[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Steuereinheit gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1. Eine solche Steuereinheit geht beispielsweise aus der DE-OS 32 07 685 als bekannt
hervor.
[0002] Es sind auch bereits mehrere weitere Vorschläge für Steuereinheiten, sogenannte zusammengesetzte
Kompaktsteuerscheiben bzw. Plattenstapel gemacht worden. So ist aus der DE-OS 33 21
888 eine Steuerscheibe für eine flache Anzeigevorrichtung bekannt, wobei Fotoformglas
und Dünnglas miteinander zusammengesintert sind. Allerdings ergibt sich dabei das
Problem, daß beide Glastypen in ihrem thermischen Verhalten nicht optimal zueinander
passen.
[0003] Weiterhin ist es bekannt, ein Steuerplattenstapel aus Fotoformglas und Draht herzustellen
(DE-OS 33 21 880 und DE-OS 33 25 635) oder eine Kompaktsteuerscheibe nur aus Fotoformgias
in mehreren Schichten aufzubauen (DE-OS 33 19 750).
[0004] Die Besonderheiten des technischen Problems bei der Herstellung eines Glasplattenstapels
liegen in der geringen Dicke der zu verwendenden Glasscheiben, die bis ca. minimal
100 um beträgt Zudem muß jede der Scheiben im aktiven Bereich ein Lochraster hoher
Auflösung, und zwar bis ca. minimal 0,3 mm Rasterschritt sowie auf einer oder auf
beiden Seiten eine linienförmige Metallisierung - (Elektroden) aufweisen, die vakuumdicht
in Displays einzulöten ist und größtenteils durch Dichtnähte nach außen geführt werden
muß. Des weiteren ist eine optimale Anordnung der auf zwei oder mehreren Scheiben
aufgebrachten Elektroden zueinander erforderlich. Das gilt besonders für den Raum
zwischen zwei Scheiben, der für die kompakte Verbindung zur Verfügung steht. Durch
diese optimale Anordnung soll nicht nur das Plattenstapel bestmögliche Stabilität
erhalten, sondern es sollen auch die Elektronen--Steuereigenschaften günstig gestattet,
z. B. Aufladungserscheinungen vermieden werden. Insbesondere für die beim flachen
Bildschirm vorgesehene Steuereinheit aus zwei Dünnglasscheiben von ca. 150 um Dicke
mit vier Elektrodenebenen ist eine Steuereinheit zumindest für Formate k 12" wichtig.
Dies ergibt sich daraus, daß z. B. bei einem 12"-Format bei einer Beschleunigungsspannung
von 5 kV die dem Bildschirm zugewandte Scheibe um ca. 0,5 mm in Richtung Bildschirm
gebogen wird und in Schwingung gerät.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine insbesondere für Anzeigevorrichtungen
geeignete Steuereinheit zu schaffen, die ein kompakt verbundenes Glasplattenstapel
aufweist, das zu deren mechanischer Stabilisierung dient. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß
durch eine Steuereinheit mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand weiterer
Ansprüche.
[0007] Die erfindungsgemäße Steuereinheit hat den Vorteil, daß beispielsweise bei 12"-Displays
mit einem Dünnglasplattenstapel bei einer Beschleunigungsspannung von 5 kV eine maximale
Durchbiegung von nur 0,1 mm in Richtung Bildschirm erfolgt.
[0008] Vorzugsweise wird die Steuereinheit so hergestellt, daß die Dünnglasplatten auf den
zu verbindenden Seiten mit Glaslot beschichtet werden, und zwar in einer Mindestdicke,
die vom Glaslottyp und den Lötbedingungen abhängt. Anschließend werden die Dünnplasplatten
in einem Glaslotprozeß justiert und planparallel zusammengefrittet.
[0009] Es kann auch zweckmäßig sein, die Dünnglasplatten durch Zwischenscheiben aus Isolatormaterial,
vorzugsweise Glas, die die gleiche Lochstruktur, insbesondere mit etwas größeren Lochöffnungen,
aufweisen, derart zusammenzulöten, daß entweder nur die Zwischenscheibe (n) auf beiden
Seiten mit Glaslot beschichtet werden oder nur die Dünnglasplatten auf jeweils der
der Zwischenscheibe zugewandten Seite beschichtet werden. Für die Glaslot-Beschichtung
ist wiederum eine Mindestdicke gefordert, die vom Glaslottyp und den Lötbedingungen
abhängt.
[0010] Der Glaslotauftrag erfolgt durch speziell abgestimmten Siebdruck. Das Siebdruckverfahren
hat den wesentlichen Vorteil, daß Verstopfungen der Steuerlöcher im aktiven Bereich
bei der Glaslotbeschichtung vermieden werden.
[0011] Das Siebdruckverfahren ist in geringer Schichtdicke oder in mehr als doppelter Schichtdicke
mit einer Siebdruckmodifikation möglich, bei der anstelle eines Rakels eine Walze
benutzt wird. Die beim Druck abrollende Walze besteht an ihrer Oberfläche aus plastisch
verformbaren Material, z. B. Gummi, dichten Samt usw., und bewirkt einen erhöhten
Materialdurchgang durch das Sieb. Das Material wird nahezu in senkrechter Richtung
auf die Dünnglasplatte abgesenkt, und zwar im Gegensatz zur Rakel-Beschichtung mit
schrägem Materialdurchsatz in Schubrichtung.
[0012] Einfacher gestaltet sich die Vermeidung von Verstopfungen der Steuerlöcher bei Anwendung
strukturierter Glaslotbeschichtungen in Linien- oder Gitterform, und zwar beispielsweise
wiederum durch die Verwendung einer Walze.
[0013] Die Struktur des Glaslotauftrags und die Dünnglasstapelherstellung sind dabei so
gestattet, daß beim Fritten kein Glaslot in die Steuerlöcher (Durchtrittskanäle) des
aktiven Bereichs gedrückt wird, da eine Steueriochverstopfung vermieden werden soll.
[0014] Mit dem erfindungsgemäßen Maßnahmen wird eine gleichmäßige Glaslotbelegung und Zusammenglasung
im aktiven Bereich erzielt, denn sonst würden unregelmäßige Potentialverhältnisse
bzw. Aufladungserscheinungen bei Elektronendurchgang und damit ein ungleichmäßiger
Bildeindruck als Folge auftreten.
[0015] Anhand eines in der Figur schematisch im Schnitt dargestellten Ausführungsbeispiels
soll die Erfindung weiter erläutert werden. Teile, die nicht unbedingt zum Verständnis
der Erfindung beitragen, sind in der Figur weggelassen oder unbezeichnet.
[0016] Die in der Figur dargestellte Steuereinheit besteht im wesentlichen aus zwei Glasplatten
1. Die eine der Glasplatten dient dabei als Steuerscheibe und die andere Glasplatte
als Tetroden- bzw. Pentodenscheibe. Die Glasplatten sind im aktiven Bereich (Lochraster)
mittels Glaslot 2 miteinander kompakt verbunden, das durch Siebdruck auf die Glasplatten
1 aufgebracht ist.
1. Steuereinheit, die zur Elektronensteuerung insbesondere in einer Anzeigevorrichtung
zwischen einem Gasentladungsraum und einem Nachbeschleunigungsraum angeordnet ist,
und die aus mindestens zwei zu einem Stapel zusammengefaßten dünnen Glasplatten (Dünnglasplatten)
besteht, welche ein Raster von Durchtrittskanälen (Lochraster) aufweisen, das dem
Raster der mindestens einseitig auf die Glasplatten in Form einer Matrix aufgebrachten
Elektronensteuerelementen entspricht, dadurch gekennzeichnet, daß die Glasplatten
(1) besonders im aktiven Bereich - (Lochraster) mittels Glaslot (2) miteinander kompakt
verbunden sind, das durch Siebdruck auf die Glasplatten (1) aufgebracht ist.
2. Verfahren zur Herstellung einer Steuereinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die Dünnglasplatten (1) auf den zu verbindenden Seiten
mit Glaslot (2) beschichtet werden und anschließend in einem Glaslotprozeß justiert
und planparallel zusammengefrittet werden.
3. Verfahren zur Herstellung einer Steuereinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet
, daß die Dünnglasplatten (1) durch Zwischenscheiben aus Isolatormaterial, vorzugsweise
Glas, die die gleiche Lochstruktur, insbesondere mit etwas größeren Lochöffnungen
aufweisen, derart zusammengelötet werden, daß entweder nur die Zwischenscheibe(n)
auf beiden Seiten mit Glaslot beschichtet werden oder nur die Dünnglasplatten (1)
auf jeweils der der Zwischenscheibe zugewandten Seite beschichtet werden.