[0001] Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zur Entstaubung eines feste oder flüssige
Partikel in Suspension enthaltenden Gasstromes nach der Gattung des Oberbegriffs des
Anspruchs 1 und von einer Vorrichtung nach der Gattung des Oberbegriffs des Anspruchs
14.
[0002] Vorrichtungen zur Entstaubung von Gasströmen mit Hilfe elektrischer Felder (sogenannte
Elektrofilter) sind in zahlreichen Ausführungsformen bekannt. Sie beruhen alle auf
dem Prinzip, dass zunächst die im Gasstrom suspendierten Partikel auf irgend eine
Weise (meistens nach dem Prinzip des Korona-Effekts) unipolar elektrostatisch aufgeladen
werden, um dann von einer entgegengesetzt geladenen Elektrode (Niederschlagselektrode)
angezogen und festgehalten zu werden. Die endgültige Entfernung (Austragung) der auf
der Niederschlagselektrode abgelagerten Partikelschicht erfolgt meist periodisch auf
mechanische Art und Weise durch Abklopfen oder Vibrieren der in der Regel plattenförmigen
Niederschlagselektroden. (Vergl. Lueger, Lexikon der Technik, Bd. 6 Energietechnik
und Kraftmaschinen, Stichwort "Elektrofilter", S. 286-292, Stuttgart 1965).
[0003] Die Weiterentwicklung der Elektrofilter hat zu zahlreichen Verfeinerungen in der
Anordnung und Betriebeführung geführt, die zum Teil ziemlich komplizierte und aufwendige
Konstruktionen zur Folge hatten. Erwähnt seien hier örtliche und funktionelle Trennung
von Ionisationsquelle und abzuscheidendem elektrischen Feld, Verwendung zusätzlicher
Elektroden (Vergl. DE-PS 24 38 670 und DE-OS 27 44 556), Partikel-Agglomeration (z.B.
DD-PS 144 509; EP-A 0 009 857), gepulste elektrische Felder (DE-OS 3 004 474 Al),
Anordnung von Sieben vor der Niederschlagselektrode (JP-Schrift 56-136668), Wechselspannungsbetrieb
mit Isolierschirm zur Erhöhung der Durchschlagsspannung (DE-OS 3 039 639), Kombination
von Elektrofilter und Zyklon (DE-OS 3 235 953 Al).
[0004] Trotz der vorgenannten Verfeinerungen und der damit erzielten teilweisen Verbesserungen
lassen die herkömmlichen Verfahren und Vorrichtungen zur Entstaubung mittels elektrischer
Felder zu wünschen übrig. Die Elektrofilter sind voluminös und besitzen selten die
anzustrebende optimale Effizienz. Während des Beklopfens und Vibrierens der Niederschlagselektroden
wird ein Teil des bereits abgeschiedenen Staubes wieder aufgewirbelt und in den Gasstrom
zurückgeschleudert. Die an der Elektrode bereits niedergeschlagene Staubschicht wird
aufgeladen, wobei es zu elektrischen Durchschlägen mit "Rücksprüh-Effekten" kommen
kann: Ein Teil des Staubes wird wieder in den Gasstrom zurückgeworfen. Ferner ist
die für die Staubabscheidung massgebende elektrische Feldstärke begrenzt, da die Durchschlagsspannung
zufolge inhomogener Feldverteilung gegenüber derjenigen eines homogenen Feldes stark
reduziert ist. Alle diese Faktoren führen zu einer Verringerung der Filterleistung
und zu einer Verschlechterung der Staubabscheidung.
[0005] Es besteht daher ein grosses Bedürfnis, die konventionelle Elektrofilter-Technologie
zu verbessern, zu vereinfachen und zu verbilligen.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur
Entstaubung eines feste oder flüssige Partikel in Suspension enthaltenden Gasstromes
mittels elektrischer Felder anzugeben, wobei die für die Beladung und Wanderung der
Partikel massgebende elektrische Feldstärke im Interesse einer raschen und effizienten
Staubabscheidung wesentlich gesteigert werden kann,ohne die üblichen Begrenzungen
durch die Koronaspannung der Elektroden in Kauf nehmen zu müssen. Gleichzeitig soll
sowohl die Ionisation des Gesstromes wie der Austrag der Staubpartikel einfacher und
wirksamer gestaltet werden, unter Vermeidung schädlicher Rückwirkungen wie Wiederaufwirbeln
von bereits abgeschiedenen Partikeln, Zusammenbruch durch elektrische Durchschläge,
Einflüsse der Leitfähigkeit der Partikel etc. Es ist ferner Aufgabe der Erfindung,
den Aufwand für Elektrofilter sowohl kosten- wie volumenmässig drastisch zu senken.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil der Ansprüche 1 und 14 angegebenen
Merkmale gelöst.
[0008] Das grundlegende Prinzip der Erfindung besteht darin, dass durch vollständige örtliche
und funktionelle Trennung des für die elektrische Aufladung der Partikel notwendigen
Raumes zur Erzeugung von Ionen (Ionisationsraum) vom eigentlichen Wanderungs- und
Konzentrationsraum für die aufgeladenen Partikel (Abecheidungsraum) hohe homogene
elektrische Felder zwecks Beschleunigung der Partikelwanderung quer zur Strömungsrichtung
ermöglicht werden. Dadurch wird die erforderliche Reinigungsstrecke in Strömungsrichtung
wesentlich abgekürzt. Ferner werden durch die bipolare Aufladung die ungleichnamig
geladenen Partikel zur Wanderung in entgegengesetzten Richtungen und somit zur Konzentration,
Neutralisation, Agglomeration und Koagulation in einer bevorzugten Zone der Gasphase
gezwungen. Der auf diese Weise an Partikeln angereicherte Gasstrom kann abgezweigt
und mit einfachen nachgeschalteten Mitteln mit einem Bruchteil des für konventionelle
Filter notwendigen Aufwandes vollständig entstaubt werden.
[0009] Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Figuren und des Ausführungsbeispiels
beschrieben. Dabei zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung der Elektroden und der Feldverhältnisse eines
Elektrofilters mit getrennten Ionisations- und Abscheideräumen durch Unterteilung
mittels siebartiger Zusatzelektrode,
Fig. 2 eine schematische Darstellung eines Elektrofilters mit getrennten Ionisations-
und Abscheideräumen unter Verwendung von gleichartigen Sprühelektroden im Ionisationsraum,
Fig. 3 eine schematische Darstellung eines Teils eines Elektrofilters mit getrennten
Ionisations- und Abscheideräumen unter Verwendung von ungleichartigen Ionisationselektroden
im Ionisationsraum,
Fig. 4 eine schematische Darstellung eines Teils eines Elektrofilters mit getrennten
Ionisations- und Abscheideräumen unter Verwendung von in einem Isolierkörper eingebetteten
warzenförmigen Ionisationselektroden im Ionisationsraum,
Fig. 5 eine schematische Darstellung eines Elektrofilters mit getrennten Ionisations-
und Abscheideräumen unter Benutzung überlagerter elektrischer Felder mittels einer
gepulsten Spannung,
Fig. 6 eine schematische Darstellung eines Elektrofilters mit positivem und negativem
Ionisationsraum und dazwischenliegender Neutralisationszone, jedoch ohne Abscheidungselektrode,
Fig. 7 ein Diagramm des Verlaufs der Ionenströme zwischen symmetrisch angeordneten
bipolaren Ionenquellen und dazwischenliegender Neutralisationszone, ohne Abscheidungselektrode,
Fig. 8 eine schematische Darstellung eines Elektrofilters mit symmetrisch wirkenden
bipolaren Ionenquellen und mittels Schikanen begrenzter Neutralisationszone,
Fig. 9 eine schematische Darstellung eines Elektrofilters mit asymmetrisch wirkenden
bipolaren Ionenquellen und mittels Schikane einerseits und Ionenquelle andererseits
begrenzter Neutralisationszone,
Fig. 10 einen schematischen Längsschnitt (Grundriss) durch eine mehrere Stufen aufweisende
Vorrichtung zur elektrischen Entstaubung mit Rückführung von Teilgasströmen und konstantem
Elektrodenabstand sowie konstanter Abscheidungsspannung,
Fig. 11 einen schematischen Längsschnitt (Grundriss) durch eine mehrere Stufen aufweisende
Vorrichtung zur elektrischen Entstaubung mit sich stufenweise verringerndem Elektrodenabstand
sowie unterschiedlicher Abscheidungsspannung,
Fig. 12 einen schematischen Längsschnitt (Grundriss) durch eine mehrere Stufen aufweisenden
Vorrichtung gemäss Fig. 11 mit bevorzugter geometrischer Anordnung der Elektroden,
Fig. 13 einen schematischen Längsschnitt (Grundriss) durch eine mehrere Stufen aufweisende
Vorrichtung zur elektrischen Entstaubung mit zur Strömungsrichtung schief angeordneten
Elektroden mit sich kontinuierlich verringerndem Abstand sowie unterschiedlicher Abscheidungsspannung,
Fig. 14 eine schematische Darstellung der Verwendung einer elektrischen Entstaubungsvorrichtung
ohne Abscheidungselektrode als Vorfilter zu einem konventionellen Elektrofilter,
Fig. 15 eine schematische Darstellung einer elektrischen Entstaubungsvorrichtung ohne
Abscheidungselektrode mit einem Zyklon als Vorfilter und zum Austrag der Staubpartikel,
Fig. 16 eine schematische Darstellung einer elektrischen Entstaubungsvorrichtung ohne
Abscheidungselektrode mit einem Zyklon oder einem konventionellen Elektrofilter für
den Austrag der Staubpartikel,
Fig. 17 eine stereometrische Darstellung eines Elektrofilters mit durch Spitzenelektroden
und Metallgitter begrenzten Ionisationsräumen und dazwischenliegender Neutralisationszone,
Fig. 18 eine schematische Darstellung eines Elektrofilters gemäss Fig. 11 und Fig.
17 mit zugehöriger Hochspannungs-Speisevorrichtung.
[0010] In Fig. 1 sind die Elektroden und die elektrischen Feldverhältnisse eines Elektrofilters
mit getrennten, voneinander unabhängigen Ionisations- und Abscheideräumen schematisch
dargestellt, 1 ist der senkrecht auf der Zeichnungsebene stehende, auf den Betrachter
gerichtete Gasstrom (vektorielle Darstellung), welcher mit Partikeln in Suspension
beladen ist (Rohgasstrom). 2 ist das zur Ionisation des Gases aufgewendete elektrische
Feld (als Ionisationsfeldstärke E
1 vektoriell dargestellt), während 3 das zur Abscheidung bzw. Wanderung der Partikel
notwendige elektrische Feld (als Abscheidungsfeldstärke E
Z vektoriell dargestellt) bedeutet. 4 stellt den durch E
1 gebildeten Ionisatiensraum, 5 den durch E2 gebildeten Abscheidungsraum für geladene
Partikel dar. 6 ist die meist Spitzen und/oder Drähte zur Erzeugung des Korona-effekts
aufweisende negative Sprühelektrode, 7 die meist als Platte ausgebildete positive
Abscheidungselektrode. Der sich zwischen 6 und 7 befindliche Raum wird durch eine
Zusatzelektrode 8 in Form eines Siebes, Gitters etc. in die Räume 4 und 5 unterteilt.
9 ist ein durch Ionen aufgeladenes negatives Partikel, welches von der Zusatzelektrode
8 nach der positiven Abscheidungselektrode 7 wandert (durch Pfeile angedeutet) und
sich dort niederschlägt. Mit 10 ist ein auf den Betrachter gerichteter Strom von Zusatzgas
(vektorielle Darstellung) zur Verbesserung der Ionisation im Ionisationsraum 4 angedeutet.
Dieses Zusatzgas 10 ist fakultativ zu verstehen. 11 und 12 sind die den Feldstärken
2 (E
1) bzw. 3 (E2) entsprechenden elektrischen Spannungen U
1 bzw. U
2.
[0011] Selbstverständlich können die Polaritäten der Elektroden 6 und 7 auch umgekehrt sein,
d.h. Sprühelektrode 6 positiv, Abscheidungselektrode 7 negativ.
[0012] In Fig. 2 sind die Elektroden und die elektrischen Feldverhältnisse eines Elektrofilters
mit getrennten Ionisations- und Abscheideräumen unter Verwendung von gleichartigen
Sprühelektroden im Ionisationsraum dargestellt. Hier ist die Ebene der Zusatzelektrode
8 praktisch bis auf die Höhe der Ebene der negativen Sprühelektrode 6 zurückgenommen.
Die Zusatzelektrode 8 ist in gleicher Weise wie die Sprühelektrode 6 mit Elementen
mit kleinem Krümmungsradius (Spitzen, Drähte) zum Austritt der elektrischen Ladungen
versehen. Diese Spitzen bzw. Drähte liegen vorzugsweise für 6 und 8 in einer Ebene.
Das entsprechende elektrische Feld 2 (Vektor E
1) stellt sich dann senkrecht zum elektrischen Feld 3 (Abscheidungsfeldstärke E2) ein.
Die eigentlichen Sprühelektroden 6 und 8 haben im vorliegenden Fall Elemente mit gleichem
Abrundungsradius. Alle übrigen Bezugszeichen entsprechen geometrisch und funktionell
denjenigen der Fig. l.
[0013] Fig: 3 zeigt schematisch einen Teil eines Elektrofilters mit getrennten Ionisations-
und Abscheidungsräumen unter Verwendung von ungleichartigen Ionisationselektroden
im Ionisationsraum. Die Abscheidungselektrode und der Abscheidungsraum sind nicht
dargestellt. Die Elektrode 6 weist hier Elemente mit grösserem, die Elektrode 8 solche
mit kleinerem Abrundungsradius auf. Diese eigentlichen spitzen- oder drahtförmigen
Elektroden sind mit 14 bzw. mit 13 bezeichnet. Selbstverständlich kann sowohl die
Polarität wie das Verhältnis der Abrundungsradien von 13 und 14 auch umgekehrt ausgeführt
werden. Je nachdem treten dann an der spitzeren Elektrode entsprechend dem Koronaeffekt
positive oder negative Ladungen auf. Die übrigen Bezugszeichen entsprechen denjenigen
der Fig. 2.
[0014] Fig. 4 zeigt schematisch einen Teil eines Elektrofilters mit getrennten Ionisations-
und Abscheideräumen mit in einen Isolierkörper eingebetteten warzenförmigen Ionisationselektroden.
6 und 8 sind die Elektroden, ähnlich Fig. 2 und 3, 17 ist der Isolierkörper, in welchem
die Zuleitungen zu den eigentlichen Entladungselektroden 15 und 16 eingebettet sind.
Von diesen warzenförmigen, an der Oberfläche des Isolierkörpers sitzenden Elektroden
sind die einen mit kleinem (19), die anderen mit grossem (16) Abrundungsradius ausgeführt.
Für die Polarität von 15 und 16 bzw. 6 und 8 gilt das unter Fig. 3 Gesagte.
[0015] In Fig. 5 ist ein Elektrofilter mit getrennten Ionisations- und Abscheidungsräumen
schematisch dargestellt, wobei für die elektrischen Felder eine Ueberlagerung mittels
gepulster Spannung benutzt wird. Die Abscheidungsspannung 12 ist durch eine Gleichspannung
U
2= gegeben. Zur Erzeugung der Feldstärke 2 (Vektor E
1), welche im Ionisationsraum 4 periodisch wirkt, wird eine variable Zusatzspannung
18 (gepulste Spannung U3JL) zu Hilfe genommen. Diese Zusatzspannung 18 überlagert
sich der Gleichspannung 12 zur periodisch wirksamen Ionisationsspannung 11 (Koronaspannung
U
1). Der eigentliche Ionisationsraum 4 wird durch die strichpunktierte Linie virtuell
gegenüber dem Abscheidungsraum 5 abgegrenzt. Die Ionisation wird an den eigentlichen
spitzen- oder drahtförmigen Elektroden 19 für intermittierenden Koronaeffekt eingeleitet,
welche mit einem dafür geeigneten Abrundungsradius versehen sind. Alle übrigen Bezugszeichen
entsprechen denjenigen der vorangegangenen Figuren.
[0016] In Fig. 6 ist ein Elektrofilter schematisch dargestellt, welches sowohl einen positiven
wie einen negativen Ionisationsraum und eine dazwischenliegende Neutralisationszone,
jedoch keine eigentliche Abscheidungselektrode aufweist. Grundsätzlich besteht das
Elektrofilter aus zwei sich symmetrisch gegenüber stehenden Vorrichtungen gemäss Fig.
3, wobei jedoch die eine gerade die umgekehrte Polarität der Elektroden aufweist wie
die andere. Die Abscheidungselektrode fehlt. 20 ist eine positive Sprühelektrode,
welche in analoger Weise zur negativen Sprühelektrode 6 Spitzen oder Drähte aufweist.
Entsprechend werden auf der einen Seite die positiv geladenen Partikel 21 und auf
der gegenüberliegenden Seite die negativ geladenen Partikel 9 erzeugt. Dem jeweiligen
Ionisationsraum 4 schliesst sich auf jeder Seite eine entsprechende Wanderungszone
22 für geladene Partikel an. Dazwischen befindet sich die Neutralisationszone 23 für
die zu entladenden Partikel, wo ausserdem eine Agglomeration oder Koagulation stattfinden
kann. Ein derartiges, aus einem negativen und positiven Teil bestehendes neutrales
Partikel ist durch das Symbol 9/21 angedeutet. Für die übrigen Bezugszeichen siehe
vorangegangene Figuren!
[0017] Fig. 7 gibt ein Diagramm des Verlaufs der Ionenströme im elektrischen Feldraum zwischen
symmetrisch angeordneten bipolaren Ionenquellen und dazwischenliegender Neutralisationszone
gemäss Aufbau nach Fig. 6 wieder.
[0018] Die in'Fig. 6 im Detail dargestellten Elektroden und ihre Ionisationeräume sind hier
ganz allgemein in Blockdarstellung gezeichnet. 24 stellt generell eine negative Ionenquelle,
gleichzeitig die negative Feldelektrode, 25 die entsprechende positive Ionenquelle,
gleichzeitig die positive Feldelektrode dar. 26 repräsentiert den Verlauf des negativen
Ionenstroms (als Pfeil I
- gemessen), 27 denjenigen des positiven Ionenstroms (als Pfeil I
+ gemessen) über der auf den als Platten gedachten Ionenquellen 24 und 25 senkrecht
stehenden x-Achse. Die Ionenströme 26 und 27 sind gleichzeitig ein Mass für die entsprechenden
Ströme negativ und positiv geladener Partikel. Diese erreichen in der Nähe der Ionenquellen
(Feldelektroden) 24 und 25 je ein Maximum und fallen dann innerhalb der Neutralisationszone
23 zufolge gegenseitiger sukzessiver Entladung der Partikel steil ab. Dadurch kommt
es zur Konzentration und unter gewissen günstigen Voraussetzungen auch zur Koagulation
und Agglomeration der nun entladenen Partikel in der Neutralisationszone 23. Die übrigen
Bezugszeichen entsprechen denjenigen der Figur 6.
[0019] Fig. 8 zeigt in schematischer Darstellung ein Elektrofilter mit symmetrisch wirkenden
bipolaren Ionenquellen, wobei die Neutralisationszone durch Schikanen seitlich begrenzt
ist. Die sich in der Mitte befindende Neutralisationszone 23 wird seitlich durch Schikanen
28'in Form von'Sieben, Gittern oder durchbrochenen Strömungsleitblechen von den angrenzenden
Räumen getrennt.
[0020] In Fig. 9 ist ein Elektrofilter mit asymmetrisch wirkenden bipolaren Ionenquellen
schematisch dargestellt. Es ist nur eine Schikane 28 vorhanden. Die Neutralisationszone
wird praktisch durch den Raum zwischen letzterer und der positiven Ionenquelle 25,
welche gleichzeitig positive Feldelektrode ist, gebildet. Eine derartige Anordnung
kann durch geeignete Ausbildung der Ionenquellen 24 und 25 und Potentialsteuerung
von 24, 25 und 28 funktionsfähig gestaltet werden.
[0021] Fig. 10 zeigt schematisch einen Längsschnitt (Grundriss, Draufsicht) durch eine mehrere
Stufen aufweisende Vorrichtung zur elektrischen Entstaubung mit Rückführung von Teilgasströmen
unter Einhaltung eines konstanten Elektrodenabstands sowie einer konstanten Abscheidungsspannung.
Von oben betrachtet tritt der mit Partikeln beladene Gasstrom (Rohgasstrom) 1 links
in das Elektrofilter ein (Eintritt 29). Die Ionisationsquellen 24 und 25 im Verein
mit dem elektrischen Feld 3 (E2) bewirken in einer 1. Stufe eine elektrische Beladung
wenigstens eines Teils der Partikel (9 und 21) und eine Konzentration derselben gegen
die Mitte zu (Elektrisches Feld 3, Vektor E2). Am Ende dieser Stufe sind Mittel 13
zur Trennung und Ableitung eines an Partikeln angereicherten Teilgasstromes 31 - hier
als "Trichter" ausgebildet - vorgesehen. Der Teilgasstrom 31 der ersten Stufe wird
als mit Partikeln maximal beladener Restgasstrom 37 vom an Partikeln verarmten Teilgasstrom
32 abgezweigt und beim Austrag 38 aus dem Reinigungssystem entfernt. In einer 2. und
3. Stufe werden die verbliebenen Teilgasströme 32 sukzessive in analoger Weise weitergereinigt.
Der Uebersicht halber sind hier die Partikel 9 und 21 der ersten Stufe nicht eingezeichnet.
Die entsprechenden Teilgasströme 31 werden über Gebläse 34 und Rückführungsleitungen
35 jeweils der vorangegangenen Stufe wieder zugeführt. Dies ist durch entsprechende
Pfeile angedeutet. Eine alternative Rückführungsleitung 39 ist gestrichelt eingezeichnet.
Der verbleibende Reingasstrom 36 verlässt beim Austritt 30 das Elektrofilter. Alle
übrigen Bezugszeichen können aus den vorangehenden Figuren entnommen werden.
[0022] In Fig. 11 ist schematisch ein Längsschnitt (Grundriss) durch eine mehrere Stufen
aufweisende Vorrichtung zur elektrischen Entstaubung mit sich stufenweise verringerndem
Elektrodenabstand und entsprechender unterschiedlicher Abscheidungsspannung dargestellt.
Der mit Partikeln beladene Rohgasstrom 1 tritt links in die Vorrichtung ein (Eintritt
29), wird durch die Ionenquellen 24 und 25 ionisiert und elektrisch bipolar aufgeladen.
Das dabei wirksame elektrische Feld 3 (Vektor E2) drängt die geladenen Partikel 9
und 21 sukzessive zur Mitte hin. Diese Konzentration ist in der Zeichnung durch punktweise
Darstellung der Partikel 9 und 21 angedeutet. Am Ende der 1. Stufe wird in der Nähe
der Ionenquellen 24 und 25 je ein Teil-Reingasstrom 40 abgezweigt, wobei die Eintrittskanten
der seitlich versetzten Ionenquellen 24 und 28 der 2. Stufe die Mittel 33 zur Trennung
und Ableitung des an Partikeln angereicherten Teilgasstromes 31 - hier zur Mitte hin
- bedeuten. Jede Stufe engt den Querschnitt des an Partikeln angereicherten Teilgasstromes
31 mehr ein und erweitert denjenigen des an Partikeln verarmten, nun zum Teil-Reingasstrom
40 gewordenen Anteils. Am Ende der letzten Stufe wird der mit Partikeln maximal beladene
Restgasstrom 37 abgezweigt und bei 38 ausgetragen. 41 ist eine neutrale Begrenzungswand
für den'Teil-Reingasstrom 40. Die übrigen Bezugszeichen entsprechen denjenigen der
Figur 10.
[0023] In Fig. 12 ist ein Längsschnitt (Grundriss) durch eine mehrere Stufen aufweisende
Vorrichtung gemäss Fig. 11 schematisch dargestellt, wobei die Elektroden eine bevorzugte
geometrische Anordnung aufweisen. Unter der Voraussetzung, dass die elektrische Feldstärke
3 (Vektor E
2) in allen Stufen den gleichen konstanten Wert aufweist, folgt die Spannung 12 (U
21; U
22; U
23 ...) sowie der vertikale Abstand 42 (d
l; d
2; d
3 ...) vorzugsweise dem nachfolgenden Gesetz:


wobei
d. = Elektrodenabstand der Stufe i,
Ui = Spannung zwischen den Elektroden der Stufe i,
γ = Verhältnis der Breite des an Partikeln angereicherten Gasstromes (~ Breite der
Neutralisationszone) zu jeweiligem Elektrodenabstand.
[0024] Die übrigen Bezugszeichen entsprechen genau denjenigen der Fig. 11.
[0025] Fig. 13 stellt schematisch einen Längsschnitt (Grundriss, Draufsicht) durch eine
mehrere Stufen aufweisende Vorrichtung zur elektrischen Entstaubung mit zur Strömungsrichtung
schief angeordneten Elektroden und Ionisationsquellen dar. Der Abstand der Ionenquellen
24 und 25 verringert sich in fortschreitender Strömungsrichtung kontinuierlich. Entsprechend
ist auch die Abscheidungsspannung angepasst. Zwischen zwei in Strömungsrichtung benach
barten Ionenquellen 24 bzw. 25 befindet sich jeweils ein Spalt für die Abtrennung
eines Teil-Reingasstromes 40. Im vorliegenden Beispiel sind die Ionenquellen 24 bzw.
25 je ungefähr in einer Ebene angeordnet. Dies braucht jedoch nicht der Fall zu sein.
Im Grundriss gesehen, können die Ionenquellen 24 und 25 auch auf einer Kurve, beispielsweise
einer Exponentielfunktion angeordnet sein. Desgleichen können ihre, in jeder Stufe
eine Elektrode darstellenden Begrenzungsflächen gekrümmte Flächen sein. Im übrigen
entsprechen die Bezugszeichen funktionell denjenigen der Fig. 11.
[0026] Fig. 14 zeigt eine schematische Darstellung der Verwendung einer neuen elektrischen
Entstaubungsvorrichtung ohne Abscheidungselektrode, beispielsweise gemäss Fig. 11
oder Fig. 13 als Vorfilter zu einem konventionellen Elektrofilter. Der eintretende
Rohgasstrom 1 wird vorgereinigt, wobei ein Teil-Reingasstrom 40 abgezweigt wird, während
der an Partikeln angereicherte, in seiner Menge stark reduzierte (z.B. auf 1/2 oder
1/3 der Rohgas-Durchflussmenge) Teilgasstrom 31 in einem mit Abscheidungselektroden
und einer Klopfvorrichtung 44 versehenem konventionellen Elektrofilter 43 fertiggereinigt
wird. 45 stellt den Austrag der Staubpartikel dar. Die Reingasströme 36 können je
nach Verwendungszweck zusammengefasst oder ins Freie entlassen werden. Die übrigen
Bezugszeichen entsprechen denjenigen der vorangegangenen Figuren.
[0027] Fig. 15 stellt schematisch eine neue elektrische Entstaubungsvorrichtung ohne Abscheidungselektrode
zusammen mit einem Zyklon als Vorfilter und zum Austrag der Staubpartikel dar. Der
mit Partikeln beladene Rohgasstrom 1 tritt in den Zyklon 46 ein, wo er vorgereinigt
wird. Der vorgereinigte Gasstrom 47 verlässt den Zyklon 46 und wird in einem neuen
Elektrofilter ohne Abscheidungselektrode (z.B. gemäss Fig. 13) fertiggereinigt. Die
Teil-Reingasströme 40 werden abgetrennt und verlassen zusammen als Reingasstrom 36
das Elektrofilter. Der mit Partikeln maximal beladene Restgasstrom 37 wird über ein
Gebläse 34 in den unteren Teil des Zyklon 46 zurückgeführt, wo seine Partikel bei
45 zusätzlich zu den primär abgeschiedenen Partikeln ausgetragen werden. Gegebenenfalls
kann zur Verbesserung des Reinigungsgrades zwischen das Gebläse 34 und den Zyklon
46 ein weiterer Zyklon geschaltet werden. Alle übrigen Bezugszeichen sind aus vorangegangenen
Figuren ersichtlich.
[0028] In Fig. 16 ist eine neue elektrische Entstsubungsvorrichtung ohne Abscheidungselektrode
zusammen mit einem Zyklon oder einem konventionellen Elektrofilter für den Austrag
der Staubpartikel schematisch dargestellt. Der Rohgasstrom 1 tritt in das neue Elektrofilter
ein, während der Reingasstrom 36 dasselbe verlässt. Der maximal mit Partikeln beladene
Restgasstrom 37 wird über ein Gebläse 34 einem Zyklon 46 zugeführt, wo die Staubpartikel
bei 45 ausgetragen werden. Statt eines Zyklons 46 kann dafür auch ein konventionelles
Elektrofilter 43 mit Austrag 45 verwendet werden. Dies ist in der Zeichnung mit gestrichelten
Linien angedeutet. Der Teilgasstrom 48 wird an die Aufgabestelle (Eintritt in das
neue Elektrofilter) zurückgeführt und dem Rohgasstrom 1 beigemischt. Alle übrigen
Bezugszeichen können aus den vorangegangenen Figuren entnommen werden.
[0029] Fig. 17 ist eine stereometrische Darstellung eines Elektrofilters mit durch Spitzenelektroden
und Metallgitter begrenzten Ionisationsräumen und dazwischenliegender Neutralisationszone.
Der Betrachter blickt dabei von oben in die in Vertikalebenen angeordneten Hauptelemente
hinein, so dass die Zeichnungsebene den Grundriss (Draufsicht) darstellt. Der mit
Partikeln in Suspension beladene Rohgasstrom 1 tritt links horizontal in die Vorrichtung
ein. Der an Partikeln angereicherte Teilgasstrom 31 befindet sich im zentralen Bereich
der Vorrichtung und verlässt dieselbe horizontal am rechten Figurenrand. Die an den
Teilgasstrom 31 beiderseits anschliessenden, an Partikeln verarmten Teilgasströme
32 werden parallel zum ersteren ebenfalls horizontal weitergeführt. Die negative (6)
wie die positive (20) Sprühelektrode ist je als eine metallische, vertikal angeordnete
ebene Platte ausgebildet und mit senkrecht auf ihrer Ebene stehenden Drahtstiften
49 bestückt, welche an ihren vorstehenden Enden eine Spitze aufweisen. Die auf jeder
Seite in einer zu 6 und 20 parallel stehenden Ebene angeordneten Zusatzelektroden
8 sind als je ein durch einen Rahmen 50 gestütztes Metallgitter (Drahtgeflecht) ausgebildet.
Vorteilhafterweise besteht dieser Rahmen 50 aus einem Metallrohr. Durch diese Anordnung
wird auf der negativen wie auf der positiven Seite je ein Ionisationsraum gebildet.
In diesem herrscht das elektrische Feld 2 (Ionisationsfeldstärke E
1). Die Gesamtheit der Bauelemente auf jeder Seite stellt die jeweilige negative (24)
bzw. positive (25) Ionenquelle dar. Im Abscheidungsraum herrscht das elektrische Feld
3 (Abscheidungsfeldstärke E2), wo hauptsächlich die Aufladung und die Wanderung sowie
Koagulation der Staubpartikel stattfindet.
[0030] In Fig. 18 ist eine schematische Darstellung eines Elektrofilters gemäss Fig. 11
(eine einzige Stufe betrachtet) bzw. Fig. 17 mit zugehöriger Hochspannungs-Speisevorrichtung
wiedergegeben. 51 ist eine Hochspannungsquelle zur Bereitstellung der Ionisationsspannung
11 (im vorliegenden Fall durch Gleichspannungsvektor U
1 dargestellt). Die Spitzen 49 der Sprühelektrode 6 der negativen Ionenquelle 24 sind
gegenüber der Zusatzelektrode 8 negativ, diejenigen der Sprühelektrode 20 der positiven
Ionenquelle 25 gegenüber der entsprechenden anderen Zusatzelektrode 8 positiv geladen.
52 ist eine Hochspannungsquelle zur Speisung der Zusatzelektroden 8 mit der Abscheidungsspannung
12 (im vorliegenden Fall durch Gleichspannungsvektor U
2 dargestellt). Die zu den Spannungen 11 und 12 gehörenden elektrischen Felder 2 und
3 entsprechen genau denjenigen in den Figuren 11 und 17. Die Gasströme 1, 31 und 32
sind mit von links nach rechts gerichteten Pfeilen bezeichnet. Die Staubpartikel sind
durch Reihen sukzessive in Strömungsrichtung dichter gepackter Punkte angedeutet.
Der Rest der Figur erklärt sich von selbst.
Ausführungsbeispiel:
[0031] Siehe Figuren 11, 17 und 18:
Die Vorrichtung zur elektrischen Entstaubung wurde gemäss Fig. 17 aufgebaut. Die in
die plattenförmigen, aus je einem Metallblech bestehenden Elektroden 6 und 20 eingelassenen
und vernieteten, metallischen Drahtstifte 49 hatten eine axiale Länge von 20 mm. Sie
waren in einem quadratischen Muster mit einer Seitenlänge (Mittenabstand von Stift
zu Stift) von 20 mm angeordnet und hatten einen Durchmesser von 1,5 mm. Die Zusatzelektroden
8 bestanden aus einem Metallgewebe (Drahtgeflecht) von 0,7 mm Maschenweite (Mittenabstand
der Drähte 1,0 mm) bei einem Drahtdurchmesser von 0,3 mm. Dieses Drahtgeflecht wurde
durch einen aus einem Rohr von 15 mm Aussendurchmesser gebildeten rechteckigen Rahmen
50 gespannt und festgehalten. Im vorliegenden Fall war das Drahtgeflecht auf der dem
Gasstrom 1 zugewandten Seite einseitig auf den Rahmen 50 aufgeschweisst, so dass im
Raum zwischen den Zusatzelektroden 8 überall ein streng homogenes elektrisches Feld
3 (konstante Feldstärke E2) herrschte. Der Abstand der Zusatzelektroden 8 voneinander
(lichte Weite) betrug 400 mm bei einer Tiefe quer zur Strömungsrichtung von 800 mm
und einer axialen Länge in Strömungsrichtung von 2000 mm. Der Abstand der Spitzen
der Drahtstifte 49 von der Ebene der Zusatzelektrode 8 betrug 20 mm.
[0032] Die Spannung 11 (Gleichspannung U
1) der Hochspannungsquellen 51 zur Ionisierung betrug 20 kV, so dass eine mittlere
virtuelle Ionisationsfeldstärke E
1 im Raum der elektrischen Felder 2 erzielt wurde, die bei 20 kV/cm und somit deutlich
über dem für den Koronaeffekt erforderlichen Wert lag. Die totale Abscheidungsspannung
12 (Gleichspannung U
2) der Hochspannungsquelle 52 betrug 120 kV. Sie wurde im vorliegenden Fall durch Hintereinanderschaltung
von zwei Hochspannungsgeräten zu je 60 kV bereitgestellt, wobei die Mitte, d.h. je
ein entgegengesetzter Pol an Erde lag. Die im Abscheidungs- und Konzentrationsraum
herrschende konstante Feldstärke erreichte den Wert von 3 kV/cm.
[0033] In die Vorrichtung wurde ein mit Partikeln beladener Rohgasstrom 1 mit einer mittleren
Strömungsgeschwindigkeit im Abscheidungsraum von 2 m/s geblasen. Die Partikel setzten
sich aus von Tabakrauch stammenden Teilchen mit <1 µm Durchmesser und Kalkstein mit
einem mittleren Teilchendurchmesser von ca. 30 µm zusammen. Die totale Beladung des
Gasstromes 1 mit Partikeln in Suspension betrug 20 g/m'.
[0034] Es konnte beobachtet werden, dass die Staubpartikel im Verlauf ihrer Längsströmung
zu einer Querwanderung gegen die zentrale Neutralisationszone zu gezwungen wurden
(Vergl. Zone 23 in Fig. 7). Die Partikel wurden geradezu gegen die Mitte geschleudert,
so dass am Ausgang des Elektrofilters eine Konzentration des Staubes in einer ca.
100 mm breiten Zone festgestellt werden konnte (Teilgasstrom 31). Zu beiden Seiten
dieser staubbeladenen Zone befand sich eine praktisch staubfreie Schicht (Teilgasströme
32) von je ca. 150 mm Breite. Der Reststsubgehalt des Reingasstromes lag unter 0,1
g/m'. Des weiteren konnte beobachtet werden, dass der grösste Teil der feinen Tabakrauchpartikel
an die gröberen Kalkpartikel angelagert war.
[0035] Die Erfindung ist nicht auf das Ausführungsbeispiel beschränkt. Bei der Konzeption
der Vorrichtung zur Entstaubung lassen sich grundsätzliche alle, in der Figurenbeschreibung
(Fig. 1 bis 18) erläuterten Verfahrensschritteund Konstruktionsprinzipien nach Massgabe
der betrieblichen Erfordernisse kombinieren. Der Kern der Erfindung besteht dabei
darin, bei möglichst grosser Freizügigkeit der Art und Anordnung der Ionenquellen/Feldelektroden
ein möglichst hohes und möglichst homogenes elektrisches Feld bereitstellen zu können,
um den geladenen Partikeln eine hohe Wanderungsgeschwindigkeit zu erteilen.
[0036] Vorteile des neuen Verfahrens und der neuen Vorrichtungen:
- Hoher Abscheidegrad für die Staubpartikel
- Geringes Bauvolumen der Filter, insbesondere gegenüber konventionellen Filtern stark
verkürzte Abmessungen in Strömungsrichtung
- Hohe energetische Leistungsdichte
- Geringer spezifischer Leistungsaufwand
- Hohe Betriebssicherheit (Freiheit von unerwünschten Durch- und Ueberschlägen an
den Elektroden)
1. Verfahren zur Entstaubung eines feste oder flüaeige Partikel in Suspension enthaltenden
Gasstromes (1) mittels eines elektrischen Feldes (3), dadurch gekennzeichnet, dass
der Gasstrom (1) Quellen elektrisch geladener Elementarteilchen entlanggeführt wird,
wobei die in ihm suspendierten Partikel bipolar ungefähr zur Hälfte positiv (21) und
zur anderen Hälfte negativ (9) aufgeladen und durch ein quer zur Strömungsrichtung
angelegtes elektrisches Feld (3) in je einer Wanderungszone (22) zu einer Querwanderung
gezwungen werden, dergestalt, dass sie sich gegen eine bevorzugte Zone des Gasstromes
(1) hin bewegen, in dieser Neutralisationszone (23) konzentriert und unter Zuhilfenahme
des besagten elektrischen Feldes (3) zur Agglomeration und Koagulation (9/21) unter
gleichzeitigem wenigstens teilweisen gegenseitigen Abbau ihrer Ladungen gezwungen
werden, wodurch an Partikeln angereicherte und an Partikeln verarmte Zonen mit entsprechenden
Teilgasströmen (31, 32) geschaffen werden, welche in der Folge voneinander getrennt
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die bevorzugte Neutralisationszone
(23) des Gasstromes (1) gegen die Mitte des Strömungsquerschnitts hin gesteuert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Quelle elektrisch geladener
Elementarteilchen eine separate, vom elektrischen Feld (3) unabhängige Ionenquelle
(24, 25) benutzt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Quelle elektrisch geladener
Elementarteilchen gleichzeitig zur Erzeugung des elektrischen Feldes (3) verwendet
wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrisch geladenen
Elementarteilchen durch Koronaeffekte unter dem Einfluss eines elektrischen Feldes
(2) zur Ionisation eines Gases erzeugt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dasss als Quelle elektrisch
geladener Elementarteilchen ein separat eingeleiteter Strom eines ionisierten fremden
Zusatzgases (10) benutzt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die an Partikeln angereicherten
Teilgasströme (31) von den restlichen übriggebliebenen Teil-Reingasströmen (40) getrennt,
abgezweigt, ausgetragen und einer weiteren Entstaubung unterworfen werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Entstaubung in mehreren
Stufen durchgeführt und die an Partikeln angereicherten Teilgasströme (31) in eine
der vorangehenden Stufen in den Gasstrom (1) zurückgeführt (35) und mindestens einer
der an Partikeln angereicherten Teilgasströme (31, 37) endgültig ausgetragen wird
(38).
9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Gasstrom (1) zunächst
nach dem Prinzip der Zentrifugalabscheidung in einem Zyklon (46) vorgereinigt und
dass mindestens einer der an Partikeln angereicherten Teilgasströme (31, 37) dem Staubaustrag
(45) des zur Vorreinigung dienenden Zyklons (46) zugeführt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die an Partikeln angereicherten
Teilgasströme (31, 37) nach dem Prinzip der Zentrifugalabscheidung (46) oder der elektrischen
Abscheidung (43) wenigstens teilweise entstaubt werden und dass dieser teilweise entstaubte
Anteil in den zugeführten Gasstrom (1) zurückgeführt wird (48).
11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass vom gesamten, mit Partikeln
beladenen Gasstrom (1) in Strömungsrichtung betrachtet die bereits gereinigten Partien
sukzessive als progressiv in ihrer Gesamtmenge zunehmende Teil-Reingasströme (40)
abgezweigt, gesammelt und ihrem Bestimmungszweck zugeführt werden, und dass der verkleinerte,
an Partikeln angereicherte Teilgasstrom (31) einer letzten gesonderten Entstaubungsvorrichtung
(43) zugeführt wird und dessen Partikel schliesslich abgeschieden und ausgetragen
werden (45).
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das sukzessive Reinigen
des Gasstromes (1) und das Abzweigen der Teil-Reingasströme (40) stufen- 'weise in
einer in Kaskadenschaltung angeordneten Reihe von Vorrichtungen erfolgt.
13. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das sukzessive Reinigen
des Gasstromes (1) und das Abzweigen der Teil-Reingasströme (40) feinstufig bis kontinuierlich
erfolgt.
14. Vorrichtung zur Entstaubung eines feste oder flüssige Partikel in Suspension enthaltenden
Gasstromes (1) unter Heranziehung eines elektrischen Feldes (3), dadurch gekennzeichnet,
dass Mittel (24, 25) zur Erzeugung eines quer zur Richtung des Gasstromes (1) gerichteten
zeitlich konstanten oder variablen elektrischen Feldes (3) sowie Mittel (24, 25) zur
bipolaren Aufladung der im Gasstrom (1) suspendierten Partikel in der Weise vorgesehen
sind, dass im fortschreitenden Gasstrom (1) in einer bevorzugten Zone, der Neutralisationszone
(23) eine Anreicherung der Partikel in einem Teilgasstrom (31) ermöglicht wird, und
dass ferner Mittel (33) zur Abzweigung und Austragung dieses an Partikeln angereicherten
Teilgasstromes (31) oder des dazu komplementären Teil-Reingasstromes (40) sowie eine
separate mechanische oder elektrische Abscheideeinrichtung (46, 43) für den Austrag
(45) der Partikel vorgesehen sind.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (24, 25)
zur Erzeugung des elektrischen Feldes (31) im wesentlichen aus gleichartigen flächigen
plattenförmigen oder zylindrischen und/oder gitterartigen metallischen Elektroden
bestehen.
16. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (24, 25)
zur bipolaren Aufladung der Partikel in einer Elektrode (6, 20) zur Erzeugung einer
Koronaentladung aufweisenden Ionisationsvorrichtung und einem elektrischen Feld (3)
bestehen.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass als Elektroden (6,
20) zur Erzeugung einer Koronaentladung spitzen- oder drahtförmige Elektroden mit
gleichen (6, 8) oder verschiedenen (13, 14) Abrundungsradien oder warzenförmige Elektroden
(15, 16) in einem als Grundplatte dienenden Isolierkörper (17) vorgesehen sind.
18. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (24, 25)
zur bipolaren Aufladung der Partikel in separat zugeführten Strömen ionisierter fremder
Zusatzgase (10) bestehen.
19. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Neutralisationszone
(23) in Querrichtung zum Gasstrom (1) einseitig oder allseitig durch Schikanen (28)
in Form von Sieben, Gittern oder gelochten oder unterbrochenen Leitblechen begrenzt
ist.
20. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass als Mittel (33) zur
Abzweigung des an Partikeln angereicherten Teilgasstromes (31) ein trichterförmiges
Bauelement vorgesehen ist, das an eine Saugleitung zur Verbindung mit der separaten
Abscheideeinrichtüng oder an eine Rückführungsleitung (35) in den zugeführten Gasstrom
(1) angeschlossen ist.
21. Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die separate Abscheideeinrichtung
aus einem 'Fliehkraftreiniger in Form eines Zyklons (46) oder einem elektrischen Abscheider
in Form eines konventionellen Elektrofilters (43) besteht.
22. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus mehreren kaskadenartig
aufgebauten Stufen mit abnehmendem Querschnitt für den an Partikeln angereicherten
Teilgasstrom (31) sowie mit Oeffnungen für den Durchlass der Teil-Reingasströme (40)
und einer entsprechenden Anzahl von auf unterschiedlichem Potential stehenden Ionenquellen-
und Elektrodenpaaren (24, 25) besteht.
23. Vorrichtung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass eine Anzahl n ebener
Ionenquellen- und Elektrodenpaare (24, 25) mit stufenweise abnehmendem Abstand von
je zwei ungleichnamigen gegenüberliegenden Elektroden vorgesehen ist, dergestalt,
dass der Abstand d
i (42) und die Spannung U
i (12) folgender Formel genügen:


wobei
di = Elektrodenabstand der Stufe i,
Ui = Spannung der Stufe i,
γ = Verhältnis der Breite des an Partikeln angereicherten Gasstromes zu jeweiligem
Elektrodenabstand.
24. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass für den an Partikeln
angereicherten Teilgasstrom (31) ein Kanal mit progressiv kontinuierlich abnehmendem
Querschnitt und entsprechende segmentartig geformte Ionenquellen- und Elektrodenpaare
(24, 25) konstanter Potentialdifferenz (12) und variabler Feldstärke (3) oder eine
Vielzahl von profilierten Ionenquellen- und Elektrodenpaaren (24, 25) variabler Potentialdifferenz
(12) und annähernd konstanter Feldstärke (3) vorgesehen sind.