(19)
(11) EP 0 190 757 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.08.1986  Patentblatt  1986/33

(21) Anmeldenummer: 86101531.1

(22) Anmeldetag:  05.02.1986
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B65D 90/04, B65D 77/06
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 06.02.1985 DE 3503916

(71) Anmelder: International Flavors & Fragrances I F F (Deutschland) Gesellschaft mit beschränkter Haftung
D-4240 Emmerich (DE)

(72) Erfinder:
  • Stok, Srecko, Dipl.-Ing.
    D-4240 Emmerich (DE)
  • Meeuwissen, Henricus
    NL-5341 BP Oss (NL)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Steriles Bag-in-Box Füll- und Entnahmesystem


    (57) Bei sterilen Bag-In-Box Füll- und Entnahmesystemen für die Lagerung, den Transport und Entnahme auch in Etappen von Flüssigkeiten, wie pasteurisierten Fruchtzubereitungen und dergleichen, besteht die Gefahr der Reinfektion, so daß häufig nicht nur die eingelagerten Flüssigkeiten verderben, sondern auch die Inhalte der mit diesen versehenen in größeren Mengen abgefüllter Fruchtjoghurt - Becher.
    Außerdem sind für die Einrichtungen hohe Investitionskosten aufzubringen und es fallen bei jeder Neubefüllung der bisherigen Anlagen große Reinigungs- und Wartungskostem an. Um eine größere Sicherheit gegen die Reinfektion zu erreichen und die Kosten sowohl für die Anschaffung, als auch den laufenden Betrieb zu verringern, wird der Kunststoffsack (1) hermetisch verschlossen und steril hergestellt, in die Ventileinheit(2) eingesetzt, wobei die Öffnung desselben einen 0-Dichtring (3) aufweist, dessen Innenfläche mit einer Abdichthaut (4) versehen ist, die von der einfüllenden Flüssigkeit bei ihrer Zerstörung entfernt wird.


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und die zugehörigen Einrichtungen zu einem sterilen Bag-In-Box Füll- und Entnahmesystem, mit dem Flüssigkeiten, wie pasteurisierte Fruchtzubereitung, auch Fruchtgrundstoff genannt, in höher liegender Viskosität oder andere Flüssigkeiten transportiert, gelagert, sowie nach Bedarf auch in Etappen entnommen werden können.

    [0002] Es sind für den Mehrwegbetrieb transportable, rostfreie Edelstahldruckbehälter, oft als Flüssigkeitscontainer bezeichnet, bekanntgeworden, in die die Flüssigkeiten direkt eingebracht werden und die in der Regel Inhalte von etwa 100 bis 1000 Liter und auch mehr aufweisen. Auch bedient sich die Praxis zur entsprechenden Handhabung dieser Flüssigkeiten Bag-In-Box Container-Systeme, ebenfalls größerer Fassungsvermögen, als Ein-oder Mehrwegverpackungen.

    [0003] Die aus hochwertigem, rostfreiem Edelstahl hergestellten Behälter, bei denen meist durch direkten Gasdruckbeaufschlagung auf die Flüssigkeiten die zu entnehmenden Mengen derselben zum beschleunigten Ausfließen gebracht werden, weisen hohe Anschaffungspreise auf und verlangen eine Reihe von umfangreichen Zusatzeinrichtungen, wie Sterilisationseinrichtungen für Stickstoff-, CO2-Gas Druckluft oder andere Gase, Sicherheits- sowie Füll- und Entnahmeventile und dgl. mehr, so daß sie beachtliche Investitionsaufwände bedingen.

    [0004] Wirtschaftlich noch ungünstiger wirken sich aber die laufend auftretenden Wartungs- und Betriebskosten, insbesondere für die erforderliche absolut sterile Handhabung, aus. Die Behältnisse und alle ihre Zusatzeinrichtungen müssen jeweils vor der Wiederbefüllung, unter Zuhilfenahme von chemischen Mitteln gründlich gereinigt werden, welches eine völlige Demontage, auch der Armaturen, verlangt. Anschließend muß nach dem Zusammenbau eine Sterilisation vorgenommen werden, was mit Heißdampf bei 115 °C durchgeführt wird und wozu allein etwa eine halbe Stunde Zeit aufgebracht werden muß. Alle Arbeiten gestalten sich in Folge der erforderlichen Sorgfalt sehr aufwendig und verlangen besonders zuverlässiges Personal, das oft nicht zur Verfügung steht.

    [0005] Die Sauerstoffentfernung aus den Behältern, je nach dem Vorgehen in den Betrieben, entweder vor dem Einfüllen der Fruchtzubereitung oder nach dem Einfüllen derselben,im verbleibenden oberen Freiraum, ist ebenfalls langwierig und sehr aufwendig, da sie durch ausspülenden Austausch der Innenluft erfolgt und der Restsauerstoff einen Wert von weniger als 1 % aufweisen muß.

    [0006] Diese Nachteile sucht bereits ein anderes System auszuschalten, bei dem die erwähnten Produkte ebenfalls zum Transport, der Lagerung, sowie der etappenweise Entnahme in sogenannte Einweg-Bag-In-Box Container, auch größere Inhalte wie z.B. bis 250 Liter und mehr, eingebracht werden. Hierbei wird bekanntlich ein Kunststoffsack in ein Außenbehältnis, meist ein Karton, eingelegt. Bei diesen bekanntgewordenen Verpackungen sind aber die einliegenden Kunststoffsäcke mit einem oben angeordneten Füll- und einem unteren Entnahmeventil versehen, wodurch einmal der Aufwand sehr hoch ist und die Gefahr der Reinfektion beim Anschließen der Zufluß- und Abflußleitungen besonders groß ist. Das Einweg-System betrifft den gesamten Lieferumfang, so daß jeweils erhebliche, Anschaffungen erforderlich sind und ein großer Müllanfall vorliegt. Außerdem ist es erforderlich, daß spezielle Abfüllanlagen zur Verfügung stehen müssen, die ebenfalls auch wieder hohe Betriebs- und Wartungsaufwände bedingen, wodurch insgesamt immer noch bei diesem System sehr hohe Kosten entstehen und die Gefahr des Verderbens der Fertigware nicht ausgeschlossen ist.

    [0007] Aufgabe der Erfindung ist es demnach einmal, ein Verfahren und die zugehörigen Einrichtungen in Vorschlag zu bringen, durch die im Gegensatz zu den bislang angewandten Systemen der direkten Flüssigkeitseinbringung im Mehrwegbehälter, Bag-In-Box-Systeme angewandt werden, bei denen die hohen Reinigungs- und Sterilisations-, sowie Anschaffungskosten, als auch die der Sauerstoffentfernung entfallen, und eine große Sicherheit gegen die Reinfektion geboten wird. Zum anderen gehört es zur Aufgabe der Erfindung, bei den Einweg-Bag-In-Box Containersystemen sowohl der Reinfektion vorzubeugen, als auch hier wenigstens teilweise zum Mehrwegsystem überzugehen.

    [0008] Diese Aufgabe wird im wesentlichen durch ein Verfahren gelöst, bei dem ein leerer, steriler Kunststoffsack in ein nicht oder für Druckbeaufschlagung geeignetes Außenbehältnis eingelegt wird, und derselbe unten eine hermetisch geschlossene und nur durch Zerstörung zu öffnende Entleerungsstelle aufweist, die in eine Ventileinheit eingesetzt wird, wobei dieser Verschluß durch die eindrückende Flüssigkeit geöffnet wird.

    [0009] Die zur Durchführung des Verfahrens gehörenden Einrichtungen sind im wesentlichen so ausgebildet, daß der geschlossene Kunststoffsack mit einem unten befindlichen Füll- und Entnahmeschlauchstück versehen ist, welches mit einem am letzteren außen liegenden 0-Dichtring abschließt, dessen Innenfläche durch eine verhältnismäßig dünne Abdichthaut verschlossen ist, wobei die Teile des Füll-und Entnahmeschlauchstücks,ein Schlauchteil, der 0-Dichtring und die Abdichthaut entweder einstückig hergestellt oder durch Schweißen verbunden sind.

    [0010] In besonderer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß die Abdichthaut mehrere sogenannte Sollreißstellen aufweist,die verdünnt oder als Einkerbungen ausgeführt sind, so daß die Abdichthaut hierdurch leicht und kontrolliert so beim Durchdrücken der Flüssigkeit einreißt, daß erstere als Teilstücke an den nicht verdünnten Stellen hängenbleibt.

    [0011] Erfindungsgemäß wird weiter vorgeschlagen, daß zum Halten des Kunststoffsackes im Behälter an demselben Ösen oder dgl. vorgesehen werden oder daß an dem Sack Klammern angeordnet werden, wobei an diese Einrichtungen Zugmittel anschließen, die oben an der Deckelunterseite des Außenbehältnisses angeordnet werden, so daß der Kunststoffsack mit zunehmender Entleerung nicht zusammenfallen und hierbei den Auslauf behindern kann.

    [0012] Von besonderem Vorteil ist es, daß in der Nähe der unten liegenden Ventileinheit schnell zu öffnende und zu verschließende Löcher vorgesehen sind, durch die nach Einlegen des Kunststoffsackes- der Bedienungsmann bequem das Füll- und Entnahmeschlauchstück erfassen und in die FUll-und Entnahmeöffnung des Außenbehältnisses einsetzen kann.

    [0013] Zum bequem Einsetzen des Füll- und Entnahmeschlauchstückes in die Füll- und Entnahmeöffnung des Außenbehältnisses kann gemäß einem weiteren Vorschlag der Erfindung auch so vorgegangen werden, daß der O-Dichtring des Füll- und Entnahmeschlauchstückes vor dem Einbringen in das Außenbehältnis so zusammengefaltet wird, daß er eine kleinere Außenabmessung aufweist und er in diesem Zustand durch ein ihn umwickelnden Klebestreifen vorübergehend gehaltert wird, wobei mit dem Klebestreifen eine Kette oder dgl. angeschlossen sein kann, um mit ihr mittels einer Stange mit geeignetem Haken, welche durch die Füll- und Entnahmeöffnung von außen eingeführt wird, die Kette zum Herausziehen des Füll- und Entnahmeschlauchstückes bequem erfassen zu können.

    [0014] Das bequeme Herausnehmen des Füll- und Entnahmeschlauchstückes ist auch dadurch zu erreichen, daß am Ende der Kette oder mit dem Klebestreifen direkt am Füll- und Entnahmeschlauchstück ein Eisenteil bzw. Magnetstück angeordnet wird und sich an einer einzuführenden Stange der Magnetgegenpool befindet.

    [0015] Im Rahmen der Erfindung wird der Vorschlag unterbreitet, daß der Kunststoffsack in ein Außenbehältnis, geeignet für Druckbeschlagung, eingelegt wird, wodurch die Entleerung bei der Entnahme von Flüssigkeit, beschleunigt wird.

    [0016] Durch einen weiteren erfinderischen Lösungsweg wird vorgeschlagen, daß der Kunststoffsack in ein nicht druckbeaufschlagbares Ein- oder Mehrwegaußenbehältnis, das ein Karton, Kiste oder dgl. sein kann, eingelegt wird, wobei der innere Ventilteil der Füll- und Entnahmeventileinheit so ausgebildet ist, daß er die Seitenwand, aus der er austritt, spannend umfaßt.

    [0017] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß in die Entleerungsleitung eine selbstansaugende Pumpe für die Flüssigkeit installiert wird, so daß durch die Vakuumwirkung derselben ein beschleunigtes Entleeren ermöglicht wird.

    [0018] Ein weiteres Merkmal der Erfindung besteht darin, daß die Kunststoffsäcke so ausgeführt sind, daß sie in bereits vorhandene Außenbehältnissetformmäßig angepaßt, eingesetzt werden können.

    [0019] Die Erfindung ist auf die aufgeführten Beispiele nicht beschränkt, so wird ihr Rahmen nicht verlassen, wenn für den Füll- und Entnahmevorgang, zum Beispiel aus Gründen der örtlichen Raumverhältnisse oder sonstigen besonderen Betriebsbedingungen,jeweils ein gesondertes Füll- und Entnahmeschlauchstück vorgesehen wird.

    [0020] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß die Lagerung, der Transport, sowie die etappenweise Entnahme auch von steril zu handhabenden Flüssigkeiten, wie z.B. die sogenannte Fruchtzubereitung, wesentlich vereinfacht und mit größerer Sicherheit durchgeführt werden kann, wobei Betriebskosten und Wartungsaufwand eingespart und auch unberechtigte Reklamationsansprüche ausgeschlossen werden. Außerdem ist es möglich, vorhandene Einrichtungen,wie beispielsweise Edelstahldruckbehälter,unverändert als Außenbehältnis mit und ohne Druckbeaufschlagung- verwenden zu können, sowie zumindest einer Teil der bisherigen Einwegverpackungen beliebig oft verwenden zu können. Ein weiterer besonderer Vorteil ist dadurch gegeben, daß im Gegensatz zu den bekannten Bag-In-Box-Containersystemen sowohl zum Befüllen keine umfangreichen und aseptischen Abfüllanlagen, die hoch im Anschaffungspreis liegen, als auch zur Leerung keine aseptischen Entnahmevorrichtungen, die ebenfalls aufwendig sind und in größeren Stückzahlen benötigt werden, verwendet werden müssen.

    [0021] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, es zeigt :

    Fig. 1 eine Gesamtansicht auf einen transportablen Rostfrei- Edelstahl-Container bekannter Bauart.

    Fig. 2 die Ventileinheit gem. der Einzelheit A nach Fig. 1 im Schnitt vergrößert dargestellt,

    Fig. 3 eine Füll- und Entnahme-Ventileinheit an einem Kartonaußenbehältnis angeordnet,

    Fig. 4 eine Seitenansicht gem. Fig. 3 nach Pfeilrichtung Z,

    Fig.5-8 verschieden ausgeführte Teilquerschnitte des äußeren Bereichs von Füll- und Entnahmeschlauchstücken im vergrößerten Maßstab,

    Fig. 9 eine Ansicht gem. Fig. 5 in Pfeilrichtung Y



    [0022] Der in Fig. 1 dargestellte Flüssigkeitscontainer 2 besteht aus dem Edelstahldruckbehälter 4, dem Traggestell 6, und der Füll- und Entnahmeventileinheit 8. Der rostfreie Edelstahldruckbehälter 4 weist oben ein Mannloch 12 auf, durch das der leere Kunststoffsack 14 einzubringen ist, der über Haken 20 des Deckels 10 über Zugmittel 16, die an seinen Ösen 18 anderseits anschließen, aufgehangen ist.

    [0023] An dem Ventilanschlußteil 21'des rostfreien Edelstahldruckbehälters 4, wie es auch Fig. 2 deutlicher zeigt, ist der Kelgelstutzen 22 angeschweißt, wobei ihm eine Überwurfmutter 24 zugeordnet ist.

    [0024] Mittels des Kegelstutzens 22 ist der innere Ventilteil 26 der Füll- und Entnahmeventileinheit 8 angeschlossen. Das am Kunststoffsack 14 befindliche Füll-und Entnahmeschlauchstück 28 kann bequem nach Öffnen des Loches 30 durch Entfernen des Verschlußteils 32 erfaßt und durch das Ventilanschlußteil 21 und den Kegelstutzen 22 so eingesetzt werden, daß der O-Ring 34 des Füll- und Entnahmeschlauchstückes 28 vor der Stirnfläche 36 des Kegelstutzens 22 liegt.

    [0025] Das Verschlußteil 32 ist dadurch schnell abnehmbar und wieder einzusetzen, weil es vom Haltekeil 38 fest aufgesetzt wird, der mittels außerhalb des Verschlußteils 32 angeordnete Halter 40 sein Gegenlager findet, wobei über die Dichtschnur 42 bei Bedarf abgedichtet sein kann. Anschließend ist die Füll- und Entnahmeventileinheit 8 zu montieren und zur Sterilisation der Innenräume derselben wird in bekannter Weise vor der Befüllung des rostfreien Edelstahldruckbehälters 4 über das Rohr 43 Heißdampf eingelassen, wobei wenigstens zeitweise die Überwurfmuttern 24 so gelöst werden, daß der Heißdampf durch diese Gewindesitze entweichen kann.

    [0026] Der 0-Dichtring 34 bildet mit dem Schlauchteil 44 und der Abdichthaut 46 das Füll- und Entnahmeschlauchstück 28, das je nach den Einbau- und Betriebsbedingungen des Anwendungsfalles und somit auch denen der Außenbehältnissen entsprechend dimensioniert ist. Der O-Dichtring 34 ersetzt den bei vorhandenen Einrichtungen dieser Art verwendeten Dichtring, er ist deshalb zum Schlauchteil 44 an dessen Außenbereich vorgesehen. Nach den jeweiligen Betriebsbedingungen richten sich auch die Materialqualitäten und Abmessungen des Kunststoffsackes, sowie der Teile des Füll- und Entnahmeschlauchstückes 28.

    [0027] Die Abdichthaut 46 kann verdünnte oder eingekerbte Partien bzw. Stellen aufweisen, durch die ein leichteres Einreißen gegeben ist, wobei zweckmäßiger Weise ein Aufbruch der Abdichthaut von der Mitte aus sternförmig nach außen in Betracht gezogen wird, damit die Reststücke möglichst kurz sind und nicht mit den zu verschwenkenden Ventilteilen, wie der Platte 98, kollidieren.

    [0028] Der Schlauchteil 44 ist auf das Rohrstück 47 des Spundflansches 48, der mit Halterillen 50 zum festeren Sitz versehen ist, aufgezogen, wobei in üblicher Weise der Spundflansch 48 um das Spundloch 52 des Kunststoffsackes 14 mit diesem verschweißt ist.

    [0029] Die Füll- und Entnahmeventileinheit 54, nach den Fig. 3 und 4, ist für Ein- und Mehrwegaußenbehältnisse 55 vorgesehen, die aus Karton, einer Kiste oder dergleichen bestehen.

    [0030] Der Kegelgewindestutzen 60 ist in das Loch 58 der Kartonseitenwand 56 eingesetzt, wobei die Außenscheibe 62 mit Gewinde auf den Kegelgewindestutzen aufgeschraubt ist, und anderseitig wird die Nutmutter 66 aufgeschraubt, die gegen die Innenscheibe 70, welche auf dem Kegelgewindestzten 60 mit ihrem Innendurchmesser Freigang hat, zur Wirkung kommt. Hierdurch wird diese innere Ventileinheit um die Kartonseitenwand 56 festspannend angeordnet, wobei der solide Sitz derselben durch die verhältnismäßig große Ausführung der Außen- und Innenscheibe 62 bzw. 70 erreicht wird.

    [0031] Die Außen- bzw. Innenscheibe 62 bzw. 70 ist jeweils in ihrem unteren Bereich 74 verkürzt ausgeführt, so daß die Füll-und Entnahmeventileinheit 8 möglichst nah an den Boden 76 des Außenbehältnisses 55 vorgesehen werden kann, um einen fast restlosen Auslauf der Flüssigkeit zu gewährleisten. Das einstückige Füll- und Entnahmeschlauchstück 68 wird aus dem O-Ring 80, der Abdichthaut 82 und dem Schlauchteil 78 gebildet, wobei letzteres auf dem kurzen Rohrstück 84 des Spundflansches 86 aufgezogen ist und wobei dasselbe über ein Klemmband 88 zusätzlich gehaltert wird.

    [0032] Der Spundflansch 86 ist mit dem Kunststoffsack 90 verschweißt. Das Einsetzen des Füll- und Entnahmeschlauchstückes 68, sowie das Anschließen und Sterilisieren der nur kurz angedeuteten Füll- und Entnahmeventileinheit 8 erfolgt in gleicher Weise wie bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 und 2 bereits beschrieben.

    [0033] In den Figuren 5 bis 9 sind einige Varianten der vorderen Partie von Füll- und Entnahmeschlauchstücken 28 bzw.68 gezeigt.
    Bei der Ausführung gem. den Fig. 5 und 9 ist eine einstückige Bauweise des gesamten Füll- und Entnahmeschlauchstückes 28 gewählt, wobei vom 0-Dichtring 34 das Schlauchteil 44 zunächst etwas nach innen verlaufend anschließt, damit es beispielsweise in vorhandene oder entsprechend ausgebildete Ventileinheiten eingesetzt werden kann. Die ebenfalls anschließende Abdichthaut 46 weist verdünnt ausgeführte Sollreißstellen 100 aufe

    [0034] Beim Ausführungsbeispiel des Füll- und Entnahmeschlauch= stückes 102 sind die Abdichthaut 104 und das Schlauchteil 106 mit dem 0-Dichtring 108 durch Verschweißen hermetisch verbunden sind, wie es Fig. 6 zeigt.

    [0035] Die Figur 7 zeigt eine Ausführung des Füll- und Entnahmeschlauchstückes 110, bei der der 0-Dichtring 112 mit der Abdichthaut 114 und dem Schlauchanschlußstück 116 einstückig hergestellt ist, wobei lezteres ebenfalls mit Halterillen 118 versehen ist, wodurch der aufgeschobene Schlauchteil 120 einen festen Halt erfährt.

    [0036] Die Bauart des Füll- und Entnahmeschlauchstückes 124 nach Fig. 8 weist ein einteiliges Abdichthaut- und Schlauchanschlußstück 126 auf, das mit dem 0-Dichtring 128 verschweißt ist.

    [0037] Weitere Hilfsgeräteteile sind für den störungsfreien Betrieb von Vorteil. So können, insbesondere für größere Anlagen, bei denen der Flüssigkeitsdruck in Bodennähe hoch ist, für die Halterung der Auslaufschlauchstücke 28 im Bereich der Innenräume der Behältnisse Halter 96 vorgesehen sein, so daß die Auslaufschlauchstücke 28 hier nicht zusammengedrückt werden können, wodurch sie beschädigt werden könnten und wodurch der Auslauf der Flüssigkeit gehemmt bzw. unterbunden werden könnte. Die Halter 96 können mit den Außenbehältnissen fest verbunden werden, sie können aber auch nur eingesetzt sein und/oder über geeignete, bekannte Mittel,wie Steckverbindungen oder dergl., lagegesichert werden.


    Ansprüche

    1. Verfahren zu einem sterilen Bag-In-Box-Füll-und Entnahmesystem, mit dem Flüssigkeiten, wie pasteurisierte Fruchtzubereitung oder andere Flüssigkeiten auch in höher liegender Viskosität transportiert, gelagert, sowie nach Bedarf auch in Etappen entnommen werden können, dadurch gekennzeichnet, daß ein leerer, steriler Kunststoffsack (14 ) in ein nicht oder für Druckbeaufschlagung geignetes Außenbehältnis (4,55) eingelegt wird und derselbe unten eine hermetisch geschlossene und nur durch Zerstörung zu öffnende Entleerungsstelle aufweist, die in eine Füll-und Entnahmeventileinheit (8) eingesetzt wird, wobei dieser Verschluß durch die eindrückende Flüssigkeit geöffnet wird.
     
    2. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet daß der geschlossene Kunststoffsack (14) mit einem unten befindlichen Füll- und Entnahmeschlauchstück (28, 68) versehen ist, welches mit einem am letzeren außen liegenden O-Dichtring (34,80,94, 108, 112) abschließt, dessen Innenfläche durch eine verhältnismäßig dünne Abdichthaut (46,82,104, 114,126 ) verschlossen ist, wobei die Teile des Füll- und Entnahmeschlauchstücks (28,68), ein Schlauchteil (44, 78,106,120 ), der 0-Dichtring (34, 80, 94, 108, 112) und die Abdichthaut (46, 82, 98, 104, 114) entweder einstückig hergestellt oder dieselben durch Zusammensckweißen zusammengefügt sind.
     
    3. Einrichtung nach Anspruch 2,dadurch gekennzeichnet, daß die Abdichthaut (46, 82, 104, 114) mehrere sogenannte Sollreißstellen (100) aufweist, die als verdünnte Partien oder als Einkerbungen ausgeführt sind, wobei diese vorzugsweise vom Zentrum aus strahlenförmig nach außen verlaufen.
     
    4. Einrichtung nach Anspruch 2 und 3,dadurch gekennzeichnet, daß zum Halten des Kunststoffsackes (14, 90) im Außenbehältnis, wie dem rostfreien Edelstahldruckbehälter (4)bzw. den Ein- und Mehrwegbehältnissen (55) im oberen Bereich Haken (20) oder dergl. vorgesehen sind und der Kunststoffsack oben mit Ösen (18) versehen ist oder daß an ihm Klammern angeordnet werden, wobei mittels dieser Einrichtungen der Kunststoffsack (14, 90) über Zugmittel (16) aufgehangen ist.
     
    5. Einrichtung nach Anspruch 2,dadurch gekennzeichnet, daß in der Nähe der unten liegenden Füll- und Entnahme- ventileinheit (8, 54) schnell zu öffnende und verschließende Löcher (30) im Außenbehältnis (4, 55) vorgesehen sind, solcher Größe, daß der Bedienungsmann hierdurch bequem das Füll- und Entnahmeschlauchstück (28, 68) erfassen und in die Füll- und Entnahmeöffnung (31) des Außenbehältnisses einsetzen kann.
     
    6. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Füll- und Entnahmeschlauchstück (28, 68) im Bereich des 0-Dichtringes (34, 80, 94, 108, 112) auf eine kleinere Außenabmessung zusammengefaltet und in diesem Zustand durch Bindemittel, wie Klebestreifen, vorrübergehend gehaltert wird, wobei mit dem Bindemittel eine Kette oder dergl. angeschlossen sein kann, um mit ihr mittels geeigneter Stange und an ihr vorgesehenem Haken von außen durch die Füll- und Entnahmeöffnung das Füll-und Entnahmestück bequem erfassen zu können.
     
    7. Einrichtung nach Anspruch 2 und 6,dadurch gekennzeichnet, daß am Ende der Kette oder direkt am Klebestreifen ein Eisenteil bzw. Magnetstück angeordnet ist und sich an einer einzuführenden Stange der Magnetgegenpol befindet.
     
    8. Einrichtung nach Anspruch 2,dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoffsack (14,90) in ein Außenbehältnis für Druckbeaufschlagung, z.B. einen rostfreien Edelstahldruckbehälter (4) eingelegt wird, wobei durch Druckbeaufschlagung die Entleerung bei der Entnahme von Flüssigkeit beschleunigt wird.
     
    9. Einrichtung nach Anspruch 2,dadurch gekennzeichnet, daß bei einem, in ein nicht druckbeaufschlagbares Ein- oder Mehrweg-Außenbehältnis (55) der innere Ventilteil, z.B. ein Kegelgewindestützen (60) der Füll- und Entnahmeventileinheit(54) so ausgebildet ist, daß er die Kartonseitenwand (56) spannend umfaßt.
     
    10. Einrichtung nach Anspruch 2 und 9,dadurch gekennzeichnet, daß auf den Kegelgewindestzten (60) zur Anlage an die Kartonseitenwand (56) eine Außenscheibe (62) größerer Abmessung festsitzend aufgeschraubt wird und anderseitig eine Innenscheibe (70) über eine Nutmutter (66) oder dergl. spannend zur Anlage gebracht wird, wobei beide Scheiben (62, 70) im unteren Bereich nur solang ausgeführt sind, daß die Füll- und Entnahmeventileinheit (54) nah am Boden (76) vorgesehen sein kann, oder daß die Außenscheibe (62) als Winkelstück ausgebildet ist, wobei ihr freier Schenkel unter dem Boden (76) zur Anlage kommt.
     
    11. Einrichtung nach Anspruch 2,dadurch gekennzeichnet, daß in das Rohr (44) als Füll- und Entnahmeleitung eine selbstansaugende Pumpe für die Flüssigkeit installiert ist, so daß durch die Vakuumwirkung derselben eine beschleunigte Entleerung ermöglicht wird.
     
    12. Einrichtung nach Anspruch 2 und folgende,dadurch gekennzeichnelt, daß zwei oder mehr gesonderte Füll-und Entnahmeschlauchstücke ( 28,68,106,120) am Kunststoffsack ( 14,90 ) anschließen.
     
    13. Einrichtung nach Anspruch 2 und folgende, dadurch gekennzeichnet, daß im Innenraum der Außenbehältnisse ( 4,55 ) vor den Füll- und Entnahmeöffnungen Halter ( 96 ) fest verbunden oder nur eingesetzt vorgesehen sind, in die die Füll- und Entnahmeschlauchstücke ( 28, 68 ), insbesondere mit ihren Spundflanschen (48, 86 ) eingesetzt werden können.
     




    Zeichnung