[0001] Die Erfindung betrifft einen Glühkorb mit geschlossenem oder rostförmigen Boden,
der an den Rändern einstückig angeformte aufragende Pfeiler aufweist, und mit einem
auf den Pfeilern ruhenden Rahmen, der an den Pfeilern über dehnungsbewegliche Ösenverbindungen
unverlierbar befestigt ist, wobei jede ösenverbindung einen durch eine Öse hindurchragenden
Zapfen aufweist, dessen Ende eine nicht durch die Öse hindurchpassende Verdickung
trägt.
[0002] Glühkörbe zum Transport von Glühgut durch einen Glühofen und auch zum Abschrecken
des Glühgutes in Abschreckungsflüssigkeit sind großen Temperaturschwankungen und örtlichen
Temperaturdifferenzen ausgesetzt, so daß sie große Wärmespannungen erleiden. Die größte
thermische Beanspruchung tritt an dem Rahmen auf, der die obere Randeinfassung des
Glühkorbes bildet.
[0003] Bei einem bekannten Glühkorb der eingangs genannten Art (DE-OS 28 17 718) ist der
Boden zusammen mit den ihm angeformten aufragenden Pfeilern als einstückiges Gußteil
hergestellt. In Nuten an den oberen Enden der Pfeiler ist der als separates Teil hergestellte
Rahmen eingesetzt. Die Befestigung des Rahmens an den Pfeilern erfolgt mit Ösen oder
Rähmchen, die nach unten hin von der Außenseite des Rahmens abstehen und verdickte
Köpfe der Pfeiler übergreifen. Bei der Herstellung des Rahmens werden für jede Öse
nur zwei Stege gegossen. Der die Öse schließende dritte Steg wird als Schlußglied
später angeschweißt, nachdem der Rahmen auf die Enden der Pfeiler aufgesetzt worden
ist. Dieses Anschweißen der Schlußglieder erfordert an jeder Öse zwei Schweißstellen
und zusätzlich den Einsatz von Fremdmaterial für das Schlußglied. Dies ergibt einen
hohen Aufwand an manueller Fertigungsarbeit und Herstellungskosten.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Glühkorb der eingangs genannten Art
im Hinblick auf einfachere Fertigungsmöglichkeiten zu verbessern.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe besteht erfindungsgemäß darin, daß die Ösen den Pfeilern
oder den Rahmen einstückig angegossen und horizontal ausgerichtet sind und daß die
Verdickungen an den sich vertikal erstreckenden Zapfen angeschweißt sind.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Glühkorb werden die Ösen nicht in einem späteren Fertigungsschritt
durch ein Schlußglied vervollständigt, sondern sie werden beim Gießen des Bodens oder
des Rahmens diesem Boden oder Rahmen vollständig angeformt. Bei der Montage des Rahmens
an den Enden der Pfeiler des Bodens werden die vertikalen Zapfen in die horizontalen
Ösen eingesteckt.
[0007] Die Verriegelung erfolgt anschließend durch Anschweißen der Verdickungen an den durch
die Ösen hindurchragenden Enden der Zapfen. Hierbei ist für die Verriegelung jeder
ösenverbindung nur ein einziger Schweißvorgang erforderlich. Vorzugsweise bestehen
die Verdickungen aus Schweißpunkten, wobei jeder Schweißpunkt durch Schweißmaterialauftrag
erzeugt ist. Hierbei wird außer dem Schweißmaterial kein zusätzliches Fremdmaterial
benötigt. Die Schweißpunkte können auf einfache Weise durch gezieltes Ansetzen einer
Schweißelektrode an die Zapfen hergestellt werden, wobei jedoch darauf zu achten ist,
daß die Schweißpunkte einen Abstand von der Öse haben, damit diese nicht eingeklemmt
wird und die Dehnungsbeweglichkeit der ösenverbindung beibehalten wird.
[0008] Vorzugsweise sind die Ösen dem Rahmen angeformt und die Pfeiler weisen an ihren Innenseiten
horizontale Standflächen für den Rahmen auf. Die Standflächen, die zum Innern des
Glühkorbs nicht durch aufragende Teile begrenzt sind, erlauben Bewegungen des Rahmens
in Bezug auf den Boden bzw. die Pfeiler. Außerdem wird erreicht, daß die Innenseite
des Rahmens weitgehend bündig ist mit den inneren Begrenzungen der Pfeiler, so daß
ein in den Glühkorb eingesetztes Drahtgitter am Übergang zwischen Pfeilern und Rahmen
nicht verbogen wird.
[0009] Der obere Rahmen kann einstückig hergestellt werden, besteht jedoch zweckmäßigerweise
aus separaten Rahmenleisten. Wenn der Rahmen aus separaten Leisten besteht, können
sich diese Rahmenleisten unabhängig voneinander ausdehnen und bewegen. Außerdem lassen
sich die Rahmenleisten in separaten Gießformen einfacher herstellen als ein einstückiger
Rahmen.
[0010] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Pfeiler
an den Ecken des Bodens jeweils durch zwei ösen der beiden angrenzenden Rahmenleisten
hindurchragen und daß die beiden ösen in unterschiedlichen Höhen angeordnet sind.
Hierdurch ergibt sich bei einem mehrteiligen Rahmen eine einfache Gestaltung der Eckverbindungen.
[0011] Der erfindungsgemäße Glühkorb hat nicht nur den Vorteil eines einfachen konstruktiven
Aufbaus, sondern er ist auch stapelbar und auf dem Ofenboden verschiebbar. Die ösenverbindungungen
liefern das in allen Richtungen erforderliche Spiel bzw. die Dehnungsbeweglichkeit
zwischen Boden und Rahmen.
[0012] Im folgenden werden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen Ausführungsbeispiele der
Erfindung näher erläutert.
[0013] Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines Bodens mit dem darauf zu befestigenden oberen
Rahmen, der aus einzelnen Rahmenleisten besteht,
Fig. 2 einen Schnitt durch eine ösenverbindung bei dem Glühkorb nach Fig. 1,
Fig. 3 eine Ansicht einer Eckverbindung bei dem Glühkorb nach Fig. 1 und
Fig. 4 einen Schnitt durch eine andere Ausführungsform der ösenverbindung.
[0014] Der dargestellte Glühkorb weist einen Boden 10 und einen oberen Rahmen 11 auf. Der
Boden 10 besteht aus einem einstückigen Teil aus einem ebenen Bodenrost 12 aus einander
kreuzenden Gitterstäben und am Rand des Bodenrostes aufragenden senkrechten Pfeilern
13, die jeweils in die Gitterstäbe des Bodenrostes übergehen. Jeder Pfeiler 13 weist
an seiner Innenseite eine horizontale Aufstandfläche 14 auf, die nach außen durch
einen aufragenden Zapfen 15 begrenzt ist und zum Innern des Glühkorbs hin frei ausläuft,
d.h. nicht durch aufragende Teile begrenzt ist.
[0015] Auf die Standflächen 14 der Pfeiler 13 wird der obere Rahmen 11 gestellt. Dieser
Rahmen ist, ebenso wie der Boden 10, rechteckig und er besteht aus den beiden längslaufenden
Rahmenleisten 16 und den beiden querlaufenden Rahmenleisten 17. Diese Rahmenleisten
16 und 17 sind separate Gußteile. Jede der Rahmenleisten besteht aus einem hochkant
stehenden Streifen, an dem außen in der Nähe der Unterkante zahlreiche Ösen 18 abstehen.
Die Ösen 18 verlaufen horizontal, d.h. sie haben vertikale Durchtrittsöffnungen. Die
rechteckigen ösen 18 sind an einer Seite durch den Streifen der jeweiligen Rahmenleiste
16 bzw. 17 begrenzt und an den drei anderen Seiten durch die U-förmig angeordneten
ösenstege. Die Höhe einer jeden öse beträgt etwa die Hälfte der Höhe des Streifens
der Rahmenleiste.
[0016] Die querlaufenden Rahmenleisten 17 haben jeweils zwei angeformte Handgriffe 19.
[0017] Wie Fig. 2 zeigt, steht jede Rahmenleiste 17 mit ihrer Unterseite auf den horizontalen
Standflächen 14 der Pfeiler 13, wobei die Innenseiten der Pfeiler 13 mit der Innenseite
der Rahmenleiste 16 bzw. 17 fluchten. Dies bedeutet, daß die Stärke der Rahmenleiste
17 annähernd der Breite der Standfläche 14 entspricht. Das Loch 20 der Öse 18 hat
Übermaß gegenüber dem Querschnitt des Zapfens 15, der das obere Ende des Pfeilers
13 bildet. Der Zapfen 15 ragt durch das Loch 20 hindurch. Da die Höhe des Zapfens
15 etwa gleich der Höhe der Rahmenleiste 17 ist, schließt die Oberseite des Zapfens
15 bündig mit der Rahmenleiste 17 ab.
[0018] Zur Verhinderung des Entfernens der Rahmensleiste 17 von dem Pfeiler 13 ist an dem
aus der öse 18 herausragenden Bereich des Zapfens 15 eine Verdickung 21 in Form eines
Schweißpunktes angebracht. Die Verdickung 21 hat einen Abstand a von der Oberseite
der öse 18, um die erforderliche Dehnungsbeweglichkeit sicherzustellen. Bei der Erzeugung
des Schweißpunktes 21 kann ein Abstandsstreifen auf die Oberseite der öse 18 gelegt
werden, um den Abstand a einzuhalten. Der Abstandsstreifen wird anschließend wieder
entfernt.
[0019] Fig. 3 zeigt eine Eckverbindung des Rahmens 11 des Glühkorbs. An dem betreffenden
Pfeiler 13' ist die Standfläche 14 tiefer angeordnet als bei den übrigen Pfeilern.
An dem Ende der Rahmenleiste 16 ist eine nach unten gezogene Verlängerung vorgesehen,
an der eine Öse 18' angeordnet ist, welche auf der Standfläche 14 aufliegt. Auf die
öse 18' ist die querlaufende Rahmenleiste 17 mit der Öse 18 aufgesetzt, wobei der
Zapfen 15 durch beide Ösen 18 und 18' hindurchgeht.
[0020] Fig. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei dem die Ösen 18 den Pfeilern 13 angeformt
sind, während die Zapfen 15, die vertikal durch die ösen 18 hindurchgehen, von der
Rahmenleiste 17 nach unten abstehen. An dem aus der Öse 18 nach unten herausragenden
Ende des Zapfens 15 befindet sich die nachträglich angebrachte Verdickung 21 in Form
eines Schweißpunktes. Die Standfläche 14 befindet sich bei diesem Ausführungsbeispiel
am oberen Ende des Pfeilers 13.
1. Glühkorb mit geschlossenem oder rostförmigen Boden, der an den Rändern einstückig
angeformte, aufragende Pfeiler aufweist, und mit einem auf den Pfeilern ruhenden Rahmen,
der an den Pfeilern über dehnungsbewegliche ösenverbindungen unverlierbar befestigt
ist, wobei jede ösenverbindung einen durch eine öse hindurchragenden Zapfen aufweist,
dessen Ende eine nicht durch die Öse hindurchpassende Verdickung trägt,
dadurch gekennzeichnet ,
daß die Ösen (18) den Pfeilern (13) oder dem Rahmen (11) einstückig angegossen und
horizontal ausgerichtet sind und daß die Verdickungen (21) an den sich vertikal erstreckenden
Zapfen (15) angeschweißt sind.
2. Glühkorb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verdickungen (21) aus
Schweißpunkten bestehen.
3. Glühkorb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ösen (18) dem
Rahmen (11) angeformt sind und daß die Pfeiler (13) an ihren Innenseiten horizontale
Standflächen (14) für den Rahmen (11) aufweisen.
4. Glühkorb nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen
(11) aus separaten Rahmenleisten (16,17) besteht.
5. Glühkorb nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Pfeiler (13') an den
Ecken des Bodens (10) jeweils durch zwei Ösen (18,18') der beiden angrenzenden Rahmenleisten
(17,17) hindurchragen und daß die beiden Ösen (18,18') in unterschiedlichen Höhen
angeordnet sind.