[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches
1, femer eine Anlage zur Durchführung dieses Verfahrens.
[0002] Ein Verfahren der im Oberbegriff des Anspruches 1 vorausgesetzten Art ist durch die
europäische Patentanmeldung 00 84 383 bekannt.
[0003] In Abhängigkeit von der Mahlbarkeit des Gutes unterliegt die Menge der vom Sichter
zum Mahlsystem rückgeführten Grieße gewissen Schwankungen. Um hierbei die Zerkleinerungsverhältnisse
in der zweiten Mühle, beispielsweise einer Kugelmühle, optimal zu halten, ist es bekannt,
die Frischgutmenge in Abhängigkeit von der rückgeführten Grießmenge so zu regeln,
daß die Summe von Frischgutmenge und Grießmenge und damit der Füllungsgrad der nachgeschalteten
Mühle konstant bleibt.
[0004] Durch Veränderung der Frischgutmenge würde sich nun bei konstanter Drehzahl der Walzenmühle
ein unterschiedlicher Materialfüllstand im Aufgabeschacht der Walzenmühle einstellen.
Dies würde eine Änderung der Mahlverhältnisse in der Walzenmühle mit sich bringen
und unter Umständen zu einem Vollaufen oder Leerlaufen des Aufgabeschachtes führen.
[0005] Um diesen Nachteil zu vermeiden, ist es bekannt, bei einer Änderung der Frischgutmenge
(die in Anpassung an die jeweilige Grießmenge erfolgt) die Drehzahl der Walzenmühle
entsprechend zu verändern, um auf diese Weise einen konstanten Füllstand im Aufgabeschacht
der Walzenmühle zu erzielen. Ein solches Verfahren erfordert jedoch Regelantriebe
für die beiden Walzen der Walzenmühle, was einen verhältnismäßig großen Aufwand darstellt.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der im Oberbegriff
des Anspruches 1 vorausgesetzten Art so auszubilden, daß mit einem vergleichsweise
geringen anlagentechnischen Aufwand optimale Zerkleinerungsverhältnisse in der Walzenmühle
und in der nachgeschalteten Mühle gewährleistet sind.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches
1 gelöst.
[0008] Erfindungsgemäß werden die Walzen der Walzenmühle mit konstanter Drehzahl angetrieben.
Dadurch können einfache, ungeregelte Antriebe Verwendung finden, was eine wesentliche
Senkung der Anlagekosten ermöglicht.
[0009] Um trotzdem auch bei einer Änderung der Mahlbarkeit und einer dadurch bedingten Änderung
der rückgeführten Grießmenge sowie einer entsprechend geänderten Frischgutmenge konstante
Zerkleinerungs verhältnisse nicht nur in der nachgeschalteten zweiten Mühle, sondern
auch in der Walzenmühle zu erzielen, wird erfindungsgemäß gerade ein so großer Teil
der Grieße der Walzenmühle zugeführt, daß im Aufgabeschacht der Walzenmühle auch bei
wechselnder Frischgutmenge ein konstanter Füllstand aufrechterhalten wird.
[0010] Wenn sich beispielsweise bei verringerter Mahlbarkeit des Gutes die Grießmenge erhöht
und infolgedessen (zur Erzielung eines konstanten Füllungsgrades in der nachgeschalteten
Mühle) die Frischgutmenge verringert wird, so wird erfindungsgemäß ein vergrößerter
Anteil der Grieße der Walzenmühle zugeführt, so daß der konstante Füllstand im Aufgabeschacht
dieser Mühle gleichbleibende Einzugsbedingungen und damit optimale Zerkleinerungsverhältnisse
gewährleistet.
[0011] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es damit beispielsweise möglich, in derselben
Mahlanlage mehrere Zementsorten unterschiedlicher Feinheit mit optimaler Auslastung
der Anlage bei geringem spezifischen Energieverbrauch zu erzeugen. So wird beim Mahlen
von Zement hoher Feinheit und entsprechend verringerter Frischgutmenge der in der
Walzenmühle fehlende Teil der Frischgutmenge durch einen erhöhten Anteil an rückgeführten
Grießen ersetzt. Es wird auf diese Weise ein gewisser Teil der Zerkleinerungsarbeit
von der nachgeschalteten Mühle auf die Walzenmühle verlagert, wobei beide Mühlen des
Mahlsystemes unter optimalen Zer Kleinerungsbedingungen arbeiten können.
[0012] Ein Ausführungsbeispiel einer Anlage zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist in der Zeichnung schematisch veranschaulicht.
[0013] Die Anlage enthält eine Walzenmühle 1, eine nachgeschaltete zweite Mühle 2, die beispielsweise
als Kugelmühle ausgebildet ist, und einen Sichter 3.
[0014] Das Mahlgut wird aus einem Vorratsbunker 4 über eine Dosierbandwaage 5 dem Aufgabeschacht
6 der Walzenmühle zugeführt, die zwei angetriebene Walzen 7, 8 enthält, die zwischen
sich einen Walzenspalt 9 bilden.
[0015] Das in der Walzenmühle 1 zerkleinerte Mahlgut gelangt über ein Förderorgan 10 zur
zweiten Mühle 2, wo die in der Walzenmühle 1 gebildeten Agglomerate aufgelöst und
eventuell weiter zerkleinert werden.
[0016] Das aus der Mühle 2 ausgetragene Gut wird über ein Becherwerk 11 dem Sichter 3 zugeführt,
aus dem einerseits das Fertiggut (Pfeil 12) und andererseits Grieße (Pfeil 13) abgezogen
werden.
[0017] Die Grieße (Pfeil 13) gelangen zu einer Verteilereinrichtung 14 und von hier aus
teilweise zurück zur Aufgabeseite der Mühle 2 (Pfeil 15) und teilweise (Pfeil 16)
zum Aufgabeschacht 6 der Walzen mühle 1.
[0018] Weiterhin enthält die Anlage folgende Regelkreise:
Ein erster Regelkreis dient dazu, die Summe von Frischgutmenge und Grießmenge bei
Schwankungen der Mahlbarkeit konstantzuhalten. Dieser Regelkreis enthält einen Regler
17, der über ein Element 18 ein der jeweiligen Grießmenge entsprechendes Signal erhält
und der über ein Element 19 auf die Dosierbandwaage 5 einwirkt. Hierdurch wird die
Frischgutmenge verringert, wenn die Grießmenge steigt und umgekehrt.
[0019] Ein zweiter Regelkreis dient dazu, unabhängig von Schwankungen der Frischgutmenge
(Pfeil 20) den Füllstand im Aufgabeschacht 6 der Walzenmühle 1 konstantzuhalten. Dieser
Regelkreis enthält einen Regler 21, der über ein (beispielsweise auf Ultraschallbasis
arbeitendes)-Füllstandsmeßgerät 22 und ein Element 23 ein dem jeweiligen Füllstand
im Aufgabeschacht 6 entsprechendes Signal erhält und der ein entsprechendes Steuersignal
über ein Element 24 an die Verteilereinrichtung 14 liefert.
[0020] Verringert sich die Mahlbarkeit des Gutes oder wird ein Endprodukt höherer Feinheit
gewünscht, so vergrößert sich die Grießmenge (Pfeil 13). Die Frischgutmenge (Pfeil
20) wird durch den Regler 17 entsprechend verringert. Um trotzdem den Füllstand im
Aufgabeschacht 6 konstantzuhalten, vergrößert der Regler 21 in diesem Falle über die
Verteilereinrichtung 14 den Anteil der Grieße, der zum Aufgabeschacht 6 zurückgeführt
wird (Pfeil 16).
[0021] Bei einer Verbesserung der Mahlbarkeit des Gutes bzw. einer gewünschten gröberen
Körnung des Endproduktes verlaufen die Regelvorgänge in umgekehrter Richtung.
[0022] Die beiden Walzen 7 und 8 der Walzenmühle 1 werden durch ungeregelte einfache Antriebe
25, 26 mit konstanter Drehzahl angetrieben.
[0023] Die in den Reglern 17, 21 und in den weiteren Elementen 18, 19, 23 und 24 der beiden
Regelkreise enthaltenen Buchstaben haben folgende Bedeutung:
F = Menge
I = Anzeige
R = Aufzeichnung
C = Regelung
A = Alarm
L = Füllstand
POS = Stellung
[0024] Die Korngröße zumindest eines Teiles der Frischgutes ist zweckmäßig größer als der
Walzenspalt 9, so daß dieser Teil des Mahlgutes im Walzenspalt 9 zunächst eine Einzelkornzerkleinerung
und anschließend eine Gutbettzerkleinerung erfährt. Die auf das Mahlgut wirkende Preßkraft
der Walzen 7 und 8 beträgt hierbei mehr als 2 t/cm Walzenlänge.
[0025] Während bei dem dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiel Walzen 7, 8 angetrieben
sind, ist es im Rahmen der Erfindung auch möglich, nur eine dieser Walzen, vorzugsweise
die Festwalze, anzutreiben.
1. Verfahren zur zweistufigen Zerkleinerung von sprödem Mahlgut, wie Zementklinker,
wobei
a) das Mahlgut zunächst im Spalt (9) einer Walzenmühle (1) eine Gutbettzerkleinerung
erfährt,
b) die hierbei gebildeten Agglomerate anschließend in einer der Walzenmühle (1) nachgeschalteten
zweiten Mühle (2) aufgelöst und eventuell weiter zerkleinert werden,
c) das aus der zweiten Mühle (2) ausgetragene Gut einer Sichtung unterworfen wird
und die hierbei anfallenden Grieße (13) erneut dem Mahlsystem zugeführt werden,
d) und wobei die Frischgutmenge (20) in Abhängigkeit von der rückgeführten Grießmenge
(13) so geregelt wird, daß die Summe von Frischgutmenge und Grießmenge konstant bleibt,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
e) die Walzen (7, 8) der Walzenmühle (1) laufen mit konstanter Drehzahl um;
f) die bei der Sichtung anfallenden Grieße (13) werden teilweise (16) der Walzenmühle
(1) und teilweise (15) der nachgeschalteten Mühle (2) zugeführt;
g) der der Walzenmühle (1) zugeführte Teil - (16) der Grieße (13) wird so bemessen,
daß im Aufgabeschacht (6) der Walzenmühle auch bei wechselnder Frischgutmenge (20)
ein nahezu konstanter Füllstand aufrechterhalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Korngröße zumindest
eines Teiles des Frischgutes (20) größer als der Walzenspalt (9) ist, so daß dieser
Teil des Mahlgutes im Walzenspalt zunächst eine Einzelkomzerkleinerung und anschließend
eine Gutbettzerkleinerung erfährt.
3. Anlage zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, enthaltend
a) eine Walzenmühle (1) mit einem Aufgabeschacht (6), der eine Einrichtung (22) zur
Füllstandsüberwachung aufweist,
b) eine der Walzenmühle (1) nachgeschaltete zweite Mühle (2),
c) wenigstens einen Sichter (3) zur Sichtung des aus der zweiten Mühle (2) ausgetragenen
Gutes,
d) Einrichtungen, die die bei der Sichtung anfallenden Grieße (13) erneut dem Mahlsystem
zuführen,
e) einen Regler (17), der die Frischgutmenge (20) in Abhängigkeit von der rückgeführten
Grießmenge
(13) so regelt, daß die Summe von Frischgutmenge und Grießmenge konstant bleibt, gekennzeichnet
durch folgende Merkmale:
f) wenigstens eine Walze (7, 8) der Walzenmühle (1) ist mit einem Antrieb (25, 26)
konstanter Drehzahl versehen,
g) es ist eine Verteilereinrichtung (14) vorgesehen, über die die bei der Sichtung
anfallenden Grieße (13) in einem einstellbaren Verhältnis teilweise der Walzenmühle
(1) und teilweise der nachgeschalteten zweiten Mühle (2) zugeführt werden;
h) es ist ein weiterer Regler (21) vorhanden, der über die Verteilereinrichtung (14)
den der Walzenmühle (1) zugeführten Teil (16) der Grieße (13) so steuert, daß im Aufgabe
schacht (6) der Walzenmühle (1) auch bei wechselnder Frischgutmenge (20) ein nahezu
konstanter Füllstand aufrechterhalten wird.