(19)
(11) EP 0 183 984 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
05.04.1989  Patentblatt  1989/14

(21) Anmeldenummer: 85113767.9

(22) Anmeldetag:  29.10.1985
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B41F 13/08, B41F 13/00, B41N 7/00

(54)

Druckwerkszylinder für Offset-Rotationsdruckmaschinen

Printing unit for a rotary offset-printing press

Cylindre de groupe imprimant pour rotative offset


(84) Benannte Vertragsstaaten:
FR GB

(30) Priorität: 23.11.1984 DE 8434353 U

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
11.06.1986  Patentblatt  1986/24

(73) Patentinhaber: Heidelberger Druckmaschinen Aktiengesellschaft
D-69019 Heidelberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Pfizenmaier, Wolfgang
    D-6903 Neckargemünd (DE)
  • Beck, Hans-Jürgen
    D-6900 Heidelberg (DE)

(74) Vertreter: Stoltenberg, Heinz-Herbert Baldo 
c/o Heidelberger Druckmaschinen AG Kurfürsten-Anlage 52-60
69115 Heidelberg
69115 Heidelberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 017 776
DE-A- 3 023 246
DE-A- 2 602 277
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Neuerung bezieht sich auf Druckwerkszylinder für Offset-Rotationsdruckmaschinen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 (DE-A-2 602 277).

    [0002] Ähnliche Beschichtungen der Druckwerkszylinder nach einem galvanischen Verfahren sind an sich bekannt und dienen im Wesentlichen dazu, die Oberfläche des Zylinders vor Korrosion zu schützen. Hierzu dient in einigen Fällen eine Chromschicht, die sodann auf genaue Maßund Formgenauigkeit geschliffen werden muß. Der Nachteil dieser bekannten Ausführung ist in einem hohen Fertigungsaufwand und damit in hohen Kosten zu sehen, ohne daß z. B. eine gewünschte Oberflächenstruktur der Chromschicht erreicht werden kann. Auch entsteht beim Schleifen an den Übergängen am Zylinderkanal eine sichtbare Kante, die zu Störungen in der Abwicklung der einzelnen Zylinder gegeneinander führen kann.

    [0003] Die Aufgabe der Erfindung ist es eine Zylinderoberfläche zu schaffen, die nach der Beschichtung keine mechanische Nacharbeit erfordert, eine hohe Korrosionsbeständigkeit besitzt, und den Kanalstoß durch einen weichen Übergang reduziert.

    [0004] Die EP-A 00 17 776 beschreibt eine bogenführende Folie als Aufzug für Gegendruckzylinder, die aus Metall, beispielsweise Aluminiumblech besteht und durch Sandstrahlen aufgerauht sein kann. Auf diese Folie kann eine dünne Chromschicht oder duch eine Aluminium- oder Kupferschicht und danach noch eine Nickelschicht aufgetragen sein. Derartige Folien als Aufzug stellen eine, zusätzlichen Aufwand dar, der sich in einem höheren Preis auswirkt. Sie werden deshalb nur auf den Zylindern verwendet, auf die eine frisch bedruckte Bogenseite zu liegen kommt, um ein Abschmieren zu verhindern. Zur Verhinderung der Korrosion des Zylinderkörpers selbst sind diese Folien ungeeignet.

    [0005] Die Aufgabe wird gemäß den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Mit dieser Lösung wird ein Nacharbeiten des Zylinders vermieden und eine hohe Korrosionsbeständigkeit durch eine schlag- und stoßunempfindliche Schicht erreicht. Beim Abwickeln der Zylinder gegeneinander wird ein weicher Übergang beim Durchgang des Kanals gewährleistet und durch die Struktur der Oberfläche des Zylindermantels wird ein Verrutschen der Plattenunterlage verhindert. ohne daß die gute Reinigungsmöglichkeit der Zylindermantelfläche beeinträchtigt ist.

    [0006] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch dargestellt.

    [0007] Der Druckwerkszylinder 1 mit seinen Übergängen 2 am Zylinderkanal 3 weist eine Beschichtung 4 an seiner Mantelfläche 5 auf, die als Grundschicht aus einer Nickelschicht 6 besteht und als Deckschicht aus einer Chromschicht 7. Nach dem Sandstrahlen der Zylindermantelfläche werden beide Schichten auf galvanischem Wege aufgebracht, wobei der Zylinderdurchmesser und die Übergänge 2 am Zylinderkanal 3 so ausgeführt sind, daß nach Aufbringen der beiden Schichten der Zylinderkörper das Fertigmaß aufweist ohne daß eine Nachbearbeitung erforderlich ist. Hierbei ist der Übergang 2 am Zylinderkanal 3 in die Mantelfläche des Druckwerkszylinders 1 ohne sichtbare Kante ausgeführt.


    Ansprüche

    Druckwerkszylinder (1) für Offset-Rotationsdruckmaschinen mit einer verschleiß- und korrosionsbeständigen Beschichtung (4) der Mantelfläche (5), die galvanisch aufgebracht und aufgerauht ist, dadurch gekennzeichnet,

    daß der Durchmesser des Druckwerkszylinders (1) und die Übergänge (2) am Zylinderkanal (3) um die Dicke der aufzubringenden Beschichtung (4) kleiner ausgebildet sind,

    daß die Mantelfläche (5) und die Übergänge (2) des Druckwerkszylinders (1) vor dem Beschichten sandgestrahlt sind mit einer Oberflächenrauhigkeit von 10-20 wm,

    daß eine Grundschicht aus Nickel (6) mit einer Härte von 180-220 HV aufgebracht wird

    und daß eine Chromschicht (7) auf die Nickelschicht (6) mit einer Härte von> 900 HV und einer mikrorissigen Oberfläche von > 400 Risse/cm aufgebracht wird, so daß ohne Nachbearbeitung der Zylinderdurchmesser das Fertigmaß aufweist.


     


    Claims

    Printing unit cylinder (1) for offset rotary printing machines having a wear and corrosion-resistant coating (4) of the cylindrical surface (5), said coating being galvanically applied and roughened, characterized

    in that the diameter of the printing unit cylinder (1) and the transitional areas (2) located at the cylinder channel (3) are smaller by the thickness of the coating (4) to be applied,

    in that, before being coated, the cylindrical surface (5) and the transitional areas (2) of the printing unit cylinder (1) are sand-blasted to a surface roughness of 10 to 20 microns,

    in that there is applied a nickel undercoating (6) having a hardness of 180 to 220 HV (Vickers hardness) and

    in that on the nickel coating (6) there is superimposed a chromium layer (7) having a hardness of > 900 HV and a microcracked surface of > 400 cracks per cm2 so that the finished size of the cylinder diameter does not require any subsequent machining.


     


    Revendications

    Cylindre de contre-pression (1) pour presses à imprimer rotatives offset comprenant un revêtement (4) de la surface latérale (5) qui est résistant à l'usure et à la corrosion et qui est déposé par galvanoplastie et dépoli, caractérisé en ce que le diamètre du cylindre de contrepres- sion (1) et les raccordements (2) de la rainure (3) du cylindre sont de valeur inférieure à l'épaisseur du revêtement (4) à appliquer, en ce que la surface latérale (5) et les raccordements (2) du cylindre de contre-pression (1) sont sablés avant le revêtement, de manière à présenter une rugosité de surface de 10 à 20 wm. en ce qu'on dépose une couche de base en nickel (6) d'une dureté de 180 à 220 HV, et en ce qu'on dépose sur la couche de nickel (6) une couche de chrome (7) d'une dureté de > 900 HV et d'une surface microfissurée de > 400 fissu- res/cm, de manière que le diamètre du cylindre présente la cote finie sans usinage de reprise.
     




    Zeichnung