[0001] Die Erfindung betrifft eine fahrbare Gleisbearbeitungsmaschine, insbesondere Stopf-
und Richtmaschine, mit einer Einrichtung zum Biegen der Enden verlegter Schienen im
Bereich von Stoßstellen, bestehend aus wenigstens einem über der Schiene angeordneten
und zum Maschinenrahmen höhenverstellbaren Tragrahmen, der mit an seinen in Maschinenlängsrichtung
sich erstreckenden Endbereichen angeordneten und gegen die Schienenoberseite anlegbaren
Widerlagern und einem mittigen, zum Angriff an die Schiene ausgebildeten, zangenartigen
Hebewerkzeug versehen ist.
[0002] Es ist eine fahrbare Gleisbearbeitungsmaschine dieser Art - gemäß DE-PS 24 18 318
der gleichen Anmelderin - mit einer Einrichtung zum Biegen der Schienenenden im Bereich
von Stoßstellen bekannt. Diese besteht aus einem über zwei voneinander distanzierte
Fahrwerke am Gleis geführten Tragrahmen, der durch Höhenverstellantriebe zum Maschinenrahmen
verstellbar ist. Mittig zwischen diesen gleichzeitig als Widerlager dienenden Fahrwerken
ist ein zangen- oder hakenartiges Hebewerkzeug zum Angriff an die Schiene vorgesehen,
das zum Anheben der Schienenenden durch einen Zylinder-Kolben-Antrieb der Höhe nach
verstellbar ausgebildet ist. Beidseits des Hebewerkzeuges ist jeweils eine höhenverstellbare
und durch eine Fixier- bzw. Feststellvorrichtung mechanisch blockierbare Halterolle
am Tragrahmen angeordnet. Zur Steuerung der verschiedenen Antriebe der Biegeeinrichtung
ist eine mit dem gewünschten Biegewert einstellbare Steuereinrichtung sowie eine als
Meßwertwandler ausgebildete, am Tragrahmen angeordnete Skala mit einem auf dem Schienenstoß
aufliegenden Tastorgan vorgesehen. Beim Aufwärtsbiegen durch Höhenverstellung des
Hebewerkzeuges werden auf den Schienenenden aufliegende Halterollen unter Verstimmung
des Meßwertwandlers mitsamt dem Abtastorgan angehoben, bis das vom Wandler abgegebene
Signal mit dem voreingestellten Soll-Wert übereinstimmt. Der gesamte Biegevorgang
wird zweckmäßigerweise in einem einzigen Arbeitsgang durchgeführt.
[0003] Es ist - gemäß AT-PS 348 569 der gleichen Anmelderin - auch eine fahrbare Gleisstopfmaschine
mit einer Einrichtung zum Biegen der Schienenenden im Bereich von Stoßstellen bekannt.
Diese besteht aus einem am Maschinenrahmen angelenkten höhenverstellbaren Tragrahmen,
an dessen Längsenden jeweils ein Widerlager in Form eines hydraulischen Druckzylinders
mit abwärtsgerichteten, an die Schienenlauffläche anlegbaren Druckstempeln angeordnet
ist. Zwischen diesen ist ein als Hebehaken zum Angriff unterhalb des Schienenfußes
ausgebildetes, quer zur Maschinenlängsrichtung verschwenkbares Hebewerkzeug vorgesehen,
das in einer zur Maschinen-Außenseite offenen Einbuchtung des Tragrahmens in einem
vertikalen Führungsschlitz zum Aus- bzw. Einschwenken höhenverstellbar gelagert ist.
Der Hebehaken ist zusätzlich über einen Bolzen in einem weiteren, zum Teil gekrümmten
Führungsschlitz geführt und im Bereich seines unteren Endes mit einem am Tragrahmen
abgestützten Hydraulikzylinder zum seitlichen Verschwenken verbunden. Zwischen Hebehaken
und Druckstempel ist jeweils eine am Schienenkopf abrollbare Spurkranzrolle sowie
ein Heberollenpaar am Tragrahmen angeordnet, so daß die bekannte Einrichtung auch
als Gleishebe-Richtaggregat zum Heben und Richten des Gleises in die Soll-Lage einsetzbar
ist. Für den Biegevorgang mit dieser Maschine wird der Hebehaken unter den Fuß der
von den Heberollenpaaren festgehaltenen Schiene seitlich eingeschwenkt und der Druckstempel
jedes Widerlagers auf die Schienenfahrfläche abgesenkt. Die Größe des in der vertikalen
Schienenlängsebene wirksamen Biegemomentes ist hiebei durch die Höhenverstellung der
Druckstempel individuell veränderbar. Sehr stark eingefahrene Schienenstöße werden
weiters in vorteilhafter Weise bis über das Niveau der anderen Schienen bzw. Schiene
hinaus aufgebogen. Diese bekannte Einrichtung für die relativ neue Technologie des
Schienenstoß-Biegens verlegter Schienen hat sich im Einsatz bereits gut bewährt. Nachteilig
ist jedoch der Angriff des Hebehakens unter dem Schienenfuß, da oft das Schwellenfach
vom Schotter freigemacht werden muß, um genügend Platz für den Hebehaken-Angriff zu
schaffen.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung besteht nun darin, eine fahrbare Gleisbearbeitungsmaschine
der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, mit der bei konstruktiv einfacher Ausbildung
auch sehr hohe Biegekräfte problemlos auf die verlegte Schiene übertragbar sind.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung wird nun mit der eingangs beschriebenen Gleisbearbeitungsmaschine
dadurch gelöst, daß als Hebewerkzeug zwei Hebezangen vorgesehen sind, die zwischen
den, als hydraulisch höhenverstellbaren Druckstempel ausgebildeten Widerlagern und
symmetrisch zur Schienenvertikalebene angeordnet, sowie am Tragrahmen um eine in Maschinenlängsrichtung
verlaufende Achse verschwenkbar gelagert sind, wobei jede zum Angriff unter dem Schienenkopf
ausgebildete Hebezange mit einem eigenen Verschwenkantrieb verbunden ist. Mit der
beidseitigen Einspannung des Schienenkopfes durch das mittige, am Tragrahmen seitlich
verschwenkbar angelenkte Hebezangenpaar sind auch sehr hohe, durch beide Druckstempel
auf die Schienen gerichtete Anpreßkräfte über den Tragrahmen in vorteilhafter Weise
beidseitig als Biegekräfte in die Schiene einleitbar, so daß vor allem auch größeren
Querschnitt aufweisende Schienen mit großer Genauigkeit biegbar sind. Dabei sind zusätzlich
durch die einfach und stabil auszuführende, seitlich verschwenkbare Lagerung beider
Hebezangen auch höchste und stoßförmig einwirkende Biegekräfte unter für die Hebewerkzeuge
und auch die Schienenbefestigungsmittel vorteilhafter symmetrischer Lastaufteilung
auf die - durch den Angriff der Hebezangen unter dem Schienenkopf leicht und rasch
erfaßbare - Schiene übertragbar. Diese besonders stabile und auch robusten Einwirkungen
standhaltende Lagerung der Hebezangen sowie die innige - durch die Anpreßkräfte der
jeder Hebezange zugeordneten Verschwenkzylinder noch verstärkte - Verbindung zwischen
Zangen und Schiene ist daher besonders für einen die Biegegenauigkeit erhöhenden,
jedoch insbesondere die Hebeorgane durch wiederholte extreme Stoßbelastung stark beanspruchenden
schrittweisen Biegevorgang geeignet. Mit dieser einfachen Konstruktion mit Angriff
der Hebezangen unter dem Schienenkopf wird auch eine Leistungssteigerung erreicht.
[0006] Nach einer weiteren vorteilhaften Merkmalsanordnung nach der Erfindung sind beide
Hebezangen bzw. das Hebezangenpaar auf einem Zwischenträger seitlich verschwenkbar
gelagert, der in einer Ausnehmung des Tragrahmens quer zur Maschinenlängsrichtung
beweglich angeordnet ist. Durch diese pendelähnliche Lagerung der beiden Hebezangen
an einem in Querrichtung im wesentlichen frei beweglichen Zwischenträger ist in besonders
vorteilhafter Weise bei jedem Hebevorgang eine Zentrierung für einen automatischen
Lastausgleich zur gleichmäßigen Belastung der Hebezangen sowie für eine genaue Biegung
in der Schienenvertikalebene erzielbar. Somit führen - insbesondere in Gleisbögen
- geringfügige Querverschiebungen der Längsmitte von Biegeeinrichtung und Schiene
oder z.B. der Schienenverwindungen zu keiner nachteiligen einseitigen überbelastung.
[0007] Eine weitere vorteilhafte Ausführung nach der Erfindung besteht darin, daß der vorzugsweise
in Maschinenlängs- und Hebezangenpaar-Ebene symmetrisch ausgebildete Zwischenträger
im Bereich seines unteren, an den Tragrahmen angrenzenden Auflagers konkav gewölbt
ausgebildet und zwischen dem Auflager des Zwischenträgers und dem Tragrahmen ein zum
Verschleiß geeigneter Abstützteil angeordnet ist. Diese vorteilhafte Lagerung des
Zwischenträgers ermöglicht mit geringstem konstruktiven Aufwand diese pendelnde Aufhängung
der beiden Hebezangen, die auch besonders hohen Belastungen bei ständigem automatischem
Lastausgleich standhält. Durch die Anordnung eines Abstützteiles, der nach stärkerer
Abnützung leicht austauschbar ist, ist der Tragrahmen vor Abnützung sowie Festigkeitsminderung
schützbar.
[0008] Eine besonders vorteilhafte Ausbildung nach der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet,
daß die Anlenkstelle des vorzugsweise Hydraulik-Verschwenkantriebes an der Hebezange
von der dem Tragrahmen unmittelbar benachbarten Anlenkstelle des Zwischenträgers und
Hebezange in Maschinen-Querrichtung im Abstand angeordnet ist. Durch die dem Tragrahmen
unmittelbar benachbarte Anlenkstelle der Hebezange kann die insbesondere auch für
die Biegegenauigkeit nachteilige Biegebelastung des Zwischenträgers auch bei höchsten
Biegekräften gering gehalten werden. Mit der seitlichen Distanzierung der Anlenkstelle
von Hebezange und Verschwenkantrieb wird eine vorteilhafte Hebelwirkung gebildet,
die zu einer Erhöhung der Zangenschließkräfte für eine höhere Sicherheit der Fixierung
des Schienenkopfes führt.
[0009] Die Erfindung bezieht sich weiters auf ein besonders vorteilhaftes Verfahren zum
Biegen der Schienenenden im Bereich von Stoßstellen mit einer erfindungsgemäßen Gleisbearbeitungsmaschine,
wobei die Schienenenden gegen den Widerstand von auf die Schiene drückenden Widerlagern
zu einer bleibenden Verformung angehoben werden. Dieses Verfahren besteht darin, daß
unter Verwendung der beiden äußeren, auf die Schienen aufgelegten Druckstempel als
Meßbasis durch zwei im Bereich der Stoßstelle angeordnete,.auf den Schienenenden aufliegende
und mit elektrischen Wegaufnehmern in Verbindung stehende Verschiebungsaufnehmer die
Abweichung von der Meßbasis festgestellt und diese einer Steuereinrichtung zugeführt
wird, und anschließend die Stoßenden durch die zwischen den Druckstempel befindlichen
Hebezangen unterhalb des Schienenkopfes erfaßt und durch Beaufschlagung der beiden
Druckstempel unter kontinuierlicher Messung des Verschiebeweges bzw. Biegewertes schrittweise
auf einen vorgewählten Oberbiege-Toleranzwert angehoben werden, wobei zwischen den
einzelnen Biegeschritten - unter Beibehaltung der Einspannung des Schienenkopfes zwischen
den Hebezangen - jeweils eine Entlastung der Druckstempel erfolgt und die Biegewerte
automatisch mit zunehmender Näherung zum Oberbiegungs-Toleranzwert - in Abhängigkeit
von den im entlasteten Zustand abgenommenen Meßwerten - verkleinert werden. Dieses
erfindungsgemäße Verfahren auf der Basis einer Schienenstoß-Biegung durch wiederholtes
Aufbringen von Kräften unter ständiger Messung des Biegeweges ist insbesondere im
Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Ausbildung des Hebeorganes noch rascher und
genauer durchführbar, da der freiliegende Schienenkopf ohne zusätzliche Vorarbeiten
rasch und sicher erfaßbar und auch durch die beidseitige Einspannung mittels der Hebezangen
während der gesamten Biegung zwangsgeführt ist. Dies ist besonders während der Druckentlastung
nach den einzelnen Biegeschritten von Bedeutung, da durch die bleibende Einspannung
auch in diesem Zustand kein z.B. durch Eigenspannungen bedingtes seitliches Abweichen
des Schienenstoßes möglich ist.
[0010] Die Erfindung wird an Hand eines in der Zeichnung dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispieles
näher erläutert.
[0011] Es zeigen:
Fig.l eine schematische Seitenansicht einer fahrbaren Gleisstopfmaschine mit einer
Einrichtung zum Biegen der Enden einer verlegten Schiene des Gleises im Bereich einer
Stoßstelle,
Fig.2 eine vergrößerte Seitenansicht der Biegeeinrichtung nach Fig.1,
Fig.3 einen Querschnitt durch die Biegeeinrichtung gemäß der Schnittlinie III-III
in Fig.2,
Fig.4 eine teilweise Draufsicht und Schnitt durch die Biegeeinrichtung gemäß der Schnittlinie
IV-IV in Fig.2,
Fig.5 ein Kraft-Biegeweg-Diagramm als Folge einer schrittweisen Biegung des Schienenstoßes
durch die erfindungsgemäße Biegeeinrichtung und
Fig.6 ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Hebezange zum Angriff unter dem Schienenkopf
mit einer Kraftmeßeinrichtung in schematischer Teil-Seitenansicht.
[0012] Die in Fig.1 dargestellte Gleisstopf- und Richtmaschine 1 weist einen langgestreckten
Maschinenrahmen 2 auf, der endseitig im Bereich von Fahrkabinen auf Schienenfahrwerken
3 abgestützt ist, die auf einem aus Schienen 4 und Querschwellen 5 gebildeten Gleis
verfahrbar sind. Auf dem Maschinenrahmen 2 ist eine Antriebs- und Energieversorgungseinrichtung
6 angeordnet und für den Vorschub der Maschine 1 in der durch einen Pfeil 7 dargestellten
Arbeitsrichtung ist ein Fahrantrieb 8 vorgesehen. Im Bereich des hinteren Fahrwerkes
3 ist ein Stopfaggregat 9 mit beistell- und vibrierbaren Stopfwerkzeugen höhenverstell-
und querverschiebbar am Maschinenrahmen gelagert. Dem Stopfaggregat 9 ist eine Einrichtung
lo zum Biegen der Schienenenden eines verlegten Gleises im Bereich eines Schienenstoßes
11 vorgeordnet, die durch einen Zylinder-Kolben-Antrieb 12 höhenverstellbar ausgebildet
und über eine Steuereinrichtung 13 steuerbar ist. Die gesamte Biegeeinrichtung 10
ist über quer zur Maschinenlängsrichtung verlaufende, mit dem Maschinenrahmen 2 verbundene
Holme 14 von einem zum gegenüberliegenden Schienenstrang querverschiebbar. Der Biegeeinrichtung
lo unmittelbar vorgeordnet ist eine Arbeitskabine am Maschinenrahmen 2 befestigt,
durch welche eine genaue Beobachtung der Biegevorgänge möglich ist.
[0013] Die in Fig.2 bis 4 vergrößert und detailliert dargestellte Biegeeinrichtung lo besteht
aus einem länglichen, über zwei Doppel-Spurkranzrollen 15 auf der Schiene 4 abstützbaren
Tragrahmen 16, der über einen Ausleger 17 höhen- und querverstellbar mit dem Maschinenrahmen
2 verbunden ist. Jeweils endseitig in Maschinenlängsrichtung ist ein Widerlager in
Form eines hydraulischen Druckzylinders 18 mit einem an die Schienenfahrfläche anlegbaren
Druckstempel 19 mit dem Tragrahmen 16 verbunden. Mittig zwischen diesen Druckstempel
19 sind zwei symmetrisch zur Schienenvertikalebene angeordnete, um eine in Maschinenlängsrichtung
verlaufende Achse bzw,:<.Anlenkstelle 2o verschwenkbar gelagerte Hebezangen 21 als
Hebewerkzeug vorgesehen. Jede zum Angriff unter dem Schienenkopf ausgebildete Hebezange
21 ist mit einem Verschwenkantrieb 22 verbunden, der jeweils an zwei seitlichen, mit
dem Tragrahmen 16 verbundenen Auslegerarmen 23 abgestütztist.
[0014] Wie insbesondere in Fig.3 ersichtlich, sind beide Hebezangen 21 auf einem Zwischenträger
24 seitlich verschwenkbar gelagert, der in einer entsprechenden Ausnehmung 25 des
Tragrahmens 16 im wesentlichen quer zur Maschinenlängsrichtung beweglich angeordnet
ist. Im Bereich seines unteren, am Tragrahmen 16 angrenzenden Auflagers 26 ist dieser
zur Schienenvertikalebene bzw. dem Hebezangenpaar symmetrisch ausgebildete Zwischenträger
24 konkav gewölbt geformt, wobei zwischen dem Auflager 26 und dem Tragrahmen 16 ein
zum Verschleiß geeigneter Abstützteil 27 angeordnet ist. Zum besseren Verständnis
ist in Fig.3 hinter den Hebezangen 21 lediglich der Druckstempel 19 strichliert dargestellt.
Die Anlenkstelle 28 des Verschwenkantriebes 22 an der Hebezange 21 ist jeweils von
der dem Tragrahmen 16 unmittelbar benachbarten Anlenkstelle 2o von Zwischenträger
24 und Hebezange 21 in Maschinenquerrichtung distanziert angeordnet, so daß die Anpreßkraft
des Verschwenkantriebes 22 durch Hebelwirkung verstärkt auf die Hebezange 21 und von
dieser auf die Schiene 4 ausgeübt wird. Zwischen jedem Druckstempel 19 und angrenzenden
Doppel-Spurkranzrolle 15-iist ein zangenartig zueinander verstellbares Heberollenpaar
29 mit jeweils einem zur Anlage unterhalb des Schienenkopfes ausgebildeten, rotierbaren
Hebeteller (zur Vereinfachung in Fig.4 lediglich mit strichpunktierten Linien dargestellt)
am Tragrahmen 16 angelenkt. Damit ist die Biegeeinrichtung lo zusammen mit dem Höhenverstellantrieb
12 und einem an den Tragrahmen 16 angelenkten Richtantrieb 3o (Fig.4) als herkömmliches
Gleishebe- und Richtaggregat zum Nivellieren und Richten des Gleises einsetzbar.
[0015] Zur Steuerung des Biegevorganges ist eine den Verformungs- bzw. Biegeweg messende
Meßvorrichtung 31 (Fig.2 und 4) vorgesehen, die aus vier höhenverstellbar am Tragrahmen
16 geführten Tastern 32 und einem Meßbalken 33 sowie beidseits der Hebezangen 21 angeordneten,
höhenverstellbaren Verschiebungsaufnehmer 34 gebildet ist. Jeder dieser am unteren
Ende einen Tastschuh 35 aufweisenden Verschiebungsaufnehmer 34 ist im Bereich des
oberen, an den Meßbalken 33 angrenzenden Endes mit einem elektrischen Wegaufnehmer
36 verbunden. Die beiden im Bereich der Druckstempel 19 befindlichen Taster 32 sind
gelenkig mit dem Meßbalken 33 verbunden und liegen mit ihrem unteren Ende auf einer
mit dem Druckstempel 19 verbundenen Basisplatte 37 auf.
[0016] Im folgenden wird die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Biegeeinrichtung zum Biegen
der Schienenenden im Bereich von Stoßstellen verlegter Gleise näher beschrieben.
[0017] Sobald ein zum Beispiel schwebender und geschweißter Schienenstoß 11 der Schienen
4 erreicht ist, wird das Hebezangenpaar 21 durch Verfahren der Maschine 1 genau über
dem Schienenstoß 11 zentriert und die Biegeeinrichtung lo bei auseinandergespreizten
Hebezangen 21 auf die Schiene 4 abgesenkt. Diese wird durch Zusammenpressen der Heberollenpaare
29 unterhalb des Schienenkopfes erfaßt und in die durch das Gleisricht- und Nivellier-Bezugssystem
der Maschine 1 festgestellte Soll-Lage des Gleises mittels des Antriebes 12 und gegebenenfalls
auch des Richtantriebes 3o verbracht. Anschließend werden beide Hebezangen 21 durch
Betätigung der ihnen zugeordneten Verschwenkantriebe 22 unterhalb des Schienenkopfes
an die Schiene 4 angepreßt, wobei durch als Sicherheitseinrichtung dienende Endschalter
38 (Fig.3) jede folgende Beaufschlagung der Druckstempel 19 unterbrochen wird, falls
die Hebezangen 21 nicht im vollständigen Eingriff mit der Schiene 4 stehen. Soferne
also durch die korrekte Endlage der Hebezangen 21 keine Unterbrechung durch die beiden
Endschalter 38 erfolgt, werden als nächstes die beiden Druckstempel 19 automatisch
durch die Steuereinrichtung 13 beaufschlagt und auf die Schiene 4 aufgelegt. Dabei
werden die auf den Basisplatten 37 aufliegenden Taster 32 ebenfalls abgesenkt und
bilden für die Messung des erforderlichen Biegeweges eine Null-Basis. Abweichend von
dieser Null-Basis werden die beiden Tastschuhe 35 der mittigen Verschiebungsaufnehmer
34 entsprechend der Absenkung des Schienenstosses 11 auf die Schienenenden aufgelegt.
Dabei wird durch die elektrischen Wegaufnehmer 36 die Abweichung vom die Null-Basis
darstellenden Meßbalken 33 festgestellt und das entsprechende Meßsignal als Steuerungsgröße
für den folgenden iterativen (schrittweisen) Biegevorgang der mit einer integrierten
Steuerelektronik ausgebildeten Steuereinrichtung 13 zugeführt.
[0018] Die erste Biegung wird durch Beaufschlagung der - mit den Hebezangen 21 ein 3-Punkt-Biegesystem
bildenden Druckstempel 19 zur Erzeugung von durch Kraftpfeile 39 (Fig.2) dargestellten
Andrückkräfte auf die Schiene 4 eingeleitet. Durch die Absenkung der Druckstempel
19 kommt es zu einem Abheben des Tragrahmens 16 mitsamt den darauf befestigten Hebezangen
21, wodurch mit diesen eine durch einen Kraftpfeil 4o dargestellte, nach oben gerichtete
Biegekraft ausgeübt wird. Nach erfolgter Biegung werden die Druckstempel 19 entlastet
und der Weg der Biegung mit Hilfe der Verschiebungsaufnehmer 34 festgestellt. Dieser
Biegeweg als Ergebnis des vorausgegangenen Biegeschrittes bildet das Biegemaß für
den nächstfolgenden Biegevorgang, das durch die Steuereinrichtung 13 automatisch ermittelt
wird. Die Tätigkeit des Maschinisten beschränkt sich dabei auf das Auslösen des Biegeprozesses
durch Tastendruck auf die Steuereinrichtung 13 und auf die überwachung des gesamten
Biegevorganges. Dieser ist abgeschlossen, sobald ein voreingestellter Toleranzwert
erreicht ist. Der auf den Soll-Wert angehobene Schienenstoß 11 wird folglich noch
durch das Stopfaggregat 9 der Maschine 1 zur Vermeidung weiterer Verformungsbelastungen
unterstopft.
[0019] In Fig.5 ist der schrittweise durchgeführte Biegevorgang auf einem Diagramm graphisch
dargestellt, wobei 46 der Kraft und 47 dem Verformungs- bzw. Biegeweg entspricht.
Die Größe 48 zeigt den gesamten, einen Toleranzwert 51 aufweisenden Biegeweg, wobei
die Differenz zwischen 48 und 49 dem im ersten Biegeschritt erreichten Biegeweg entspricht.
Die Differenz zwischen 49 und 5o bzw. 5o und 51 entspricht dem zweiten bzw. dritten
Biegeschritt. Wie aus dem Kraftlinienverlauf deutlich ersichtlich, ist wegen des elastischen
Biegeverhaltens bei jedem Biegeschritt eine über den tatsächlichen Biegewert erforderliche
Verschiebung des Schienenstoßes notwendig, um schließlich eine plastische Verformung
zu erhalten.
[0020] Es ist aber auch, wie in Fig.6 schematisch dargestellt, durch Ausbildung eines zu
einer Basisplatte 41 einer Hebezange 42 beweglich ausgebildeten Anpreßteiles 43 und
Zwischenschaltung von Kraftmeßgeräten 44, z.B. auf Basis der Piezo-Elektrizität oder
Kraftmeßdosen, möglich, während der Biegung zusätzlich zum Biegeweg auch gleichzeitig
die Biegekraft zu messen. Dadurch kann z.B. bei Eingabe des Querschnittes der zu biegenden
Schiene 45 sowie des erforderlichen Biegeweges in einen Prozeßrechner automatisch
die für die Biegung erforderliche Kraft ermittelt und als Steuergröße für die dann
in einem Schritt durchführbare Biegung eingesetzt werden.
1. Fahrbare Gleisbearbeitungsmaschine, insbesondere Stopf-und Richtmaschine, mit einer
Einrichtung zum Biegen der Enden verlegter Schienen im Bereich von Stoßstellen, bestehend
aus wenigstens einem über der Schiene angeordneten und zum Maschinenrahmen höhenverstellbaren
Tragrahmen, der mit an seinen in Maschinenlängsrichtung sich erstreckenden Endbereichen
angeordneten und gegen die Schienenoberseite anlegbaren Widerlagern und einem mittigen,
zum Angriff an die Schiene ausgebildeten, zangenartigen Hebewerkzeug versehen ist,
dadurch gekennzeichnet , daß als Hebewerkzeug zwei Hebezangen (21) vorgesehen sind,
die zwischen den, als hydraulisch höhenverstellbaren Druckstempel (19) ausgebildeten
Widerlagern und symmetrisch zur Schienenvertikalebene angeordnet, sowie am Tragrahmen
um eine in Maschinenlängsrichtung verlaufende Achse verschwenkbar gelagert sind, wobei
jede zum Angriff unter dem Schienenkopf ausgebildete Hebezange (21) mit einem eigenen
Verschwenkantrieb (22) verbunden ist.
2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beide Hebezangen (21) bzw.
das Hebezangenpaar auf einem Zwischenträger (24) seitlich verschwenkbar gelagert sind,
der in einer Ausnehmung (25) des Tragrahmens (16) quer zur Maschinenlängsrichtung
beweglich angeordnet ist.
3. Maschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der vorzugsweise in
Maschinenlängs- und Hebezangenpaar-Ebene symmetrisch ausgebildete Zwischenträger (24)
im Bereich seines unteren, an den Tragrahmen (16) angrenzenden Auflagers (26) konkav
gewölbt ausgebildet und zwischen dem Auflager (26) des Zwischenträgers (24) und dem
Tragrahmen (16) ein zum Verschleiß geeigneter Abstützteil (27) angeordnet ist.
4. Maschine nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Anlenkstelle des vorzugsweise Hydraulik-Verschwenkantriebes (22) an der Hebezange
(21) von der dem Tragrahmen unmittelbar benachbarten Anlenkstelle des Zwischenträgers
(24) und Hebezange (21) in Maschinen-Querrichtung im Abstand angeordnet ist.
5. Verfahren zum Biegen der Schienenenden im Bereich von Stoßstellen mit einer Maschine
nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Schienenenden gegen den Widerstand von-auf
die Schiene drückenden Widerlagern zu einer bleibenden Verformung angehoben werden,
dadurch gekennzeichnet daß unter Verwendung der beiden äußeren, auf die Schienen aufgelegten
Druckstempel als Meßbasis durch zwei im Bereich der Stoßstelle angeordnete, auf den
Schienenenden aufliegende und mit elektrischen Wegaufnehmern in Verbindung stehende
Verschiebungsaufnehmer die Abweichung von der Meßbasis festgestellt und diese einer
Steuereinrichtung zugeführt wird, und anschließend die Stoßenden durch die zwischen
den Druckstempel befindlichen Hebezangen unterhalb des Schienenkopfes erfaßt und durch
Beaufschlagung der beiden Druckstempel unter kontinuierlicher Messung des Verschiebeweges
bzw. Biegewertes schrittweise auf einen vorgewählten Oberbiege-Toleranzwert angehoben
werden, wobei zwischen den einzelnen Biegeschritten - unter Beibehaltung der Einspannung
des Schienenkopfes zwischen den Hebezangen - jeweils eine Entlastung der Druckstempel
erfolgt und die Biegewerte automatisch mit zunehmender Näherung zum Oberbiegungs-Toleranzwert
- in Abhängigkeit von den im entlasteten Zustand abgenommenen Meßwerten - verkleinert
werden.