[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Zwischenankeranordnung gemäss dem oberbegriff
des Patentanspruches 1 und auf ein Verfahren zum Herstellen einer Zwischenankeranordnung
gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruches 5.
[0002] Im Spannbetonbau kennt man die "Vorspannung mit nachträglichem Verbund", bei der
die Spannglieder längsbeweglich in Hüllrohren geführt und nach dem Erhärten des Betons
gespannt werden. Daran anschliessend werden mit Injektionsgut die in den Hüllrohren
verbliebenen Leerräume ausgefüllt. Auf diese Weise wird über die gesamte Länge der
jeweiligen Spannglieder ein Verbund zwischen diesen und dem sie umgebenden Beton erzielt,
der sowohl im Bruchzustand als auch beim Versagen einer Verankerung eine zusätzliche
Sicherheit darstellt.
[0003] Nebst der oben erwähnten "Vorspannung mit nachträglichem Verbund" wird in jüngster
Zeit auch die "Vorspannung ohne Verbund" vermehrt für Betondecken und andere Betonbauteile
verwendet. Bei der "Vorspannung ohne Verbund" wird verhindert, dass das Spannglied
direkt mit dem Beton in Kontakt kommt. Das mit einer Schicht aus Dauerkorrosionsschutzfett
umgebene Spannglied befindet sich in einem Kunststoffrohr. Nach dem Erhärten des Betons
werden die Spannglieder vorgespannt, ohne dass danach über die gesamte Länge zwischen
beiden Verankerungen ein Verbund mit dem umgebenden Beton erzeugt wird.
[0004] In solchen Konstruktionen ist, insbesondere bei langen Spanngliedern, die mehrere
Deckenfelder durchlaufen, nachteilig, dass bei örtlicher Zerstörung eines Deckenfeldes
unter Umständen die direkt benachbarten Deckenfelder in Mitleidenschaft gezogen werden
können.
[0005] Auch kann es passieren, dass beim Versagen einer Verankerungsstelle eines Einzelspannngliedes
die restlichen intakt gebliebenen Spannglieder, die verloren gegangene Vorspannkraft
des Einzelspanngliedes kompensieren müssen, was zwangsläufig zur Reduktion des Bruchwiderstandes
eines solchen Bauabschnittes führen wird.
[0006] Man war deshalb bestrebt, durch zusätzliche Zwischenverankerungen, vorzugsweise im
Bereich von Stützen, zusätzliche Reserven einzubauen, welche beim Versagen einer der
Endverankerungen wirksam werden und somit nur ein Teil der Deckenfelder beschädigt
wird.
[0007] Ein weiterer Vorteil dieser Zwischenverankerungen ist, dass im Verhältnis zur Verkleinerung
der freien Dehnlänge der Spannglieder der Spannungszuwachs vergrössert wird und dass
dadurch die Bruchkraft entsprechend erhöht wird.
[0008] In der deutschen Patentschrift Nr. 1 143 319 ist eine Zwischenverankerung beschrieben,
die als Spanngliedstoss bezeichnet ist, bei dem zwei benachbarte Spannanker vor dem
Betonieren der zweiten_Bauetappe durch Gewindebolzen miteinander fest verbunden sind.
Die beiden Spannanker werden durch die Gewindebolzen mit mindestens der Vorspannkraft
des Spanngliedes gegeneinandergepresst. Damit erreicht man, dass beim Anziehen der
hochfesten Schrauben die Klemmkeile und die Drähte der noch ungespannten Spannglieder
mit mindestens der vollen Vorspannkraft in den Ankerkonus eingedrückt werden, so dass
beim Anspannen dieser Glieder kein Schlupf mehr eintritt und die hochfesten angespannten
Schrauben praktisch nicht mehr gedehnt werden. Dieser bekannten Zwischenverankerung
haften die Nachteile an, dass hochfeste Gewindeschrauben verwendet werden müssen,
welche zusammen die Spannkraft des Spanngliedes aushalten müssen, das Anziehen der
auf die Gewindebolzen aufgeschraubten Muttern erfordert eine grosse Geschicklichkeit
und muss sehr sorgfältig ausgeführt werden, da mindestens vier hochfeste Schrauben
gleichzeitig angespannt werden müssen, und schliesslich wird auf das Teilstück des
Spanngliedes im Bereich der Stossfuge durch die starre und nicht dehnbare Spanngliedstossstelle
keine Vorspannung auf den Beton ausgeübt. Das heisst, dass gerade der Bauabschnitt
im Bereich der Stossfuge im Gebrauchszustand rissgefährdet ist und nach anderen statischen
Kriterien als die der Vorspannbeton ohne Verbund bemessen werden muss.
[0009] In der US-PS Nr. 4 368 607 ist eine Zwischenverankerung beschrieben, die zwei Spannanker
mit zugehörigen Klemmkeilen aufweist. Den Klemmkeilen jedes Spannankers ist ein-Betätigungsglied
mit einem das Spannglied umgebenden Rohrstück und einem die dickeren Enden der Klemmkeile
sowie einen Teil des Spannankers umgebenden Haube zugeordnet. Auf den Rohrstücken
ist ein Aussengewinde vorhanden und auf dieses Aussengewinde der einander gegenüberliegenden
Rohrstücke der Betätigungsglieder ist ein mit gegenläufigen Innengewinden versehenes
rohrförmiges Pressglied aufgeschraubt. Der mittlere Bereich des Pressgliedes ist sechskantig
ausgebildet, damit das Pressglied mit Hilfe eines Schraubenschlüssels um seine Längsachse
gedreht werden kann, wodurch die Betätigungsglieder auseinandergepresst und die Klemmkeile
in die kegelstumpfförmige Ausnehmung in den Spannankern hineingepresst werden. Diese
bekannte Zwischenankeranordnung wird als ganzes zwischen den beiden Ankerplatten ausgeschäumt
mit Polystyren und bildet somit einen quaderförmigen Kunststoffaussparungsblock, wobei
das Betätigungsglied sich in einer Stellung befindet, in welcher die Klemmkeile nur
teilweise in die genannte kegelstumpfförmige Ausnehmung hineinragen und die das nachträgliche
Einfädeln der Einzelspannglieder ermöglicht.
[0010] Zum Erstellen beispielsweise einer sich über mehrere Felder erstreckenden Betondecke
wird der Kunststoffschaumaussparungsblock vorzugsweise über den Stützen angeordnet.
An beiden Enden des Spanngliedes werden normale bekannte Spannanker gesetzt und danach
wird die ganze Decke betoniert. Nach dem Erhärten des Betons wird der die Zwischenankeranordnungen
umgebende Schaumstoff entfernt, damit die Pressglieder zugänglich sind. Danach werden
die Spannglieder über ihre ganze Länge auf bekannte Weise gespannt. Daran anschliessend
wird das Pressglied jeder Zwischenankeranordnung so betätigt, dass die Klemmkeile
in die kegelstumpfförmige Ausnehmung der Spannanker gepresst werden und damit die
betreffenden Bereich des Spanngliedes fest in den Spannankern eingeklemmt werden,
so dass das Spannglied sich nicht mehr in seiner Längsrichtung verschieben kann. Schliesslich
werden die durch das Entfernen des Kunststoffes entstandenen Aussparungen mit Beton
aufgefüllt.
[0011] Bei der oben beschriebenen Zwischenankeranordnung muss nach dem Erhärten des Betons
der Kunststoff entfernt werden und die dabei entstehenden Hohlräume.im Beton müssen
nach dem Festziehen der Pressglieder wieder aufgefüllt werden, was mit erheblichem
zusätzlichem Arbeitsaufwand verbunden ist. Das Festziehen des Pressgliedes muss mit
grosser Sorgfalt erfolgen, weil bei ungenügendem Festziehen die Klemmwirkung zu klein
ist und die Zwischenankeranordnung nicht wirksam ist.
[0012] Ein weiterer Nachteil ist, dass die Aussparungen im Beton erst nach Abschluss der
Vorspannarbeiten mit Betonmörtel ausgefüllt werden und dadurch Stellen bilden, welche
nicht vorgespannt sind.
[0013] Es ist Aufgabe der Erfindung eine Zwischenankeranordnung zu schaffen, welcher die
oben genannten Nachteile nicht anhaften und deren Einsatz problemlos ist.
[0014] Die erfindungsgemässe Zwischenankeranordnung ist durch die im kennzeichnenden Teil
des Patentanspruches 1 angeführten Merkmale gekennzeichnet.
[0015] Das erfindungsgemässe Verfahren zum Herstellen einer Zwischenankeranordnung ist durch
die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruches 5 angeführten Merkmale gekennzeichnet.
[0016] Die Erfindung ist nachstehend mit Bezugnahme auf die Zeichnung beispielsweise näher
erläutert. Es zeigen
Fig. 1 die stark vereinfachte Darstellung einer Betondecke im Schnitt,
Fig. 2 einen Längsschnitt durch ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Zwischenankeranordnung,
wobei einer der Spannanker bereits einbetoniert ist,
Fig. 3 Klemmteile der Anordnung gemäss der Fig. 2 im Längsschnitt, mit einer zweiten
Ausführungsform des Abstandhaltemittels,
Fig. 4 einen Schnitt entlang der Linie IV-IV der Fig. 3,
Fig. 5 einen Schnitt entlang der Linie V-V der Fig. 3,
Fig. 6 Klemmteile der Anordnung nach der Fig. 2 im Längsschnitt, mit einer dritten
Ausführungsform des Abstandhaltemittels und
Fig. 7 einen Schnitt durch einen der Spannanker der Zwischenankeranordnung, wobei
der Spannanker in einer Vorbereitungsphase nach dem Betonieren der vorangehenden Bauetappe
dargestellt ist.
[0017] In der Fig. 1 ist ein Bauteil, insbesondere eine Betondecke 1, sehr vereinfacht und
im Schnitt dargestellt, damit eines der sich durch die Betondecke 1 erstreckenden
Spannglieder 2 sichtbar ist. Die Enden der Betondecke sind auf nur teilweise dargestellten
Aussenwänden 3 abgestützt. Zwischen den Aussenwänden 3 sind Pfeiler 4, Metallstützen
oder Zwischenwände vorgesehen, auf welchen die Betondecke 1 zusätzlich abgestützt
ist. An beiden Enden des Spanngliedes 2, das beispielsweise ein Spannkabel aus Stahldrähten
sein kann, ist je ein Endspannanker 5 vorgesehen. Zum Vermeiden, dass bei einem allfälligen
Lösen eines der Endspannanker 5 oder eines Bruches des Spanngliedes 2 die Vorspannkraft
über die ganze Länge des Spanngliedes verloren geht, werden vorzugsweise im Bereich
oberhalb der Pfeiler 4 sog. Zwischenankeranordnungen 6 angeordnet. Die nachstehend
beschriebene Erfindung bezieht sich auf die Ausbildung und Herstellung einer solchen
Zwischenankeranordnung 6.
[0018] Die Fig. 2 zeigt einen Längsschnitt durch ein Ausführungsbeispiel einer solchen Zwischenankeranordnung
6, die zwei Spannanker 7 und 8 umfasst, die einzeln auch als die oben erwähnten Endspannanker
5 an den beiden Enden des Spanngliedes 2 verwendet werden können. Jeder Spannanker
besitzt einen Stützkörper 9 bzw. 10 mit einem radial nach aussen abstehenden Flanschen
11 bzw. 12 und einer ebenfalls nach aussen 'abstehenden Stützrippe 13 bzw. 14. Anschliessend
an die Stützrippen 13 bzw. 14 weist der Stützkörper 9 bzw. 10 einen zylindrischen
Ansatz 15 bzw. 16 auf. Durch den Stützkörper 9 bzw. 10 erstreckt sich ein aus einem
zylindrischen Teil 17 bzw. 18 im Bereich des Ansatzes 15 bzw. 16 und einem kegelstumpfförmigen
Teil 19 bzw. 20 bestehender Durchgang, durch den sich das Spannglied 2 ersteckt. Der
kegelstumpfförmige Teil 19 ist zur Aufnahme von beispielsweise zwei Klemmkeilen 21
und der kegelstumpfförmige Teil 22 zum Aufnehmen von beispielsweise zwei Klemmkeilen
22 bestimmt. Die Klemmkeile 21 und 22 sind auf ihrer Innenseite mit sägezahnförmigen
Rippen 23 verse
- hen, die, wenn die Klemmkeile in Wirkstellung verbracht werden, zum Festhalten des
Spanngliedes 2 zumindest teilweise in dasselbe eindringen.
[0019] Zwischen den grossen Stirnseiten 24 der Klemmkeile 21 und 22 ist ein rohrförmiges
starres Element 25, z.B. ein Rohrstück, angeordnet. Der Innendurchmesser des rohrförmigen
Elementes 25 ist grösser als der Aussendurchmesser des Spanngliedes 2, damit sich
dieses frei innerhalb des rohrförmigen Elementes 25 bewegen kann.
Gleichmässig über den Umfangsbereich der Flanschen 11 und 12 verteilte Schrauben 26,
z.B. vier, erstrecken sich durch Bohrungen in den Flanschen. Die Aufgabe, welche die
Schrauben 26 zu erfüllen haben, ist weiter unten näher beschrieben.
[0020] Die Fig. 3 zeigt nur einen Teil des Spanngliedes 2 und die Klemmkeile .21'.. und
22' der Zwischenankeranordnung. Die Klemmkeile 21' und 22' sind über einen Steg 27
starr miteinander verbunden, welcher Steg die Funktion des oben genannten rohrförmigen
Elementes 25 übernimmt. Die Fig. 4 zeigt einen Schnitt durch den Steg 27 und die Fig.
5 einen Schnitt durch die Klemmkeile 22'. Der Steg 27 ist so ausgebildet, dass er
im montierten Zustand das Spannglied 2 nicht berührt.
[0021] Die Fig. 6 zeigt ebenfalls nur das Spannglied 2 und die Klemmkeile 21 und 22" der
Zwischenankeranordnung. Die Klemmkeile 21 sind gleich ausgebildet wie die Klemmkeile
21, die in der Fig. 2 dargestellt sind. Die Klemmkeile 22" besitzen je eine Verlängerung
28, deren freie Enden zum Anliegen an die Stirnfläche 24 der Klemmkeile 21 bestimmt
sind. Die Verlängerungen 28 sind so ausgebildet, dass sie im montierten Zustand der
Klemmkeile das Spannglied 2 nicht berühren. Diese Ausführungsform ist die vorteilhafteste
der drei oben genannten Ausführungsformen des Mittels zum Halten der Klemmkeile auf
einem vorgegebenen Abstand.
[0022] Die Fig. 7 zeigt einen Teil der erfindungsgemässen Zwischenankeranordnung nach dem
Betonieren der vorangehenden Bauetappe. Vor dem Betonieren der vorangehenden Bauetappe
wurde das Spannglied 2 durch den Spannanker 7 hindurchgeschoben und der Spannanker
7 mittels Schrauben 26 an einem nur teilweise dargestellten Schalungsbrett 29 befestigt,
wobei der Spannanker 7 durch einen Füllkörper 30, z.B. aus Styropor, gegenüber dem
Schalungsbrett 29 auf Abstand gehalten wird. Mit 31 ist der während der ersten Bauetappe
eingefüllte Beton bezeichnet.
[0023] Da die oben beschriebene Zwischenankeranordnung zum Erstellen von Bauteilen, wie Betondecken,
Bodenplatten, Flugpisten, Brückenplatten usw. mit "Vorspannung ohne Verbund" eingesetzt
wird, sind die Abschnitte des Spanngliedes 2, welche sich durch den Beton erstrecken,
von einer nicht dargestellten Schutzhülle oder einem Schutzrohr umgeben. Damit der
Beton nicht in das Innere des Spannankers 7 eindringt, ist eine Manschette 32 vorgesehen,
die einen Schutzübergang zwischen dem Ende der nicht dargestellten Schutzhülle und
dem zylindrischen Ansatz 15 bildet.
[0024] Nach dem Erhärten des Betons 31 wird das Schalungsbrett 29 und der Füllkörper 30
entfernt. Der letztere hinterlässt eine Nische 33 (siehe Fig. 2), in welche der Spannanker
7 teilweise hineinragt. Danach werden die Klemmkeile 21 in den kegelstumpfförmigen
Teil 19 des Durchganges des Spannankers 7 eingesetzt und der sich durch den erhärteten
Beton 31 erstreckende Abschnitt des Spanngliedes 2 wird mittels einer bekannten und
deshalb nicht näher beschriebenen Vorspanneinrichtung auf den Sollwert vorgespannt.
Nach dem Ausführen der Vorspannung nehmen die Klemmkeile 21 innerhalb des Spannankers
7 die in der Fig. 2 dargestellte Lage ein und verhindern, dass sich der genannte Abschnitt
des Spanngliedes 2 entspannen kann.
[0025] Jetzt wird zuerst das rohrförmige Element 25 und dann der Spannanker 18 vorerst ohne
die Klemmkeile 22 auf das Spannglied 2 aufgeschoben, bis das Element 25 an der Stirnseite
24 der Klemmkeile 21 anliegt. Danach werden die Klemmkeile 22 in den kegelstumpfförmigen
Teil 20 des Durchganges im Spannanker 8 eingesetzt und dieser in Richtung zum bereits
einbetonierten Spannanker 7 geschoben, bis die Stirnseite 24 der Klemmkeile 22 an
dem rohrförmigen Element 25 anliegen und sich die Schrauben 26 durch den Flansch 12
des Spannankers 8 erstrecken. Mittels auf die Enden der Schrauben 26 aufgeschraubten
Schraubenmuttern 34, die nur mässig angezogen werden, wird der Spannanker 8 koaxial
zum Spannanker 7 gehalten. Die Schraubenmuttern 34 werden nur soweit angezogen, dass
alle Klemmkeile 21 und 22 satt an dem rohrförmigen Element 35 anliegen und die Klemmkeile
22 nicht vollständig in den kegelstumpfförmigen Teil 20 des Durchganges im Spannanker
8 eingeschoben sind und somit nur eine sehr geringe Klemmwirkung auf das Spannglied
2 ausüben. Dieser Zustand ist in der Fig. 2 gezeichnet.
[0026] Nach dem Anbringen einer weiteren Manschette 32 am Ende des Ansatzes 16 des Spannankers
8 und eines Korrosionsschutzbandes 35 um die Fuge 36 zwischen den beiden Spannanker
7 und 8 erfolgt das Betonieren des nachfolgenden Bauabschnittes. Dabei wird auch die
Nische 33 mit Beton ausgefüllt. Das Korrosionsschutzband 35 verhindert das Eintreten
von Beton in den Raum zwischen den Klemmkeilen 21 und 22.
[0027] Nach dem Erhärten des während der nachfolgenden
Bauetappe eingefüllten Betons wird der betreffende Abschnitt des Spanngliedes 2 auf
den weiter oben genannten Sollwert vorgespannt. Am Ende dieses Abschnittes kann ein
Endspannanker 5 oder der Spannanker 7 einer nachfolgenden Zwischenankeranordnung angeordnet
sein. Weil die Klemmkeile 22 des Spannankers 8 praktisch keine Klemmwirkung auf das
Spannglied 2 ausüben, wirkt sich das Vorspannen des zweiten Abschnittes des Spanngliedes
2 bis in den von den Klemmteilen 21 eingeklemmten Teil des Spanngliedes 2 aus, wodurch
das Spannglied 2 auf seiner ganzen Länge zumindest angenähert gleichmässig vorgespannt
ist und zwar unabhängig von der Anzahl der Zwischenankeranordnungen, die sich zwischen
den Endstellen des Spanngliedes 2 befinden.
[0028] Auch nach dem Vorspannen des nachfolgenden Abschnittes des Spanngliedes 2 befinden
sich die Spannanker 7 und 8 sowie die ihnen zugeordneten Klemmkeile in der in der
Fig. 2 dargestellten Lage, d.h. die Klemmkeile 21 der Spannvorrichtung 7 üben ihre
volle Klemmwirkung auf das Spannglied 2 aus, während die Klemmkeile 22 des Spanngliedes
8 fast keine Klemmwirkung auf das Spannglied 2 ausüben.
[0029] Ein wesentlicher Vorteil der oben beschriebenen Zwischenankeranordnung ermöglicht,
dass das vorgespannte Spannglied 2 auf seiner ganzen Länge, d.h. auch im Bereich der
Zwischenankeranordnungen praktisch gleichmässig vorgespannt ist.
[0030] Falls sich der Spannanker 5 am anderen Ende des ersten Abschnittes des Spanngliedes
2 schlagartig löst oder das Spannglied im ersten Abschnitt bricht, so werden die Klemmkeile
21 des Spannankers 7 durch die Vorspannung im restlichen Teil des Spanngliedes 2 bezogen
auf die Fig. 2 nach rechts gezogen. Diese Bewegung wird augenblicklich über das rohrförmige
Element 25 auf die Klemmkeile 22 des Spannankers 8 übertragen, wodurch die Klemmkeile
22 zwangsläufig in ihre Wirkstellung gelangen, d.h. vollständig in den kegelstumpfförmigen
Teil 20 des Durchganges im Spannanker 8 hineingeschoben werden. Dadurch wird die Klemmwirkung
von den Klemmkeilen 21 auf die Klemmkeile 22 übertragen.
[0031] Sollte sich die Verankerung im nachfolgenden Abschnitt lösen, so wird die Vorspannung
im vorangehenden Abschnitt des Spanngliedes 2 durch die bereits sich in Klemmstellung
befindlichen Klemmkeile 21 des Spannankers 7 aufrechterhalten.
[0032] Wie mit Bezugnahme auf die Fig. 3 und 6 bereits erwähnt, können anstelle der Klemmkeile
21 und 22 sowie des rohrförmigen Elementes 25 die Klemmkeile 21' und 22' verwendet
werden, die über den Steg 27 starr miteinander verbunden sind, oder es können vorzugsweise
die Klemmkeile 21 und 22" eingesetzt werden, wobei die Klemmkeile 22" die Verlängerung
28 aufweisen. Diese letztere Ausführungsform des Abstandhaltemittels zeichnet sich
durch eine vergleichsweise mit dem rohrförmigen Abstandhaltemittel einfachere Montage
aus.
[0033] Die oben beschriebene Zwischenankeranordnung ist im Störungsfall auch dann wirksam,
wenn beispielsweise beim Vorspannen der nachfolgenden Bauetappe eine grössere Vorspannung
an das Spannglied 2 angelegt wird, als der oben genannte Sollwert. In diesem Fall
kann es sein, dass die Klemmkeile 21 des Spannankers 7 bezogen auf die Fig. 2 ein
wenig nach rechts bewegt werden, wodurch die Klemmwirkung der Klemmkeile 21 reduziert
wird. Das rohrförmige Element 25 überträgt aber die Verschiebebewegung der Klemmkeile
21 auf die Klemmkeile 22, in der Weise, dass die Klemmwirkung der Keile 22 in dem
Masse zunimmt, in welchem die Klemmwirkung der Klemmkeile 21 abnimmt. Als Nebenerscheinung
davon wird wiederum das Spannglied 2 auf seiner ganzen Länge gleichmässig auf Zug
beansprucht. Sollte auf der einen oder anderen Seite der Zwischenankeranordnung ein
Defekt auftreten, so reagieren die Klemmkeile auf die gleiche Weise, wie dies oben
bereits beschrieben ist, d.h. bei einem Störungsfall werden immer automatisch jene
Klemmkeile in ihre volle Wirkstellung verbracht, welche dem gestörten Bereich zugewandt
sind.
[0034] Weil die Schrauben 26 einerseits zum Halten des Schalungsbrettes 29 während dem Einbetonieren
des Spannankers 7, zum Halten des Spannankers 8 während der Montage und zum satten
Anliegen des rohrförmigen Elementes 25 bzw. der Verlängerung 28 an die Stirnseite
der Klemmkeile dienen, sind sie keiner grösseren Belastung ausgesetzt und es können
deshalb normale Schrauben verwendet werden.
1. Zwischenankeranordnung zum Vorspannen von Bauteilen, insbesondere von Betondecken,
die in mehreren Bauetappen erstellt werden, mittels wenigstens eines sich durch die
Bauteile erstreckenden Spanngliedes (2), mit zwei je mindestens einen Klemmkeil (21,
22) aufweisenden Spannanker (7, 8) und mit Schrauben (26) zum Zusammenhalten der beiden
Spannanker nach dem Ausführen der vorangehenden Bauetappe und während der nachfolgenden
Bauetappe, gekennzeichnet durch starre Mittel (25; 27; 28) zum Halten der Klemmkeile
(21, 22) der beiden genannten Spannanker auf einem Abstand, welcher Abstand so gewählt
ist, dass sich nur der Klemmkeil des einen der Spannanker in voller Klemmwirkung befindet.
2. Zwischenankeranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das starre
Mittel ein rohrförmiges starres Element (25) mit einem grösseren Innendurchmesser
als der Aussendurchmesser des Spanngliedes ist, dass das Element das Spannglied (2)
umgibt und dass das Element (25) zwischen den einander gegenüberliegenden Stirnseiten
(24) der Klemmkeile der beiden Spannanker angeordnet ist.
3. Zwischenankeranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die starren
Mittel durch Verlängerungen (28) an dem Klemmkeil (22") einer der Spannanker gebildet
ist und dass die genannte Verlängerung das Spannglied nicht berührt.
4. Zwischenankeranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die starren
Mittel durch einen die Klemmkeile (21', 22') der Spannanker starr verbindenden Steg
(27) gebildet sind, und dass der Steg so ausgebildet ist, dass er das Spannglied nicht
berührt.
5. Verfahren zum Herstellen einer Zwischenankeranordnung nach Anspruch 1, durch Einbetonieren
des ersten Spannankers (7) der Zwischenankeranordnung während der vorangehenden Bauetappe
und durch Vorspannen des betreffenden Abschnittes des Vorspanngliedes nach dem Erhärten
des Betons, dadurch gekennzeichnet, dass danach der zweite vom Spannglied durchsetzte
Spannanker (8) mittels Schrauben (26) am einbetonierten ersten Spannanker (7) so befestigt
wird, dass die Klemmkeile (21, 22) der beiden Spannanker an dem Abstandshaltemittel
(25; 27; 28) anliegen, dass die genannten Schrauben nur so weit angezogen werden,
dass der zweite Spannanker während dem Betonieren der nachfolgenden Bauetappe an Ort
und Stelle verbleibt und sich die Klemmkeile (22) des zweiten Spannankers in der Anfangsphase
ihrer Klemmstellung befinden, dass nach dem Erhärten des während der nachfolgenden
Bauetappe eingebrachten Betons der zugeordnete Abschnitt des Spanngliedes (2) vorgespannt
wird, wie der vorangehende Abschnitt während der vorangehenden Bauetappe.