[0001] Die Erfindung bezieht sich auf druckabhängig gesteuerte Schalter gemäß Gattungsbegriff
des Anspruchs 1. Werden solche Schalter zur Überwachung niedriger Drücke eingesetzt,
so muß zur Erzeugung der erforderlichen Schaltkraft eine relativ große Membran vorgesehen
werden. Außerdem bereitet die genaue Justierung solcher Niederdruckschalter und die
Aufrechterhaltung der einmal vorgenommenen Einstellung über lange Zeiträume Schwierigkeiten,
weil angesichts des geringen Druckes bereits kleine Änderungen der Membraneigenschaften,
beispielsweise infolge Alterung, oder methanische Hystereerscheinungen im Schalterbetätigungsmechanismus
zu merklichen Veränderungen im Ansprechverhalten des Schalters führen können. Aufgabe
der Erfindung ist es, hier Abhilfe zu schaffen und einen druckabhängig gesteuerten
Schalter, insbesondere zur Überwachung von niedrigen Drücken, vorzuschlagen, welcher
wenig Platz beansprucht, leicht einstellbar ist und in der Fertigung keine hochpräzisen
Einzelteile und komplizierten Justiervorgänge benötigt Dieser Aufgabe wird gelöst
durch die im Anspruch 1 gekennzeichnete Erfindung. Sie macht von dem bei Servodruckreglem
bekannten Prinzip der Druckverstärkung Gebrauch, welches hier jedoch zu zusätzlichen
Überwachungsmöglichkeiten, nämlich der gleichzeitigen Überwachung mehrerer Funktionen
führt. Vorteilhafte Ausgestaltungen und bevorzugte Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0002] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einiger in den Zeichnungen wiedergegebener
Ausführungsbeispiele erläutert. Dabei zeigt:
Figur 1 eine erste Ausführungsform eines druckabhängig gesteuerten Schalters;
Figur 2 ein Ausführungsbeispiel für einen auf Differenzdruck ansprechenden Schalter
und dessen Anwendung zur Überwachung eines gasbefeuerten Warmwasserbereiters mit Gebläsebrenner.
[0003] In Figur 1 ist zwischen einem Gehäusegrundteil 1 und einer Bodenplatte 2 eine Arbeitsmembran
3 an ihrem äußeren Umfang eingespannt. Sie trägt an ihrer Membranplatte 4 einen Stift
5, der über einen Hebel 6 auf den Stößel 7 eines Schnappschalters 8 einwirkt. Eine
Rückstellfeder 9 stützt sich an einer im Gehäuse verstellbaren Einstellschraube 10
ab. Die Kraft der Feder 9 wirkt dem in der Membrankammer 11 herrschenden Druck P
s entgegen. Dieser Steuerdruck Psentsteht in der Leitung 12 zwischen der Membrankammer
11 und einem Abblasventil 13, dem über eine Drosselstelle 14 ein Versorgungsdruck
P
c, beispielsweise der Druck einer Gasversorgungsleitung zugeführt wird. Das Abblasventil
13 besteht aus einem plattenförmigen Ventilsitz 15 und einem ringförmigen Schließkörper
16, welcher an der Unterseite einer Steuermembran 17 befestigt ist. Der Schließkörper
16 hat einen Durchmesser d,, während die Membran 17 einen größeren Durchmesser d
2 aufweist. Der Ventilsitz 15 ist zusammen mit der Membran 17 abgedichtet zwischen
dem Gehäuseteil 1 und einer Kappe 18 eingespannt, deren Verschluß 19 einen Anschluß
20 für den zu überwachenden Druck P
M aufweist. Eine Öffnung 21 in der Ventilsitzplatte 15 stellt eine Verbindung zwischen
dem außerhalb des Ventilsitzes liegenden Raum oberhalb und unterhalb der Ventilplatte
15 dar. Dieser Raum ist an eine Abblasleitung 22 angeschlossen.
[0004] Steht der Versorungsdruck Pα am Einlaß 23, so kann sich hinter der Drossel 14 und
damit in der Antriebskammer 11 solange kein den Schalter 8 betätigender Steuerdruck
aufbauen, wie in der Kammer 24 oberhalb der Membran 17 kein diesem Steuerdruck entgegenwirkender
Druck herrscht. Der Druck in der Kammer 11 steht nämlich zugleich unter der Membran
17 und hebt diese zusammen mit dem Schließkörper 16 vom Ventilsitz 15 ab. Damit ist
das Servoventiil 15, 16 weit geöffnet, und der im Kanal 12 entstehende Druck wird
über die Abblasleitung 22 abgebaut. Der Schalter 8 liegt beispielsweise mit einem
Arbeitskontakt im Erregerstromkreis eines die Gaszufuhr zu einem Brenner steuernden
Magnetventils. Dieses bleibt solange geschlossen, bis der Schalter 8 über den Stift
5, den Hebel 6 und den Stößel 7 betätigt wird. Der Druckschalter sorgt beispielsweise
dafür, daß die Gaszufuhr zum Brenner erst geöffnet wird, wenn ein dte Verbrennungsluft
bereitstellendes Gebläse einen hinreichenden Verbrennungsluftdruck erzeugt. Dieser
zu überwachende Verbrennungsluftdruck P
M wird über den Anschluß 20 in die Kammer 24 oberhalb der Membran 17 geführt und drückt
die Membran 17 nach unten. Je mehr der zu überwachende Druck P
M ansteigt, umso weiter verringert er über die Membran 17 und den daran befindlichen
ringförmigen Schließkörper 16 den freien Durchlaß des Abblasventils 15, 16. Damit
steigt der Steuerdruck in der Leitung 12 und der Membrankammer 11 an. Die Membran
3 wird samt Stift 5 nach oben bewegt und der Hebel 6 im Uhrzeigersinn geschwenkt.
Sobald `der Druck P M einen vorgegebenen Mindestwert erreicht, wird über den Stößel
7 der Schalter 8 betätigt. Damit wird über das erwähnte Magnetventil die Gaszufuhr
zum Brenner freigegeben. In der geschilderten Anwendung überwacht der druckgesteuerte
Schalter nach Figur 1 nicht nur den Verbrennungsluftdruck P
M, sondern zugleich auch den Versorgungsgasdruck P
G , denn ohne einen solchen kann sich im Kanal 12 und in der Membrankammer 11 kein die
Membran 3 und mit ihr den Stift 5 bewegender Arbeitsdruck aufbauen. Hier kann also
mit einem einzigen druckbetätigten Schalter sowohl der zu überwachende Verbrennungsluftdruck
als auch der Gasversorgungsdruck überwacht werden.
[0005] Auf die Membran 17 wirken folgende Kräfte: Von oben der Druck P
M multipliziert mit der wirksamen Membranfläche S
2 entsprechend dem Durchmesser d2; und von unten der Druck Psmultipliziert mit der
Membranfläche S, innerhalb des Ventilsitzes 16 (Durchmesser d,). Erst wenn die von
oben auf die Membran einwirkende, d. h. vom zu überwachenden Druck P
Merzeugte Kraft, die von unten, d.h. vom Versorgungsgasdruck erzeugte Kraft hinreichend
überwiegt, wird der Durchlaß durch das Abblasventil 15, 16 soweit verringert und damit
der in der Membrankammer 11 entstehende Druck soweit erhöht, daß er den Schalter 8
betätigen kann. Da die Fläche S2 wesentlich größer ist als die Fläche S
1, kann das Abblasventil 15, 16 durch einen relativ niedrigen Druck gesteuert und damit
der Schalter 8 zum Ansprechen gebracht werden. Der in der Kammer 11 wirkende Steuerdruck
P
s ist also gegenüber dem zu überwachenden Druck um einen Faktor verstärkt, welcher
sowohl von der Höhe des Gasversorgungsdruckes Pα als auch vom Verhältnis der wirksamen
Membranflächen S, und S2 abhängt. Durch diese Druckverstärkung gelingt es, die zum
Betätigen des Schalters 8 erforderliche Kraft mit einer Membran 3 wesentlich geringeren
Durchmessers zu erzeugen als dies der Fall wäre, wenn der Druck P
M unmittelbar in die Membrankammer 11 geleitet würde. Die Einstellschraube 10 gestattet
eine genaue Justierung des Ansprechdruckes.
[0006] Figur 2 zeigt einen differenzdruckabhängig gesteuerten Schalter und dessen Anwendung
zur Überwachung eines gasbeheizten Warmwasserbereiters mit Gebläsebrenner. Soweit
die Teile des Differenzdruckschalters mit denjenigen nach Figur 1 übereinstimmen,
sind gleiche Bezugszeichen verwendet. Zusätzlich zur ersten Steuermembran 17 ist hier
in einem auf die Kappe 18 aufgesetzten Gehäuse 31 eine zweite Steuermembran 32 angeordnet,
welche über eine Feder 33 ihre Kraft auf die erste Steuermembran 17 überträgt. Das
topfförmige Gehäuse 31 weist einen Druckeinlaß 40 auf. Außer dem Schalter 8 ist hier
ein weiterer Schalter 34 vorhanden, dessen Stößel 35 über einen Hebel 36 durch das
Ende des Stifts 5 betätigt wird. Der Hebel 36 steht unter der Vorspannung einer Feder
37, die sich an einer Einstellschraube 38 abstützt.
[0007] Der Einlaß 23 ist über ein Sicherheitsventil 41 an eine Gasversorgungsleitung 42
angeschlossen. . Ein Gasregelgerät 43 steuert in Abhängigkeit vom Wärmebedarf die
Gaszufuhr zur Brennkammer 44. Die Abblasleitung 22 mündet in den unteren Teil der
Brennkammer 44. Das Gebläse 45 erzeugt unter einem Druck P, stehende Verbrennungsluft
und bläst diese in die Verbrennungskammer 44 ein. Der Verbrennungsluftdruck gelangt
zugleich über die Leitung 40 in die Einlaßkammer 39 des topfförmlgen Gehäuses 31 und
wirkt damit auf die Membran 32. Der Wärmetauscher 46 wird von dem zu erhitzenden Wasser
durchflossen. In der Nähe des Abgaskanals 47 zum Schornstein mündet die Leitung 48
in die Brennkammer 44 und überträgt den am Auslaß der Brennkammer 44 herrschenden
Druck P2 über die Leitung 48 und den Einlaß 20 in die Steuerkammer 24 zwischen den
Membranen 32 und 17. Ein Arbeitskontakt des Schalters 8 liegt wiederum im Erregerstromkreis
eines Gasmagnetventils, beispielsweise eines Einschaltventils innerhalb des Gasreglers
43. Der Schalter 34 hat einen Ruhekontakt, der in den gleichen Erregerstromkreis oder
in den eines anderen Gasventils eingeschaltet sein kann.
[0008] Sobald das Sicherheitsventil 41 geöffnet wird, gelangt der Versorgungsgasdruck P
G über die Düse 14 in den Kanal 12 und versucht in der Kammer 11 einen entsprechenden
Steuerdruck aufzubauen. Ohne auf die Oberseite der Membranen 17 und 32 einwirkende
Drücke P, und P
z würde jedoch das Abblasventil 15, 16 voll öffnen und einen zur Betätigung des Schalters
8 ausreichenden Druckaufbau in der Kammer 11 verhindem. Erst wenn der von Gebläse
erzeugte Luftdruck P, auf die Membran 32 einwirkt und deren Kraft über die Feder 33
und die Membran 17 den Schließkörper 16 in Richtung zum Sitz 15 drückt, geht das Abblasventil
in Schließrichtung, und der Druck in der Kammer 11 steigt soweit an, bis der Schalter
8 betätigt wird. Er schaltet die Gaszufuhr ein. Dies ist also nur möglich, wenn einerseits
der Gasversorgungsdruck P
G und andererseits der Verbrennungsluftdruck P, vorhanden sind. Auf die Membranen 17
und 32 wirkt jedoch zugleich auch der Druck P
2 am Auslaß der Brennkammer 44 ein. Entsprechend der Membranfläche der Membran 32 entsteht
hierdurch eine dem Druck P, entgegengerichtete Kraft auf die Membran 32 sowie entsprechend
der Membranfläche der Membran 17 eine die Kraft der Feder 33 unterstützende Kraft.
Auf diese Weise läßt sich die Strömung von Brenn-und Abgasen durch die Brennkammer
44 überwachen. Sind beispielsweise innerhalb des Wärmetauschers durch Ablagerungen
die Gasdurchtrittsquerschnitte verengt, so steigt der Druck P, an, während der Druck
P abfällt. Dies bedeutet, daß die Druckdifferenz P, -P
2 größer wird. Auf die Membran 17 wirkt also über die Feder 33 eine erhöhte Kraft,
weiche das Abblasventil 15, 16 folglich erst bei einem höheren Druck P
s in der Kammer 11 zu einem Kraftgleichgewicht an der Membran 17 führt. Diese Druckerhöhung
in der Kammer 11 bewirkt eine weitere Verschiebung des Stiftes 5 und damit über den
Hebel 36 eine Betätigung des Schalters 34, dessen Ruhekontakt dann den Brenner abschaltet.
Ist der Schornstein oder das Abgasrohr 47 verstopft, so nimmt P
z den Wert von P, an; die Druckdifferenz verschwindet. Durch geeignete Wahl der Membranflächen
der Membranen 17 und 32 läßt sich erreichen, daß in diesem Falle die auf die Membran
17 von oben durch den Druck P2 ausgeübte Kraft soweit ansteigt, bis der Schalter 34
anspricht und den Brenner stillsetzt. Im gezeigten Anwendungsbeispiel wird also durch
den differenzdruckabhängigen Schalter sowohl das Vorhandensein des Versorgungsgasdruckes,
das ordnungsgemäße Arbeiten des Gebläses als auch der einwandfreie Zug von Brennkammer
und Schornstein überwacht. Die Ansprechschwelle des Schalters 34 wird durch die Einstellschraube
38 in Verbindung mit der Feder 37 vorgegeben.
1. Druckabhängig gesteuerter Schalter für mit Gas oder Druckluft betriebene Geräte,
insbesondere zur Drucküberwachung in Gasheizanlagen mit einer durch den zu überwachenden
Druck gesteuerten Arbeitsmembran, welche über ein Übertragungsglied einen elektrischen
Schalter betätigt, dadurch gekennzeichnet, daß
a) in einer durch eine Steuermembran (17) unterteilten ersten Kammer (24} auf der
einen Seite der Steuermembran ein Einlaß (20) für den zu überwachenden Druck (PM) und auf der anderen Seite der Steuermembran der Sitz (15) eines Abblasventils (15,
16) angeordnet ist dessen Schließkörper (16) von der Steuermembran getragen ist;
b) die der Steuermembran (17) abgewandte Seite des Ventilsitzes {15) einerseits über
eine Drosselstelle (14) an eine Gas-oder Druckluftquelle (PG) und andererseits an eine durch die Arbeitsmembran (3) abgeschlossene zweite Kammer
(11) angeschlossen ist; und
c) eine Feder (9),ggf. die Rückstellfeder des elektrischen Schalters (8) , dem Druck
in der zweiten Kammer (11) entgegenwirkend am Übertragungsglied (5, 6) angreift.
2. Druckschalter nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine auf die Arbeitsmembran
(3) einwirkende, sich einseitig gehäusefest abstützende Einstellfeder (9).
3. Druckschalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuermembran
(17) auf der dem Ventilsitz (15) des Abblasventils (15, 16) zugewandten Seite einen
ringförmigen, mit dem Ventilsitz zusammenwirkenden Vorsprung (16) trägt, dessen umschlossene
Fläche kleiner ist als die dem zu überwachenden Druck ausgesetzte wirksame Fläche
der Steuermembran auf der Gegenseite.
4. Druckschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch
d) eine auf die erste Kammer (24) aufgesetzte, durch eine zweite Steuermembran (32)
ebenfalls unterteilte dritte Kammer (39);
e) eine zwischen den beiden Steuermembranen (32,17) eingespannte Druckfeder (33) sowie
f) einen Anschluß (40) der dritten Kammer (39) auf der der ersten Steuermembran (17)
abgewandten Seite der zweiten Steuermembran (32) als Einlaß für einen zweiten zu überwachenden
Druck (P1)-5. Druckschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch einen vom
Übertragungsglied (5) betätigbaren zweiten elektrischen Schalter (34), dessen Ansprechdruck
von demjenigen des ersten elektrischen Schalters (8) verschieden einstellbar ist
6. Anwendung des Druckschalters nach Anspruch - 5 in einem gasbefeuerten Heizkessel
mit unter Druck zugeführter Verbrennungsluft, dadurch gekennzeichnet, daß
g) der Anschluß (20) der ersten Steuerkammer (24) an den Abzug (47, Pz) der Brennkammer (44);
h) der Anschluß (40) der dritten Kammer (39) an die Verbrennungsluftzuleüung (P,);
i) die Abblasseite (22) des Abblasventils (15, 16) an die Brennkammer (44) und
j) die Drosselstelle (14) an die Gasversorgungsleitung (23, PG) angeschlossen ist.