[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Zündanlage gemäß Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Bei der Konzipierung einer Zündanlage ist es Grundziel, Funken mit möglichst hoher
Zündfähigkeit zu erreichen. Der Gesichtspunkt hoher Zündfähigkeit gewinnt vor allem
an Bedeutung im Zusammenhang mit den heute zur Kraftstoffeinsparung in Entwicklung
befindlichen Magerbetriebsmotoren, die zündunwillige und recht träge reagierende Kraftstoff-Luftgemische
(Lambda≧1,4) verwenden, und mit dem Einsatz von Abgaskatalysatoren, die Zündaussetzer
nur in beschränktem Umfang vertragen, weil in den Katalysator gelangender unverbrannter
Kraftstoff zu einem Verbrennen des Katalysators führen kann.
[0003] Bei Verwendung eines Hochspannungsspeicherkondensators und einer Vorfunkenstrecke
in Verbindung mit der eigentlichen Zündkerzenfunkenstrecke (DE-A-2 810 159) hat sich
eine Möglichkeit zu energiereichen Zündfunken geöffnet, die darüber hinaus den wesentlichen
Teil ihrer Energie, was günstig ist, im sogenannten Funkenkopf, also in der Durchbruchsphase,
umsetzen. Allerdings muß bei einer solchen Anordnung in Form des Speicherkondensators
ein Kondensator hoher Kapazität auf im wesentlichen die Zündspannung aufgeladen werden,
was mit herkömmlichen Transistorzündsystemen aufgrund ihres schlechten Wirkungsgrades
oder auch bei Hockspannungskondensatorzündsystemen mit an sich gutem Wirkungsgrad
aber geringer Leistung bei vertretbarer Belastung der primären Energiequelle (Batterie,
Lichtmaschine) praktisch nicht möglich ist. Dies liegt vor allem an Verlusten in der
Zündspule und im Hochspannungszündverteiler, durch den die Sekundärseite der Zündspule
auf den jeweiligen Zündstrang geschaltet wird.
[0004] Ebenso wie aus DE-A-2 810 159 ist es aus US-A-3 361 932 bekannt, die Zündenergie
aus einem Hochspannungsspeicherkondensator über eine vorfunkenstrecke in die Zündfunkenstrecke,
die zusammen mit der Vorfunkenstrecke parallel zum Hochspannungsspeicherkondensator
liegt, zu entladen.
[0005] Aus GB-A-2 099 917 ist eine Zündanlage gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 bekannt. Bei dieser bekannten Zündanlage ist ein Mittelspannungsspeicherkondensator
in der Anzahl der Zündstränge vorgesehen und weist der Hochspannungswandler Induktivitäten
auf, die eine Umsetzung der im Hochspannungsspeicherkondensator gespeicherten Zündenergie
in einem Zeitraum von etwa 0,1 ms zulassen.
[0006] Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe der Erfindung, eine Zündanlage zu schaffen,
welche ohne Verstärkung bzw. zusätzliche Belastung der primären Energiequelle in der
Lage ist, zuverlässig die geforderte Zündspannung bei gleichzeitig energiereichem
Zündfunken zu liefern.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Zündanlage, wie sie in Anspruch
1 gekennzeichnet ist.
[0008] Die Verwendung des induktivitätsarmen Hockspannungswandlers in der Vielfachheit der
Zündstränge und der damit verbundene Verzicht auf einen hochspannungsseitigen Zündverteiler
trägt entscheidend dazu bei, daß die Energie verlustarm und äußerst rasch aus dem
Mittelspannungsspeicherkondensator, auf den die primäre Energiequelle über den Mittelspannungswandler
arbeitet, in den Hochspannungs-Speicherkondensator umgeladen wird. Die Kapazität des
Hochspannungs-Speicherkondensators kann dabei ohne Verlust an Aufladesicherheit so
hoch gewählt werden, daß auch nach dem Durchschlagen der Vorfunkenstrecke, wenn also
Speicherkapazität und Zündkerzenkapazität parallel liegen, die Spannung an der Zündkerzenfunkenstrecke
noch so hoch ist, daß sie für alle Betriebszustände an der Zündkerzenfunkenstrecke
ausreicht. Typisch sind bei einer Zündkerzeneigenkapazität von ca. 20 pF Werte der
Größenordnung 300 pF für den Hochspannungsspeicherkondensator.
[0009] Die Vorfunkenstrecke stellt einen Schalter dar, der mit Erreichen der Durchbruchsspannung
schlagartig ins Niederohmige übergeht, wobei Induktivitätsarmut und Niederohmigkeit
des gesamten Zündstranges einschließlich des die hohe Spannung erzeugenden Spannungswandlers
dafür sorgen, daß sich Spannungsanstiege an der Zündfunkenstrecke von der Größenordnung
100 kV/µs erreichen lassen. Dadurch geht der größte Teil der in der Zündkerzenfunkenstrecke
umgesetzten Energie in den Plasmaaufbau und damit in das zu zündende Gemisch.
[0010] Die für die einzelnen Zündstränge geforderte Niederohmigkeit und Induktivitätsarmut
schließt die Schaltelemente, welche den Mittelspannungsspeicherkondensator auf die
einzelnen Zündstränge schalten, mit ein. Vorzugsweise werden hierfür Thyristoren eingesetzt,
die sich leicht zeitrichtig aufsteuern lassen und von selbst rasch wieder sperren.
Für den Mittelspannungswandler, auf den die primäre Niedergleichspannungsquelle arbeitet
ist vorzugsweise ein Sperrschwinger vorgesehen. Er ist kurzschlußfest, relativ verlustfrei
baubar, läßt sich optimal in der Leistung anpassen und hat einen ausreichend schnellen
Spannungsanstieg. Der Mittelspannungsspeicherkondensator,auf den der Spannungswandler
arbeitet, wird vorzugsweise auf eine Spannung der Größenordnung von 700 V aufgeladen
und hat eine Kapazität der Größenordnung von 1,5 µF. Damit läßt sich der hochspannungsseitige
Speicherkondensator bei einer Kapazität der Größenordnung von 300 pF auf Spannungswerte
von etwa 30 kV aufladen. Eine derart verlustfreie Übertragung hat sich mit herkömmlichen
Zündspulen hoher Induktivität und mit einer Zündverteilung auf der Hochspannungsseite
als unmöglich erwiesen.
[0011] Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung im einzelnen beschrieben. Auf
dieser zeigt
Fig. 1 ein Blockschaltbild einer Zündanlage eines mehrzylindrigen Verbrennungsmotors,
Fig. 2 das Schaltbild wesentlicher Teile der Fig. 1 im einzelnen, und
Fig. 3 das Schaltbild auf der Sekundärseite des Hochspannungswandlers.
[0012] Gemäß Fig. 1 wird ausgehend von einer Spannungsquelle in Form einer Lichtmaschine
12 oder einer Batterie 11 über ein Trennglied in Form eines Schalters ein Spannungswandler
2 in Form eines Sperrschwingers mit einer für diese Spannungsquellen typischen Spannung,
also zum Beispiel 12 V oder weniger, beaufschlagt. Der Sperrschwinger 2 lädt einen
Mittelspannungsenergiespeicher 1 in Form etwa eines Folienkondensators etwa einer
Kapazität von 1,5 µF auf eine Spannung etwa von 700 V auf. Hinter diesem Mittelspannungsenergiespeicher
1 verzweigt sich die Schaltung in parallele untereinander gleich aufgebaute Zweige
entsprechend der Vielfachheit der zu zündenden Einheiten, d.h. Zündkerzen bzw. Zylinder.
Am Ausgang des Mittelspannungsenergiespeichers 1 liegen ansteuerbare Trennglieder,
vorzugsweise schnelle Thyristoren, 3a, 3b, 3c, 3d, ... in der Vielfachheit der vorgesehenen
Zündstränge parallel. Ein jeder solcher Zündstrang besteht aus einem Hochspannungswandler
4x (x = a, b, c, ...) in Form eines möglichst induktivitätsarmen und ohmsch, dielektrisch
und magnetisch besonders verlustarmen Transformators mit hohem Kopplungsfaktor, einem
Hochspannungsenergiespeicher 5x in Form etwa eines Keramikkondensators etwa einer
Kapazität der Größenordnung zwischen 200 und 400 pF, einem Trennglied 6x in Form einer
druckgasgefüllten Funkenstrecke und einem Energiespeicher 7x mit Energiewandler 8x
in Form der Zündkerzeneigenkapazität bzw. der Zündkerzenfunkenstrecke.
[0013] Ein bevorzugter Aufbau eines Zündstranges 4x bis 8x ist in Fig. 3 dargestellt. An
den Hochspannungsausgang des Transformators 4x ist der Hochspannungsspeicherkondensator
5x angeschlossen. Ihm parallel liegt die Reihenschaltung aus Vorfunkenstrecke 6x und
Zündkerzenkapazität 7x mit Zündfunkenstrecke 8x. Die Zündkerzenkapazität beträgt typischerweise
ca. 20 pF. Damit vor dem Durchschlagen der Vorfunkenstrecke 6x die vom Transformator
4x erzeugt Spannung im wesentlichen wirklich an der Vorfunkenstrecke 6x abfällt, muß
die Kapazität dieser Vorfunkenstrecke klein gegen die Zündkerzenkapazität 7x gewählt
werden, sie ist vorzugsweise also von der Größenordnung 2 pF. Der Speicherkondensator
5x wiederum muß mit seiner Kapazität so hoch liegen, daß nach dem Durchschalten der
Vorfunkenstrecke, wenn also die Kapazität des Speicherkondensators 5x und die Zündkerzenkapazität
7x parallel liegen, die Gesamtkapazität weiterhin im wesentlichen durch die Kapazität
des Speicherkondensators 5x bestimmt wird. Daraus resultieren Kapazitätswerte für
den Speicherkondensator der Größenordnung 100 pF, d.h. 200 bis 400 pF. Dadurch läßt
sich erreichen, daß die Spannung an der Zündkerzenfunkenstrecke 8x nach dem Durchschalten
der Vorfunkenstrecke 6x nicht wesentlich unter die Spannung absinkt, auf die der Speicherkondensator
5x aufgeladen worden ist. Der angestrebte Wert für diese Spannung ist von der Größenordnung
30 kV.
[0014] Die Erzeugung einer Spannung der Größenordnung von 30 kV an einer Kapazität von der
Größenordnung einiger hundert pF ohne zusätzliche Belastung der primären Energiequelle
also Batterie bzw. Lichtmaschine, wird durch die Verwendung der verlustund induktivitätsarmen
Hochspannungstransformatoren 4x in Verbindung mit dem Verzicht auf eine Zündverteilung
auf der Hochspannungsseite und deren Ersatz durch die Trennglieder 3x auf der Niederspannungsseite
der Transformatoren 4x in der Vielfachheit dieser Transformatoren erreicht.
[0015] Besonders geeignete Werte für den Hochspannungstransformator sind von der Größenordnung
150 µH Induktivität, 350 m Ω Widerstand primärseitig in Verbindung mit 350 mH Induktivität,
180 Ω Widerstand sekundärseitig. Für geringe Kernverluste sorgt ein Ferritkernmaterial.
[0016] Die Induktivitätsarmut des Hochspannungstransformators 4x führt zu äußerst raschen
Umladevorgängen aus dem Mittelspannungsspeicherkondensator in den gerade aufgeschalteten
Hochspannungsspeicherkondensator 5x, was in Verbindung mit dem dadurch begünstigten
raschen Durchschlagen der Vorfunkenstrecke 6x Spannungsanstiege von der Größenordnung
100 kV/µs an der Zündkerzenfunkenstrecke liefert. Dies begünstigt den Energieumsatz
in der Zündfunkenstrecke 8x im Kopf des Zündfunkens, also im Nanosekundenbereich,
und trägt dazu bei, daß in der zur Verfügung stehenden Zeit über eventuelle Nebenschlüsse,
wie sie beispielsweise durch Verrußungen des Isolatorkörpers der Zündkerze gegeben
sein könnten, nur vernachläßigbar wenig Energie abfließen kann.
[0017] Die Induktivitätsarmut des Hochspannungstransformators 4x macht seine Kombination
mit dem Hochspannungsspeicherkondensator 5x bzw. dem Mittelspannungspeicherkondensator
1 zu sehr schnell schwingenden Schwingkreisen, so daß die nicht im Nanosekundenbereich
umgesetzte Energie in den Mittelspannungsspeicherkondensator zurückgeführt werden
kann. Um dies zu ermöglichen, kann antiparallel zur Schaltstrecke des zu diesem Zeitpunkt
schon sperrenden Thyristors 3x eine Diode vorgesehen sein.
[0018] Die Anforderungen an das zwischen Mittelspannungsenergiespeicher 1 und Hochspannungswandler
4x liegende Trennglied 3x bestehen vor allem darin, daß es zeitlich definiert ansteuerbar
ist, sehr schnell schaltet und im durchgeschalteten Zustand sehr niederohmig ist,
um auch hier Verluste zu vermeiden. Diese Anforderungen werden durch einen schnellen
Thyristor, wie er heute verfügbar ist, in besonders hohem Maße erfüllt.
[0019] Die Ansteuerung der Trennglieder 3x kann auf beliebige geeignete Weise erfolgen.
Als die Trennglieder 3x ansteuernder Signalwandler 9 kommt beispielsweise ein Kennfeldrechner
in Frage, der über Signalgeber 10 (Sensoren) angesteuert wird, so daß der Zündzeitpunkt
entsprechend den Motorerfordernissen, Lastzuständen usw. verstellt werden kann. Der
Signalwandler 9 kann auch ein umgebauter mechanischer Hochspannungszündverteiler ohne
Hochspannungsfunktion sein, der die Sensoren für Unterdruckverstellung, Fliehkraftverstellung,
Zylindererkennung usw. beinhaltet.
[0020] Als Mittelspannungswandler 2 wird ein Sperrschwinger bevorzugt, da er relativ verlustarm
gebaut werden kann, sich optimal in der Leistung anpassen läßt, kurzschlußfest ist
und einen ausreichend schnellen Spannungsanstieg im Millisekundenbereich bietet. Darüber
hinaus läßt er sich klein bauen. Durch Anwendung des Sperrschwingerprinzips ist es
überdies möglich, bereits ab einer Primärspannung von 3 V (extremer Kaltstart) den
Mittelspannungsenergiespeicher 1 mit einer für Motorstarts ausreichenden Impulsfolge
von etwa 10 Hz voll aufzuladen.
[0021] In Weiterbildung des beschriebenen Prinzips kann vorgesehen sein, daß jeweils mehrere
Mittelspannungsenergiespeicher 1 unter Vorsehung entsprechender zusätzlicher Trennglieder
3x auf jeden Zündstrang einwirken. Damit lassen sich pro Zündvorgang und Zündkerze
jeweils mehrere energiereiche Funken nacheinander abwickeln. Da die Zündanlage proportional
der Funkenfolge der Batterie bzw. Lichtmaschine Energie entnimmt, sind bis zur halben
maximalen Funkenfolge Zweifachfunken, bei einem Drittel der maximalen Zündfolge Dreifachfunken
ohne größere Belastung der Batterie oder Lichmaschine als bei der maximalen Funkenfolge
möglich.
[0022] Zeitlich aufeinanderfolgende Mehrfachfunken lassen sich auch in der Weise realisieren,
daß die zur Verfügung stehende Energie des Mittelspannungsenergiespeichers 1 in Kippschwingungen,
jeweils mit dem Energieinhalt des Hochspannungsenergiespeichers 5x umgewandelt wird.
[0023] Um die Niederohmigkeit der Zündanlage zu gewährleisten, ist es zweckmäßig die Anlage
kompakt und mit kurzen Leitungswegen auszubilden. Fig. 1 zeigt mehrere mögliche Schnittstellen
in der Gesamtkette mit der sich dadurch ergebenden möglichen Zusammenfassung von Teilkomponenten
in bestimmten Baueinheiten.
[0024] Fig. 2 zeigt einen Teil der Schaltung von Fig. 1 in größeren Einzelheiten. Der Signalwandler
9, etwa ein Kennfeldrechner gibt seine Ausgangssteuersignale auf die Leuchtdioden
20a, 20b, 20c, 20d, ... von Optokopplern aus, mit denen zur Unterdrückung eines Übersprechens
von einem Zündstrang auf den anderen der Leistungsteil von den Steuerelementen galvanisch
getrennt ist. Die Phototransistoren 21a, 21b, 21c, 21d, ... der Optokoppler geben
ihre Signale auf die Steuerelektroden der Thyristoren 3a, 3b, 3c, 3d, ..., die in
Reihe mit den Primärwicklungen der Hochspannungswandler 4a, 4b, 4c, 4d, ... liegen.
An der Reihenschaltung aus Primärwicklung des Hochspannungstransformators 4x und dem
Thyristor 3x, in der auch noch eine Entkopplungsdiode 22x vorhanden ist, liegt die
Spannung des über den Sperrschwinger 2 aus der Lichtmaschine oder Batterie auf eine
Spannung der Größenordnung einige 100 V aufgeladenen Mittelspannungskondensators 1.
Sobald der Thyristor,vom Signalwandler 9 angesteuert,durchschaltet,fließt Strom -
wegen der Induktivitätsarmut und Niederohmigkeit des Hochspannungswandlers 4x und
der Schnelligkeit des Thyristors 3x mit kurzer Anstiegszeit und hohen Spitzenstromstärken.
Der Hochspannungswandler transformiert die primärseitige Spannung dabei hoch und der
in Fig. 2 nicht mehr gezeigte Hochspannungsspeicherkondensator 5x wird mit hohem Wirkungsgrad
im Nanosekundenberich auf die gewünschte Spannung der Größenordnung von 30 kV aufgeladen.
[0025] Ist eine Rückspeisung der nicht im Nanosekundenbereich umgesetzten Energie in den
Mittelspannungsspeicherkondensator gewünscht, so entfallen die Entkopplungs-Dioden
22x und es sind antiparallel zu den Thyristoren verschaltete Dioden vorgesehen.
[0026] Zur Belegung der Wirksamkeit der beschriebenen Zündantage wurde folgender Versuch
unternommen:
Ein Sechszylindermotor wurde zunächst mit einer herkömmlichen Transistorzündung
mit mechanischem Hochspannungsverteiler, ergänzt um Vorfunkenstecker mit 100 pF und
Vorfunkenstrecken von 20 kV,betrieben. Dabei ergaben sich folgende Mängel:
a) Das Gemisch im Motor ist nur bedingt abmagerungsfähig, die ans Gas abgegebene Energie
von 20 mJ ist nicht ausreichend für alle Betriebszustände. Die primärseitige Leistungsaufnahme
betrug 96 W.
b) Da beim Kaltstart bis 23 kV an der Zündkerze auftreten, wird zwar durch die Vorfunkenstrecke
bis 20 kV abgesperrt, darüber steigt die Spannung an der Zündkerze aber mit normaler
Geschwindigkeit von ca. 400 V/µs an. Bei leitfähigem Belag fließt oft zuviel Energie
über den Isolatorfuß der Zündkerze ab, so daß es zu Zündaussetzern kommt.
c) Zumindest bei kaltem, innen betautem mechanischen Verteiler kommt es hier zuHockspannungsüberschlägen
bereits bei ca. 17 kV und damit zu Zündaussetzern.
[0027] Die Ansprechspannung der Funkenstrecken wurde dann auf 27 kV erhöht und die Kapazitäten
der Speicherkondensatoren auf 330 pF angehoben.
[0028] Mit keiner handelsüblichen, bekannten Zündung konnte diese Kombination zum Durchschalten
gebracht werden. Die Beibehaltung des Konstruktionsprinzips hätte zu einer Leistungsaufnahme
an der Batterie bzw. Lichtmaschine von 360 W geführt, was ohne Verstärkung von Batterie
bzw. Lichtmaschine nicht möglich gewesen wäre. Die Zündspule als Energiezwischenspeicher
wurde nun durch einen über einen Sperrschwinger auf 700 V aufzuladenden Kondensator
einer Kapazität von 1,5 µF ersetzt und dieser über in der Vielfachheit der Zündkerzen
niederspannungsseitig vorhandene Thyristoren und verlust- sowie induktivitätsarme
Transformatoren in die 330 pF-Hochspannungsspeicherkondensatoren umgeladen.
[0029] Damit war es dann möglich, die Kombination aus 330 pF Speicherkondensator und 27
kV Vorfunkenstrecke durchzuschalten und für jeden Motorbetriebspunkt die mindestens
23 kV an der Zündkerze als Nadelimpuls mit einer Anstiegszeit von 100 kV/µs anzubieten.
[0030] Die Anwendung der beschriebenen Zündanlage beschränkt sich nicht auf Ein- und Mehrzylinderhubkolbenmotore,
sondern kann auch bei Rotationskolbenmotoren, Gasturbinen usw. mit den verschiedensten
Kraftstoffen Diesel, Benzin,Alkohol, Äthanol, Wasserstoff, Wasserstoff-Benzin, Biogas,
Erdgas, Propan usw. bei mehr oder weniger guter Gemischaufbereitung, mehr oder weniger
abgemagert, verwendet werden.
[0031] Die günstige Energieausnützung bei der beschriebenen Zündung ermöglicht es, sie bei
reduzierter Zündenergie etwa auch für Zusatzheizungen für Kraftfahrzeuge zu verwenden.
Als primäre Energiequellen sind wegen des hohen Wirkungsgrads der Zündanlage auch
Solarzellen oder handbetriebene Dynamos vorstellbar, ebenso für Kurzzeitbetrieb leistungsfähige
Batterien, die einen Stoßstrom von z.B. 2 A bringen.
1. Zündanlage für Brennkraftmaschinen mit mehreren parallel zueinander liegenden Zündsträngen,
bei welcher eine Niederspannungsquelle (11, 12), ein die Spannung der Niederspannungsquelle
(11, 12) auf eine Mittelspannung wandelnder Mittelspannungswandler (2), für jeden
Zündstrang ein Hochspannungswandler (4a, 4b,...) mit einer Primärwicklung und einer
Sekundärwicklung, wobei ein mit dem Mittelspannungswandler verbundener Mittelspannungsspeicherkondensator
(1) über ein mit einer Einrichtung zur zeitrichtigen Ansteuerung der Zündstränge schaltbares
Schaltelement (3a, 3b,...) durch die Primärwicklung des Hochspannungswandlers entladen
wird, und mit der Sekundärseite der Hochspannungswandler (4a, 4b, ...) verbundene
Zündfunkenstrecken (8a, 8b, ...) vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß für alle Zündstränge ein gemeinsamer Mittelspannungsspeicherkondensator (1) vorgesehen
ist, daß zu jeder Zündfunkenstrecke (8a, 8b, ...) in Reihe eine Vorfunkenstrecke (6a,
6b, ...) liegt und daß an die Sekundärseite eines jeden Hochspannungswandlers (4a,
4b, ...) ein Hochspannungsspeicherkondensator (5a, 5b, ...) angeschlossen ist, zu
welchem die Reihenschaltung aus Vorfunkenstrecke und Zündfunkenstrecke parallel liegt,
wobei die Hochspannungswandler (4a, 4b, ...) eine Induktivität von hochstens, 150
µH und einen ohmschen Widerstand von höchstens 350 m Ω auf der Primärseite in Verbindung
mit einer Induktivität von höchstens 350 mH und einem ohmschen Widerstand von höchstens
180 Ω auf der Sekundärseite haben.
2. Zündanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Mittelspannungswandler (2) ein Sperrschwinger vorgesehen ist.
3. Zündanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Thyristoren als die steuerbaren Schaltelemente (3a, 3b, ...) vorgesehen sind.
4. Zündanlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zu jedem Thyristor (3a; 3b; ...) antiparallel eine Diode zur Rückspeisung von
nicht im Nanosekundenbereich an der Zündfunkenstrecke umgesetzter Energie in den Mittelspannungsspeicherkondensator
(1) vorgesehen ist.
5. Zündanlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur zeitrichtigen Ansteuerung durch Verwendung von Optokopplern
(20a, 21a; 20b, 21b, ...) zur Signalübertragung von den steuerbaren Schaltelementen
(3a, 3b, ...) galvanisch getrennt ist.
6. Zündanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß für jeden Zündstrang mehrere Mittelspannungswandler und mehrere steuerbare Schaltelemente
vorgesehen sind, wobei die Schaltelemente eines Stranges zeitversetzt ansteuerbar
sind.
1. Ignition device for internal combustion engines having a plurality of ignition branches
lying parallel to each other, in the case of which are provided a low-voltage source
(11, 12), a medium-voltage transformer (4a, 4b, ... ) transforming the voltage of
the low-voltage source (11, 12) to a medium voltage, a high-voltage transformer (4a,
4b, .... ) for each ignition branch, the high-voltage converter having a primary winding
and a secondary winding, wherein a medium-voltage storage capacitor (1), which is
connected to the medium voltage transformer, is discharged by means of a switching
element (3a, 3b, ... ), which can be switched by means of a device for the timed triggering
of the ignition line, via the primary winding of the high-voltage transformer, and
ignition spark gaps (8a, 8b, ... ) connected to the secondary side of the high-voltage
transformer (4a, 4b, ... ) are provided, characterised in that a common medium-voltage
storage capacitor (1) is provided for all the ignition branches; in that each ignition
spark gap (8a, 8b, ... ) has an auxiliary spark gap connected in series therewith;
and in that there is connected to the secondary side of each high-voltage capacitor
(4a, 4b, ...) a high-voltage storage capacitor (5a, 5b, ...) to which the series connection
consisting of the auxiliary spark gap and the ignition spark gap is connected in parallel,
wherein the high-voltage transformer (4a, 4b, ... ) has an inductance of at most 150
µH and an ohmic resistance of at most 350 m Ω on the primary side together with an
inductance of at most 350 mH and an ohmic resistance of at most 180 Ω on the secondary
side.
2. Ignition device according to claim 1, characterised in that a self-blocking oscillator
is provided as the medium voltage transformer (2).
3. Ignition device according to claim 1 or 2, characterised in that thyristors are provided
as the controllable switching elements (3a, 3b, ... ).
4. Ignition device according to claim 3, characterised in that there is provided, antiparallel
to each thyristor (3a, 3b, ... ), a diode for feeding energy that has not been transformed
in the nano-second range at the ignition spark gap back into the medium-voltage storage
capacitor (1).
5. Ignition device according to claim 3, characterised in that the device for the timed
triggering is electrically separated from the controllable switching elements (3a,
3b, ...) by means of optocouplers (20a, 21a; 20b, 21b, ...) for transmitting signals.
6. Ignition device according to anyone of the preceding claims, characterised in that
a plurality of medium voltage transformers and a plurality of controllable switching
elements are provided for each ignition branch, wherein the switching elements belonging
to the same branch may be triggered in a time-delayed manner.
1. Dispositif d'allumage pour moteurs à combustion interne, comportant plusieurs voies
d'allumage disposées mutuellement en parallèle et dans lesquelles il est prévu une
source de basse tension (11, 12), un transformateur de tension moyenne (2) convertissant
la tension de la source de basse tension (11, 12) en une tension moyenne, pour chaque
voie d'allumage un transformateur de haute tension (4a, 4b,...) comportant un enroulement
primaire et un enroulement secondaire, dispositif dans lequel un condensateur (1)
d'accumulation de tension moyenne, relié au transformateur de tension moyenne, est
déchargé, par l'intermédiaire d'un élément de commutation (3a, 3b,...) commutable
au moyen d'un organe servant à l'activation en temps voulu de la voie d'allumage,
dans l'enroulement primaire du transformateur de haute tension et il est prévu des
éclateurs (8a, 8b,...) de génération d'étincelles d'allumage reliés au secondaire
du transformateur de haute tension (4a, 4b,...), dispositif d'allumage caractérisé
en ce qu'il est prévu pour toutes les voies d'allumage un condensateur commun (1)
d'accumulation de tension moyenne, en ce qu'il est prévu en série avec chaque éclateur
(8a, 8b,...) un pré-éclateur (6a, 6b,...) et en ce que le secondaire de chaque transformateur
de haute tension (4a, 4b,...) est relié à un condensateur d'accumulation de haute
tension (5a, 5b,...), par rapport auquel est branchée en parallèle la combinaison-série
d'un pré-éclateur et d'un éclateur, le transformateur de haute tension (4a, 4b,...)
ayant du côté du primaire une inductance au maximum de 150 µH ou moins et une résistance
ohmique au maximum de 350 m Ω ou moins, en combinaison avec une inductance au maximum
de 350 mH ou moins et une résistance ohmique au maximum de 180 Ω ou moins du côté
du secondaire.
2. Dispositif d'allumage selon la revendication 1, caractérisé en ce que, comme transformateur
de tension moyenne (2), il est prévu un oscillateur de blocage.
3. Dispositif d'allumage selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'il est prévu
des thyristors comme éléments commutables commandés (3a, 3b,...).
4. Dispositif d'allumage selon la revendication 3, caractérisé en ce qu'il est prévu
en antiparallèle avec chaque thyristor (3a ; 3b;...) une diode pour renvoyer au condensateur
(1) d'accumulation de tension moyenne de l'énergie qui n'a pas été convertie dans
l'éclateur de la bougie d'allumage dans la période des nanosecondes.
5. Dispositif selon la revendication 3, caractérisé en ce que le système d'activation
en temps voulu par utilisation de coupleurs optiques (20a, 21a ; 20b, 21b,...) en
vue d'une transmission de signaux est séparé galvaniquement des éléments commutables
commandés (3a, 3b,...).
6. Dispositif d'allumage selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce
qu'il est prévu, pour chaque voie d'allumage, plusieurs transformateurs de tension
moyenne et plusieurs éléments commutables commandés, les éléments commutables d'une
voie pouvant être activés avec décalage temporel.