[0001] Die Erfindung betrifft ein elektrisches Schaltgerät, insbesondere einen Leitungsschutzschalter,
nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Es sind elektrische Schaltgeräte, insbesondere Leitungsschutzschalter bekanntgeworden,
bei denen die Lichtbogenlöschkammer durch die beiden Gehäusewände des Schaltgerätes
begrenzt wird. Die Löschung des Lichtbogens erfolgt dabei innerhalb des Lichtbogenlöschblechpaketes
in üblicher Weise.
[0003] Um bei Löschkammern, die anstatt eines Lichtbogenlöschblechpaketes eine Siebkeramik
aufweisen, die Löschfähigkeit zu erhöhen, wird die Lichtbogenlöschkammer beidseitig
von Wandplatten aus Isolierstoff begrenzt, die zu den benachbarten Gehäusewänden einen
bestimmten Abstand einnehmen (siehe DE-AS 23 49 187). Dadurch werden Strömungskanäle
erzeugt, die die aus der Siebkeramik austretenden Löschgase zurück- und wieder in
die Löschkammer einleiten, wodurch ein Strömungskreislauf mit entsprechend erhöhter
Kühlwirkung auf den Lichtbogen entsteht.
[0004] Ein Schaltgerät der eingangs genannten Art ist aus der DE-AS 11 85 269 bekanntgeworden.
Dieses bekannte Schaltgerät ist ein solches mit einer Doppelkontaktstelle mit Isolierplatten,
die in Abstand zu den Gehäuseseitenwänden und ebenfalls in Abstand zu den festen bwz.
beweglichen Kontaktstücken angeordnet sind.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein elektrisches Schaltgerät der eingangs genannten
Art zu schaffen, deren Lichtbogenlöschcharakteristiken gegenüber der bekannten Anordnung
erheblich verbessert sind, wobei zusätzlich noch die Fertigung und die Herstellung
insoweit vereinfacht sind, als lediglich eine einzige Kontaktstelle vorhanden sein
soll.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die kennzeichnenden Merkmale des
Anspruches 1.
[0007] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung befindet sich ein Strömungskanal lediglich
auf einer Seite der Lichtbogenlöschkammer und zwar unmittelbar vor dem Lichtbogenlöschblechpaket,
weil es sich nämlich herausgestellt hat, daß lediglich ein einziger Kanal zur Bildung
einer ausreichenden Umströmung ausreicht, dadurch wird die Fertigung vereinfacht.
Darüberhinaus wird auch durch die spezielle Zuordnung des Wandvorsprunges zu dem Lichtbogenlöschblechpaket
eine Rückströmung seitlich zu der Kontaktstelle vermieden und das gesamte, für die
Lichtbogenlöschung zu verwendende Gas wird direkt und ohne große Zwischenräume zur
Kontaktstelle hin geführt.
[0008] Zwar ist aus der FR-PS 15 18 835 eine Ausgestaltung einer Schaltkammer bekanntgeworden,
bei der lediglich eine Kontaktstelle vorgesehen ist und bei der ebenfalls ein Umströmungskanal
zwischen einer Zwischenwandplatte und einer Gehäusewandung gebildet ist. Hierbei wird
aber wegen der Abstände zwischen der Gehäusewandung auf der einen Seite und der Zwischenwandplatte
auf der anderen Seite zur Kontaktstelle, d.h. zum beweglichen Kontaktstück hin, nicht
der besondere Vorteil erreicht, wie er bei der Erfindung erzielt werden kann. Aufgrund
der Abstände dieser einzelnen Wandbereiche und Wandteile zum beweglichen Kontaktstück
hin sind ein Rückstau und eine Rückströmung aus dem Löschblechpaket nach vorn und
seitlich an dem beweglichen Kontaktstück vorbei nicht ohne weiteres zu verhindern,
was bei der Erfindung deswegen nicht der Fall ist, weil das Lichtbogenlöschblechpaket
beidseitig zur Kontaktstelle nach vorne hin, also entgegen der Lichtbogenlaufrichtung
praktisch verschlossen ist so --daß eine Gasströmung entgegen der Lichtbogenlaufrichtung
nur in dem Kanal erfolgen kann.
[0009] Aus der DE-AS 11 04 019 geht zwar hervor, das Lichbogenlöschblechpaket nach vorne
hin teilweise zu begrenzen und Klötze an den Seitenwandungen vorzusehen, in denen
sogenannte Blasbleche untergebracht sind. Diese Klötze grenzen an die Kontaktstelle
an. Die Ausführung ist aber mit der erfindungsgemäßen Anordnung nicht vergleichbar,
weil ein Kanal, der zu einer geführten Rückströmung führt, fehlt. Die dort eingezeichneten
Kanäle sind echte Abluftkanäle, so daß das Konstruktionsgebiet anders ist, als das
bei der Erfindung.
[0010] Aus der DE-AS 11 96 750 ist bekannt, die Löschkammer über den gesamten Bereich inklusive
der Löschbleche mit Keramikplatten beidseitig zu begrenzen. Eine spezielle Gasführung
wie bei der Erfindung ist nicht vorhanden.
[0011] Aus der US-PS 2 769 066 geht hervor, die Lichtbogenlöschbleche in Platten einzusetzen,
wobei außerhalb der Platten jeweils beidseitig ein Kanal vorhanden ist. Dieser Kanal
ist aber durch die Löschbleche in einzelne Kanalbereiche unterteilt und der Zweck
dieser Kanäle besteht nicht darin, eine Rückströmung von Löschgas zu erreichen, sondern
darin, daß die Löschgase in diesen beiden Kanälen gekühlt werden.
[0012] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0013] Die Umströmung wird dabei zusätzlich noch unterstützt durch die Merkmale des Anspruches
2.
[0014] Eine weitere Verbesserung ist durch die Einbringung der Nuten gemäß kennzeichnendem
Teil des Anspruches 3 bewirkt, insoweit, als die Gasströmung insgesamt verbessert.
wird, indem durch die Nuten praktisch Frischluft angesaugt wird.
[0015] Dabei ist in besonders vorteilhafter Weise in die Wandplatte gemäß Anspruch 4 eine
Eisenplatte eingefügt, die zur Verbesserung des Ablaufes des Lichtbogens von den Kontaktstücken
dient. Zwar ist aus der eingangs schon erwähnten DE-AS 23 49 187 bekanntgeworden,
beidseitig zu der Löschkammer Lappen vorzusehen, die zu einer Verbesserung des Lichtbogenlaufes
dienen. Es handelt sich bei der bekannten Anordnung allerdings nicht um eine Löschkammer
mit Lichtbogenlöschblechen, sondern um eine solche mit Siebkeramik zur Löschung des
Lichtbogens, und die beiden Platten dienen auch nur dazu, den Lichtbogen im wesentlichen
in Richtung der Bewegungsöffnung des beweglichen Kontaktstückes zu verlängern. Dies
hat zur Folge, daß die Höhe der Lichtbogenlöschkammer bei der bekannten Anordnung
von wesentlicher Bedeutung ist. Ein Einbetten von sogenannten Blasblechen ist aus
der DE-AS 11 04 019 an sich bekanntgeworden.
[0016] Anhand der Zeichnung, in der ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt ist,
soll die Erfindung näher erläutert und beschrieben werden.
[0017] Es zeigt:
Fig. 1 einen Querschnitt durch eine Lichtbogenlöschkammer gemäß der Linie I-I der
Fig. 2,
Fig. 2 eine Schnittansicht gemäß der Schnittlinie II-II der Fig. 1,
Fig. 3 eine teilweise Seitenansicht der Lichtbogenlöschkammer der Fig. 1 bis 2 und
Fig. 4 eine Seitenansicht der Wandplatte mit eingesetztem Eisenplatte,
Fig. 5 ein Schnitt in Linie III-III der Fig. 4.
[0018] Die erfindungsgemäße Vorrichtung wird bevorzugt bei einem elektrischen Leitungsschutzschalter
verwendet, bei dem in einem Strompfad ein bewegliches und ein festes Kontaktstück
angeordnet ist, die mittels eines thermischen Auslösers in Form eines Thermobimetalles
bei einem Überstrom und mittels eines magnetischen Auslösers bei einem Kurzschlußstrom
geöffnet werden. Beim Öffnen der beiden Kontaktstücke entsteht ein Lichtbogen, der
in ein Lichtbogenlöschblechpaket einläuft und dort gelöscht wird. Diese einzelnen
Teile und Komponenten eines Leitungsschutzschalters sind bekannt, so daß hierauf nicht
näher eingegangen werden muß.
[0019] Die einzelnen Komponenten des Schalters befinden sich in einem Gehäuse, das aus zwei
sich gegenüberliegenden Gehäuseelementen gebildet ist, von denen in den Figuren 1
und 2 die beiden Gehäusewände 10 und 11 zu sehen sind. Die Vorrichtung zur Unterbrechung
eines Strompfades ist gebildet aus einem beweglichen Kontaktstück 12 und einem Festkontaktstück
13, die miteinander eine Kontaktstelle 14 bilden.
[0020] Das bewegliche Kontaktstück 12 ist als Horn an einem Kontakthebel 15 angeformt und
das Festkontaktstück 13 wird gebildet durch eine U-förmige Anordnung mit zwei Schenkeln
16 und 17. An die Kontaktstelle 14 schließt sich ein Lichtbogenlöschblechpaket 18
mit einzelnen Löschblechen 19 an. Gegebenenfalls kann das Lichtbogenlöschblechpaket
18 auch durch eine sogenannte Kühlblechanordnung ersetzt sein, wenn der Schalter als
sogenannter Nullpunktlöscher verwendet werden soll.
[0021] An der Gehäusewand 10 befindet sich ein Vorsprung 20, der bis zur Kontaktstelle hin
reicht und das Lichtbogenlöschblechpaket 18 nach vorne hin, also entgegen der Lichtbogenlaufrichtung,
begrenzt. An der gegenüberliegenden Wand ist lediglich eine Querwand 21 angeformt,
die im Bereich des festen Kontaktstückes 13 einen Begrenzungssteg bildet. Zwischen
dem Begrenzungssteg 21 und dem vorderen Bereich des Lichtbogenlöschblechpaketes 18
ist ein freier Raum 22 gebildet, in den eine Wandplatte 23 (siehe Fig. 4 und 5) eingefügt
ist, die eine Eisenplatte 24 aufnimmt. Die Wandplatte 23 sitzt in Abstand zur Gehäusewand
11, so daß zwischen der Wandplatte 23 und der Gehäusewand 11 ein Strömungskanal 25
gebildet ist, der Lichtbogengasen eine Strömung in Pfeilrichtung P entgegen der Laufrichtung
des Lichtbogens PL in das Lichtbogenlöschblechpaket 18 hinein gestattet.
[0022] Am Festkontaktstück ist im Bereich der Wandplatte und diese beidseitig überragend
eine Aussparung 26 eingebracht, wodurch der Abstand zwischen der Wandplatte 23 und
dem Festkontaktstück gewährleistet ist. In dem Vorsprung 20 befinden sich Nuten 27,
deren Aufgabe es ist, den Kriechweg im Bereich der Wand zu erhöhen.
[0023] Damit in der Wandplatte 23 die Eisenplatte 24 gehalten ist, befindet sich in der
Wandplatte 23 eine als Tasche ausgebildete Vertiefung 28, in die die Eisenplatte 24
hineingedrückt und darin fixiert ist. Die Fixierung erfolgt durch eine an der Eisenplatte
24 angeformte Noppe 24ai, die in ein Loch 28a an der Seitenwandung 28b der Vertiefung
28 einrastet.
[0024] Aus der Fig. 2 ist ersichtlich, wie die Wandplatte 23 fixiert ist. Die Gehäusewand
10 bildet einen Gehäuseboden 30, an den sich ein Vorsprung 31 anschließt, dessen Breite
der Breite der Wandplatte entspricht. In diesen Vorsprung 31 wird die Wandplatte 23
eingesetzt. Dabei hilft die Gehäusewandung 11 bei der Halterung der Wandplatte 23
mit, in dem sie zusammen mit dem Vorsprung 31 an der Gehäusewandung 10 eine sackartige
Vertiefung bildet, in der die Wandplatte 23 geführt und festgelegt ist. Darüberhinaus
ist zusätzlich oberhalb und unterhalb des Kanals jeweils ein Wandvorsprung 11a und
11b vorgesehen, die den Kanal 22 nach oben und unten begrenzen.
1. Elektrisches Schaltgerät, insbesondere Leitungsschutzschalter, mit einem Gehäuse
(10, 11) mit zwei seitlichen Gehäusewandungen, mit einem festen, und einem beweglichen
Kontaktstück (13, 12) und mit einer Lichtbogenlöschkammer mit Lichtbogenlöschblechen
(19), die zumindest im Bereich der Kontaktstelle (12, 13) von zwei Seitenwandelementen
(20, 23) seitlich begrenzt ist, dadurch gekennzeichnet, daß ein Seitenwandelement
(20) durch einen an der einen Gehäusewandung (10) angeformten, hin zum festen und
beweglichen Kontaktstück (13, 12) reichenden und an diesen direkt angrenzenden Wandvorsprung
gebildet ist, der den Bereich des Lichtbogenlöschblechpaketes (18) zwischen der Kontaktstelle
(12, 13) und der den Wandvorsprung aufweisenden einen Gehäusewandung (10) entgegen
der Lichtbogenlaufrichtung nach vorne abschließt, und daß das andere Seitenwandelement
(23) durch eine in Abstand zur anderen Gehäusewandung (11) angeordnete Wandplatte
(23), so einen Kanal (25) dazwischen freilassend, gebildet ist, die einerseits an
das feste bzw. bewegliche Kontaktstück (13, 12) direkt angrenzt und den Bereich des
Lichtbogenlöschblechpaketes (18) zwischen der Kontaktstelle und der anderen Gehäusewandung
(11) bis auf den Bereich des Kanals (25) ebenfalls entgegen der Lichtbogenlaufrichtung
nach vorne hin begrenzt.
2. Elektrisches Schaltgerät nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß an der der Wandplatte (23) benachbarten Gehäusewand (11) vor der Wandplatte (in
Lichtbogenlaufrichtung gesehen) in Abstand dazu eine Querwand (21) angeformt ist,
die stegartig hin zum Festkontaktstück verläuft und so den Kanal (22) nach vorne hin
begrenzt.
3. Elektrisches Schaltgerät nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß in der der Kontaktstelle (13, 12) zugewandten Fläche des Wandvorsprunges (20)
quer zur Öffnungsrichtung des beweglichen Kontaktstückes (12) verlaufende Nuten (27)
eingebracht sind.
4. Elektrisches Schaltgerät nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die aus Isolierstoff bestehende Wandplatte (23) auf der der Kontaktstelle abgewandten
Seite eine Eisenplatte (24) enthält.
5. Elektrisches Schaltgerät nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Wandplatte (23) eine Ausnehmung (28) aufweist, in der die Eisenplatte (24)
kraftschlüssig, bspw. durch Verrastung, festgehalten ist.
6. Elektrisches Schaltgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Eisenplatte in die Wandplatte (23) eingespritzt ist.
7. Elektrisches Schaltgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß das Lichtbogenlöschblechpaket (18) zumindest an der der Wandplatte (23) benachbarten
Gehäusewand (11) in einer Vertiefung eingelegt und darin geführt ist, die entgegen
der Lichtbogenlaufrichtung bis über die Kontaktstelle hinaus verlängert ist und in
der sich die Wandplatte (23) befindet und so der Kanal (22) gebildet ist.