[0001] Aus der DE-PS 1 206 296 ist es bekannt, flüssige wässrige Aufhellerpräparate herzustellen,
die neben einem optischen Aufheller der Diaminostilbendisulfonsäurereihe einen Löslichkeitsvermittler
enthalten, welcher u. a. ein « nicht zu hochmolekularer » Polyglykoläther sein kann
; im Beispiel 5 dieses Patentes wird Polyäthylenglykol 400 eingesetzt. Diese Präparate,
die auch in der Papierstreichmasse verwendet werden können sind zwar stabil bewirken
aber keine besondere Erhöhung des Weissgrades in Papierstrich der einen Syntheselatex
als Binder enthält.
[0002] In der britischen Patentschrift 1 391 593 sind wässrige Papierstreichmassen beschrieben,
die neben einem wasserlöslichen optischen Aufheller der Diaminostilbendisulfonsäurereihe
ein Polyäthylenglykol, insbesondere ein Polyäthylenglykol 4000, und bestimmte methylierte
Polymethylolmelamin/Harnstoff-Harze neben einem synthetischen Latex und einem dispergierten
Weisspigment enthalten. In den deutschen Patentschriften 21 45 384 und 24 30 624 sind
wässrige Papierstreichmassen beschrieben, die neben einem wasserlöslichen optischen
Aufheller der Diaminostilbendisulfonsäurereihe, Weisspigment und Binder, ein Polyäthylenglykol
5000-6000 enthalten und mit diesen Streichmassen wird das Papier beschichtet; auf
diese Weise können hohe Weisseffekte im Papierstrich erzielt werden. Die in diesen
drei Patenten beschriebenen Zusätze, namentlich insbesondere der Aufheller und das
Polyäthylenglykol, werden aber einzeln in die Papierstreichmassen gegeben.
[0003] Es wurde nun gefunden, dass unter Verwendung von bestimmten optischen Aufhellern
der Diaminostilbendisulfonsäurereihe und von bestimmten Polyäthylenglykolen als alleiniger
Zusatz und ohne andere Zusätze ausser gegebenenfalls einer Base zur pH-Einstellung,
wässrige Aufhellerpräparate hergestellt werden können, die sich durch eine überraschend
gute Stabilität auszeichnen und mit denen Papierstrich, insbesondere Papierstrich
der einen synthetischen Latex enthält, überraschend gut optisch aufgehellt werden
kann, wobei durch den Einsatz der flüssigen Aufhellerpräparate die Formulierung und
Zubereitung der Papierstreichmassen besonders einfach und rationell erfolgen kann.
[0004] Die Erfindung betrifft also die entsprechenden Aufhellerpräparate und deren Einsatz
zur optischen Aufhellung von Papierstrich bzw. zur Herstellung von beschichtetem Papier,
wobei mindestens der Strich optisch aufgehellt ist.
[0005] Ein erster Gegenstand der Erfindung sind also wässrige Aufhellerpräparate bestehend
aus
(a) mindestens einem optischen Aufheller der Formel

worin
R1 Wasserstoff oder -S03M,
R2 Wasserstoff oder -S03M,
R3 Wasserstoff, C2-3-Hydroxyalkyl, C1-4-Alkyl, -CH2-CH2-CN oder ―CH2―CH2―CONH2
R4 Wasserstoff, C1-4-Alkyl, C2-3-Hydroxyalkyl, Hydroxyäthoxyäthyl, Di(C1-3-alkyl) amino-C2.6-alkyl oder Benzyl oder
R3 zusammen mit R4 und dem benachbarten Stickstoffatom einen Morpholino-, Pyrrolidino-, Piperidino-
oder N-Methylpiperazinoring und
M Wasserstoff oder ein farbloses Kation bedeuten, wobei höchstens eines von R3 und R4 Wasserstoff bedeutet,
(b) Polyäthylenglykol mit einer durchschnittlichen Molekularmasse im Bereich von 1
000 bis 3 000 und
(c) Wasser, und gegebenenfalls einer Base, worin pro 100 Gewichtsteile der Komponente
(a) 10 bis 500 Gewichtsteile der Komponente (b) vorhanden sind und (c) mindestens
20 Gew.% des wässrigen Präparates ausmacht.
[0006] Die Verbindungen der Formel (I) sind als solche und auch als optische Aufheller bekannt.
Unter den Verbindungen der Formel (I) sind diejenigen bevorzugt, worin R
3 Wasserstoff, β-Hydroxyäthyl, β-Hydroxypropyl, Methyl, Aethyl, β-Cyanäthyl oder β-Carbamoyläthyl
bedeutet und R
4 β-Hydroxyäthyl, β-Hydroxypropyl oder β (ß'-Hydroxy-äthoxy)-äthyl bedeutet oder R
3 und R
4 zusammen mit dem benachbarten Stickstoffatom einen Morpholinorest bedeutet.
[0007] In einem besonderem Aspekt der Erfindung werden in der Komponente (a) zwei Untergruppen
unterschieden :
(a1) Verbindungen der Formel (I), worin R2 -S03M bedeutet ; worunter diejenigen bevorzugt sind, worin R1 Wasserstoff bedeutet.
(a2) Verbindungen der Formel (I), worin R1 und R2 beide Wasserstoff bedeuten.
[0008] Wird als Komponente (a) ein einheitlicher optischer Aufheller eingesetzt, dann ist
dieser vorzugsweise wie unter (a
1) definiert, insbesondere ein solcher, worin R
1 Wasserstoff bedeutet ; ist die Komponente (a) ein Aufhellergemisch, dann handelt
es sich vorzugsweise um ein Gemisch der Komponenten (a
1) und (a
2), wobei (a
1) auch noch ein Gemisch von Aufhellern, worin R
1 Wasserstoff und worin R
1 Sulfo bedeutet, sein kann.
[0009] Das Gewichtsverhältnis (a
1)/(a
2) kann stark variieren und ist insbesondere auch von den in der Streichmasse verwendeten
Bindern abhängig, im wesentlichen wie weiter unten beschrieben.
[0010] Das Symbol M steht vorzugsweise für ein farbloses Kation, vornehmlich Alkalimetall
(insbesondere Lithium, Kalium oder vorzugsweise Natrium) oder ein Ammoniumkation,
welches unsubstituiert oder durch niedrige Alkyl- oder Alkanolreste substituiert sein
kann, insbesondere durch Methyl, Aethyl, β-Hydroxyäthyl und/oder β-Hydroxypropyl ;
bevorzugte Kationen M sind Kalium, Natrium, unsubstituiertes Ammonium und Mono-, Di-
oder Triäthanolammonium.
[0011] Die als Komponente (a) eingesetzten optischen Aufheller der Formel (I) können bis
zu 12 Gew.% Salz aus der Herstellung enthalten, sind aber vorzugsweise soweit wie
möglich salzfrei (gemeint sind hier im wesentlichen die anorganischen Salze - vor
allem Alkalimetallsalze - und gegebenenfalls Aminsalze, die als Nebenprodukte bei
der Herstellung und Isolierung der optischen Aufheller auftreten können) ; die Verbindungen
der Formel (I), worin R
1 Wasserstoff bedeutet, fallen nach der Herstellung in wässrigem Medium durch Aussalzen
in Form von Alkalimetallsalzen aus und sind nach Filtration und Nachwaschen genügend
rein, um erfindungsgemäss eingesetzt zu werden ; werden Aminsalze hergestellt, so
kann die Verbindung ausgesäuert werden und die ausgefällte Säure kann nach dem Filtrieren
und gegebenenfalls Nachwaschen mit Wasser, mit dem entsprechenden Amin oder mit Ammoniak
umgesetzt werden, wodurch ein sehr reines Produkt erhalten wird. Die Verbindungen
der Formel (I), worin R
1 und R
2 je eine Sulfogruppe bedeuten, werden vorzugsweise in Form von Säure oder von Alkalimetallsalz
in wässriger Lösung dialysiert, wonach die Säure gewünschtenfalls mit einer entsprechenden
Base neutralisiert werden kann ; auf diese Weise können sehr reine Produkte erhalten
werden. Vorzugsweise enthalten die Komponenten (a) nicht mehr als 5 Gew.% anorganische
Salze aus der Herstellung.
[0012] Das als Komponente (b) eingesetzte Polyäthylenglykol weist vorteilhaft eine durchschnittliche
Molekularmasse im Bereich von 1 000-2 500, vorzugsweise im Bereich von 1 500-2 500,
insbesondere im Bereich von 1 500-2 200 auf. Die Polyäthylenglykole (b) können als
handelsübliche technische Produkte eingesetzt werden. Die Molekularmasse eines solchen
Polyäthylenglykols schwankt im allgemeinen in einem relativ engen Bereich, insbesondere
im Bereich von ±5% bis ± 10 % der massgeblichen Molekularmasse, vornehmlich von ±5%
für Polyäthylenglykol 1 000 bis ±10% für Polyäthylenglykol 3000.
[0013] Das Gewichtsverhältnis der Komponente (b) zur Komponente (a) liegt vorteilhaft im
Bereich von 0,2:1 bis 5,0:1 ; bevorzugt ist mindestens ein Teil der Komponente (a)
eine Komponente (a
1) und das Gewichtverhältnis der Komponente (b) zur Komponente (a
1) liegt vorteilhaft im Bereich von 1,5:1 bis 5.0 :1 ; vorzugszweise 2,5 :1 bis 5,0
:1 ; insbesondere 3,0 :1 bis 4,0 :1. Ist die Komponente (a) ein Gemisch von (a
1) und (a
2), dann wird vorzugsweise das Gewichtsverhältnis der Komponente (b) nur auf die Komponente
(a
1) bezogen, während die Komponente (a
2) dabei unberücksichtigt bleibt.
[0014] Der Wassergehalt des Präparates beträgt zweckmässig mindestens so viel, dass das
Präparat noch rührbar ist und vorzugsweise gut giessbar ist ; bei konzentrierten Präparaten
beträgt die Konzentration der Komponente (a) vorteilhaft 5-30, vorzugsweise 7-25 Gew.%
des Präparates, der Wassergehalt wird dabei vorteilhaft so gewählt, dass der Trockenstoffgehalt
des Präparates im Bereich von 10-80 Gew.%, vorzugsweise 25-60 Gew.% liegt ; wird als
Komponente (a) ausschliesslich (a
1) eingesetzt, dann liegt bei konzentrierten Präparaten der Trockenstoffgehalt des
Präparates vorteilhaft im Bereich von 35-60 Gew.%.
[0015] Die erfindungsgemässen wässrigen Präparate haben vorzugsweise einen neutralen bis
deutlich alkalischen pH-Wert, insbesondere im Bereich von pH 7 bis pH 10 ; dieser
kann erforderlichenfalls, durch Zugabe von Basen, insbesondere M-entsprechenden Basen
(z. B. Alkalimetallhydroxyden oder -carbonaten, Ammoniak oder Aminen) eingestellt
werden.
[0016] Die erfindungsgemässen Aufhellerpräparate sind sehr lagerbeständig und können direkt
verarbeitet werden, d. h. mit Wasser verdünnt und/oder direkt in die Streichmassenpräparationen
zudosiert werden, und ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist der Einsatz der erfindungsgemässen
Präparate in Papierstreichmassen zur Herstellung von aufhellerhaltigen Papierstreichmassen
bzw. zur Herstellung von optisch aufgehelltem, beschichtetem Papier, insbesondere
ein Verfahren zur Herstellung von beschichtetem, mindestens im Strich aufgehelltem
Papier, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man auf das Papier, nach der Blattbildung
eine mit einem erfindungsgemässen Präparat versetzte Streichmasse aufbringt und durch
thermische Behandlung fixiert.
[0017] Die Streichmassen sind im wesentlichen wässrige Präparationen, die mindestens einen
Binder und gegebenenfalls ein Weisspigment, insbesondere ein mattierendes Weisspigment
enthalten und zusätzlich weitere übliche Zusätze (Dispergiermittel, Eisenionenbinder,
Entschäumer usw.) enthalten können ; zu diesen wird bei der Formulierung das erfindungsgemässe
Präparat, das gegebenenfalls vorverdünnt sein kann, zudosiert.
[0018] Die Bindemittel können im allgemeinen beliebige Bindemittel sein, wie sie in der
Papiertechnik zur Herstellung von Streichmassen verwendet werden und können aus einem
einheitlichen Binder (d
1) oder auch aus einem Gemisch von (d
1) primären und (d
2) sekundären Bindern bestehen. Der alleinige oder primäre Binder (d
1) ist vorzugsweise ein synthetischer Latex. Die synthetischen Latices (Kunstharze),
die in den Streichmassen als alleinige oder primäre Bindemittel eingesetzt werden,
sind im allgemeinen bekannt und in der Fachliteratur zahlreich beschrieben. Es handelt
sich im wesentlichen um Polymerisate und Copolymerisate äthylenisch ungesättigter
Verbindungen, vornehmlich um die folgenden : Butadienstyrolcopolymerisate, die gegebenenfalls
zusätzlich ein carboxyliertes Comonomeres enthalten, Polyacrylate, Copolymerisate
aus Alkylacrylat und Vinylacetat, die gegebenenfalls ein carboxygruppenhaltiges Comonomeres
enthalten, wie z. B. Acrylsäure, Itakonsäure oder Maleinsäure und Polyvinylacetate,
die ein carboxygruppenhaltiges Comonomeres enthalten. Auch die sekundären Bindemittel
(d
2), die gegebenenfalls zusammen mit den primären Bindemitteln (d
1) verwendet werden können, sind im allgemeinen bekannt und in der Fachliteratur ausführlich
beschrieben, als wichtigste Vertreter können die folgenden erwähnt werden : Stärke
oder Casein (die gegebenenfalls auch teilweise oxydiert und/oder hydrolysiert sein
können), modifizierte Cellulose z. B. Carboxymethylcellulose und Cellulosemethyläther,
Polyvinylalkohol und niedrigermolekulare, carboxygruppenhaltige Polymere (insbesondere
auch Polycarbonsäuren, z. B. Copolymerisate aus Acryisäure-C1-4-alkylester und Acrylsäure,
die zusätzlich als Dispergiermittel und als Eisenionenbinder dienen können), unter
diesen sind vor allem das Casein und die carboxygruppenhaltigen Polymeren sowie Polyvinylalkohol
bevorzugt. Gegenbenenfalls werden neben den synthetischen Latices, zusätzlich zu den
Polycarboxyverbindungen und/oder anstelle von solchen, übliche Dispergiermittel verwendet,
um die Latices in Wasser zu dispergieren, im wesentlichen nicht-ionogene Emulgatoren.
Im allgemeinen werden die synthetischen Bindemittel bereits als Dispersionen gehandelt,
die gegebenenfalls Dispergiermittel (z. B. aus der Dispersionspolymerisation) enthalten.
[0019] Obzwar es auch möglich ist, pigmentfreie Streichmassen herzustellen, ist es im allgemeinen
bevorzugt, weisspigmenthaltige Streichmassen herzustellen und zu applizieren, da die
mit solchen pigmentierten Streichmassen beschichteten Papiere das ideale Weissubstrat
für einen guten und klaren Druck darstellen. Solche Weisspigmente sind im wesentlichen
mattierende Weisspigmente und sind im allgemeinen anorganische bzw. mineralische Substanzen,
hauptsächlich Calciumcarbonat, Calciumsulfat (Satinweiss), Aluminiumsilikate und Aluminiumhydroxide,
Aluminiummagnesiumsilikate (Chinaclay), Titandioxid oder Bariumsulfat (Blancfix) und
auch Mischungen solcher Pigmente.
[0020] Die Weisspigmente und die weiteren gegebenenfalls geeigneten Zusätze (Dispergiermittel,
Eisenionenbinder, Entschäumer usw.) sind allgemein in der Papiertechnik bekannt und
in der Fachliteratur zahlreich beschrieben.
[0021] Im allgemeinen eignen sich beliebige, wässrige Streichmassen, die ein Bindemittel,
insbesondere einen synthetischen Latex, enthalten und weitere übliche Zusätze enthalten
können, insbesondere ein Weisspigment und gegebenenfalls weitere Hilfsmittel, wie
oben erwähnt. Ein besonderer Gegenstand der Erfindung sind die wässrigen Papierstreichmassen,
die durch einen Gehalt an
(X) einem erfindungsgemässen wässrigen Aufhellerpräparat,
(D) einem Bindemittel,
(E) Wasser und
(F) einem Weisspigment
, gekennzeichnet sind.
[0022] Die Komponente (D) umfasst den gesamten Bindergehalt, d. h. den primären Binder (d
1) und, soweit vorhanden, auch den sekundären Binder (d
2), sowie das entsprechende Wasser, das im Latex enthalten ist (diese Latices werden
üblicherweise in wasserhaltiger Form gehandelt, meistens etwa 40-70 %ig). Die Komponente
(E) stellt das zusätzliche Wasser dar, das für die gewünschte Streichmasse erforderlich
ist. Die Komponente (F) ist im allgemeinen ein beliebiges Weisspigment, wie es üblicherweise
in Streichmassen, insbesondere zum Mattieren des Papierstriches, verwendet wird und
wie oben beschrieben.
[0023] Die relativen Gewichtsverhältnisse der Komponenten (D), (E) und (F) entsprechen im
allgemeinen den üblichen Streichmassenzusammensetzungen und dazu können die Streichmassen
gegebenenfalls noch weitere übliche Zusätze enthalten, wie Entschäumer, Puffersalze,
Basen, Fliessmittel usw. (siehe z. B. J. P. Casey, « Pulp and Paper »; Chemistry and
Chemical Technology, 2nd Ed., Vol III, p. 1646-1650) ; vorzugsweise werden pro 100
Gewichtsteile Weisspigment 5-20 Gewichtsteile synthetischer Latex (d
1) (berechnet als 50 %iges wässriges Präparat) und soviel Wasser (E), wie es der gewünschten
Verdünnung entspricht, zugegeben, und vom optischen Aufheller (a) bzw. vom Präparat
(X) wird vorteilhaft soviel zugegeben, wie es für den gewünschten Weisseffekt erforderlich
ist; je nach Art des Aufhellers und Konzentration und Zusammensetzung des entsprechenden
Aufhellerpräparates kann der optimale Weissgradbereich variieren und für eine gegebene
Streichpaste durch einige Vorversuche bestimmt werden; die optimale Aufhellerkonzentration
liegt im allgemeinen vorteilhaft im Bereich von 0,005 bis 8,0, vorzugsweise - besonders
wenn als Komponente (a) die Komponente (a
1) ohne (a
2) eingesetzt wird - 0,05 bis 4,0 Gewichtsteilen der obendefinierten Komponente (a),
bezogen auf 100 Gewichtsteile Weisspigment (als Bezugsbasis).
[0024] Für den Einsatz von Aufhellern (a
1) ohne Beimischung von (a
2) wird der Gehalt an sekundärem Binder (d
2) vorteilhaft möglichst niedrig gewählt, vorzugsweise wird dann pro 100 Gewichtsteile
Weisspigment nicht mehr als 1 Gewichtsteil (d
2) eingesetzt.
[0025] Wird als Bindemittel (D) ein synthetischer Latex (d
1) ohne Beimischung von (d
2) verwendet, dann wird vorzugsweise als Komponente (X) ein erfindungsgemässes Präparat
eingesetzt, das als Komponente (a) die Komponente (a
1) ohne (a
2) enthält, wie oben definiert und insbesondere bevorzugt. Wird als Bindemittel (D)
ein Gemisch aus einem synthetischen Latex (d
1) und einem sekundären Binder oder Bindergemisch (d
2) verwendet, dann wird als Präparat (X) vorteilhaft ein solches eingesetzt, das die
Komponente (a
1) im Gemisch mit der Komponente (a
2), wie oben definiert, enthält ; dabei kann entweder so verfahren werden, dass die
Komponenten (a
1) und (a
2) beide im erfindungsgemässen Präparat vorhanden sind, oder so, dass die Komponente
(a
1) in Form von einem erfindungsgemässen Präparat zugegeben wird und die Komponente
(a
2) als solche oder auch als wässrige Lösung entweder dem erfindungsgemässen Präparat,
das die Komponente (a
1) enthält, vor der Zudosierung in die Streichmasse beigemischt wird, oder separat
in die Streichmasse zudosiert wird; vorzugsweise werden die Komponenten (a
1) und (a
2) zusammen als ein erfindungsgemässes Präparat formuliert und das ganze der Streichmasse
bei der Herstellung derselben zudosiert. Wird ein Gemisch von (a
1) und (a
2) eingesetzt, wenn die Komponente (D) ein Gemisch aus einem synthetischen Latex (d
1) und einem sekundären Binder (d
2) ist, dann kann je nach Zusammensetzung des Bindemittels (D) die optimale Zusammensetzung
des Gemisches (a
1)/(a
2) stark variieren; das Gewichtsverhältnis (a
1)/(a
2) liegt dabei z. B. im Bereich von 1 :0,05 bis 1 :20, vornehmlich im Bereich von 1
:0,1 bis 1 :10 ; vorteilhaft liegt dabei das Gewichtsverhältnis (a
1)/(a
2) im Bereich von 1/0,5 bis 1/10, insbesondere im Bereich von 1/1 bis 1/5.
[0026] Der pH-Wert der wässrigen Streichmassen ist vorzugsweise alkalisch und kann mit üblichen
Basen (z. B. mit Alkalimetallhydroxyden oder -carbonaten oder vorzugsweise mit Ammoniak)
auf Werte, die vorteilhaft zwischen 7,5 und 9, vorzugsweise zwischen 8 und 8,5 liegen,
eingestellt werden.
[0027] Als Substrate für die Streichmassen eignen sich beliebige Papiersorten, wie sie üblicherweise
zum Beschichten verwendet werden können, und zwar von feinem Dünndruckpapier bis zu
Karton und schwerer Pappe, wie sie im allgemeinen aus den verschiedensten Cellulosefasermaterialien
hergestellt werden, z. B. Holzfasern, Holzschliff, 1-Jahrespflanzenfasern, Hadern
(Leinen, Hanf, Baumwolle, Jute usw.) oder aufgearbeitetem Altpapier. Das zu bestreichende
Papier kann ungeleimt oder geleimt sein. Gelegentlich können auch synthetische Papiere
als Substrat verwendet werden.
[0028] Die neuen Streichmassen können auf an sich bekannte Weise mit üblichen Streichgeräten
auf das Papier nach der Blattbildung aufgebracht werden (z. B. mit einem Rakel, mit
Bürsten, mit einem Messer oder auch mit einem Luftmesser). Die Beschichtung kann sowohl
diskontinuierlich als auch kontinuierlich erfolgen, insbesondere auch bei der kontinuierlichen
Herstellung von Papier mit Hochgeschwindigkeit. Die Fixierung der aufhellerhaltigen
Streichmasse erfolgt durch Erwärmen, zweckmässig wie üblich beim Trocknen (z. B. bei
50-120 °C, vorzugsweise 65-95 °C).
[0029] Unter Verwendung der erfindungsgemässen Komponenten können optisch aufgehellte und
beschichtete Papiere mit optimalem Weissgrad und hoher Weissausgiebigkeit erhalten
werden, wobei insbesondere auch unter kontinuierlichen Streichbedingungen und bei
hohen Geschwindigkeiten sehr homogene Beschichtungen erhalten werden können. Gewünschtenfalls
kann das erfindungsgemäss beschichtete Papier noch einer speziellen Glanznachbehandlung
unterworfen werden. Die erhaltenen beschichteten Papiere eignen sich hervorragend
für einen guten, kontourenreinen und klaren Druck.
[0030] In den folgenden Beispielen bedeuten die Teile Gewichtsteile und die Prozente Gewichtsprozente
; die Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben. Die in den Beispielen verwendete
Aufhellernumerierung entspricht derjenigen der Tabelle 1.
Beispiel 1
[0031] Es werden die Aufhellerpräparate 1 bis 24 wie folgt hergestellt : In einem Becherglas
werden
10 Teile eines Aufhellers der untenstehenden Formel (11)
35 Teile Polyäthylenglykol 2 000
55 Teile Wasser
mit einem Magnetrührer vermischt. Beim Erwärmen auf 60-80 °C wird eine gelbliche,
klare, blaufluoreszierende Lösung erhalten, die beim Abkühlen auf Raumtemperatur stabil
bleibt. Der pH-Wert des Präparates ist mit der M-entsprechenden Base (NaOH, KOH, Ammoniak
oder Amin) auf 9,0 eingestellt.
[0032] In der folgenden Tabelle 1 sind die Präparate 1-24 angeführt, die durch den eingesetzten
optischen Aufheller der Formel

bzw. durch die Bedeutung de Symbole R
5, R
6 und M gekennzeichnet sind :

Beispiel 2
[0033] In einem Becherglas werden
12 Teile des Monoäthanolammoniumsalzes des Aufhellers (1)
36 Teile Polyäthylenglykol 3000 und
52 Teile Wasser
bei 60-80 °C unter Rühren gelöst. Anschliessend werden
[0034] 25 Teile einer wässrigen 30 %igen Lösung des Monoäthanolammoniumsalzes des Aufhellers
(2) dazugegeben.
[0035] Beim Abkühlen auf Raumtemperatur erhält man eine bräunliche, klare, blaufluoreszierende
Lösung. Der pH-Wert ist mit Monoäthanolamin auf 9,0 eingestellt.
[0036] In der folgenden Tabelle 2 sind weitere Aufhellerpräparate angeführt, die wie im
Beispiel 2 beschrieben hergestellt werden ; in den Kolonnen 2 und 3 sind die dafür
verwendeten Aufheller und in den Kolonnen 4 und 5 die eingesetzten Mengen davon angegeben.

Beispiel 3
[0037]
10 Teile des Natriumsalzes des Aufhellers (10)
30 Teile Polyäthylenglykol 1500 und
60 Teile Wasser
werden wie im Beispiel 2 gelöst. Anschliessend werden
[0038] 300 Teile einer 30 %igen, wässrigen Lösung des Triäthanolammoniumsalzes des Aufhellers
(3) dazugegeben, wobei eine klare, bräunliche Lösung erhalten wird (pH = 9,0 mit NaOH).
[0039] In der folgenden Tabelle 3 sind weitere Aufhellerpräparate angeführt, die wie im
Beispiel 3 beschrieben, aber unter Verwendung der in der Tabelle 3 angeführten optischen
Aufheller (a
1) und (a
2), hergestellt werden ; in den Kolonnen 4 und 5 sind die eingesetzten Mengen der jeweiligen
optischen Aufheller angeführt.

Beispiel 4
[0040]
15 Teile des Aufhellers (8)
40 Teile Polyäthylenglykol 2000
55 Teile Wasser
werden wie im Beispiel 2 gelöst, anschliessend werden
100 Teile einer 20 %igen, wässrigen Lösung des Aufhellers (24) dazugegeben.
Es wird eine klare, bräunliche, stark fluoreszierende Lösung erhalten (pH = 9,0 mit
NaOH).
[0041] In der folgenden Tabelle 4 sind weitere Aufhellerpräparate angeführt, die wie im
Beispiel 4 beschrieben, aber unter Einsatz der in der Tabelle 4 angeführten Aufheller
(a
1) und (a
2) in den dort angegebenen Mengen, hergestellt werden.

Beispiel A
[0042]
Eine wässrige Streichmasse, hergestellt aus
100Teilen Kaolin (China Clay SPS)
0,4 Teilen Polysalz F [Natriumsalz einer Polyacrylsäure (BASF)]
[0043] 10 Teilen Dow Latex 620 (50 %ige Dispersion eines Butadien-Styrol-Copolymerisats,
der Firma Dow Chemical) mit einem Feststoffgehalt von 60 %, wird mit Ammoniak auf
pH = 8,5 gestellt. Anschliessend werden in verschiedene Proben Mengen von 1 % bis
8 % (bezogen auf den Kaolinanteil) des Aufhellerpräparates Nr. (23) eingearbeitet.
[0044] Die so erhaltenen, verschiedene Anteile an Aufhellerformulierung aufweisenden Streichmassen
werden nun mittels eines Rollrakels auf die Filzseite von Streichrohpapier in einer
Auftragsmenge von 20 g/m
2 aufgerakelt und anschliessend mit einem Warmlufttrockner bei 90-95 °C während 1 Minute
getrocknet.
[0045] Man erhält auf diese Weise Papiere, die gegenüber dem Vergleichspapier, das mit einer
Streichmasse beschichtet ist, die keine Anteile der Aufhellerformulierung enthält,
deutlich höhere Weissgrade aufweisen.
[0046] In der Streichmasse können auch andere Mengen des Butadien-Styrol-Copolymerisats
eingesetzt werden, z. B. um 20 % höhere oder tiefere, je nach den Anforderungen, die
an die physikalischen Eigenschaften der Beschichtung gestellt werden. Man erhält dabei
auch eine deutliche Steigerung des Weissgrades gegenüber der Blindprobe.
[0047] Analog wie im Beispiel A beschrieben werden die Aufhellerpräparate (1) bis (22) oder
(24) eingesetzt, wodurch auch hohe Weissgrade erreicht werden.
Beispiel B
[0048] Wiederholt man Beispiel A, setzt jedoch anstelle des Butadien-Styrol-Copolymerisates
Acronal S 320 D (eine 50 %ige wässrige Dispersion eines Mischpolymerisates von Acrylsäureester
und Styrol, der Firma BASF) ein, erhält man auch Papier mit hohem Weissgrad.
Beispiel C
[0049] Man verfährt wie im Beispiel A, verwendet aber die folgenden Streichmassen :
Beispiel C1
[0050] In eine wässrige Streichmasse folgender Zusammensetzung :
100 Teile Kaolin (China Clay SPS)
0,3 Teile Polysalz F (BASF)
0,1 Teile Natriumhydroxyd
8 Teile Stärke
24 Teile Acronal S 320 D (BASF)
die einen Feststoffgehalt von 60 % aufweist, werden 1-8 Teile des Aufhellerpräparates
des Beispiels 2 eingearbeitet.
Die damit beschichteten Papiere weisen einen hohen Aufhellgrad auf.
[0051] Auf analoge Weise werden anstelle des Präparates von Beispiel 2 die Präparate der
Beispiele 2a bis 2k eingesetzt.
Beispiel C2
[0052] Zusammensetzung der wässrigen Streichmasse :
90 Teile Kaolin (China Clay SPS)
10 Teile Calciumcarbonat
0,3 Teile Polysalz F (BASF)
0,25 Teile Natriumhydroxid
5 Teile Casein (gelöst mit Natriumhydroxid/Ammoniak)
20 Teile Acronal S 320 D (BASF)
1-8 Teile Aufhellerpräparat des Beispiels 3 Feststoffgehalt 55 %.
[0053] Die mit dieser Streichmasse beschichteten Papiere weisen einen hohen Weissgrad auf.
[0054] Auf analoge Weise werden anstelle des Aufhellerpräparates vom Beispiel 3 die Aufhellerpräparate
der Beispiele 3a bis 3g eingesetzt.
Beispiel C3
[0055] Man verfährt wie im Beispiel C1 beschrieben setzt aber anstelle des Präparates von
Beispiel 2 dasjenige von Beispiel 4 ein. Es wird ein sehr guter Weißeffekt erhalten.
Anstelle des Präparates von Beispiel 4 können diejenigen der Beispiele 4a bis 4k eingesetzt
werden.
Beispiel C4
[0056] Man verfährt wie im Beispiel C2 beschrieben, setzt aber anstelle des Präparates von
Beispiel 3 dasjenige von Beispiel 4 ein. Es wird ein sehr guter Weißeffekt erhalten.
Anstelle des Präparates von Beispiel 4 können diejenigen der Beispiele 4a bis 4k eingesetzt
werden.