[0001] Die Erfindung betrifft eine Abstützung zwischen einer ein Axial-Drucklager enthaltenden
Grundplatte einer axialschubbelasteten Kolbenbrennkraftmaschine, insbesondere einer
Antriebsmaschine für eine Schiffsschraube, und der Deckplatte des Schiffsfundamentes,
wobei die Grundplatte der Maschine über Pass-Stücke aus Metall oder aus Kunststoff
auf der Fundamentdeckplatte aufliegt und mit Hilfe von Fundamentschrauben über je
einen Pass-Sitz mit dem Fundament verbunden ist.
[0002] Eine bekannte Art - "Germanischer Lloyd - Richtlinien für die maschinenbauliche Fundamentierung
von Motoren-Anlagen" September 1984, Abb. 5 und 8 -, eine Antriebsmaschine auf dem
Fundament eines Schiffskörpers zu befestigen, besteht darin, unter Zwischenlage von
Pass-Stücken über eine Passschraubenverbindung, bei der eine Pass-Schraube mit entin
sprechenden Pass-Sitzen/der Grundplatte, dem Pass-Stück und der Deckplatte "zusammenwirkt",
eine Verbindung zwischen Grundplatte der Maschine und Deckplatte des Fundamentes herzustellen.
Diese Art der Verbindung wird bevorzugt, wenn z.B. für die Anbringung sogenannter
Frontstopper nicht genügend Platz vorhanden ist. Als Pass-Stücke, auf denen die Maschine
aufliegt, werden dabei Metall- oder Kunststoffklötze, z.B. aus im Handel erhältlichen
Giessharzen, verwendet.
[0003] Der wesentliche Nachteil der geschilderten Verbindung besteht darin, dass im Schiffskörper
in die Deckplatte Pass-sitze eingearbeitet werden müssen, was mühsam und aufwendig
ist.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, bei der genannten Art der Abstützung zwischen dem Antrieb
und dem Schiffskörper den Aufwand für die Herstellung der Pass-Sitz-Verbindungen zu
verringern. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Abstützung
über in Schubrichtung verlaufende vertikal stehende, auf die Fundamentdeckplatte aufgeschweisste
Schubbleche erfolgt, die zu einem Winkel abgebogen und über die Fundamentschrauben
aufnehmende Passhülsen in ihrem freien Schenkel mit dem Fuss der Grundplatte verbunden
sind.
[0005] Der Pass-Sitz ist auf diese Weise in eine Pass-Hülse, die in das Schubblech eingesteckt
ist, verlegt; die ganze Pass-Sitz-Verbindung kann somit - sowohl in der Grundplatte
als auch in der Hülse - fabrikmässig vorgefertigt werden.
[0006] Ein weiterer Nachteil der geschilderten bekannten Abstützungen ergibt sich bei Giessharz-Zwischenlagen
aus dem "Setzen" der Kunststoff-Pass-Stücke. Dieser Nachteil muss bisher durch Dehnungsbolzen
und hohe Vorspannungen der Pass-Schrauben ausgeglichen werden, was ebenfalls sehr
aufwendig ist. Bei der neuen Konstruktion erlaubt die Nachgiebigkeit der an ihrem
freien Ende zu einem Winkel gebogenen Schubbleche ein einfaches Nachgeben der Abstützung,
wenn der Kunststoff "zusammensackt"; die Steife des in Richtung des axialen Schubes
verlaufenden Bleches wird dadurch nicht beeinträchtigt, so dass die axiale Schubkraft
problemlos auf die Deckplatte bzw. das Schiffsfundament übertragen wird.
[0007] Um Spannungspitzen an den Enden der auf die Deckplatte aufgeschweissten Füsse der
Schubbleche zu verringern bzw. zu vermeiden, ist es zweckmässig, wenn das Schubblech
an seinem mit der Deckplatte verschweissten Fuss aus der Richtung der Axialschubbelastung
herausgebogen ist. Einer dadurch hervorgerufene Verringerung der elastischen Nachgiebigkeit
der Schubbleche in vertikaler Richtung lässt entgegenwirken, wenn das Schubblech im
Bereich der Ausbiegungen ausgeschnitten ist. Schliesslich kann die Steife der Schubbleche
in Axialschubrichtung im Bereich der ausgebogenen Füsse noch verstärkt werden, wenn
die gebogenen Füsse des Schubbleches durch eine horizontale Versteifungsplatte verbunden
sind.
[0008] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang
mit der Zeichnung näher erläutert.
Fig. 1 ist eine - teilweise aufgeschnittene - schematische, räumliche Skizze des Drucklagerbereiches
einer Grundplatte von einer Schiffsantriebsmaschine;
Fig. 2 ist eine Ansicht eines Schubbleches in Richtung des Pfeiles A von Fig. l;
Fig. 3 gibt einen Schnitt III-III von Fig. 2 wieder;
Fig. 4 ist der Schnitt IV-IV von Fig. 2;
Fig. 5, 6 und 7 sind den Fig. 2 - 4 entsprechende Darstellungen einer weiteren Ausführungsform
der neuen Abstützung.
[0009] In die Grundplatte 1 (Fig. 1) einer nicht weiter dargestellten Kolbenbrennkraftmaschine
für den Antrieb eines Schiffes ist ein axiales Drucklager 2 eingebaut, das die durch
den ebenfalls nicht gezeigten Schiffspropeller ausgeübte axialer Schubbkraft - Pfeil
3 - aufnimmt. Diese Schubkraft 3 wird dabei über einen Schubring 4 auf der Kurbelwelle
5 auf das Drucklager 2 übertragen und je zur Hälfte seitlich der Grundplatte 1 in
die Deckplatte 6 des Schiffsfundamentes 7 weitergeleitet. Die Grundplatte 1 liegt
auf der Deckplatte 6 über eine Kunststoffmasse 8 (Fig. 1 - 4) bzw. einzelne Metall-Pass-Stücke
9 (Fig. 5 - 7) auf.
[0010] Die Kunststoff-Zwischenlager 8, die aus einem handelsüblichen Giessharz für solche
Lagerungen bestehen, erstrecken sich dabei unter der gesamten Fläche der Grundplatte
1; die Metall-Pass-Stücke 9 sind beispielsweise aus Grauguss hergestellt und in ihrer
Höhe so eingepasst, dass die Grundplattenoberseite eine horizontale Fläche bildet.
Die Pass-Stücke 9 sind dabei in bekannter Weise einzelne, relativ kleine Klötze im
unmittelbaren Bereich der Fundamentschrauben 10.
[0011] Wie die Fig. 4 und 7 erkennen lassen, durchsetzen die Fundamentschrauben 10, auf
deren Enden Muttern 11 aufgeschraubt sind, die Deckplatte 6, die Kunststoffmasse 8
bzw. die Klötze 9 und die Grundplattenfüsse 12 in Bohrungen 13, deren Durchmesser
grösser sind als die Schraubendurchmesser. Vor allem müssen daher in die Deckplatte
6 keine Pass-Sitze für die Schrauben 10 mehr eingearbeitet werden.
[0012] Ein passgenauer Sitz zwischen der Grundplatte 1 und der Fundamentdeckplatte 6 wird
gewährleistet durch eine Pass-hülse 14, die von der Schraube 10 ebenfalls mit Spiel
durchdrungen wird. Die Hülse 14 ist jedoch einerseits in eine Bohrung 15 (Fig. 4 und
7) des Grundplattenfusses 12 und andererseits in in die Horizontale abgebogene Schubbleche
16 eingepasst, von denen je eines symmetrisch zur Welle 5 an beiden Seiten der Grundplatte
1 angeordnet ist.
[0013] Mit einem vertikalen Schenkel ist das Schubblech 16 auf die Fundament-Deckplatte
6 aufgeschweisst. Mit dieser Konstruktion wird einerseits erreicht, dass die Pass-Sitze
17 und 18 (Fig. 4 bzw. 17) im Grundplattenfuss 12 und im Schubblech 16 fabrikmässig
vorgefertigt werden können; andererseits ermöglicht der relativ "weite" Bogen des
Schubbleches 16 eine elastische Nachgiebigkeit in vertikaler Richtung, mit der nach
einem Setzen der Kunststoffzwischenlage 8 durch Anziehen der Muttern 11 ein "Nachspannen"
der Abstützung möglich ist.
[0014] Um Schubspannungsspitzen zu mildern, sind die auf die Deckplatte 6 aufgeschweissten
Füsse 19 der vertikalen Schenkel der Schubbleche 16 nach innen (Fig. 3) oder nach
aussen (Fig. 6) aus der Schubspannungsrichtung 3 herausgebogen. Damit dieses Umbiegen
der Schubbleche 16 ihre elastische Nachgiebigkeit in vertikaler Richtung so wenig
wie möglich beeinträchtigt, sind die Bleche 16 mit Ausnehmungen 20 im Bereich der
Ausbiegungen versehen, wie besonders aus den Fig. 2 und 5 hervorgeht.
[0015] Schliesslich ist bei dem ersten Ausführungsbeispiel zwischen den Füssen 19 eines
Schubbleches 16 eine horizontale Versteifungsplatte 21 eingeschweisst, durch die die
Spitzen der Schubbelastungen der auf die Deckplatte 6 aufgeschweissten Schubbleche
von den Enden über die ganze Länge der Schweissnaht 22 (Fig. 4 und 7) verteilt werden.
1. Abstützung zwischen einer ein Axial-Drucklager enthaltenden Grundplatte einer axialschubbelasteten
Kolbenbrennkraftmaschine, insbesondere einer Antriebsmaschine für eine Schiffsschraube,
und der Deckplatte des Schiffsfundamentes, wobei die Grundplatte der Maschine über
Pass-stücke aus Metall oder aus Kunststoff auf der Fundament- deckplatte aufliegt
und mit;:Hilfe von Fundamentschrauben über je einen Pass-Sitz mit dem Fundament verbunden
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstützung über in Schubrichtung verlaufende
vertikal stehende, auf die Fundament- deckplatte (6) aufgeschweisste Schubbleche (16)
erfolgt, die zu einem Winkel abgebogen und über die Fundamentschrauben (10) aufnehmende
Passhülsen (14) in ihrem freien Schenkel mit dem Fuss (12) der Grundplatte (1) verbunden
sind.
2. Abstützung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schubblech (16) an
seinem mit der Deckplatte (6) verschweissten Fuss (19) aus der Richtung der Axialschubbelastung
herausgebogen ist.
3. Abstützung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Schubblech (16) im
Bereich der Ausbiegungen ausgeschnitten ist.
4. Abstützung nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass die gebogenen
Füsse (19) des Schubblechs (16) durch eine horizontale Versteifungsplatte (21) verbunden
sind.