| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 193 029 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
17.11.1988 Patentblatt 1988/46 |
| (22) |
Anmeldetag: 13.02.1986 |
|
|
| (54) |
Brennkammer für Gasturbinen
Gas turbine combustor
Chambre de combustion pour turbines à gaz
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
CH DE FR GB LI NL |
| (30) |
Priorität: |
26.02.1985 CH 861/85
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
03.09.1986 Patentblatt 1986/36 |
| (73) |
Patentinhaber: BBC Brown Boveri AG |
|
CH-5401 Baden (CH) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Hellat, Jaan, Dr.
CH-5406 Baden-Rütihof (CH)
- Keller, Jakob, Dr.
CH-5605 Dottikon (CH)
|
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 095 788 DE-A- 3 238 685 GB-A- 635 450 US-A- 2 777 291 US-A- 4 012 904
|
EP-A- 0 109 523 FR-A- 2 266 803 GB-A- 2 020 371 US-A- 3 872 664
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Brennkammer für Gasturbinen nach dem ersten
Teil des Anspruchs 1. Sie betrifft auch ein Verfahren zum Betreiben einer solchen
Brennkammer.
[0002] Brennkammern mit einer Anzahl von über den Umfang eines im wesentlichen kreisringzylindrischen
Brennraumes verteilten Brennerelementen sind unter der Bezeichnung «Ringbrennkammern»
bekannt.
[0003] Gegenüber Einzelbrennkammern haben Ringbrennkammern den Vorteil, eine kompaktere
Gesamtbauweise der Gasturbine zu ermöglichen. Durch die kleinren Abmessungen ergeben
sich allgemeine Kostenvorteile in der Herstellung. Die kleinere Oberfläche einer Ringbrennkammer
führt auch dazu, dass die Kühlungsprobleme besser zu beherrschen sind. Die wesentlichen
Nachteile dieser konventionellen Bauart ergeben sich durch die Notwendigkeit der Aufteilung
der Leistung auf einzelne Brennerelemente, insbesondere wenn Ölzerstäubung und Ölzufuhr
problematisch sind. Nachteilig ist dann auch die von den Brennern ausgehende Schwierigkeit,
innerhalb einer kurzen Lauflänge eine möglichst gleichmässige Temperaturverteilung
zu erzielen.
[0004] Aus der CH
-A-585373 ist eine Ringbrennkammer bekannt, welche an ihrem luftzuströmungsseitigen
und stirnseitigen Ende mit einer Anzahl zentralsymmetrisch angeordneter Drallkörper
versehen ist. Diese sind jeweils paarweise disponiert und es ist dort ersichtlich,
dass die Drallkörper Drallströmungen mit entgegengesetztem Drehsinn zu erzeugen vermögen.
Aus dieser Druckschrift geht des weiteren das Zusammenwirken der Brennerelemente mit
den Drallkörpern hervor, wobei Brennerelement und Drallkörper in ein Vormischrohr
integriert sein können. Indessen sind die Drallkörper so angeordnet, dass die einzelnen
Drallstrahlen bzw. Drallströmungen sich gegenseitig nur schwach zu beeinflussen vermögen.
[0005] Durch die hier vorgeschlagene Technik ist abzusehen, dass innerhalb der Brennkammerlänge
die angestrebte wirbelfreie Strömung mit gleichförmigem Gesamtdruck nicht zu entstehen
vermag: Eine gleichförmige Temperaturverteilung am Turbineneintritt ist somit nicht
gewährleistet. Zwar könnte diesem Nachteil durch eine entsprechende Erstreckung der
Brennkammerlänge entgegengewirkt werden. Durch diese Massnahme müssten indessen anderen
Nachteile im Kauf genommen werden. So die durch die Erstreckung der Brennkammerlänge
bedingten bautechnischen Nachteile. Schwerer wiegt aber hier die Unmöglichkeit, die
vom Gesetzgeber tolerierte NO
x-Emission einzuhalten. Der Grund hierfür liegt darin, dass niedrige NoX Emissionswerte
- abgesehen vom Einfluss einer zu hohen Temperatur- nur einzuhalten sind, wenn die
Aufenthaltszeit der Gasteilchen in heissen sauerstoffreien Zonen möglichst kurz ist,
nämlich nicht mehr als einige Millisekunden.
[0006] Andererseits, damit niedrige CO-Emissionswerte erreicht werden können, darf im Reaktionsbereich
eine gewisse Grenztemperatur nicht unterschritten werden. Diese Forderung setzt eine
Grenze zu kleinen Baugrössen hin.
[0007] Diese Anforderungen werden, ohne das Vorhandensein einer intensiven gegenseitigen
Vermischung verschiedener Drallströmungen, nicht erfüllt, denn hier besteht die immanente
Gefahr, dass die Gasteilchen zu lange im Bereich heisser sauerstoffreier Zonen verharren
oder nachträglich wieder dorthin gewirbelt werden, was sich negativ auf die NOx-Emissionswerte
auswirkt. Die andere Gefahr besteht darin, dass in gewissen Bereichen die für die
CO-Emissionswerte verantwortliche Grenztemperatur unterschritten werden könnte. Ausserdem
ist es bekannt, dass die Vermeidung von NO
x mit Brennkammerkonzepten mit gestufter Verbrennung erzielbar ist. Diese Stufung kann
bedeuten, entweder eine unterstöchiometrische Primärverbrennungszone mit anschliessender
Nachverbrennung bei tiefen Temperaturen oder das stufenweise Zuschalten überstöchiometrischer
betriebener Brennerelemente, z. B. Vormischbrenner mit steigender Last. In jedem Falle
erfordert die Stufung auch einen kraftvollen Mischmechanismus, um die obenerwähnten
Probleme zu vermeiden. So stellt z. B. die Zufuhr verdrallter Freistrahlen in einer
Brennkammer - wie bei der Nachverbrennung aus obiger CH-Patentschrift der Fall ist
- noch keine ausreichende Mischung auf kurzem Wege.
[0008] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen.
[0009] Der Erfindung, wie sie in den Ansprüchen gekennzeichnet ist, liegt die Aufgabe zugrunde,
bei einer Brennkammer der eingangs genannten Art die CO- und NO
x-Emissionen zu minimieren. Die Brennkammer soll sich durch eine kompakte Bauweise bei
geringem Druckverlust auszeichnen. Trotz der beschränkten Brennkammerlänge ist es
Aufgabe der Erfindung, am Turbineneintritt dennoch eine gleichförmige Temperaturverteilung
in der Gasströmung bereitzustellen.
[0010] Die Ziele der Erfindung werden allein dadurch erreicht, dass stark verdrallte Strömungen
mit entgegengesetztem Drehsinn in einer spiegelsymmetrischen Anordnung auf kleinem
Raum zur Kollision gebracht werden, dergestalt, dass sich die beiden Drallströmungen
hinsichtlich ihres Dralls gegenseitig neutralisieren und dass es nach der Kollisionskammer
nur noch einer verhältnismässig kurzen Mischkammer - mit einer Länge, die etwa dem
hydraulischen Durchmesser oder der lichten Weite der Mischkammer entspricht - bedarf,
damit sich die angestrebte homogene Temperaturverteilung in der Gasströmung vor Turbineneintritt
einstellen kann. Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass der zulässige
Luftzahlbereich der Einzelbrenner durch gestufte Fahrweise der einzelnen Brennerpaare
eingehalten werden kann. Diese Regelung kann des weiteren durch unterschiedliche Massenstrom-Beaufschlagung
der einzelnen spiegelsymmetrisch angeordneten Brennerelemente unterstützt werden.
Bei Verselbständigung dieser letztgenannten Möglichkeit lässt sich der ganze Betriebsbereich
der Brennkammer durch wenige Schaltungsstufen erfassen.
[0011] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt.
[0012] Es zeigt:
Fig. 1 einen Schnitt durch eine Brennkammer, deren Brennraum kreisringzylindrisch
ist;
Fig. 2 eine ähnliche Brennkammer, wie unter Fig. 1;
Fig. 3 eine dreidimensionale vereinfachte Darstellung der Brennkammer nach Fig. 1
und 2;
Fig. 4 eine endseitige Ansicht über die Verteilung der Brennerelemente;
Fig. 5 eine Brennkammer mit reduziertem Kollisionswinkel a und
Fig. 6 eine Brennkammer mit geneigter Mischkammer.
[0013] Alle für das unmittelbare Verständnis der Erfindung nicht erforderlichen Elemente
sind fortgelassen. Die Strömungsrichtung des Arbeitsmediums ist mit Pfeilen bezeichnet.
In den verschiedenen Figuren sind jeweils gleiche Elemente mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0014] Fig. 1 zeigt eine Brennkammer für Gasturbinen, die im GT-Ringgehäuse 1 untergebracht
ist. Ist die ganze Brennkammer in ein GT-Ringgehäuses 1 eingebettet, so ist sie mit
Verdichteraustritt 16 und Turbineneintritt 17 verbunden. Die GT-Ringgehäusewand trägt
in diesem Fall die Differenz zwischen Verdichterenddruck und Umgebungsdruck. Die geometrische
Form des Brennraumes ist, wie der axiale Schnitt 18 versinnbildlichen will, kreisringzylindrisch
und besteht aus zwei endseitig, gegenüber der Zentralachse der Kollisionskammer 12
symmetrisch angeordneten Reaktionskammern 8 und der dazwischen plazierten Kollisionskammer
12. Die Reaktionskammern 8 selbst sind an ihren beiden stirnseitigen Enden mit einer
von der Leistung der Brennkammer abhängigen Anzahl axialparallel angeordneter Brennerelemente
A, B bestückt. Die beiden Brennerelemente A, B, welche bezüglich der Zentralachse
der Kollisionskammer 12 jeweils spiegelsymmetrisch zueinander stehen, sind bis auf
den Drallkörper gleich aufgebaut. So ist der Drallkörper 6 im Brennerelement A gegenüber
dem spiegelsymmetrisch angeordneten Drallkörper 11 im Brennerelement B drehsinnentgegengesetzt
orientiert, wie die Andeutung der Drallströmungen 13 und 14 versinnbildlichen will.
[0015] Das Brennerelement A oder B besteht also aus einem Vormischrohr 4, einer Brennstoffdüse
5 - hier einer Dualdüse - und den soeben genannten Drallkörpern 6 oder 11. Eine Brennstoffzufuhrleitung
19, die mit einer Brennstoffringleitung 2 verbunden ist, speist die Dualdüse 5 mit
Gas und/ oder Öl. Eine solche Dualdüse 5 ist in der EP-A-0095788 eingehend beschrieben
worden. Für die hiesige Beschreibung genügt es zu wissen, dass die Dualdüse 5 aus
einer Anzahl konzentrisch angeordneter Ringzylinder besteht: Die Verdichterluft 16
wird im Vormischrohr 4 mit Gas aus der Dualdüse 5 für die Vormischung 3 angereichert.
Ebenfalls mit Gas wird die Pilotdüse 7 betrieben. Innenseitig folgt dann die Sekundärluftdüse
9, welche die zentrale, in eine Zerstäuberdüse mündende Ölleitung umgibt.
[0016] Von der Kollisionskammer 12 aus geht eine radial nach innen gerichtete kreisringförmige
Mischkammer 15 ab, die dann durch eine Krümmung in den Turbineneintritt 17 übergeht.
Die Kollisionskammer 12 weist gegenüber der Mischkammer 15 eine Ausbuchtung 10 auf,
welche verhindert, dass im Bereich des Eintritts in die Kollisionskammer 12 einseitige
Strömungsablösungen stattfinden können.
[0017] Aus der dargestellten Figur geht hervor, dass stark verdrallte Strömungen mit entgegengesetztem
Drehsinn 13, 14 in einer spiegelsymmetrischen Anordnung der Brennerelemente A, B auf
kleinem Raum zur Kollision gebracht werden. Bei geeigneter Wahl der Querschnittsverhältnisse
heben sich die Verdrallung der beiden Drallströmungen 13, 14 nach einer Länge, die
etwa der lichten Weite b der Mischkammer 15 entspricht, vollständig auf. Als Folge
davon sind die Strömungen nach dieser Länge völlig vermischt, was eine homogene Temperaturverteilung
am Turbineneintritt 17 möglich macht. Der dargestellte Drallkörper 6 im Brennerelement
A ist nicht nur gegenüber dem spiegelsymmetrisch angeordneten Drallkörper 11 im Brennerelement
B drehsinnentgegengesetzt orientiert, sondern ebenso gegenüber den beiden stirnseitig
benachbarten Drallkörpern. Das gleiche gilt auch für die Benachbarten des Drallkörpers
11 auf dem anderen stirnseitigen Ende des kreisringzylindrischen Brennraumes. Fig.
2 zeigt weitgehend die gleiche Brennkammer, wie sie bereits in Fig. 1 zur Erläuterung
kam. Ein ausreichend rascher Ausbrand in den Reaktionskammern 8, deren Länge 1 nicht
mehr als ein- bis zweimal die lichte Weite a betragen sollte, wird durch mehrere Massnahmen
stromabwärts der Drallkörper 6, 11 erreicht. Durch eine geeignet starke Verdrallung,
die sich durch einen Abströmwinkel der Drallkörper 6, 11 von ca. 45° - gepaart mit
einer düsenartigen Verengung des Vormischrohres 4 nach den Drallkörpern 6, 11 - erzielen
lässt, wird eine stabile Rückströmzone (Vortex Breakdown) in der Reaktionskammer B
erzeugt, die erst leicht abgesetzt von der Brennerebene 21 beginnt und die die Hauptreaktion
des vorgemischten Luft/Brennstoff-Gemisches einleitet. Eine Initialzündung, die den
gesamten Zündvorgang angemessen stabilisiert und die Grenzen der Rückzündung und des
Abhebens erweitert, geht von der Pilotdüse 7 aus, die im Falle eines Vormischbrenners
ca. 10% des Brennstoffes konsumiert und als Diffusionsbrenner wirkt. Das Verhältnis
von Dualdüsendurchmesser d zu Vormischrohr-Düsenende D sollte vorzugsweise im Intervall
1/2<d/D<1/3 liegen. Das Verhältnis von Querschnittfläche der Reaktionskammer 8 zu
freier Strömungsquerschnittfläche-zwischen Dualdüse 5 und Vormischrohr-Düsenende D
- der dort einmündenden Brennerelemente A, B sollte vorzugsweise wenigstens 3, aber
nicht mehr als 8 betragen. Das Verhältnis von Mischkammer-Querschnittsfläche zur Summe
der Querschnittsfläche der Reaktionskammern,8 sollte wenigstens 1, aber nicht mehr
als 3 betragen. Die Länge L der Mischkammer 15 sollte ein- bis zweimal die lichte
Weite b betragen. Das Wandteil beim Übergang von einer Reaktionskammer 8 zur Mischkammer
15 sollte vorzugsweise einen Krümmungsradius R aufweisen, der etwa ein Drittel der
lichten Weite a der Reaktionskammer 8 beträgt. Wie bereits unter Fig. 1 angetönt,
wird, um einseitige Ablösung im Bereich des Eintritts in die Kollisionskammer 12 zu
vermeiden, auf der Gegenseite der Mischkammer 15 eine Wandumlenkung mit dem gleichen
Krümmungsradius R vorgesehen, was zu einer aussenumfangsseitigen Ausbuchtung 10 der
Kollisionskammer 12 führt. Diese geometrische Fixierung der Brennkammerverfolgt den
Zweck, die Wirkungen aus der Kollision der beiden Drallströmungen 13,14 zu unterstützen.
[0018] Um zu vermeiden, dass die zulässigen Temperaturgrenzen in den Reaktionszonen nach
oben oder unten durchstossen werden und um die Lastregelung mit hohen Gesamtluftzahlen
zu ermöglichen, wird die Brennkammer vorzugsweise in gestufter Fahrweise betrieben.
Bei zunehmender Brennkammerleistung wird die Stufungsreihenfolge (fuel staging) bei
Anwendung von Vormischbrennern wie folgt gewählt:
[0019]

[0020] Der Mischmechanismus, der durch die Frontalkollision der Drallströmungen 13, 14 ausgelöst
wird, ist derart stark, dass heisse und kalte Strömungen (z. B. Stufe 2) problemlos
gemischt werden können. Bei der beschriebenen Stufung wird angestrebt, die gesamte
vom Verdichter 16 gelieferte Luftmenge durch die Brennerelemente A; B zu führen. Bei
überschüssiger Luft, die nicht zur gezielten Filmkühlung der Brennkammerwände verwendet
wird, kann sie durch Düsen 20 in die Kollisionskammer 12 eingeführt werden. Auf diese
Weise wird die überschüssige Luft optimal eingemischt. Die Mischkammer 15 ist hier
in der Achse der Mischkammer 15 nach unten offen.
[0021] Fig. 3 ist eine dreidimensionale vereinfachte Abbildung der Brennkammer nach Fig.
1. Hier ist besonders gut ersichtlich, wie der trennungsfreie kreiszylindrische Brennraum,
bestehend aus Reaktionskammern 8 und Kollisionskammern 12, in eine ebenfalls trennungsfreie
kreisringförmige Mischkammer 15 übergeht. Grundsätzlich wäre es denkbar, die hier
dargestellte trennungsfreie Ausführung durch eine Anzahl modulartiger Brennraumeinheiten
zu ersetzen. Diese Einheiten würden dann zwischen Verdichter und Turbine in regelmässigen
Abständen um die GT-Achse herum angeordnet, wobei das aus der Anordnung der Brennerelemente
A, B und der Betriebsart der Drallkörper 6, 11 hervorgehende Kollisionsprinzip für
jeden Modul beizubehalten wäre. Wird die Modulgrösse auf die Grösse eines Brennerelementes
A, B reduziert, so geht der kreisringzylindrische Brennraum in einen zylindrischen
über, wobei die oben aufgeführten Querschnittsverhältnisse beizubehalten sind. Die
einzelnen Mischkammern 15 müssten dann selbstverständlich vor Turbineneintritt 17
in eine ringförmige Sammelkammer einmünden.
[0022] Fig. 4 zeigt, wie die einzelnen Brennerelemente A, B stirnseitig auf die ringförmigen
Reaktionskammern aufgesetzt und regelmässig über den Umfang verteilt sind. Damit die
einzelnen gegenüberliegenden Brennerelementenpaare A, B, welche ja drehsinnentgegengesetzte
Drallströmungen erzeugen, sich bei bestimmten Brennkammergrössen gegenseitig nicht
wesentlich stören, können die Drallkörper 6, 11 in den einzelnen Brennerelementen
A, B in Umfangsrichtung alternierenden Drehsinn aufweisen.
[0023] Fig. 5 zeigt, dass die Zentralachse durch die Brennerelemente A, B nicht notwendigerweise
in einer Ebene liegen muss. Allerdings ist hier zu sagen, dass der Mischmechanismus
auch bei optimaler Auslegung solcher modifizierter Varianten mehr oder weniger beeinträchtigt
ist. Der Kollisionswinkel a kann unter bestimmten Voraussetzungen bis auf etwa 120°
reduziert werden, bevor eine deutliche Verschlechterung der Brennkammer in bezug auf
die Mischung eintritt. Abweichungen von der Zentralachsensymmetrie sind auch denkbar.
[0024] Fig. 6 zeigt die zu treffenden Vorkehrungen, wenn der Massenstrom durch das Brennerelement
B beispielsweise grösser als der Massenstrom durch das gegenüberliegende Brennerelement
A ist. Unterschiedliche Massenströme kommen dann in Betracht, wenn durch wenige Schaltungsstufen
der ganze Betriebsbereich der Brennkammer erfasst werden soll. Allerdings handelt
man sich damit eine wesentliche Verschlechterung der Vermischung der Drallströmungen
13,14 ein. Dies kann vermieden werden, indem die Symmetrieachse der Mischkammer 15
um einen geeigneten Winkel β von der ursprünglichen Symmetrieebene abweicht. Bei spiegelsymmetrischen
Brennerelementen A, B mit Kollisionswinkel a = 180° und doppeltem Massenstrom durch
Brennerelement B gegenüber Brennerelement A beträgt die optimale Neigung des Winkels
β gegen das letztgenannte ca. 30°.
1. Brennkammer für Gasturbinen, im wesentlichen durch einen kreisringzylindrischen
Brennraum gebildet, der an der Luftzuströmungsseite in Umfangsrichtung in regelmässiger
Verteilung Brennerelemente (A, B), die einzeln aus Brennstoffdüse (5), Vormischrohr
(4) und Drallkörper (6, 11) bestehen, aufweist, wobei je zwei benachbarte Brennerelemente
mit drehsinnentgegengesetzten Drallkörpern (6, 11) bestückt sind und wobei die einzelnen
Brennstoffzufuhrleitungen (19) zu den Brennerelementen mit einer Brennstoffringleitung
(2) verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass der kreisringzylindrische Brennraum
der Brennkammer aus zwei endseitig angeordneten Reak- 'tionskammern (8) und einer
dazwischen plazierten Kollisionskammer (12) besteht, wobei die Reaktionskammern (8)
an ihren stirnseitigen Enden mit einer Anzahl axialparallel angeordneter Brennerelemente
(A, B) bestückt sind, die bezüglich der Zentralachse der Kollisionskammer (12), von
der aus eine kreisringförmige Mischkammer (15) abgeht, jeweils spiegelsymmetrisch
zueinander stehen, wobei jedes Brennerelement (A, B) mi einem Drallkörper (6, 11)
versehen ist, der jeweils gegenüber dem spiegelsymmetrisch angeordneten Drallkörper
drehsinnentgegengesetzt orientiert ist.
2. Brennkammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge (1) der Reaktionskammer
(8) vorzugsweise 1-2 mal deren lichte Weite (a) ist.
3. Brennkammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abströmungswinkel
der Drallkörper (6, 11) vorzugsweise 45° beträgt.
4. Brennkammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vormischrohre (4)
nach den Drallkörpern (6, 11) eine düsenartige Verengung beschreiben.
5. Brennkammer nach den Ansprüchen 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis
von Brennstoffdüsendurchmesser (d) zu Vormischrohr-Düsenende (D) vorzugsweise im Intervall
Y2<d/D<1/3 liegt.
6. Brennkammer nach Anspruch 2 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis
von Querschnittsfläche der Reaktionskammer (8) zu den freien Strömungsquerschnittsflächen
- zwischen Brennstoffdüsendurchmesser (d) und Vormischrohr-Düsenende (D) - der dort
einmündenden Brennerelemente (A, B) vorzugsweise min. 3 und max. 8 beträgt.
7. Brennkammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis von Querschnittsfläche
der Mischkammer (15) zur Summe der Querschnittsflächen der Reaktionskammern (8) vorzugsweise
min. 1 und max. 3 beträgt.
8. Brennkammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge (L) der Mischkammer
(15) vorzugsweise ein- bis zweimal deren Durchmesser (b) ist.
9. Brennkammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Krümmungsradius (R)
am Übergang zwischen Reaktionskammer (8) und Mischkammer (15) vorzugsweise Y3 der
lichten Weite (a) der Reaktionskammer (8) ist.
10. Brennkammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischkammer (15)
gegenüber der Symmetrieachse der Kollisionskammer (12) mittig angeordnet ist.
11. Verfahren zum Betreiben der Brennkammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass der Massenstrom durch die Brennerelemente (B) doppelt so gross wie durch die
spiegelsymmetrisch angeordneten Brennerelemente (A) ist.
12. Brennkammer nach Anspruch 1 zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass die Symmetrieachse der Mischkammer (15) vorzugsweise
um 30° gegen den Brenner (A) geneigt ist.
1. Combustion chamber for gas turbines, formed substantially by an annular-cylindrical
combustion space, which has burner elements (A, B) in regular distribution in circumferential
direction on the air inflow side, which burner elements consist individually of fuel
nozzle (5), premixing pipe (4) and twist member (6, 11), two neighbouring burner elements
in each case being fitted with twist members (6, 11) in opposed sense of rotation
and the individual fuel supply lines (19) to the burner elements being connected to
a fuel ring line (2), characterized in that the annular-cylindrical combustion space
of the combustion chamber consists of two reaction chambers (8) arranged at the ends
and a collision chamber (12) placed therebetween, the reaction chambers (8) being
fitted at their face-sided ends with a number of burner elements (A, B) arranged axially
parallel, which are in each case mirror-symmetrical to each other in relation to the
central axis of the collision chamber (12), from which an annular mixing chamber (15)
goes off, each burner element (A, B) being provided with a twist member (6, 11), which
in each case is orientated in opposed sense of rotation compared with the mirror-symmetrically
arranged twist member.
2. Combustion chamber according to claim 1, characterized in that the length (1) of
the reaction chamber (8) is preferably 1-2 times its clear width (a).
3. Combustion chamber according to claim 1, characterized in that the flow-off angle
of the twist member (6, 11) is preferably 45°.
4. Combustion chamber according to claim 1, characterized in that the premixing pipes
(47 describe a nozzle-like constriction downstream of the twist members (6, 11).
5. Combustion chamber according to claims 1 and 4, characterized in that the ratio
of fuel nozzle diameter (d) to premixing pipe nozzle end (D) preferably lies in the
interval
6. Combustion chamber according to claims 2 and 5, characterized in that the ratio
of cross-sectional area of the reaction chamber (8) to the free flow cross-sectional
areas - between fuel nozzle diameter (d) and premixing pipe nozzle end (D) - of the
burner elements (A, B) opening out there is preferably min. 3 and max. 8.
7. Combustion chamber according to claim 1, characterized in that the ratio of cross-sectional
area of the mixing chamber (15) to the sum of the cross-sectional areas of the reaction
chambers (8) is preferably min. 1 and max. 3.
8. Combustion chamber according to claim 1, characterized in that the length (L) of
the mixing chamber (15) is preferably 1-2 times its diameter (b).
9. Combustion chamber according to claim 1, characterized in that the radius of curvature
(R) at the transition between reaction chamber (8) and mixing chamber (15) is preferabIy½
of the clear width (a) of the reaction chamber (8).
10. Combustion chamber according to claim 1, characterized in that the mixing chamber
(15) is arranged centrally in relation to the axis of symmetry of the collision chamber
(12).
11. Process for operating the combustion chamber according to claim 1, characterized
in that the mass stream through the burner elements (B) is twice as great as through
the mirror-symmetrically arranged burner elements (A).
12. Combustion chamber according to claim 1, for implementation of the process according
to claim 11, characterized in that the axis of symmetry of the mixing chamber (15)
is preferably inclined by 30° to the burner (A).
1. Chambre de combustion pour turbines à gaz, formée essentiellement par un espace
de combustion cylindro-annulaire, qui, du côté d'admission de l'air, comporte des
éléments de brûleurs (A, B) régulièrement répartis dans le sens circonférentiel et
constitués chacun d'un ajutage de combustible (5), d'un tube de prémélange (4) et
d'ouïes de vrillage (6 ou 11), deux éléments de brûleurs voisins étant chacun pourvus
d'ouïes de vrillage (6, 11) s'enroulant en sens opposés, et les conduites d'alimentation
de combustible individuelles (19) étant raccordées aux éléments de brûleurs par une
conduite annulaire de combustible (2), caractérisée en ce que l'espace de combustion
cylindro-annulaire de la chambre de combustion est formé de deux chambres de réaction
d'about (8) et d'une chambre de collision intermédiaire (12), les chambres de réaction
(8) étant pourvues, à leurs extrémités d'about, d'un certain nombre d'éléments de
brûleurs (A, B) disposés parallèlement dans le sens axial, qui, par rapport à l'axe
central de la chambre de collision (12), de laquelle part une chambre de mélange annulaire
(15), sont respectivement disposés de manière énantiomorphe, chaque élément de brûleur
(A, B) étant pourvu d'une ouïe de vrillage (6, 11) qui, par rapport à l'ouïe de vrillage
énantiomorphe de contrepartie, présente une orientation à sens d'enroulement opposé.
2. Chambre de combustion suivant la revendication 1, caractérisée en ce que la longueur
(1) de la chambre de réaction (8) vaut de préférence 1 à 2 fois sa largeur intérieure
(a).
3. Chambre de combustion suivant la revendication 1, caractérisée en ce que l'angle
de sortie des ouïes de vrillage (6, 11) est de préférence de 45°.
4. Chambre de combustion suivant la revendication 1, caractérisée en ce que les tubes
de prémélange (4) présentent un rétrécissement en forme d'ajutage en aval des ouïes
de vrillage (6, 11).
5. Chambre de combustion suivant l'une ou l'autre des revendications 1 et 4, caractérisée
en ce que le rapport entre le diamètre (d) de l'ajutage de combustible et l'extrémité
d'ajutage (D) du tube de prémélange est de préférence situé dans l'intervalle ½<dl/D<½.
6. Chambre de combustion suivant l'une ou l'autre des revendications 2 et 5, caractérisée
en ce que le rapport de l'aire de la section de la chambre de réaction (8) aux aires
de sections d'écoulement libre, entre le diamètre (d) de l'ajutage de combustible
et l'extrémité d'ajutage (D) du tube de prémélange, des éléments de brûleurs (A, B)
qui y débouchent est de préférence au minimum de trois et au maximum de huit.
7. Chambre de combustion suivant la revendication 1, caractérisée en ce que le rapport
de l'aire de la sectionde la chambre de mélange (15) à la somme des aires des sections
des chambres de réaction (8) est de préférence au minimum de 1 et au maximum de 3.
8. Chambre de combustion suivant la revendication 1, caractérisée en ce que la longueur
(L) de la chambre de mélange (15) vaut de préférence 1 à 2 fois son diamètre (d).
9. Chambre de combustion suivant la revendication 1, caractérisée en ce que le rayon
de courbure (R) à la transition entre la chambre de réaction (8) et la chambre de
mélange (15) vaut, de préférence, % de la largeur intérieure (a) de la chambre de
réaction (8).
10. Chambre de combustion suivant la revendication 1, caractérisée en ce que la chambre
de mélange (15) est centrée part rapport à l'axe de symétrie de la chambre de collision
(12).
11. Procédé de conduite de la chambre de combustion suivant la revendication 1, caractérisé
en ce que le flux massique passant par les éléments de brûleur (B) vaut le double
de celui passant par les éléments de brûleur (A) énantiomorphes.
12. Chambre de combustion suivant la revendication 1, pour la réalisation du procédé
suivant la revendication 11, caractérisée en ce que l'axe de symétrie de la chambre
de mélange (15) est de préférence incliné de 30° vers le brûleur (A).