[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Erzeugen einer sphärischen Kornform
bei Tonern.
[0002] Als Toner bezeichnet man feinkörnige, elektrisch aufladbare Pulver, die in der Elektrophotographie
zur Entwicklung latenter Ladungsbilder verwendet werden. Sie bestehen im wesentlichen
aus einer Mischung von Natur- und/oder Kunstharzen mit niedrigem Schmelzpunkt und
in den Harzen löslichen oder dispergierbaren Farbstoffen, sowie Zusätzen zur Beeinflussung
ihrer physikalischen Eigenschaften, z. B. ihres Ladungssinnes, ihrer Haftfähigkeit
auf dem Aufzeichnungsmaterial, ihrer Agglomerationsneigung usw. Angestrebt wird ein
leichtfliessendes Pulver, das nur eine geringe mechanische Abnutzung der elektrophotographischen
Aufzeichnungselemente verursacht, das widerstandsfähig gegen eine Verschlechterung
seiner physikalischen Eigenschaften ist und das schnell und vollständig vom Aufzeichnungsmaterial
auf ein Bildempfangsmaterial übertragen werden kann. Es hat sich gezeigt, dass diese
Forderungen am besten erfüllt werden können, wenn die Toner eine sphärische Kornform
besitzen.
[0003] Die bekannten, zur Herstellung von Tonern angewandten Verfahren, über die beispielsweise
die DE-OS 2815093 und die DE-OS 3022333 einen guten Überblick geben, sehen daher auch
Verfahrensschritte vor, in denen die bereits auf die gewünschte Korngrösse gebrachten
Tonerteilchen eine sphärische Gestalt erhalten. Im einfachsten Fall wird das geschmolzene
und mit den übrigen Bestandteilen vermischte Harz unmittelbar aus der Schmelze versprüht,
was jedoch nur bei dünnflüssig aufschmelzenden Stoffen möglich ist. Auch ist es bekannt,
die Tonermasse in einem (meist organischen) Lösungsmittel mit niedrigem Siedepunkt
zu lösen und die Lösung bei einem Druck von 10 bis 50 bar zu versprühen und anschliessend
das Lösungsmittel durch Wärmeeinwirkung abzutrennen. Wie im ersten Fall erhält man
unmittelbar Tonerteilchen in gewünschter Grösse mit fast idealer Kugelform, jedoch
ist dieses Verfahren sehr energieaufwendig und wegen der notwendigen Rückgewinnung
des Lösungsmittels schwierig zu handhaben.
[0004] In den meisten Fällen wird die nach dem Mischen abgekühlte und vorgebrochene Tonermasse
in einer Feinmühle, z. B. einer Kugelmühle, auf die gewünschte Korngrösse zerkleinert,
und die Tonerteilchen werden anschliessend einer Wärmebehandlung unterzogen, wobei
das als Bindemittel dienende Harz zun Schmelzen gebracht wird, so dass die Tonerteilchen
durch die dabei wirksam werdende Oberflächenspannung eine sphärische Gestalt annehmen
können. Dies erfolgt entweder dadurch, dass aus den Tonerteilchen und Luft ein Aerosol
gebildet wird, welches im Quer- oder Gegenstrom durch einen Heissluftstrom geführt
wird (DE-AS 1937651), oder dadurch, dass die Tonerteilchen ein mit Heissluft fluidisiertes
Gutbett bilden (DE-OS 2727070). Besonders nachteilig ist dabei, dass die verwendete
Heissluft eine Temperatur von etwa 500°C haben muss, was dazu führt, dass sich die
Tonerteilchen leicht zu untrennbaren Agglomeraten zusammenkleben, dass sich Schmelzansätze
an den Wänden von Apparaten und Leitungen bilden und dass unerwünschte chemische Umformungen
bei den Tonerbestandteilen auftreten.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren zum Erzeugen einer sphärischen
Kornform bei feinkörnigen Tonern anzugeben, bei dem die Tonerteilchen in fester Form,
d. h. unterhalb ihrer Schmelztemperatur bzw. ohne Anwendung von Lösungsmitteln und
mit gegenüber den bekannten Verfahren erheblich geringerem Energieaufwand in einem
fluidisierten Gutbett behandelt werden können, und das gleichzeitig das Korngrössenband
der Tonerteilchen zu feinsten Korngrössen scharf abgrenzt.
[0006] Diese Aufgabe wird durch das Verfahren nach Anspruch 1 gelöst. Es hat sich nämlich
gezeigt, dass sich Tonerteilchen auch bei Temperaturen unterhalb der Schmelztemperaturen
ihrer Bestandteile bleibend plastisch verformen, wenn man sie mit einer bestimmten
kinetischen Energie aufeinanderprallen lässt. Durch die beim Zusammenprall frei werdende
Energie werden die Tonerteilchen an ihrer Auftreffstelle kurzzeitig plastifiziert,
wodurch eine Verformung, aber kein Zusammenkleben, aber auch keine Zerkleinerung erfolgt.
Es handelt sich hierbei gewissermassen um einen Schmiedevorgang, wobei das eine zweier
aufeinanderprallender Tonerteilchen jeweils als Hammer für das andere anzusehen ist.
Da in einem durch gegeneinander gerichtete Gasstrahlen fluidisierten Gutbett dieser
Vorgang an einem Tonerteilchen sehr häufig und dabei über seine Oberfläche statistisch
verteilt stattfindet, erhält man eine sphärische Kornform, d. h. jedes Tonerteilchen
hat schliesslich die Form eines der Kugel stark angenäherten Polyeders.
[0007] Der sich dabei eventuell bildende Abrieb sowie die beim voraufgegangenen Zerkleinerungsprozess
erzeugten Feinstanteile unter beispielsweise 5/-lm, die das Fliessverhalten des fertigen
Toners ungünstig beeinflussen würden, werden durch eine anschliessende Fliehkraftsichtung
von den verformten Tonerteilchen abgetrennt.
[0008] Obwohl das beschriebene Verfahren bereits bei gewöhnlicher Raumtemperatur durchführbar
ist, kann es von Vorteil sein, wenn die Tonerteilchen auf eine Temperatur erwärmt
werden, die etwas unterhalb der Schmelztemperatur ihrer Bestandteile liegt.
[0009] Optimale Ergebnisse werden erreicht, wenn die effektive Temperatur der Tonerteilchen
mindestens fünf Kelvin unter der Schmelztemperatur bleibt. Diese Massnahme macht es
möglich, die von den Gasstrahlen eingebrachte Energie erheblich zu reduzieren, so
dass eine besonders schonende Behandlung der Tonerteilchen erfolgen kann.
[0010] Als weiterer Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens hat sich ergeben, dass gleichzeitig
mit der Verformung durch die gegenseitige Prall- und Reibbeanspruchung auf die Tonerteilchen
oberflächenaktive Substanzen aufgebracht werden können, die dabei in die plastisch
gewordene Masse der Tonerteilchen eingedrückt werden und nach deren Verfestigung mit
ihr verhaftet bleiben. Bei den bekannten Verfahren werden die oberflächenaktiven Substanzen
entweder nach einem thermischen Anschmelzen der bereits eine sphärische Form besitzenden
Tonerteilchen in die Tonermasse eingebettet, was aber nur mit thermisch unempfindlichen
Substanzen möglich ist, oder sie werden in einem Mischvorgang auf die Oberfläche der
Tonerteilchen gebracht und dort allein durch Adhäsionskräfte gehalten, so dass sie
durch mechanische Einwirkungen beim späteren bestimmungsgemässen Gebrauch des Toners
leicht wieder abgerieben werden können und so die Tonerqualität verschlechtern.
[0011] Als Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens wird eine an sich
bekannte Fliessbett-Gegenstrahlmühle vorgeschlagen, wie sie beispielsweise in der
Zeitschrift «Aufbereitungs-Technik», 1982, Nr. 5, S. 236 - 242 beschrieben worden
ist. Eine solche Mühle besteht im wesentlichen aus einer zylindrischen Mahlkammer
mit lotrechter Achse, in deren unterem Bereich am Umfang gleichmässig verteilte Düsen
zur Einleitung der gegeneinander gerichteten Gasstrahlen einmünden, und in deren oberem
Bereich ein Fliehkraftsichter in Form eines entgegen seiner Schleuderrichtung von
der Sichtluft von aussen nach innen durchströmtem, rotierenden Korbsichters angeordnet
ist. Einziges Betriebsmittel ist hierbei das durch die Düsen eingeleitete Gas, das
nicht nur zur Erzeugung der Prall-und Reibbeanspruchung, sondern auch zum Transport
des Gutes zum Sichter und dort als Sichtluft dient. Durch Anzahl und Grösse der Düsen,
durch die Richtung der Düsenachsen sowie durch Betriebsdruck und Temperatur des den
Düsen zugeführten Gases lässt sich die Intensität der gegeneinander gerichteten Gasstrahlen
einfach und in weiten Grenzen variieren, so dass eine optimale Einstellung auf das
jeweils zu behandelnde Produkt leicht möglich ist. Die Korngrösse, bis zu der aller
Feinstanteil abgetrennt werden soll, wird durch Wahl der Drehzahl des Korbsichters
bestimmt. Dabei gilt, dass diese Korngrösse umso kleiner wird, je höher die Drehzahl
gewählt wird, und umgekehrt.
[0012] Die Verfahrensschritte Erzeugen der sphärischen Kornform, Aufbringen oberflächenaktiver
Substanzen und Abtrennen des Feinstanteils lassen sich mit einer solchen Fliessbett-Gegenstrahlmühle
in einem Arbeitsgang durchführen, so dass sich eine sehr einfache Verfahrensführung
ergibt.
1. Verfahren zum Erzeugen einer sphärischen Kornform bei feinkörnigen Tonern durch
Behandlung der Tonerteilchen in einem fluidisierten Gutbett, dadurch gekennzeichnet,
dass die Fluidisierung des Gutbettes bei einer Temperatur, die unterhalb der Schmelztemperatur
der Tonerteilchen liegt, durch gegeneinander gerichtete Gasstrahlen erfolgt und dabei
die einzelnen Tonerteilchen einer gegenseitigen Prall- und Reibbeanspruchung unterzogen
werden, deren Intensität durch Wahl von Betriebsdruck, Geschwindigkeit, Richtung und
Temperatur der Gasstrahlen so eingestellt wird, dass die Oberfläche jedes Tonerteilchens
bleibend verformt wird und dass im Anschluss daran die Tonerteilchen einer Fliehkraftsicherung
ausgesetzt werden, durch die der bei der Prall-und Reibbeanspruchung durch Abrieb
entstandene Feinstanteil von den verformten Tonerteilchen abgetrennt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Differenz zwischen
Schmelztemperatur und effektiver Temperatur der Tonerteilchen mindestens fünf Kelvin
beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass durch die gegenseitige
Prall- und Reibbeanspruchung gleichzeitig oberflächenaktive Substanzen auf die Tonerteilchen
aufgebracht werden.
4. Verwendung einer Fliessbett-Gegenstrahlmühle in Kombination mit einem oberhalb
des Fliessbettes angeordneten Fliehkraftwindsichter zur Durchführung des Verfahrens
nach einem der Ansprüche 1 bis 3.
1. A process for the production of a spherical particle shape of fine-grain toners
by treating the toner particles in a fluidized bed, characterized in that the fluidization
of the bed of toner particles is effected at a temperature lower than the melting
temperature of the toner particles by gaseous streams which are directed in opposite
directions towards one another, thereby subjecting the individual toner particles
to mutual impact and friction stresses, the intensity of which is adjusted by selection
of the working pressure, speed, direction, and temperature of the gaseous streams
so that the surface of every toner particle is permanently deformed, and that the
toner particles are subsequently subjected to a centrifugal air classification, whereby
the super-fine portion of the toner resulting from said impact and friction stresses
is separated from the deformed toner particles.
2. A process according to claim 1, characterized in that the difference between the
melting temperature and the actual temperature of the toner particles amounts to at
least five degrees Kelvin.
3. A process according to claim 1 or claim 2, characterized by applying surface-active
substances to the toner particles by means of the mutual impact and friction stresses
of the toner particles.
4. The use of a fluidized bed-opposed jet mill in combination with a centrifugal air
classifier arranged above the fluidized bed for operating any of the processes described
in claims 1 to 3.
1. Procédé permettant de produire des grains sphériques dans le cas de toners fins
par traitement des particules en lit fluidisé, caractérisé par le fait que la fluidisation
du lit a lieu à une température inférieure à la température de fusion des particules
de toner et par jets de gaz opposés. Les différentes particules de toner sont soumises
à un impact et à une friction réciproques dont l'intensité se règle par choix de la
pression de service, de la vitesse, de la direction et de la température des jets
de gaz de manière à ce que la superficie de chaque particule de toner soit formée
définitivement et à ce que les particules soient ensuite soumises à une sélection
par force centrifuge de manière à séparer la fraction ultrafine obtenue par abrasion
lors de l'impact et de la friction.
2. Procédé suivant spécification 1, caractérisé par le fait que la différence entre
la température de fusion et la température effective des particules représente au
moins cinq Kelvin.
3. Procédé suivant spécification 1 ou 2, caractérisé par le fait qu'il y a un apport
simultané de substances actives en superficie sur les particules de toner par l'effort
réciproque d'impact et de friction.
4. Utilisation d'un broyeur à jets d'air opposés et lit fluidisé combiné à un sélecteur
à force centrifuge disposé au-dessus du lit fluidisé pour réaliser le procédé suivant
une des spécifications 1 à 3.