(19)
(11) EP 0 189 580 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
03.10.1990  Patentblatt  1990/40

(21) Anmeldenummer: 85116259.4

(22) Anmeldetag:  19.12.1985
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B42C 9/00

(54)

Verfahren zum maschinellen Auftragen von Klebstoff auf Buchblockrücken

Process for mechanically applying glue to the backs of book blocks

Procédé d'application mécanique de colle au dos de corps d'ouvrage


(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB IT LI

(30) Priorität: 28.01.1985 DE 3502733

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
06.08.1986  Patentblatt  1986/32

(73) Patentinhaber: Kolbus GmbH & Co. KG
D-32369 Rahden (DE)

(72) Erfinder:
  • Riesmeier, Manfred
    D-4993 Rahden (DE)
  • Garlichs, Siemen
    D-4992 Espelkamp (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A- 2 239 882
FR-A- 2 505 740
US-A- 3 326 179
DE-C- 1 002 729
US-A- 2 605 739
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein maschinelles Verfahren zum Auftragen von Klebstoff auf Buchblockrücken od. dgl., mit einer Auftragswalze, die sich mit ihrem Umfang auf dem Buchblockrücken abwälzt und dabei einen Klebstoffilm überträgt.

    [0002] Zum Beleimen von Buchblockrücken, beispielsweise für die Arbeitsgänge Hinterkleben mit einem Papier oder Anbringen eines Zierbandes am Kopf und Fuß des Buchblocks, verwendet man der Kontur des Buchblockrückens angepaßte elastische Profilwalzen. Ein bekanntes Klebstoffauftragssystem sieht eine Auftragswalze vor, die mit einer in einem Leimreservoir laufenden Schöpf- und Dosierwalze in Kontakt steht, um von dieser einen Klebstoffilm abzunehmen und auf den Buchblockrücken zu übertragen, wozu die Auftragswalze in zeitlicher Abstimmung auf den Buchblocktransport im Sinne eines Anund Absetzens zum Buchblockrücken hin und zurück bewegbar ist.

    [0003] Bei Verwendung von Profilwalzen als Klebstoff- übertragungselement ergibt sich aufgrund einer bekanntlich nicht zu erreichenden exakten Anpassung an die Buchblockrückenkontur die Problematik, daß eine vollflachige Beleimung beim Ansetzen der Walze nicht erreicht werden kann. Eine Übereinstimmung zwischen dem Walzenprofil und der Rückenrundung ist, abgesehen von ungleich ausfallenden oder deformierten Blockrücken, grundsätzlich nicht gegeben, insofern, als aus Kostengründen hinsichtlich Umrüstzeit und Lagerhaltung für verschiedene Rückenformen jeweils ein Walzenprofil zum Einsatz gelangt.

    [0004] Beim Ansetzen der Auftragswalze am Buchblockrücken mit einem bezogen auf die Rückenform flacheren Profil hinterläßt die Walze eine parabelförmig beleimte Rückenfläche, d. h. die Eckbereiche des Rückens erhalten keinen Klebstoffauftrag. Umgekehrt bleibt der Mittelbereich des Rückens ohne Klebstoff beim Ansetzen der Auftragswalze, wenn diese ein gegenüber der Rückenform steileres Profil aufweist.

    [0005] Diese unzulängliche Beleimung im Anfangsbereich des Buchblockrückens, die im höchsten Maße unerwünscht ist und zur Qualitätsminderung führt, ist darauf zurückzuführen, daß der Auftragswalze nicht die notwendige Zeit zur Anpassung an die Rückenkontur des durchlaufenden Buchblocks zur Verfügung steht.

    [0006] Um einer solchen nicht flächendeckenden Beleimung entgegenzuwirken, wird vielfach die Auftragswalze bereits in die untere Endstellung gefahren, bevor der Buchblock die Walze erreicht, was jedoch den Nachteil in sich birgt, daß sich beim Auftreffen der Walze auf die Buchblockvorderkante eine Klebstoffwulst vor die Schnittfläche des Buchblocks legt. Verstärkt wird dieser Effekt noch insofern, als das konkave Profil der Auftragswalze unterschiedliche Umfangsgeschwindigkeiten und somit unterschiedliche Klebstoffauftragsgeschwindigkeiten erzeugt. In Abhängigkeit von der Lineargeschwindigkeit der Buchblocks läuft die Auftragswalze mit einer auf ihren mittleren Durchmesser orientierten Umlaufgeschwindigkeit, die grundsätzlich geringfügig unter der Transportgeschwindigkeit der Buchblocks liegt, mit der Folge, daß sich der Mittelbereich der Auftragswalze mit einer gegenüber der Lineargeschwindigkeit des Buchblocks verminderten Geschwindigkeit bewegt, was die Staubildung an der Schnittfläche begünstigt.

    [0007] Hier setzt die Erfindung ein, mit der Aufgabe, ein Verfahren zum maschinellen Auftragen von Klebstoff auf Buchblockrücken gemäß der Gattung zu schaffen, das ein gleichmäßiges, vollflächiges Auftragen von Klebstoff auf den Buchblockrücken gewährleistet und die Verschmutzung der am Buchblockrücken angrenzenden Schnittflache durch Klebstoff verhindert.

    [0008] Die Aufgabe der Erfindung wird dadurch gelöst, daß bei einem Verfahren zum maschinellen Auftragen von Klebstoff auf Buchblockrücken od. dgl. mit einer Auftragswalze, die sich mit ihrem Umfang auf dem Buchblockrücken abwälzt und dabei einen Klebstoffilm auftragt, die Auftragswalze zum Ansetzen am Buchblockrücken kurzzeitig mit einer gegenüber der Transportgeschwindigkeit erhöhten mittleren Umlaufgeschwindigkeit angetrieben wird. Vorteilhafterweise läuft die Auftragswalze mit einer 10-20 %igen Geschwindigkeitserhöhung. Gemäß einem weiteren Verfahrensmerkmal wird die Auftragswalze zum Absetzen vom Buchblockrücken mit einer gegenüber der Transportgeschwindigkeit der Buchblocks verringerten mittleren Umlaufgeschwindigkeit angetrieben.

    [0009] Durch Erhöhung der Umlaufgeschwindigkeit der Auftragswalze im Zeitpunkt des Ansetzens am Buchblockrücken läßt sich eine größere Klebstoffmenge zum Rücken hin zuführen und in der Art eines Breitoder Ausstreich/effektes vollflächig auf dem Buchblockrücken verteilen. Gleichzeitig wird durch die gegenüber dem Buchrücken höhere Umfangsgeschwindigkeit der Auftragswalze ein Klebstoffwulst am Obergang zur Schnittfläche und damit eine Verschmutzung zuverlässig vermieden, da die Walze den Klebstoff von der Schnittfläche wegzieht und ihn nicht aufstaut. Es hat sich dabei gezeigt, daß eine 10-20 %ige Geschwindigkeitserhöhung zu einer optimalen Beleimung führt.

    [0010] Selbstverständlich läßt sich das Verfahren für ein Klebstoffauftragssystem mit einer verschwenkbaren Auftragswalze sowie für eine ortsfeste Auftragswalze einsetzen.

    [0011] Im Gegensatz zur Geschwindigkeitserhöhung beim Ansetzen der Auftragswalze am Buchblockrücken ist für das Absetzen der Auftragswalze eine Geschwindigkeitsverringerung von entscheidender Bedeutung. Anders als beim Ansetzen wird hiermit eine verminderte Klebstoffzufuhr erreicht sowie ein Zurückhalten des Klebstoffs von der Schnittfläche des Buchblocks. Dadurch wird auch hier eine Verschmutzung der Schnittfläche verhindert.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum maschinellen Auftragen von Klebstoff auf Buchblockrücken od. dgl., mit einer Auftragswalze, die sich mit ihrem Umfang auf dem Buchblockrücken abwälzt und dabei einen Klebstoffilm aufträgt, dadurch gekennzeichnet, daß die Auftragswalze zum Ansetzen am Buchblockrücken kurzzeitig mit einer gegenüber der Transportgeschwindigkeit der Buchblocks erhöhten mittleren Umlaufgeschwindigkeit angetrieben wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Auftragswalze mit einer 10-20 %igen Geschwindigkeitserhöhung umläuft.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Auftragswalze zum Absetzen vom Buchblockrücken mit einer gegenüber der Transportgeschwindigkeit der Buchblocks verringerten mittleren Umlaufgeschwindigkeit angetrieben wird.
     


    Revendications

    1. Procédé d'application mécanique d'adhésif sur le dos de corps d'ouvrages non reliés ou analogues, avec un rouleau d'application qui roule sur sa périphérie sur le dos de corps d'ouvrage et applique alors un film d'adhésif, caractérisé en ce que pour la mise en contact avec les do de corps d'ouvrage, le rouleau d'application est brièvement entraîné avec une vitesse circonférentielle moyenne accrue par rapport à la vitesse de transport du corps d'ouvrage.
     
    2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le rouleau d'application tourne avec une vitesse accrue de 10 à 20 %.
     
    3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que pour le dégagement des dos des corps d'ouvrage, le rouleau d'application est entraîné avec une vitesse circonférentielle moyenne réduite par rapport à la vitesse de transport du corps d'ouvrage.
     


    Claims

    1. Method for mechanically applying glue to the backs of book blocks or like articles, this method employing an applicator roller which rolls with its periphery in contact with the book block back and applies a film of glue as it does so, characterized in that the applicator roller is driven at a mean rotational speed which is increased, relative to the book block transport velocity, for a short period of time concurrent with its being brought into contact with the book block back.
     
    2. Method according to Claim 1, characterized in that the applicator roller roates at a speed which will have been increased by 10 to 20%.
     
    3. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that the applicator roller is driven at a mean rotational speed which is reduced, relative to the book block transport velocity, concurrently with its being lifted clear of the book block back.