[0001] Die Übertragung von Information auf eine Offsetdruckplatte geschieht nach dem Stand
der Technik beispielsweise mittels photofrthographischer Verfahren.
[0002] Dazu muß von der Vortage eine geeignete Maske z.B auf photographischem Weg erzeugt
werden. Eine lichtempfindlich beschichtete Druckplatte kann durch Belichten durch
diese Maske bildmäßig in hydrophobe und hydrophile Bereiche differenziert werden.
[0003] Eine weitere Möglichkeit der Informationsübertragung auf eine für den Offsetdruck
geeignete Druckplatte besteht in der elektrophotographischen Arbeitsweise.
[0004] Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von Offsetdruckplatten
bereitzustellen, bei dem elektrisch gespeicherte Informationen, wie Texte oder auch
Bilder, direkt, d.h. ohne ein optisches Zwischenbild, wie dies z.B. in der photographischen
Arbeitsweise nötig ist, auf eine für den Offsetdruck geeignete Druckplatte übertragen
werden können.
[0005] Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Offsetdivcfcptatten
durch Übertragen von lnformationen auf eine für den Offsetdruck geeignete Druckplatte,
das dadurch gekennzeichnet ist, daß von einem Träger mittels eines elektronisch gesteuerten
Thermokopfes eine oder mehrere verdampfbare und/oder schmelzbare . Substanzen der
Formel (I)

in der
A ein n-wertiger hydrophober Rest,
X ein hydrophiler Substituent und
n 1,2, 3 oder 4 bedeutet,
bildmäßig auf die Druckplatte übertragen werden.
[0006] Die vorher hydrophile Plattenoberfläche wird durch (I) an den Übertragungstellen
hydrophobiert
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren hat gegenüber den Verfahren des Standes der Technik
eine Reihe von Vorteilen:
a) man kann unbeschichtete Druckplatten verwenden;
b) die photomechanischen Schritte zur Übertragung der Information (in Form von Schrift
oder Bifdem) auf eine Offsetplatte und zwar sowohl bei Offsetplatten für Schwarz-Weiß-,
als auch bei solchen für den Mehrfarbendruck entfällt;
c) eine Bildvortage ist in der Regel nicht erforderlich, weshalb das Verfahren besonders
geeignet ist, elektronisch gespeicherte Informationen auf eine Offsetplatte zu übertragen;
d) bei Verwendung farbiger Verbindungen (I) ist die übertragene Information sichtbar;
e) das Entwickeln der Platte mit bestimmten Lösungsmitteln (photolithographisches
Verfahren) oder das Betonem und Einbrennen des Toners (elektrophotographisches Verfahren)
entfällt.
[0008] Die auf dem Träger aufgebrachten verdampfbaren und/oder schmelzbaren Substanzen der
Formel (I)

haften auf der Aluminiumoberfläche der Offsetplatte sehr gut und hydrophobieren die
Oberfläche an den beschichteten Stellen. Das Haftvermögen der übertragenen Substanzen
kann gegebenenfalls durch eine Wärmebehandlung der beschichteten Platte noch verbessert
werden.
[0009] Eine so hergestellte Offsetdruckplatte kann direkt zum Drucken verwendet werden.
[0010] Als verdampfbare und/oder schmelzbare Substanzen kommen solche in Betracht, die
1. die Aluminiumoberfläche hydrophobieren und in den in den Offsetdruckfarben verwendeten
flüssigen organischen Medien und Bindemitteln nicht quellbar oder nicht löslich sind;
2. auf der Aluminiumoberfläche der Offsetdruckplatte ein hohes Haftvermögen, gegebenenfalls
nach einer thermischen Nachbehandlung, aufweisen;
3. bei Temperaturen bis 300 °C unter Verdampfen von dem Träger auf die Druckplatte
übergehen und die bei diesen Temperaturen beständig oder im wesentlichen beständig
sind;
4. unter den Anwendungsbedingungen nicht toxisch sind. In der Allgemeinen Formel (I)

bedeuten
A ein n-wertiger hydrophober Rest,
X ein hydrophiler Substituent und
n 1, 2, 3, 4, 5 oder 6.
[0011] Als hydrophile Substituenten sind für X z. B. -OH, -
[0012] SH, -NH
2, -NHAlkyi, -NHOH, C=NOH, Pyridinyl, Chinolinyl, Pyrimidinyl, Pyrazinyl, Imidazolyl
und Imidazolinyl zu nennen, wobei die heterocyclischen Systeme noch weiter substituiert
sein können.
[0013] Diese Gruppen können auch Wasserstoffbrucken bilden. Wenn n ≧ 2 ist, können die Reste
X gleich oder verschieden sein.
[0014] Als hydrophobe Reste, an denen die Substituenten X stehen, kommen solche in Betracht,
die sich von aromatischen, von heteroaromatischen, von partiell gesättigten oder vollständig
gesättigten heterocyclischen oder cycloaliphatischen Ringsystemen ableiten. Der hydrophobe
Rest A leitet sich z. B. ab vom Benzol, Naphthalin, Anthracen, Naphthochinon, Anthrachinon,
Benzophenon, Indan, Azastilben oder von Azoverbindungen auf der Basis Benzol, Naphthalin,
Pyridin, Chinolin und/oder Thiophen.
[0015] (I) Weist 1 bis 6, bevorzugt 2 bis 5, insbesondere 2, 3 oder 4 hydrophile Substituenten
X auf.
[0017] In den Formeln (II) bis (XXII) stehen:
X1, X2, X3 und X4 für H, OH, NH2, Amino-C1-C4-alkyl,
R für H, C1-bis C6-Alkyi, Phenyl, o-, m-, p-Totyl, Benzyl, Phenylethyl, C1-C3-Aikoxy-C2-C3-alkyf, C1-C6-Alkoxy, C1-C3-Alkoxy-C2-C3-alkoxy, Phenoxy, o-, m-, p-Tofyloxy, Benzyloxy, Phenylethyloxy;
R', R3 und R4 unabhängig voneinander für H, C1-C6Alkyt, Phenyl, Benzyl,
R2 für gegebenenfalls durch Chlor oder Methyl substituiertes Phenyl und
Y für C2-oder C3-Alkylen.
[0018] Im einzelnen sind zu nennen:
für Amino-C,-C4-alkyl:
Methylamino, Ethylamino, n-Propylamino, i-Propylamino, n-Butylamino, 2-Butylamino,
t-Butylamino, i-Butylamino;
für C1-C6-Alkyl:
Methyl, Ethyl, n-Propyl, i-Propyl, n-Butyl, 2-Butyl, i-Butyl, t-Butyl, Pentyl, Hexyl;
für C1-C3-Alkoxy-C2-C3-alkyl:
2-Methoxy-ethyl, 2-Ethoxy-ethyl, 3-Methoxy-propyl, 3-Ethoxy-propyl;
für C1-C6-Alkoxy:
Methoxy, Ethoxy, n-Propoxy, i-Propoxy, n-Butoxy, 2-Butoxy, i-Butoxy, t-Butoxy, Pentoxy,
Hexoxy;
für C1-C3-Alkoxy-C2-C3-alkoxy:
2-Methoxy-ethoxy, 2-Ethoxy-ethoxy, 3-Methoxy-propoXy, 3-Ethoxy-propoxy.
[0019] Vorzugsweise stehen
X1: für H, OH, NH2;
X', X4: für H, OH;
X3: für OH;
R: für H, CH3, i-Propyl, t-Butyl,
R': für CH3,
R': für Phenyl, p-Chlorphenyl, p-Tolyl,
R3: für H, CH3, i-Propyl, t-Butyl,
R4: für H, CH, und
Y: für -CH2-CH2-, -CH2-CH2-CH2-.
[0020] Die Verbindungen (II) bis (XXII) sind bekannt oder können nach bekannten Verfahren
hergestellt werden.
[0021] Zur Anwendung gemäß dem Verfahren der Erfindung ist (I) auf einem dünnen wärmefesten
Träger aufgebracht, gegebenenfalls zusammen mit einem Bindemittel. Als Träger kommen
vorzugsweise dünne wärmefeste Folien aus Polyester, Polycarbonat mit Schichtdicken
zwischen 1 und 20, vorzugsweise zwischen 2 und 10µm in Betracht Die Rückseite der
Träger kann beschichtet sein, z. B. mit Aluminium oder Zinn oder mit anderen temperaturbeständigen
Substanzen wie SiO
2, Al
2O
3 oder Zn0, um ein Ankleben an den Thermokopf zu verhindern.
[0022] Die Beschichtung der Folie mit der verdampfbaren Substanz (I) kann z. B. durch Schleudern,
Rakeln, Spincoating oder Bedampfen erfolgen. Die Schichtdicke liegt in der Regel bei
0,05 um bis 10 µm, vorzugsweise bei 0,1 µm bis 5 µm.
[0023] Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung zusätzlich erläutern.
Beispiel 1
[0024] a) Eine 4 um starke PES-Folie wird in einer Vakuumapparatur rückseitig mit Zinn (Schichtdicke:
200 nm) bedampft.
[0025] Die Vorderseite wird in einer Vakuumapparatur mit 1,2,8-Trihydroxy-4-tert.-butylanthrachinon
[(11) mit X' = 2-OH und R = 4-tert.-Butyl] bedampft; Schichtdicke: 500 nm.
[0026] b) Die erhaltene Folie wird in einer Vorrichtung zwischen einer Thermokopfzeile und
einer unbeschichteten Offsetplatte eingespannt Durch sukzessives elektronisches Ansteuern
der Thermozeile und Weitertransport von Folie und Offsetplatte wird die im Speicher
vorhandene Information bildmäßig zeilenweise auf die Offsetplatte übertragen. Die
übertragene Information ist auf der Oberfläche der Offsetplatte gut erkennbar.
[0027] Nach dem vollständigen Beschreiben wird die Platte bei 80 °C getempert (Dauer: 10
Min). Die Platte ist dann druckfertig.
Beispiele 2 bis 22
[0028] Eine auf der Rückseite mit einer temperaturbeständigen Substanz bedampfte PES-Folie
(5 um) wurde wie in Beispiel 1 a) mit den in der Tabelle angegebenen Verbindungen
bedampft. Mit der Folie wurde mit Hilfe einer Thermokopfzeile eine unbeschichtete
Offsetdruckplatte wie in Beispiel 1 b) beschrieben. Die aufgedampfte temperaturbeständige
Substanz und deren Schichtdicke ist in den Spalten 2 und 3 der Tabelle angegeben.

1. Verfahren zur Herstellung von Offsetdruckplatten durch Übertragen von Informationen
auf eine für den Offsetdruck geeignete Druckplatte, dadurch gekennzeichnet, daß von
einem Träger mittels eines elektronisch gesteuerten Thermokopfes eine oder mehrere
verdampfbare und/oder - schmelzbare Substanzen der Formel (I)
A -Xn (I),
in der
A ein n-wertiger hydrophober Rest,
X ein hydrophiler Substituent und
n 1, 2, 3 oder 4 bedeutet,
bildmäßig auf die Druckplatte übertragen werden.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß X für -OH, -SH, -NH2, -NH-Alkyl, -NHOH, C=N-OH, für Pyridinyl, Chinolinyl, Pyrimidyl, Pyrazinyl und/oder
lmidazolyl steht, wobei bei n 2 die Reste X gleich oder verschieden sein können und
die heterocyclischen Substituenten gegebenfalls noch substituiert sind.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich A von aromatischen,
heteroaromatischen, von partiell gesättigten oder vollständig gesättigten heterocyclischen
oder cycloaliphatischen Ringsystemen ableitet
4. Verfahren gemäß Anspruch 3, dadurch aekennzeichnet, daß sich A vom Benzol, Naphthalin,
Anthracen, Naphthochinon, Anthrachinon, Benzophenon, Indan, Azastilben oder von Azoverbindungen
auf der Basis Benzol, Naphthalin, Pyridin, Chinolin und/oder Thiophen ableitet.
5. Verfahren gemäß Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß sich die verdampfbaren
und/oder - schmelzbaren Verbindungen von Anthrachinon, Naphthochinon, Azastilben,
Indan oder von Azoverbindungen auf der Basis Benzol, Naphthalin, Pyridin, Chinolin
und/oder Thiophen ableiten.