(19)
(11) EP 0 193 200 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
03.09.1986  Patentblatt  1986/36

(21) Anmeldenummer: 86102602.9

(22) Anmeldetag:  28.02.1986
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B41M 5/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 01.03.1985 DE 3507173

(71) Anmelder: BASF Aktiengesellschaft
67063 Ludwigshafen (DE)

(72) Erfinder:
  • Dyllick-Brenzinger, Rainer, Dr.
    D-6940 Weinheim (DE)
  • Mayer, Udo, Dr.
    D-6710 Frankenthal (DE)
  • Oberlinner, Andreas, Dr.
    D-6700 Ludwigshafen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Farbbildnergemische und diese Gemische enthaltendes druckempfindliches Aufzeichnungsmaterial


    (57) Farbbildnergemische, die (a) das Lacton des 2-Carboxy-4,4'-bisdimethylaminobenzhydrol (I) und (b) Kristallviolettlacton und/oder mindestens ein Fluoranlacton der Formel

    enthalten, wobei in der Formel R1 für Alkyl, R2 für Alkyl, Phenalkyl, gegebenenfalls substituiertes Phenyl oder Cycloalkyl oder

    für Pyrrolidinyl, Piperidinyl oder Morpholinyl, R3 für H oder tert.Butyl, R4 für H oder Methyl, R5 für H, Alkyl, Phenalkyl und R6 für H, Alkyl, Phenalkyl, Cycloalkyl oder für gegebenenfalls substituiertes Phenyl oder


    für Pyrrolidinyl, Piperidinyl oder Morpholinyl, stehen, zeigen in druckempfindlichen Aufzeichnungssystemen verbesserte Lichtechtheit


    Beschreibung


    [0001] Aus der JP-OS 124 930/1975 ist das Lacton des 2-Carboxy-4,4'-bisdimethylaminobenzhydrols (I) bekannt Nach den Angaben in dieser OS können diese Lactone als Farbbildner in druck-und wärmeempfindlichen Aufzeichnungssystemen verwendet werden.

    [0002] Die bekannten Farbbildner wie Kristallviolettlacton und die Fluoranlactone sind für druck-und wärmeempfindliche Aufzeichnungssysteme sehr gut geeignet, haben jedoch in einer Reihe von Anwendungen den Nachteil der nicht ausreichenden Lichtechtheit.

    [0003] Aufgabe der vorliegenden Anmeldung war es, in der Lichtechtheit verbesserte Farbbildner bereitzustellen.

    [0004] Es wurde gefunden, daß in der Lichtechtheit verbesserte Farbbildner vorliegen, wenn diese Gemische sind, die (a) das Lacton des 2-Carboxy-4,4'-bisdimethylaminobenzhy- drols (I) und (b) Kristallviolettlacton und/oder mindestens ein Fluoranlacton der Formel

    enthalten, wobei in der Formel

    R1 für C1- bis C4-Alkyl,

    R2 für C1- bis C4-Alkyl, C7- bis C10-Phenalkyl, für gegebenenfalls durch C1- bis C4-Alkyl substituiertes Phenyl oder C5- bis C6-Cycloalkyl oder

    für Pyrrolidinyl, Piperidinyl oder Morpholinyl,

    R3 für Wasserstoff oder tert. Butyl

    R4 für Wasserstoff oder Methyl,

    R5 für Wasserstoff, C1- bis C4-Alkyl, C7- bis Ca-Phenalkyl und

    R6 für Wasserstoff. C1- bis C12-Alkyl, C7- bis C10-Phenalkyl, C5- bis CS-Cycloalkyl oder für gegebenenfalls durch Chlor, C1- bis C4-Alkyl, Methoxy, Ethoxy, C1- oder C2-Alkylcarbonyl, Benzoyl oder Phenoxy substituiertes Phenyl oder

    für Pyrrolidinyl, Piperidinyl oder Morpholinyl, stehen.



    [0005] Mit den Gemischen gemäß der Erfindung erhält man auf CF-Schichten auf der Basis von aktiven Clays lichtechtere grüne, olivgrüne bis schwarze Färbungen als mit den Farbbildnem (II) allein.

    [0006] Die Farbbildung mit (I) erfolgt nur auf CF-Schichten, die aktiven Clay enthalten. Bei den erfindungsgemäßen Gemischen entsteht zunächst im wesentlichen das Bild durch (b). Das Bild der Komponente (a) entwickelt sich im Laufe von Tagen in Gegenwart von Sauerstoff, wobei eine in der Lichtechtheit deutlich verbesserte Färbung entsteht Bei der Oxidation von (I) bleibt wahrscheinlich der Lactonring erhalten.

    [0007] Die erfindungsgemäßen Farbbildnergemische sind daher zur Herstellung von druckempfindlichen Aufzeichnungssystemen sehr gut geeignet

    [0008] Komponente (a) entspricht der Formel



    [0009] Die Herstellung ist in Beispiel 2 der JP-OS 124 930/1975 beschrieben.

    [0010] Als Komponente (b) kommen Kristallviolettlacton und/oder Fluoranlactone der Formel (II) in Betracht, von denen letztere für (b) bevorzugt sind.

    [0011] In der Formel (II) haben R', R', R', R", R' und R6 im einzelnen folgende Bedeutungen:

    R' und R2: C,-bis C4-Alkyl wie Methyl, Ethyl, n-und i-Propyl, n-und i-Butyl;

    R2 kann außerdem auch für C7-bis C,-Phenalkyl wie Benzyl und Phenylethyl, für C5/C6-Cycloalkyl wie Cyclopentyl, Cyclohexyl oder für gegebenenfalls substituiertes Phenyl stehen, wie Phenyl, 2-oder 4-Methylphenyl.

    stehen;

    R3 steht für Wasserstoff oder tert. Butyl und

    R4 für Wasserstoff oder Methyl;

    R' steht für Wasserstoff, C,-bis C4-Alkyl wie Methyl, Ethyl, Propyl, n-oder i-Butyl oder für C7-oder C8-Phenalkyl wie Benzyl und Phenylethyl;

    R6 steht für Wasserstoff, C,-bis C12-Alkyl wie Methyl, Ethyl, n-und i-Propyl, n-und i-Butyl, Pentyl, n-Hexyl, n-Octyl, 2-Ethylhexyl-(1), n-Decyl und n-Dodecyl für C7-bis C,o-Phenalkyl wie Benzyl, 1-und 2-Phenylethyl, Phenylpropyl und Phenylbutyl, für gegebenenfalls durch C,-bis C4-Alkyl, C,- bis C4-Alkoxy, Phenoxy, Benzoyl, Acetyl, Propionyl oder Chlor substituiertes Phenyl wie Phenyl, 2-und 4-Methylphenyl, 4-n-und 4-i-Butylphenyl, Methoxyphenyl, Ethoxyphenyl, Benzoylphenyl, Phenoxyphenyl, Acetylphenyl, Propionylphenyl, 2-, 3-und 4-Chlorphenyl, oder für C5/C6-Cycloalkyl wie Cyclopentyl und Cyclohexyl.


    stehen.



    [0012] Bevorzugt sind Fluoranlactone der Formel (II) in der R' für Methyl, Ethyl und R2 für Methyl, Ethyl, Cyclohexyl, Phenyl, 4-Methylphenyl oder Benzyl oder

    R3 für Wasserstoff oder tert Butyl,

    R4 für Wasserstoff oder Methyl,

    R5 für Wasserstoff, Benzyl oder Methyl, R6 für C1- bis C12-AlKyl, insbesondere für Methyl, Ethyl, n- und i-Propyl, n-Butyl, n-Octyl oder n-Dodecyl, Benzyl, Phenyl, 2- und 4-Methylphenyl, 4-Butylphenyl oder Cyclohexyl oder

    für

    stehen.



    [0013] Besonders bevorzugt sind Verbindungen der Formel (II), in der R', R2, R3, R4, R5 und R6 die in der Tabelle 1 angegebene Bedeutung haben.









    [0014] Die Mischung enthält die Komponenten (a) und (b) in der Regel im Verhältnis 1:4 bis 4:1, vorzugsweise 1:3 bis 3:1, insbesondere 0,9:1, 1 bis 1,1:0,9 Gew-Teilen. Ganz besonders bevorzugt ist ein Verhältnis von (a):(b) von etwa 1:1 Gew-Teilen.

    [0015] Die erfindungsgemäße Farbbildnermischung wird vorzugsweise in Form einer Lösung in Mikrokapseln eingeschlossen und in dieser Form zur Herstellung von druckempfindlichen Übertragungssystemen angewendet Als Lösungsmittel werden die für die Herstellung von Farbbildner enthaltenden Mikrokapseln bekannten verwendet, z.B. Chlorparaffine, halogeniertes oder partiell hydriertes Diphenyl, partiell hydriertes Terphenyl, Alkylbenzole, Alkylnaphthaline, alkyliertes Dibenzylbenzol, Paraffinöl, Mineralöl oder auch Lösungsmittel wie Toluol oder Xylol. Geeignete Verfahren zur Herstellung von Mikrokapseln sind bekannt. Es sei hier auf die US-PS 2 800 457 und 2 800 458, die DE-AS 21 19 933 und die EP-A-26 914 verwiesen.

    [0016] In Verbindung mit den efindungsgemßäen Farbbildnergemischen kommen als CF-Schichten solche auf der Basis von aktivem Clays in Betracht. Solche Clays sind z.B. unter den Namen COPlSlL® im Handel.

    [0017] Die Herstellung solcher aktive Ctay-Schichten enthaltender Papiere (CF-Papiere) ist bekannt Solche Papiere werden von einer Reihe von Herstellern im Markt angeboten. Im folgenden sind als Beispiele einige der im Markt erhältlichen CF-Papiere zusammengestellt:



    [0018] Die Erfindung soll durch die folgenden Beispiele weiter erläutert werden.

    [0019] Die im folgenden angegebenen Teile und Prozentangaben beziehen sich auf das Gewicht

    Beispiel 1



    [0020] 

    a) 0,5 Teile einer Mischung von (I) und Kristallviolettlacton - (III) (1:1 Teile) wurden in 99,5 Teile eines chlorierten Kohlenwasserstoffs (MEFLEXO DC 029 der J.CJ) 1 Stunde bei 100°C gehalten, wobei eine klare Lösung entsteht

    b) Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur wurde diese Lösung mit einer 6µm-Rakel auf CF-Papier der Feldmühle AG (Giroform®) abgezogen. Der beschichtete Bogen wurde geteilt Die eine Hälfte des beschichteten CF-Papiers wurde diffusem Tageslicht ausgesetzt, die andere wurde abgedunkelt gelagert

    c) Auf beiden Hälften wurde die Farbstärke der entstandenen Färbung in Abhängigkeit von der Zeit ermittelt



    [0021] Die Farbstärke wurde mit einem ELREPHO der Fa. Leitz, Wetzlar bestimmt Aus den ermittelten Werten - (Normfarbwerte) wurden nach der Kubelka-Munk-Gleichung die K/S-Werte ermittelt, die als Quotient aus spektralem Absorptionskoeffizient und spektralem Streukoeffizient proportional der Farbintensität (Farbstärke) sind und damit Aussagen über die Farbstärke von Färbungen -auch wenn diese nicht die gleichen Farbtöne haben -erlauben.

    [0022] d) Zum Vergleich wurde die Farbstärkenentwickfung jeweils einer 0,5 %igen Lösung von (I) und von Kristallviolettlacton (III)= auf dem gleichen CF-Papier gemessen.

    [0023] Die ermittelten K/S-Werte sind in der Tabelle 2 zusammengestellt


    Beispiele 2 bis 5



    [0024] Es wurden 0,5 %ige Lösungen der in der folgenden Tabelle angegebenen Farbbildnergemische entsprechend Beispiel 1a) hergestellt. Der Farbbildner (b) wurde durch die Nr. der Formel in der Tabelle 1 gekennzeichnet. Zum Vergleich wurde außerdem je eine Lösung der einzelnen Farbbildner hergestellt.

    [0025] Die erhaltenen Lösungen wurden wie in Beisipel 1 b) auf CF-Papier abgerakelt, die beschichteten Bogen halbiert und entsprechend Beispiel 1c) die Farbstärkenentwicklung ermittelt.

    [0026] Die Ergebnisse sind in der Tabelle 3 zusammengestellt:




    Ansprüche

    1. Farbbildnergemische, enthaltend

    (a) das Lacton des 2-Carboxy-4,4'-bisdimethylaminobenzhy- drols (I) und

    (b) Kristallviolettlacton und/oder mindestens ein Fluoranlacton der Formel

    in der

    R1 für C1- bis C4-Alkyl,

    R2 für C1- bis C4-Alkyl, C7- bis C10-Phenalkyl, für gegebenenfalls durch C1- bis C4-Alkyl substituiertes Phenyl oder C5- bis C6-Cycloalkyl oder

    Pyrrolidinyl, Piperidinyl oder Morpholinyl,

    R3 für Wasserstoff oder tert. Butyl

    R4 für Wasserstoff oder Methyl,

    R5 für Wasserstoff, C1- bis C4-Alkyl, C7- bis Ca-Phenalkyl und

    R6 für Wasserstoff, C1- bis C12-Alkyl, C7- bis C10-Phenalkyl, C5- bis C6-Cycloalkyl oder für gegebenenfalls durch Chlor, C1- bis C4-Alkyl, Methoxy, Ethoxy, C1- oder C2-Alkylcarbonyl, Benzoyl oder Phenoxy substituiertes Phenyl oder

    Pyrrolidinyl, Piperidinyl oder Morpholinyl, stehen.


     
    2. Farbbildnergemische gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß diese neben (a) als (b) mindestens ein Fluoranlacton enthalten.
     
    3. Farbbildnergemische gemäß den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis von (a):(b) 1:4 bis 4:1 Gew-Teile beträgt
     
    4. Farbbildnergemische gemäß den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch aekennzeichnet, daß das Verhältnis von (a):(b) 1:3 bis 3:1 Gew.-Teile beträgt
     
    5. Farbbildnergemische gemäß den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis (a):(b) = 0,9:1,1 bis 1,1:0,9 Gew.-Teiten beträgt
     
    6. Druckempfindliches Aufzeichnungsmaterial enthaltend Farbbitdnergemische gemäß den Ansprüchen 1, 2, 3, 4 oder 5.
     





    Recherchenbericht