seiner Montage auf dem Gehäuseunterteil,
Fig. 4 den Fallenrückstellhebel und seine Anordnung im Gehäuseunterteil und
Fig. 5 die Anordnung von Schlosszylinder, Sperrelement und Halteelement im Gehäuseunterteil.
[0014] Der Mehrpunkteverschluss weist ein Gehäuse 11 zur Aufnahme des Betätigungsgetriebes
für die Treibstangen 23, 24 und anderer Verschlusselemente auf. Das Gehäuse 11 besteht
im wesentlichen aus dem Gehäuseunterteil 12 und dem Gehäuseoberteil oder -deckel 13
(Fig. 2 und 3). Das Gehäuseunterteil 12 besitzt eine Platine 14, von welcher sich
die Seitenwand 15 nach oben erstreckt. Im Gegensatz zu bekannten Mehrpunkteverschlüssen,
wo die Seitenwand am Oberteil angeordnet ist, wird durch die beschriebene Ausgestaltung
des Unterteils 12 ein wirksamer Schutz gegen das Eindringen von Spänen bei der Montage
geschaffen. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass das Gehäuseunterteil 12 an
beiden Seiten durch die Supporte 16, 17 abgeschlossen ist.
[0015] Der Lagerung der beweglichen Teile des Mehrpunkteverschlusses dienen die Drehzapfen
18, 19, 20 und die Bohrung 21 (Fig. 2). Des weiteren sind zur Geradführung der beweglichen
Teile die Führungsschlitze 22, 23, 24 vorgesehen. In diese Führungsschlitze 22, 23,
24 können zur Führung von beweglichen Teilen Stifte eingreifen, wie dies später noch
beschrieben wird.
[0016] Die Zapfen 25 mit den Gewindelöchern 70 dienen der Befestigung der Rosette nach der
Montage des Mehrpunkteverschlusses in der Türe oder dem Fenster.
[0017] Die Öffnung 26 erlaubt die diebstahlsichere Befestigung des Schlosspanzerschildes
durch von aussen unzugängliche Befestigungsmittel.
[0018] Die Öffnung 27 ermöglicht ein Umkehren der Falle, wie dies später noch näher beschrieben
wird. Die Öffnung 28 dient der Aufnahme des Schlosszylinders.
[0019] Die Funktion der Schlitze 29, denen auch entsprechende Schlitze im Gehäuseoberteil
13 entsprechen, wird später noch näher erläutert. Ganz allgemein kann jedoch erwähnt
werden, dass der Oberteil 13 ähnlich ausgebildet ist wie die Platine 14, zu der er
parallel angeordnet ist.
[0020] Die Stulpschiene 30 (Fig. 1) ist an den Supporten 16 und 17, welche mit dem Unterteil
des Gehäuses fest verbunden sind, befestigt. Diese Befestigung der Stulpschiene 30
erfolgt durch Schrauben (nicht eingezeichnet), welche in Gewindelöcher in den Supporten
16, 17 eingeschraubt sind. Die Gewindelöcher werden mit den strichpunktierten Linien
37, 38 angedeutet.
[0021] Die Supporte 16, 17 dienen auch der Führung der Treibstangen 31, 32 und weisen zu
diesem Zweck je einen Führungsteil 33, 34 (Fig. 3) auf, die in Längsschlitze 35, 36
(Fig. 1) der Treibstangen 31, 32 eingreifen.
[0022] Es wäre möglich, die Treibstangen 31,32 durch eine einstückige Treibschiene zu ersetzen.
Da aber die Falle 39 im Bereich der Stulpschiene 30 sehr massiv ausgeführt ist, um
eine entsprechende Sicherheit zu gewährleisten, fehlt in der Nähe der Stulpschiene
30 der notwendige Platz zum Vorbeiführen der Treibstange. Eine einstückige Treibstange
müsste daher eine Abkröpfung aufweisen und im Bereich des hinteren Teils der Falle
39 eine Aussparung besitzen. Gemäss dem vorliegenden Ausführungsbeispiel der Erfindung
ist ein Verbindungsglied 40 vorgesehen, welches in bekannter Weise am hinteren Teil
der Falle 39 vorbeiführt, denn dort kann die Falle 39 ohne Beeinträchtigung der Sicherheit
dünner ausgestaltet werden, so dass genügend Raum zum Vorbeiführen des Verbindungsglieds
40 vorhanden ist. Das Verbindungsglied 40 besitzt Nasen 41, 42, welche je in eine
Öffnung 43, 44 der Treibstange 31 bzw. 32 eingreifen, so dass diese Treibstangen 31,
32 dadurch miteinander gekuppelt sind. Zur Führung des Verbindungselements 40 dienen
Stifte 52 (nur einer ist in Fig. 1 sichtbar), welche in Führungsschlitze 22, 23 (Fig.
2) eingreifen. Zur Sicherung der Treibstangen 31, 32 in der unverriegelten Stellung
dient eine Blattfeder 54, welche in eine Kerbe 56 des Verbindungsglieds 40 eingreift.
[0023] Das Betätigungselement 45 ist dehbar in der Bohrung 21 des Gehäuseunterteils 12 gelagert.
Es weist eine vierkantige Durchgangsöffnung 46 zur Befestigung des Drückers (nicht
dargestellt) auf. Das Betätigungselement 45 besitzt an der Peripherie einen Mitnehmer
47, welcher in eine Aussparung 48 des Übertragungsglieds 49 eingreift. Wichtig ist
nun, dass das Übertragungsglied nicht direkt auf die Treibstangen einwirkt, sondern
auf einen Übersetzungshebel 50. Zu diesem Zweck ist das Übertragungsglied 49 an der
Anlenkstelle 51 am Übersetzungshebel 50 drehbar befestigt. Der Übersetzungshebel 50
ist beim gezeigten Ausführungsbeispiel ein einarmiger Hebel, welcher um den im Gehäuseunterteil
12 befestigten Drehzapfen 19 drehbar ist. Der Übersetzungshebel 50 besitzt an seinem
freien Ende eine Nase 53, welche in eine Öffnung 55 des Verbindungsglieds 40 eingreift,
um dieses mitzunehmen. Da sich die Anlenkstelle 51 nahe beim Drehzapfen 19 befindet,
ist leicht ersichtlich, dass eine Bewegung des Mitnehmers 47, wenn dieser das Übertragungsglied
49 mitnimmt, eine Bewegung der Nase 53 bewirkt, die wesentlich grösser ist als die
Bewegung des Mitnehmers 47. Infolgedessen werden auch die Treibstangen 31, 32 wesentlich
mehr bewegt, als wenn der Antrieb des Verbindungsglieds 40 direkt durch den Mitnehmer
47 erfolgen würde. Es genügt daher eine relativ geringe Auslenkung durch den Drücker,
um die Türe oder das Fenster zu verriegeln oder zu entriegeln. Die Auslenkung kann
in einem Bereich von etwa 20° nach unten und nach oben gehalten werden. Der Drücker
kann somit in der Ruhestellung waagrecht angeordnet sein, was auch aus ästhetischen
Gründen vorzuziehen ist. Trotzdem ist es möglich, das Gehäuse relativ schmal zu gestalten,
d.h. die sogenannte Tiefe gering zu halten. So beträgt beispielsweise die Tiefe beim
gezeigten Ausführungsbeispiel lediglich 40 mm. Dies ermöglicht bei den Tür-oder Fensterrahmen
eine erhebliche Materialeinsparung bei gleichzeitigem Gewinn an Bedienungskomfort.
[0024] Im Betätigungselement 45 ist eine Kammer 59 angeordnet, in welcher sich eine Schraubenfeder
61 befindet. Diese Schraubenfeder 61 hat die Aufgabe, das Betätigungselement 45 und
somit auch den Drücker nach jeder Betätigung in die eingezeichnete Lage zurückzuführen.
Bei jedem Federende ist ein Plättchen 63 angeordnet, das an beiden Enden einen Zapfen
65 aufweist. Diese Zapfen erstrecken sich in die Schlitze 29 im Gehäuseunterteil 12
und im Gehäuseoberteil 13. Je nachdem, in welcher Richtung der Drücker bewegt wird,
wird durch die Schlitze 29 das eine oder das andere Federende blockiert, wobei die
Feder in der einen oder anderen Richtung komprimiert wird. Somit wirkt die Schraubenfeder
61 als Rückstellfeder, welche den Drücker in die Mittellage zurückführt, gleichgültig,
ob er nach oben oder nach unten bewegt wurde.
[0025] Die beschriebene Anordnung der Schraubenfeder 51 im Betätigungselement 45 ermöglicht
eine erhebliche Platzersparnis, so dass im Gehäuseunterteil 12 in einem vorbestimmten
Abstand oberhalb und unterhalb der Drehachse 67 des Betätigungselementes 45 Zapfen
25 mit einem Gewindeloch 70 zur Befestigung (nicht dargestellt) von Rosetten an der
Türe oder am Fenster angeordnet werden können. Der übliche Abstand der Befestigungslöcher
der Rosetten, welche der Verzierung der Türe oder des Fensters dienen, beträgt 43
mm. Die Zapfen 25 sind also in diesem Normabstand angeordnet, um die Verwendung normierter
Rosetten zu ermöglichen.
[0026] Die beschriebene platzsparende Ausgestaltung des Betätigungsgetriebes für die Treibstangen
31, 32 erlaubt es auch, die Falle 39 im üblichen Abstand vom Betätigungselement 45
anzuordnen. Darüber hinaus kann die Falle 39 auch einstückig und sehr massiv ausgebildet
sein, um eine hohe Sicherheit zu gewährleisten.
[0027] Zum Zurückziehen der Falle 39 ist ein Fallenrückziehhebel 71 (Fig. 4) vorgesehen,
welcher eine Bohrung 73 zur Lagerung an einem aus der Zeichnung nicht ersichtlichen
Lagerzapfen des Betätigungselementes 45 aufweist. Der Fallenrückstellhebel 71 greift
am Kopf einer Schraube 75 der Falle 39 an. In Fig. 1 ist der Kopf der Schraube 75
nicht sichtbar, weil er sich unten an der Falle 39 befindet. Dieser Kopf der Schraube
75 reicht in die Aussparung 77 des Fallenrückstellhebels 71 hinein. Für die Federkraft
zum Einklinken der Falle 39 sorgt die Schraubenfeder 79, welche auf den zweiarmigen
Hebel 80 einwirkt. Aus Fig. 1 ist ersichtlich, dass bei einer Bewegung des Betätigungselementes
45 im Uhrzeigersinn die Kante 81 am Mitnehmer 83 anschlägt und somit den Fallenrückziehhebel
71 ebenfalls im Uhrzeigersinn verschwenkt. Die Falle 39 wird daher vom Kopf der Schraube
75 in das Gehäuse 11 hineingezogen.
[0028] Die Öffnung 27 im Gehäuseunterteil 12 ermöglicht ein Lösen der Schraube 75, so dass
bei Bedarf die Falle 39 herausgenommen und um 180° wieder eingesetzt werden kann.
Dies ermöglicht es, den Mehrpunkteverschluss sowohl für linke als auch für rechte
Türen oder Fenster zu verwenden.
[0029] Ein Schloss 87 in Verbindung mit einem Sperrelement 89 und einem Verriegelungsglied
91 ermöglicht die Sperrung der Treibstange 31. Die Gestaltung der Teile 89 und 91
ist aus den Fig. 2 und 5 ersichtlich. So ist aus Fig. 5 zu entnehmen, dass das Sperrelement
89 durch den Zapfen 20, welcher in den Schlitz 90 eingreift, und den Stift 92, welcher
in den Schlitz 24 eingreift, bei seiner Bewegung geführt wird. Diese Bewegung erfolgt
durch Betätigung des Schlüssels 100. Die Treibstange 31 weist eine Öffnung 95 auf,
in welche das Sperrelement 89 einrasten kann. In der ungesperrten Stellung befindet
sich die Nase 97 (Fig. 5) rechts von der Nase 98 des Verriegelungsgliedes 91. In der
Verriegelungsstellung befindet sich jedoch die Nase 97 links von der Nase 98. Eine
Feder 99 (Fig. 1) hält das Verriegelungsglied 91 in der eingezeichneten Lage, aus
der es durch Drehen des Schlüssels 100 bewegt werden kann.
[0030] Abschliessend ist noch auf einen bisher nicht erwähnten Vorteil des beschriebenen
Mehrpunkteverschlusses hinzuweisen. Dieser Vorteil besteht darin, dass das Dornmass
durch Auswechseln der Supporte 25, 26, der Falle 39, des Verbindungsgliedes 29 und
des Sperrelements 89 leicht geändert werden kann.
1. Mehrpunkteverschluss für Türen oder Fenster, mit einem Gehäuse (11), einem Drücker,
dessen Drehachse senkrecht zur Tür- oder Fensterfläche angeordnet ist, einem im Gehäuse
(11) gelagerten, durch den Drücker drehbaren Betätigungselement (45), welches über
mindestens ein Übertragungsglied (49, 50) mit einer Treibstange (31, 32) gekuppelt
ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Übertragungsglied (50) oder eines der Übertragungsglieder
(49, 50) ein Übersetzungshebel (50) ist.
2. Mehrpunkteverschluss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Betätigungselement
(45) und Übersetzungshebel (50) ein weiteres Übertragungsglied (49) vorgesehen ist.
3. Mehrpunkteverschluss nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Übersetzungshebel
(50) ein einarmiger Hebel ist.
4. Mehrpunkteverschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass in einem vorbestimmten Abstand oberhalb und unterhalb des Betätigungselementes
(45) ein Zapfen (25) mit einem Gewindeloch (70) zur Befestigung von Rosetten angeordnet
ist.
5. Mehrpunkteverschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 4, mit einer das Betätigungselement
(45) in die Mittelstellung des Drehbereichs zurückführenden Feder (61), dadurch gekennzeichnet,
dass die Feder (61) in einer Kammer (59) des Betätigungselementes (45) angeordnet
ist, und dass bei jedem Federende ein Plättchen (63) mit zwei Zapfen (65) angeordnet
ist, die in Schlitze (29) des Gehäuses (11) greifen.
6. Mehrpunkteverschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass in einem vorbestimmten Abstand vom Betätigungselement (45) eine Falle (39) mit
Schliessfeder (79) vorgesehen ist.
7. Mehrpunkteverschluss nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein koaxial
zum Betätigungselement (45) gelagerter Fallenrückstellhebel (71) vorgesehen ist, welcher
einen vom Betätigungselement (45) betätigbaren Mitnehmer (83) aufweist.
8. Mehrpunkteverschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass zwei Treibstangen (31, 32) vorgesehen sind, welche innerhalb des Gehäuses (11)
mit einem Verbindungsglied (40) miteinander verbunden sind.
9. Mehrpunkteverschluss nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Übersetzungshebel
(50) mit dem Verbindungsglied (40) gekuppelt ist.
10. Mehrpunkteverschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
dass die Treibstange(n) (31, 32) auf auswechselbaren Supporten (16, 17) verschiebbar
gelagert ist (sind).
1. Multipoint lock for doors or windows comprising a housing (11), a handle whose
axis is located vertically to the door or window surface, an actuating element (45)
which is mounted in the housing (11) and capable of being rotated by the handle, said
actuating element (45) being coupled by means of at least one transmission element
(49, 50) to a mobile rod (31, 32), characterised in that the transmission element
(50) or one of the transmission elements (49, 50) is a step up lever (50).
2. Multipoint lock as in claim 1, characterised in that betweeen the actuating element
(45) and the step up lever (50) an additional transmission element (49) is located.
3. Multipoint lock as in claim 1 or 2, characterised in that the step up lever (50)
is a one-armed lever.
4. Multipoint lock as in one of the claims 1 to 3, characterised in that it comprises
in a predetermined distance above and below the actuating element (45) a column provided
with a threaded hole (70) for mounting of rosettes.
5. Multipoint lock as in one of the claims 1 to 4, comprising a spring (61) which
returns the actuating element into middle position of its turning range, characterised
in that the spring (61) is located in a chamber (59) of the actuating element (45),
and in that on each end of the spring a platelet (63) is located, said platelet (63)
having two protrusions (65) engaging slots (29) of the housing (11).
6. Multipoint lock as in one of the claims 1 to 5, characterised in that in a predetermined
distance from the actuating element a latch (39) with a closing spring (79) is provided.
7. Multipoint lock as in claim 6, characterised in that a latch return lever (71)
is provided which is mounted coaxially to the actuating element (45) and has a dog
(83) capable of being actuated by the actuating element (45).
8. Multipoint lock as in one of the claims 1 to 7, characterised in that two mobile
rods (31, 32) are provided, said mobile rods (31, 32) being connected together by
a connecting member (40).
9. Multipoint lock as in claim 8, characterised in that the step up lever (50) is
coupled to the connecting member (40).
10. Multipoint lock as in one of the claims 1 to 9, characterised in that the mobile
bar(s) (31, 32) is (are) slidably supported on exchangeable supports (16, 17).
1. Fermeture en plusieurs points pour portes ou fenêtres, comprenant une boîtier (11),
un loquet dont l'axe de rotation est orienté perpendiculairement à la surface de la
porte ou de la fenêtre, un élément d'actionnement (45) qui est monté dans le boîtier
(11) de manière à pouvoir tourner sous l'action du loquet et qui est accouplé, par
l'intermédiaire d'au moins un organe de transmission (49, 50), à une tringle mobile
(31, 32), caractérisée en ce que l'organe de transmission (50) ou l'un des organes
de transmission (49, 50) est un levier de multiplication (50).
2. Fermeture en plusieurs points selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'il
est prévu, entre l'élément d'actionnement (45) et le levier de multiplication (50),
un organe de transmission supplémentaire (49).
3. Fermeture en plusieurs points selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce
que le levier de multiplication (50) est un levier à bras unique.
4. Fermeture en plusieurs points selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisée en ce qu'il est disposé, à une distance prédéterminée au-dessus et au-dessous
de l'élément d'actionnement (45), un goujon (25) comportant un trou fileté (70) pour
la fixation de rosettes.
5. Fermeture en plusieurs points selon l'une quelconque des revendications 1 à 4,
comportant un ressort (61) qui ramène l'élément d'actionnement (45) dans la position
moyenne de sa plage de pivotement, caractérisée en ce que le ressort (61) est placé
dans une chambre (59) de l'élément d'actionnement (45), et en ce qu'il est disposé,
à chaque extrémité du ressort, une plaquette (63) comportant deux goujons (65) qui
s'engagent dans des fentes (29) du boîtier (11).
6. Fermeture en plusieurs points selon l'une quelconque des revendications 1 à 5,
caractérisée en ce qu'il est prévu, à une distance prédéterminée de l'élément d'actionnement
(45), un loquet (39) à ressort de fermeture (79).
7. Fermeture en plusieurs points selon la revendication 6, caractérisée en ce qu'il
est prévu un levier (71 ) de rappel du loquet qui est monté coaxialement avec l'élément
d'actionnement (45) et qui présente un tenon d'entraînement (83) actionnable par l'élément
d'actionnement (45).
8. Fermeture en plusieurs points selon l'une quelconque des revendications 1 à 7,
caractérisée en ce qu'il est prévu deux tringles mobiles (31, 32) qui sont reliées
l'une à l'autre, à l'intérieur du boîtier (11), par un organe d'accouplement (40).
9. Fermeture en plusieurs points selon la revendication 8, caractérisée en ce que
le levier de multiplication (50) est accouplé à l'organe d'accouplement (40).
10. Fermeture en plusieurs points selon l'une quelconque des revendications 1 à 9,
caractérisée en ce que la (les) tringle(s) mobile(s) est (sont) montée(s) mobile(s)
sur des supports remplaçables (16, 17).