[0001] Für zeichendruckende Büromaschinen, z.B. Schreibmaschinen, serielle Drucker, Ausgabegeräte
von Elektronenrechnern usw. wurden zur Erhöhung des Bedienungskomfortes Farbbandkassetten
entwickelt. Als Farbbänder für solche Kassetten sind einerseits sogenannte Einmalcarbonbänder
bekannt, bei welchen jede Stelle des Farbbandes nur einmal benützt wird, also das
Farbband nach jedem Zeichenabdruck um mindestens die grösste Zeichenbreite weitertransportiert
wird. Andererseits kennt man Multicarbonbänder, bei welchen die farbgebende Schicht
mehrfach, z.B. drei- bis sechsfach benutzt werden kann. Damit ist für die gleiche
Bandlänge eine erheblich grössere Schreibdauer möglich. In der Praxis wird bei Multicarbonbändern
bei jedem gedruckten Zeichen das Band um einen Bruchteil der Zeichenbreite weitertransportiert,
z.B. um 1/3 bis 1/6. Die Farbe wird deshalb überlappend, sukzessive vom Band abgetragen.
Einmalcarbonbänder ermöglichen also eine hohe Schriftqualität, Multicarbonbänder hingegen
eine lange Schreibdauer.
[0002] Eine Farbbandkassette gemäss Oberbegriff des Anspruchs 1 ist aus der DE-OS 3 106
958 bekannt. Bei dieser bekannten Vorrichtung wirkt auf den Aufwickel ein Reibrad,
das über ein Getriebe von einem durch eine Schreibmaschine antreibbaren Kupplungselement
angetrieben ist. Um eine Anpassung des Schrittvorschubes an verschiedene Farbbandsorten
zu ermöglichen, sind die Zahnradpaarungen auswechselbar. Dabei werden die gewählten
Getriebeelemente jeweils beim Zusammenbauen der Kassette eingesetzt, entsprechend
der verwendeten Farbbandsorte. Für Einmalcarbonbänder wird also ein anderes Untersetzungsverhältnis
eingesetzt als für Multicarbonbänder.
[0003] Aus dem DE-GM 8 113 006 ist ferner eine Schreibmaschine bekannt, bei welcher der
Transportschritt für das Farbband entsprechend der Länge eines an der Farbbandkassette
angeordneten Zapfens variabel ist. Damit wird einem Einmalcarbonband beim Einsetzen
in die Schreibmaschine automatisch ein grösserer Transportschritt zugeordnet als einem
Multicarbonband.
[0004] Es ist also möglich, mit der gleichen Schreibmaschine ohne manuelle Umstellung der
Maschine wahlweise mit sehr guter Schriftquelität oder mit langer Schreibdauer pro
Kassette zu schreiben. Dazu muss jedoch jeweils die Kassette ausgewechselt werden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diesen Nachteil zu beseitigen. Diese Aufgabe
wird mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Durch den Einbau eines schaltbaren Getriebes für den Bandvorschub kann mit derselben
Multicarbonband-Kassette während ihres Betriebes wahlweise eine höhere Schriftqualität
oder eine grössere Ausbeute erzielt werden. Damit entfällt das umständliche Bereithalten
und Auswechseln von Kassetten. Ausserdem können die Herstellungs- und Lagerkosten
gesenkt werden, da mit einem einzigen Kassettentyp beide Anforderungen erfüllt werden
können.
[0007] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung beschrieben.
Darin zeigt:
Fig. 1 eine Draufsicht auf die Kassette bei teilweise entferntem Deckel, und
Fig. 2 eine Explosionsdarstellung des Getriebes der Kassette nach Fig. 1.
[0008] Bei der Darstellung nach Fig. 1 ist der Deckel 2a des
Kas- settengehäuses 2 teilweise entfernt. Das Farbband 12 ist ein Multicarbonband.
Es gelangt von einer im Gehäuse 2 drehbar gelagerten Vorratsrolle 21 über Umlenkorgane
23 und einen Druckort 24 zur Aufwickelrolle 22. Diese ist auf einem Schwenkhebel 24
drehbar gelagert und durch eine Feder 25 reibschlüssig gegen ein Treibrad 11 (Fig.
2) gedrückt. Das Treibrad 11 wird über ein Schaltgetriebe 5, 10 von einem Kupplungsstück
20 der Schreibmaschine angetrieben. Das Kupplungsstück 20 greift in eine kreuzschlitzförmige
Ansenkung in einem Zapfen 14 eines Kupplungselementes 1 ein. Der Zapfen 14 ragt durch
eine Bohrung 18 des Gehäuses 2.
[0009] Ueber Mitnehmer 17 und entsprechende Aussparungen 32 ist das Kupplungselement 1 drehfest
aber axial verschiebbar mit einem koaxialen Zahnradsatz 5 mit zwei unterschiedlich
grossen Zahnrädern 6, 7 verbunden. Der Zahnradsatz 5 ist im Gehäusedeckel 2a mittels
eines Zapfens 33 gelagert. Ein Betätigungsknopf 3 überragt den Gehäusedeckel 2a. Der
Knopf 3 hat eine Rändrierung 36, damit das Band manuell gespannt werden kann. Durch
Zug bzw. Druck auf den Knopf 3 kann der Zahnradsatz 5 axial im Gehäuse 2 in zwei Schaltstellungen
verschoben werden. Die beiden Stellungen sind verrastet durch zwei Nocken 35, die
über Federschenkel 34 mit dem Zahnradsatz 5 verbunden sind und durch Durchbrüche 16
einer Scheibe 15 des Kupplungselementes 1 steckbar sind. Die Nocken 35 liegen in den
beiden Schaltstellungen an den Schultern 26, 27 der Scheibe 15 an.
[0010] Mit der in einer Bohrung 29 des Gehäuses 2 gelagerten Welle 28 des Treibrades 11
ist ein zweiter Zahnradsatz 10 bestehend aus zwei unterschiedlich grossen Zahnrädern
8, 9 starr verbunden. In der Schaltstellung für geringen Bandvorschub (lange Schreibdauer)
kämmt das Zahnrad 8 mit dem Zahnrad 6; der Knopf 3 ist also eingedrückt. In der Schaltstellung
mit grossem Bandvorschub (hohe Schriftqualität) ist der Knopf 3 dagegen herausgezogen
und das Zahnrad 7 kämmt mit dem Zahnrad 9.
1. Farbbandkassette für eine zeichendruckende Büromaschine, mit einem Gehäuse (2),
einer Vorratsrolle (21), einer Aufwickelrolle (22), einem im Gehäuse drehbar gelagerten
Kupplungselement (1) für den Antrieb durch die Büromaschine, und mit einem im Gehäuse
drehbar gelagerten Treibrad (11), welches aufwickelseitig reibschlüssig am Farbband
(12) angreift und über ein Getriebe (5,10) mit dem Kupplungselement (1) verbunden
ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebe (5,10) als Schaltgetriebe mit mindestens
zwei wahlweise schaltbaren Uebersetzungsverhältnissen ausgebildet ist.
2. Kassette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebe (5,10) ein
manuell bedienbares Betätigungselement (3) aufweist. F
3. Kassette nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebe (5,10)
mechanische Rastmittel (35,15) zum Verrasten in den Schaltstellungen hat.
4. Kassette nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebe
einen koaxial zum Kupplungselement (1) gelagerten und drehfest mit diesem verbundenen
ersten Zahnradsatz (5) mit zwei unterschiedlich grossen Zahnrädern (6,7) sowie einen
drehfest mit dem Treibrad (11) verbundenen zweiten Zahnradsatz (10) mit zwei unterschiedlich
grossen Zahnrädern (8,9) umfasst, und dass die beiden Zahnradsätze (5,10) axial gegeneinander
verschiebbar sind, wobei in jeder der beiden Schaltstellungen je ein Zahnrad der beiden
Sätze miteinander kämmen.
5. Kassette nach den Ansprüchen 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Zahnradsatz
(5) gegenüber dem Kupplungselement (1) axial verschiebbar ist, und dass die Rastmittel
(35,15) integrale Bestandteile des ersten Zahnradsatzes (5) und des Kupplungselementes
(1) sind.
6. Kassette nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastmittel einen federnden
Nocken (35) umfassen, der sich in beiden Schaltstellungen gegen je eine Schulter (26,27)
abstützt.
7. Kassette nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der verschiebbare
Zahnradsatz (5) ein über das Gehäuse (2) ragendes manuelles Betätigungselement (3)
aufweist.
8. Kassette nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungselement ein
mit dem verschiebbaren Zahnradsatz (5) verbundener koaxialer Betätigungsknopf (3)
ist.
9. Kassette nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungsknopf (3)
starr mit dem verschiebbaren Zahnradsatz (5) verbunden ist und eine Rändrierung (36)
aufweist.