Anwendungsgebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein spurgebundenes Transportmittel für die Beförderung von
Personen im öffentlichen Nahverkehr.
Zweck
[0002] Mit der Erfindung wird das Leistungsangebot des öffentlichen Personennahverkehrs
erhöht
Stand der Technik
[0003] Auf Versuchsstrecken im In- und Ausland werden zur Zeit unterschiedliche Ausführungen
von Kabinenbahnen erprobt und getestet Dazu gehören das von Messerschmitt--Bölkow-Blohm
entwickelte CAT-(Cabinentaxi-) System, dessen Versuchsbetrieb 1974 in
' Hagen/Westfalen aufgenommen wurde, die H-Bahn, die von der SIEMENS AG in Zusammenarbeit
mit der schweizerischen Gesellschaft DÜWAG auf einer Strecke in Dortmund erprobt wird,
die amerikanische Luftkissen-Kabinenbahn der Firma OTIS sowie die Kabinenbahn des
Systems ARAMIS, die in Frankreich erprobt wird.
Kritik des Standes der Technik
[0004] Nachteilig für diejenigen Kabinenbahnen, die auf Hochstraßen, Brücken oder Betonbahnen
fahren ist ihre Unverträglichkeit mit bestehenden Bahnsystemen. Umsteige- und Umladebahnhöfe
müssen auf mehreren Ebenen angelegt werden. Die Ursache für diese Unverträglichkeit
ist in der Lage der Fahrbahn zum Wagenumriß zu suchen. Die Räder der Kabinen rollen,
ähnlich den Rädern von Kraftfahrzeugen, auf der Oberfläche der Fahrbahn. Die Fahrbahn
verläuft unter den Kabinen. Aber gerade diese Anordnung der Fahrbahn macht das Umsteigen
der Fahrgäste von der Kabinenbahn in ein anderes Bahnsystem auf gleicher Ebene unmöglich,
einfach deshalb, weil die Fahrbahn der Kabinenbahn buchstäblich im Wege ist
[0005] Bei solchen Kabinenbahnen, die an hängenden Fahrträgem fahren, wie zum Beispiel die
H-Bahn in Dortmund, ist eine gute Verträglichkeit mit bestehenden Bahnsystemen gewährleistet
Ohne Schwierigkeiten ließen sich Bahnsteige anlegen, an denen die Fahrgäste auf einer
Ebene von den Wagen der H-Bahn in die Wagen von Straßenbahn oder S-Bahn umsteigen
könnten. Als nachteilig würde ich bei der H-Bahn wie auch bei dem CAT--System die
großflächigen kastenförmigen Fahrträger bezeichnen, die sich nur schwer in die baulichen
Gegebenheiten der Innenstädte einfügen lassen.
[0006] Das Vorhandensein einer eigenen Betriebsebene muß bei allen Kabinenbahnen als ein
entscheidender Vorteil gegenüber bestehenden Bahnsystemen angesehen werden.
Aufgabe
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Transportmittel für den Personentransport
im städtischen Verkehr und im Überlandverkehr zu schaffen, das sowohl die Vorteile
einer eigenen Betriebsebene nutzt als auch den Fahrgästen gute Umsteig- und Anschlußmöglichkeiten
zu bestehenden Bahnsystemen bietet
Lösung
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Kabinenbahn für den Personentransport
gelöst.
Weitere Ausgestaltung der Erfindung
[0009] Die Kabinen der Kabinenbahn sind in Triebdrehgestellen gelagert, deren Räder auf
einem über dem Umriß der Kabine verlaufenden Fahrträger abgestützt und geführt werden.
Der Schwerpunkt der Kabinen liegt unter dem Fahrträger.
[0010] Der Fahrträger wird in zwei baulichen Ausführungen, als Stahlgitterträger und als
Stahlbetonträger hergestellt Stahlgitterträger und Stahlbetonträger haben einen hutförmigen
Querschnitt und besitzen Laufflächen, auf denen die Laufräder der Triebdrehgestelle
rollen und Führungsflächen, an denen die Triebdrehgestelle mittels Führungsrädem geführt
werden. Die Laufflächen liegen, im Querschnitt gesehen, im unteren Bereich seitlich
sußen an beiden Seiten des Fahrträgers. Die Laufflächen sind, von der Waagerechten
abweichend, nach außen hin abfallend geneigt Diese satteldachförmige Neigung der Laufflächen
bewirkt, daß die Triebdrehgestelle dadurch und unter dem Einfluß der Schwerkraft stets
mittig zur Längsachse des Fahrträgers geführt werden.
[0011] Jedem der vier tragenden luftbereiften Räder eines jeden Triebdrehgestells ist ein
weiteres luft- oder vollgummibereiftes Rad zugeordnet, weiches im Fall eines Reifenschadens
den Fahrbetrieb sichersiellt
[0012] Zusätzlich zu den tragenden Rädern hat jedes Triebdrehgestell vier waagerecht stehende
luft- oder vollgummibereifte Führungsräder, die das Triebdrehgestell bei erhöhter
seitlicher Belastung und bei stark gekrümmten Streckenabschnitten an den Führungsflächen
der Fahrträger abstützen. Als Führungsflächen dienen die senkrechten, außen liegenden
Flächen der zwei unteren Längsträger des Fahrträgers.
[0013] Liegt keine erhöhte seitliche Belastung vor, so besteht zwischen den Laufflächen
der Führungsräder und der Führungsfläche des Fahrträgers ein Luftspalt von einigen
Millimetern.
[0014] Die Weiche der Kabinenbahn besteht aus starren und aus beweglichen Teilen. Die gewünschte
Fahrtrichtung der Kabinen, Stammgleis oder Zweiggleis, wird durch die Stellung der
beweglichen Teile zueinander erzielt Während bei den geraden und bei den gekrümmten
Fahrträgem wie auch bei den starren Teilen der Weiche die seitlichen Lauf-und Führungsflächen
mit der tragenden Konstruktion eine bauliche Einheit bilden, sind bei den beweglichen
Teilen der Weiche zum Teil eine Lauf- und eine Führungsfläche, zum Teil zwei Lauf-
und zwei Führungsflächen mit der jeweils tragenden Konstruktion zu einem Bauteil vereint
[0015] Die Fahrtrichtung der Kabinen wird durch zwei bewegliche, um eine Achse drehbar gelagerte
Mittelstücke erzielt, die im Schnittpunkt der Laufflächen von Stammgleis und Zweiggieis
aneinandergrenzen. Bei dem drehbar gelagerten Mittelstück, welches vom Schnittpunkt
der Mittelachsen von Stammgleis und Zweiggleis bis zum Schnittpunkt der Laufflächen
reicht, sind eine gekrümmte Lauf- und Führungsfläche sowie eine gerade Lauf- und Führungsfläche
in der Anordnung wie Bogen und Sehne mit einer tragenden Mittelkonstruktion zu einem
Bauteil vereint, der Drehpunkt liegt mittig, die Lauf- und Führungsflächen weisen
nach außen. Daran anschließend sind wiederum eine eine gerade und eine gekrümmte Lauf-und
Führungsfläche, diesmal in Portalbauweise, zu einem drehbar gelagerten Bauteil vereint,
der Drehpunkt liegt auch hier mittig, die Lauf- und Führungsflächen weisen jedoch
nach innen.
[0016] Außer diesen zwei beweglichen Bauteilen sind noch je eine gerade sowie eine gekrümmte
Lauf- und Führungsfläche mit einer jeweils entsprechenden tragenden Konstruktion zu
beweglichen Bauteilen vereint Diese letztgenannten Bauteile sind mittels Dreharmen
um jeweils zwei Achsen drehbar gelagert und lassen sich zu beiden Seiten des Weichen-Abschnittes,
an welchem die Abzweigung beginnt, je nach gewünschter Fahrtrichtung in die Fahrbahn
einschwenken oder aus der Fahrbahn zur Seite hin ausschwenken.
[0017] Mit der Weiche der Kabinenbahn lassen sich somit die gewünschten Verbindungen durch
Drehen beziehungsweise durch Schwenken der beweglichen Teile hersteilen. Die Verbindung
Stammgleis-Stammgleis ist dann gegeben, wenn alle drehbar gelagerten Bauteile der
Weiche so ge- steiit sind, daß die geraden Lauf- und Führungsflächen eine Gerade bilden.
In diesem Fall ist das seitlich gelegene, zweifach drehbar gelagerte Bauteil mit nur
einer geraden Lauf- und Führungsfläche in die Fahrbahn eingeschwenkt, das auf der
Gegenseite gelegene, zweifach drehbar gelagerte Bauteil mit nur einer gekrümmten Lauf-
und FOhrungsfläche aus der Fahrbahn zur Seite hin ausgeschwenkt.
[0018] Die Verbindung Stammgleis-Zweiggleis ist dann gegeben, wenn alle drehbar gelagerten
Bauteile der Weiche so gesieilt sind, daß die gekrümmten Lauf- und Führungsflächen
einen Kreisbogen bilden. In diesem Fall ist des seitlich gelegene, zweifach drehbar
gelagerte Bauteil mit nur einer geraden Lauf- und Führungsfläche aus der Fahrbahn
ausgeschwenkt, das auf der Gegenseite gelegene, zweifach drehbar gelagerte Bauteil
mit nur einer gekrümmten Lauf- und Führungsfläche in die Fahrbahn eingeschwenkt.
[0019] Mit dem Ausschwenken der letztgenannten Bauteile aus der jeweiligen Fahrbahn werden
die für das Befahren der Weiche erforderlichen Freiräume geschaffen.
[0020] Die Triebdrehgestelle der Kabinenbahn können an Stelle der luftbereiften Laufräder
auch mit bei Schienenbahnen üblichen Stahlrädem mit Stahllauffläche und Spurkranz
ausgerüstet sein. Diese Ausführung der Erfindung soll nachfolgend als Stahl-Rad-Schiene
Ausführung bezeichnet werden.
[0021] Bei der Stahl-Schiene Austührung werden auch die Fahrträger und und die Weichen für
den Stahl-Rad-Schiene Betrieb eingerichtet. An Stelle der Laufflächen für die luftbereiften
Räder werden Schienen, wie sie bei Eisenbahn und Straßenbahn üblich sind, auf die
seitlichen Auskragungen der im Querschnitt gesehen hutförmigen Fahrträger sowie auf
die tragenden Konstruktionen der starren und der drehbar gelagerten Bauteile der Weichen
verlegt
[0022] Ein weiterer Bestandteil der Erfindung ist die selbsttätige Kontrolle der Fahrausweise
der Kabinenbahn. Zu diesem Zweck ist die Fahrkarte der Kabinenbahn in einen Klartext-Teil
und in einen Programm-Teil unterteilt In den Programm-Teil der Fahrkarte ist in codierter
Form ein Kontroll-Programm übertragen, mit dessen Zeichen die Gültigkeit des Fahrausweises
selbsttätig überprüft werden kann.
[0023] Als Bezugsgröße für den Kontrollvagang wird das Gewicht der zu kontrollierenden Personen
eingesetzt. In dem Programm-Teil der Fahrkarte ist deshalb neben dem Programmbild,
welches den Streckenabschnitt bezeichnet, für den diese Fahrkarte Gültigkeit hat,
auch ein Zeichen für das Gewicht enthalten, weiches auf diesem Streckenabschnitt gültig
befördert werden darf.
[0024] Um eine Messung der zu befördernden Last vomehmen zu können, sind der Boden der Kabine
oder die ganze Kabine federnd abgestützt. Eine Meßeinrichtung, die mit der federnden
Abstützung der Kabine geschaltet ist, mißt ständig die augenblickliche Belastung der
Kabine oder des Kabinenbodens und übermittelt die gemessenen Werte einer Kontrolleinrichtung.
[0025] Die Kontrolleinrichtung vergleicht vor dem Beginn jeder Fahrt die gemessenen Werte
der Meßeinrichtung mit den laut Fahrkarte eingegebenen Werten. Stimmen die Werte überein,
wird die Fahrt freigegeben; stimmen die Werte nicht überein, so geht daraus hervor,
daß ein Fahrgast oder mehrere Fahrgäste nicht in dem Besitz eines gültigen Fahrausweises
sind, oder daß noch nicht alle Fahrkarten in die Kontrolleinrichtung eingegeben worden
sind. Die Fahrt der Kabine kann erst dann fortgesetzt werden, wenn alle Fahrgäste
der Kabine eine für den nächsten Streckenabschnitt gültige Fahrkarte in die Kontrolleinrichtung
eingegeben haben oder wenn diejenigen Fahrgäste, die nicht im Besitz einer gültigen
Fahrkarte sind, die Kabine verlassen haben. Die entsprechenden Anweisungen werden
den Fahrgästen akustisch oder optisch übermittelt.
[0026] Für den Fahrgast der Kabinenbahn ist es daher erfindungsgemäß nicht möglich, mit
einer Kabine einen Streckenabschnitt zu befahren, für den er keinen gültigen Fahrausweis
besitzt.
[0027] Ein weiterer Bestandteil der Erfindung ist der Transport der Kabinen mit wechselnden
Transportmitteln.
[0028] In Anlehnung an den kombinierten Güterverkehr, bei dem das Transportgut in einer
Transportkette unter Beibehaltung des Transportbehälters mit wechselnden Transportmitteln
transportiert wird, können auch die Kabinen der Kabinenbahn mit wechselnden Transportmitteln,
das heißt in diesem Fall wechselweise mit dachseitigen oder mit bodenseitigen Wechsel-Fahrgestellen,
transportiert werden.
[0029] Als dachseitiges Wechsel-Fahrgestell wird ein Fahrgestell bezeichnet, welches aus
zwei Triebdrehgestellen der Erfindung und aus einem Fahrgestelirahmen mit einer Fläche
zum Andocken der Kabine besteht Als bodenseitiges Wechsel-Fahrgestell wird ein Fahrgestell
bezeichnet, welches aus zwei Drehgestellen bestehender Bahnsysteme, wie zum Beispiel
Eisenbahn oder Straßenbahn, und aus einem Fahrgestellrahmen mit einer Fläche zum Andocken
der Kabine zusammengesetzt ist.
[0030] Die Kabinen, die sowohl an der Dachseite als auch an der Bodenseite Flächen zum Andocken
dachseitiger oder bodenseitiger Wechsel-Fahrgestelle besitzen, sind mit diesen Andockflächen
und mit Hilfe fembedienter Schnellkupplungen wechselweise an die jeweiligen Andockflächen
der dachseitigen oder der bodenseitigen Wechsal-Fahrgestelle angedockt.
[0031] Mit Hilfe dieser technischen Voraussetzungen ist es möglich, Kabinen von den Wechsel-Fahrgestellen
der Erfindung auf Wechsel-Fahrgestelle bestehender Bahnsysteme umzusetzen oder in
umgekehrter Reihenfolge Kabinen von den Wechsel-Fahrgestellen bestehender Bahnsysteme
auf die Wechsel-Fahrgestelle der Erfindung zu verlasten. Die Kabinen der Kabinenbahn
lassen sich somit auch auf den Strecken bestehender Bahnsysteme, das sind Eisenbahn-,
S-Bahn-, Straßenbahn- und U-Bahn-Strecken transportieren, ohne daß die Fahrgäste umsteigen
müßten und ohne daß an den Strecken bestehender Bahnsysteme wesentliche Veränderungen
vorgenommen werden müßten.
[0032] An der Verlaststation, so soll der Streckenabschnitt bezeichnet werden, an welchem
die Kabinen von den Wechsel-Fahrgestellen des einen Systems auf die Wechsel-Fahrgestelle
des anderen Bahnsystems verlastet werden, sind ein gerades Gleis des bestehenden Bahnsystems
und ein gerader Fahrträger der Erfindung so übereinander verlegt, daß die Längsachsen
beider Verkehrswege senkrecht übereinander verlaufen.
[0033] Die bodenseitigen Wechselfahrgestelle sind mit Hubtischen ausgerüstet, die auf- und
abwärts bewegt werden können und mit denen die Kabinen an der Verlaststation angehoben
und abgesenkt werden können.
[0034] Fur den Vorgang des Verlastens werden an der Verlaststation die dachund die bodenseitigen
Wechsel--Fahrgestelle so in Stellung gebracht, daß alle für die Verlastung erforderlichen
Einrichtungen, das sind insbesondere die anzudockenden Flächen sowohl der zu verlastenden
Kabinen als auch der Wechsel-Fahrgestelle sowie die gegenseitigen Hälften der fembedienten
Schnellkupplungen, in senkrechter Projektion übereinander liegen.
[0035] Die Veriastung einer Kabine von dem Wechsel--Fahrgestell des einen Bahnsystems zu
dem Wechsel--Fahrgestell des anderen Bahnsystems wird mit Hilfe der Hubtische durch
Absenken oder durch Anheben der Kabinen und mit dem Lösen oder mit dem Verbinden der
fernbedienten Schnellkupplungen vollzogen.
Erzielbare Vorteile
[0036] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen darin, daß mit der Erschließung
einer eigenen Betriebsebene eine größtmögliche Unabhängigkeit von dem bestehenden
Straßen-, Schienen- und Fußgängerverkehr erreicht wird,
daß der Bahnbetrieb der Erfindung wegen der erreichten Unabhängigkeit von dem übrigen
Verkehr weitgehendst den gegebenen verkehrlichen Anforderungen angepaßt werden kann,
daß die Erfindung ungeachtet der erreichten Unabhängigkeit von dem übrigen Verkehr
gute Umsteig- und Anschlußmöglichkeiten zu bestehenden Bahnsystemen bietet,
daß die Verkehrswege der Erfindung leicht über vorhandene Verkehrswege hinweggeführt
werden können,
daß die Kabinen der Kabinenbahn an den Haltestellen auch von behinderten und gebrechlichen
Fahrgästen und von Fahrgästen mit Rollstuhl oder mit Kinderwagen niveaugleich begangen
und befahren werden können,
daß die Erfindung ohne Fahr- und Zugbegleitpersonal betrieben werden kann,
daß bei Bahnbetrieb ohne Fahr- und Zugbegleitpersonal eine zuverlässige Kontrolle
der Fahrausweise gewährleistet ist, daß die Kabinen der Kabinenbahn für den Transport
mit wechselnden Transportmitteln eingerichtet sind, das heißt, das es möglich ist,
Kabinen von den Fahrgestellen der Erfindung auf geeignete Fahrgestelle bestehender
Bahnsysteme umzusetzen, daß somit Kabinen der Kabinenbahn auch auf Eisenbahn-, S-Bahn-,
Straßenbahn- und U-Bahn--Strecken befördert werden können und von da aus wieder auf
Fahrgestelle der Erfindung umgesetzt werden können
Kabinenbahn für den Personentransport, dadurch gekennzeichnet,
1. daß die Kabinen der Kabinenbahn in Triebdrehgesbellen gelagert sind, welche mit
Lauf- und Führungsrädem auf einem über dem Dach der Kabinen verlaufenden Fahrträger
abgestützt und geführt werden, daß der Fahrträger in zwei baulichen Ausführungen,
als Stahlgitterträger und als Stahlbetonträger hergestellt sein kann und daß beide
Ausführungen einen hutförmigen Querschnitt haben und Lauf- und Führungsflächen besitzen
von denen die Laufflächen auf den seitlichen Auskragungen des hutförmigen Fahrträgers
aufliegen und, von der Waagerechten abweichend, nach außen hin abfallend geneigt sind,
daß bei dem Stahigitterträger die senkrechten äußeren Flächen der zwei unteren Längsträger,
die nach unten über den hutförmigen Querschnitt hinausragen, als Führungsflächen dienen,
daß bei dem Stahlbetonträger ebenfalls die senkrechten außen liegenden Flächen zweier
nach unten über den hutförmigen Querschnitt hinausragenden Unterzüge als Führungsflächen
dienen,
2. daß jedes Triebdrehgestell vier tragende luftbereifte Räder hat, die paarweise
auf den Laufflächen der Fahrträger rollen, daß dadurch und durch die satteldachförmige
Neigung der Laufflächen und durch die Einwirkung der Schwerkraft die Triebdrehgestelle
stets mittig zum Fahrträger geführt werden,
3. daß jedes Triebdrehgestell außer den tragenden Rädern an jeder Seite des Fahrträgers
zwei waagerecht stehende, luft- oder gummibereifte Führungsräder hat, die das Triebdrehgestell
bei erhöhter seitlicher Belastung an den Führungsflächen abstützen und so, der Richtung
des Fahrträgers folgend, die Führung des Fahrzeuges übernehmen, daß bei nicht vorhandener
seitlicher Belastung zwischen den Laufflächen der Führungsräder und der Führungsfläche
des Fahrträgers ein Luftspalt von einigen Millimetern besteht,
4. daß die Triebdrehgestelle der Kabinenbahn an Stelle der luftbereiften Laufräder
auch mit bei Schienenbahnen üblichen Stahlrädem mit StahUauffläche und Spurkranz ausgerüstet
sein können und daß diese Ausführung der Erfindung nachfolgend als Stahl-Rad-Schiene
Ausführung bezeichnet wird,
5. daß bei der Stahl-Rad-Schiene Ausführung an Stelle der Laufflächen für die luftbereiften
Räder Schienen, wie sie bei Eisenbahn und Straßenbahn üblich sind, auf die seitfichen
Auskragungen der im Querschnitt gesehen hutförmigen Fahrträger verlegt sind,
6. daß die Weiche der Kabinenbahn aus starren und aus beweglichen Teilen besteht und
daß die gewünschte Verbindung, Stammgleis-Stammgleis oder Stammgieis--Zweiggleis,
durch die Stellung der insgesamt vier beweglichen befahrenen Teile zueinander hergestellt
wird,
daß von den insgesamt vier beweglichen Teilen die Teile 1 und 2, die mittig zwischen
Stammgleis und Zweiggleis liegen. jeweils um eine starre Achse drehbar gelagert sind
und daß die Teile 1 und 2 in dem gedachten Schnittpunkt der annähernd V-förmig zueinanderlaufenden
Laufflächen von Stammgleis und Zweiggieis mit einem Abstand von einigen Millimetem
aneinander grenzen,
daß bei dem Teil 1, welches vom Beginn der Abzweigung bis zu dem gedachten Schnittpunkt
der V-förmig zueinanderlaufenden Laufflächen von Stammgleis und Zweiggleis reicht,
je eine gekrümmte und eine gerade Lauf- und Führungsfläche in der Anordnung wie Bogen
und Sehne mit der tragenden Mittelkonstruktion zu einem drehbar gelagarten Bauteil
vereint sind und daß die Lauf- und Führungsflächen, wenn man die tragende Mittelkonstruktion
als innen liegend bezeichnet, nach außen weisen,
daß bei dem Teil 2 wiederum eine gekrümmte und eine gerade Lauf- und Führungsfläche
mit der tragenden Konstruktion, diesmal in Portalbauweise, zu einem drehbar gelagerten
Bauteil vereint sind, bei dem die Lauf- und Führungsflächen jedoch nach innen weisen
und durch den erfindungsgemäß geschaffenen Freiraum voneinander getrennt sind,
daß außerdem noch je eine gerade und eine gekrümmte Lauf- und Führungsfläche mit einer
jeweils entsprechenden tragenden Konstruktion zu den Bauteilen 3 und 4 vereint sind.
die zu beiden Seiten des Weichenabschnittes an welchem die Abzweigung beginnt, angeordnet
sind, und daß die Teile 3 und 4 mittels Dreharmen um jeweils zwei starre Achaen drehbar
gelagert sind. und daß diese so gelagerten Bauteile je nach der geforderten Fahrverbindung
in die Fahrbahn ein- oder aus der Fahrbahn herausgeschwenkt werden können,
daß sich die gewünschte Fahrverbindung der Kabinenbahn somit durch Drehen beziehungsweise
durch Schwenken der drehbar gelagerten Bauteile der Weiche herstellen läßt,
daß die Verbindung Stammgleis-Stammgleis dann gegeben ist, wenn alle drehbar gelagerten
Bauteile der Weiche so gestellt sind, daß die geraden Lauf- und Führungsflächen eine
Gerade bilden, daß in diesem Fall das seitlich gelegene, zweifach drehbar gelagerte
Bauteil mit nur einer geraden Lauf- und Führungsfläche, das Teil 3, in die Fahrbahn
eingeschwenkt ist, das auf der Gegenseite gelegene, zweifach drehbar gelagerte Bauteil
mit nur einer gekrümmten Lauf- und Führungsfläche, das Teil 4, aus der Fahrbahn zur
Seite hin ausgeschwenkt ist,
daß die Verbindung Stammgleis- Zweiggleis dann gegeben ist, wenn alle drehbar gelagerten
Bauteile der Weiche so gestellt sind, daß die gekrümmten Lauf- und Führungsflächen
einen Kreisbogen bilden, daß in diesem Fall das seitlich gelegene, zweifach drehbar
gelagerte Bauteil mit nur einer geraden Lauf- und Führungsfläche, das Teil 3, aus
der Fahrbahn ausgeschwenkt, das auf der Gegenseite gelegene, zweifach drehbar gelagerte
Bauteil mit nur einer gekrümmten Lauf- und Führungsfläche, das Teil 4, in die Fahrbahn
eingeschwenkt ist,
daß mit dem Ausschwenken der zweifach drehbar gelagerten Bauteile 3 und 4 aus der
jeweiligen Fahrbahn die für das Befahren der Weiche erforderlichen Freiräume geschaffen
werden, und daß die Weiche der Kabinenbahn somit erfindungsgemäß in beiden Richtungen
und je nach gewünschter Verbindung mit den Triebdrehgestelien der Kabinenbahn befahren
werden kann,
7. daß bei der Stahl-Rad-Schiene Ausführung an Stelle der Laufflächen für die luftbereiften
Räder Schienen, wie sie bei Eisenbahn und Straßenbahn üblich sind, auf die tragenden
Konstruktionen der starren und der drehbar gelagerten Bauteile der Weiche aufgelegt
sind,
8. daß die Kabinen der Kabinenbahn mit einer Einrichtung für die selbsttätige Kontrolle
der Fahrausweise ausgerüstet sind, daß zu diesem Zweck die Fahrkarten der Kabinenbahn
in einen Klartext-Teil und in einen Programm-Teil unterteilt sind und daß in den Programm-Teil
der Fahrkarte Zeichen in codierter Form übertragen sind,
daß als Bezugsgröße für den Kontrollvorgang das Gewicht der zu befördemden Personen
eingesetzt wird, daß deshalb in dem Programm-Teil der Fahrkarte neben dem Zeichen,
welches den Steckenabschnitt bezeichnet, für den diese Fahrkarte Gültigkeit hat, auch
ein Zeichen für das Gewicht eingebracht ist, weiches auf diesem Streckenabschnitt
gültig befördert werden darf,
daß entweder die ganze Kabine oder nur der Boden der Kabine federnd abgestützt ist,
daß eine MeBeinrichtung ständig den Federweg der federnden Abstützung mißt daraus
die augenblickliche Belastung der Kabine errechnet und die errechneten Werte der Kontrolleinrichtung
übermittelt, daß die Kontrolleinrichtung vor dem Beginn einer jeden Fahrt die von
der Meßeinrichtung übermittelten Werte mit dem aus dem Programm-Teil der Fahrkarte
gelesenen Werten vergleicht und die Fahrt der Kabine erst dann freigibt, wenn beide
Werte übereinstimmen,
9. daß die Kabinen der Kabinenbahn für den Transport mit wechselnden Transportmitteln
eingerichtet sind, daß ein Fahrgestell, weiches aus zwei Triebdrehgestellen der Erfindung
und aus einem Fahrgestellrahmen mit einer Fläche zum Andocken besteht, als dachseitiges
Wechsel--Fahrgestell, ein Fahrgestell, welches aus zwei Drehgestellen bestehender
Bahnsysteme, wie zum Beispiel Eisenbahn oder Straßenbahn, und aus einem Fahrgestellrahmen
mit einer Fläche zum Andocken besteht, als bodenseitiges Wechsel-Fahrgestell bezeichnet
wird,
daß die Kabinen der Kabinenbahn sowohl an der Dachseite als auch an der Bodenseite
Flächen zum Andocken dachseitiger oder bodenseitiger Wechsel-Fahrgestelle besitzen,
daß die Kabinen mit diesen Andockflächen und mit Hilfe fembedienter Schnellkupplungen
wechselweise an die jeweiligen Andockflächen der dachseitigen oder der bodenseitigen
Wechsel-Fahrgestelie angedockt sind, und daß die Kabinen demzufolge wechselweise sowohl
mit einem dachseitigen als auch mit einem bodenseitigen Wechsel--Fahrgestell transportiert
werden,
10. daß die bodenseitigen Wechsel-Fahrgestelle, die in ihrer Bauart den Niederflurwagen
für den Container-Transport ähnlich sind, mit Hubtischen ausgerüstet sind, die auf-
und abwärts bewegt werden können und mit denen die Kabinen für den Verlastvorgang,
das beißt für den Wechsel von einem Wechsel-Fahrgestell zu dem Wechsel-Fahrgestell
des anderen Bahnsystems, angehoben und abgesenkt werden können,
11. daß der Wechsel einer Kabine von dem Wechsel--Fahrgesbell des einen Bahnsystems
zu dem Wechsel--Fahrgestell des anderen Bahnsystems an einer Verlaststation mit Hilfe
der Hubtische durch Absenken oder durch Anheben der Kabine vollzogen wird, und daß
die zu verlastenden Kabinen zu Beginn oder am Ende dieser Bewegungsabläufe durch das
Lösen oder durch das Verbinden der fembedienten Schnellkupplungen von dem jeweiligen
Wechsel-Fahrgestell gelöst oder mit diesem verbunden sind, daß für den Vorgang des
Verlastens alle zusammenwirkenden Verlastvorrichtungen, das sind die anzudockenden
Flächen und die gegenseitigen, sowohl an der Kabine als auch an den anzudockenden
Wechsel-Fahrgestellen angebrachten Kupplungshälften der fembedienten Schnell--Kupplungen
sowie die Längsachsen der Kabine, des dachseitigen und des bodenseitigen Wechsel-Fahrgestells,
in senkrechter Projektion übereinander liegen,
12. daß alle hier aufgeführten Patentansprüche auch für Modell- und Spielzeugausführungen
der Kabinenbahn Gültigkeit haben.