[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Verbrennung und/ oder thermischen Zersetzung
von Brennmaterial, insbesondere festen Brennstoffen, wie Torf, Kohle, Holz, Stroh
oder Müll, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Bei der Verbrennung und/oder thermischen Zersetzung von festen Brennstoffen auf einem
Rost läßt sich nicht vermeiden, daß der Rost sich durch ablagerndes Brenn- und/oder
Schlacken-oder dergleichen -Material im Laufe des Betriebes zusetzt, mit der Folge
eines zunehmend schlechteren Wirkungsgrades. Dieses Problem ist bei kleineren Kohle-
und/oder Holzöfen seit Jahrzehnten bekannt. Zur Aufrechterhaltung der Verbrennung
muß daher der Ofenrost von Zeit zu Zeit mittels eines Schürhakens oder dergleichen
von sich ablagernden Verbrennungsresten freigemacht werden.
[0003] Es gibt auch öfen, die zu diesem Zweck mit Rüttelrosten versehen sind. Bei großen
Heizanlagen sind diese Maßnahmen jedoch nicht anwendbar. Darüber hinaus sind sie auch
nur wenig wirksam.
[0004] In der DE-A-116 441 ist ein schwingender Korbrost beschrieben, der dadurch gekennzeichnet
ist, daß in die Rostspalte feststehende Zinken eingreifen, welche bei der Bewegung
des Rostes die sich dort festsetzende Schlacke zerbrechen. Die Zinken wirken jedoch
nur über einen Teilbereich des Korbrostes, so daß die Effizienz der bekannten Konstruktion
dementsprechend begrenzt ist. Darüber hinaus hat sich gezeigt, daß sich durch lokale
Wärmespannungen die Roststäbe verwerfen mit der Folge, daß die feststehenden Zinken
an den Roststäben scheuern und in ungünstigen Fällen ein Pendeln des Rostes blockieren.
[0005] Ganz ähnlich verhält es sich bei dem Pendelrost nach der WO-A-85 05 434, die auf
denselben Erfinder zurückgeht, obwohl dort bereits vorgeschlagen wird, die in die
Rostspalte eingreifenden Materialauflockerungsmittel jeweils mit Spiel, d. h. beweglich
gegenüber den Roststäben, zu lagern. Dadurch wird ein Blockieren des Pendelrostes
durch wärmebedingte Verwerfungen der Roststäbe weitgehend verhindert; nicht vermieden
werden kann jedoch ein Scheuern der Materialauflockerngsmittel an den vorbeibewegten
Roststäben mit der Folge, daß die Pendelbewegung des Stabrostes ganz erheblich behindert
wird. Dementsprechend stark muß der Pendelantrieb bemessen werden. Darüber hinaus
wird dadurch der Verschleiß an den Materialauflockerungsmitteln sowie Roststäben ganz
erheblich erhöht. In extremen Fällen läßt sich auch bei dieser bereits verbesserten
Konstruktion ein Blockieren des Pendelrostes durch die Materialauflockerungsmittel
ebenfalls nicht verhindern.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der
genannten Art dahingehend zu verbessern, daß zum einen ein Zusetzen des Verbrennungsrostes
sicher vermieden wird, zum anderen die relative Bewegung zwischen Rost und Materialauflockerungsmittel
auch bei lokal extrem unterschiedlicher Erwärmung des Rostes gewährleistet bleibt.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches
1 sowie hinsichtlich konstruktiver Details durch die Maßnahmen der weiteren Ansprüche
gelöst.
[0008] Durch die Erfindung ist zum einen sichergestellt, daß der Verbrennungsrost abhängig
von der eingestellten Relativbewegung zwischen diesem und den Materialauflockerungsmitteln
von sich ablagernden Brenn- und/oder Schlacken- oder dergleichen -Material freigehalten
wird. Die Gefahr eines unerwünschten Zusetzens oder Zusinterns des Rostes mit Asche,
Schlacke, un- oder teilverbrannten Brennstoffen besteht nicht. Gleichzeitig kann der
Verbrennungsgrad bzw. der Grad der thermischen Zersetzung entsprechend der eingestellten
Freihaltung des Verbrennungsrostes wirkungsvoll gesteuert werden. Das Ausmaß der Relativbewegung
zwischen Rost und Auflockerungsmittel bestimmt die verbrennungsaktive Fläche des Verbrennungsrostes,
die den Verbrennungsgrad bzw. den Grad der thermischen Zersetzung entsprechend beeinflußt.
[0009] Die Roststäbe sind so angeordnet bzw. ausgebildet, daß sie sich auch bei lokal extrem
unterschiedlicher Erwärmung des Verbrennungsrostes nicht verwerfen. Die Roststäbe
können sich wärmebedingt individuell beliebig ausdehnen. Sie sind jeweils unabhängig
voneinander spannungsfrei gehalten. Dementsprechend ist die Relativbewegung zwischen
Verbrennungsrost und Material- auflockerungsmittel stets sichergestellt, und zwar
selbst dann, wenn die Materialauflockerungsmittel ohne Spiel, d. h. feststehend, gelagert
sind.
[0010] Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen läßt sich die Baugröße der Heizanlage erheblich
reduzieren, da zur Erzielung eines vergleichbaren Verbrennungsgrades bzw. Grades der
thermischen Zersetzung ein wesentlich kleinerer Verbrennungsrost im Vergleich zu Verbrennungsrosten
herkömmlicher Heizanlagen erforderlich ist. Dies bedeutet, daß die Erfindung sich
auch vorteilhaft für kleinere Heizeinheiten, zum Beispiel für Ein-oder Mehrfamilienhäuser,
eignet. Besonders effektiv ist die Erfindung zur Verbrennung von Müll, wie Haushaltsabfall
oder dergleichen, schwer verbrennbaren bzw. thermisch zersetzbaren Materialien.
[0011] Durch die Erfindung wird nicht nur der Rost zum Zwecke der ausreichenden Luftzuführung
freigehalten, sondern die sich auf dem Rost ablacernden Materialien werden zugleich
umgewälzt und damit einer wirkungsvolleren Verbrennung zugeführt.
[0012] Für den Fall, daß der Verbrennungsrost von einem Gehäuse in Form einer Blechkonstruktion
umgeben ist, besteht das Gehäuse aus sich überlappend angeordneten Blechstreifen derart,
daß diese - bedingt durch thermische Dehnungen - relativ zueinander bewegbar sind.
Also auch insofern ist die Forderung nach spannungsfreier Konstruktion erfüllt.
[0013] Von ganz besonderer Bedeutung unter anderem in Kombination mit der Lösung nach den
Ansprüchen 1 bis 7 ist die Ausbildung der Brennstoffzufuhr, die einen sich etwa aufrecht
erstreckenden Förder- bzw. Fallschacht umfassen soll, der durch einen von außen her
betätigbaren Pfropfen unter gleichzeitiger Drosselung der Verbrennung verschließbar
ist. Es läßt sich nämlich gerade bei der Verbrennung fester Brennstoffe nicht immer
sicher vermeiden, daß bei Überhitzung im Verbrennungsraum ein sogenannter "Rückbrand"
im Bereich der Brennstoffzufuhr bis hin zum Brennstofflager entsteht. Ziel der vorgenannten
Lösung ist es, diese Gefahr zu vermeiden, d. h. Vorkehrungen zu schaffen, mit denen
ein derartiger Rückbrand verhindert werden kann.
[0014] Durch den sich etwa aufrecht erstreckenden Förder- bzw. Fallschacht wird zum einen
eine künstliche Brennstoffunterbrechung geschaffen, durch die ein möglicher Rückbrand
ganz erheblich behindert würde. Zum anderen ist es in einfacher Weise möglich, diesen
aufrechten Fallschacht durch einen Pfropfen zu verschließen, wodurch der Brennstoff-Nachschub
sowie die Luftzufuhr zum Verbrennungsort unterbrochen wird. Damit wird die gesamte
Verbrennung erheblich gedrosselt und ein möglicher Rückbrand unterdrückt.
[0015] Als weitere Maßnahme im Rahmen des gesteckten Zieles ist der Verschlußpfropfen vorzugsweise
mit Löschwasser gefüllt, das nach Verschließen des Fallschachtes entleert wird. Damit
kann ein möglicher Rückbrand in dem dem Verbrennungsort vorgeordneten Förderabschnitt
(meist Schneckenförderer) wirkungsvoll gelöscht werden.
[0016] Von besonderem Vorteil ist die Maßnahme, wonach der Verschlußpfropfen im Fallschacht
in dichtende Anlage an eine Ringdichtung bringbar ist. Damit ist eine Luftzufuhr durch
den Förder- bzw. Fallschacht hindurch, also von der Rückseite des Verbrennungsortes
her, sicher vermieden.
[0017] Zweckmäßigerweise ist die Bewegung des Verschlußpfropfens von einer Ausgangsstellung
in die Fallschacht-Schließstellung temperaturgesteuert, und zwar vorzugsweise abhängig
von der im Bereich des dem Verbrennungsort vorgeordneten Brennstoff-Förderers herrschenden
Temperatur. Zu diesem Zweck ist an dieser Stelle ein Temperaturfühler herkömmlicher
Art angeordnet.
[0018] Bei einer besonders einfachen Ausführungsform hängt der Verschlußpfropfen, der vorzugsweise
kugelartig ausgebildet ist, an einem Seil oder an einer Kette, das bzw. die in Abhängigkeit
des erwähnten Temperaturfühlers freigebbar ist, so daß der Verschlußpfropfen aufgrund
seines Eigengewichtes in die Fallschacht-Schließstellung fällt.
[0019] Die untere, dem Verbrennungsort bzw. dem diesen vorgeordneten Förderer zugewandte
Seite des mit Löschwasser gefüllten Verschlußpfropfens weist vorzugsweise eine versiegelte
öffnung auf, die bei erhöhter Temperatur schmilzt unter gleichzeitigem Ausfließen
von Löschwasser.
[0020] Nachstehend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der beigefügten Zeichnung
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäß ausgebildete Vorrichtung in schematischem Längsschnitt,
und
Fig. 2 eine bevorzugte Ausbildung des Verbrennungsrostes, der in Kombination oder
auch unabhängig von der Vorrichtung nach Fig. 1 verwendbar ist, und zwar in perspektivischer
Ansicht.
[0021] Fig. 1 zeigt im schematischen Längsschnitt eine Vorrichtung zum Verbrennen von festen
Brennstoffen, wie Torf, Kohle, Holz oder dergleichen, vorzugsweise auch pelletiert,
mit einem Brennstoff-Förderer 12 und einem innerhalb einer Verbrennungskammer 36 angeordneten
Verbrennungsort 20 in Form eines Stabrostes 22, der vom Brennstoff-Förderer 12 beschickt
wird. Der Brennstoff-Förderer 12 ist in drei Abschnitte 32, 14 und 24 unterteilt,
wobei der erste, vom nicht dargestellten Brennstofflager kommende Abschnitt 32 ein
schräg nach oben ansteigender Schneckenförderer ist, an den sich ein aufrechter Förder-
bzw. Fallschacht 14 anschließt, der schließlich an den dritten Abschnitt, nämlich
einem dem Stabrost 22 unmittelbar vorgeschalteten horizontalen Schneckenförderer 24
mündet. Der schräg nach oben ansteigende Schneckenförderer 32 sowie der dem Stabrost
22 unmittelbar vorgeschaltete horizontale Schneckenförderer 24 werden jeweils durch
Elektromotoren 38 bzw. 34 angetrieben.
[0022] Der Fallschacht 14 ist durch einen nach Art einer Kugel ausgebildeten Verschlußpfropfen
16 verschließbar. In einer unteren Schließstellung liegt der Verschlußpfropfen 16
dicht an einer innerem Ringdichtung 18 des Fallschachtes 14 an. Diese Ringdichtung
ist imapp oberhalb des unteren horizontalen Förderers 24 angeordnet. Der Verschlußpfropfen
16 befindet sich in der angehobenen Ausgangsstellung innerhalb einer in den Fallschacht
14 mündenden Abzweigung 15 und wird in dieser Abzweigung durch eine Kette 26 gehalten,
die mit einem Thermoelement 28 wirkverbunden ist. Das Thermoelement 28 ist demHorizontal-Schneckenförderer
24 zugeordnet und stellt fest, ob innerhalb dieses Schneckenförderers ein "Rückbrand"
vorhanden ist oder nicht. Bei zu hoher Temperatur innerhalb des Horizontal-Schneckenförderers
24 wird die Haltekette 26 freigegeben und der Verschlußpfropfen 16 kann in den Fallschacht
14 dank seines Eigengewichts fallen, bis er in Anlage an die Ringdichtung 18 oberhalb
des Horizontal-Schneckenförderers 24 gelangt.
[0023] An der unteren, dem Horizontal-Schneckenförderer 24 zugewandten bzw. dem Anschluß
der Haltekette 26 abgewandten Seite weist der Verschlußpfropfen 16 eine versiegelte
öffnung 30 auf, die bei erhöhter Temperatur, zum Beispiel in der Schließstellung,
knapp oberhalb des Horizontal-Schneckenförderers 24 schmilzt. In den Verschlußpfropfen
16 eingefülltes Löschmittel, insbesondere Löschwasser, kann dann durch die öffnung
30 hindurch mit dem Verschlußpfropfen ausfließen. Dadurch wird ein möglicher "Rückbrand"
im Horizontal-Schneckenförderer 24 gelöscht.
[0024] Wie oben bereits ausgeführt, wird durch den Horizontal-Schneckenförderer 24 der Stabrost
22 mit Brennstoff beschickt. Die dem Schneckenförderer 24 gegenüberliegende Seite
des Stabrostes 22 weist eine durchgehende Abschlußplatte 40 auf, um die herum aus
dem Verbrennungsrost 22 austretende Rauchgase samt unverbrannter Brennstoffpartikel
herumgeführt werden müssen. Zwischen dem Stabrost 22 und dem Rauchgasabzug bzw. Rauchgasstutzen
42 ist als Abschluß der Verbrennungskammer 36 noch eine Ringblende 44 angeordnet,
deren zentrale Öffnung kleiner ist als die Abschlußplatte 40, so daß die aus dem Verbrennungsraum
22 austretenden und um die ABschlußplatte 40 herumgeführten Rauchgase durch die Ringblende
44 erneut eine Umlenkung erfahren, wodurch insgesamt ein längerer Weg für die Verbrennung
von unverbrannten Brennstoffpartikeln, die durch die Rauchgase mitgeführt werden,
erzielt wird. Die Rauchgasumlenkung samt unverbrannter Brennstoffpartikel erfolgt
etwa in Richtung der in Fig. 1 dargestellten Pfeile 46.
[0025] In Richtung der Rauchgasströmung wird ferner unmittelbar vor der Ringblende 44 noch
Sekundärluft eingeblasen, und zwar radial von außen nach innen, wodurch zum einen
die bereits erwähnte Umlenkung der Rauchgase um die Ringblende 44 herum und zum anderen
die Verbrennung der von den Rauchgasen mitgeführten unverbrannten Brennstoffpartikeln
begünstigt wird. Versuche haben gezeigt, daß sich durch diese Maßnahmen der CO-Gehalt
der Rauchgase von 3-4000 ppm auf 170-200 ppm reduzieren läßt bei gleichzeitigem Anstieg
des CO 2-Gehaltes von etwa 12 % auf etwa 14 bis 16 %.
[0026] Mit der Bezugsziffer 48 ist in Fig. 1 noch die brennstoffzufuhrseitige Stirnwand
eines im übrigen nicht dargestellten Boilers gekennzeichnet.
[0027] Der Stabrost 22 ist vorzugsweise pendelnd gelagert. Desweiteren sind in Brennstoff-
und/oder Schlacken-, Asche- oder dergleichen -Material-Auflockerungsmittel zugeordnet.
Eine diesbezüglich bevorzugte konstruktive Ausführungsform wird nachstehend anhand
der Fig. 2 näher erläutert.
[0028] Im übrigen wird durch die Einblasung der Sekundärluft (siehe Pfeile 50) in den Verbrennungsraum
36 hinter der Abschlußplatte 40 des Stabrostes 22 eine bevorzugte Verbrennungsrichtung
zum Rauchgasabzug hin gefördert unter gleichzeitiger Vermeidung eines unerwünschten
"Rückbrandes" innerhalb des Honizonosl-Schneckenförderers 24.
[0029] Die in Fig. 2 dargestellte Konstruktion für den Ort der Verbrennung bzw. thermischen
Zersetzung umfaßt die bereits erwähnte Brennstoffzufuhr in Form des Horizontal-Schneckenförderers
24 sowie eine Primärluft-Zufuhr 54 zu einem korbförmigen bzw. von oben gesehen konkav
gewölbten Stabrost 22 mit entsprechend gebogenen Roststäben 56. Durch diesen Stabrost
22 wird der Ort der Verbrennung der genannten Brennstoffe definiert. Die Zufuhr 54
für die Primärluft ist an der Unterseite bzw. an der der Brennstoffzufuhr 24 gegenüberliegenden
Seite des Stabrostes 22 angeordnet, und zwar diametral zu der aufrechten Mittelebene,
die sich durch die Längsachse des Horizontal-Schneckenförderers 24 bzw. einer noch
näher zu erläuternden, dem Stabrost 22 zugeordneten Pendelachse 58 erstreckt. Der
Stabrost 22 ist also um die Achse 58 pendelnd gelagert und angetrieben. Die Pendelbewegung
ist in Fig. 1 durch die Pfeile 60 und 62 angedeutet. Die Pendelachse 58 liegt unterhalb
der Brennstoffzufuhr 24. Die Pendellager 64, 66 sind in Fig. 2 nur angedeutet. Die
Pendelachse 58 ist in Form eines Rohres ausgebildet, durch das hindurch Tertiärluft
in Richtung des Pfeiles 68 zur Unterstützung der Verbrennung bzw. thermischen Zersetzung
von oben her eingeblasen werden kann. Dem Stabrost 22 sind in die Rostspalte eingreifende
Material-Auflockerungsmittel in Form von zwischen den Roststäben 56 durchragenden
Scheiben 70 zugeordnet, die jeweils mit Spiel auf einer gemeinsamen, sich etwa senkrecht
zu den Roststäben 56 bzw. etwa parallel zur Pendelachse 58 erstrekkenden Tragachse
72 angeordnet sind. Die Scheiben 70 sind gegenüber dem pendelnd gelagerten Rost 22
ortsfest angeordnet. Die Scheiben 70 verhindern bei pendelndem Antrieb des Rostes
22 um die Achse 58 ein Zusetzen bzw. Zusintern des Rostes durch Schlacke, Asche, unverbrennbaren
Materialien, nur teilweise verbranntes Material, etc. Die Scheiben 70 gewährleisten
bei pendelndem Antrieb des Rostes 22, das genügend Primärluft zu dem zu verbrennenden
Material auf dem Rost 22 gelangt. Darüber hinaus bewirken die Scheiben 70 bei pendelndem
Antrieb des Rostes 22 in Richtung der Pfeile 60, 62 bzw. des Doppelpfeiles 74 eine
gewisse Umwälzung des sich auf dem Rost 22 ablagernden Materials. Dieses wird dadurch
aufgelockert. Die freie Oberfläche wird entsprechend vergrössert und der Verbrennungsvorgang
beschleunigt bzw. verbessert. Die Intensität der Verbrennung oder thermischen Zersetzung
des durch den Horizontal-Schneckenförderer 24 zugeführten Materials kann durch das
Ausmaß der Pendelbewegung des Rostes 22 gesteuert werden. Je höher die Pendelfrequenz
und je größer die Pendelamplitude sind, desto intensiver ist die Verbrennung oder
thermische Zersetzung und umgekehrt.
[0030] Statt der Scheiben 70 können auch zwischen den Roststäben hindurchragende Zinken
oder dergleichen verwendet werden. Die freien Enden desselben können mit Umlenkelementen,
zum Beispiel Umlenkschaufeln, versehen sein zur verbesserten Umwälzung des zu verbrennenden
Materials bei pendelndem Antrieb des Rostes 22 um die Pendelachse 58.
[0031] Grundsätzlich ist es denkbar, den Stabrost 22 innerhalb des Verbrennungsraumes 36
ortsfest anzuordnen und statt dessen die Material-Auflockerungs- und Rostreinigungs-Mittel
relativ zum Rost 22 hin- und herzubewegen, und zwar in Richtung der Roststäbe 56.
[0032] Die Pendelachse 58 ist mit einem nicht dargestellten Pendelantrieb koppelbar.
[0033] Zur Vermeidung thermisch bedingter Verwerfungen der Roststäbe 56 sind diese so in
Richtung ihrer Längserstreckung als auch quer dazu jeweils mit Spiel gelagert. Zu
diesem Zweck sind die Roststäbe 56 an ihrem jeweils einen Ende miteinander verbunden,
und zwar bei der Ausführungsform nach Fig. 2 über ein sich quer zu den Roststäben
56 erstreckendes Verbindungselement in Form eines Verbindungsstabes 76. Die jeweils
anderen Enden 78 der Roststäbe 56 sind frei. Dementsprechend können sich die Roststäbe
individuell ausdehnen. Thermische Spannungen und dadurch bedingte Verwerfungen der
Roststäbe 56 treten nicht auf. Die Roststäbe 56 können sich unabhängig voneinander
in Richtung ihrer Längserstreckung mehr oder weniger weit ausdehnen. Die Relativbewegung
zwischen Stabrost und Material-Auflockerungsmittel 70 wird also durch Roststabverwerfungen
nicht behindert, und zwar selbst dann nicht, wenn der Stabrost 22 lokal extrem unterschiedlich
erwärmt wird. Die Verbindung zwischen dem Stab 76 und den jeweils zugeordneten Enden
der Roststäbe 56 erfolgt vorzugsweise durch Schweißung.
[0034] Die Roststäbe 56 können auch in Form dünner Drähte oder Ketten aus hochwarmfestem
Material ausgebildet sein, die dann vorzugsweise mit Kugeln, Ellipsoiden, Hülsen oder
dergleichen aus ebenfalls hochwarmfestem Material, insbesondere Keramikmaterial, nach
Art einer Perlenkette besetzt sind. Auch bei dieser Ausführungsform können keine wärmebedingten
Spannungen auftreten, die in Zusammenwirkung mit den Material-Auflockerungsmitteln
70 eine Relativbewegung zwischen diesen und dem Rost 22 behindern könnten.
[0035] Der Rost 22 ist in Fig. 2 korb- bzw. schalenartig ausgebildet, und zwar von oben
gesehen konkav gewölbt. Genauso gut ist auch eine von oben gesehen konvexe Wölbung
denkbar. Schließlich ist es möglich, den Rost 22 eben auszubilden.
[0036] Bei der Ausführungsform nach Fig. 1 ist der Rost 22 nach Art einer zylindrischen
Hülse ausgebildet. In diesem Fall kann der Rost entweder in der einen oder anderen
Richtung drehangetrieben sein, wobei in die Rostspalte Material-Auflockerungsmittel
der beschriebenen Art eingreifen können. Diese sind in Fig. 1 nicht näher dargestellt.
Selbstverständlich ist auch bei dieser Ausführungsform eine Dreh-Oszillationsbewegung
des Rostes 22 möglich. Entscheidend ist auf jeden Fall eine Relativbewegung zwischen
Stabrost 22 und Material- Auflockerungsmittel 70.
1. Vorrichtung zur Verbrennung und/oder thermischen Zersetzung von Brennmaterial,
insbesondere festen Brennstoffen, wie Torf, Kohle, Holz, Stroh oder Müll, mit einer
Brennstoff-(24) sowie gegebenenfalls Luft- bzw. Sauerstoff zufuhr (54, 68) zu einem
als Verbrennungsort dienenden Stabrost (22), dem in die Rostspalte eingreifende Material-Auflockerungsmittel
in Form von vorzugsweise mit Spiel gelagerten Scheiben (70), Zinken oder dergleichen
zugeordnet sind, wobei der Stabrost (22) und die diesem zugeordneten Material- Auflockerungsmittel
(Scheiben 70) in Richtung der Roststäbe (56) relativ zueinander bewegbar sind,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Roststäbe (56) sowohl in Richtung ihrer Längserstreckung als auch quer dazu beweglich
ausgebildet, insbesondere mit Spiel und damit spannungsfrei gelagert sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Roststäbe (56) an
ihren jeweils einen Enden miteinander verbunden sind, insbesondere über ein sich etwa
quer zu den Roststäben (56) erstreckendes Verbindungselement (Verbindungsstab 76),
während die jeweils anderen Enden (78) frei sind.
3. Vorrichtung nach.Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Roststäbe (56) in
Form dünner Drähte oder Ketten aus hochwarmfestem Material ausgebildet sind, die vorzugsweise
mit Kugeln, Ellipsoiden, Hülsen oder dergleichen aus ebenfalls hochwarmfestem Material, insbesondere
Keramikmaterial, nach Art einer Perlenkette besetzt sind, wobei die freien Enden der
Drähte, Ketten, oder dergleichen, jeweils fest eingespannt sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Stabrost
(22) korb- bzw. schalenartig, und zwar von oben gesehen, entweder konkav oder konvex
gewölbt oder eben ausgebildet ist.
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Material-Auflockerungsmittel, wie Scheiben (70) oder dergleichen, jeweils
mit Spiel auf einer gemeinsamen, sich etwa senkrecht zu den Roststäben (56) erstreckenden
Tragachse (72) angeordnet sind.
6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Intensität (Frequenz und/oder Amplitude) der relativen Hin- und Herbewegung
zwischen Rost (22) und Material-Auflockerungsmittel (Scheiben 70 oder dergleichen)
zum Zwecke der Steuerung der Verbrennung und/oder thermischen Zersetzung variierbar
ist.
7. Vorrichtung, insbesondere nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, mit einem
den Verbrennungsort (Stabrost 22) umgebenden Gehäuse in Form einer sich um den Verbrennungsort
herum erstreckenden Blechkonstruktion, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse aus
sich überlappend angeordneten Blechstreifen besteht derart, daß diese - bedingt durch
thermische Dehnungen - relativ zueinander bewegbar sind.
8. Vorrichtung, insbesondere nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der Brennstoffzufuhr (24) ein sich etwa aufrecht erstreckender
Förder- bzw. Fallschacht (14) vorgeordnet ist, der durch einem von außen her betätigbaren
Pfropfen (16) unter gleichzeitiger Drosselung der Verbrennung und gegebenenfalls Verhinderung
eines "Rückbrandes" im Bereich der Brennstoffzufuhr (24) verschließbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschlußpfropfen
(16) mit Löschwasser gefüllt ist, das nach Verschließen des Fallschachtes (14) entleerbar
ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeich- net, daß der Verschlußpfropfen (16) im Fallschacht (14) in dichtende Anlage an eine
Ringdichtung (18) bringbar ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bewegung des Verschlußpfropfens (16) von einer angehobenen Ausgangsstellung (A) in
die Fallschacht-Schließstellung (B) temperaturgesteuert ist, vorzugsweise abhängig
von der im Bereich der Brennstoffzufuhr (Schneckenförderer 24) herrschenden Temperatur.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschlußpfropfen
(16) an einem Seil, einer Kette (26) oder dergleichen gehalten ist, das bzw. die in
Abhängigkeit eines Temperaturfüh-lers (28) freigebbar ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der
Verschlußpfropfen (16) kugelförmig ausgebildet ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die
untere, der Brennstoffzufuhr (24) zugewandte Seite des mit Löschwasser gefüllten Verschlußpfropfens
(16) eine versiegelte öffnung (30) aufweist, die bei erhöhter Temperatur schmilzt,
so daß durch diese öffnung hindurch Löschwasser aus dem Verschlußpfropfen (16) ausfließen
kann.