[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Papieren oder papierähnlichen
Materialien.
[0002] Papiere, die gegenüber den nach üblichen Verfahren hergestellten Papieren bei gleichem
Ausgangsmaterial vergrö-βerte Opazität, Porosität oder auch vergrößertes Volumen besitzen,
sind oftmals technisch erwünscht.
[0003] Bisher wurde versucht, diesen Forderungen durch Veränderung des Hahlgrades zu entsprechen,
was zumindest im Hinblick auf die Opazität Erfolge zeigte, aber zusätzliche Mahlprogramme
und Vorratshaltungen erforderlich macht. Auch der Zusatz von Füllstoffen oder als
Spezialfüllstoff wirkenden Kunststofflatices wurde bisweilen versucht, brachte aber
zumeist höchstens im Hinblick auf die Opazität oder allein das Volumen nicht aber
auf alle drei Papiereigenschaften Opazität, Porosität, Volumen einen Erfolg.
[0004] Es wurde nun Überraschenderweise gefunden, daß ein neues Verfahren zur Herstellung
von Papier oder papierähnlichen Materialien, das dadurch gekennzeichnet ist, daβ man
dem Papierstoff basische Amide langkettiger, unter 30°C (bei Normalbedingungen) schmelzender
Fettsäuren oder Fettsäuregemische zusetzt, zu Papieren oder papierähnlichen Materialien
führt, die im Vergleich zu in Abwesenheit der Amide hergestellten Papiere oder papierähnlichen
Materialien höhere Porosität, höhere Undurchsichtigkeit (Opazität) und höheres Volumen
aufweisen.
[0005] Es ist zwar bekannt, die Salze und Quarternierungsprodukte von basischen Amiden langkettiger
Fettsäuren mit Schmelzpunkten über 30°C als Leimungsmittel dem Papierstoff zuzusetzen,
aber im Vergleich zu den erfindungsgemäßen Hilfsmitteln ist der bei solchen Leimungsmitteln
evtl. beobachtbare Effekt unbedeutend und erfordert wesentlich kostspieligere Einsatzmengen.
Als konträre Entsprechung dazu haben die erfindungsgemäßen Porositätshilfsmittel nur
eine gering ausgeprägte, vernachlässigbare Leimungsmittelwirkung. Weiterhin erreichen
die Leimungsmittelzubereitungen des Standes der Technik ihre Wirksamkeit erst durch
eine Quaternierungsreaktion. Das bedeutet, daß aus der Tatsache, daß es Leimungsmittel
auf Basis von gegebenenfalls quarternierten langkettigen Fettsäureamiden gibt, nicht
auf die Verwendung von basischen Amiden langkettiger, unter 30°C schmelzender Fettsäuren
oder Fettsäuregemische als Porosierungsmittel für Papier geschlossen werden konnte.
[0006] Die erfindungsgemäß eingesetzten basischen Amide werden vorzugsweise in wäßriger
Zubereitung dem Papierstoff bei der Papierherstellung zugesetzt.
[0007] Vorzugsweise werden solche Amide verwendet, die durch Reaktion der Fettsäuren mit
Polyalkylenpolyaminen unter Umsetzung von 50 - 100 % der primären Aminogruppen zum
Amid herstellbar sind, Insbesondere finden dabei Polyethylenpolyamine mit mehr als
drei Aminogruppen im Molekül Verwendung, wie Triethylentetramin, Tetraethylenpentamin
und Pentaethylenhexamin, die in Form technisch reiner Fraktionen eingesetzt werden
können.
[0008] Bevorzugt werden weiterhin solche Amingemische eingesetzt, die bei der Polyaminsynthese
aus Dihalogenalkanen und Ammoniak entstehen.
[0009] Diese Amingemische haben vorzugsweise folgende Zusammensetzung:
A. ca. 3 bis ca. 27 Gew.-X Diamine
B. ca. 10 bis ca. 22 Gew.-% Triamine
C. ca. 15 bis ca. 25 Gew.-% Tetramine
D. ca. 10 bis ca. 20 Gew.-% Pentamine
E. ca. 5 bis ca. 10 Gew.-X Hexamine
F. ca. 15 bis ca. 25 Gew.-% Wasser und
G ca. 3 bis ca. 30 Gew.-X andere Bestandteile,
wobei die Summe der Komponenten A. - G. 100 Gew.-X beträgt.
[0010] Je nach Ausgangsalkan kann die Diaminkomponente A. Monoalkylendiamine wie 1,3-Propylondiamin,
Butylendiamine oder Diaminohexane wie 1,6-Diaminohexan und insbesondere Ethylendiamin
enthalten.
[0011] Vorzugsweise werden solche Amingemische eingesetzt, die bei der technischen Dipropylentriamin-
und Propylendiaminsynthese aus Dichlorpropan und Ammoniak als sogenannte Reaktorbasengemische
anfallen.
[0012] Besonders bevorzugt werden solche Amingemische eingesetzt, die bei der technischen
Diethylentriamin- und Ethylendiaminsynthese aus 1,2-Dichlorethan und Ammoniak als
sogenannte Reaktorbasengemische anfallen.
[0013] Diese Gemische haben den Vorteil, daß zu ihrer Verwendung keine aufwendigen weiteren
Destillations- und sonstigen Reinigungsschritte erforderlich sind, obgleich z. B.
eine Grobreinigung mittels Aktivkohle, Kieselerde, Austauschern, Trockenprozessen
o. ä. Reinigungshilfen durchaus in Betracht zu ziehen ist. Beispielsweise kann aus
Gründen der Eigenfarbe auch in Betracht gezogen werden, eine unfraktionierte Destillation
der Reaktorbase vorzunehmen, um sie von gegebenenfalls vorhandenen höhermolekularen,
zumeist tief gefärbten Harzbestandteilen abzutrennen. Diese Operation ist jedoch im
Prinzip nicht erforderlich.
[0014] Das bei der technischen Dichlorethan-basierten Polyethylenpolyaminsynthese entstehende
Basengemisch enthält z. B, folgende Bestandteile:
Ethylendiamin, Diethylentriamin, Triethylentetramin, Aminoethylenpiperazin, Trisaminoethylamin,
N,N'-Bisamino- ethylpiperazin, aminoethylierte N-Aminoethylpiperazine in Form verschiedenen
Isomerer sowie eine Reihe nicht identifizierter sonstiger Verunreinigungen. Weiterhin
z. B. Tetraethylenpentamin, Pentaethylenhexamin, Hexaethylenheptamin und deren verzweigte
und cyclische Isomere sowie oligomere und polymere Aminharze unbekannter Struktur.
[0015] Während neben Ethylendiamin in der Reaktorbase der "technische" Triaminanteil weitgehend
aus Diethylentriamin besteht, enthält der Tetraminanteil neben wenig definierten geringen
Mengen an Begleitstoffen im wesentlichen 4 Tetraminisomere, nämlich ein lineares (Hauptanteil),
ein verzweigtes und zwei Piperazinringe enthaltende Isomeren, außerdem sind (neben
undefinierten Begleitstoffen und Isomeren in Mengen unter 3 X) noch die Pentamine
mit ca. 5 Isomeren und die Hexamine (etwa 14 X) mit ca. 9 Isomerentypen, die linear,
verzweigt, cyclisch sind, enthalten. Außerdem natürlich auch noch höhere Amintypen
und sonstige Begleitstoffe. Die Diamine, Triamine, Tetramine, Pentamine und Hexamine
machen etwa 95 bis 99 % der wasserfreien Reaktorbase aus.
[0016] Die Gehalte der linearen unverzweigten wasserfreien Verbindungen sollten mindestens
40 Gew.-X betragen und vorzugsweise über 60 Gew.-X liegen. Es können auch Gemische
von technischen Alkylenpolyaminen mit anderen Siedebereichen und Amingehalten verfahrensgemäß
mit eingesetzt werden.
[0017] Eine Raaktorbasa aus der Ethyaminherstellung, wie sie technisch anfällt und für die
arfindungsgamäße Harstellung von Porosierungsmitteln besondere gut geeignet ist, hat
folgende Zusammensetzung, ermittelt durch fraktionierte Destillation und Gaschromatographie
[0018] (Die Zusammensetzungen beschreiben die üblichen Produktionsschwankungen)

[0019] Die in Klammern gesetzten Zahlen entsprechen einer typischen Reaktorbase, wie sie
auch im später folgenden Beispielteil verwendet wird; die Zahlenwerte sind abgerundet
und können um ca. + 10 % ihres Wertes schwanken.
[0020] Bevorzugt werden weiterhin solche Amingemische eingesetzt, die als sog. Tetraminsumpf
bei der technischen Synthese der Dialkylentriamine, insbesondere von Dipropylentriamin
und ganz besonders Diethylentriamin, aus Dihalogenalkanen und Ammoniak nach Abdestillieren
der Triaminfraktion anfallen.
[0021] Auf diese Weise fallen Amingemische an, die z.B.
A) weniger als 10 Gew.-X, bevorzugt weniger als 1 Gew.-X Triamine,
B) etwa 50 bis etwa 60 Gew.-X, bevorzugt etwa 52 bis etwa 55 Gew.-X Tetramine,
C) etwa 25 bis etwa 35 Gew.-X, bevorzugt etwa 29 bis etwa 32 Gew.-% Pentamine,
D) etwa 10 bis etwa 20 Gew.-X, bevorzugt etwa 12 bis etwa 15 Gew.-% Hexamine und
E) etwa 1 bis etwa 15 Gew.-X, bevorzugt etwa 2 bis etwa 10 Gew.-X andere Bestandteile
enthalten, wobei die Summe der Komponenten A) + B) + C) + D) + E) 100 Gew.-% beträgt.
Besonders bevorzugt werden beim erfindungpgemäßen Verfahren basische Amide aus Ölsäure
oder Ölsäure enthaltenden Fettsäuregemischen und dem als Tetraminsumpf anfallenden
Amingemisch eingesetzt.
[0022] Als wäßrige Zubereitungen der basischen Amide werden vorzugsweise teilweise oder
vollständig an den Amingruppen in Salzform überführte, in wäßrigem Medium dispergierte
bzw. gelöste basische Amide verwendet; vorzugsweise finden die Acetate und/oder Formiate
der basischen Amide Verwendung.
[0023] Die Erfindung betrifft weiterhin die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten
Papiere und papierähnlichen Materialien wie insbesondere Pappen.
[0024] Die erfindungsgemäßen Porosierungshilfsmittel werden vorwiegend in Form der 10 -
35 Xigen wäßrigen Formulierung hergestellt und transportiert, beim Einsatz im Papierstoff
kann jedoch bis auf Konzentrationen unter 1 X verdünnt werden. Andererseits ist es
auch möglich, die reinen basichen Amide dem Papierstoff zuzusetzen, wobei dann die
wäßrige Dispersion des Hilfsmittels in der Papierbütte in situ entstehen und wirken
kann.
[0025] Der Vorteil der erfindungsgemäßen Porosierungsmittel besteht u.a. darin, daß zusätzliche
Maßnahmen zur Veränderung der Papierporosität vermieden werden können, und daß die
mit Leimungsmitteln verträglichen Porosierungsmittel in sehr geringen Einsatzmengen
von 0,05 bis ca. 5, vorzugsweise 0,2 bis 0,8 Gew.-X, bezogen auf Feststoff und Papierstoff,
verwendet werden können.
[0026] Als langkettige Fettsäuren und Fettsäuregemische können prinzipiell alle Fettsäuren
mit mehr als 9, vorzugsweise mit mehr als 15 C-Atomen verwendet werden, die unter
30°C (bei Normalbedingungen) schmelzen. Zumeist handelt es sich um natürliche Fettsäuren
wie Ölsäure, Elaidinsäure, Lein- ölfettsäuren bzw. Sajaölfettsäuren und sonstige pflanzliche
Fettsäuren, etwa Tallölfettsäure, aber auch aus mineralischen Lagerstätten bzw. Erdöl
gewinnbare Fettsäuren oder Tranöl- bzw. Fischölfettsäuren mit 9 bis über 28 C-Atomen,
insbesondere 15 - 25 C-Atomen, aber auch synthetische durch Oxosynthese oder Fischer-Tropsch-Verfahren
oder Oxidationsverfahren oder Dimerisierungs- bzw. Oligomerisierungsverfahren erhältliche,
vorzugsweise monofunktionelle langkettige Fettsäuren sind in Betracht zu ziehen. Vorzugsweise
werden Ölsäure oder vorwiegend Ölsäure enthaltende (technische) Fettsäuregemische
verwendet.
[0027] Die Umsetzung der Fettsäuren mit den Polyalkylenpolyaminen erfolgt nach Verfahren
der Technik, vorzugsweise durch Erhitzen der Komponenten unter Wasserabspaltung, gegebenenfalls
unter Luftausschluß oder Schutzgas (N
2). Obgleich auch andere Mengenverhältnisse bei der Amidherstellung zu Produkten mit
gewisser Wirksamkeit führen, werden die besten Ergebnisse erzielt, wenn bei der Amidherstellung
solche Mengen an Fettsäuren und Polyalkylenpolyaminen zusammengeführt werden, daß
40 - 100 % der in dem Amin bzw. Amingemisch enthaltenen primären Aminogruppen durch
Carboxylgruppen ins Amid überführt werden können. Vorzugsweise sollen 55 - 100 % der
primären Aminogruppen ins Amid überführt werden. Der Einsatz überstßchiometrischer
Fettsäuremengen kann in Betracht gezogen werden.
[0028] Als Polyalkylenpolyamine werden zur Amidherstellung aus Gründen der Zugänglichkeit
weniger Polybutylen- oder Polypropylenpolyamine, sondern vorzugsweise Polyethylenpolyamine
verwendet. Grundsätzlich werden solche Amine durch Umsetzung von a, ß-Dihalogenethan
mit Ammoniak hergestellt. Grundsätzlich sind sämtliche bei dieser Synthese anfallenden
Polyamine, sofern ca. 50 und mehr X der primären Aminogruppen ins Amid überführt werden,
erfindungsgemäß als Ausgangsamine in Betracht zu ziehen. Da jedoch Ethylendiamin und
Diethylentriamin sehr gesuchte technische Zwischenprodukte sind, wird erfindungsgemäß
bevorzugt, die Polyethylenpolyamine mit mehr als 3 Aminogruppen einzusetzen, da diese
als Nebenprodukte der Di-und Triaminsynthese preiswert zur Verfügung stehen.
[0029] Solche Amine sind Triethylentetraminfraktionen, Tetraethylenpentamin- und Pentaethylenhexaminfraktionen.
[0030] Von besonderem Interesse und überraschenderweise von ausgezeichneter Wirksamkeit
im erfindungsgemäßen Porosierungsmittel sind die nach Abdestillieren der Di- und Triamine
aus dem Reaktionsgemisch hinterbleibenden Rückstandsgemische, die als Tetraminsumpf
bezeichnet werden.
[0031] Es ist nicht nur überraschend, daß ein derartig unspezifisches Gemisch verschiedenster
linearer, verzweigter und cyclischer Amine verschiedenster Basizität und verschiedensten
Molgewichts mit ausgezeichnetem Ergebnis für die Porosierungswirkung anstelle einer
durch einen speziellen Siedebereich definierten Aminfraktion eingesetzt werden kann,
[0032] Es ist in besonderem Maße überraschend daß festgestellt werden konnte, daß mit derartigen
breitverteilten Polyamingemischen Porosierungsmittel von gegenüber z.B. einer reinen
Tetraminfraktion verbessertem Wirkungsniveau erhalten werden, was wiederum sowohl
für sich als auch in Verbindung mit der in Wegfall kommenden Notwendigkeit der Fraktionierung
der Polyalkylenpolyamine ein wesentlicher technischer Fortschritt ist.
[0033] Es wurde überraschenderweise gefunden, daß man das hier beschriebene Verfahren zur
Gewinnung von Porosierungsmitteln noch weiter entscheidend verbessern kann, indem
man als einzusetzende Polyamine nicht etwa eine technische Fraktion von z.B. Triethylentetramin,
die noch dessen Isomere und im gleichen Siedebereich liegende Begleitstoffe enthält,
verwendet wird, sondern indem man die Gesamtheit der bei der Polyethylenpolyaminsynthese
aus α, ß-Dihalogenalkan und Ammoniak anfallenden Reaktionsprodukte, aus denen lediglich
Alkylendiamin (Ethylendiamin) und gegebenenfalls Dialkylentriamin (Diethylentriamin)
destillativ abgezogen worden sind, als Ausgangsamin zur Umsetzung mit den Fettsäuren
verwendet. Dieses technische Amingemisch, das eine Vielzahl verschiedenster Aminkomponenten
mit vorwiegend 4 und mehr Stickstoffatomen im Molekül enthält, fällt als sogenannter
"Tetraminsumpf" bei der Synthese des Dipropylentriamins bzw, insbesondere des Diethylentriamins
an und ist besonders leicht zugänglich. Es wird als "Tetraminsumpf" bezeichnet und
hat den Vorteil, daß bei seiner Verwendung keine aufwendigen weiteren Destillations-
und sonstigen Reinigungsschritte erforderlich sind, obgleich z.B. eine Grobreinigung
mittels Aktivkohle, Kieselerde, Austauschern, o.i. Reinigungshilfen durchaus in Betracht
zu ziehen ist. Beispielsweise kann aus Gründen der Eigenfarbe auch in Betracht gezogen
werden, eine unfraktionierte Destillation des Tetraminsumpfes vorzunehmen, um ihn
von gegebenenfalls vorhandenen höhermolekularen, zumeist tief gefärbten Harzbestandteilen
abzutrennen. Diese Operation ist jedoch im Prinzip nicht erforderlich.
[0034] Als technische Amingemische zur Herstellung der basischen Fettsäureamide kommen vorzugsweise
technische Polyethylenpolyamine, d.h. Tetraminsumpf aus der Synthese von technischem
Diethylentriamin in Betracht.
[0035] Geeignet sind auch prinzipiell die entsprechenden technischen Polypropylenpolyamin-Schnitte.
Von besonderem Interesse ist technischer Triethylentetraminsumpf, d.h. das nach der
Abdestillation der Diethylentriaminfraktion hinterbleibende Triethylentetramin und
alle weiteren Amine enthaltende Sumpfmaterial.
[0036] Als in dem technischen Tetraminsumpf vorkommende Komponenten kommen z.B. in Betracht:
Aminoethylpiperazin, Trisaminoethylamin, N,N'-Bisaminoethylpiperazin, aminoethylierte
N-Aminoethylpiperazine in Form verschiedener Isomerer sowie eine Reihe nicht identifizierter
sonstiger Verunreinigungen. Weiterhin z.B. Tetraethylenpentamin, Pentaethylenhexamin,
Hexaethylenheptamin und deren verzweigte und cyclische Isomere sowie oligomere und
polymere Aminharze unbekannter Struktur.
[0037] Während das "technische" Triethylentetramin als Tetraminfraktion neben wenig definierten
geringen Mengen als Begleitstoffen im wesentlichen aus 4 Tetraminisomeren, nämlich
einem linearen (Hauptanteil),einem verzweigten und zwei Piperazinringe enthaltenden
Isomeren besteht, sind im sogenannten Tetraminsumpf neben diesen Begleitstoffen und
Isomeren in Mengen über 1 - 3 X noch die Pentamine (etwa 30 X) mit ca. 5 Isomeren
undd die Hexamine (etwa 14 X) mit ca. 9 Isomerentypen,die linear, verzweigt, cyclich
sind enthalten, außerdem natürlich auch noch höhere Amintypen und sonstige Begleitstoffe.
Die Tetramine, Pentamine und Hexamine machen etwa 91 - 97 % des Tetraminsumpfes aus.
[0038] Die Gehalte der linearen Verbindungen sollten mindestens 20 Gew.-X betragen und vorzugsweise
über 40 Gew.-X liegen. Es können auch Gemische von technischen Polyalkylenpolyaminen
mit niederen Siedebereichen und Amingehalten verfahrensgemäß mit eingesetzt werden.
[0039] Bezogen auf die eingesetzte Menge an Aminfraktion bzw. Tetraminsumpf werden die Fettsäuren
zur Darstellung der Amidvorstufe für die erfindungsgemäßen Porosierungsmittel in solchen
Mengen eingesetzt, daß 50 - 100 % der vorhandenen primären Aminogruppen in das Amid
überführt werden können. Das bedeutet, daß das resultierende basische Amid pro Molekül
vorzugsweise durchschnittlich noch mindestens zwei basische Aminogruppen enthält.
[0040] Das ist dann der Fall, wenn z.B. 150 Gew.-Tle. technischem Tetraminsumpfes mit etwa
1,5 Mol ölsäure oder Fischfettsäure oder Rizinolsäure zur Reaktion gebracht werden,
und die Acetylierung der basischen Amide nach der OH-Zahl-Methode OH Zahlen von 150
bis 210 ergibt, während die Säurezahlen unter 10 liegen sollten.
[0041] Die Herstellung der basischen Amide kann nach verschiedenen, dem Fachmann geläufigen
Methoden erfolgen, beispielsweise sehr einfach dadurch, daß man berechnete Mengen
Tallölfettsäure und Amin, gegebenenfalls unter Stickstoff, auf 180°C bis 220°C erhitzt
und man das bei der Amidbildung entstehende Wasser abdestilliert. Die Säurezahlen
des Amidierungsproduktes sollten unter 15, vorzugsweise unter 8 liegen.
[0042] Anschließend kann die Schmelze der entstandenen basischen Amide nach Abkühlung auf
einen geeigneten Temperaturbereich, z.B. in der Nähe der etwa zwischen 30 und 70
0C liegenden Schmelzpunkte der Amide in Wasser dispergiert und dabei unter gutem Rühren
gegebenenfalls mit einem Dispergierhilfsmittel umgesetzt werden. Sie wird dann nach
0,5 - 10 h Formulierzeit, vorzugsweise noch warm, gegebenenfalls mit weiterem Wasser
unter Abkühlung und weiterem Rühren bei 10 - 80°C über 0,1 - 10 h, in eine 5 - 40
Gew.-Xige, vorzugsweise 10 - 25 Gew.-Xige Lösung, Suspension bzw. Emulsion überführt.
Das geschieht im allgemeinen durch einfaches Rühren, gegebenenfalls auch unter Einsatz
mechanischer Emulgiervorrichtungen.
[0043] Es kann auch in Betracht gezogen werden, die Amidschmelze, vor dem Dispergieren in
Wasser, mit untergeordneten Mengen einer anorganischen oder organischen Säure als
Dispergierhilfsmittel (vorzugsweise unter 20 X, insbesondere 0 - 10 X der zur Neutralisation
erforderlichen Menge) umzusetzen, um den Dispergierungsschritt zu erleichtern.
[0044] Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, wenn die bei der Dispergierungsstufe anwesende
Wassermenge geringer ist als die späterhin in der wäßrigen Zubereitung enthaltene
Wassermenge, da man dann die Einstellung der gewünschten Porosierungsmittelkonzentration
optimal mit einer erfindungsgemäßen, gegebenenfalls in Betracht zu ziehenden und viskositätsvermindernd
wirkenden Elektrolytzugabe (z.B. von NaCI-Lösung) kombinieren kann.
[0045] Bei der Herstellung der erfindungsgemäßen wäßrigen Zubereitungen des basischen Fettamids
werden als Dispergierhilfsmittel nicht nur in Mengen von 0 - ca. 15 Gew.-X einzusetzende
übliche Dispergierhilfsmittel wie Schutzkolloide und/oder Emulgatoren auf anionischer,
kationischer oder nichtionischer Basis verstanden, sondern auch Zusätze von Quarternierungsmitteln
wie Estern und Amiden der Halogenessigsäure, z.B. Chloracetamid, Propansulton, Dimethylsulfat,
Benzylchlorid, Alkylchlorid, Methylchlorid und anderen a-Halogenalkanen, Ethylenoxid,
vorzugsweise Epichlorhydrin, in Mengen von 0,05 - 5 Äquivalent, bevorzugt 0,1 - 1
Xquivalent, bezogen auf im basischen Amid enthaltene Aminogruppen. Bevorzugte Dispergierhilfsmittel,
die die Porosierungs- bzw. Volumenwirkung der erfindungsgemäßen Zusatzstoffe nicht
nachteilig beeinflussen, sind jedoch insbesondere anorganische, vor allem aber organische
Säuren wie Halogenwasserstoffsäuren, Phosphor-, Schwefel- oder Salpetersäure bzw.
Fumar-, Malein-, Zitronen-, Äpfel-, Bernsteinsäure oder Toluolsulfonsäuren insbesondere
jedoch wegen der relativ geringen Korrosionsneigung, verbunden mit guter Flüchtigkeit
Ameisensäure und/oder Essigsäure.
[0046] Diese Säuren, die vorzugsweise in solchen Mengen eingesetzt werden, daß eine neutrale
Reaktion (pH ca. 7) der wäßrigen Formulierung resultiert, bilden mit dem fraglichen
basischen Amid selbst ein emulgierend bzw. dispergierend wirkendes Salz, welches die
Stabilisierung der wäßrigen Formulierung der erfindungsgemäßen als Porosierungsmittel
wirksamen basischen Fettamine gewährleistet. Es kann auch in Betracht gezogen werden,
geringere oder höhere Säurezusätze vorzunehmen, wenn z.B. die Reaktion der Papiermasse
im schwach basischen oder im sauren Bereich belassen werden soll.
[0047] Im Bereich der Feststoffgehalte über 10 Gew, -% haben die erfindungsgemäß beschriebenen
wäßrigen Zubereitungen bisweilen eine breiige Konsistenz, die zu Handhabungsschierigkeiten
führen kann. Es können dann den Zubereitungen 0,05 - 5, vorzugsweise 0,1 - 1 Gew.-%
(bezogen suf Feststoff), an Elektrolyten zugesetzt werden, wodurch eine Verflüssigung
bewirkt wird. Das geschieht am zweckmä- ßigsten in der letzten Verdünnungsstufe der
Porosierungsmittelzubereitung, indem man die gewünschte Elektrolymenge z.B. NaCl im
für die abschließende Verdünnung vorgesehenen Wasser auflöst und so einbringt.
[0048] Obgleich es auch möglich ist, den Elektrolyten von vornherein bzw. bereits bei der
ersten oder zweiten Wasserzugabe zuzusetzen, hat es sich am wirkungsvollsten erwieson,
den Elektrolyten möglichst am Schluß des Verdünnjungsprozesses einzuarbeiten. Hierdurch
erhält man Zubereitungan, die bei Feststoffgehalten über 10 Gew.-X dünnflüssigen Charakter
haben und nicht nachdicken.
[0049] Als Elektrolyte kommen neben organischen Salzen wie Ammonium- oder Alkaliformiaten,
-acetaten, -benzoaten, -phosphonaten oder -sulfonaten vorzugsweise anorganische Salze
wie Ammonchlorid, Kaliumchlorid, Calciumchlorid, Zink-, Magnesiumchlorid, Aluminiumchlorid
oder insbesondere Natriumchlorid in Betracht, obgleich auch lösliche Chloride, Nitrate,
Sulfate, Phosphate, Carbonate anderer Elemente und auch Säuren oder Basen selbst prinzipiell
geeignet sind.
[0050] Die erhaltenen gebrauchsfertigen wäßrigen Zubereitungen der Porosierungsmittel haben
Feststoffkonzentrationen von 5 - 40, vorzugsweise von 10 bis 35 Gew.-X. Diese Zubereitungen
werden bei ihrer Anwendung auf die dann erforderlichen Konzentrationen weiter verdünnt,
z.B. auf Konzentrationen unter 5 Gew.-X, wie sie auch bei der Papierleimung üblich
sind.
[0051] Die erfindungcgemäBen Hilfsmittel haben den Vorteil, bei sehr guter Wirksamkeit in
Form ihrer wäßrigen Zubereitungen quasi unbegrenzt lagerstabil zu sein sowie auch
keine Zusätze von Alaun (Leimungsmitteln) oder kationischen oder anionischen Hilfsmitteln
zu erfordern, obgleich ein Zusatz von Füllstoffen oder solchen Hilfsmitteln z.B. auf
Basis kationischer Stärke, quaternierten Polyaminen, quaternierten Polyamidaminen,
quaternierten basischen Formaldehydharzen, Methylcellulose, Carboxymethylcellulose,
Ligninsulfonsiure, Stärken und Polysacchariden verschiedenster Genese, Xanthan, Pullulan,
Chitosan, Polymerisaten oder Copolymerisaten von (Heth)-Acrylsäure, Halein-, Fumar-,
Itaconsäure oder sonstigen Polymeren und Copolymeren mit gegebenenfalls in Salzform
vorliegenden Carboxyl- oder Sulfonsäuregruppen, Kollagen, Gelatine, Alginaten und
Karagenaten oder auch substantiven oder reaktiven Farbstoffen durchaus in Betracht
zu ziehen und möglich ist.
[0052] Ihre Wirksamkeit wird durch Weidtöner nicht verschlechtert. Die wäßrigen Zubereitungen
lassen sich ohne zucätzliche Emulgiermittel herstellen.
[0053] Die Porosierungsmittel sind allein oder in Kombination mit Leimungsmitteln gut geeignet
zur Opalesxzierung, Porosierung und Volumenerhöhung von Papier, können selbstverständlich
aber auch zu anderen Papiermodifizierungen eingesetzt werden. Sie können nicht nur
bei holz-, kreidehaltigen oder kaolinhaltigen-, Schrenz-, bzw. Recycling-Papieren
verwendet werden, sondern auch bei solchen, die keinen oder einen andersartigen Füllstoff
enthalten, wie-z.ß. Talkum oder Gips. Ebenso sind sie zur Modifizierung von cellulosischen
und anderen Materialien wie Pappe, Textilmaterial, Leder, Karton oder Holzspanplatten
bwz. Dämmplatten oder Gips bzw. Gipskartonplatten geeignet.
[0054] Ein wesentlicher Vorteil der neuen Porosierungsmittel besteht darin, daß zusätzliche
Maßnahmen zur Veränderung der Papierporosität vermieden werden können, und daß die
mit Leimungsmitteln verträglichen Porosierungsmittel in sehr geringen Einsatzmengen
von 0,05 bis ca. 5, vorzügsweise 0,2 bis 0,8.Gew.-%, bezogen auf Feststoff und Papierstoff,
verwendet werden können.
[0055] Im folgenden soll die Erfindung beispielhaft erläutert werden; die angegebenen Teile
und Prozente beziehen sich auf das Gewicht, sofern nichts anderes vermerkt ist.
Beispiel 1 und 2 (Vergleichsbeispiele)
[0056] Es wird ein der DE-OS 28 38 270 entsprechendes Leimungsmittel hergestellt (Hilfsmittel
A).
Herstellung des di-basischen Amids A
[0057] 170 Teile Stearinsäure werden aufgeschmolzen und mit 43,8 Teilen technisch reinem
Triethylentetramin verrührt (Molverhältnis ca. 2 : 1). Dann wird unter N
2 die Temperatur auf 190°C erhöht und alles Flüchtige abdestilliert. Nach 6 h ist eine
Säurezahl von 1,9 erreicht. Der Schmelzbereich des Amids liegt bei 87 - 107°C.
Hilfsmittel A
[0058] 201,6 Teile basisches Amid werden bei 120°C mit 3,7 Teilen Epichlorhydrin 30 Minuten
verrührt. Dann setzt man 70 Teile Wasser und anschließend 32,3 Teile Epichlorhydrin
hinzu und rührt bei 100 - 120°C 1 h. Anschließend setzt man 1182 Teile auf ca. 95°C
vorerhitztes Wasser hinzu und rührt die gebildete Emulsion ca. 1 h unter schwachem
Rückfluß. Man kühlt auf ca. 40°C ab und versetzt die breiige Emulsion mit einer Lösung
von 1,2 Teilen NaCl in 92 Teilen Wasser, wobei eine dünnflüssige ca. 15 Xige Leimungsmittelzubereitung
entsteht.
[0059] Das folgende Vergleichsbeispiel, Hilfsmittel B wird nunmehr mit Ölsäure anstelle
von Stearinsäure durchgeführte Die tabellarisch festgehaltenen Prüfworte zeigen, daß
bei Hilfsmittel A eine relativ geringe Porosierungswirkung bei guter Leimung gegeben
ist, während bei Hilfsmittel B keine Leimung, aber eine mäßige Porosierungswirkung
gegeben ist.
Beispiel 3
[0060] Hier wird die gute Wirksamkeit der erfindungsgemäßen Porosierungsmittel im Vergleich
zu den Hilfsmitteln A und B verdeutlicht:
Es wird wie bei Herstellung des Amids A gearbeitet, jedoch die Stearinsäure durch
Ölsäure ersetzt. Das etwa bei 64°C schmelzende basische Amid wird wie bei Hilfsmittel
A weiterverarbeitet, es werden jedoch anstelle von insgesamt 36 Teilen Epichlorhydrin
16 Teile Ameisensäure aingesetzt. Es resultiert eine neutrale Porosierungsmitteldispersion,
Feststoffgehalt ca. 13 X.
Beispiel 4
[0061] Es wird wie bei Beispiel 3 gearbeitet, geändert werden folgende Punkte:
Anstelle von reiner Ölsäure wird Sojaölsäure verwendet, anstelle von Triethylentetramin
wird ein technischer Tetraminsumpf, der ungefähren Zusammensetzung weniger als 1 Gew.-X
Triamine, 52 Gew.-X Tetramine, 30 Gew.-X Pentamine, 13 Gew.-X Hexamine und 4 Gew.-X
andere Bestandteile
verwendet, anstelle von 16 Teilen Ameisensäure werden 24 Teile Essigsäure verwendet.
[0062] Man erhält eine ca. 13 Xige Dispersion des Porosierungsmittels. Die Tabelle der Prüfwerte
zeigt die besonders gute Wirkung des zur Amidherstellung verwendeten Tetraminsumpfes.
Beispiel 5
[0063] Analog zur Herstellung des Amids A bzw. B wird ein Amid hergestellt aus 5.100 Teilen
Tallölfettsäure und 1.314 Teile Tetraminsumpf der in Beispiel 4 angegebenen ungefähren
Zusammensetzung. Das resultierende Amid schmilzt um 41°C und hat eine Säurezahl von
6,3. 202 Teile des Amids werden mit 29 Teilen Essigsäure verschmolzen, wobei die Temperatur
nicht über 80°C liegt. Das gebildete Salz hat einen Schmelzpunkt um 63°C. Dieses Salz
kann in pulverisierter und gegebenenfalls durch Pudern mit Clay, Kieselsäure oder
Talkum stabilisierter Form dem Papieransatz in der Bütte beigegeben werden, oder zuvor
als solches zu einer wäßrigen Hilfsmittelformulierung mit 15 X Feststoffgehalt aufgelöst
werden, indem man die gegebenenfalls zerkleinerte Schmelze (150 Teile) in 85 Teile
80°C warmen Wassers unter guten Rühren dispergiert und kaltruhrt.
[0064] Die so erhaltene 15 Xige Dispersion ist direkt als Porosierungsmittel einsetzbar.
Beispiel 6
[0065] Es wird wie in Beispiel 5 gearbeitet, anstelle von Tallölfettsäure wird Fischölfettsäure
eingesetzt., die einen Anteil von ca. 60 - 70 % an C
22-Fettsäuren enthält.
[0066] In der folgenden Tabelle werden in Vergleich der Beispiele 1 - 6 folgende Prüfteile
aufgeführt:
Leimung:
Als Beurteilungskriterium für die Leimung wird die sogenannte Tinten-Schwimmprobe
benutzt: Man legt einen mit dem zu testenden Mittel ausgerüsteten Papierstreifen auf
die Oberfläche einer mit Normtinte gemäß DIN 53 126 gefüllten Schale und prüft die
Zeit, die vergeht, bis die Tinte auf die dem Betrachter zugekehrte Seite des aufgelegten
Papiers durchschlägt. Dieser Test liefert bei standardisierter Durchführung eine sehr
gute Beurteilungsmöglichkeit für verschiedene Leimungsmittel.
[0067] Opazität:
Zur Beurteilung der Opazität wird die Methode nach DIN 53 146 benutzt, die die Opazität
in X angibt, so daß bei hohen X-Werten hohe Undurchsichtigkeit gegeben ist.
[0068] Die Papierdicke beträgt im Vergleich und den Beispielen 0,11 mm.
[0069] Porosierung:
Zur Beurteilung der Porosität wird die Methode nach DIN 53 120 angewendet und die
Durchlässigkeit in ml Luft/Min, bestimmt.
[0070] Die Papierdicke beträgt im Vergleich und in den Beispielen 0,11 mm.
[0071] Volumenveränderung:
Das Volumengewicht wird bei gegebener Papierdicke von 0,11 mm aus dem Flächengewicht
bestimmt und in kg/dm angegeben, d.h. das Gewicht einer Volumeneinheit wird als Maß
für eine evtl. Volumenveränderung bei gegebenem Stoffeinsatz benutzt.
[0072] Die erfindungsgemäßen Porosierungsmittel werden beispielhaft auf alaunfreiem, kreidehaltigem
Papier geprüft:
In 200 ml Leitungswasser werden 5 g einer Mischung aus 50 g Fichten- Sulfitzellstoff,
und 25 g Kreide aufgeschlämmt. Dann werden x X des Porosierungsmittels (Feststoff
bezogen auf Zellstoff plus Füllstoff) hinzugerührt. Dann wird ohne Zusatz eines Fixiermittels
mit Wasser auf ca. 1 Liter aufgefüllt und auf einem Blattbildner das Papierblatt hergestellt.
Dieses wird abgesaugt, abgepreßt und auf einem Trockenzylinder bei 90 und 110°C 5
Min. getrocknet. Aus dem Blatt werden für die Prüfungen Musterstücke, z.B. für die
Tintenschwimmprobe Streifen (2 cm x 6 cm) geschnitten und ausgeprüft.
[0073] Es wurden folgende tabellarisch aufgeführten Beurteilungen gefunden. Als Vergleich
dienen die Produkte aus den Beispielen und 2 sowie als Beispiel Nr. 0 ein nicht geleimtes
und nicht mit Porosierungsmitteln behandeltes Papier.
[0074] Die Beurteilungen der Opazität und Porosität wurden auch an Papieren durchgeführt,
die auf einer Versuchspapiermaschine hergestellt wurden.

[0075] Tabellarische Darstellung der Beurteilung verschiedener Porosierungsmittelzubereitungen.
[0076] Aus den Tabellenwerten geht die Überlegenheit der bei 30°C nichtkrietallinen Fettsäuren
hervor sowie der negative Einfluß der Quarternierung und der besonders positive Einfluß
des im Tetraminsumpf vorliegenden Amingomisches.
Beispiel 7 (erfindungsgemäß)
[0077] Analog zur Herstellung des dibasischen Amids A wird ein Amid-hergestellt aus 5500
Teilen technischer Ölsäure und 1500 Teilen Reaktorbase der ungefähren Zusammensetzung
(in Gew.-X):
17 % Wasser, 7 % Ethylendiamin, 0,2 X Piperazin, 0,1 X tricyclisches Diamin, 0,1 %
Ethanolamin, 14 % Triamin, 1 % Aminoethylpiperazin, 19 X Tetramin, 16 % Pentamin,
7 % Hexamin, 5,6 X Heptamin, 9 X höher siedende harzartige Bestandteile und 4 % Salz
und Asche. Die Zahlen sind abgerundet und können um ca. + 10 % ihres Wertes schwanken.
[0078] Das resultierende Amid schmilzt um 45°C und hat eine OH-Zahl von 128 und eine Säurezahl
von 5,0. 200 Teile des Amids werden mit 35 Teilen Essigsäure verschmolzen, wobei die
Temperatur nicht über 80°C liegt. Das gebildete Salz hat einen Schmelzpunkt um 63°C.
Dieses Salz kann in pulverisierter und gegebenenfalls durch Pudern mit Clay, Stärke,
Kieselsäure oder Talkum stabilisierter Form dem Papieransatz in der Bütte beigegeben
werden, oder zuvor als solches zu einer wässrigen Hilfsmittelformulierung mit ca.
15 % Feststoffgehalt aufgelöst werden, indem man die Schmelze (bei 80°C) in 1000 Teilen
80°C warmen Wassers unter gutem Rühren dispergiert und auf 50°C abkühlt. Dann setzt
man eine Lösung von 1,15 Teilen Kochsalz in 100 Teilen Wasser hinzu und rührt unter
Abkühlen auf 20 - 25°C.
[0079] Die in der Tabelle aufgeführten Prüfwerte zeigen deutlich die erfindungsgemäß erzielbare
Verbesserung der Porosierungswirkung.
Beisipiel B (erfindungegemäß)
[0080] Es wird wie in Beispiel 7 gearbeitet, anstelle von Ölsäure wird Tallölsäure eingesetzt.
[0081] In der folgenden Tabelle werden im Vergleich die Beispiele 1, 7 und 8 aufgeführt:
Leimung Als Beurteilungskriterium für die Leimung wird die sogenannte Tinten-Schwimmprobe
benutzt: Man legt einen mit dem zu testenden Mittel ausgerüsteten Papierstreifen auf
die Oberfläche einer mit Normtinte gemäß DIN 53 126 gefüllten Schale und prüft die
Zeit, die vergeht, bis die Tinte auf die dem Betrachter zugekehrten Seite des aufgelegten
Papiers durchschlägt. Dieser Test liefert bei standardisierter Durchführung eine sehr
gute Beurteilungsmöglichkeit für verschiedene Leimungsmittel.
[0082] Opazität:
Zur Beurteilung der Opazität wird die Methode nach DIN 53 146 benutzt, die die Opazität
in X angibt, so daß bei hohen %-Werten hohe Undurchsichtigkeit gegeben ist.
[0083] Die Papierdicke beträgt im Vergleich und in den Beispielen 0,11 mm.
[0084] Porosierung:
Zur Beurteilung der Porosität wird die Methode nach DIN 53 120 angewendet und die
Durchlässigkeit in ml Luft/Min. bestimmt.
[0085] Die Papierdicke beträgt im Vergleich und in den Beispielen 0,11 mm.
[0086] Volumenveränderung:
Das Volumengewicht wird bei gegebener Papierdicke von 0,11 mm aus dem Flächengewicht
bestimmt und in kg/dm angegeben, d. h. das Gewicht einer Volumeneinheit wird als Maß
für eine evtl. Volumenveränderung bei gegebenem Stoffeinsatz benutzt.
[0087] Die erfindungsgemäßen Porosierangsmittel werden beispielhaft auf alaunfreiem, kreidehaltigen
Papier geprüft:
In 200 ml Leitungswasser werden 5 g einer Mischung aus je 50 X Birkensulfat- und Kiefernsulfatzellstoff
(Mahlgrad 35°SR) aufgeschlämmt. Dann werden X % des Porosierungsmittels (Feststoff
bezogen auf Zellstoff plus Füllstoff) hinzugerührt. Dann wird ohne Zusatz eines Fixierungsmittels
mit Wasser auf ca. 1 Liter aufgefüllt un auf einem Blattbildner (Rapid-Köthen) das
Papierblatt hergestellt. Dieses wird abgesaugt, abgepreßt und auf einem Vacuumtrockner
bei 90°C 5 Minuten getrocknet. Aus dem Blatt werden für die Prüfungen Musterstücke,
z. B. für die Tinten- schwimmprobe Streifen (2 cm x 6 cm) geschnitten und ausgeprüft.
Das Flächengewicht beträgt ca. 100 g/m.
[0088] Es wurden folgende tabellarisch aufgeführten Beurteilungen gefunden. Als Vergleich
dient das Produkt aus Beispiel 1 (Hilfsmittel A) sowie als Beispiel 0 ein nicht geleimtes
und nicht mit Porosierungsmitteln behandeltes Papier. Die Beurteilungen der Opazität
und Porosität wurden auch an Papieren durchgeführt, die auf einer Versuchspapiermaschine
hergestellt wurden.

Tabellarische Darstellung der Beurteilung verschiedener Porosierungsmittelzubereitungen,
die angegebenen Werte stellen Durchschnittswerte aus je 5 Versuchen dar.
[0089] Aus den Tabellenwerten geht die Überlegenheit der bei 30°C nichtkristallinen Fettsäuren
hervor, und der eine ausgezeichnete Verbesserung bewirkende Einfluß des als Reaktorbase
bezeichneten Amingemisches.
Beispiel 4
[0090] Auf einer Papiermaschine wird auf der Basis eines aus gemischtem Altpapier hergestellten
Papierstoffs unter Verwendung von 0,075 % eines Retentionsmittels auf Basis Polyamidamin
ein Papier mit einem Flächengewicht von ca. 100 g/m hergestellt,
[0091] Wird dem Papierstoff vor dem Auflauf an der Maschine nun eine Menge von 0,3 % Porosierungsmittel
gemäß Beispiel 7 zugesetzt (bezogen auf Feststoff), so erhöht sich das Volumen des
die Maschine in getrocknetem Zustand verlassenden Papiers um 7,5 X.