[0001] Die Erfindung betrifft eine zum Ausdünnen des Kopfhaares dienende Effilierschere,
bei der mindestens ein Scherenblatt eine verzahnte Schneidkante aufweist.
[0002] Bei Ausführen eines Schnittes mit einer derartigen Schere werden die von ihr in Strähnen
erfaßten Haare in mehr oder weniger gleicher Länge gekürzt. Es entstehen dadurch Stufen,
durch die das Aussehen der Frisur beeinträchtigt ist. Um die Sichtbarkeit der Stufen
zu vermeiden, zieht man es häufig vor, zum Effilieren ein Rasiermesser zu verwenden,
auf dessen Klinge ein Kamm aufgeschoben ist, der mit den Zähnen die Schneidkante der
Rasiermesserklinge überragt. Die Handhabung eines derartigen Effiliergerätes setzt
jedoch nicht nur eine gewisse Geschicklichkeit voraus, sondern es ist auch das Effilieren
mit dem Gerät gegenüber einer Effilierschere zeitaufwendiger. Es wird zudem das Haar
in schädlicher Weise gesplissen.
[0003] Es ist auch bereits eine Effilierschere bekannt ( US-PS 2,758,371), bei der die verzahnte
Schneidkante beispielsweise konkav und die glatte Schneidkante konvex verläuft, wobei
beide Kurvenformen zueinander parallel sind. Mit einer derartigen Schere soll vor
allem das Effilieren von gewelltem Haar erleichtert werden, da die Haare nach Ausführen
eines Schnittes mit ihren gekürzten Enden auf einer der Bogenform der Schneidkanten
und damit auf einer der Haarwelle entsprechend gekrümmten Linie liegen. Da aber auch
bei dieser Schere die Haarsträhnen in mehr oder weniger gleicher Länge gekürzt werden,
sind Stufen die zwangsläufige Folge.
[0004] Es ist ferner durch die DE-AS 1 228 16o eine Effilierschere bekannt geworden, bei
der beispielsweise die verzahnte Schneidkante eine oder mehrere konvexe Bogen aufweist.
Mit einer derartigen Schere werden die erfaßten Haarsträhnen in unterschiedlicher
Dicke gekürzt. Es entstehen aber auch bei Verwendung dieser Schere Stufen im geschnittenen
Haar.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Effilierschere der eingangs genannten
Gattung so auszubilden, daß mit ihr das Haar effiliert wird, ohne daß bei der fertigen
Frisur Stufen sichtbar sind.
[0006] Die Lösung der Aufgabe besteht erfindungsgemäß darin, daß ein Scherenblatt an seiner
Außenseite eine seine Schneidkante in Abstand von dieser überlagernde Verzahnung aufweist,
deren einzelne stumpfe Zähne gegenüber der Schneidkante des Scherenblattes vorstehen
und unterschiedlich lang sind.
[0007] Die Effilierschere wird an die zu effilierenden Haare so angesetzt, daß das mit der
außenseitigen Verzahnung versehene Scherenblatt mit der Verzahnung dem Kopf der Person,
deren Haare effiliert werden sollen, zugekehrt ist. Die vor den Zähnen der Verzahnung
liegenden Haare werden beim Schließen der Schere in Richtung auf die Schneidkante
des mit der Verzahnung versehenen Scherenblattes umgelenkt, und zwar in unterschiedlicher
Länge, wodurch nach Ausführen eines Schnittes die Länge des gekürzten Haares unterschiedlich
ist. Die beim Effilieren des Haares entstehenden Stufen liegen nunmehr nicht mehr
wie bisher auf einer geraden oder gekrümmten Linie, sondern verteilen sich auf den
effilierten Bereich der Haare. Dies hat zur Folge, daß die Stufen bei der fertigen
Frisur in vorteilhafter Weise nicht mehr ins Auge fallen.
[0008] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß die Verzahnung an
einem für sich hergestellten Körper erzeugt ist, der auf eine am Scherenblatt fest
angeordnete Führung aufschiebbar ist.
[0009] Die lösbare Verbindung des verzahnten Körpers mit dem Scherenblatt hat den Vorteil,
daß die Schneidkante des Scherenblattes erforderlichenfalls mühelos nachgeschärft
werden kann. Es kann ferner nach Lösen des verzahnten Körpers von dem Scherenblatt
die Schere wie eine herkömmliche Haarschere verwendet werden.
[0010] Es ist zwar bereits eine Haarschere bekannt (US-PS 1,115,1o4), deren Kamm auf den
Rücken des einen Scherenblattes so aufschiebbar ist, daß die Zähne des Kammes der
Schneidkante des Scherenblattes abgekehrt sind und demzufolge nicht funktionell mit
den Schneidkanten der beiden Scherenblätter zusammenwirken.
[0011] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, daß die Zähne der Verzahnung
an ihren stumpfen Stirnenden V-förmige Einkerbungen aufweisen.
[0012] Durch die V-förmigen Einkerbungen wird Abrutschen der Haare von den Zähnen vermieden.
[0013] Die Erfindung ist nachstehend in zwei Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung
näher erläutert. Es zeigt:
Figur 1 eine Effilierschere geschlossen in Vorderansicht,
Figur 2 die teilweise gezeichnete Effilierschere geöffnet in Vorderansicht,
Figur 3 einen Schnitt in vergrößertem Maßstab nach der Linie III-III der Fig. 2 mit
einer von der Effilierschere erfaßten Haarsträhne,
Figur 4 die teilweise gezeichnete Effilierschere in einer anderen Ausführungsform
der Erfindung geschlossen in Vorderansicht,
Figur 5 einen Schnitt in vergrößertem Maßstab nach der Linie V-V der Fig. 4 und
Figur 6 eine mit der Effilierschere effilierte Haarsträhne.
[0014] Mit 1 ist die eine Scherenhälfte mit dem Scherenblatt 2 und dem Griffauge 3 und mit
4 die andere Scherenhälfte mit dem Scherenblatt 5 und dem Griffauge 6 bezeichnet.
Die Scherenhälften 1,4 sind durch eine Gelenkschraube 7 miteinander verbunden. Das
Scherenblatt 2 weist eine glatte Schneidkante 8 und das Scherenblatt 5 eine verzahnte
Schneidkante 9 auf.
[0015] Das Scherenblatt 2 der in den Fig. 1-3 dargestellten Effilierschere weist an seiner
Außenseite eine an ihm erzeugte Verzahnung lo auf, deren Zähne mit 11 bezeichnet sind.
Die Verzahnung lo überlagert die Schneidkante 8 des Scherenblattes 2 im Abstand von
dieser.
[0016] Ihre Zähne 11 stehen gegenüber der Schneidkante 8 vor und sind unterschiedlich lang.
Die Zähne 11 weisen an ihren stumpfen Stirnenden V-förmige Einkerbungen 12 auf, um
Abrutschen der Haare von den Zähnen 11 zu vermeiden.
[0017] Bei der in den Fig. 4 und 5 dargestellten Effilierschere ist die Verzahnung lo an
einem für sich vorzugsweise aus Kunststoff hergestellten Körper 13 erzeugt. Dieser
ist auf eine mit dem Scherenblatt 2 einstückigen, im Querschnitt T-förmigen Führung
14 mit einer Gegenführung 15 aufschiebbar. Die Gegenführung 15 besteht aus einer Nut
16 mit hinterschnittenen Kanten 17.
[0018] Anstelle einer verzahnten und einer glatten Schneidkante können auch beide Schneidkanten
der Effilierschere entweder glatt oder verzahnt sein.
1. Effilierschere, bei der mindestens ein Scherenblatt eine verzahnte Schneidkante
aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß ein Scherenblatt (2) an seiner Außenseite eine
seine Schneidkante (8) in Abstand von dieser überlagernde Verzahnung (lo) aufweist,
deren einzelne stumpfe Zähne (11) gegenüber der Schneidkante (8) des Scherenblattes
(2) vorstehen und unterschiedlich lang sind.
2. Effilierschere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verzahnung (lo)
an einem für sich hergestellten Körper (13) erzeugt ist, der auf eine am Scherenblatt
(2) fest angeordnete Führung (14) aufschiebbar ist.
3. Effilierschere nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zähne (11)
der Verzahnung (lo) an ihren stumpfen Stirnenden V-förmige Einkerbungen (12) aufweisen.