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EP 0 203 579 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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05.09.1990 Patentblatt 1990/36 |
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Anmeldetag: 28.05.1986 |
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Sicherungseinrichtung für einen Zünder
Safety device for a fuze
Dispositif de sécurité pour fusée
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE FR GB IT |
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Priorität: |
31.05.1985 DE 3519517
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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03.12.1986 Patentblatt 1986/49 |
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Patentinhaber: GEBRÜDER JUNGHANS GMBH |
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D-78713 Schramberg (DE) |
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Erfinder: |
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- Dinger, Horst
D-7741 Tennenbronn (DE)
- Moosmann, Horst
D-7230 Schramberg (DE)
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Vertreter: Hofmann, Gerhard, Dipl.-Ing.
Patentassessor |
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Stephanstrasse 49 90478 Nürnberg 90478 Nürnberg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 2 640 782
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US-A- 4 380 197
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Sicherungseinrichtung für einen Rotor eines Zünders,
insbesondere eines Raketenzünders, bei dem ein Luftstauraum vorgesehen ist, in dem
ein Kolben gelagert ist und wobei am Kolben ein Schieber angreift, der den Rotor in
Ruhestellung des Kolbens arretiert und ihn in Verschiebestellung des Kolbens freigibt.
[0002] Eine Sicherungseinrichtung für einen Zünder der eingangs genannten Art ist aus der
US-A-4 380 179 bekannt. Diese bekannte Einrichtung benötigt elektro-mechanische Verriegelungen,
um die Bewegung eines Kolbens zu steuern. Ein Kolben innerhalb eines Zylinderkopfes
teilt die zentrale zylindrische Kammer in ein oberes und unteres Volumen, welche luftdicht
zueinander angeordnet sind. Bei dem Abschuß des Zünders wird ein Druck aufgebaut,
so daß der Kolben aus dem Zylinderkopf heraus in Richtung auf den Rotor verschoben
wird. Dabei wird der Schieber außer Eingriff mit dem Rotor gebracht, so daß dieser
in Scharfstellung drehen kann.
[0003] In der DE-26 40 782 A1 ist eine Sicherungseinrichtung an einem Zünder beschrieben,
bei dem der Rotor ein Zündmittel trägt. Der Rotor ist dabei in der Sicherstellung
durch einen axial verschieblichen Beharrungsbolzen gehalten. Dieser Bolzen gibt den
Rotor beim Abfeuern des Geschosses frei, wobei eine Drehfeder den Rotor in Scharfstellung
dreht.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Sicherungseinrichtung für einen Zünder der eingangs
genannten Art vorzuschlagen, bei welcher der Rotor durch die Wirkung des Staudruckes
mit wenigen und technisch einfachen Teilen entsichert wird.
[0005] Erfindungsgemäß ist die obige Aufgabe bei einer Sicherungseinrichtung dadurch gelöst,
daß der Kolben, dessen Bewegungsrichtung quer zur Abschußrichtung des Zünders steht,
mittels eines federbelasteten Bolzens in Sicherstellung gehalten ist, und der Schieber
mit einer Schrägfläche einen Hebel beaufschlagt, der bei Schieberbewegung über eine
Schwenkglied ein Triebglied antreibt, welches durch Spannen einer Spannfeder den Rotor
in Scharfstellung schwenkt.
[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und
der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels. In der Zeichnung zeigen:
Figur 1 eine Teilansicht einer Sicherungseinrichtung im Schnitt längs der Linie I-I
nach Figur 2,
Figur 2 eine Aufsicht des in Figur 1 dargestellten Teils,
Figur 3 eine Aufsicht der Sicherungseinrichtung und
Figur 4 einen Schnitt längs der Linie IV-IV nach Figur 3.
[0007] An einem Zünder ist ein Luftstauraum 1 ausgebildet. Dieser ist über eine Leitung
2 mit einer nicht näher dargestellten Öffnung am Kopf der Rakete verbunden. Der beim
Abschuß der Rakete am Kopf wirkende Staudruck wirkt über die Leitung 2 in dem Luftstauraum
1. Die Abschußrichtung ist durch den Pfeil P dargestellt.
[0008] In dem Luftstauraum 1 ist ein Kolben 3 gelagert. Dieser ist quer zur Abschußrichtung
P verschieblich. Der Kolben 3 weist an seinem dem Luftstauraum 1 abgewandten Ende
einen Führungskonus 4 auf, der in einem zylindrischen Abschnitt 5 ausläuft. Der zylindrische
Abschnitt 5 greift in eine kreisförmige Öffnung 6 eines Schiebers 7. Mittels eines
Schraubkopfes 8 ist der Schieber 7 am Kolben 3 gehalten. In der in Figur 1 dargestellten
Stellung liegt der Schraubkopf 8 in einer Vertiefung 9 des Schiebers 7. Dadurch ist
der Schieber 7 bei bei Umweltprüfungen erfolgenden Stößen gegen ein Verschieben gesichert.
[0009] Der Kolben 3 weist eine Nut 10 auf, in die ein mit einer Feder 11 belasteter Bolzen
12 eingreift. Der Bolzen 12 sichert den Kolben 3 gegen eine Verschiebung, wenn bei
Umweltprüfungen in Verschieberichtung des Kolbens 3 wirkende Stöße ausgeübt werden.
[0010] Der Schieber 7 greift mit einem Fortsatz 13 in eine Ausnehmung 14 eines Rotors 15.
Dieser ist dadurch in Sicherstellung gegen eine Drehung um seine Achse A gehalten.
[0011] Am dem Fortsatz 13 ist eine Schrägfläche 16 ausgebildet (vgl. Figur 2). Dieser ist
ein Hebel 17 zugeordnet. Der Hebel 17 ist an seinem Ende 18 drehbar gelagert (vgl.
Figur 3). Mit einem an seinem anderen Ende vorgesehenen Zapfen 19 greift der Hebel
17 in einen Schlitz 20 eines segmentförmigen Schwenkgliedes 21. Zwischen dem Ende
18 und dem Zapfen 19 liegt der Hebel 17 mit einer Nase 22 an dem Fortsatz 13 an.
[0012] In eine Verzahnung 23 des Schwenkgliedes 21 greift ein auf der Rotorachse A drehbares
Triebglied 24 ein. An dem Triebglied 24 ist das eine Ende 25 einer Spannfeder 26 befestigt,
deren anderes Ende 27 am Rotor 15 angreift (vgl. Figur 4).
[0013] Wird ausgehend von der in den Figuren dargestellten Sicherstellung der Zünder bzw.
die Rakete abgeschossen, dann löst sich unter der Wirkung seiner Trägheit bei der
Abschußbeschleunigung der Bolzen 12 aus der Nut 10. Der an der Raketenspitze auftretende
Staudruck verschiebt den Kolben 3 in Richtung des Pfeiles K (vgl. Figur 1). Dabei
wandert der Schraubkopf 8 aus der Vertiefung 9 und der Führungskonus 4 verschiebt
den Schieber 7, so daß sich dessen Fortsatz 13 aus der Ausnehmung 14 bewegt. Der Rotor
15 ist dadurch frei, ohne sich jedoch schon in die Scharfstellung zu drehen.
[0014] Gleichzeitig verschwenkt die Schrägfläche 16 den Hebel 17 in Richtung des Pfeiles
H. Dadurch wird das Schwenkglied 21 verschwenkt, wobei dessen Verzahnung 23 das Triebglied
24 dreht. Durch die Drehung des Triebgliedes 24 wird die Spannfeder 26 gespannt, die
infolgedessen den Rotor 15 um etwa 260° in Scharfstellung dreht.
[0015] Durch die Anordnung des Kolbens 3 so, daß seine Bewegung K im Winkel von 90° zur
Abschußrichtung P steht, ist erreicht, daß auf den Kolben 3 im wesentlichen nur der
Staudruck wirkt und die Abschußbeschleunigung auf seine Bewegung praktisch keinen
Einfluß hat. Außerdem ist der Kolben 3 dadurch auf einfache Weise mit dem Bolzen 12
zu sichern bzw. zu entsichern. Gleichzeitig ist durch den gesicherten Kolben 3 auch
der Schieber 7 formschlüssig gehalten.
[0016] Bei Umweltprüfungen auf den Zünder ausgeübte Stöße können zu einer Bewegung des Hebels
17 und damit des Schwenkgliedes 21 führen. Dies stört nicht, da sich eine solche Bewegung
nicht auf den Rotor 15 übertragen kann, weil er durch den Fortsatz 13 des Schiebers
7 in Sicherstellung gehalten ist. Bei der Montage wird das Triebglied 24 mit der Spannfeder
26 so-in Gegenrichtung-vorgespannt zusammengebaut, daß der Rotor 15 die Tendenz hat,
sich in Sicherstellung zu drehen.
1. Sicherungseinrichtung für einen Rotor (15) eines Zünders, insbesondere eines Raketenzünders,
bei dem ein Luftstauraum (1) vorgesehen ist, in dem ein Kolben (3) gelagert ist, und
bei dem am Kolben (3) ein Schieber (7) angreift, der den Rotor (15) in Ruhestellung
des Kolbens (3) arretiert und ihn in Verschiebestellung des Kolbens (3) freigibt,
dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (3), dessen Bewegungsrichtung (K) quer zur
Abschußrichtung (P) des Zünders steht, mittels eines federbelasteten Bolzens (12)
in Sicherstellung gehalten ist, und der Schieber (7) mit einer Schrägfläche (16) einen
Hebel (17) beaufschlagt, der bei Schieberbewegung über ein Schwenkglied (21) ein Triebglied
(24) antreibt, welches durch Spannen einer Spannfeder (26) den Rotor (15) in Scharfstellung
schwenkt.
2. Sicherungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieber
(7) am Kolben (3) in Sicherstellung formschlüssig unverschiebbar gehalten ist.
3. Sicherungseinrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß
an dem Schieber (7) eine Vertiefung (9) vorgesehen ist, in die ein Teil (8) des Kolbens
(3) in Sicherstellung eingreift.
4. Sicherungseinrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der Kolben (3) den Schieber (7) über einen in eine Öffnung (6) des Schiebers (7) greifenden
Führungskonus (4) verschiebt.
1. Dispositif de blocage pour un rotor (15) d'un détonateur, en particulier d'un détonateur
de fusée, dans lequel on prévoit une chambre de mélange (1) dans laquelle est monté
un piston (3), et dans lequel un coulisseau (7) agit sur le piston (3) en bloquant
le rotor (15), en position de repos du piston (3) et en le libérant, en position déplacée
du piston (3), caractérisé en ce que le piston (3) dont le sens de déplacement (K)
est perpendiculaire au sens de tir (P) du détonateur, est maintenu en position bloquée
par un axe (12), soumis à l'action d'un ressort, et le coulisseau (7) agit, par une
surface oblique (16), sur un levier (17) qui, lors du déplacement du coulisseau, entraîne,
par l'intermédiaire d'un organe pivotant (21 ), un organe d'entraînement (24) qui
fait passer le rotor (15) en position de déverrouillage, par tension d'un ressort
de tension (26).
2. Dispositif de blocage selon la revendication 1, caractérisé en ce que le coulisseau
(7) est maintenu sur le piston (3), par concordance de forme, de manière à ne pouvoir
se déplacer, dans la position bloquée.
3. Dispositif de blocage selon les revendications 1 et 2, caractérisé en ce qu'on
prévoit sur le coulisseau (7), un creux (9) dans lequel s'engage une partie (8) du
piston (3), en position bloquée.
4. Dispositif de blocage selon les revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le
piston (3) déplace le coulisseau (7) par un cône de guidage (4), s'engageant dans
une ouverture (6) du coulisseau (7).
1. A safety device for a rotor (15) of a fuze, more especially a rocket fuze, in the
case of which an air ram chamber (1) is provided, in which a piston (3) is mounted,
and in the case of which there acts on the piston (3) a slider (7) which locks the
rotor (15) in the rest position (3) and releases it in the displacement position of
the piston (3), characterised in that the piston (3), the direction of movement (K)
of which stands transversely to the firing direction (P) of the fuze, is held in the
safe position by means of a spring-loaded pin (12), and the slider (7) acts with a
sloping surface (16) on a lever (17), which upon slider movement by way of a swivel
member (21) drives a driving member (24), which as a result tensioning of a cocking
spring (26) swivels the rotor (15) into the armed position.
2. A safety device according to Claim 1, characterised in that the slider (7) is held
non-displaceably in a form-locking manner in the safe position on the piston (3).
3. A safety device according to Claims 1 and 2, characterised in that a depression
(9), into which a part (8) of the piston (3) engages in the safe position, is provided
on the slider (7).
4. A safety device according to Claims 1 to 3, characterised in that the piston (3)
displaces the slider (7) by way of a guide cone (4) engaging in an aperture (6) of
the slider (7).

