[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Vereinzeln von flachem Blattgut, beispielsweise
von Belegen, Banknoten oder dergleichen, wobei das Blattgut in Form eines Stapels
über ein Stapel-Transportsystem in eine im wesentlichen aus einer Abzugseinrichtung,
einem Stapeltisch und einer Rückhalteeinrichtung bestehende Vereinzelungsvorrichtung
transportiert, in dieser Blatt für Blatt einen zwischen Abzugs- und Rückhalteeinrichtung
gebildeten und auf eine vorgegebene Größe eingestellten Vereinzelungsspalt passiert,
von der hinter dem Vereinzelungsspalt angeordneten Abzugseinrichtung erfaßt und einem
weiterführenden Transportsystem zugeführt wird.
[0002] Verfahren bzw. Vorrichtungen zum Vereinzeln von flachem Blattgut sind vielfach bekannt.
[0003] Die DE-PS 24 54 082 beispielsweise beschreibt eine Vereinzelungsvorrichtung, bestehend
aus einer Vereinzelungswalze, einer Rückhaltewalze, einer Rückhalteeinrichtung, einem
Stapeltisch und einer Vorschubwalze. Durch die Vorschubwalze werden die auf dem Stapeltisch
befindlichen Blätter durch einen zwischen Vereinzelungswalze und Rückhalteeinrichtung
gebildeten Vereinzelungsspalt zur Vereinzelungswalze befördert. Die Vereinzelungswalze
ist als Saugwalze ausgebildet und erfaßt die Vorderkanten der zu vereinzelnden Blätter,
um diese nacheinander einem weiterführenden Transportsystem zu übergeben. Um Doppelabzüge
zu verhindern, ist gegenüber der Vereinzelungswalze eine Rückhaltewalze vorgesehen,
die ebenfalls als Saugwalze ausgebildet, sich im umgekehrten Sinne wie die Vereinzelungswalze
dreht und dafür sorgt, daß die nicht an der Saugwalze anliegenden Blätter in den Stapelbereich
zurückgeschoben werden. Die Rückhalteeinrichtung, an der die Blattvorderkanten des
Stapels anliegen und die zusammen mit der Vereinzelungswalze den Vereinzelungsspalt
bildet, sorgt dafür, daß nur eine begrenzte Zahl von Blättern zur Vereinzelungswalze
vorgeschoben wird. Die Rückhalteeinrichtung bewirkt somit eine Art Vorvereinzelung.
[0004] Es.sind auch Vereinzelungsvorrichtungen bekannt geworden, bei denen der Vorschub
der einzelnen Blätter durch den Vereinzelungsspalt zur Vereinzelungswalze mit Hilfe
einer sogenannten Luftleitplatte vorgenommen wird (siehe dazu DE-OS 28 14 306).
[0005] Werden Vereinzelungsvorrichtungen der beschriebenen Art in Hochgeschwindigkeits-Sortieranlagen
eingesetzt, ist es für die Wirtschaftlichkeit der Anlage von großer Bedeutung, daß
die Vereinzelungsvorrichtung bei hoher Vereinzelungssicherheit einen hohen Durchsatz
erzielt. Das bedeutet, daß nicht nur für eine schnelle Vereinzelung des Blattgutstapels,
sondern auch für einen schnellen Nachschub von Blattgutstapeln in die Vereinzelungsvorrichtung
gesorgt werden muß. Nach der Vereinzelung des letzten Blattes in der Vereinzelungsvorrichtung
sollte so schnell wie möglich ein neuer Blattgutstapel auf dem Stapeltisch bereitgestellt
werden. Damit nach dem Antransport eines neuen Blattgutstapels in die Vereinzelungsvorrichtung,
die eigentliche Vereinzelung schnell beginnen kann, ist es vorteilhaft, wenn bereits
einige Blätter den Vereinzelungsspalt passiert haben und bis zur Vereinzelungswalze
vorgeschoben sind.
[0006] Es hat sich nun gezeigt, daß die Gefahr, daß sich Blätter im Vereinzelungsspalt verkeilen,
umso größer ist, je schneller die Stapel in die Vereinzelungsvorrichtung transportiert
werden. Die Folge davon ist, daß der Vereinzelungsvorgang unterbrochen wird. Mit schnellerem
Antransport der Stapel allein kann somit der Durchsatz der bekannten Vereinzelungsvorrichtung
nicht entscheidend verbessert werden.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren zum Vereinzeln von flachem
Blattgut vorzuschlagen, mit dem bei gleichbleibender Vereinzelungssicherheit ein wesentlich
höherer Durchsatz von Blattgutstapeln erzielt werden kann.
[0008] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die im Kennzeichen des Hauptanspruchs angegebenen
Merkmale gelöst.
[0009] Ein wesentliches Merkmal der Erfindung besteht darin, den Vereinzelungsspalt jeweils
vor der Zufuhr eines Stapels in die Vereinzelungsvorrichtung zu verkleinern und unmittelbar
vor Beginn der Vereinzelung auf die ursprünglich vorgegebene Weite zurückzustellen.
Vor der Zufuhr eines Stapels wird dazu beispielsweise die Rückhalteeinrichtung selbst
in Richtung Vereinzelerwalze bewegt. Im so verkleinerten Vereinzelungsspalt können
sich zwar immer noch mehrere Blätter verkeilen. Dies ist jedoch ohne Bedeutung, da
der Vereinzelungsspalt unmittelbar vor Vereinzelungsbeginn wieder auf die ursprüngliche
Weite eingestellt wird, wodurch eine gegebenenfalls eingetretene Verkeilung wieder
aufgehoben wird.
[0010] Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht darin, daß mit einer konstruktiv
einfachen Maßnahme der Durchsatz von Blattgutstapeln in der Vereinzelungsvorrichtung
bei gleichbleibender Vereinzelungssicherheit erheblich gesteigert werden kann. Sobald
das letzte Blattgut in der Vereinzelungsvorrichtung vereinzelt wurde, kann ein neuer
Blattgutstapel mit hoher Geschwindigkeit in die Vorrichtung befördert werden, ohne
daß eine Verkeilung von Blättern im Vereinzelungsspalt den Vereinzelungsvorgang stören
würde.
[0011] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird zusätzlich zur Verkleinerung
der Weite des Vereinzelungsspaltes die die Stapelvorderkante formende Oberfläche der
Rückhalteeinrichtung jeweils vor Einlauf eines Stapels in die Vereinzelungsvorrichtung
vorübergehend geändert. Dazu weist die Rückhalteeinrichtung neben einem stationären
Teil ein bewegliches Teil auf. Dieses ist derart ansteuerbar, daß eine, bezogen auf
den stationären Teil der Rückhalteeinrichtung, vorstehende Auflauffläche entsteht,
an die die Vorderkante des antransportierten Blattgutstapels anstößt. Wird diese Auflauffläche
unmitJ' telbar vor Vereinzelungsbeginn in das stationäre Teil der Rückhalteeinrichtung
zurückgezogen, verbleibt zwischen Stapelvorderkante und stationären Teil ein freier
Spalt, der den bei der Vereinzelung notwendigen Vorschub des Stapels ohne Reibung
an der Rückhalteeinrichtung ermöglicht.
[0012] Das bewegliche Teil der Rückhalteeinrichtung kann auch auf der mit der Vorderkante
des Stapels in Berührung kommenden Seite verzahnt oder aufgerauht ausgebildet werden.
[0013] Der Vorteil des vorübergehenden Einbringens eines separaten, beweglichen Elements
mit entsprechend ausgebildeter Oberfläche besteht darin, daß auf die Vorderkante des
schnell antransportierten Stapels Einfluß genommen werden kann, daß aber die Vereinzelung
selbst durch diese Maßnahme nicht gestört wird. Eine gezahnte Oberfläche verhindert
beispielsweise, daß sich einzelne Blätter mit ihren Vorderkanten an der Rückhalteeinrichtung
entlang vor die Vorderkanten anderer Blätter schieben und so den Vereinzelungsvorgang
stören. Vor Vereinzelungsbeginn wird das bewegliche Element von der Blattvorderkante
entfernt, so daß der zur Vereinzelung notwendige Vorschub des Stapels ungestört vorgenommen
werden kann.
[0014] Weitere Vorteile sowie Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
sowie aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung anhand
der beigefügten Zeichnungen.
[0015] Darin zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht der Vereinzelungsvorrichtung und eines Blattgutstapel-Transportsystems,
Fig. 2 einen Ausschnitt der Vereinzelungsvorrichtung in Seitenansicht mit einer beweglichen
Rückhalteeinrichtung in der Arbeits- und Ruheposition,
Fig. 3a einen Ausschnitt der Vereinzelungsvorrichtung in Seitenansicht mit einem stationären
Teil der Rückhalteeinrichtung und einem beweglichen Teil der Rückhalteeinrichtung,
wobei sich das bewegliche Teil in der Ruheposition befindet,
Fig. 3b wie Fig. 3a, wobei sich das bewegliche Teil der Rückhalteeinrichtung in der
Arbeitsposition befindet,
Fig. 4 eine Weiterbildung der Fig. 3b, wobei die Oberfläche des beweglichen Teils
der Rückhalteeinrichtung aufgerauht ist.
[0016] Die Fig. 1 zeigt in einer beispielhaften Ausführungsform eine Vereinzelungsvorrichtung
1, wie sie beispielsweise in Hochgeschwindigkeits-Sortierautomaten verwendet wird.
Mit einem Stapeltransportsystem 2 wird ein Blattgutstapel 3 jeweils dann zur Vereinzelungsvorrichtung
transportiert, wenn das letzte Blatt des vorhergehenden Stapels vereinzelt ist.
[0017] Die Vereinzelungsvorrichtung besteht im wesentlichen aus einer Andruckplatte 14,
einer Vorschubeinrichtung 16, einer Vereinzelungswalze 5, einer Rückhaltewalze 8 und
einer Rückhalteeinrichtung 10, im folgenden als Rückhalteelement bezeichnet.
[0018] Die Andruckplatte 14 übernimmt die vom Stapel-Transportsystem 2, bestehend aus den
Riemen 19a, 19b und den Transportrollen 18a, 18b, antransportierten Blattgutstapel
3 und befördert sie zur Vorschubeinrichtung 16, die beispielsweise als Luftleitplatte
ausgebildet ist. Mit Hilfe der Luftleitplatte 16, in der mit Blasluft versorgbare
Blasluftbohrungen so angeordnet sind, daß sie dem jeweils obersten Blattgut des Stapels
eine Bewegungskomponente in Vereinzelungsrichtung verleihen, werden die Blätter sequentiell
zur Vereinzelungswalze 5 transportiert. Mittels Saugöffnungen 7 in der Vereinzelungswalze
5 werden die jeweiligen Blattvorderkanten erfaßt und durch Drehung in Richtung des
Pfeils 6 in das nachfolgende Transportsystem, bestehend aus den Riemen 20 und der
Transportrolle 21, überführt.
[0019] Während der Vereinzelung liegen die Vorderkanten der Blätter am Rückhalteelement
10, wobei zwischen Rückhalteelement und Vereinzelungswalze 5 bzw. Luftleitplatte 16
ein Spalt 11 vorbestimmter Größe eingestellt ist, so daß möglichst immer nur die an
der Luftleitplatte 16 direkt anliegenden oberen Blätter zur Vereinzelungswalze 5 befördert
werden.
[0020] Gegenüber der Vereinzelungswalze 5 ist die Rückhaltewalze 8 vorgesehen, die entgegen
der Vereinzelungsrichtung in Richtung des Pfeils 9 rotiert und auf ihrem Umfang verteilt
Saugöffnungen aufweist. Die Blätter, die bereits durch den Vereinzelungsspalt 11 mittels
der Luftleitplatte 16 transportiert worden sind, werden durch die entgegen der Vereinzelungsrichtung
drehenden Rückhaltewalze 8 zurückgehalten, so daß die Vereinzelungswalze 5 jeweils
nur das oberste Blattgut des Stapels vereinzelt. Bezüglich der Einzelheiten der hier
nur kurz beschriebenen Vereinzelungsvorrichtung wei auf die DE-OS 28 14 306 verwiesen.
[0021] Unabhängig von einer speziellen Vereinzelungsvorrichtung liegen die wesentlichen
Merkmale der Erfindung in der besonderen Ausbildung und Steuerung des Rückhalteelements,
was nachfolgend anhand der Fig. erläutert sei.
[0022] Um einen hohen Durchsatz von Blattgutstapeln in der Vereinzelungsvorrichtung zu gewährleisten,
ist es notwendig, daß möglichst schnell ein neuer zu vereinzelnder Blattstapel bereitgestellt
wird, sobald das letzte Blatt des vorhergehenden Stapels die Vereinzelungsvorrichtung
verlassen hat. Dies geschieht mit Hilfe des in Fig. 1 dargestellten Stapel-Transportsystems
2. Das Stapel-Transportsystem kann dabei so ausgelegt sein, daß seine unteren Riemen
19b etwas langsamer als die oberen Riemen 19a laufen. Dadurch können die unten im
Stapel liegenden Blätter gegenüber den darüberliegenden zueinander verschoben werden,
so daß sich eine in Transportrichtung 4 weisende keilförmige Stapelvorderkante ergibt.
Diese Maßnahme dient dazu, die Blattvorderkanten auf die für die Vereinzelung notwendige
Form vorzupositionieren. Wenn das antransportierte Päckchen das Stapel-Transportsystem
verlassen hat, wird dessen Weiterführung bis zum Rückhalteelement 10 auf der Andruckplatte
14 gleitend allein durch die Massenträgheit des Stapels 3 bewerkstelligt.
[0023] Bedingt durch den schnellen Antransport des Blattgutstapels können dabei, was durchaus
erwünscht ist, bereits mehrere Blätter entsprechend der eingestellten Weite des Vereinzelungsspaltes
11 bis zur Vereinzelungs- bzw. Rückhaltewalze vorstoßen. Um aber gerade beim Einlauf
eines Stapels in die Vereinzelungsvorrichtung eine mögliche Verkeilung einzelner Blätter
im Vereinzelungsspalt auszuschließen, ist das Rückhalteelement 10, wie in Fig. 2 gezeigt,
beweglich angeordnet. Neben den bereits erwähnten Elementen der Vereinzelungsvorrichtung
zeigt die Fig. 2 eine mit dem Rückhalteelement 10 verbundene Steuerungseinrichtung
13, mit der das Element entsprechend der gezeigten Pfeile 12a, 12b bewegbar ist. Zur
Bewegung des Rückhalteelements kann beispielsweise ein in der Drehrichtung umschaltbarer
Motor verwendet werden, der, mit einem geeigneten Getriebe ausgerüstet, die gewünschte
Translationsbewegung ausführt. Sobald das letzte Blatt eines Stapels vereinzelt worden
ist, was mit Hilfe einer Lichtschranke 17 (siehe Fig. 1) festgestellt werden kann,
wird einerseits das Transportsystem 2 zur Zufuhr eines weiteren Stapels aktiviert
und andererseits das Rückhalteelement 10 in Richtung des Pfeils 12a in die strichliert
dargestellte Arbeitsposition gefahren. Sobald der Blattgutstapel mit seiner Vorderkante
am Rückhalteelement auf dem Stapeltisch liegt, wird der Vereinzelungsvorgang gestartet.
[0024] Bevor nun die Vereinzelerwalze 5 das erste Blatt vom Stapel abzieht, wird das Rückhalteelement
10 in Richtung des Pfeils 12b in die Ruheposition gefahren, womit sichergestellt wird,
daß eine gegebenenfalls eingetretene Verkeilung von Blättern im Vereinzelungsspalt
aufgehoben wird. Während des Vereinzelungsvorganges wird der Stapeltisch 14 sukzessive
in Richtung des Pfeils 15 (siehe Fig. 1) durch einen in der Fig. 1 nicht gezeigten
Antrieb bewegt, so daß der Blattgutstapel immer an der Luftleitplatte 16 anliegt.
In dieser Phase ist bei Blättern üblicher Qualität eine erneute Verkeilung im Vereinzelungsspalt
unwahrscheinlich, da die Spaltbreite nun so eingestellt ist, daß die von der Luftleitplatte
beförderten Blätter den Vereinzelungsspalt 11 ohne Klemmung sicher passieren können.
[0025] In den Fig. 3a und 3b ist eine weitere Ausführungsform der Erfindung gezeigt, wobei
neben einem stationär angeordneten Rückhalteelement 22 ein zweites, beweglich angeordnetes
Element 23 vorgesehen ist. Die Fig. 3a zeigt dieses Element in der Ruhe- und die Fig.
3b in der Arbeitsposition.
[0026] Das zweite beweglich angeordnete Element 23 kann durch eine geeignete Steuereinheit
24, wie z. B. einen Elektromagneten, über einen Drehpunkt 25 gegen die Kraft einer
Feder 26 in Richtung des Pfeils 28 bewegt werden. Das Element 23 befindet sich dann
in der in Fig. 3b gezeigten Arbeitsposition. Wird die Anregung des Elektromagneten
abgeschaltet, bewegt sich das Element 23 aufgrund der Federkraft in die in Fig. 3a
gezeigte Ruheposition. Vorzugsweise ist das eigentliche, stationär angeordnete Rückhalteelement
22 rechenartig ausgebildet, wobei in mehreren Lücken des Rechens mehrere miteinander
gekoppelte bewegliche Elemente 23 kammartig verzahnt vorgesehen sind.
[0027] Wird die Ansteuerung des Element 23 z. B. mit Hilfe eines Schrittmotors vorgenommen,
so kann die Verkleinerung der Weite des Vereinzelungsspalts in vielen Stufen nahezu
beliebig bis zum vollständigen Schließen des Spalts eingestellt werden. Damit kann
der Vereinzelungsspalt den jeweiligen Anforderungen des Blattgutes wie Blattdicke,
Papierqualität etc. angepaßt werden.
[0028] Die Ansteuerung des beweglichen Elements 23 und die damit verbundene Veränderung
des Vereinzelungsspalts 11 in Abhängigkeit von Stapelantransport und Vereinzelung
geschieht wie im Zusammenhang mit der Fig. 2 beschrieben. Darüberhinaus erlaubt jedoch
die Verwendung eines zusätzlichen, beweglichen Elements auch auf die Vorderkante des
Blattgutstapels während bestimmter Verfahrensabläufe zusätzlich Einfluß zu nehmen.
[0029] Wie man vor allem der Fig. 3b entnehmen kann, ist das Element 23 derart ausgebildet,
daß es in der Arbeitsposition in Richtung auf die zu erwartende Stapelvorderkante
aus dem stationären Rückhalteelement 22 herausragt. Die vorstehende und die Vorderkante
des antransportierten Blattgutstapels formende Oberfläche des Elements 23 liegt dabei
parallel zur entsprechenden Oberfläche des stationär angeordneten Rückhalteelements
22. Wird nach der Zufuhr eines Blattgutstapels das bewegliche Element 23 in die Ruheposition
bewegt, dann liegt die Vorderkante des Blattgutstapels mit geringem Abstand parallel
zur Oberfläche des stationären Rückhalteelements 22. Der so zwischen Stapelvorderkante
und Rückhalteelement 22 entstandene Spalt hat den Vorteil, daß die Vorderkanten der
einzelnen Blätter ohne Reibung an der Auflauffläche des Rückhalteelements 22 durch
sukzessives Hochfahren der Andrückplatte 14 zur Luftleitplatte 16 befördert werden
können.
[0030] Die Erzeugung eines Spalts ist grundsätzlich auch mit dem anhand der Fig. 2 beschriebenen
Rückhalteelements 10 möglich, wenn dieses zur Einstellung der Arbeitsposition um einen
Drehpunkt in Richtung auf die Stapelvorderkante geschwenkt wird. Bei beiden Ausführungsformen
wird vermieden, daß beispielsweise stark abgenutzte Blätter während des Hochfahrens
zur Luftleitplatte am Rückhalteelement verhaken und entgegen der Vorschubrichtung
abgleiten. Dies hätte zur Folge, daß die Luftleitplatte 16 dieses und auch die nachfolgenden
Blätter nicht durch den Vereinzelungsspalt 11 zur Vereinzelungswalze 5 befördern könnte.
[0031] Diese Störung kann bei besonders lappigen, stark abgenutzen Blättern auch dann schon
auftreten, wenn der mit hoher Geschwindigkeit antransportierte Blattgutstapel mit
seiner Vorderkante an das Rückhalteelement prallt.
[0032] Um dieser möglichen Störung vorzubeugen, wird das bewegliche Element 23 auf der mit
der Stapelvorderkante zusammenwirkenden Seite mit einer speziellen Oberfläche versehen.
Wie dazu die Fig. 4 zeigt, kann das Element 23 mit einer aus mehreren Stufen bestehende
Zahnung 27 versehen werden, die so ausgelegt ist, daß jeweils die Stufentiefen parallel
und die Stufenhöhen, auf die die Vorderkanten der Blätter auftreffen, senkrecht zur
Luftleitplatte 16 verlaufen. Die Zahnung 27 kann je nach Blattdicke und Papierqualität
der zu vereinzelnden Blätter eine unterschiedliche Höhe und eine unterschiedliche
Anzahl von Stufen aufweisen. In der Fig. 4 ist die gesamte auf die Vorderkante des
Stapels einwirkende Oberfläche gezahnt ausgeführt. Je nach Anforderung kann die Zahnung
auch nur im Bereich des Vereinzelungsspaltes oder nur im Mittelbereich des Elements
23 vorgesehen sein. Unmittelbar vor Vereinzelungsbeginn wird das bewegliche Rückhalteelement
in die Ruhelage bewegt, so daß die Zahnung auf den Vereinzelungsprozeß selbst keinen
Einfluß hat.
1. Vorrichtung zum Vereinzeln von flachem Blattgut, beispielsweise von Belegen, Banknoten
oder dergleichen, wobei das Blattgut in Form eines Stapels über ein Stapel- Transportsystem
in eine im wesentlichen aus einer Abzugseinrichtung, einem Stapeltisch und einer Rückhalteeinrichtung
bestehende Vereinzelungsvorrichtung transportiert, in dieser Blatt für Blatt einen
zwischen Abzugs-und Rückhalteeinrichtung gebildeten und auf eine vorgegebene Weite
eingestellten Vereinzelungsspalt passiert, von der hinter dem Vereinzelungsspalt angeordneten
Abzugseinrichtung erfaßt und einem weiterführenden Transportsystem zugeführt wird,
dadurch gekennzeichnet , daß jeweils vor dem Antransport eines Blattgutstapels in
die Vereinzelungsvorrichtung die Weite des Vereinzelungsspaltes verkleinert und vor
Beginn des Vereinzelungsvorganges auf die vorgegebene Weite zurückgestellt wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß mit der Veränderung des
Vereinzelungsspaltes jeweils vor dem Antransport eines Blattgutstapels die Rückhalteeinrichtung
(10) zusätzlich in Richtung auf die zu erwartende Stapelvorderkante bewegt und vor
Beginn der Vereinzelung in die ursprüngliche Lage zurückversetzt wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die Rückhalteeinrichtung
(10) verschiebbar angeordnet ist und mit Hilfe einer Aktivierungseinrichtung (13)
in Richtung auf die Abzugseinrichtung (5) bewegbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückhalteeinrichtung
(10) drehbar gelagert ist und mit Hilfe einer Aktivierungseinrichtung in Richtung
auf die Vorderkante des antransportierten Stapels bewegbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückhalteeinrichtung
ein stationäres Teil (22) aufweist und daß im stationären Teil ein bewegliches Teil
(23) angeordnet ist, das mit Hilfe einer Aktivierungseinrichtung (24) ansteuerbar
ist und in der aktivierten Position den Vereinzelungsspalt verkleinert.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das bewegliche Teil (23)
in der aktivierten Position in Richtung der Vorderkante des Blattgutstapels verschwenkt
ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5, ddadurch gekennzeichnet, daß die auf die Stapelvorderkante
einwirkende Oberfläche des beweglichen Teils (23) in der aktivierten Position parallel
zur entsprechenden Fläche des stationären Teils der Rückhalteeinrichtung angeordnet
ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet , daß die auf die Stapelvorderkante
einwirkende Oberfläche des beweglichen Teils der Rückhalteeinrichtung (23) zumindest
teilweise aufgerauht ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die rauhe Oberfläche (27)
eine stufenförmige Zahnung ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet , daß die Aktivierungseinrichtung
(24) ein Schrittmotor ist.