| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 192 247 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
27.07.1988 Patentblatt 1988/30 |
| (22) |
Anmeldetag: 19.02.1986 |
|
|
| (54) |
Sprüheinrichtung zum Versprühen von Fliessfähigen Medien auf Werkstückoberflächen
Atomizer for spraying fluids on the surface of work pieces
Appareillage de pulvérisation pour appliquer des matériaux fluides sur des surfaces
de pièces d'oeuvre par pulvérisation
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
FR GB IT SE |
| (30) |
Priorität: |
21.02.1985 DE 3505967
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
27.08.1986 Patentblatt 1986/35 |
| (73) |
Patentinhaber: Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft |
|
80788 München (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Pintelon, Joseph
B-1680 Lennik (BE)
|
| (74) |
Vertreter: Schweiger, Erwin |
|
c/o Bayerische Motoren Werke AG - AJ-35
Postfach 40 02 40
Petuelring 130 D-8000 München 40 D-8000 München 40 (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 136 616 GB-A- 1 389 139
|
GB-A- 1 254 082 US-A- 3 596 506
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung der im Oberbegriff des 1. Anspruchs
angegebenen Gattung.
[0002] Eine gattungsgemäße Sprüheinrichtung beschreibt die deutsche Patentanmeldung P 33
34 047.1. Dort wird eine Einrichtung für das Konservieren von Hohlräumen bei Fahrzeugkarosserien
aufgezeigt. Diese Einrichtung besteht im wesentlichen aus einer Positionierungsvorrichtung
und einem gegenüber dieser relativ in vertikaler Richtung bewegbaren Trägerrahmen.
Auf dem Trägerrahmen sind sämtliche Sprühdüsen für die zu konservierenden Hohlräume
der Fahrzeugkarosserie angeordnet.
[0003] Um zu verhindern, daß bei Positionierungsfehlern und/oder Fertigungsfehlern die Sprühdüsen,
anstatt in die vorgesehenen Karosserieöffnungen einzufahren, gegen die Karosserie
stoßen und hierbei beschädigt werden, werden die Sprühdüsen auf dem Trägerrahmen längsverschiebbar
gelagert. Sobald nun eine Sprühdüse nicht in die vorgesehene Karosserieöffnung einfährt,
wird sie längsverschoben und betätigt hierbei einen Endschalter. Dadurch wird verhindert,
daß die Sprühdüse beschädigt wird und daß der Sprühvorgang außerhalb des zu besprühenden
Hohlraumes eingeleitet wird. Nachteilig ist hierbei, daß ein relativ großer Verschiebeweg
vorgesehen werden muß, bis der Endschalter betätigt wird.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, die gattungsgemäße Sprüheinrichtung dahingehend
weiter zu entwickeln, daß bei Positionierungsproblemen sicher vermieden wird, daß
die Düse beschädigt wird.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des ersten Anspruchs
gelöst. Durch die Verwendung eines Kraftsensors ist es möglich, selbst geringe Drücke,
die auf die Düse wirken, zu erfassen und dementsprechend ein Fehlersignal oder eine
Korrektur der Positionierung der Sprühpistole vorzunehmen. Diese Anordnung eignet
sich insbesonders bei automatisch arbeitenden Sprühanlagen, bei welcher entweder eine
Mehrzahl von Sprühpistolen auf einem Düsenträger vollautomatisch in mehrere Hohlräume
eingefahren werden oder die Karosserien bzw. Hohlkörper auf die starr angeordneten
Düsen abgesenkt werden oder bei Verwendung eines programmgesteuerten Roboters zum
Konservieren von Hohlräumen.
[0006] Durch die US-A-3 596 506 ist es zwar bekannt, bei einer Werkzeugmaschine zwischen
Werkzeugträger und Werkzeug einen Kraftsensor anzuordnen, um Abweichungen des Werkzeuges
vom Bearbeitungsweg und eine Überbelastung des Werkzeuges zu vermeiden. Neben dem
abweichenden Anwendungs-Sachgebiet ist dabei der Kraftsensor mittels eines Gelenkes
ausschließlich auf Kippbewegungen eines Werkzeugträgers quer zur Richtung der Werkstückbewegung
abgestimmt. Eine einfache Übertragung dieser bekannten Anordnung auf das Sachgebiet
der Erfindung mit axialen Krafteinwirkungen auf den Düsenkopf war daher nicht naheliegend.
[0007] Die Ansprüche 2 und 3 beschreiben mögliche Kraftsensoren, die sich für den Einsatzfall
der Hohlraumkonservierung besonders eignen.
[0008] Um sicherzustellen, daß die Längsverschiebung der Sprühdüse beim Anstoßen an die
Werkstückoberfläche verzögerungsarm von dem Kraftsensor erfaßt werden kann, ist eine
reibungsarme Lagerung der Sprühpistole erforderlich. Eine geeignet Anordnung beschreibt
die Ausbildung nach Anspruch 4.
[0009] Um den Aufwand der Gradführung und de'r Schneidenlagerung einzusparen bzw. wenn je
nach Einsatzgebiet keine vollständige Kapselung der Gradführung der Schneidenlagerung
und damit kein vollständiger Schutz gegen Verschmutzung möglich ist, wird die Weiterbildung
nach Anspruch 5 vorgeschlagen.
[0010] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles näher
erläutert. Es stellen dar:
Fig. 1 eine schematisierte Ansicht einer Sprüheinrichtung ; Fig. 2 eine Alternativausbildung
des Kraftsensors. (aus Fig. 1)
In Fig. 1 ist rein schematisch eine Sprüheinrichtung 1 dargestellt. Diese besteht
aus der Sprühpistole 2 mit angesetztem Düsenkopf 3. Die Sprüheinrichtung dient in
diesem Beispiel dazu, Hohlräume von Fahrzeugkarosserien zu versiegeln. Die hierzu
erforderlichen Anschlüsse wie Konservierungsmittelzufuhr, Reinigungsmittelzufuhr,
Steuerungsanschlüsse sind nicht dargestellt, da derartige Sprühpistolen allgemein
üblich und nicht Gegenstand dieser Erfindung sind.
[0011] Die Sprühpistole 2 wird - je nach Erfordernissen - von einem Trägerrahmen 4 gehalten.
In diesem Fall sind üblicherweise mehrere Sprühpistolen 2 auf den Trägerrahmen 4 montiert.
Der Trägerrahmen ist in geeigneter Weise mit der Fahrzeugkarosserie gekoppelt und
gestattet das gleichzeitige Einfahren der Sprühpistolen in die zu konservierenden
Hohlräume der Fahrzeugkarosserie.
[0012] Auch ist es denkbar, daß anstelle des Trägerrahmens 4 die Aufnahmeeinrichtung eines
Roboters verwendet wird. Dies kommt immer dann in Betracht, wenn Hohlräume zu konservieren
sind, die kein gradliniges Hereinfahren von außerhalb der Karosserie erlauben, oder
wenn nur vom Inneren des Fahrzeugs zugängliche Hohlräume zu konservieren sind.
[0013] Um Beschädigungen des Düsenkopfes 3 bei Nichteintauchen in den zu konservierenden
Hohlraum zu vermeiden und um sicherzustellen, daß nur dann Konservierungsmittel versprüht
wird, wenn der Düsenkopf in den zu konservieren den Hohlraum eingetaucht ist, ist
zwischen der Sprühpistole 2 und dem Trägerrahmen 4 ein Kraftsensor 5 angeordnet.
[0014] Der Kraftsensor 5 nach Fig. 1 weist einen Träger 6 auf, welcher s-förmig ausgebildet
ist, damit in Düsenkopflängsachse eine federnde Nachgiebigkeit erreicht wird. In dem
mittleren Schenkel 7 ist ein Dehnungsmeßstreifen oder ein piezoelektrischer Druckaufnehmer
angeordnet.
[0015] Wird nun die Sprüheinrichtung 1 in Richtung auf einen zu konservierenden Hohlraum
über den Trägerrahmen 4 verschoben, so erfaßt der Kraftsensor 5 eine auf den Düsenkopf
3 wirkende Kraft, wenn dieser nicht in den zu konservierenden Hohlraum eindringen
kann, sondern gegen Karosseriebleche stößt. Dies ist immer dann der Fall, wenn Positionierungsfehler
zwischen der Karosserie und dem Trägerrahmen 4 vorliegen oder wenn aufgrund von Fertigungsfehlern
eine geforderte Öffnung nicht hergestellt wurde. Sobald der Kraftsensor 5 ein Signal
liefert, wird die Antriebseinrichtung des Trägerarmes 4 stillgesetzt bzw. fährt der
die Sprüheinrichtung 1 tragende Roboter wieder in seine Ausgangslage zurück und kann
nun von neuem versuchen, die Sprüheinrichtung 1 in den Hohlraum einzufahren oder ein
Fehlersignal abgeben, so daß das Bedienungspersonal die Fehlerursache feststellen
kann. Gleichzeitig wird bei einem Signal des Kraftsensors 5 verhindert, daß der Sprühvorgang
eingeleitet wird. Dadurch wird sicher verhindert, daß Konservierungsmittel auf nicht
hierfür bestimmte Blechteile aufgesprüht wird.
[0016] In Fig. 2 ist eine alternative Ausführung des Kraftsensors 5 dargestellt. Der Kraftsensor
5' besteht aus einem Gehäuse 8, welches direkt mit dem Trägerrahmen 4 verschraubt
ist. Aus dem Gehäuse 8 ragen zwei Säulen 9 hinaus, auf denen die Sprühpistole 2 befestigt
ist. Die Säulen 9 sind im Gehäuse 8 in einer Längsführung gehalten. Die Längsführung
ist möglichst reibungsfrei ausgeführt. Denkbar sind hierfür beispielsweise Kugellager.
[0017] Im Gehäuse 8 sind die beiden Säulen 9 mit einem Joch 11 verbunden. Das Joch 11 weist
einen Lagerkopf 12 auf, der mit einer Schneide 13 zusammenwirkt. Die Schneide 13 ist
an dem freien Ende einer Druckmeßdose 14 angeordnet, welche mit ihrem anderen Ende
fest mit dem Gehäuse 8 verbunden ist.
[0018] Wird bei dieser Anordnung eine Kraft auf den Düsenkopf 3 ausgeübt, so wird über eine
Längsverschiebung der Säulen 9 und über die Schneidenlagerung 12, 13 die Druckmeßdose
14 verbogen. Die hieraus resultierende Druckänderung wird erfaßt und wie weiter oben
beschrieben verarbeitet.
[0019] Aufgrund der Geradführung 10 sowie der Schneidenlagerung 12, 13 arbeitet die Anordnung
nach Fig. 2 reibungsarm. Die Haltekraft für die Sprühpistole 2 mit dem Düsenkopf 3
wird von der Druckmeßdose 14 aufgebracht. Je nach der Größe der zu haltenden Gewichte
sowie der zu erwartenden Kräfte kann in axialer Verlängerung der Schneide 13 zwischen
Druckmeßdose 14 und dem Gehäuse 8 noch ein Kraftspeicher 15, wie er in Fig. 2 schematisch
dargestellt ist, vorgesehen werden. Auch kann anstelle der Druckmeßdose 14 ein einfacher
Tragbalken verwendet werden, an dem ein dem Dehnungsmeßstreifen zum Erfassen der Balkenauslenkungen
angeordnet ist.
[0020] Zum Schutz gegen Verunreinigungen ist es sinnvoll, den Kraftsensor 5, 5' durch eine
elastische Abdeckung, beispielsweise einen Faltenbalg aus leicht verformbaren Material,
abzudecken.
1. Sprüheinrichtung zum Versprühen von fließfähigen Medien auf Werkstückoberflächen,
insbesondere auf Innenseiten von Hohlräumen, bestehend im wesentlichen aus mindestens
einer an einem Düsenträger befestigten Sprühpistole mit Düsenkopf, wobei die Sprühpistole
in Längsrichtung nachgiebig gelagert ist und eine den Druck auf die Sprühpistole erfassende
Einrichtung vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die druckerfassende Einrichtung
ein Kraftsensor (5, 5') ist, der zwischen Düsenträger (Trägerrahmen 4) und Sprühpistole
(2) angeordnet ist.
2. Sprüheinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kraftsensor (5,
5') eine Druckmeßdose (14) ist.
3. Sprüheinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kraftsensor (5,
5') ein Dehnungsmeßstreifen ist, der auf einer quer zur Sprühpistolenlängsachse angeordneten
Zunge befestigt ist, deren freies Ende die Sprühdüse trägt.
4. Sprüheinrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Sprühpistole (2) auf einem Trägerrahmen (4) angeordnet ist, der in einer Geradführung
(10) längsverschiebbar gelagert ist und mit der Zunge bzw. der Druckmeßdose,, (14)
über eine Schneidenlagerung (12, 13) verbunden ist.
5. Sprüheinrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Sprühpistole (2) auf einem s-förmig angeordneten Träger (6) befestigt ist,
in dessen mittlerem Schenkel (7) der Kraftsensor (5) angeordnet ist.
1. Spray apparatus for the spraying of flowable media onto workpiece surfaces, especially
onto inner sides of cavities, comprising essentially at least one spray gun provided
with a nozzle head and attached to a nozzle carrier, in which the spray gun is supported
flexibly in a longitudinal direction and a device is provided for sensing the pressure
on the spray gun, characterised in that the device for sensing the pressure is a force
sensor (5, 5') which is arranged between the nozzle carrier (carrier frame 4) and
the spray gun (2).
2. Spray apparatus according to claim 1, characterised in that the force sensor (5,
5') is a pressure cell (14).
3. Spray apparatus according to claim 1, characterised in that the force sensor (5,
5') is a strain gauge strip which is attached to a tongue arranged transversely to
the longitudinal axis of the spray gun, the free end of which tongue carries the spray
nozzle.
4. Spray apparatus according to any one of the preceding claims, characterised in
that the spray gun (2) is arranged on a carrier frame (4) which is supported on a
straight guide (10) so as to be longitudinally slidable and is connected to the tongue
or to the pressure cell (14) respectively via a knife-edge bearing (12, 13).
5. Spray apparatus according to any one of the preceding claims, characterised in
that the spray gun (2) is attached to a carrier (6) which is formed so as to have
an s-shape, in the central shank (7) of which carrier the force sensor (5) is arranged.
1. Appareillage de pulvérisation pour appliquer des matériaux fluides sur des surfaces
de pièces d'œuvre par pulvérisation, en particulier sur les côtés intérieurs d'espaces
creux, se composant principalement d'au moins un pistolet de pulvérisation fixé sur
un porte-buse muni d'une tête de buse, le pistolet de pulvérisation étant pour cela
guidé de manière déformable dans la direction longitudinale, et d'un dispositif de
détection de pression prévu sur le pistolet de pulvérisation, appareillage caractérisé
en ce que le dispositif de détection de pression est un capteur de force (5, 5') disposé
entre le porte-buse (châssis de support 4) et le pistolet de pulvérisation (2).
2. Appareillage de pulvérisation selon la revendication 1, caractérisé en ce que le
capteur de force (5, 5') est une sonde de mesure de pression (14).
3. Appareillage de pulvérisation selon la revendication 1, caractérisé en ce que le
capteur de force (5, 5') est une jauge de mesure de dilatation fixée sur une languette
disposée transversalement par rapport à l'axe longitudinal du pistolet de pulvérisation,
dont l'extrémité libre porte la buse de pulvérisatiop.
4. Appareillage de pulvérisation selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le pistolet de pulvérisation (2) est disposé sur un châssis
de support (4) placé de manière à pouvoir être décalé longitudinalement dans un guidage
droit (10) et relié respectivement à la languette et à la sonde de mesure de pression
(14) par un support à couteau (12, 13).
5. Appareillage de pulvérisation selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le pistolet de pulvérisation (2) est fixé sur un support (6)
en forme de S, dans le montant médian (7) sur lequel est disposé le capteur de force
(5).

