[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Zerteilung und Extrusion von pastösem
Gut mit einer in einem Gehäuse rotierenden Förderschnecke, an deren Welle extrusionssei--tig
wenigstens ein rotierendes Flügelmesser und feststehende Lochscheiben angeordnet sind.
[0002] Einrichtungen dieser Art finden vor allem zur Zerkleinerung von Fleisch Verwendung.
[0003] So ist aus der DE-A - 2 240 624 ein Fleischwolf mit mehreren Lochscheiben und dazwischen
angeordneten Flügelmessern bekannt, bei dem zumindest die Flügel des ausgangsseitigen
Messers eine spezielle Ausformung aufweisen.
[0004] In der DE-A - 27 18 965 ist weiters eine Drehschneideinrichtung zum Schneiden und
Durchdrücken von Fleisch beschrieben, für welche wieder eine besondere Ausgestaltung
des Schneid- oder Flügelmessers kennzeichnend ist. Nach einer Ausführungsform ist
auch vorgesehen, eine Schneidscheibe aus einem Kunststoff mit geringer Reibung in
einer Ausnehmung einer Trägerscheibe anzuordnen, wobei die Schneidscheibe axiale Öffnungen
oder Bohrungen von etwas geringerem Durchmesser als die darüber liegenden Bohrungen
in der Trägerscheibe aufweist. Die Schneidkanten des Flügelmessers liegen an der Kunststoff-Schneidscheibe
an.
[0005] Zur Zerteilung von pastösem Gut - insbesondere von feuchter Frischhefe - war es bisher
üblich, das Gut mittels einer Schneckenpresse durch Siebplatten mit feinsten Öffnungen
zu pressen. Eine solch feine Zerteilung ist beispielsweise bei der Verarbeitung von
Frischhefe zur Erzeugung von Trockenbackhefe eine unabdingbare Voraussetzung.
[0006] Die Öffnungen der dazu verwendeten Siebplatten weisen Durchmesser von 0,5 mm oder
weniger auf. Infolge der bei der Extrusion auftretenden hohen Drücke müssen die Siebplatten
eine Stärke von einigen Millimetern haben, um nicht verformt zu werden. Um die notwendige
hohe Extrusionsleistung zu erzielen, mußte auch eine sehr hohe Öffnungszahl vorgesehen
werden. Die Herstellung von geeigneten Siebplatten ist aus den angeführten Gründen
sehr aufwendig, zumal sie aus rostfreiem Material - zweckmäßig aus rostfreiem Stahl
- gefertigt sein müssen.
[0007] Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, die aufgezeigten Schwierigkeiten der Feinzerteilung
von pastösem Gut zu überwinden und einfach und kostengünstig eine sehr weitgehende
Verringerung des Extrusionsdruckes zu erzielen, so daß als Grundgerät irgendeine leicht
verfügbare Einrichtung der eingangs definierten Art eingesetzt werden kann.
[0008] Die gestellte Aufgabe wird bei einer solchen Einrichtung erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß am extrusionsseitigen Gehäuseende hintereinander zwei Lochscheiben mit
fluchtenden Bohrungen montiert sind, zwischen denen eine Siebplatte von geringer Stärke
sandwichartig gehaltert ist.
[0009] Die Herstellungskosten einer Siebplatte von geringer Stärke sind im Vergleich zu
denjenigen einer weiter oben erwähnten - in herkömmlichen Schneckenpressen eingesetzten
- Siebplatte mit einer Stärke von mehreren Millimetern bedeutend geringer, gleichzeitig
vermindert sich die Durchtrittsarbeit des pastösen Gutes als Folge seines geringeren
Reibungswiderstandes in den aufgrund der geringen Plattenstärke kürzeren, englumigen
Öffnungen außerordentlich. Dementsprechend ist auch der aufzuwendende Extrusionsdruck
erheblich geringer. Eine Deformation der Siebplatte ist bei der erfindungsgemäßen
Einrichtung wegen der sandwichartigen Einspannung zwischen den beiden Lochscheiben
keinesfalls zu befürchten.
[0010] Vorteilhaft weisen die Lochscheiben eine freie Lochfläche von 30 bis 40 % ihrer Gesamtfläche
auf.
[0011] Auf diese Weise ist auf jeden Fall eine ausreichende Festigkeit der Scheiben gewährleistet,
es verbleibt jedoch andererseits noch eine genügend große freie Lochfläche für den
Durchtritt des pastösen Gutes. Ein Teil der Öffnungen in der Siebplatte wird zwar
von den Stegen zwischen den Bohrungen der Lochscheiben abgedeckt, es ist jedoch herstellungstechnisch
weitaus einfacher, die Öffnungen in annähernd gleichmäßiger Verteilung über die gesamte
Siebplatte vorzusehen.
[0012] Die Stärke der Siebplatte beträgt vorzugsweise 0,2 bis 1,0 mm. Die Öffnungen in der
Siebplatte können jede beliebige, für das zu zerteilende pastöse Gut geeignete geometrische
Form aufweisen. Feinste Öffnungen von praktisch beliebiger Form können beispielsweise
unter Heranziehung der Laserschneidtechnik in einer Platte passender Stärke angebracht
werden. Es können auch handelsübliche Siebbleche mit gestanzten Löchern verwendet
werden.
[0013] Vorzugsweise sind in der Siebplatte kreisförmige Öffnungen mit einem Durchmesser
von 0,2 bis 1,0 mm, insbesondere von 0,4 bis 0,6 mm, vorgesehen.
[0014] Nach einer weiteren zweckmäßigen Ausführungsform weisen sowohl das Gehäuse als auch
die Förderschnecke von einem Kühlmittel durchströmte Hohlräume auf, um gekühlte bzw.
wärmeempfindliche pastöse Güter während ihrer Verweilzeit in der erfindungsgemäßen
Einrichtung auf niedrigen Temperaturen halten zu können.
[0015] Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung noch näher erläutert.
[0016] Fig. 1 zeigt schematisch und teilweise im Schnitt den Austrittsteil einer erfindungsgemäßen
Einrichtung mit einem Stück der Förderschnecke, dem Flügelmesser und den Lochscheiben.
In Fig. 2 sind die beiden Lochscheiben und die dazwischen angeordnete Siebplatte im
ausgebauten Zustand dargestellt.
[0017] Mit 1 ist in Fig. 1 der zylindrische Gehäuseteil eines handelsüblichen Fleischwolfes
bezeichnet. Die im Gehäuseteil 1 rotierende Förderschnecke 2 sitzt auf einer Welle
3, wobei am extrusionsseitigen Ende der Förderschnecke 2 in der gezeigten Ausführungsform
ein die Welle 3 umgebender Vierkant 4 vorgesehen ist, welcher in eine entsprechende
Ausnehmung des vier Messerflügel aufweisenden, abziehbaren Flügelmessers 5 eingreift.
[0018] Wird die Welle 3 - entweder mittels eines Motors oder von Hand - in Rotation versetzt,
so wird die Drehbewegung auf die mit der Welle 3 fest verbundene Förderschnecke 2
sowie über den Vierkant 4 auf das Flügelmesser 5 übertragen. Selbstverständlich kann
anstelle des Vierkants ein anders geformter Teil zur Kraftübertragung auf das Flügelmesser
vorgesehen sein. Die einzelnen Messerflügel haben beim dargestellten Beispiel einen
im wesentlichen quadratischen Querschnitt mit geringfügig vorspringender Schneidkante
6. Die Schneidkanten 6 sind der ersten Lochscheibe 7 zugewendet, welche auf einem
ringförmigen Einsprung 8 des zylindrischen Gehäuseteiles 1 aufsitzt. Zwischen der
ersten Lochscheibe 7 und einer zweiten Lochscheibe 9 ist sandwichartig eine Siebplatte
10 gehaltert. Die beiden Lochscheiben 7, 9 und die Siebplatte 10 werden gemeinsam
durch Festziehen eines mit einem Innengewinde versehenen Sperr
- ringes 11 fixiert. Dieses Innengewinde greift in ein korrespondierendes Außengewinde
am Austrittsende des zylindrischen Gehäuseteiles 1 ein.
[0019] Die in Fig. 2 mit 12, 12' und 12" bezeichnete Mittelbohrung der Lochscheiben 7, 9
bzw. der Siebplatte 10 dient der Führung und Lagerung der Welle 3.
[0020] Die Bohrungen in den beiden Lochscheiben 7 und 9 weisen den gleichen Durchmesser
auf und sind im eingebauten Zustand genau fluchtend angeordnet; in der Siebplatte
10 sind kreisförmige Öffnungen vorgesehen. Um ein allfälliges Mitdrehen der Lochscheiben
sowie der Siebplatte mit der Welle 3 zu verhindern und um die richtige Position der
Lochscheiben 7, 9 zueinander zu fixieren, sind die Nuten 13, 13' und 13" im Umfangsteil
der kreisförmigen Siebplatte und Lochscheiben vorgesehen. Diese Nuten werden über
eine korrespondierende Rippe 14 (Fig. 1) an der Innenseite des zylindrischen Gehäuseteiles
1 geschoben.
[0021] Das zu extrudierende pastöse Gut, wie feuchte Frischhefe, wird mittels der Förderschnecke
2 zum Flügelmesser 5 bewegt und von letzterem gleichmäßig über die erste Lochscheibe
7 verteilt. Der von der Förderschnecke ausgeübte Druck reicht aus, um das pastöse
Gut durch die Öffnungen der dünnen Siebplatte 10 zu pressen. Das fein zerteilte, extrudierte
Gut weist die Form sehr dünner Nudeln oder Drähte auf und kann infolge seiner großen
Oberfläche beispielsweise leicht und schonend getrocknet werden.
1. Einrichtung zur Zerteilung und Extrusion von pastösem Gut mit einer in einem Gehäuse
(1) rotierenden Förderschnecke (2), an deren Welle (3) extrusionsseitig wenigstens
ein rotierendes Flügelmesser (5) und feststehende Lochscheiben angeordnet sind, dadurch
gekennzeichnet, daß am extrusionsseitigen Gehäuseende hintereinander zwei Lochscheiben
(7, 9) mit fluchtenden Bohrungen montiert sind, zwischen denen eine Siebplatte (10)
von geringer Stärke sandwichartig gehaltert ist.'
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lochscheiben (7, 9)
eine freie Lochfläche von 30 bis 40 % ihrer Gesamtfläche aufweisen.
3. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stärke
der Siebplatte (10) 0,2 bis 1,0 mm beträgt.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in der
Siebplatte (10) kreisförmige Öffnungen mit einem Durchmesser von 0,2 bis 1,0 mm, vorzugsweise
von 0,4 bis 0,6 mm, vorgesehen sind.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl
das Gehäuse (1) als auch die Förderschnecke (2) von einem Kühlmittel durchströmte
Hohlräume aufweisen.