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EP 0 204 115 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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11.04.1990 Patentblatt 1990/15 |
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Anmeldetag: 16.04.1986 |
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Wurfkörper zur Darstellung eines Infrarot-Flächenstrahlers
Projectile for emitting IR radiation
Projectile à charge éclairante infrarouge
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Benannte Vertragsstaaten: |
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BE CH DE FR GB IT LI NL SE |
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Priorität: |
26.04.1985 DE 3515166
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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10.12.1986 Patentblatt 1986/50 |
| (73) |
Patentinhaber: Buck
Chemisch-Technische Werke GmbH & Co. |
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D-7347 Bad Überkingen (DE) |
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Erfinder: |
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- Die Erfinder haben auf ihre Nennung verzichtet
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Vertreter: Münzhuber, Robert, Dipl.-Phys. |
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Patentanwalt
Rumfordstrasse 10 80469 München 80469 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 2 811 016 US-A- 3 841 219
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US-A- 3 557 698 US-A- 3 938 444
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Wurfkörper zur Darstellung eines Infrarot-Flächenstrahlers.
Ein derartiger Wurfkörper ist in der DE-PS 28 11 016 offenbart, die jedoch nicht zum
Stand der Technik gehört (Art. 54 (2) EPÜ).
[0002] Diese Wurfkörper dienen zur Errichtung sogenannter Infrarot-Scheinziele, also zur
Ablenkung von mit einem Infrarot-Suchkpf ausgerüsteten Flugkörpem. Wird beispielsweise
von den Ortungsgeräten eines Schiffs festgestellt, daß sich ein derartiger Flugkörper
nähert, dann wird der Wurfkörper abgeschossen; der daraufhin in einer vorgegebenen
Entfernung und Höhe vom Schiff die Brennblättchen anzündet und ausstößt, so daß die
Brennblättchen eine langsam absikende, brennende Störwolke bilden, die den ankommenden
Flugkörper vom Schiff ab- und auf sich lenkt.
[0003] Eingehende Untersuchungen der Vorgänge haben nun ergeben, daß die Infrarotstrahlung
einer solchen Störwolke einen ganz charakteristischen Zeitablauf aufweist. Durch die
Anzündung der Anzündzerlegerladung ergibt sich zunächst ein "Strahlungsblitz", also
eine Strahlung hoher Intensität aber extrem kurzer Zeit, worauf dann die Strahlungswirkung
der Brennblättchen zum Tragen kommt, in der Weise, daß zunächst ein mehr oder minder
steiler Anstieg (Anbrennphase der Blättchen) bis auf ein bestimmtes Maximum (alle
Blättchen brennen auf ihrer Gesamtfläche) erfolgt, gefolgt von einer gleichbleibenden
oder geringfügig absinkenden Strahlung, mit einer mehr oder minder steil abfallenden
Endflanke zum Zeitpunkt des Erlöschens der Brennblättchen. Zwischen dem anfänglichen
Strahlungsblitz und der Erreichung des Strah-. lungsmaximums der Brennblättchen besteht
also ein"Strahlungsloch", dessen zeitliche Größe von der Steilheit der Anstiegsflanke
der Blättchenstrahlung abhängt, somit also eine Funktion der Reaktionsgeschwindigkeit
der Brennschicht der Brennblättchen ist.
[0004] Es wurden nun weiterhin Untersuchungen darüber durchgeführt, ob und gegebenenfalls
in welcher Weise das erwähnte Strahlungsloch einen Einfluß auf die Schutzwirkung der
Störwolke hat. Dabei hat sich ergeben, daß dieser Einfluß dann im allgemeinen außer
Betracht bleiben kann, wenn es um den Schutz eines mittelgroßen und mittelschnellen
Objekts geht, beispielsweise um den Schutz eines Schnellboots. Wurfkörper für Boote
dieser Grö-Benklasse werden mit Brennblättchen einer Brennzeit zwischen 10 und 20
Sekunden ausgestattet, also einer vergleichsweise schnell reagierenden Brennschicht,
so daß das Strahlungsloch vergleichsweise kurz ist; außerdem sind diese Boote infolge
ihrer Wendigkeit für schnelle Ausweichmanöver geeignet.
[0005] Geht es dagegen um den Schutz sich sehr schnell bewegender Objekte, insbesondere
Flugzeuge, dann kann das erwähnte Strahlungsloch zu einer Verminderung des Schutzes
führen, weil sich ja die Entfernung zwischen Flugzeug und der Strahlungswolke äußerst
schnell vergrößert. Nun ist es zwar möglich, das Strahlungsloch durch Erhöhung der
Reaktionsgeschwindigkeit der Brennschicht der Brennblättchen, etwa auf eine - hier
genügende - Brennzeit von 5 Sekunden zu verkürzen, jedoch wurden damit keine voll
zufriedenstellenden Ergebnisse erzielt, insbesondere deshalb nicht, weil durch die
hohe Relativgeschwindigkeit der Brennblättchen gegenüber der Luft es auch bei schnell
reagierenden Brennschichten zu einer Verzögerung des Anbrennvorganges kommt.
[0006] Andererseits wirkt sich das erwähnte Strahlungsloch beim Schutz sehr großer und sich
langsam bewegender Objekte, etwa Schiffen beträchtlicher Größe, nachteilig aus, wenn
auch aus einem völlig anderen Grund als im vorerwähnten Fall der Flugzeuge. Zum Schutz
großer Schiffe ist eine sehr frühe Erkennung des anfliegenden Flugkörpers erforderlich,
zum einen, weil die Manövriergeschwindigkeit derartiger Schiffe niedrig ist, zum anderen,
weil eine Ablenkung des Flugkörpers nur dann erfolgen kann, wenn in dessen Suchfeld
sowohl das Schiff als auch die benachbarte Störwolke erscheint, was nur dann der Fall
ist, wenn der Flugkörper noch weit vom Schiff entfernt ist. Die Erfordemis des vergleichsweise
frühzeitigen Bildens der Strahlungswolke bringt aber mit sich, daß die Strahlungszeit
der Wolke lang sein muß, die Brennblättchen somit eine Brennzeit von beispielsweise
30 bis 40 Sekunden aufweisen. Letzteres ist aber nur möglich, wenn die Reaktionsgeschwindigkeit
der Brennschicht sehr langsam ist, mit der Folge eines sehr langsamen Anbrennvorgangs,
was zu einer derartigen Verlängerung des Strahlungslochs führt, daß keine Gewähr mehr
für die rechtzeitige Ablenkung des Flugkörpers gegeben ist, wenn Sofortmaßnahmen getroffen
werden müssen, der ankommende Flugkörper also sehr spät erkannt wird. Dieser Nachteil
bei Sofortmaßnahmen ist unabhängig von der Größe und der Geschwindigkeit des zu schützenden
Objekts.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist deshalb, einen Wurfkörper so zu verbessern,
daß das erläuterte Strahlungsloch der entstehenden Strahlungswolke beträchtlich verkürzt
wird, und zwar sowohl bei Brennschichten kurzer als auch bei Brennschichten langer
und sehr langer Brennzeit. Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus den Merkmalen
des Kennzeichens des Hauptanspruchs.
[0008] Gemäß der Erfindung wird also zwischen Anzündzerlegedadung bzw. Anzündzerlegerhülse
und den Brennblättchen eine Anzündhilfe-Masse eingeschaltet, also eine schnell reagierende
Masse, die einerseits während ihres Abbrands eine Infrarotstrahlung starker Intensität
abgibt und somit den Strahlungsblitz der Zündzerlegerladung sozusagen verlängert,
und die andererseits die Brandchicht der Brennblättchen so großflächig entzündet,
daß deren Strahlungs-Anstiegsflanke sehr steil wird. Dabei wirkt sich die Verlängerung
des Strahlungsblitzes bei Brennblättchen mit Brennschichten jeglicher Reaktionsgeschwindigkeit
(schnell, mittel, langsam) hinsichtlich einer möglichst großflächigen Entzündung aus,
und dies auch im Fall einer hohen Relativgeschwindigkeit zwischen den Brennblättchen
und der Umgebungsluft (Verhinderung des Ausblaseffekts). Damit wird aber der Anwendungsbereich
der Wurfkörper wesentlich vergrößert, und zwar sowohl bezüglich der Anwendung zum
Schutz von sehr schnellen Objekten (Flugzeug) und sehr großen Objekten (große Schiffe),
als auch allgemein für die Durchführung von Sofortmaßnahmen.
[0009] Eine besonders zweckmäßige Weiterbildung der Erfindung ist im Anspruch 2 gekennzeichnet.
Dabei ist darauf hinzuweisen, daß es bei besonders langsam reagierenden Brennschichten,
also Brennblättchen mit extrem flachen Anstiegsflanken, zweckmä- βig ist, einen Teil
davon durch schnell brennende Blättchen zu ersetzen, um so das Strahlungsloch zu überbrücken.
Mit dieser Maßnahme ist es auch möglich, ein Scheinziel mit langer Standzeit (30 bis
40 Sekunden) darzustellen, das zu Beginn eine hohe Strahlungsleistung hat, die dann
nach einigen Sekunden (beispielsweise 5 bis 10 Sekunden) auf ein niedrigeres Niveau
abfällt und dieses Niveau dann über längere Zeit beibehält. Darüberhinaus erbringt
aber die Ausgestaltung nach Anspruch 2 auch Vorteile bei Sofortmaßnahmen. Gerade bei
einer solchen Maßnahme ist es nämlich notwendig, daß unmittelbar nach dem Einleiten
der Störmaßnahmen das Scheinziel mit einer möglichst hohen Intensität strahlt, weil
in einem solchen Falle der Suchkopf bereits auf das Ziel aufgeschaltet hat und daher
das Scheinziel wesentlich stärker strahlen muß als das eigentliche Ziel, um den Suchkopf
von letzterem weg auf sich ziehen zu können. Dieses Strahlungsverhalten wird wiederum
durch ein Gemisch aus schnell brennenden Blättchen (hohe Strahlungsintensität) und
langsam brennenden (niedrige Strahlungsintensität) Blättchen ermöglicht.
[0010] Weitere zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
3 bis 10.
[0011] Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, wobei die
einzige Figur den Wurfkörper im Längsschnitt darstellt.
[0012] Im einzelnen zeigt die Figur einen Kontaktkopf 1 mit einer Ladungskammer, in der
sich in betriebsfertigem Zustand eine Ausstoßladung 15 befindet, in welche eine Zündpille
17 eingebettet ist. Die Ladungskammer ist am Bodenteil des Kontaktkopfes 1 mit einem
Schraubdeckel verschlossen, der fensterartige Sollbruchstellen und ein stegförmig
ausgebildetes Widerlager für ein Distanzstück eines Schießbechers aufweist. Im Kopfteil
des Kontaktkopfs 1 ist ein Zündverzögerungssatz 31 angeordnet, der die Ladungskammer
mit dem Inneren eines Wurfrnittelbehälters 3 verbindet. Der Zündverzögerungssatz 31
ist über eine Gewindehülse in das Kopfteil des Kontaktkopfs 1 eingeschraubt. Im Mantel
der Ladungskammer sind Durchlässe vorhanden, die die Zündpille 17 über abgedichtete
Drahtleitungen und über Verbindungsstifte mit im Außenmantel des Kontaktkopfs 1 angeordneten
Kontaktringen verbinden. Im Kontaktkopf 1 sind Schrauben 45 zu sehen, deren Bohrungen
durch Abdeckkappen 109 mit dem Bodenteil des Kontaktkopfs 1 bündig verschlossen sind.
Die Schrauben 45 führen in eine im Boden 29 des Wurfmittelbehälters 3 angeordnete
Befestigungsplatte 71 und verbinden so den Wurfmittelbehälter 3 fest mit dem Kontaktkopf
1.
[0013] Die Befestigungsplatte 71 ist über einen O-Ring 113 dicht schließend im Boden des
Wurfmittelbehälters 3 angeordnet. Der Kontaktkopf 1 ist zusammen mit dem Schraubdeckel
unter Einbezug seiner anderen Bauelemente durch Spritzgießen aus Polystyrol gefertigt.
[0014] Am Kopf des Wurfmittelbehälters 3 ist über einen entsprechenden Bördel ein Deckel
5 angeordnet. Wurfmittelbehälter 3 und Deckel 5 dieses Wurfmittelbehälters 3 bestehen
einschließlich der Befestigungsplatte 71 (oder des als Befestigungsplatte verstärkt
ausgebildeten Bodens) aus Aluminium. Die Wandstärke des Wurfmittelbehälters 3 und
die Materialstärke des Deckels 5 betragen etwa 0,25 mm.
[0015] Im Inneren des Wurfmittelbehälters 3 befindet sich in der Befestigungsplatte 71 eingesetzt
eine Anzündzerlegereinheit 33. Diese Anzündzerlegereinheit 33 besteht aus einer Hülse
75, die eine Anzündzerlegerladung 35 enthält und die an ihrem in der Befestigungsplatte
71 befindlichen Ende einen nach innen gebördelten Rand 77 aufweist, der in eine Deckscheibe
79 eingreift, über die die Hülse 75 mittels einer Lochschraube 81 und eine Ringdichtung
115 dicht schließend in der Befestigungsplatte 71 am Boden 29 des Wurfmittelbehälters
3 befestigt ist. Die Bohrung in der Deckscheibe 79 ist mit einer aufgeklebten Folie
119, vorzugsweise einer Zinnfolie, abgedeckt, und diese schließt hierdurch den Anzündzerlegersatz
35 gegenüber dem Anzündverzögerungssatz 31 ab. Den Anzündzeriegersatz durchläuft auf
seiner ganzen Länge eine Anzündseele 37 aus Nitrozellulose-Pulverröhrchen. Vorzugsweise
hat dieses Pulverröhrchen einen Durchmesser von 1,3mm und ein durchgehendes Innenloch
von 0,2mm Durchmesser. Im Abstand von der Hülse 75 der Anzündzerlegereinheit 33 bis
zur Wandung 41 des Wurfmittelbehälters 3 erstreckend ist im Inneren des Wurfmittelbehälters
3 ein Wurfmittel 73 angeordnet, bei dem es sich um kreissektorförmige Blättchen 83
mit Brennschichten handelt Diese kreissektorförmigen Blättchen 83 sind im Inneren
des Wurfmittelbehälters 3 somit mit Abstand um die Hülse 75 der Anzündzerlegereinheit
33 herum schichtförmig angeordnet. Die Hülse 75 der Anzündzerlegereinheit 33 besteht
genauso wie der Wurfmittelbehälter 3 und sein Deckel 5 sowie seine Befestigungsplatte
71 aus Aluminium. Hülse 75, Wurfmittelbehälter 3 und Deckel 5 haben jeweils eine Wandstärke
von etwa 0,25mm.
[0016] Zwischen der Anzündzedegerhülse 75 und den Brennblättchen 83, und zwar an diese anschlie-
βend, ist eine zweite Hülse 84 vorgesehen, die eine extrem dünne Wandstärke aufweist.
Der Ringraum zwischen den beiden Hülsen 75 und 84 ist mit einer Anzündhilfe-Masse
85 angefülft, und zwar mit lose geschüttetem roten Phosphor.
[0017] Beim Zünden des Anzündzerlegersatzes 35 entzündet dieser die Anzündhilfe-Masse 85,
die während ihres kurzzeitigen Abbrands eine Infrarotstrahlung beträchtlicher Stärke
abgibt und zugleich die Brennblättchen 83 großflächig anzündet. Dieses großflächige
Anzünden der Brennblättchen 83 ergibt sich dadurch, daß sich durch den Abbrand der
Anzündhilfe-Masse 85 um den Wurfkörper herum ein Feuerball bildet, den die Brennblättchen
83 durchfliegen. Die Brennblättchen 83 geraten deshalb auch dann sehr schnell großflächig
in Brand und dies auch, wenn die Brennschicht sehr reaktionslangsam ist, also beispielsweise
passiviert oder mit einer Passivierungsschicht überzogen ist.
[0018] In Bezug auf die erwähnte gleichmäßige, großflächige Anzündung aller Brennblättchen
spielt auch eine wesentliche Rolle, daß der Anzündzerlegersatz auf seiner ganzen Länge
gleichmäßig durchreagiert, um damit auch die Anzündhilfe gleichmäßig ringsum und auf
der ganzen Länge wirksam werden zu lassen. Gefördert wird dies durch die zentral im
Anzündzerlegersatz angeordnete Anzündseele aus Nitrozellulose-Pulver, die sich aufgrund
ihrer leichten Entzündlichkeit, der hohen Abbrandgeschwindigkeit und der Gasabspaltung
beim Abbrand hinsichtlich eines schnellen Abbrandes stabilisierend auswirkt. Ohne
diesen Abbrandstabilisator könnte die Gefahr bestehen, daß Schwankungen in der Reaktionsgeschwindigkeit
auftreten, die im Laufe der Lagerung infolge einer ungleichmäßigen Verdichtung des
Satzes verursacht werden können, wobei diese ungleichmäßigen Verdichtungen beispielsweise
durch Rütteln beim Transport hervorgerufen werden.
[0019] Durch die Abstimmung von Menge und Reaktionsgeschwindigkeit der Anzündhilfe-Masse
85 und der Reaktionsgeschwindigkeit der Brennschicht der Brennblättchen 83, gegebenenfalls
unter Anwendung eines Gemisches aus langsam und schnell abbrennenden Blättchen ist
es möglich, das Strahlungsloch nach dem Strahlungsblitz des Anzündzerlegersatzes 35
wesentlich zu verkürzen oder gar völlig zu überbrücken, und zwar unabhängig von der
Gesamtbrennzeit des Scheinziels. Es kann somit allen eingangs erwähnten Fällen des
Objektschutzes Rechnung getragen werden.
[0020] Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel
beschränkt, sondern es sind diesem gegenüber zahlreiche Abwandlungen möglich. So ist
beispielsweise die zweite Hülse 84 nicht zwingend erforderlich; die Anzündhilfe-Masse
83 kann auch in den Ringraum zwischen Hülse 75 und Brennblättchenstapel eingefüllt
werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Brennblättchen 83 bis an die Hülse
75 heranreichen und damit den Ringraum wegfallen zu lassen, wobei dann die Blättchen
selbst mit der Anzündhilfe-Masse 83 bestäubt sind oder diese als oberste Schicht auf
die Blättchen aufgebracht ist. Schließlich ist es auch möglich, eine andere Anzündhilfe-Masse
als roten Phosphor zu verwenden, jedoch ist dieser vorzuziehen, weil er üblicherweise
auch Bestandteil der Brennschicht der Blättchen 83 ist.
1. Wurfkörper zur Darstellung eines Infrarot-Flächenstrahlers, der aus einem elektrisch
betätigbaren Kontaktkopf (1), einem daran angeordneten, mit einem Deckel (5) verschlossenen,
dosenförmigen Wurfmittelbehälter (3), einer mit dem Kontaktkopf in Verbindung stehenden,
den Wurfmittelbehälter zentral durchsetzenden Anzündzeriegerhülse (75), einer in der
Anzündzerlegerhülse untergebrachten Anzündzerlegerladung (35) zum Anzünden eines um
die Anzündzerlegerhülse herum angeordneten, brennbaren Wurfmittels (73) und zum Zerlegen
der Wandung des Wurfmittelbehälters, und aus das Wurfmittel darstellenden Brennblättchen
(83) mit einer aus einer Brandpaste bestehenden Brennschicht besteht, und in dem zwischen
der Anzündzerlegerhülse (75) und der Brennschicht der Brennblättchen (83) eine schnell
abbrennende Masse (85) als Anzündhilfe vorgesehen ist.
2. Wurfkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Brennblättchen (83)
unterschiedliche Brenngeschwindigkeiten aufweisen.
3. Wurfkörper nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Anzündhilfe-Masse
(85) roter Phosphor in Pulverform ist.
4. Wurfkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Anzündhilfe-Masse
(85) auf die Brennblättchen (83) aufgestäubt oder als Schicht auf diese aufgebracht
ist.
5. Wurfkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
der Anzündzerlegerhülse (75) und den Brennblättchen (83) ein konzentrischer,sich im
wesentlichen über die ganze Länge der Anzündzerlegerhülse (75) erstreckender Ringraum
freigelassen und dieser mit der Anzündhilfe-Masse (85) angefüllt ist.
6. Wurfkörper nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Anzündzerlegerhülse
(75) konzentrisch von einer dünnwandigen Hülse (84) umgeben ist, wobei der Zwischenraum
zwischen den beiden Hülsen (75, 84) mit der Anzündhilfe-Masse (85) angefülft ist.
7. Wurfkörper nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest zwei Gruppen
von Brennblättchen (83) vorgesehen sind, wobei die eine Gruppe mit einer schnell reagierenden,
die andere Gruppe mit einer vergleichsweise langsam abbrennenden Brennschicht versehen
ist.
8. Wurfkörper nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Brennschicht der Gruppe
von Brennblättchen (83) langsamer Reaktionszeit eine zumindest teilweise passivierte
Brennschicht aufweist.
9. Wurfkörper nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß bei Brennblättchen (83)
auf der Basis von rotem Phosphor die Passivierung durch einen Zusatz von Aluminiumhydroxyd
bewirkt ist.
10. Wurfkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Anzündzerlegerhülse
(75) eine Nitrozellulose-Seele (37) als Abbrandstabilisator enthält.
1. Projectile for representing a wide-angle infrared emitter which comprises an electrically
actuatable contact head (1), a box-shaped propellant container (3) closed by a lid
(5) and arranged on the contact head, a self-destroying ignition sleeve (75) connected
to the contact head and penetrating the centre of the propellant container, a self-destroying
ignition charge (35) housed in the self-destroying ignition sleeve for igniting a
combustible propellant (73) arranged round the self-destroying ignition sleeve and
for destroying the wall of the propellant container, and combustible leaves (83),
having a combustible layer consisting of an incendiary paste, comprising the propellant
and in which a rapid-burning material (85) is provided as an ignition aid between
the self-destroying ignition sleeve (75) and the combustion layer of the combustible
leaves (83).
2. Projectile according to claim 1, characterised in that the combustible leaves (83)
have different combustion rates.
3. Projectile according to claim 1 or 2, characterised in that the priming material
(85) is red phosphorus in powder form.
4. Projectile according to one of claims 1 to 3, characterised in that the ignition
aid material (85) is sprayed onto the combustible leaves (83) or is applied to them
in a layer.
5. Projectile according to one of claims 1 to 3, characterised in that between the
self-destroying ignition sleeve (75) and the combustible leaves (83) a concentric
annular chamber extending substantially over the entire length of the self-destroying
ignition sleeve (75) is kept free and is filled with the ignition aid material (85).
6. Projectile according to claim 5, characterised in that the self-destroying ignition
sleeve (75) is surrounded concentrically by a thin-walled sleeve (84), the intermediate
space between the two sleeves (75, 84) being filled with the ignition aid material
(85).
7. Projectile according to claim 2, characterised in that at least two groups of combustible
leaves (83) are provided, one group being provided with a rapid-reacting combustion
layer and the other group with a comparatively slow-buming combustion layer.
8. Projectile according to claim 7, characterised in that the combustion layer of
the group of combustible leaves (83) of slow reaction time has an at least partially
passivated combustion layer.
9. Projectile according to claim 8, characterised in that in the case of combustible
leaves (83) with a red phosphorus base passivation is effected by the addition of
aluminium hydroxide.
10. Projectile according to one of claims 1 to 9, characterised in that the self-destroying
ignition sleeve (75) contains a nitro cellulose core (37) as a bum stabiliser.
1. Projectile pour former un nuage de rayonnement infrarouge, qui se compose d'une
tête de contact (1) pouvant être actionnée électriquement, d'un réceptacle de projectile
(3) en forme de boîte, disposé sur la tête et fermé par un couvercle (5), d'un fourreau
d'enclenchement d'amorçage (75), relié à la tête de contact et traversant centralement
le réceptacle de projectile, d'une charge de déclenchement d'amorçage (35) disposée
dans le fourreau de déclenchement d'amorçage et servant à l'amorçage d'un agent de
propulsion (73) combustible et disposé autour du fourreau de déclenchement d'amorçage
et qui sert à briser la paroi du réceptacle de projectile, ainsi que de feuillets
combustibles (83) constituant l'agent de propulsion et pourvus d'une couche combustible
se composant d'une pâte combustible, et dans lequel il est prévu entre le fourreau
de déclenchement d'amorçage (75) et la couche combustible des feuillets combustibles
(83) une charge (85) brûlant rapidement et servant d'auxiliaire d'amorçage.
2. Projectile selon la revendication 1, caractérisé en ce que les feuillets combustibles
(83) ont des vitesses de combustion différentes.
3. Projectile selon une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que la charge
auxiliaire d'amorçage (85) est du phosphore rouge sous forme de poudre.
4. Projectile selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la charge
auxiliaire d'amorçage (85) est déposée par saupoudrage sur les feuillets combustibles
(83) ou bien est déposée sous forme d'une couche sur ceux-ci.
5. Projectile selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'il est prévu
entre le fourreau de déclenchement d'amorçage (75) et les feuillets combustibles (83)
un volume annulaire concentrique, s'étendant sensiblement sur toute la longueur du
fourreau de déclenchement d'amorçage (75) et ce volume est rempli de la charge auxiliaire
d'amorçage (85).
6. Projectile selon la revendication 5, caractérisé en ce que le fourreau de déclenchement
d'amorçage (75) est entouré concentriquement par un fourreau à paroi mince (84), le
volume intermédiaire existant entre les deux fourreaux (75, 84) étant rempli avec
la charge auxiliaire d'amorçage (85).
7. Projectile selon la revendication 2, caractérisé en ce qu'il est prévu au moins
deux groupes de feuillets combustibles (83), l'un des groupes étant pourvu d'une couche
combustible réagissant rapidement tandis que l'autre groupe est pourvu d'une couche
combustible brûlant comparativement lentement.
8. Projectile selon la revendication 7, caractérisé en ce que la couche combustible
du groupe de feuillets combustibles (83) ayant la durée de réaction la plus lente
comporte une couche combustible passivée au moins partiellement.
9. Projectile selon la revendication 8, caractérisé en ce que, dans le cas de feuillets
combustibles (83) à base de phosphore rouge, la passivation est obtenue par une addition
d'hydroxyde d'aluminium.
10. Projectile selon une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que le fourreau
de déclenchement d'amorçage (75) contient un noyau de nitrocellulose (37) servant
de stabilisateur de brûlage.
