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EP 0 185 616 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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25.01.1989 Patentblatt 1989/04 |
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Anmeldetag: 09.12.1985 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)4: D06B 5/16 |
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Verfahren zur Herstellung eines gefärbten gezwirnten Garnes
Method for manufacturing dyed twisted yarns
Procédé de production de fils retordus teints
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Benannte Vertragsstaaten: |
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CH DE FR GB IT LI |
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Priorität: |
20.12.1984 CH 6079/84
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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25.06.1986 Patentblatt 1986/26 |
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Patentinhaber: Maschinenfabrik Schärer AG |
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CH-8703 Erlenbach (CH) |
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Erfinder: |
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- Philipp, Peter R.
Charlotte, NC 28266 (US)
- Weber, Jean
B-1020 Bruxelles (BE)
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| (74) |
Vertreter: Gachnang, Hans Rudolf |
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Patentanwalt H.R. Gachnang
Badstrasse 5
Postfach 8501 Frauenfeld 8501 Frauenfeld (CH) |
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Entgegenhaltungen: :
FR-A- 2 259 775
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FR-A- 2 283 976
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines gefärbten gezwirnten Garnes
gemäss Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Zur Herstellung von gefärbten gezwirnten Garnen, bei denen dem Zwirnen ein Fachen
vorausgeht, sind je nach Anforderung bezüglich der Ablaufeigenschaften des Endproduktes
von der Spule drei oder vier Umspulvorgänge notwendig: der erste Spulvorgang erfolgt
beim Fachen, der zweite beim Zwirnen, der dritte nach dem Färben beim Avivieren. Wenn
besonders hohe Anforderungen an die Ablaufeigenschaften und die Qualität des Garnes
gestellt werden, so wird nach dem Zwirnen das Erstellen einer Präzisionsspule notwendig.
[0003] Bei jedem Umspulvorgang sind nebst den Kosten für diesen Vorgang auch Fadenbrüche
nicht auszuschliessen, so dass zusätzliche Verknotungen entstehen, die die Weiterverarbeitung
erschweren. Hinzu kommt die unvermeidbare Qualitätsverminderung der Garnoberfläche
durch das Umspulen.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Schaffung eines Färbeverfahren für gezwirnte
Garne, bei dem mit weniger Umspulvorgängen ein Garn von höheter Qualität und besserer
Anfärbung der Einzelfäden an den Kreuzungspunkten erreicht werden kann.
[0005] Diese Aufgabe wird nach der Erfindung gemäss den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruches
1 gelöst.
[0006] Das bereits im ersten Verfahrensschritt beim Fachen zu einer Präzisionsspule aufgespulte
und einen homogenen Spulenaufbau durch ein konstantes Windungsverhältnis und eine
konstante Steigung und Fadenabstand der Windungen aufweisende Garn bildet optimale
Bedingungen beim Färben, da beim gefachten ungezwirnten Garn eine gleichmässige Einfärbung
ohne Farbdifferenzen an den Kreuzungsstellen erreicht werden kann. Die grössere Spulendichte
ermöglicht eine Kapazitätserweiterung von 30 - 40 % ohne weitere Investitionen bei
verminderten Flottenmenge. Ebenso entfallen das Brechen der Kanten der Spule und Ausschuss
auf Grund von Dichtestreuungen, wenn das Einfärben vor dem Zwirnen erfolgt.
[0007] Die bis zu 30 % grössere Dichte der Spule und damit kleinere Spule bei gleicher Fadenlauflänge
bewirkt beim nachfolgenden Zwirnen eine Einsparung von Energie und Reduktion der Fadenspannung
infolge des wesentlich kleineren Ballons. Zudem läuft die Präzisionsfachvorlage vom
grossen Spulendurchmesser bis zum kleinen Durchmesser ohne feststellbare Reduktion
der Fadenspeicherung auf der Doppeldraht-Spindel ab.
[0008] Der vollständlge Auslauf und die geringeren Stillstandszeiten dank grosser Lauflängen
und geringer Knotenzahl senkt die Lohnkosten bei höherer Qualität. Die Einfärbung
des ungezwirnten Garnes ergibt einen voluminöseren runden Zwirn, der den Einsatz von
OE-Garnen im modischen Strickerei-Oberbekleidungssektor möglich macht.
[0009] Das erfindungsgemäss Verfahren ermöglicht eine Teilautomatisation bei der Herstellung
gefärbter gezwirnter Garne. Anhand eines Ausführungsbeispieles wird die Erfindung
näher erläutert.
Beispiel:
[0010] Im erten Verfahrensschritt werden zwei oder mehr von einer Spule abgezogene OE- oder
Ringspinngarne auf einer Präzisionsfachmaschine zu einem Präzisionswickel verarbeitet,
dessen homogener Spulenaufbau ein konstantes Windungsverhältnis mit konstanter Steigung
und konstantem Fadenabstand der Windungen sowie eine gegenüber einer Wildwickelspule
bis 30 % höherer Dichte aufweist.
[0011] Im zweiten, dem ersten unmittelbar folgenden Verfahrensschritt erfolgt das Färben
des Präzisionswickels, wobei infolge der grösseren Packungsdichte, bzw. grösseren
Fadenlänge pro Volumeneinheit eine geringere Menge Farbstoff per Kilogramm Garn notwendig
ist, und im Autoklaven können ohne zusätzliche Investitionen 30 - 40 % mehr Garn pro
Zyklus gefärbt werden.
[0012] Im zweiten Verfahrensschritt kann statt gefärbt auch gebleicht werden.
[0013] Im dritten Verfahrensschritt erfolgt das Zwirnen des gefachten und gefärbten Garnes
direkt ab Präzisionsspule, ab der das Garn infolge geringer Knotenzahl, bester Ablaufeigenschaften
gezwirnt werden kann. Wenn zudem beim Färben im letzten Zyklus eine Avivage beigegeben
wird, können die Ablaufeigenschaften des Garnes zusätzlich erhöht werden. Die grössere
Packungsdichte ergibt bei gleicher Fadenlauflänge kleinere Spulenabmessungen, so dass
der Ballon einen ebenfalls geringen Durchmesser aufweist, was zu höherer Leistung
der Zwirnmaschine führt.
[0014] Während des Zwirnens kann beispielsweise für Nähgarne noch eine Avivierung aufgebracht
und im Anschluss daran direkt eine Präzisions-Nähgarnspule erstellt werden.
[0015] Das Verfahren erlaubt es, mit OE-, Friktions-oder Jetspinnmaschinen erzeugtem Einfachgarn
Zwirne herzustellen, welche bezüglich Gesamtkosten und den Einsatzmöglichkeiten den
konventionellen ringgesponnenen Garnen äquivalenter Endnummer ebenbürtig oder überlegen
sind.
[0016] Unter den Präzisionswickeln oder -spulen, wie sie zur Durchführung des erfindungsgemässen
Verfahrens verwendet oder erstellt werden, versteht man Spulen gemäss den Definitionen
wie sie durch die DIN Norm 61 801 vom August 1975 erklärt werden, oder allgemeiner
gesagt, Spulen mit Schichten von Präzisionswicklungen. Eingeschlossen sind auch Wickel
oder Spulen mit gesteuertem Wicklungsaufbau.
1. Verfahren zur Herstellung eines gefärbten gezwirnten Garn, gekennzeichnet durch
folgende drei Verfahrensschritte:
a) Präzisionsfachen auf einer Präzisionsspulmaschine ab Spinnspule,
b) Färben des gefachten Garnes auf der Präzisionsspule,
c) Zwirnen des gefachten und gefärbten Garnes ab Präzisionsspule.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im letzten Zyklus beim
Färben des gefachten Garnes eine Avivage und/oder ein Weichmacher der Flotte beigegeben
werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass beim
Zwirnen eine Avivage auf das Garn aufgebracht wird.
4. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass an Stelle des Färbens
eine Bleichung des Garnes erfolgt.
5. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass im Anschluss an
das Zwirnen eine Präzisionswicklung erzeugt wird.
1. Method for manufacturing a dyed, twisted yarn, characterised by the following three
method steps:
a) precision plying on a precision bobbin machine, starting from a spinning bobbin;
b) dyeing the plied yarn on the precision bobbin;
c) twisting the plied and dyed yarn, starting from a precision bobbin.
2. Method according to claim 1, characterised in that a brightener and/or a softener
are or is added to the mixture in the final cycle during the dyeing of the plied yarn.
3. Method according to one of claims 1 or 2, characterised in that a brightener is
applied to the yarn during the twisting process.
4. Method according to claims 1 to 3, characterised in that the yarn is bleached instead
of being dyed.
5. Method according to claims 1 to 4, characterised in that a precision winding is
produced subsequent to the twisting process.
1. Procédé pour produire un fil retordu teint, caractérisé par les trois étapes de
procédé suivantes:
a) à partir d'une bobine de filage, mise en parallèle précise sur une bobineuse de
précision,
b) teinture du fil à brins parallèles sur la bobine de précision,
c) retordage du fil teinté à brins parallèles à partir de la bobine de précision.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, dans le dernier cycle
de teinture du fil à brins parallèles, on ajoute au bain un agent d'avivage et/ou
un plastifiant.
3. Procedé selon l'une des revendications 1 et 2, caractérisé en ce qu'au cours du
retordage, on applique un agent d'avivage sur le fil.
4. Procédé selon les revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'au lieu de la teinture,
on réalise un blanchiment du fil.
5. Procédé selon les revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'on réalise un enroulement
de précision à la suite du retordage.