[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Behandlung eines fließfähigen, eine
flüssige Phase enthaltenden Gemisches.
[0002] Bei den nach dem Stand der Technik bekannten Verfahren werden derartige fließfähige,
eine flüssige Phase enthaltende Gemische mittels Rühreinrichtungen oder mittels quirlartiger
Einrichtungen behandelt. Diese bekannten Behandlungsverfahren zeichnen sich allesamt
dadurch aus, daß das Gemisch in seinen Eigenschaften nur unwesentlich verändert wird
und somit bestenfalls eine gleichmäßige Verteilung der verschiedenen Bestandteile
des Gemisches während des Behandlungsvorgangs erreicht werden kann. Dabei ist es jedoch
selbst während der Behandlung nur schwer möglich, diesen Zustand aufrechtzuerhalten,
nach Beendigung der Behandlung stellt sich nach mehr oder weniger kurzer Zeit der
Ausgangszustand des Gemisches wieder ein. Somit führen diese bekannten Verfahren zu
keiner Eigenschaftsänderung des zu behandelnden Gemisches.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Behandlung eines fließfähigen,
eine flüssige Phase enthaltenden Gemisches zu schaffen, welches erhebliche und grundsätzliche
Eigenschaftsveränderungen und Eigenschaftsverbesserungen des Gemisches gegenüber den
bisher bekannten Behandlungsverfahren ermöglicht.
[0004] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß alle Bestandteile des Gemisches
in einen Zustand hoher kinetischer Energie überführt und einer starken Beschleunigung
ausgesetzt werden und ihnen eine Bahnbewegung so auferlegt wird, daß jedes Bestandteil
des Gemisches sich in einer räumlichen, geschlossenen, schleifenartigen Bahn bewegt,
wobei jeder Bestandteil zu den jeweils benachbarten Bestandteilen unterschiedliche
Relativgeschwindigkeiten aufweist und lokal unterschiedlichen Druckverhältnissen ausgesetzt
ist, daß dieser Zustand über einen ausreichenden Zeitraum bis zum Vorliegen quasistationärer
Verhältnisse aufrechterhalten wird und daß daran anschließend die äußere Einwirkung
auf das Gemisch beendet wird und dieses einer weiteren Verwendung zugeführt wird.
[0005] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden alle Bestandteile des Gemisches in einen
Zustand hoher kinetischer Engergie überführt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die
einzelnen Bestandteile in flüssiger oder fester Form vorliegen oder ob sie in Form
und Dimension verschiedenartig sind. Die überführung der Bestandteile in den Zustand
hoher kinetischer Energie erfolgt zusammen mit einer starken Beschleunigung, welcher
ebenfalls alle Bestandteile des Gemisches ausgesetzt werden. Zugleich wird den Bestandteilen
eine Bahnbewegung so aufgelegt, daß jedes dieser Bestandteile sich in einer räumlichen,
geschlossenen, schleifenartigen Bahn bewegt. Somit sind bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren sämtliche Bestandteile des Gemisches auf einer entsprechenden Bahn in Bewegung.
Als Bestandteile des Gemisches sind hierbei nicht nur die makroskopisch erkennbaren,
durch Anhäufungen von Material gleicher oder verschiedener Art gekennzeichneten Bestandteile
zu verstehen, vielmehr werden die Bestandteile bis in ihren Mikrobereich bzw. Atombereich
in diesen Zustand hoher kinetischer Energie überführt und der starken Beschleunigung
ausgesetzt. Ein wichtiges Merkmal der vorliegenden Erfindung ist es, daß jeder Bestandteil
bei seiner Bewegung in einer räumlichen, geschlossenen, schleifenartigen Bahn zu den
jeweils benachbarten Bestandteilen unterschiedliche Relativgeschwindigkeiten aufweist
und lokal unterschiedlichen Druckverhältnissen ausgesetzt ist. Somit erfolgt bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren keine makroskopische Behandlung bestimmter Teilbereiche
des Gemisches, vielmehr wird jeder Bestandteil des Gemisches bis in seinen mikroskopischen,
molekularen Bereich dieser Behandlung unterzogen, wobei die einzelenen Moleküle alle
in den Zustand hoher kinetischer Energie überführt, einer starken Beschleunigung ausgesetzt
und in eine Bahnbewegung gebracht werden, diese Behandlung sich jedoch für jedes Molekül
einzeln vollzieht und somit, zumindest in gewissen Bereichen, für jedes Molekül unterschiedlich
ist. Erfindungsgemäß wird dieser Zustand, in welchem sich alle einzelnen Moleküle
oder Bestandteile des Gemisches befinden, über einen ausreichenden Zeitraum bis zum
Vorliegen quasistationärer Verhältnisse aufrechterhalten. Die Dauer dieses Zeitraums
und die Charakterisierung des Vorliegens quasistationärer Verhältnisse ist dabei abhängig
von der Art des Gemisches und von den physikalischen Eigenschaften seiner Bestandteile.
Anschließend an diesen Verfahrensschritt wird die äußere Einwirkung auf das Gemisch
beendet, womit auch die quasistationären Verhältnisse verändert werden, d.h., die
einzelnen Bestandteile des Gemisches nicht mehr der starken Beschleunigung ausgesetzt
sind und sich auch nicht mehr auf ihrer jeweiligen räumlichen, geschlossenen, schleifenartigen
Bahn bewegen. Daran anschließend wird das Gemisch der weiteren Verwendung zugeführt.
[0006] Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch aus, daß die Bestandteile des
Gemisches nicht, wie dies vielfach bei Verfahren nach dem Stand der Technik üblich
ist, zerkleinert oder zertrümmert werden, worauf dann üblicherweise ein Verquirlen
oder Vermischen der zertrümmerten Bestandteile erfolgt. Vielmehr werden die einzelnen
Bestandteile jeweils einzeln durch diesen Behandlungsvorgang beeinflußt. Die Beeinflussung
hat zum Ziel, die Bestandteile des Gemisches bis in ihren Mikrobreich hinein in einen
Zustand zu versetzen, in welchem sie energetisch angeregt, jedoch in gewissem Maße
labil sind. Dieser Zustand wird durch die bereits beschriebene, hohe kinetische Energie
und die ebenfalls beschriebene, starke Beschleunigung in Zusammenhang mit der Bewegung
auf der räumlichen, geschlossenen, schleifenartigen Bahn erreicht. Beim Vorliegen
der quasistationären Verhältnisse scheint sich eine monopolare Ausrichtung der einzelnen
Bestandteile einzustellen, wobei alle Bestandteile des Gemisches dieser Ausrichtung
unterworfen sind. Diese monopolare Ausrichtung der Bestandteile ist gepaart mit einer
entsprechenden elektrischen Ausrichtung, die in dem gesamten Gemisch zu einem elektrisch
latenten Zustand führt. Durch das vielfache Durchlaufen der räumlichen, geschlossenen,
schleifenartigen Bahn, durch die dabei ständig auftretende, starke Beschleunigung
und durch den Energieeintrag scheinen sich somit die quasistationären Verhältnisse
dann einzustellen, wenn die einzelnen Bestandteile ein für sie optimales elektrisches
und mechanisches Energieniveau erreicht haben. Dieses Energieniveau ist gekennzeichnet
durch eine, im Vergleich zu dem Ausgangszustand der Bestandteile 40 bis 50-fach erhöhte
Ladungsdichte. In diesem Zusammenhang versteht es sich von selbst, daß alle Bestandteile
des Gemisches diesen Zustand erreichen müssen, da Gemischteile, welche sich in dem
ursprünglichen Zustand befinden, diesen energetischen Erregungszustand in starkem
Maße stören oder unterbinden würden.
[0007] Eine Beendigung dieses hochenergetischen Erregungszustands der einzelnen Bestandteile
führt zu einer Störung ihrer monopolaren Ausrichtung, was zur Folge hat, daß die Bestandteile
versuchen, durch entsprechende gegenseitige Anlagerungen einen für sie energetisch
günstigsten Zustand einzunehmen. Diese Änderung des Zustands der Bestandteile erfolgt
in kürzester Zeit und vollzieht sich ohne äußere Einwirkungen von selbst. Insgesamt
ist es jedoch notwendig, die Beendigung der äußeren Einwirkung auf das Gemisch in
entsprechender Weise dem vorher erreichten, labilen Zustand der einzelnen Bestandteile
anzupassen. Deshalb kann die Beendigung der äußeren Einwirkung auf verschiedene Art
und Weise erfolgen, wie nachstehend im einzelnen noch erläutert wird.
[0008] Der energetische Erregungszustand der einzelnen molekularen Bestandteile des Gemisches
führt zu deren Ionisierung wobei die Ionen, welche im allgemeinen unterschiedliche
Ladungen aufweisen, zueinander in einem Gleichgewichtsverhältnis stehen. Dieses Gleichgewichtsverhältnis
läßt sich bei einem derartigen fließfähigen, eine flüssige Phase enthaltenden Gemisch
durch den pH-Wert ausdrücken. Andererseits läßt sich durch Messung des pH-Werts, d.h.
durch die Messung des Gleichgewichtsverhältnisses der Ionen zueinander, kein direkter
Rückschluß auf die in dem Gemisch vorliegende Dielektrizitätskonstante ziehen. Die
Unterbrechung des hochenergetischen, labilen Zustandes des Gemisches durch Beendigung
der äußeren Einwirkung führt dazu, daß sich der pH-Wert weiterhin im Gleichgewichtszustand
befindet, während jedoch der von der Dielektrizitätskonstante abhängige Diffusionsgrad
nach Null konvergiert. Somit ergibt sich nach Beendigung der äußeren Einwirkung gegenüber
den nach dem Stand der Technik üblichen Gleichgewichtszuständen derartiger Behandlungsverfahren
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ein wesentlicher, durch den Diffusionsgrad bestimmter
Unterschied. Man könnte diese Vorgänge, welche in keiner Weise mit den Vorgängen nach
dem Stand der Technik vergleichbar sind, in gewisser Analogie zu den bisher üblichen
Nomenklaturen damit beschreiben, daß der hochenergetische, labile Zustand einem kolloidativen
Zustand entspricht, während die Änderung dieses labilen Zustandes und seine Beseitigung
in gewisser Weise mit einer Implosion zu vergleichen wäre, welche in der Endphase
zu einem koagulativen Zustand des Gemisches führt. Das Eintreten dieses koagulativen
Zustandes erfolgt bei allen fließfähigen, eine flüssige Phase enthaltenden Gemischen,
die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren behandelt werden. Die genauen Behandlungsparameter
sind dabei jedoch an die einzelnen Gegebenheiten anzupassen. Eine quantitative Aussage
über diesen sogenannten kolloidativen Zustand bzw. über den als Endprodukt auftretenden,
sogenannten koagulativen Zustand kann durch Widerstandsmessung, dialytischen Meßmethoden
oder durch eine einfache Diffusionsprobe getroffen werden. Die eben beschriebene,
sogenannte Koagulation der einzelnen Bestandteile des Gemisches kann, je nach Art
des Gemisches, innerhalb weniger Minuten oder erst nach Ablauf mehrerer Stunden nach
Beendigung der äußeren Einwirkung auf das Gemisch eintreten. üblicherweise vollzieht
sich diese sogenannte Koagulation bis in ihren Endzustand von selbst, ohne daß dabei
weitere zusätzliche Maßnahmen nötig werden. Die Art des entstehenden Koagulats ist
abhängig von der Art und Beschaffenheit der einzelnen Bestandteile des Gemisches.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es sowohl möglich, Flüssigkeiten in dem sich
bildenden, festen Endprodukt festzubinden, als auch das Endprodukt so zu gestalten,
daß eine gewissen Abtrennung der flüssigen Phase des Gemisches erfolgt. Alle diese
Zusammenhänge sind immer im Hinblick auf den nach Null gehenden Diffusionsgrad der
einzelnen Bestandteile des Endprodukts zu sehen, durch welchen in gewissem Rahmen
auch die sich bei dem Endprodukt einstellenden, überaus positiven Eigenschaften erklärbar
sind. So ist es z.B. möglich, Schadstoffe in dem Gemisch derart zu binden, daß diese
völlig problemlos deponiert werden können, da durch den gegen Null gehenden Diffusionsgrad
ein Ausdiffundieren dieser Schadstoffe praktisch völlig ausgeschlossen ist.
[0009] Zur Erreichung des gewünschten Endzustands des Gemisches ist es von Bedeutung, daß
sämtliche Verfahrensstufen in genau gesteuerter Weise von allen Bestandteilen des
Gemisches durchlaufen werden. Es spielt hingegen praktisch keine Rolle, welche apparativen
Vorkehrungen zur Durchführung des Verfahrens getroffen werden, d.h., ob das Verfahren
z.B. in getrennten Vorrichtungen oder in einer einzigen Vorrichtungen durchgeführt
wird.
[0010] Mit Vorteil das erfindungsgemäße Verfahren derart ausgestaltet, daß die starke Beschleunigung
in ihrer Richtung der Richtung der Erdbeschleunigung entgegenwirkt. Auf diese Weise
wird sichergestellt, daß zumindest ein Teil der Beschleunigung der Erdbeschleunigung
entgegenwirkt, so daß die den Teilchen aufgebrachte Beschleunigung gezielt steuerbar
ist und nicht derart von der Erdbeschleunigung überlagert wird, daß diese in gewissen
Beschleunigungsphasen bestimmend für den Verfahrensablauf wird.
[0011] Weiterhin ist es günstig, daß die einzelnen Teilchen einer Beschleunigung von 5 bis
70 g ausgesetzt sind. Eine derartig hohe Beschleunigung stellt sicher, daß während
des gesamten Verfahrensablaufs gezielt auf die Teilchen Einfluß genommen werden kann
und daß der zu erreichende, hohe energetische Zustand mit größtmöglicher Sicherheit
innerhalb kürzester Zeit von allen Bestandteilen des Gemisches erreicht wird.
[0012] Als besonders vorteilhaft erweist es sich weiterhin, daß die Bahn im Aufriß hyperboloidähnlich
und im Grundriß lemniskatenähnlich ausgestaltet ist.
[0013] Eine derartige Ausgestaltung der räumlichen, geschlossenen, schleifenartigen Bahn
bringt, unabhängig von der Art des zu behandelnden Gemisches, die besten Ergebnisse,
da auf diese Weise die einzelnen Bestandteile in optimaler Weise der starken Beschleunigung
ausgesetzt werden können, wobei sich bei Durchlauf durch diese Bahn auch in bester
Weise die lokal unterschiedlichen Druckverhältnisse erzeugen lassen. Diese unterschiedlichen
Druckverhältnisse sind insgesamt nötig, um die Teilchen des Gemisches bzw. die einzelnen
Bestandteile in den hochenergetischen, labilen Zustand zu überführen. Bei Durchlauf
der Bestandteile entlang der ihnen auferlegten Bahn treten, bedingt durch die Form
der Bahn und durch die Beschleunigung der Bestandteile Druckverhältnisse auf, welche
durch einen starken Unterdruck gekennzeichnet sind, d.h., es bilden sich an bestimmten
Stellen der Bahn Unterdruckbereiche aus, die zu einer Sogwirkung auf das Gemisch führen.
Diese Sogwirkung bzw. die sich daraus ergebenden sogenannten Saugmomente sind entscheidend
an der Polarisierung der einzelnen Bestandteile des Gemisches beteiligt.
[0014] Um den erfindungsgemäßen Bahnzustand der Bestandteile des Gemisches über einen ausreichenden
Zeitraum bis zum Vorliegen quasistationärer Verhältnisse aufrechtzuerhalten, ist es
günstig, wenn die Gesamtheit der einzelnen Bahnen eine quasistationäre, äußere Form
bildet. Dadurch läßt sich in einfacher Weise das Vorliegen dieser quasistationären
Verhältnisse kontrollieren, andererseits ist sichergestellt, daß das erfindungsgemäße
Verfahren in vorteilhafter Weise in einer entsprechenden Vorrichtung durchgeführt
werden kann.
[0015] Eine besonders günstige Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist weiterhin
dadurch gegeben, daß das Gemisch mit Beendigung der äußeren Einwirkung einer Unterdruckbeaufschlagung
unterworfen wird. Diese Unterdruckbeaufschlagung kann entweder durch Absaugen des
Gemisches aus einem Behälter oder durch Unterdruckbeaufschlagung eines Behälters hervorgerufen
werden. Eine derartige Unterdruckbeaufschlagung ist deswegen von Vorteil, weil sie
zu einer entsprechenden Verwirbelung des Gemisches und damit zu einer gezielten Störung
des labilen Zustands des Gemisches führt, wobei diese Störung in genauester Weise
steuerbar und damit dem gesamten Verfahrensablauf anpaßbar ist. Dabei hat es sich
als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn die Unterdruckbeaufschlagung in Verbindung
mit einer Verwirbelung des Gemisches erfolgt, da dann die Steuerung des Verfahrens
und die Beendigung der äußeren Einwirkung auf das Gemisch, d.h. die Beendigung der
quasistationären Verhältnisse, auf besonders wirkungsvolle Weise erreicht werden kann.
Je nach der Art des zu behandelnden Gemisches und der Art des gewünschten Endproduktes
kann es weiterhin vorteilhaft sein, die äußere Einwirkung auf das Gemisch abrupt oder
langsam zu beenden. Die Art und Intensität der Störung der Bahnbewegung und der quasistationären
Verhältnisse des Gemisches bestimmt die Intensität und Stärke der vorstehend beschriebenen,
sogenannten Koagulation der einzelnen Bestandteile des Gemisches. Somit läßt sich
das Verfahren praktisch universell auf die verschiedensten, derartigen Gemische anwenden,
wobei nur eine geringe Modifikation der Verfahrensparameter nötig ist.
[0016] Weiterhin hat es sich als sehr günstig erwiesen, dem Gemisch vor, während oder nach
Erreichen der quasistationären Verhältnisse mindestens einen Zuschlagstoff zuzumischen.
Durch eine derartige Zumischung eines nicht den vorangegangenen Verfahrensschritten
unterworfenen Zuschlagstoffes kann entweder erreicht werden, daß dieser in gewünschter
Weise in das sogenannte koagulative Gemisch eingebunden wird, es kann andererseits
durch die Zugabe eines Zuschlagstoffes auch die Beendigung der äußeren Einwirkung
auf das Gemisch gesteuert und beeinflußt werden. Je nach Art des Gemisches und nach
Art des gewünschten Endproduktes kann die Zugabe des Zuschlagstoffes in weitem Umfang
variiert werden.
[0017] Weiterhin ist es günstig, das erfindungsgemäße Verfahren so auszubilden, daß das
Gemisch nach Beendigung der äußeren Einwirkung einer Verwirbelung ausgesetzt wird.
Diese Verwirbelung ist unabhängig von der obenbeschriebenen Unterdruckbeaufschlagung
und ermöglicht es somit, den sogenannten Implosionsvorgang und den darauf folgenden
sogenannten Koagulationsvorgang ohne Unterdruckbeaufschlagung durchzuführen. Dies
kann besonders dann wichtig sein, wenn in dem zu behandelnden Gemisch Substanzen enthalten
sind, welche in der Gasphase vorliegen oder bei Unterdruckbeaufschlagung in diese
überführt würden, so daß sie aus dem Gemisch austreten, bevor der sogenannte koagulative
Endzustand vorliegt.
[0018] Mit Vorteil ist eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
durch einen im wesentlichen topfförmigen Behälter gekennzeichnet, in dessen Innenraum
ein umlaufendes, einen flügelähnlichen Bereich aufweisendes Bauteil angeordnet ist.
Dieses umlaufende Bauteil ist in günstiger Weise an einerim wesentlichen senkrecht
angeordneten, durch den Boden des Behälters ragenden Welle gelagert. Mit einer derartigen
Vorrichtung ist es in besonders einfacher Weise möglich, alle Bestandteile in den
Zustand hoher kinetischer Energie zu überführen und sie einer starken Beschleunigung
auszusetzen. Durch die Anordnung des umlaufenden Bauteils an einer durch den Boden
des Behälters ragenden Welle ist weiterhin sichergestellt, daß die Bewegungsbahnen
der einzelnen Bestandteile des Gemisches durch das umlaufende Bauteil nicht gestört
werden, wodurch sich die quasistationären Verhältnisse in optimaler Weise einstellen
können. Das umlaufende Bauteil ist dabei vorteilhafter Weise in Form eines Rotors
ausgebildet, welcher mit Flügeln versehen ist. Die Ausbildung der flügelähnlichen
Bereiche richtet sich ganz nach dem zu verarbeitenden Gemisch, nach dessen Art und
Zusammensetzung und insbesondere nach dessen spezifischem Gewicht. Insgesamt besteht
bei Verwendung dieser Vorrichtung für kein Teilchen die Möglichkeit, während des erfindungsgemäßen
Verfahrens sich in einer Ruhezone aufzuhalten, d.h., sämtliche Teilchen bzw. sämtliche
Bestandteile sind in zuverlässiger Weise der Behandlung unterworfen.
[0019] Eine vorteilhafte Ausgestaltung einer Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens ist auch durch einen im wesentlichen topfförmigen Behälter gegeben, in
dessen Innenraum das Gemisch tangential zur Behälterinnenwand, gerichtet aus einer
Mündung, einbringbar ist. Eine vorteilhafte Weiterentwicklung besteht fernerhin darin,
daß im unteren Bereich des Behälters eine über eine mit einer Umwälzpumpe versehene
Rohrleitung mit der Mündung verbundene Ablaßöffnung vorgesehen ist. Auf diese Weise
ist es möglich, das Gemisch während der Behandlung umzupumpen, wobei es durch die
Umwälzpumpe in entsprechender Weise beschleunigt wird, während die Art der Bahnbewegung
durch die Stellung der Mündung und durch die Anordnung des aus ihr austretenden Gemischstrahles
bestimmbar ist.
[0020] Im folgenden wird die erfindungsgemäße Vorrichtung anhand mehrerer Ausführungsbeispiele
in Verbindung mit der Zeichnung beschrieben. Dabei zeigt:
Fig. 1 in schematischer Darstellung einen Schnitt durch ein erstes Ausführungsbeispiel
einer Vorrichtung,
Fig. 2 in schematischer Darstellung einen Schnitt durch ein zweites Ausführungsbeispiel,
Fig. 3 in schematischer Darstellung einen Schnitt durch ein drittes Ausführungsbeispiel
und
Fig. 4 in schematischer Darstellung eine Anordnung von Vorrichtungen gemäß einem vierten
Ausführungsbeispiel.
[0021] Das in Fig. 1 dargestellte erste Ausführungsbeispiel weist einen Behälter 1 auf,
welcher topfförmig ausgestaltet ist und im wesentlichen zylinderische Seitenwände
aufweist, welche in ihrem unteren Teil unter Zwischenschaltung einer entsprechenden
übergangszone in einen im wesentlichen ebenen Boden übergehen. Der Behälter 1 ist
somit im wesentlichen zylindrisch ausgestaltet und weist einen kreisförmigen Querschnitt
auf. Durch den Boden des Behälters 1 ragt eine Welle 4, welche gegen den Boden in
üblicher Weise abgedichtet ist und mittels eines Motors in Drehung versetzbar ist.
Am oberen Ende der Welle 4 ist ein umlaufendes Bauteil 2 befestigt, welches mit mehreren
Flügeln 3 versehen ist. Bei einer Drehung der Welle 4 beschleunigen somit die an dem
umlaufenden Bauteil 2 befestigten Flügel 3 das in den Behälter 1 eingefüllte Gemisch
und ermöglichen somit eine erfindungsgemäße Behandlung des Gemisches.
[0022] Das in Fig. 2 dargestellte zweite Ausführungsbeispiel zeichnet sich durch einen im
wesentlichen hyperbelfömigen Behälter 1 aus, welcher in seinem Bodenbereich mit einer
Ablaßöffnung 8 versehen ist. Die Dimensionierung des Behälters 1 und die Größe und
Lage der Ablaßöffnung 8 können dabei in weitem Bereich variiert werden, um eine optimale
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zu ermöglichen. Die Ablaßöffnung 8 ist
über eine Rohrleitung 7 mit einer Mündung 5 verbunden, so daß das Gemisch aus dem
unteren Bereich des Behälters 1 durch die Ablaßöffnung 8 abgesaugt werden kann, um
anschließend wieder aus der Mündung 5 austretend dem Behälter 1 zugeführt zu werden.
In die Rohrleitung 7 ist eine Umwälzpumpe 6 zwischengeschaltet, welche den Umwälzvorgang
und die Beschleunigung des Gemisches bewirkt. Die Dimensionierung und Ausgestaltung
der Umwälzpumpe muß ebenfalls an die Art des zu behandelnden Gemisches angepaßt werden.
Die Mündung 5 ist so angeordnet, daß der aus ihr austretende Gemischstrahl tangential
zur Behälterinnenwand gerichtet ist. Auf diese Weise ist es möglich, allen Bestandteilen
des Gemisches eine Bahnbewegung aufzuerlegen und insgesamt in dem Behälter 1 die zur
Durchführung des Verfahrens benötigten, quasistationären Verhältnisse zu erzeugen.
Der Querschnitt des Behälters 1 braucht nicht notwendigerweise hyperbelförmig zu sein,
es ist auch möglich, eine Parabelform oder eine ähnliche, geometrische Kurve der Ausgestaltung
des Behälters zugrundezulegen.
[0023] Bei dem in Fig. 3 dargestellten dritten Ausführungsbeispiel wird ein Behälter 1 verwendet,
welcher ähnlich dem Behälter von Fig. 1 ausgebildet ist und in seinem unteren Bereich
ebenfalls ein umlaufendes Bauteil 2 mit Flügeln 3 aufweist, das an einer drehbaren
Welle 4 gelagert ist. Bis zu diesem Punkte ist dieses dritte Ausführungsbeispiel analog
dem Ausführungsbeispiel von Fig. 1. Ergänzend dazu ist im unteren Bereich des Behälters
bzw. in seinem Boden eine Ablaßöffnung 8 vorgesehen, welche, wie in Fig. 3 schematisch
dargestellt, mittels einer Rohrleitung 7 und einer zwischengeschalteten Umwälzpumpe
6 mit einer Mündung 5 in Verbindung steht, so daß das aus der Ablaßöffnung 8 austretende
Gemisch durch die Umwälzpumpe 6 und die Mündung 5 wieder in den Behälter 1 rückgeführt
werden kann. Die Anordnung der Mündung 5 ist dabei in vorteilhafter Weise so gewählt,
daß der aus der Mündung 5 austretende Gemischstrahl das Gemisch in die Saugzone der
Flügel 3 des umlaufenden Bauteils 2 lenkt. Es sind jedoch auch andere Anordnungsarten
für die Mündung 5 möglich.
[0024] In Fig. 4 ist in Zusammenhang mit einem vierten Ausführungsbeispiel eine weitere
mögliche Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens schematisch
dargestellt. Diese Vorrichtung besteht aus drei Einzelvorrichtungen I, II und III,
wobei die Vorrichtung I im wesentlichen der Vorrichtung des ersten Ausführungsbeispiels
(Fig. 1) entspricht. Nachdem das Gemisch in dieser Vorrichtung über einen ausreichenden
Zeitraum hinweg bis zum Vorliegen quasistationärer Verhältnisse behandelt wurde, wird
es in die Vorrichtung II übergeführt. Diese Überführung kann mittels einer an dem
Behälter I vorgesehenen Rohrleitung erfolgen. Die Rohrleitung kann dabei das Gemisch
dem Behälter I von oben oder aus seinem unteren Bereich entnehmen. Anschließend wird
das Gemisch in die Vorrichtung II eingeführt, wobei diese Vorrichtung einen rotationssymmetrischen,
hyperbelähnlichen Querschnitt aufweist. Das Gemisch wird in diese Vorrichtung II derartig
eingeführt, daß es als tangetial gerichteter Strahl auf die Innenwandung der Vorrichtung
II auftrifft. Dadurch ergibt sich die in der Fig. 4 schematisch dargestellte Bahn
des Gemisches, welche zu einer sehr intensiven Verwirbelung führt und somit den sogenannten
Implosionsvorgang einleitet. Nachdem das Gemisch die Vorrichtung IIdurchlaufen hat,
kann es, wie in Fig. 4 dargestellt, in eine Vorrichtung III überführt werden, welche
im wesentlichen topfförmig ausgestaltet ist und in welcher sich der sogenannte Koagulationsvorgang
des Gemisches vollziehen kann. Die in Fig. 4 dargestellten drei Vorrichtungen stellen
nur eine mögliche Anordnung dar, es ist ebenfalls möglich, das Gemisch aus der Vorrichtung
I direkt in die Vorrichtung III zu überführen, wobei die Beendigung der äußeren Einwirkung
auf das Gemisch, z.B. durch eine Unterdruckbeaufschlagung während des Überführungsvorgangs
von Vorrichtung I in Vorrichtung III, erfolgen kann. Insgesamt ergeben sich somit
eine Vielfalt von Variationsmöglichkeiten, um die für das jeweilige Gemisch optimale
Vorrichtung zu schaffen.
1. Verfahren zur Behandlung eines fließfähigen, eine flüssige Phase enthaltenden Gemisches,
dadurch gekennzeichnet , daß alle Bestandteile des Gemisches in einen Zustand hoher
kinetischer Energie überführt und einer starken Beschleunigung ausgesetzt werden und
ihnen eine Bahnbewegung so auferlegt wird, daß jedes Bestandteil des Gemisches sich
in einer räumlichen, geschlossenen, schleifenartigen Bahn bewegt, wobei jeder Bestandteil
zu den jeweils benachbarten Bestandteilen unterschiedliche Relativgeschwindigkeiten
aufweist und lokal unterschiedlichen Druckverhältnissen ausgesetzt ist, daß dieser
Zustand über einen ausreichenden Zeitraum bis zum Vorliegen quasi-stationärer Verhältnisse
aufrechterhalten wird und daß daran anschließend die äußere Einwirkung auf das Gemisch
beendet wird und dieses einer weiteren Verwendung zugeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet , daß die starke Beschleunigung
in ihrer Richtung der Richtung der Erdbeschleunigung entgegenwirkt.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß die einzelnen
Teilchen einer Beschleunigung von 5 bis 70 g ausgesetzt sind.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet , daß die Bahn
im Aufriß hyperboloidähnlich und im Grundriß lemniskatenähnlich ausgestaltet ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet , daß die Gesamtheit
der einzelnen Bahnen eine quasistationäre äußere Form bildet.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet , daß die unterschiedlichen
Druckverhältnisse durch Bereiche mit Unterdruck hervorgerufen werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet , daß das Gemisch
mit Beendigung der äußeren Einwirkung einer Unterdruckbeaufschlagung unterworfen wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Unterdruckbeaufschlagung
durch Absaugen des Gemisches aus einem Behälter hervorgerufen wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekenn- zeichnet, daß das Gemisch in einem geschlossenen
Behälter einem Unterdruck ausgesetzt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekenn- zeichnet , daß die Unterdruckbeaufschlagung
in Verbindung mit einer Verwirbelung des Gemisches erfolgt.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet , daß die
Unterdruckbeaufschlagung in einem separaten Behälter erfolgt.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 7, dadurch gekennzeichnet , daß die
äußere Einwirkung auf das Gemisch abrupt abgebrochen wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet , daß die äußere
Einwirkung auf das Gemisch langsam abnimmt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet , daß vor
Erreichen der quasistationären Verhältnisse dem Gemisch mindestens ein Zuschlagstoff
zugemischt wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet , daß während
des Erreichens der quasistationären Verhältnisse dem Gemisch mindestens ein Zuschlagstoff
zugemischt wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet , daß nach
Erreichen der quasistationären Verhältnisse dem Gemisch mindestens ein Zuschlagstoff
zugemischt wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet , daß das
Gemisch nach Beendigung der äußeren Einwirkung einer Verwirbelung ausgesetzt wird.
18. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 17,
gekennzeichnet durch einen im wesentlichen topfförmigen Behälter (1), in dessen Innenraum
ein umlaufendes, einen flügelähnlichen Bereich (3) aufweisendes Bauteil (2) angeordnet
ist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekenn- zeichnet, daß das Bauteil (2) in
seiner Dimensionierung und in seinem Abstand zu dem Behälterboden in Abhängigkeit
von der Füllmenge des Gemisches oder dessen spezifischer Zusammensetzung veränderbar
ist.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet , daß
das umlaufende Bauteil (2) an einer im wesentlichen senkrecht angeordneten, durch
den Boden des Behälters (1) ragenden Welle (4) gelagert ist.
21. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 17,
gekennzeichnet durch einen im wesentlichen topfförmigen Behälter (1), in dessen Innenraum
das Gemisch tangential zur Behäl- terinnenwand,gerichtet aus einer Mündung (5), einbringbar
ist.
22. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekenn- zeichnet, daß im unteren Bereich
des Behälters (1) eine über eine mit einer Umwälzpumpe (6) versehene Rohrleitung (7)
mit der Mündung (5) verbundene Ablaßöffnung (8) vorgesehen ist.