[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von Formteilen aus einem
nicht steigfähigen Gemisch von lignozellulosehaltigen Teilchen und einem Bindemittel
mit einem, der Aufnahme des zu verpressenden Gemischs dienenden unteren Pressenteils
mit einer im wesentlichen horizontal verlaufenden Grundfläche und senkrechten Seitenflächen
und einem oberen Pressenteil mit einer unter einem Winkel zur Vertikalen verlaufenden
Seitenfläche.
[0002] Eine solche Vorrichtung ist bekannt ( DE - B - 2 035 053 ). Diese bekannte Vorrichtung
ist für die Herstellung solcher Formteile geschaffen, bei denen eine oder mehrere
Flächen unter einem steilen Winkel an eine waagerechte oder angenähert waagerechte
Fläche anschließen. Solche Formteile sind beispielsweise die topfförmigen Hohlfüße
von solchen Paletten, die einstückig aus einem nicht steigfähigen Gemisch gepreßt
sind.
[0003] Die bekannte Vorrichtung besitzt ein das zu pressende Gemisch aufnehmendes Preßwerkzeugunterteil,
bei dem sich an eine horizontale Grundfläche eine, mit einer Vielzahl von kleinen
Stufen versehene Schräge anschließt. Wenn der zu pressende Hohlfuß am oberen Ende
einen Rand erhalten soll, dann schließt sich am oberen Ende der Schräge eine horizontale
und eine senkrechte Fläche an.
[0004] Das nicht steigfähige Gemisch besteht meist aus lignozellulosehaltigen Faserstoffen,
wie zerkleinerten und getrockneten Holzspänen, Bagassefasern u.ä., die mit einem wärmehärtbaren
Kunstharz, wie einem Melamin-Harnstofformaldehyd- oder Phenolformaldehydharz vermischt
sind. Anstelle der zerkleinerten und getrockneten Holz- oder Bagassefasern können
aber auch Fasern anderer Werkstoffe, wie Glasfasern, Steinwolle oder Asbestfasern,
allein oder mehrere derselben miteinander gemischt, verwendet werden, denen entsprechende,
vorzugsweise organische Bindemittel zugesetzt sind.
[0005] Das Pressen des Formteils erfolgt in der Weise, daß das Preßwerkzeugunterteil bis
zu einer bestimmten Höhe gleichmäßig mit einer bestimmten Menge des Gemisches gefüllt
wird. Die Füllhöhe beträgt etwa das Zwei- bis Siebenfache der Stärke des Formteils.
Wenn es sich bei dem Formteil um ein solches handelt, das nicht mit einer dekorativen
Oberfläche versehen werden soll, dann wird es in einem Arbeitsgang gepreßt und durch
Wärmezufuhr ausgehärtet. Wenn das Formteil mit einer dekorativen Oberfläche versehen
wird, dann wird zunächst in einem ersten Preßvorgang aus dem Gemisch ein Vorpreßling
hergestellt, der schon fast bis auf das endgültige Volumen des Formteils verdichtet
ist. Dieser Vorpreßling wird dann aus der Vorpresse entnommen, zusammen mit dekorativen
Oberflächenbeschichtungen in eine andere Presse eingelegt und darin fertiggepreßt.
[0006] Das der Erfindung zugrunde liegende technische Problem besteht darin, die eingangs
bezeichnete Vorrichtung in der Weise weiter zu entwickeln, daß sehr stark strukturierte
Formteile mit einer nur aus Preßwerkzeugunterteil und Preßwerkzeugoberteil bestehenden
Presse hergestellt werden können.
[0007] Ein solches Formteil ist beispielsweise ein quadratisches oder rechteckiges Gitterraster
- Deckenelement, das aus kreuzweise angeordneten und ineinander übergehenden Profilstegen
besteht, wobei die Profilstege einen sehr stark strukturierten Querschnitt besitzen,
welcher beispielsweise aus einer gleichmäßigen quadratischen, rechteckigen oder trapezförmigen
Basis und einem oder mehreren an einer Seite der Basis angesetzten Stegen besteht.
[0008] Dieses Problem ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß sich zwischen der Grundfläche
und jeweils einer der senkrechten Seitenflächen lediglich eine den Füllraum verengende
Stufe angeordnet ist.
[0009] Die Erfindung ist nachstehend anhand der Figuren 1 bis 6 näher erläutert. Es zeigen
:
- Fig. 1
- schematisch den Querschnitt des zu pressenden Gegenstandes,
- Fig. 2
- schematisch den Querschnitt eines bekannten Preßwerkzeuges,
- Fig. 3
- schematisch den Querschnitt des Preßwerkzeuges gemäß der Erfindung,
- Fig. 4
- schematisch den Querschnitt des mit dem Preßwerkzeug gemäß Fig. 3 gepreßten Gegenstandes,
- Fig. 5
- den Längschnitt durch die Hälfte eines Gitterraster - Deckenelementes, welches gemäß
der Erfindung gepreßt ist
und
- Fig. 6
- einen Ausschnitt aus Fig. 5.
[0010] Fig. 1 zeigt den Querschnitt des Gegenstandes, der auf möglichst einfache Weise aus
dem eingangs beschriebenen Gemisch gepreßt werden soll. Dieser Querschnitt besitzt
eine rechteckige Basis 1, welche sich an den Seiten der Oberfläche in Stegen 2 fortsetzt.
[0011] Wenn man einen solchen Gegenstand in bekannter Weise in einer aus Preßwerkzeugunterteil
3 und Preßwerkzeugoberteil 4 gemäß Fig. 2 pressen wollte, dann müßte das zu pressende
Gemisch in fünf- bis siebenfacher Stärke des fertigen Gegenstandes in das Preßwerkzeugunterteil
eingefüllt werden. In Fig. 2 ist die Gemischfüllung 5 eingezeichnet, welche der fünffachen
Stärke des fertigen Gegenstandes entspricht. Wie aus Fig. 2 erkennbar, ist es schon
nicht ganz einfach, eine solche Füllung des Preßwerkzeugunterteils durchzuführen.
Schwierig wird es aber erst recht, wenn aus dieser Gemischfüllung 5 durch Absenken
des Preßwerkzeugoberteils 4 senkrecht nach unten der Profilkörper gepreßt werden soll.
Dabei fallen die Teile 6 der Gemischfüllung, aus welchen beim Profilkörper die Stege
2 entstehen sollen, nach innen. Das hat zur Folge, daß in dem fertig gepreßten Profilkörper
die Stege 2 eine zu geringe Verdichtung aufweisen. Sie enthalten nicht die erforderliche
Werkstoffmenge und ihre Festigkeit ist unzureichend.
[0012] Gemäß der Erfindung wird dieser Nachteil dadurch behoben, daß der Profilkörper in
einem Preßwerkzeugunterteil 3 gemäß Fig. 3 gepreßt wird. Das Preßwerkzeugunterteil
3 gemäß Fig. 3 unterscheidet sich von dem Preßwerkzeugunterteil 3 gemäß Fig. 2 dadurch,
daß an seinem Boden die den Füllraum in diesem Bereich verengenden Stufen 7 angeordnet
sind. Diese Stufen 7 haben eine ähnliche Gestalt wie die Stege 2. Wenn diese Stufen
7 in dem Preßwerkzeugunterteil 3 angeordnet sind, dann kann dieses sogar in gleichmäßiger
Höhe mit der Gemischfüllung 5 versehen werden, wie dies aus Fig. 3 ersichtlich ist.
[0013] Die Stufe bzw. die Stufen 7 im Preßwerkzeugunterteil haben die Wirkung, daß eine
ausreichende Menge des Gemisches im Bereich der zu pressenden Stege 2 festgehalten
wird, so daß die fertigen Stege 2 eine ausreichende Dichte besitzen. Dies wird aus
Fig. 3 verständlich, in welcher das obere Endmaß 10 des fertigen Profilkörpers strichliert
eingezeichnet ist.
[0014] Wenn aus der Gemischfüllung 5 nun durch Absenken des Preßwerkzeugoberteils 4 der
Profilkörper gepreßt wird, dann entsteht ein Profilkörper mit dem Querschnitt gemäß
Fig. 4. Dieser Profilkörper weist, wie gewünscht, die ausgeprägten Stege 2 auf, lediglich
die Basis 1 hat zwei Hinterschneidungen 8 bekommen, welche jedoch den Profilkörper
in keiner Weise beeinträchtigen. Vielmehr besitzen jetzt auch die Stege 2 die gleiche
Dichte und mechanischen Eigenschaften wie die Basis 1. Die Unterseite der Basis 1
der Profilkörpers kann auch noch mit Vertiefungen, beispielsweise rinnenartigen Vertiefungen,
versehen sein.
[0015] Die Figuren 5 und 6 zeigen ein Anwendungsbeispiel für einen gemäß der Erfindung hergestellten
Profilkörper. In Fig. 5 ist der Längsschnitt durch die Hälfte eines Gitterraster-Deckenelementes
verdeutlicht. Bei diesem Gitterraster-Deckenelement, das aus einer Mehrzahl von kreuzförmig
angeordneten Profilen 9 besteht, enthält der Querschnitt der Profile 9 eine blockförmige
Basis 1 und wenigstens einen Steg 2. Bei dem in den Figuren 5 und 6 gezeigten Ausführungsbeispiel
besitzt der Profilkörper scharfe Kanten. Gemäß der Erfindung können aber die gleichen
Profilkörper auch mit abgerundeten Kanten hergestellt werden.
1. Device for the manufacture of moulded parts compressed from a non-ascending mixture
of lignocellulose-containing particles mixed a binding agent, comprising the lower
part of a pressing tool which serves to take up said mixture to be compressed, having
a basal surface extending essentially in the horizontal direction, with the upper
part of said pressing tool having a side face extending at an angle in relation to
the vertical line,
characterized in that a step or set-off ( 7 ) which merely serves to constrict the volume of the
filling space, is disposed between said basal surface area and one of the vertical
side faces respectively.
1. Dispositif de fabrication de pièces moulées à partir d'un mélange non expansible de
particules contenant de la lignocellulose et d'un liant, comportant une partie de
presse inférieure servant à recevoir le mélange à comprimer et pourvue d'une surface
de base s'étendant sensiblement horizontalement et de surfaces latérales verticales,
et une partie de presse supérieure pourvue d'une surface latérale s'étendant suivant
un certain angle par rapport à la verticale, caractérisé en ce qu'il est simplement
prévu, entre la surface de base et l'une des surfaces latérales verticales correspondante,
un épaulement (7) rétrécissant l'espace de remplissage.