[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Färben oder Bedrucken von Cellulosefasern
oder Cellulosemischfasern mit wasserlöslichen Reaktivfarbstoffen mit einem bestimmten
Strukturelement. Im Falle von Fasermischungen ist das erfindungsgemäße Verfahren insbesondere
für das einbadige Färben von Mischungen aus Cellulose-und Polyesterfasern mit Kombinationen
aus wasserlöslichen Reaktivfarbstoffen enthaltend ein bestimmtes Strukturelement und
Dispersionsfarbstoffen geeignet.
[0002] Die Verwendung von Farbstoffen, die einen Pyridiniumrest bzw. einen durch eine Methylgruppe
substituierten Pyridiniumrest über den s-Triazinring an den Farbstoffrest gebunden
enthalten, zum Färben von Textilmaterialien, insbesondere Cellulosefasermaterialien,
ist aus der DE-OS 1 419 859, DE-PS 1 209 544, GB-PS 946 998, GB-PS 1 005 240 und GB-PS
1 012 625 bekannt. Die Applikation der Farbstoffe erfolgt hierbei in Verbindung mit
der Anwendung säurebindender Mittel, wie Natriumcarbonat, Natriumhydroxid, Trinatriumphosphat
oder Natriummetasilikat, d.h. in alkalischem Medium bei Temperaturen von 0 bis 100°C.
[0003] Das Färben von Cellulosefasermaterialien mit Reaktivfarbstoffen, die einen in 3-Stellung
durch eine Carboxylgruppe bzw. Natriumcarboxylatgruppe substituierten Pyridiniumrest
über den s-Triazinring an den Farbstoffrest gebunden enthalten, wobei in Gegenwart
säurebindender Mittel, wie Hydroxiden, Carbonaten oder Alkalitriphosphaten bei Temperaturen
von 30 bis 90°C gearbeitet wird, ist aus der DE-OS 1 544 352 und der DE-OS 1 544 356
bekannt.
[0004] Gegenüber den erfindungsgemäß zur Anwendung gelangenden Reaktivfarbstoffen zeigen
die nach den Verfahren der vorstehend zitierten Literaturstellen eingesetzten Farbstoffe
deutliche Nachteile hinsichtlich ihres geringeren Aufziehvermögens beim Ausziehfärbeverfahren
beim Färben von Cellulosefasermaterialien.
[0005] Die Verwendung von Reaktivfarbstoffen, die einen in 3-Stellung durch eine Carboxyl-bzw.
Alkalimetallcarboxylatgruppe substituierten Pyridiniumrest über den s-Triazinring
an den Farbstoffrest gebunden enthalten, zum Färben von Cellulosefasern, oder zusammen
mit Dispersionsfarbstoffen zum Färben von Cellulosemischfasern, wie Cellulose/Polyester-Mischfasern,
nach einem Einbadverfahren innerhalb eines pH-Bereichs von 4-10 bei Temperaturen von
95-150°C ist in der DE-OS 33 14 663 beschrieben.
[0006] Gegenüber den nach diesem bekannten Verfahren zur Anwendung gelangenden Farbstoffen
liegt das Fixieroptimum der erfindungsgemäß angewandten Reaktivfarbstoffe nicht im
alkalischen Bereich, sondern vorzugsweise um den Neutralbereich, wodurch sie im Gemisch
mit Dispersionsfarbstoffen für das einbadige Färben von Cellulose/Polyester-Fasermischungen
besser geeignet sind. Dadurch können die durch die beim einstufigen Färbeverfahren
zur Fixierung der Reaktivfarbstoffe üblicherwiese erforderlichen alkalischen Mittel
verursachten Schädigungen der Dispersionsfarbstoffe vermieden werden, welche sich
in Farbtonabweichungen, Verringerung des Echtsheitshiveaus und Farbstärkeverlusten
äußern. Hinzu kommt, daß die im Temperaturbereich 110 - 140°C, welcher zum Färben
des Polyesterfaseranteils mit Dispersionsfarbstoffen erforderlich ist, im alkalischen
Bereich verstärkt auftretende Hydrolyse der gleichzeitig eingesetzten Reaktivfarbstoffe
mit der Folge einer verminderten färberischen Ausbeute verhindert werden kann.
[0007] Es wurde gefunden, daß man Cellulosefasern oder Cellulosemischfasem sehr vorteilhaft
färben kann, indem man die genannten Fasern mit wasserlöslichen Reaktivfarbstoffen,
die im Farbstoffmolekül mindestens einmal das Strukturelement der Formel (1)

enthalten, in welcher Y eine Hydroxyl-, Hydroxymethyl-, AlkoxyC
1-C
4, Aldehyd-, Carbonsäureamid-, Carbonsäuremonoalkyl
c,-
C, amid-, Carbonsäure-dialkyl
c,-
C. amid-, Carbonsäuremonophenylamid-, Cyano-, Carbonsäure-alkyl-
c,-
C, ester-oder Sulfonsäuregruppe oder ein Halogenatom, beispielsweise ein Chlor-oder
Bromatom, bedeutet, in wäßrigem Medium im pH-Bereich 4-11 färbt.
[0008] Im Gemisch mit den Cellulosefasern können sowohl synthetische Fasern, wie beispielsweise
Polyester-, Polyamid-, sauermodifizierte Polyacrylnitrilfasem oder Cellulosetriacetatfasern
als auch native Fasern, wie beispielsweise Seide oder Wolle, enthalten sein, wobei
die Fasermaterialien in jeder beliebigen Form, beispielsweise als Fasern, Filamente,
Stränge oder Gewebe vorliegen können.
[0009] Beim Färben von Mischfasem, die neben der Cellulosefaser native Fasern, wie beispielsweise
Seide oder Wolle, oder die synthetische Polyamidfaser enthalten, wird sowohl der Cellulosefaseranteil
als auch der Anteil an nativer Faser bzw. synthetischer Polyamidfaser durch die erfindungsgemäß
angewandten (sauren) Reaktivfarbstoffe allein gefärbt.
[0010] Zum Färben von Cellulosefasem aus beispielsweise regenerierter Cellulose, Leinen
oder insbesondere Baumwolle, oder von Cellulosefasern in Mischung mit Seide oder Wolle
sind die Reaktivfarbstoffe mit dem Strukturelement der genannten Formel (1) sowohl
nach dem Ausziehverfahren bei Temperaturen von etwa 30-90°C, vorzugsweise etwa 40-80°C,
als auch nach dem Foulardverfahren bei Temperaturen von zweckmäßigerweise etwa 20-50°C
geeignet, wobei sich die jeweils anzuwendende optimale Färbetemperatur nach der zu
färbenden Cellulosefaser bzw. Cellulosemischfaser richtet. Beim Färben nach dem Foulardverfahren
wird das Fasermaterial mit wäßrigen, gegebenenfalls salzhaltigen Farbstofflösungen
imprägniert und die Farbstoffe werden anschließend gegebenenfalls unter Wärmeeinwirkung
fixiert.
[0011] Beim Färben von Mischfasern, die neben der Cellulosefaser synthetische Fasern, wie
Polyester-oder sauermodifizierte Polyacrylnitrilfasern, oder Cellulosetriacetatfasern
enthalten, werden die genannten Reaktivfarbstoffe gemeinsam mit den für die synthetischen
Fasern geeigneten Farbstoffen, beispielsweise Dispersionsfarbstoffen im Falle des
Vorliegens von Mischfasern aus Cellulose-und Polyester-oder Cellulosetriacetatfasern
im Temperaturbereich von etwa 95°C bis etwa 150°C bei pH-Werten zwischen etwa 4 und
8 eingesetzt, wobei im allgemeinen der Zusatz alkalisch wirkender Mittel entbehrlich
ist. Für die Einhaltung eines genau definierten pH-Wertes ist die Zugabe eines geeigneten
Puffersystems zweckmäßig. Da die Fixierung von Farbstoffen mit dem Strukturelement
der Formel (1) auch ohne alkalisch wirkende Mittel erfolgt, lassen sich nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren Cellulose-Polyester-bzw. Cellulose-Cellulosetriacetat-Mischfasern gleichmäßig
aus einem Bad färben, ohne daß es bei den gleichzeitig eingesetzten Dispersionsfarbstoffen
zu einer Schädigung kommen kann.
[0012] Beim Färben von Mischfasern aus Cellulosefasern und sauer modifizierten Polyacrylnitrilfasern
wendet man die genannten Reaktivfarbstoffe zusammen mit kationischen Farbstoffen an.
[0013] Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Färben von Fasermischungen
aus Cellulosefasem und Polyester-oder Cellulosetriacetatfasem werden die beiden Farbstoffkategorien
- (Reaktiv-und Dispersionsfarbstoffe) in herkömmlicher Weise gelöst bzw. vordispergiert
und mit der für Ausziehverfahren üblichen Menge an Elektrolyt der wäßrigen Färbeflotte
zugesetzt. Der pH-Wert der Färbeflotte wird auf einen pH-Wert zwischen 4 und 8 eingestellt.
[0014] Dann wird die das Färbegut enthaltende Färbeflotte aufgeheizt und bei 95°C bis 150
°C, vorzugsweise 110°C und 135°C, 30 bis 90 Minuten gefärbt, oder man färbt mit einer
einen Dispersionsfarbstoff enthaltenden Färbeflotte voraus und - schleust beispielsweise
20 Minuten vor Beendigung des Färbevorgangs die Lösung des Reaktivfarbstoffs in den
in Gang befindlichen Hochtemperatur-Färbeprozeß ein.
[0015] Die nach erfindungsgemäßen Verfahren erhaltenen Färbungen werden einem gründlichen
Spülen mit kaltem und heißem Wasser unterzogen, gegebenenfalls unter Zusatz eines
dispergierend wirkenden und die Diffusion der nicht fixierten Anteile fördernden Mittels.
[0016] Für das Färben von Cellulosefasern bzw. des Cellulosefaseranteils und gegebenenfalls
des anderen, nicht synthetischen Faseranteils von Fasermischungen nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren kommen, wie schon dargelegt, Reaktivfarbstoffe in Betracht, die ein-oder
mehrmals das Strukturelement der Formel (1) enthalten, wobei solche Farbstoffe bevorzugt
werden, die sich durch eine hohe Affinität zur Cellulosefaser auszeichnen.
[0017] Für das erfindungsgemäße Verfahren geeignete Reaktivfarbstoffe sind beispielsweise
solche der folgenden Formeln:

worin D, D' und D" Reste eines organischen Farbstoffs der Mono-oder Polyazo-, Metallkomplexazo-,
Formazan-, Anthrachinon-, Phthalocyanin-, Dioxazin-, Phenazin-, Azomethin-, Xanthen-,
Pyrenchinon-oder Perylentetracarbonsäureimid-Reihe, R ein Wasserstoffatom oder eine
gegebenenfalls substituierte Alkyl
c,-C
. gruppe, X einen aliphatischen, araliphatischen oder aromatischen Diaminrest, Y eine
Hydroxyl-, Cyano-, Hydroxymethyl-, AlkoxyC
1-C
4, Aldehyd-, Carbonsäureamid-, Carbonsäure-monalkylC
1-C
4 amid-, Carbonsäure-dialylC
1-C
4 amid-, Carbonsäure-
[0018] monophenylamid-oder Carbonsäure-alkyl
c,-C
4 estergruppe, beispielsweise die Carbonsäuremethyl-, Carbonsäureethyl-, Carbonsäuren-oder
i-propylestergruppe, ferner eine Sulfonsäuregruppe oder ein Halogenatom, beispielsweise
ein Chlor-oder Bromatom, und Z eine unsubstituierte, mono-oder -disubstituierte Aminogruppe,
eine Alkoxy
c,-
C, oder Phenoxygruppe bedeuten.
[0019] Die Farbstoffreste D und D' der allgemeinen Formeln (3) und (5) können gleich (D
= D') oder voneinander verschieden sein (D‡D').
[0020] Die Farbstoffreste D, D' und D" der allgemeinen Formeln (2) bis (7) können in üblicher
Weise substituiert sein, insbesondere durch einen oder mehrere Sulfonsäuregruppen.
Als weitere Substituenten seien beispielsweise genannt Alkylgruppen mit 1 bis 4 C-Atomen,
wie insbesondere Methyl, Ethyl, n-oder i-Propyl; Alkoxygruppen mit 1 bis 4 C-Atomen,
wie Methoxy, Ethoxy, Propoxy und Butoxy; Acylaminogruppen mit 1 bis 4 C-Atomen, wie
insbesondere Acetylamino und Propionylamino; die Aminogruppe, Alkylaminogruppen mit
1 bis 4 C-Atomen, Phenylaminound Alkoxycarbonylgruppen mit 1 bis 4 C-Atomen im Alkoxyrest;
ferner Hydroxy-, Carboxy-, Sulfonsäure, Nitro-, Cyano-, Carbamoyl-, Sulfamoyl-und
Ureidogruppen sowie Halogenatome, wie beispielsweise Chlor-oder Bromatome.
[0021] Für R kommt in den Formeln (2) bis (7) ein geradkettiger oder verzweigter AlkylC
1-C
4 -rest in Betracht, der durch beispielsweise Hydroxy-, Sulfonsäure, Sulfato-oder Cyangruppen
substituiert sein kann. Beispiele für R sind Methyl, Ethyl, Sulfomethyl, β-Hydroxyethyl,
ß-Hydroxypropyl, β-Sulfoethyl, β-Sulfatoethyl und β-Cyanoethyl.
[0022] Als Zwischenglieder X in den allgemeinen Formeln (4) und (5) kommen Reste eines Diamins
in Betracht, wie beispielsweise die folgenden:

mit n = 2 bis 6, wobei die Kohlenwasserstoffkette auch durch Heteroatome wie 0, S
und N unterbrochen sein kann,

und

wobei R
2 -S0
3H, -Cl, -Br oder -OAlkyl mit 1 bis 4 C-Atomen, und X
1 eine direkte Bindung oder die Gruppen -CH
2-; -CH
2CH2-; -NH-; -CONH-; -CO-; -0-; -S-; -SO
2-; -NHCONH-; -NHCSNH- und -CH=CH- bedeuten.
[0023] Als Substituenten Z in den allgemeinen Formeln (2), (4), (6) und (7) kommen in Betracht
die Aminogruppe und AlkylC
1-C
4 aminogruppen, wobei die Alkylgruppen beispielsweise substituiert sein können durch
Hydroxy, Methoxy, Carboxy, Sulfato, Sulfo, Cyan, AlkylC
1-C
4 amino oder Di(alkyl)C
1-C
3 amino, wobei die Alkylreste ihrerseits substituiert sein können, beispielsweise durch
Hydroxy, Methoxy und Sulfato, und ein Alkylrest in Oi(alkylc,-C
3)-amino substituiert sein kann durch Hydroxy, Methoxy, Sulfo, Sulfato, Carboxy und
Halogen, wie Chlor und Brom, weiterhin Reste cyclischer Amine wie Piperidino, Morpholino
und Piperazino, Anilino, letzter gegebenenfalls substituiert durch AlkylC
1-C
4 Alkoxy C
1-C
4, Chlor, Carboxy, Sulfo und Nitro; weiterhin kommen als Substituenten Z AlkoxyC
1-C
4 gruppen, die substituiert sein können durch AI- koxyC
1-C
4, wie Methoxy, Ethoxy oder Propoxy, und ferner die Phenoxygruppen, die beispielsweise
durch Methyl, Chlor, Sulfo, Carboxy oder Nitro substituiert sein kann, in Betracht.
[0024] An Einzelbeispielen für den Substituenten Z seien beispielsweise folgende Gruppen
genannt:
[0025] Amino-, Methyl-, Ethyl-, n-und i-Propyl und n-und i-Butylamino-, β-Hydroxyethyl-,
ß-Methoxyethyl-, β-Carboxyethyl-, β-Sulfatoethyl-, βSulfoethyl-, β-Cyanoethyl-, Carboxymethyl-,
ß-Dimehylaminoethyl-, y-Dimethylaminopropyl-, ß-Hydroxypropyl-und β-Sulfatopropylamino-,
Dimethyl-, Diethyl-, Diethanol-, Methyl-ßhydroxyethylamino-, Methyl-β-methoxyethylamino-,
Methyl-ß-sulfoethylamino-, Methyl-ßsulfatoethylamino-, Methyl-ß-carboxyethylamino-,
Methyl-carboxymethylamino-und Methyl-β-chlorethylamino-, Anilino, o-, m-oder p-Toluidino-,
o-, m-oder p-Methoxyanlino-, o-, m-oder p-Chloranilino-, o-, m-oder p-Carboxyanilino-,
2,4-und 2,5-Dicarboxyanilino-, o-, m-oder p-Sulfoanilino-, 2,4-und 2,5-Disulfoanilino-,
m-Nitroanilino-, 2-Methyl-und 2-Methoxy-4-sulfoanilino-, 4-Chlor-und 4-Methyl-2-sulfoanilino-,
N-Methylanilino-, N-Methyl-m-toluidino-, N-Methyl-p-sulfoanilino-, N-Ethylanilino-,
N-ß-Hydroxyethylanilino-und N-ß-Hydroxyethylm-toluidino-, weiterhin Methoxy-, Ethoxy-,
Propoxy-, Butoxy-, Methoxyethoxy-, Methoxypropoxy-, Ethoxyethoxy-und Propoxy-, ethoxy-,
Phenoxy-, o-, m-und p-Chlorphenoxy-, o-, m-und p-Sulfophenoxy-, o-, m-und p-Carboxyphenoxy-oder
p-Nitrophenoxy-.
[0026] Die Farbstoffe der ganannten allgemeinen Formeln (2) bis (7) können beispielsweise
hergestellt werden durch Umsetzung der entsprechenden Halogentriazinfarbstoffe, wobei
Halogen für Fluor, Chlor oder Brom steht, mit Pyridinderivaten in wäßriger Lösung
im Temperaturbereich von etwa 40°C bis 120°C im schwach sauren bis alkalischen pH-Bereich
(pH ca. 5 bis 9).
[0027] Als Pyridinderivate sind beispielsweise die folgenden geeignet:
Pyridin-3-carbonamid, Pyridin-4-carbonamid, Pyridin-3-carbonsäuremethylester, Pyridin-3-car-
bonsäureethylester, Pyridin-4-carbonsäuremethyl-und -4-carbonsäureethylester, Pyridin-3-carbonitril,
Pyridin-4-carbonitril, 3-und 4-Chlor-pyridin, 3-und 4-Brom-pyridin, 3-und 4-Methoxy-pyridin,
Pyridin-3-sulfonsäure, Pyridin-3-und 4-aldehyd, Nicotinsäure-dimethyl-und -diethylamind,
Isonicotinsäure-dimethyl-und -diethylamind, 3-und 4-Hydroxypyridin und 3-und 4-(Hydroxymethyl)-pyridin.
[0028] Bei Farbstoffstrukturen der allgemeinen Formeln (2), (3), (4), (5) und (7), bei denen
D und D' die Reste von Monoazo-, Polyazo-oder Metallkomplexazo-Farbstoffen bedeuten,
kann der Reaktivrest der allgemeinen Formel (1) entweder an den Rest der Diazokomponente
oder an den Rest der Kupplungskomponente gebunden sein.
[0029] Im Falle von D" der allgemeinen Formeln (6) und (7) sind die Reaktivreste der allgemeinen
Formel (1) sowohl mit dem Rest der Diazokomponente als auch mit dem Rest der Kupplungskomponente
verbunden.
[0032] Bevorzugt sind dabei 1:1-Cu-Komplexe oder 1:2-Cr-und 1:2-Co-Komplexe.

[0034] wobei MePc den Cu-oder Ni-Phthalocyaninrest bedeutet und die Anzahl der Substituenten
am Metallphthalocyaninrest im Durchschnitt 3 bis 4 ist.
[0035] Dioxazin-Farbstoffreste der folgenden Strukturen:

wobei R" einen aliphatischen oder cycloaliphatischen Rest bedeutet,

[0036] Die Farbstoffreste aller genannten Strukturen können dabei in den Alkyl-oder Arylresten
weitersubstituiert sein, insbesondere durch die bei der Charakterisierung von D, D'
und D"genannten Substituenten.
[0037] In einer speziellen Variante läßt sich das erfindungsgemäße Färbeverfahren auch so
durchführen, daß im Färbebad die Farbstoffe der allgemeinen Formeln (2) bis (7) aus
den entsprechenden halogentriazinhaltigen Farbstoffen und den genannten Pyridinderivaten
im pH-Bereich von 5 bis 8 unmittelbar vor oder während des Färbeverfahrens hergestellt
werden. Unter halogentriazinhaltigen Farbstoffen versteht man hierbei solche, die
am s-Triazinylring ein Fluor-, Chlor-oder Bromatom enthalten.
[0038] Die Färbeflotten können die allgemein üblichen Zusätze enthalten, wie beispielsweise
anorganische Salze, wie Alkalimetallchloride oder Alkalimetallsulfate, oder Harnstoff,
sowie Dispergierungsmittel und Egalisierhilfsmittel.
[0039] Die mit den erfindungsgemäß zur Anwendung gelangenden Farbstoffen hergestellten Färbungen
zeichnen sich aus durch klare Nuancen sowie durch eine hohe Farbstoff-Faser-Bindungsstabilität,
durch gute bis sehr gute Lichtechtheit und sehr gute Naßechtheitseigenschaften, wie
Wasch-, Wasser-, Überfärbe-und Schweißechtheiten, sowie durch gute Plissierechtheit,
Bügelechtheit und Reibechtheit.
[0040] Die nachstehenden Beispiele sollen die Erfindung veranschaulichen, ohne sie auf den
Inhalt der Beispiele zu limitieren.
[0041] Die angegebenen Teile sind Gewichtsteile, die Temperaturangaben beziehen sich auf
Grad Celsius.
Beispiel 1
[0042] Man bereitet ein Färbebad durch Auflösen von 2 Teilen des Farbstoffs der Formel

sowie 50 Teilen Na
2SO. und 1 Teil m-nitrobenzolsulfonsaurem Natrium in 900 Teilen Wasser.
[0043] In das Färbebad geht man bei 40°C mit 50 Teilen eines Baumwollgewebes ein und fügt
nach 45 Minuten 100 Teile einer Lösung, die 2 Teile calcinierte Soda enthält, zu.
Die Temperatur des Färbebades wird weitere 45 Minuten bei 60°C gehalten. Danach wird
das gefärbte Baumwollgewebe gespült, ca. 10 Minuten mit einem nichtionogenen Waschmittel
kochend geseift, nochmals nachgespült und schließlich getrocknet. Es wird eine intensiv
goldgelbe Färbung mit sehr guten Echtheitseigenschaften erhalten. '
Beispiel 2
[0044] 2 Teile des Reaktivfarbstoffs der Formel

werden in 200 Teilen Wasser gelöst. Zu der Lösung gibt man 800 Teile einer wäßrigen
Lösung, die 50 Teile Na
2S0
4 enthält, und stellt mit 2 Teilen Phosphatpuffer (aus NaH
2PO
4 und Na
2HPO
4.12H
2O) einen pH-Wert von 6,5 ein. In dieses Färbebad bringt man 100 Teile eines Baumwollgewebes
ein. Dann wird unter statischem Druck die Temperatur innerhalb von ca. 20 Minuten
auf 125°C gesteigert und das Färben 1 Stunde lang bei dieser Temperatur fortgesetzt.
Danach läßt man das Färbebad abkühlen.
[0045] Anschließend wird die gefärbte Ware mit Wasser gespült, etwa 15 Minuten mit einem
nichtionogenen Waschmittel kochend geseift, nochmals mit Wasser gespült und getrocknet.
Es wird eine tiefe blaustichig rote Färbung erhalten, die sehr gute Echtheitseigenschaften
aufweist.
Beispiel 3
[0046] Man bereitet ein Färbebad aus 800 Teilen Wasser, 1 Teil eines Reaktivfarbstoffs der
folgenden Formel

2 Teilen C.I. Disperse Orange 25,11 227, 20 Teilen Na
2S0., 1 Teil Natrium-m-nitrobenzolsulfonat und 2 Teilen eines bei Dispersionsfarbstoffen
gebräuchlichen Dispersionsmittels, wie Ligninsulfonsäure.
[0047] Man geht bei 40°C mit 100 Teilen Baumwolle/Polyestermischgewebe (50 : 50) in das
auf pH 6,5 gestellte Färbebad ein, heizt die Flotte unter statischem Druck rasch auf
die Färbetemperatur von 130°C und färbt 1 Stunde bei dieser Temperatur. Die Weiterbehandlung
der so erzeugten Färbung erfolgt durch Spülen und Seifen in üblicher Weise.
[0048] Es resultiert eine lebhafte Orangefärbung auf beiden Faseranteilen, die gute Echtheitseigenschaften
besitzt.
[0049] Der für die Färbung des Baumwollanteils verwendete Reaktivfarbstoff der vorstehend
genannten Struktur wurde wie folgt hergestellt:
15,7 Teile des Chlortriazinfarbstoffs der Formel

werden in 350 Teilen Wasser verrührt und mit einer alkalisch gestellten Lösung von
2,1 Teilen Pyridin-3-sulfonsäure in 20 Teilen Wasser versetzt. Man erhitzt bei dem
pH-Wert 6,5 auf 80°C und rührt bei dieser Temperatur 12 bis 16 Stunden lang, wobei
der Fortgang der Reaktion durch Dünnschichtchromatogramm verfolgt wird.
[0050] Nach Beendigung der Umsetzung wird der entstandene Farbstoff mit Natriumchlorid bei
Raumtemperatur ausgesalzen, abgesaugt, mit einer 5 %igen Natriumchloridlösung nachgewaschen
und getrocknet.
[0051] Die gemäß den Beispielen 1 und 2 eingesetzten Reaktivfarbstoffe wurden ganz analog
durch Umsetzung der entsprechenden Monochlortriazinfarbstoffe mit Nicotinsäureamid
bzw. 3-Chlorpyridin hergestellt.
Beispiel 4
[0052] In einer HT-Färbeapparatur wird bei einem Flottenverhältnis von 1:20 ein Mischgewebe
aus 67 % Polyesterfasern und 33 % Baumwolle mit einer wäßrigen Flotte gefärbt, die
- bezogen auf das Gewicht der trockenen Ware -1,5 % des Dispersionsfarbstoffs (in
handelsüblicher Form und Beschaffenheit) der Formel

1,5 % des Reaktivfarbstoffs der Formel

und 60 g/l Natriumchlorid enthält. Der pH-Wert der Färbeflotte wird auf 6,0 eingestellt.
[0053] Man färbt das Textilgut mit dieser Färbeflotte 1 Stunde lang bei 130°C. Nach dem
üblichen Spül-und Seifvorgang erhält man auf beiden Faseranteilen eine lebhafte Türkisblaufärbung,
die sehr gute Echtheiten aufweist.
[0054] Zur Herstellung des Reaktivfarbstoffs wird gemäß Beispiel 3 der Monochortriazinfarbstoff
mit Iso-Nicotinsäureamid innerhalb von 16 Stunden bei 80°C umgesetzt.
Beispiel 5
[0055] In einem HT-Färbeapparat werden bei einem Flottenverhältnis von 1 : 20 Kreuzspulen
aus mercerisiertem Baumwollgarn mit einer Flotte gefärbt, die eine wäßrige Lösung
von 1 % (vom Gewicht des trockenen Garns) des Reaktivfarbstoffs der Formel

und 50 g/l Natriumchlorid enthält. Der pH-Wert wird auf 6,2 eingestellt. Man geht
mit dem Färbegut bei Raumtemperatur in das Färbebad ein, heizt die Flotte auf die
Färbetemperatur von 120°C und färbt die Ware ca. 1 Stunde lang bei dieser Temperatur.
Dann läßt man abkühlen, spült die erhaltene Färbung heiß und kalt mit Wasser und trocknet
schließlich das gefärbte Baumwollgam. Man erhält eine intensive marineblaue Färbung,
die gute Echtheiten zeigt.
Beispiel 6
[0056] Man bereitet ein Färbebad aus 1100 Teilen Wasser, 1 Teil des in Beispiel 5 beschriebenen
Reaktivfarbstoffs, 3 Teilen C.I. Disperse Blue 79 (in handelsüblicher Form), 50 Teilen
Na
2SO. sowie 1 Teil des Natriumsalzes der m-Nitrobenzolsulfonsäure und stellt den pH-Wert
auf 6 ein. Es wird ein Baumwolle/Polyester-Mischgewebe (50 : 50) zugegeben und die
Flotte auf die Färbetemperatur von 130°C hochgeheizt. Nach 50 minutigem Färben läßt
man abkühlen und erhält durch übliche Nachreinigung eine intensive Marineblaufärbung
auf beiden Faseranteilen.
Beispiel 7
[0057] In einer HT-Färbeapparatur wird bei einem Flottenverhältnis von 1 : 20 ein Mischgewebe
aus Polyesterfasern und Baumwolle (60 : 40) mit einer wäßrigen Flotte behandelt, die
bezogen auf das Gewicht der trockenen Ware -1,5 % des Dispersionsfarbstoffs C.l. Disperse
Blue 333 (in handelsüblicher Form und Beschaffenheit) sowie 40 g/I Natriumchlorid
enthält. Man färbt die Fasermischung in dieser Flotte zunächst 45 Minuten bei 130°C
und schleust dann eine wäßrige Lösung von -bezogen auf das Gewicht der trockenen Ware
-1,5 % des Reaktivfarbstoffs der Formel

deren Ausgangs-pH-Wert 7,5 beträgt, ein und färbt das Textilgut weitere 45 Minuten
unter diesen Bedingungen. Die Weiterbehandlung der so erzeugten Färbung erfolgt in
üblicher Weise. Man erhält auf beiden Faseranteilen eine tiefe Blaufärbung.
Beispiel 8
[0058] In einem Färbebad, das aus 900 Teilen Wasser, 1 Teil des Reaktivfarbstoffs der Formel

2 Teilen C.I. Disperse Red 358 (in handelsüblicher Form) und 50 Teilen Na
2SO
4 bereitet und auf pH 7,2 eingestellt wurde, färbt man ein Polyester/Baumwolle-Mischgewebe
(50 : 50) 45 Minuten bei 135°C. Nach üblicher Nachbehandlung erhält man auf beiden
Faseranteilen eine intensive klare Rotfärbung.
Beispiel 9
[0059] Eine marineblaue Färbung, wie gemäß Beispiel 6 erhalten, kann auch auf einem Polyester/Baumwolle-Mischgewebe
hergestellt werden, indem man den Färbevorgang nach der dortigen Vorschrift durchführt
und eine wäßrige Flotte verwendet, die - bezogen auf das Gewicht der trockenen Ware
-
[0060] 1,8 % des Farbstoffs C.I. Disperse Blue 56, 63 285, 0,5 % des Farbstoffs C.I. Disperse
Brown 1, 11 152, 0,5 % des Farbstoffs C.I. Disperse Violet 48 - (jeweils in handelsüblicher
Form und Beschaffenheit) sowie 0,9 % des in Beispiel 5 genannten Reaktivfarbstoffs,
0,2 % des Reaktivfarbstoffs der Formel

sowie 60 Teile Na
2SO
4 enthält.
Beispiel 41
[0062] Ein Mischgewebe aus 67 Teilen Polyesterfasern und 33 Teilen Baumwolle wird mit einer
Druckpaste bedruckt, die je kg enthält
[0063] 30 g des Farbstoffes Disperse Red der C.I.-Nr. 60 756,
[0064] 30 g des Reaktivfarbstoffes der Formel

(die Farbstoffe in handelsüblicher Form und Beschaffenheit),
[0065] 600 g Alginatverdickung (4 %ig) und
[0067] 1000 g Druckpaste.
[0068] Das Gewebe wird nach dem Bedrucken zur Farbstoff-Fixierung 5 Minuten bei 130°C gedämpft.
Der erhaltene Druck wird so dann mit Wasser heiß gespült, mit einem wäßrigen Bad unter
Zusatz von 0,5 g/I eines nichtionogenen Waschmittels 5 Minuten heiß und neutral geseift,
erneut mit Wasser gespült und getrocknet.
[0069] Es resultieren brillante und egale rote Drucke mit Changeanteffekt auf beiden Faseranteilen.
Beispiel 42
[0070] Man klotzt ein Mischgewebe aus Polyesterfasern/Baumwolle (67/33) bei 70 % Flottenaufnahme
(vom Gewicht der trockenen Ware) mit einer wäßrigen Klotzflotte enthaltend
[0071] 18 g/I des Farbstoffes Disperse Blue 56 der C.I.-Nr. 63 285,
[0072] 5 g/I des Farbstoffes Disperse Brown 1 der C.I.-Nr. 11 152,
[0073] 5 g/I des Dispersionsfarbstoffes der Formel

20 g/I des Reaktivfarbstoffes der Formel

(die Farbstoffe in handelsüblicher Form und Beschaffenheit) und 10 g/I eines Hilfsmittels
auf Basis eines Gemisches von Alkyl-und Aryloxyäthylaten.
[0074] Zur Fixierung der Farbstoffe wird das Gewebe anschließend 10 Minuten bei 125°C mittels
Druckdampf gedämpft. Danach wird die Färbung für 10 Minuten mit einem wäßrigen Bad
unter Zusatz von 0,5 g/I des Umsetzungsproduktes von 1 Mol Nonylphenol mit 8 Mol Äthylenoxid
kochend nachbehandelt.
[0075] Man erhält eine tiefe Blaufärbung des Gewebes mit guter Ton-in-Ton-Deckung beider
Faseranteile.
Beispiel 43
[0076] Man bereitet ein Färbebad bestehend aus 250 Teilen Wasser, 20 Teilen Natriumsulfat
und 0,5 Teilen des Farbstoffes der Formel

[0077] Durch Zugabe von Natriumphosphat wird der pH-Wert 6,5 eingestellt. In dieses Färbebad
geht man bei 40°C mit 12 Teilen eines mercerisierten Baumwollgewebes ein, steigert
die Temperatur innerhalb von 10 Minuten auf 95 -100°C und färbt 45 Minuten bei dieser
Temperatur. Anschließend wird das Gewebe mit Wasser kalt und heiß gespült und mit
einem nichtionogenen Waschmittel 10 Minuten kochend geseift. Man erhält eine kräftige,
brillante Rotfärbung, die gegenüber Waschbehandlungen und Lichteinwirkung sehr beständig
ist.
Beispiel 44 (Vergleichsbeispiel) '
[0078] Man bereitet ein Färbebad bestehend aus 250 Teilen Wasser, 20 Teilen Natriumsulfat
und 0,5 Teilen des Farbstoffes der Formel

[0079] Durch Zugabe von Natriumphosphat wird der pH-Wert 6,5 eingestellt. In dieses Färbebad
geht man bei 40°C mit 12 Teilen eines mercerisierten Baumwollgewebes ein, steigert
die Temperatur innerhalb von 10 Minuten auf 95-100°C und färbt 45 Minuten bei dieser
Temperatur. Anschließend wird das Gewebe mit Wasser kalt und heiß gespült und mit
einem nichtionogenen Waschmittel 10 Minuten kochend geseift. Das so erhaltene Baumwollgewebe
ist blaßrosa angefärbt.
[0080] Das Beispiel zeigt, daß der Farbstoff, der die Chlortriazinyl-Gruppe enthält, in
Abwesenheit eines säurebindenden Mittels auf dem Fasermaterial praktisch nicht fixiert
wird.
Beispiel 45
[0081] 100 Teile eines Mischgewebes aus 50 Teilen Zellwolle und 50 Teilen Polyamidfasern
werden auf einer HT-Haspelkufe mit einer 70°C warmen Flotte versetzt, bestehend aus
2000 Teilen Wasser, 6 Teilen Natrium-m-nitrobenzolsulfonat, 50 Teilen Natriumsulfat
und 3 Teilen des Farbstoffes der Formel

Die Flotte wird unter lebhafter Zirkulation auf 110°C gebracht und 1 Stunde bei dieser
Temperatur belassen. Anschließend wird die Restflotte abgelassen, gespült und 10 Minuten
kochend geseift.
[0082] Man erhält eine gleichmäßige Blaufärbung auf beiden Faserkomponenten.
1. Verfahren zum Färben von Cellulosefasern oder Cellulosemischfasern, dadurch gekennzeichnet,
daß man die genannten Fasern mit wasserlöslichen Reaktivfarbstoffen, die im Farbstoffmolekül
mindestens einmal das Strukturelement der Formel

enthalten, in welcher Y eine Hydroxyl-, Hydroxymethyl-, AlkoxyC
1-C
4, Aldehyd-, Carbonsäureamid-, Carbonsäure-monoalkyl
c,-
C. amid-, Carbonsäure-dialkyl C
1-C
4 -amid-, Carbonsäuremonophenylamid-, Cyano-, Car- bonsäurealkyl
c,-
Cc ester oder Sulfonsäuregruppe oder ein Halogenatom bedeutet, in wäßrigem Medium im
pH-Bereich 4-11 färbt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Cellulosefasern
allein oder in Mischung mit synthetischen Polyamidfasern, Seide oder Wolle nach dem
Ausziehverfahren bei Temperaturen von etwa 30-90°C oder nach dem Foulardverfahren
bei Temperaturen von etwa 20-50°C mit anschließender Fixierung der Reaktivfarbstoffe
gegebenenfalls unter Wärmeeinwirkung färbt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Cellulosefasern in Mischung
mit Polyesterfasern oder Cellulosetriacetatfasern nach. einem Einbadverfahren im pH-Bereich
5-8 und bei einer Temperatur von 95-150°C unter Zusatz von Dispersionsfarbstoffen
färbt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichent, daß man Cellulosefasern in Mischung
mit sauer modifizierten Polyacrylnitrilfasem unter Zusatz von kationischen Farbstoffen
färbt.
5. Verfahren nach Ansprüchen 1 -4, dadurch gekennzeichnet, daß man wasserlösliche
Reaktivfarbstoffe aus der Reihe der Monoazo-, Polyazo-, Metallkomplexazo-, Formazan-,
Anthrachinon-, Phthalocyanin-, Dioxazin-, Phenazin-, Azomethin-oder Xanthen-Farbstoffe
verwendet.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß man wasserlösliche
Reaktivfarbstoffe der allgemeinen Formel

verwendet, in welcher D, D' Reste eines Farbstoffs der Monoazo-, Polyazo-, Metallkomplexazo-,
Formazan-, Anthrachinon-oder Dioxazin-Reihe darstellen, wobei D und D' gleich oder
verschieden sein können, R ein Wasserstoffatom oder eine Al- kylC
1-C
4 gruppe, X den Rest eines Diamins der Formel

oder

bedeutet, und Y die in Anspruch 1 genannten Bedeutungen hat.
7. Verfahren nach Ansprüchen 1 -4, dadurch gekennzeichnet, daß man wasserlösliche
Reaktivfarbstoffe der allgemeinen Formel

verwendet, in welcher D" den Rest eines Farbstoffs der Disazo-, Polyazo-, Metallkomplexazo-,
Formazan-, Metallphthalocyanin-oder Dioxazin-Reihe, Z eine unsubstituierte oder substituierte
Amino- , Alkoxy-, oder Phenoxygruppe bedeuten, und Y die in Anspruch 1, und R die
in Anspruch 6 genannten Bedeutungen haben.
8. Verfahren nach Ansprüchen 1 -7, dadurch gekennzeichnet, daß man wasserlösliche
Reaktivfarbstoffe verwendet, bei denen Y in den Formeln der Ansprüche 1, 6 und 7 die
Carbonsäureamid-, Carbonsäure-monoalkylc,-C, amid-, Carbonsäure-dialkyl c,-C4 amid-oder Carbonsäure-monophenylamidgruppe in der 3-oder 4-Stellung bedeutet.
9. Verfahren nach Ansprüchen 1 -7, dadurch gekennzeichnet, daß man wasserlösliche
Reaktivfarbstoffe verwendet, bei denen Y in den Formeln der Ansprüche 1, 6 und 7 die
Carbonsäuremethylester-oder Carbonsäureethylestergruppe in der 3-oder 4-Stellung bedeutet.
10. Verfahren nach Ansprüchen 1 -7, dadurch gekennzeichnet, daß man wasserlösliche
Reaktivfarbstoffe verwendet, bei denen Y in den Formeln der Ansprüche 1, 6 und 7 die
Sulfonsäuregruppe in 3-Stellung bedeutet.