[0001] Zur Vermeidung von Spannungen in Estrich- oder Betonflächen, die insbesondere beim
Aushärten und bei thermischen Einflüssen auftreten, werden geeignete Flächenabschnitte
durch Dehnungsfugen getrennt. Dabei ist es üblich, zur Trennung solcher Flächen Styroporstreifen
oder dergleichen einzubringen über die gesamte Höhe bzw. Stärke des Estriches bzw.
des Betons. Diese Styroporstreifen lassen sich allerdings nur schwer einsetzen, da
sie unstabil sind und sich nur schwer befestigen lassen. Die ausgebildeten Fugen sind
daher auch in der Regel wenig liniengenau. Diese Fugen sind außerdem gegen eindringende
Feuchtigkeit nicht geschützt.
[0002] Aus dem Bereich von Betonbrückenbauten sind bereits einteilige Vorrichtungen zur
Bildung von Dehnungsfugen bekannt (DE-GM 84 24 097.0). Es handelt sich dabei um ein
Gummiprofil, welches im Querschnitt gesehen einen mittleren U-förmigen Teil aufweist,
an dessen U-Schenkel nach außen gerichtet Verklammerungselemente angeordnet sind.
Dabei soll dieser U-förmige Teil eine dicke und konstante Wandstärke aufweisen, während
im mittleren Teil des U-Steges Kanäle angeordnet sind, die den mittleren Teil elastisch
gestalten sollen. Ein solches Gummiprofil ist zur Bildung von Dehnungsfugen in Fußbodenestrichflächen
oder entsprechenden Betonflächen in diesem Anwendungsbereich nicht geeignet. Bei Ausdehnung
der die Fugen begrenzenden Flächen bzw. Schichten wird ein solches einstückiges Profil
nicht parallel zusammengeschoben. Auf diese Weise besteht die Gefahr, daß die Abschlußschenkel
der beiden Winkelprofile, die zunächst parallel zueinander stehen, in eine zueinander
geneigte Lage kommen, so daß die abgrenzende Estrichoder Betonschicht abreißt. Bei
der Einbringung des Estriche, oder des Mörtels besteht außerdem die Gefahr, daß in
den Abstandsraum des Gummiprofiles Mörtel oder Estrich von unten eintritt und damit
die Wirkung des Dehnungsprofiles beeinflußt.
[0003] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Vorrichtung zur Bildung von Dehnungsfugen
in Estrich- oder Betonflächen, insbesondere eines Fußbodens, in einteiliger Form vorzuschlagen,
bei der zwei Winkelprofile an ihrem zum Befestigungsschenkel senkrechten Abschlußschenkel
im oberen Bereich elastisch miteinander verbunden sind, wobei zu sichern ist, daß
eine exakte Parallelverschiebung dieser Winkelprofile, insbesondere aber ihrer Abschlußschenkel
möglich ist bei Vermeidung des Eindringens von Mörtel oder Estrich in den Abstandsraum.
[0004] Gelöst wird diese Erfindungsaufgabe mit einer Vorrichtung mit sämtlichen Merkmalen
des Anspruches 1.
[0005] In an sich bekannter Weise erleichtert die erfindungsgemäße Vorrichtung die Ausbildung
von Dehnungsfugen in Estrich- oder Betonflächen, insbesondere im Fußbodenbereich.
Das erfindungsgemäß einheitliche Profil läßt die Verschiebung seiner beiden Winkelprofile,
die sowohl oben als auch unten mit elastischen Verbindungsprofilen verschlossen sind,
bei entsprechender Beanspruchung exakt parallel zu, so daß die Gefahr des Abreißens
der angrenzenden Estrich- oder Betonschicht ausgeschlossen ist. Der notwendige Abstandsraum
zwischen den Winkelprofilen ist abgeschlossen, so daß Mörtel oder Estrich nicht einzudringen
vermag.
[0006] Nach einer bevorzugten Ausführungsart der Erfindung sind zwei Metallwinkelprofile
durch anvulkanisierte Profile aus Gummi oder einem gleichartigen Kunststoff miteinander
verbunden. Diese Metallwinkelprofile sind dann von besonderer Bedeutung, wenn die
Belastung der Abschlußschenkel eine Rolle spielt, insbesondere beim Einbau in Fußböden
mit Flurförderverkehr.
[0007] In vielen Anwendungsfällen ist auch eine Ausführungsart der Erfindung denkbar, bei
der die Vorrichtung aus zwei Winkelprofilen aus Kunststoff besteht, an denen zur Verbindung
der Abschlußschenkel materialeinheitlich weich eingestellte, elastische Kunststoffverbindungsbrücken
angeformt sind. Solche Profile lassen sich im Strangpreßverfahren herstellen. Zur
Verstärkung der Winkelprofile aus Kunststoff können Winkelprofile oder Teilprofile
aus Metall eingesetzt sein.
[0008] Zur Verbesserung der Verklammerung des Befestigungsschenkels der beiden Winkelprofile
wird vorgeschlagen, 'endseitig an den Innenseiten der Befestigungsschenkel jeweils
einen hinterschnittenen Steg anzuformen.
[0009] Der hohle Zwischenraum bei hohen Abschlußschenkeln der Winkelprofile kann gegen eine
große Andrucklast des nicht abgebundenen Mörtels gesichert werden durch an den Außenflächen
der Schenkel vorgesehene Abstandsstege, die beim Auftreten höherer Druckbelastungen,
etwa bei thermischen Ausdehnungsspannungen, verformbar sind.
[0010] Anhand eines abgebildeten Ausführungsbeispieles wird die Erfindung im folgenden näher
erläutert. Die Abbildung zeigt eine fabrikatorisch vorgefertigte Vorrichtung im Querschnitt.
[0011] Bei der dargestellten Vorrichtung handelt es sich um ein einteilig.herstellbares
Kunststoffprofil, welches aus den beiden mit der Ziffer 1 bezeichneten Winkelprofilen
besteht, die materialeinheitlich durch weich eingestellte, elastische Verbindungsprofilabschnitte
3 bzw. 4 in der Art von Brücken miteinander verbunden sind. Zwischen diesen beiden
Brücken ist ein Hohlraum 2 gebildet, der die Dehnungsfuge darstellt. Die beiden Schenkel
11 und 12 der beiden Winkelprofile 1 besitzen etwa gleiche Querschnittsstärke. Die
innere Verbindung der beiden Schenkel ist mit einer Hohlkehle 13 ausgebildet.
[0012] Die weich eingestellten Verbindungsbrücken 3 bzw. 4 setzen am oberen Abschnitt der
Abschlußschenkel 11 bzw. bezüglich der Brücke 4 im unteren Eckbereich der Winkelprofile
1 an. Diese beiden Verbindungsbrücken 3 und 4 sind gegeneinander gewölbt ausgebildet.
[0013] Zur Verklammerung im Estrich oder Beton sind an den Innenseiten der Abschlußschenkel
11 geringfügig schräg gerichtet Verklammerungsstege 15 angeformt mit äußeren Verbreiterungsrippen
151. Der besseren Verklammerung dienen ebenfalls die am Befestigungsschenkel jeweils
innen endseitig vorgesehenen hinterschnittenen Stege 14. Im Befestigungsschenkel 12
und im Verklammerungssteg 15 können noch Durchbrechungen vorgesehen sein.
[0014] Es besteht auch die Möglichkeit, eine solche Vorrichtung aus zwei Metallprofilen
1 auszubilden, die fabrikatorisch dauerhaft durch anvulkanisierte Gummiprofile 3 bzw.
4 verbunden sind.
[0015] Bildet man die Vorrichtung aus Kunststoff aus, so kann es bei bestimmten Belastungsanforderungen
zweckmäßig sein, die Winkelprofile 1 mit Metalleinlagen zu verstärken.
[0016] In den Abschlußschenkeln 11 können Bohrungen 17 vorgesehen sein, durch die eine Hülsenführung
bzw. ein Führungsbolzen hindurchsteckbar sind, um einen Höhenversatz der beiden Profile
1 gegeneinander zu vermeiden.
1. Vorrichtung zur Bildung von Dehnungsfugen in Estrichoder Betonflächen, bei der
zwei Winkelprofile an ihrem zum Befestigungsschenkel senkrechten Abschlußschenkel
durch ein den gebildeten Abstandsraum abdeckendes elastisches oberes Profil fest verbunden
und an den Innenseiten der Schenkel Verklammerungselemente vorgesehen sind, gekennzeichnet
durch ein zweites den Abstandsraum (2) von unten abschließendes elastisches Verbindungsprofil
(4).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Metallwinkelprofile
(1) durch anvulkanisierte Profile (3,4) aus Gummi oder einem gleichartigen Kunststoff
miteinander verbunden sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsprofile
(3,4) gegeneinander gewölbt ausgebildet sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch zwei Winkelprofile (1) aus Kunststoff,
an denen materialeinheitlich durch weich eingestellte elastische Kunststoffverbindungsbrücken
die Verbindungsprofile (3,4) ausgebildet sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß endseitig an den Innenseiten
der Befestigungsschenkel (12) der Winkelprofile (1) jeweils ein hinterschnittener
Steg (14) angeformt ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an den Außenflanken der
Abschlußschenkel (11) abstandshaltende Elemente vorgesehen sind, die unter erhöhten
Druckbeanspruchungen verformbar sind.