(19)
(11) EP 0 203 547 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
03.12.1986  Patentblatt  1986/49

(21) Anmeldenummer: 86107025.8

(22) Anmeldetag:  23.05.1986
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4G08C 19/28, H03M 7/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT

(30) Priorität: 24.05.1985 DE 3518835

(71) Anmelder: Wilhelm Ruf KG
D-80336 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Keller, Herbert
    D-8212 Übersee (DE)

(74) Vertreter: von Bülow, Tam, Dr. et al
Patentanwalt Mailänder Strasse 13
81545 München
81545 München (DE)

   


(54) Schaltungsanordnung mit einem integrierten Schaltkreis, der mehrere auswählbare Funktionsgruppen enthält, insbesondere Fernbediensender


(57) Die Schaltungsanordnung mit einem auf einer Leiterbahnplatte (10) angeordneten, integrierten Schaltkreis (11), der mehrere auswählbare Funktionsgruppen (12, 13, 14) enthält, insbesondere ein Fernbediensender mit einem integrierten Schaltkreis (11), der mehrere verschiedene Sender (12, 13, 14) enthält, besitzt zur Auswahl der einzelnen Funktionsgruppen eine zusätzliche Leiterbahn- bzw. Codierplatte 29, die eine externe Beschaltung (30) aufweist, mit der die gewünschte Funktionsgruppe durch entsprechende Codierung der externen Beschaltung (30) ausgewählt wird.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Schaltungsanordnung mit einem auf einer Leiterbahnplatte angeordneten, integrierten Schaltkreis, der mehrere auswählbare Funktionsgruppen enthält, insbesondere einen Fernbediensender mit einem integrierten-Schaltkreis, der. mehrere verschiedene Sender enthält, wobei die einzelnen Funktionsgruppen bzw. Sender durch eine externe Beschaltung des integrierten Schaltkreises ausgewählt werden.

[0002] Bei integrierten Schaltkreisen (nachfolgend IC genannt) können mehrere Funktionsgruppen in einem IC vereinigt werden. Es liegt dann beim Anwender, welche der Funktionsgruppen er auswählt. Diese Auswahl erfolgt durch eine externe Beschaltung des IC, indem bestimmte Auswahlanschlüsse auf bestimmte Potentiale (logisch 0 oder logisch 1) gelegt oder miteinander verbunden werden. Durch die so vorgenommene Codierung wird dann eine bestimmte Funktionsgruppe ausgewählt.

[0003] Bei einem Fernbediensender der Anmelderin waren bisher der IC, der mehrere verschiedene Sender enthielt und die externe Beschaltung auf einer gemeinsamen Leiterbahnplatte angeordnet. Die externe Beschaltung wurde dabei durch aufgelötete Leiterbahnbrücken realisiert.

[0004] Hieraus ergab sich folgender Nachteil:

Pro Kundenwunsch bzw. ausgewähltem Sender musste eine eigene Leiterbahnplatte mit unterschiedlicher Brückenbestückung hergestellt werden;



[0005] Aufgabe der Erfindung ist es daher, die Schaltungsanordnung und insbesondere den Fernbediensender der eingangs genannten Art dahingehend zu verbessern, dass seine Herstellung einschliesslich Prüfung vereinfacht und insbesondere vereinheitlicht ist.

[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die externe Beschaltung auf einer zusätzlichen Leiterbahnplatte (Codierplatte) angeordnet ist.

[0007] Die beiden Leiterbahnplatten können also räumlich voneinander getrennt und nur elektrisch durch Leitungen miteinander verbunden sein.

[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.

[0009] Mit der Erfindung werden folgende Vorteile erreicht:

Die Leiterbahnplatte, die den integrierten Schaltkreis trägt und die meistens komplexere Leiterbahnmuster aufweist, ist unabhängig von der jeweils benutzten Funktionsgruppe immer identisch aufgebaut; dementsprechend muss auch nur noch ein Typ von bestückten Leiterbahnplatten vorrätig gehalten werden, was auch den Service vereinfacht;

die fertig bestückte Leiterplatte kann mit einer Prüfvorrichtung vollständig, also hinsichtlich aller zur Verfügung stehenden Funktionen durchgeprüft werden;

diese Prüfung kann mit hoher Geschwindigkeit durchgeführt werden, da die Funktionsgruppen nicht in Echtzeit betrieben werden müssen;

durch vereinheitlichte Leiterbahnplatte und vereinheitlichten Prüfvorgang erhält man eine spürbare Kostendegression.



[0010] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles im Zusammenhang mit der Zeichnung ausführlicher erläutert. Es zeigt:

Fig. 1 Ein Blockschaltbild der Schaltungsanordnung nach der Erfindung.



[0011] Auf einer ersten Leiterbahnplatte 10 ist ein integrierter Schaltkreis 11 angelötet, der mehrere, auswählbare Funktionsgruppen 12, 13, 14 enthält. In einem Ausführungsbeispiel eines Fernbediensenders sind diese Funktionsgruppen verschiedene Sender, die bei entsprechender Ansteuerung verschiedene Signale abgeben. Weiterhin enthält der IC 11 einen Decoder 15, der einerseits über Auswahl-Leitungen 16, 17 bzw. 18 die einzelnen Funktionsgruppen 12, 13 bzw. 14 aktiviert und über Steuer- bzw. Befehlsleitungen 19, 20 bzw. 21 den einzelnen Funktionsgruppen 12, 13 bzw. 14 Funktions- bzw. Steuerbefehle zuführt. Die Ausgänge der Funktionsgruppen 12, 13 bzw. 14 sind hier über je eine Ausgangsleitung 22, 23 bzw. 24 über ein ODER-Gatter 25 miteinander verknüpft, dessen Ausgang hier ein Ausgang des IC 11 darstellt.

[0012] Im Ausführungsbeispiel eines Fernbediensenders ist dieser Ausgang mit einer Leuchtdiode, die z. B. eine Infrarot-Leuchtdiode 26 ist, verbunden. Statt einer Leuchtdiode kann natürlich auch ein sonstiges Arbeitselement wie z. B. ein Ultraschallschwinger, ein Relais etc. angesteuert werden.

[0013] Eingangsseitig hat der IC 11 bzw. der Decoder 15 zwei Gruppen von Anschlüssen, nämlich eine erste Gruppe, der über Auswahlleitungen 27 codierte Signale zur Auswahl einer der Funktionsgruppen 12, 13 bzw. 14 zugeführt werden. Nach Decodierung dieser Signale wird also eine der Funktionsgruppen über eine der Leitungen 16, 17 bzw. 18 aktiviert, während die anderen Funktionsgruppen inaktiv bzw. gesperrt bleiben. Die zweite Gruppe von Eingangsanschlüssen des Decoders empfängt Steuerbefehle über Steuerbefehl-Leitungen 28. Auch diese Befehle können in codierter Form eingegeben werden; nach der Decodierung werden sie über die Leitungen 19, 20 oder 21 der jeweils aktivierten Funktionsgruppe 12, 13 bzw. 14 zugeleitet.

[0014] Nach der Erfindung ist nun eine zweite Leiterbahnplatte bzw. Codierplatte 29 vorgesehen, die eine externe Beschaltung 30 für die Auswahl der gewünschten Funktionsgruppe enthält. Diese externe Beschaltung 30 ist also über die Leitungen 27 mit den Auswahl-Anschlüssen des Decoders 15 verbunden. Je nach Auswahl-Code führen diese Leitungen 27 bestimmte Kombinationen logischer Signale oder sind in bestimmter Weise elektrisch miteinander verbunden. Beide Möglichkeiten werden durch ein auf die zweite Leiterbahn 29 aufgedrucktes Leiterbahnmuster realisiert. Zur Andeutung verschiedener Variationsmöglichkeiten sind mögliche Leiterbahnabschnitte mit gestrichelten Linien 31 dargestellt. Weiterhin ist ein gemeinsamer Masseanschluss 32 zu erkennen. Die Codierung erfolgt in diesem Beispiel also dadurch, dass bestimmte Verbindungen 31 hergestellt werden, wodurch einzelne der Leitungen 27 mit Masse verbunden werden. Diese Verbindungen werden beim Druck der Leiterbahnplatte 29 hergestellt, so dass ein nachträgliches Auflöten von Leiterbahnbrücken nicht mehr nötig ist. Je nach Art des verwendeten Decoders 15 kann die Codierung natürlich auch dadurch erfolgen, dass bestimmte der Leitungen 27 miteinander verbunden sind.

[0015] Im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 enthält die Leiterbahnplatte 29 zusätzlich eine Schaltmatrix 33, beispielsweise in Form eines Schalter-Tastenfeldes, über das vom Bediener die entsprechenden Steuerbefehle eingegeben werden können, welche über die Leitungen 28 und den Decoder 15 der mittels der externen Beschaltung 30 ausgewählten Funktionsgruppe 12, 13 bzw. 14 zugeführt werden. Im Ausführungsbeispiel ist hier eine 4X4-Schaltmatrix mit sechzehn Tasten 34 dargestellt. Die Anzahl der Tasten hängt natürlich vom jeweiligen Verwendungszweck und den benötigten Befehlsvorrat ab.

[0016] Obwohl in Fig. 1 nicht dargestellt können die externe Beschaltung 31 und die Schaltmatrix 33 auch miteinander verknüpft sein, dergestalt, dass die Schaltmatrix 33 durch die externe Beschaltung 30 codiert wird und dann - je nach Codierung - beim Druck einer bestimmten Taste unterschiedliche Signale über die Leitungen 28 abgibt. In diesem Fall erfolgt die Auswahl der gewünschten Funktionsgruppe 12, 13 bzw. 14 ebenfalls über die Leitungen 28 zusammen mit den Steuerbefehlen. In diesem Falle ist dann natürlich der Decodierer 15 anders aufgebaut.

[0017] Sämtliche in den Patentansprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung dargestellten technischen Einzelheiten können sowohl für sich als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich sein.


Ansprüche

1. Schaltungsanordnung mit einem auf einer Leiterbahnplatte angeordneten, integrierten Schaltkreis, der mehrere auswählbare Funktionsgruppen enthält, insbesondere Fernbediensender mit einem integrierten Schaltkreis, der mehrere verschiedene Sender enthält, wobei die einzelnen Funktionsgruppen bzw. Sender durch eine externe Beschaltung des integrierten Schaltkreises ausgewählt werden, dadurch gekennzeichnet,
dass die externe Beschaltung (30) auf einer zusätzlichen Leiterbahnplatte (Codierplatte) (29) angeordnet ist.
 
2. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch ge- 4kennzeichnet, dass die zusätzliche Leiterbahnplatte '(29) zusätzlich eine Schaltmatrix (33) zur Ansteuerung der durch die externe Beschaltung (30) ausgewählten Funktionsgruppe (12, 13 bzw. 14) enthält.
 
3. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die externe Beschaltung (30) durch aufgedruckte Leiterbahnen (31) realisiert ist.
 
4. Schaltungsanordnung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die externe Beschaltung (30) mit der Schaltmatrix (33) verknüpft ist, derart, dass die Ausgangssignale der Schaltmatrix (33) in Abhängigkeit von der externen Beschaltung (30) codiert sind.
 




Zeichnung