(19)
(11) EP 0 195 337 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
24.09.1986  Patentblatt  1986/39

(21) Anmeldenummer: 86103140.9

(22) Anmeldetag:  08.03.1986
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4C23C 2/26, C23C 10/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE GB LI

(30) Priorität: 11.03.1985 DE 3508602

(71) Anmelder: Akyol, Atilla, Dr.-Ing. Dipl.-Chem.
D-4515 Bad Essen- Linne (DE)

(72) Erfinder:
  • Akyol, Atilla, Dr.-Ing. Dipl.-Chem.
    D-4515 Bad Essen- Linne (DE)

(74) Vertreter: Nau, Walter, Dipl.-Ing. 
Johann-Pullem-Strasse 8
D-50999 Köln
D-50999 Köln (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren zum Behandeln von verschleissfesten Schichten an Werkzeugen oder Vorrichtungen


    (57) Verfahren zum Behandeln von verschleißfesten Schichten an Werkzeugen oder Vorrichtungen, die durch Tauchen in eine Metallschmelze, in der Hartmetallteilchen vorgesehen sind, aufgebracht ist, wobei zumindest die Oberfläche der verschleißfesten Schicht entweder im Anschluß an die Tauchbeschichtung oder nach Erwärmen durch Verdichten und/oder Formgeben an ihrer Oberfläche geglättet bzw. konturiert wird (Fig. 3).




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Behandeln von verschleißfesten Schichten an Werkzeugen oder Vorrichtungen, insbesondere deren Arbeitsflächen, wobei die verschließfesten Schichten durch Tauchbeschichtung aufgebracht sind und vorzugsweise Hartmetallteilchen aufweisen.

    [0002] Es ist bekannt (europäische Patentanmeldung 108 877), die Tauchbeschichtung in einem metallischen Schmelzbad vorzunehmen, dem Hartmetalltielchen in solchem Umfang zugesetzt sind, daß ein nicht unbeachtlicher Teil der Hartmetallteilchen nicht in Lösung geht Die nach dieser Patentanmeldung beschichteten Werkzeuge und Vorrichtungen weisen eine sehr verschleißfeste Arbeitsfläche auf und eignen sich daher für die verschiedensten Einsatzfälle. Es hat sich jedoch gezeigt, daß diese Arbeitsflächen eine verhältnismäßig rauhe Oberfläche aufweisen und darüberhinaus nicht die für viele Anwendungsfälle erwünschte Kontur besitzen. Zwar läßt sich die Oberfläche und auch eine gewünschte Kontur durch Schleifen glätten bzw. herstellen, diese Schleifarbiet ist jedoch teuer und umständlich.

    [0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher ein Verfahren zur Verfügung zu stellen, mit dem kostengünstig und einfach eine glatte Oberläche und gewünschte Konturen und Toleranzen an der verschleißfesten Schicht bzw. Arbeitsfläche erzielt werden kann. Die Aufgabe der Erfindung wird dadurch gelöst daß die verschleißfeste Schicht in erwärmten Zustand verdichtet bzw. verformt wird. Die Verdichtung bzw. Formgebung erfolgt bevorzugt im Anschluß an die Tauchbeschichtung dann, wenn die verschleißfeste Oberfläche sich noch im Schmelzzustand befindet bzw. noch soweit erwärmt ist, daß eine plastische Verformung mit geringen Kräften möglich ist Es ist aber auch möglich, die verschleißfeste Schicht und ggf. das Werkzeug bzw. die Vorrichtung nachträglich bis zum Schmelzzustand oder soweit zu erwärmen, daß danach eine plastische Verdichtung bzw. Verformung zumindest der Oberfläche der verschleißfesten Schicht möglich ist Durch diese Verfahrensschritte ist es in vorteilhafter Weise möglich, eine glatte Oberfläche und eine genaue Beschichtungsdicke zu erreichen.

    [0004] Erfindungsgemäß erfolgt die Verdichtung und/oder Formgebung mittels einer Vorrichtung deren Form der gewünschten Kontur der verschleißfesten Schicht bzw. des Werkzeuges entspricht Die Form kann dabei gekühlt sein bzw. durch geeignete und bekannte Kühlvorrichtungen laufend gekühlt werden, so daß beim Verdichten bzw. Formgeben eine Abschreckung der verschließfesten Schicht bzw. der Oberfläche der verschließfesten Schicht erfolgt, wodurch eine Gefügeverbesserung und eine feinere Textur bewirkt wird. Die Verfeinerung der Kömigkeit in der verschließfesten Schicht bewirkt eine höhere Verschleißfestigkeit bei abrassiver Beanspruchung.

    [0005] Eine weitere Verbesserung der verschließfesten Schicht bzw. der Arbeitsfläche erfolgt durch die Verfahrensschritte nach Anspruch 6, weil dadurch die an der Oberfläche der Form der Vorrichtung vorliegenden Hartmetalltielchen, die vorzugsweise aus Wolfram-Karbid und/oder Chrom-Karbid bestehen, eine gezielt in der Oberfläche der verschleißfesten Schicht angelagert werden, also dort, wo sie erwünscht sind.

    [0006] Es sei darauf hingewiesen, daß je nach Einsatz der Werkzeuge und je nach Form der verschleißfesten Oberfläche durch die Maßnahmen nach Patentanspruch 6 eine Verringerung bzw. sogar ein vollständiges Weglassen der Hartmetallteilchen in der Schmelze, in die die Werkzeuge bzw. Vorrichtungen getaucht werden, erfolgen kann, da die Hartmetallteilchen gezielt beim Formgeben in die verschleißfeste Schicht eingebettet werden.

    [0007] Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird auf die Zeichnung verwiesen. Dabei zeigen:

    Fig. 1 ein Werkzeug t, dessen Schneide aus einer verschleißiesten Schicht besteht Die Schneide wurde durch Verdichten der verschleißfesten Schicht in der Form 2 gemäß

    Fig. 2 hergestellt Fig. 3 zeigt einen Schnitt durch das Werkzeug I gemäß Fig. 1 und läßt dadurch den Gefügeaufbau erkennen.




    Ansprüche

    1. Verfahren zum Behandeln von verschleißfesten Schichten an Werkzeugen oder Vorrichtungen, insbesondere deren Arbeitsflächen, wobei die verschleißfesten Schichten durch Tauchbeschichtung aufgebracht sind und vorzugsweise Hartmetallteilchen aufweisen,
    dadurch gekennzeichnet, daß die verschleißfesten Schichten in erwärmten Zustand verdichtet bzw. verformt werden.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Verdichtung bzw. Verformung im Anschluß an die Tauchbeschichtung bei noch - schmelzflüssiger bzw. noch plastisch verformbarer verschleißfester Schicht erfolgt
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß die verschleißfesten Schichten und ggf. die Werkzeuge und Vorrichtungen nachträglich bis zum Schmeizzustand bzw. breiigem Zustand oder soweit erwärmt werden, daß danach eine plastische Verdichtung bzw. Formgebung zumindest der Oberfläche der verschleißfesten Schicht erfolgen kann.
     
    4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verdichtung und/oder Formgebung mittels einer Vorrichtung erfolgt deren Form der gewünschten Kontur der verschleißfesten Schicht bzw. des Werkzeuges entspricht
     
    5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Form so gekühlt ist bzw. gekühlt wird, daß ein Abschrecken der verschleißfesten Schicht bzw. deren Oberfläche mit Gefügeverbesserung erfolgt
     
    6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mit der verschleißfesten-Schicht in Berührung kommende Oberfläche der Form mit Hartmetallteilchen, insbesondere mit Wolfram-Karbid-und/oder Chrom-Karbid-Teilchen beschichtet wird, die bei der Verdichtung und/oder Formgebung in die Oberfläche der verschließfesten Schicht eingebettet werden.
     
    7. Werkzeug oder Vorrichtung mit einem metallischen Grundkörper, an dem eine verschleißfeste Schicht als Arbeistfläche angebracht ist,
    dadurch gekennzeichnet, daß die verschleißfeste Schicht durch Tauchen des Werkzeuges (1) oder Vorrichtung in eine Metallschmelze, in der Hartmetallteilchen vorgesehen sind, aufgebracht wird und daß zumindest die Oberfläche der verschleißfesten Schicht im schmelzflüssigen bzw. hinreichend erwärmten Zustand durch einen Verdichtungs-und/oder Formgebungsprozeß geglättet wird.
     
    8. Werkzeug nach Anspruch 7,
    dadurch gekennzeichnet, daß der Verdichtungs-und/oder Formgebungsprozeß nach einem der vorstehenden Verfahrensansprüche erfolgt ist
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht