[0001] Die Erfindung betrifft einen Schuhinnenteil in Form einer Einlegesohle oder eines
Fußbettes, mit einem aus kompaktem oder zellstrukturförmigem, elastischem Material
gebildeten Unterbau, einer Vielzahl von in Reihen angeordneten, die Fußsohlen massierenden
Noppen, die einen etwa zylindrischen Fuß und einen abgerundeten Kopf besitzen und
einer Abdeckung über den Noppen aus Textil, weichem Leder oder dergleichen. Sie betrifft
ferner ein Verfahren zur Herstellung desselben.
[0002] Schuhe und Sandalen mit Fußbett sind allgemein bekannt Sie werden von Personen getragen,
deren Füße beispielsweise in Ausübung des Berufes stark beansprucht werden, oder schon
verändert sind.
[0003] Um eine Mehrdurchblutung der Füße zu erreichen, sind auch sogenannte Massage-Sandalen
bekannt, z. B. aus US-Patent 4 095 353 oder US-Patent 37 22 113. Diese besitzen eine
Oberfläche, die aus einer Vielzahl von Kunststoffstiften mit abgerundeter Oberseite
gebildet werden. Bei diesen ist zwar die Massagewirkung und auch die Belüftung der
Fußsohlen gut es hat sich aber gezeigt, daß die Elastizität dieser Stifte zu gering
ist, um Hüftgelenke, Kniegelenke usw. ausreichend entlasten zu können. Außerdem besteht
keine Möglichkeit, Schuhe nachträglich mit einer solchen Stiftplatte auszurüsten.
[0004] Aus der europäischen Patentanmeldung EP-100 067-A ist eine Schuhkonstruktion bekannt,
bei der eine Innensohle von einer Laufsohle getragen wird. Die Oberfläche der Innensohle
ist der anatomischen Form des Fußes angepaßt. Sie trägt eine Reihe von Erhebungen
mit abgerundeten Köpfen. Über die Innensohle ist eine Abdeckung aus Textil oder Leder
gespannt und mit der Rückseite der Innensohle verklebt Die Erhebungen sind in Reihen
parallel zur Längsachse der Innensohle angeordnet
[0005] Diese Schuhkonstruktion besitzt mehrere Nachteile. Die Abdeckung muß mit einem breiten
Rand zugeschnitten werden. Der erhöhte Materialverbrauch verteuert den Schuh. Das
Verkleben der Abdeckung auf der Rückseite der Innensohle erfordert zusätzliche Arbeitsvorgänge.
Beim Laufen - scheuert die Abdeckung auf den Erhebungen der Innensohle und wird so
zerstört Außerdem können beim Gehen Falten in der losen Abdeckung entstehen, die Blasen
an den Füßen hervorrufen. Außerdem wird durch die lose Abdeckung die Belüftung der
Fußsohle behindert
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, ein Schuhinnenteil
anzugeben, welches eine gute Massagewirkung auf die Fußsohlen und Elastizität zur
Entlastung der Gelenke verbindet mit einer verbesserten Belüftung der Fußsohlen, einem
verbesserten Komfort und einem geringen Materialverbrauch, und welches sowohl fest
als auch lose im Schuh verwendet werden kann.
[0007] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Abdeckung ohne Zugabe zugeschnitten ist
daß die Abdeckung mit den Spitzen der Noppen verklebt ist, wobei ihre Oberseite gewellt
ist, und daß die Abdeckung wenigstens im Ballenund Fersenbereich perforiert ist.
[0008] Vorzugsweise sind die Noppen in Reihen angeordnet, die sich unter einem Winkel von
ca 120° durchdringen und insbesondere einen Winkel von ca. 60° zur Längsachse des
Schuhinnenteils einnehmen. Diese Anordnung ist erheblich komfortabler beim Laufen
als die parallele Anordnung der bekannten Schuhkonstruktion. Außerdem bietet sie erhebliche
Vorteile während der Herstellung.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung des Schuhinnenteils ist dadurch gekennzeichnet,
daß die Noppen im Bereich ihrer Spitzen in einer Preßvorrichtung mit Kleber beschichtet
werden und daß anschließend die Abdeckung aufgelegt und ebenfalls angepreßt wird.
Dabei werden als Preßvorrichtungen bevorzugt rotierende Walzen verwendet.
[0010] Durch das Beschichten der Noppen, die aus einem elastischen Material bestehen, in
einer Preßvorrichtung wird erreicht, daß die abgerundete Spitze der Noppen ganz mit
Kleber beschichtet wird, so daß sich eine großflächige Klebeverbindung zur Abdeckung
erhebt Durch das Anpressen der Abdeckung in einer weiteren Preßvorrichtung wird die
Abdeckung selbst in den Zwischenbereichen zwischen zwei Noppen etwas nach unten gedrückt.
Es entstehen dabei luftführende Vertiefungen in unmittelbarer Nachbarschaft zur Fußsohle.
Durch die Perforation in der Abdeckung selbst wird eine luftführende Verbindung hergestellt
zu den Hohlräumen unterhalb der Abdeckung, wodurch ein ununterbrochener, großflächiger
Luftaustausch erreicht wird.
[0011] Durch die noppenförmige Oberfläche wird beim Abrollen während des Gehens auf die
Fußsohle eine massageähnliche Wirkung erzeugt, wodurch eine Mehrdurchblutung der Füße
und Beine erzielt wird. Gleichzeitig wird die durch die Perforation in der Abdeckung
angesaugte Luft durch das zwischen den Noppen und der Abdeckung ausgebildete Luftkanalsystem
durch die ganze Sohle gepumpt-Besondere Anwendung dürfte dies bei Durchblutungsstörungen
in Verbindung mit kalten Füßen finden. Durch die gepolsterte Noppenform des Fußsohlenbettes
wird ein besonderer Stoßdämpfereffekt auf die Hüftgelenke und die gesamte Wirbelsäule
erzielt
[0012] Derart ausgerüstete Fußbetten dürften besonders bei Veränderungen der Wirbelsäule,
zum Beispiels Bandscheibenschäden und anderen degenerativen Veränderungen zum Beispiel
der Hüftgelenke, Anwendung finden.
[0013] Da es Möglichkeiten gibt, die Noppen zu verändern, ist auch eine bevorzugte Anwendung
bei Fußveränderungen, zum Beispiel bei Hohlfüßen, Knick-Senk-Spreizfüßen usw., sowie
bei Achillessehnenreizungen oder Kniescheibensyndromen möglich.
[0014] Weiterhin ist es möglich, Gelenk-und Fersenteil des erfindungsgemäßen Schuhinnenteils
seperat auszuführen, bzw. mit entsprechenden Einlagen zu versehen.
[0015] Anhand der Zeichnung soll die Erfindung in Form eines Ausführungsbeispiels näher
erläutert werden. Es zeigen
Fig. 1 eine Draufsicht auf eine Einlegesohle und
Fig. 2 einen Schnitt II-II durch die Sohle.
[0016] Die Sohle besteht aus einem Unterbau 1, dessen Oberseite in regelmäßigen Reihen eine
Vielzahl von Noppen 3 angeformt sind. Die Noppen 3 besitzen einen etwa zylindrischen
Fuß und einen abgerundeten Kopf. Auf die Köpfe der Noppen 3 ist eine Abdeckung 2 aus
weichem Leder aufgeklebt. Die Abdeckung 2 ist im Fersen-und Spitzenbereich mit einer
Mehrzahl von Perforationen 4 mit kleinem Durchmesser versehen. Dadurch ist ein Luftaustausch
durch die Abdeckung 2 hindurch möglich.
[0017] Die Noppen 3 sind in Reihen angeordnet, die sich unter einem Winkel von ca. 120°
durchdringen und insbesondere einen Winkel von ca. 60° zur Längsachse der Sohle einnehmen.
Diese Anordnung hat beim Abrollen des Fußes während des Gehens einen höheren Komfort
als andere Anordnungen. Außerdem ergibt sich bei Aufkaschieren der Abdeckung 2 auf
den Unterbau 1 mit Hilfe von Druckwalzen in einfachster Weise die gewünschte gewellte
Form der Abdeckung 2.
[0018] Diese Wellenform führt dazu, daß oberhalb der Abdeckung 2, d. h. in unmittelbarer
Nachbarschaft zum Fuß, eine Reihe von luftgefüllten Vertiefungen bleiben. Gleichzeitig
bleiben aber auch unterhalb der Abdeckung 2 durchgehende Luftkanäle 5 offen. Die den
Fußschweiß aufnehmende Luft in den Vertiefungen oberhalb der Abdeckung 2 wird also
durch die Perforationen 4 hindurch in das Kanalsystem 5 unterhalb der Abdeckung gepumpt,
dort mit einem Luftvorrat vermischt, durch das Kanalsystem 5 gepumpt und schließlich
wieder durch die Perforation 4 an die Fußsohle gebracht. Dabei wird nicht nur eine
Verringerung der Fußschweißbildung erreicht, sondern auch ein zusätzlicher Luftpolstereffekt,
der den Polstereffekt des elastischen Materials, aus dem der Unterbau 1 und die Noppen
3 bestehen, unterstützt.
1. Schuhinnenteil in Form einer Einlegesohle oder eines Fußbettes, mit einem aus kompaktem
oder zellstrukturförmigem, elastischem Material gebildeten Unterbau, einer Vielzahl
von in Reihen angeordneten, die Fußsohlen massierenden Noppen, die einen etwa zylindrischen
Fuß und einen abgerundeten Kopf besitzen, und einer Abdeckung über den Noppen aus
Textil, weichem Leder oder dergleichen,- dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung
-
(2) ohne Zugabe zugeschnitten ist, daß die Abdeckung (2) mit den Spitzen der Noppen
(3) verklebt ist, wobei ihre Oberseite gewellt ist, und daß die Abdeckung (2) wenigstens
im Ballen-und Fersenbereich perforiert ist.
2. Schuhinnenteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Noppen (3) in Reihen
angeordnet sind, die sich unter einem Winkel von ca. 120° durchdringen.
3. Schuhinnenteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Noppen (3)
in Reihen angeordnet sind, die einen Winkel von ca. 60° zur Längsachse des Schuhinnenteils
aufweisen.
4. Schuhinnenteil nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß Gelenk-und/oder
Fersenteil mit die Elastizität und/oder Höhe verändernden Einlagen versehen sind.
5. Verfahren zur Herstellung eines Schuhinnenteils nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Noppen (3) im Bereich ihrer Spitzen in einer Preßvorrichtung
mit Kleber beschichtet werden und daß anschließend die Abdeckung (2) aufgelegt und
ebenfalls angepreßt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß als Preßvorrichtungen rotierende
Walzen verwendet werden.