[0001] Die Erfindung betrifft ein flüssiges Reinigungskonzentrat mit einem nichtionischen
Tensid und einer Kombination von drei Lösungsvermittlern für stark alkalische Reinigungsformulierungen.
[0002] Es ist bekannt, daß nichtionische Tenside sich nicht ohne weiteres in wäßrige, stark
alkalische Formulierungen einarbeiten lassen. Sie bilden leicht eine von der wäßrigen
getrennte Phase und es bedarf daher eines Lösungsvermittlers.
[0003] Aus der DE-OS 27 54 831 ist die Verwendung von En-Addukten des Maleinsäureanhydrids
an ungesättigte Fettsäuren mit 12 bis 24 C-Atomen oder deren Triglyceride als Lösungsvermittler
für nichtionische Tenside im Verhältnis 1:1 bis 10:1 bekannt. Die Verwendung von Monocarbonsäuren
mit 6 bis 11 C-Atomen, wie Ethylhexan-oder lsononansäure, als Lösungsvermittler für
nichtionische Tenside in stark alkalischen wäßrigen Lösungen im Verhältnis 1:1 bis
10:1 wird in der DE-OS 27 54 359 beschrieben. Nachteilig daran ist, daß mit diesen
Lösungsvermittlern nur begrenzte Mengen an nichtionischem Tensid und Alkali eingearbeitet
werden können. Beispielsweise bei 3 Gew.-% nichtionischem Tensid können höchstens
etwa Gew.-% Natriumhydroxid, bei 5 Gew.-% höchstens 10 Gew.-% Natriumhydroxid, eingearbeitet
werden.
[0004] In der US-PS 4 240 921 wird als alkalisches Waschmittelkonzentrat für die Flaschenwäsche
ein wäßriges Konzentrat, enthaltend 10 bis 35 Gew.% Alkalimetallhydroxid, und 10 bis
50 Gew.% einer Mischung eines Polyoxypropylen-Polyoxyethylen-Kondensats, eines veretherten
ethoxylierten Alkohols und eines Alkylglukosids, beschrieben.
[0005] Nachteilig daran ist, daß diese Zubereitungen bei der praktischen Anwendung zu stark
- schäumen, insbesondere hervorgerufen durch das Alkylglukosid, das sowohl als Tensid
als auch als Lösungsvermittler verwendet wird. Bei hohen Alkaligehalten von über 22,5
Gew.-% Natriumhydroxid treten Phasentrennungen auf. Eine solche Formulierung führt
bei industriellen Waschprozessen zu Schwierigkeiten. Darüber hinaus sind die in der
genannten US-PS verwendeten Tenside nicht genügend biologisch abbaubar.
[0006] Aus dem Stand der Technik geht hervor, daß die gefundenen Lösungen bisher nicht optimal
sind.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, eine stark fettemulgierende, schaumarme und biologisch
abbaubare Zubereitung, insbesondere für den gewerblichen Bereich, wie Molkereien und
Brauereien, zur Verfügung stellen zu können, die bei der Anwendung in Gegenwart von
starkem Alkali, d.h. bis zu 50 Gew.-%, klare Lösungen ergibt.
[0008] Die Lösung der Aufgabe besteht in einem konzentrierten Gemisch in Form einer wäßrigen
Lösung eines nichtionischen Tensids und einer Kombination von drei Lösungsvermittlem,
die bei der praktischen Anwendung ohne Schwierigkeiten mit Wasser und starkem Alkali
versetzt werden kann.
[0009] Gegenstand der Erfindung ist ein flüssiges, wäßriges Reinigungskonzentrat für stark
alkalische Reinigungsformulierungen, bestehend aus
a) 10 bis 25 Gew.-% eines Fettalkohols mit 8 bis 18 C-Atomen, der alkoxyliert ist
mit 1 bis 12 Ethylenoxideinheiten und zusätzlich 1 bis 6 Propylenoxid-oder 1 bis 3
Butylenoxideinheiten und dessen endständige OH-Gruppe gegebenenfalls durch einen Alkylrest
mit 1 bis 5 C-Atomen oder einem Allylen verethert ist,
b) 35 bis 50 Gew.% eines Alkylmono-und/oder Alkylpolyglukosids mit 8 bis 12 C-Atomen
im Alkyl und 1 bis 6 Glucoseeinheiten,
c) 1 bis 10 Gew.% eines Maleinsäureanhydridädduktes an eine ungesättigte Fettsäure
mit 12 bis 24 C-Atomen und
d) 10 bis 25 Gew.% 2-Ethylhexansäure oder Isononansäure, wobei die Gesamtmischung
e) 1 bis 30 Gew.% Wasser enthält.
[0010] Der besondere Vorteil der Mischung liegt darin, daß sie eine klare Lösung darstellt,
die ohne Phasentrennung mit starkem Alkali versetzt werden kann. Durch die Kombination
der verwendeten Lösungsvermittler wird eine starke Schaumdämpfung bzw. Schaumarmut
auch im Hinblick auf den Alkylglukosidgehalt erreicht.
[0011] Das erfindungsgemäße Konzentat wird bei der praktischen Anwendung mit Wasser und
Alkalimetallhydroxid versetzt zu einer Reinigungsformulierung, die 5 bis 30, bevorzugt
5 bis 20 Gew.% erfindungsgemäßes Konzentrat, 10 bis 50, bevorzugt 20 bis 50 Gew.%
Natrium-oder Kaliumhydroxid und Rest zu 100 Gew.% Wasser enthält. Bei der praktischen
Anwendung für die maschinelle Wäsche werden von einer derartig alkalischen Reinigungsformulierung
0,1 bis 10 g pro Liter Wasser zweckmäßigerweise verwendet.
[0012] Im einzelnen wird hierzu ausgeführt:
Als nichtionisches Tensid wird zweckmäßigerweise ein alkoxylierter Fettalkohol mit
8 bis 18 C-Atomen verwendet. Bevorzugt handelt es sich um solche mit 10 bis 16 C-Atomen.
Es können auch Mischungen, beispielsweise von Ca/C,o-, C10/C12-, C13/C15-oder C16/C18-Fettalkoholen, wie sie beispielsweise nach der Ziegier-oder Oxysynthese erhalten
werden, vorliegen.
[0013] Davon sind besonders bevorzugt C
12/C
14-und C
13/C
15-Alkohole.
[0014] Die genannten Fettalkohole sind alkoxyliert mit 1 bis 12 Ethylenoxideinheiten (EO),
bevorzugt 2 bis 10 EO, und zusätzlich mit 1 bis 6 Propylenoxid-(PO) oder 1 bis 3 Butylenoxideinheiten
(BO). Die Alkoxydeinheiten können in statistischer Verteilung oder in Blöcken vorliegen.
[0015] Bevorzugt handelt es sich um Fettalkohole, die zunächst mit dem gesamten EO und anschließend
dem gesamten PO oder BO umgesetzt worden sind. Diese Alkoxydblöcke können auch in
umgekehrter Reihenfolge vorliegen.
[0016] Besonders geeignete in Blockform alkoxylierte Fettalkohole sind:
C,o-Fettalkohol mit 7 EO und 2 PO oder 1 BO,
C13/C15-Fettalkohol mit 4 PO und 2 EO,
C"/C,5-Fettalkohol mit 4 bis 6 EO und 2 bis 4 PO oder
C16-Fettalkohol mit 4 EO und 5 PO.
[0017] In einer besonderen Ausführungsform können die endständigen OH-Gruppen verethert
sein. Die bevorzugten Alkylreste sind Methyl, Ethyl oder Isopropyl.
[0018] Hierzu seien beispielhaft genannt die Methylether des C
13/C
15-Fettalkohols mit 6 EO und 3 PO oder 8 EO und 5 PO in Blockform.
[0019] Die bevorzugte Menge an nichtionischem Tensid beträgt 15 bis 20 Gew.%.
[0020] Ganz besonders bevorzugt ist bei den Alkylmono-und Alkylpolyglukosiden ein Alkylrest
mit 10 C-Atomen, d.h. n-Decyl. Das hervorzuhebende Alkylglukosid ist das n-Decylmonoglukosid,
das von der Herstellung her einen gewissen Gehalt an Polyglukosiden mit bis zu 4 Glukoseeinheiten
aufweist. Es handelt sich dabei um das handelsübliche n-Decylglukosid.
[0021] Die bevorzugte Menge an Alkylmono-und/oder Alkylpolyglukosid beträgt 40 bis 45 Gew.%.
[0022] Erfindungsgemäß wird das Alkylglukosid, das auch Tensideigenschaften aufweist, als
Lösungsvermittler kombiniert mit einem Maleinsäureanhydrid-Addukt an eine ungesättigte
Fettsäure mit 12 bis 24, vorzugsweise 14 bis 18 C-Atomen im Molverhältnis 0,8 bis
1,2, wie sie gemäß der DE-OS 27 54 831 erhalten werden können, zusammen mit 2-Ethylhexansäure
oder Isononansäure (3,5,5-Trimethylhexansäure) verwendet.
[0023] Als Beispiele für ungesättigte Fettsäuren als Addukt an Maleinsäureanhydrid seien
an erster Stelle Ölsäure (cis-A-9,10-Octadecensäure), weiterhin Elaidinsäure, Lauroleinsäure
und Myristoleinsäure genannt.
[0024] Das bevorzugte Addukt ist das Reaktionsprodukt aus Maleinsäureanhydrid und Ölsäure
im Molverhältnis 0,8 bis 1,2, insbesondere 1:1.
[0025] Die bevorzugte Menge an Maleinsäureanhydrid-Addukt an eine ungesättigte Fettsäure
in der erfindungsgemäßen Mischung liegt bei 1 bis 5 Gew.%.
[0026] Die bevorzugte Menge an 2-Ethylhexansäure oder Isononansäure liegt bei 10 bis 15
Gew.%.
[0027] Die anwendungstechnischen Prüfungen im Hinblick auf die Schaumprüfung nach DIN 53
902 und Schaumverhalten unter Eiweißbelastung liefern hervorragende Ergebnisse' und
wesentlich bessere Werte im Vergleich zur US-PS 4 240 921. Es sei erwähnt, daß die
Reinigungswirkung im sog. Stärketest gegenüber mit Stärke angeschmutzten Tellern sehr
gute Werte ergibt. Darüberhinaus ist das Korrosionsverhalten gegenüber Aluminium und
Eisen günstiger im Vergleich zu einer Formulierung nach dem o.g. US-Patent.
Beispiele
[0028] Teile sind Gewichtsteile
1. Zusammensetzung für ein erfindungsgemäßes Reinigungskonzentrat
45 Teile n-Decylglukosid (handelsübliches Produkt)
20 Teile C13/C15-Oxoalkohol mit 4 PO und 2 EO (in Blockform)
1,5 Teile Maleinsäureanhydridaddukt an Ölsäure, Molverhältnis 1:1
13,5 Teile 2-Ethylhexansäure
20 Teile Wasser.
[0029] Die Mischung wird hergestellt, indem man das Alkylglukosid in der Gesamtmenge Wasser
löst und nacheinander die festen bzw. flüssigen übrigen Bestandteile unter Rühren
zugibt. Man erhält eine klare Lösung.
[0030] Zur Weiterverarbeitung werden 5 Teile des Konzentrats gemäß Beispiel 1 mit 30 Teilen
Natriumhydroxid (berechnet als 100 %) und 65 Teilen Wasser versetzt.
[0031] Anwendungstechnische Prüfungen
1. Die Schaumprüfung wird nach der Schlagmethode DIN 53 902/Blatt 1 durchgeführt.
Hierzu werden 2 g der alkalischen Lösung nach Beispiel 1 auf 1 1 Wasser verdünnt.
Gemessen wird bei Durchführung der Prüfung die Schaumhöhe in ml Schaum.
2. Eine weitere Untersuchungsmethode ist die Prüfung des Schäumverhaltens in der Geschirrspülmaschine.
Bestimmt werden die
[0032] Umdrehungszahlen des Sprüharms pro Minute in einer Miele G 19. Die Umdrehungszahlen
sind Mittelwerte über einen Zeitraum von 11 Minuten und zeigen die Schaumentwicklung,
die man durch eine zusätzliche Eiweißverschmutzung (10 g gemischtes Hühnereiweiß pro
10 I Wasser) verstärkt.
[0033] Dabei bedeuten hohe Umdrehungszahlen niedrige Schaumwerte. Geprüft wird mit 20 g
eines Gemisches aus 30 Teilen Reinigungskonzentrat gemäß Beispiel 1, 45 Teilen NaOH
(50 %) und 25 Teilen Wasser in 10 I Wasser als Spülflotte sowie in 10 I 0,5 gew.%iger
Natronlauge. Die zusätzliche Prüfung in alkalischer Lösung wurde durchgeführt, weil
derartige Lösungen in der Praxis verwendet werden.
[0034] Die Ergebnisse werden in der folgenden Tabelle zusammengefaßt. Dabei wird mit jeweils
der gleichen Menge der alkalischen Reinigungsformulierung gemäß Beispiel 1 der US-PS
4 240 921 verglichen.

[0035] Die Ergebnisse belegen die Überlegenheit des erfindungsgemäßen alkalischen Konzentrates,
in dem keinerlei Phasentrennung auftritt und in einer wesentlich geringeren Schaumentwicklung.
Es war nicht vorhersehbar, daß in der speziellen Kombination solche günstigen Werte
erreicht werden konnten.