[0001] Die Erfindung betrifft eine Ueberwachungsvorrichtung für Doppelfäden an Webkettenknüpfmaschinen,
welche ein Knüpforgan, Klemmen für die miteinander zu verknüpfenden Kettfadenscharen
sowie ein Organ zum Abteilen des jeweiligen Randkettfadens und zu dessen Herausbewegen
aus der Kettfadenebene aufweisen.
[0002] Es ist bekannt, zur Sicherung der richtigen Reihenfolge der einzelnen Fäden innerhalb
der Kette, ein sogenanntes Fadenkreuz, meist mit Hilfe von zwei Kreuzschnüren, in
die Kette einzulesen. Bei einer in der CH-PS 619 011 beschriebenen Vorrichtung dieser
Art teilen die Abteilorgane den Randkettfaden dadurch aus der Kettschicht ab, dass
sie zusammen mit den Kreuzschnüren nach dem Abteilen eines Fadens ihre Stellung relativ
zur Kettschicht derart wechseln, dass alle auf den nächsten Randkettfaden folgenden
Fäden von diesem weggedrängt werden. Hier wird also durch das Zusammenwirken der Kreuzschnüre
mit dem Abteilorgan das Abteilen von Doppelfäden verhindert.
[0003] Eine zusätzliche Sicherung gegen das Abteilen von Doppelfäden erhält man dann, wenn
man gemäss der CH-PS 348 937 das Abteilorgan, beispielsweise eine mit einer Kerbe
versehene Nadel, so ausbildet, dass es nur einen Faden abteilen kann.
[0004] Wenn jedoch kein Fadenkreuz verwendet wird, dann hängt die Vermeidung des Abteilens
von Doppelfäden einzig von der Wahl der richtigen, d.h. dem jeweiligen Garndurchmesser
entsprechenden Abteilnadel ab. Aber auch dann kommt es - insbesondere bei verschlichteten
Kettfäden - immer wieder vor, dass zwei, oder in Ausnahmefällen sogar mehr als zwei
, Kettfäden abgeteilt werden. Dies hat zur Folge, dass vom Knüpforgan ein unerwünschter
sogenannter Dreibeinknoten hergestellt wird. Je nach Lage des Doppelfadens treten
dann zwei verschiedene Arten von Störungen auf:
Liegt der Doppelfaden auf der Seite der ablaufenden Kette, werden also zwei Kettfäden
der alten Kette mit einem Kettfaden der neuen Kette verknüpft, dann entsteht, weil
die beiden Fäden des Doppelfadens in verschiedene Lamellen eingezogen sind, spätestens
auf der Höhe der ersten Lamellenreihe ein Fadenbruch, der durch manuelles Einsetzen
eines Fadenstückes behoben werden muss. Ausserdem muss für den zweiten Faden des Doppelfadens
ein fehlender Kettfaden von einer Kante der Fadenschar der neuen Webkette zugeführt
werden.
[0005] Liegt der Doppelfaden auf der Seite der neuen Kette, wird also ein Kettfaden der
alten mit zwei Kettfäden der neuen Kette verknüpft, dann werden diese beiden neuen
Kettfäden mit dem einen alten Kettfaden durch die zugeordnete Lamelle, durch eine
Litze und durch ein Rohr des Webblatts gezogen. Erst an der Anwebstelle wird dann
der Fehler festgestellt und es muss einer der beiden neuen Kettfäden des Doppelfadens
abgeschnitten und rückwärts aus Blatt, Litze und Lamelle herausgezogen, umgelenkt
und auf eine Kettbaumseite abgeführt werden.
[0006] Abgesehen davon, dass die Behebung der beiden beschriebenen Störungsarten eine unerwünschte
manuelle Operation erfordert, können die Doppelfäden eine Verminderung der Gewebequalität
verursachen, und zwar dann, wenn die Anzahl der umgelenkten und seitlich abgeführten
Kettfäden einen bestimmten Wert von beispielsweise vier überschreitet. Denn dann können
in der neuen Kette zur Produktion einer schlechten Gewebequalität führende Spannungsunterschiede
auftreten.
[0007] Es ist daher eine Notwendigkeit, zu verhindern, dass Dreibeinknoten hergestellt werden.
Oder mit anderen Worten, Doppelfäden müssen in jedem Fall rechtzeitig vor dem Knüpfprozess
erkannt werden.
[0008] Das Problem der Erkennung von Doppelfäden besteht auch auf anderen Gebieten der Textiltechnik,
beispielsweise in der Spulerei. Aus der DE-AS 15 6O 548 ist eine Spulmaschine mit
einer Ueberwachungsvorrichtung für die Knotung von Doppelfäden bekannt, welche ein
im Fadenweg nach dem Knüpforgan angeordnetes Messgerät zur Messung von Fadendimensionen
aufweist. Die Messung der Fadendimension kann beispielsweise auf optischem Weg erfolgen.
[0009] Die Messung der Fadendimension auf optischem Weg ist wegen der bekannten Verstaubungsprobleme
bei der Garnverarbeitung a priori mit einem gewissen Unsicherheitsfaktor belastet.
Darüber hinaus ist aber auch die Anordnung des Messgeräts nach dem Knüpforgan nicht
ideal, weil ja dadurch die Herstellung eines Dreibeinknotens nicht verhindert werden
kann.
[0010] Durch die Erfindung soll nun eine Ueberwachungsvorrichtung für Doppelfäden angegeben
werden, welche einerseits Doppelfäden wirksam detektiert und damit das Knüpfen von
Dreibeinknoten verhindert, und welche anderseits gegen Verschmutzung und Verstaubung
weitgehend immun ist.
[0011] Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Kettfäden jeder
der beiden zu verknüpfenden Kettfadenscharen im Bereich zwischen dem Abteilorgan und
einer Klemme über eine Fadenführung geführt sind, um welche der Randkettfaden beim
Herausbewegen aus der Kettfadenebene umgelenkt wird, dass im Bereich der Fadenführung
ein dieser zugeordnetes Messorgan zur Messung der durch einen umgelenkten Kettfaden
auf die Umlenkstelle oder auf das Abteilorgan wirkenden Kraft angeordnet ist, und
dass das dabei gewonnene Messignal das Kriterium für das Vorhandensein eines Doppelfadens
bildet.
[0012] Die Messung der Kraft im Umlenkbereich, welche durch einen geeigneten Sensor erfolgt,
ist, wenn man als Sensor beispielsweise einen Dehnungsmessstreifen, einen auf Biegung
empfindlichen Piezosensor oder einen piezoelektrischen Druckwandler verwendet, gegen
Verschmutzung und Verstaubung praktisch unempfindlich. Das gewonnene Messignal ist,
wie praktische Versuche gezeigt haben, bei einem Doppelfaden doppelt und bei einem
Dreifachfaden dreimal so gross wie bei einem Einzelfaden und ist damit ein zuverlässiges
und sicheres Kriterium für das Erkennen eines Doppelfadens.
[0013] Nachstehend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen und der Zeichnungen
näher erläutert; es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer mit einer erfindungsgemässen Ueberwachungseinrichtung
ausgerüsteten Webkettenknüpfmaschine,
- Fig. 2,3
- eine Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels eines Details von Fig. 1 in zwei
Ansichten, und
- Fig. 4
- eine Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels eines Details von Fig. 1.
[0014] Fig. 1 zeigt zwei zwischen je zwei Klemmschienen 1, 2 und 1', 2' eingespannte Fadenscharen
K
a und K
n, von denen die obere Fadenschar K
a eine ablaufende und die untere Fadenschar K
n eine neue, an die erstere anzuknüpfende Webkette darstellt. Je eine der beiden Klemmschienen
jeder Fadenschar K
a und K
n, beispielsweise die Klemmschienen 2 und 2', ist gegenüber der anderen verstellbar,
so dass in den beiden Fadenscharen K
a und K
n eine bestimmte Fadenspannkraft der einzelnen Kettfäden eingestellt werden kann. Die
beiden verstellbaren Klemmschienen 2 und 2' sind gegen die freien Enden der Fadenscharen
K
a und K
n hin angeordnet.
[0015] Die Fadenscharen K
a und K
n sind durch den Wirkbereich einer Knüpfmaschine 3 geführt. Im praktischen Einsatz
wird die Knüpfmaschine 3 an einer der beiden Seitenkanten der Fadenscharen K
a und K
n angesetzt und anschliessend quer zu diesen bewegt, wobei immer je ein Faden der alten
und der neuen Webkette K
a bzw. K
n miteinander verknüpft werden. Der Knüpfvorgang verläuft dabei im wesentlichen so,
dass je ein Abteilorgan 4, 4' für die beiden Fadenscharen K
a, K
n den jeweiligen Randkettfaden von der Fadenschar abteilt und einem Zubringer 5, 5'
vorlegt, welcher den Faden einem Knüpforgan 6 zuführt. Dabei wird jeder der beiden
Fäden von einer Fadenklemme (nicht dargestellt) erfasst und anschliessend werden die
Fadenenden durch Scheren 7, 7', welche zwischen den Zubringern 5, 5' und dem Knüpforgan
6 angeordnet sind, abgeschnitten.
[0016] Da die Knüpfmaschine 3 als solche nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist,
sind in der Figur nur deren für das Verständnis der Erfindung wesentliche Teile dargestellt.
Eine Knüpfmaschine 3 der beschriebenen Art ist bekannt und wird von der Anmelderin
der vorliegenden Patentanmeldung unter der Bezeichnung USTER TOPMATIC vertrieben.
[0017] Zu beiden Seiten der Abteilorgane 4, 4' ist je eine Fadenführung 8 und 9 angeordnet,
auf welcher die Fäden der beiden Fadenscharen K
a und K
n aufliegen. Der gegenseitige Abstand dieser Fadenführungen ist relativ gering und
beträgt nur einige Millimeter. In der Ruhestellung nehmen die Fäden zwischen den Fadenführungen
8 und 9 die gestrichelt eingezeichnete Stellung ein und die Abteilorgane 4, 4' befinden
sich mit ihrem den Fadenscharen zugewandten Ende oberhalb der oberen Fadenschar K
a bzw. unterhalb der unteren Fadenschar K
n. Zum Abteilen des jeweiligen Randkettfadens wird das obere Abteilorgan 4 nach unten
und das untere Abteilorgan 4' nach oben bewegt, erfasst dabei dank einer an der Stirnseite
angeordneten und auf den Fadendurchmesser abgestimmten Kerbe jeweils nur gerade den
einen Randkettfaden und schiebt diesen aus der Ebene der zugehörigen Kettfadenschar
K
a und K
b nach unten bzw. nach oben.
[0018] Bei diesem Herausbewegen der Randkettfäden aus ihrer Fadenscharenebene werden diese
um die Auflageflächen an den Führungen 8 und 9 umgelenkt und auf die Auflageflächen
und auf das Abteilorgan wirkt eine gegenüber der Ruhestellung der Randkettfäden (gestrichelt
eingezeichnete Lage) aufgrund der zunehmenden Fadenspannung erhöhte Kraft (Hookesches
Gesetz).
[0019] Diese Kraft ist je nachdem, ob ein, zwei oder mehrere Kettfäden um ihre Auflagefläche
an der betreffenden Führung umgelenkt werden, verschieden gross. Praktische Versuche
mit Fäden verschiedener Garnnummern haben ergeben, dass die Kraft auf die Auflagefläche
beim Umlenken von zwei Fäden doppelt und beim gleichzeitigen Umlenken von drei Fäden
dreimal so gross ist wie beim Umlenken nur eines Fadens.
[0020] Ueblicherweise wird jeweils nur ein Randkettfaden abgeteilt und das Abteilen von
zwei Fäden, eines sogenannten Doppelfadens, führt zur Bildung eines störenden Dreibeinknotens,
was unbedingt vermieden werden soll. Daher sollte das Abteilen eines Doppelfadens
noch vor dem Knüpfvorgang angezeigt werden.
[0021] Bei der in der Figur dargestellten Knüpfmaschine 3 wird nun der erwähnte Umstand
der Abhängigkeit der auf die Umlenkstelle und auf das Abteilorgan wirkenden Kraft
von der Anzahl der umgelenkten Fäden für die Ueberwachung auf Doppelfäden verwendet.
Dies erfolgt durch je einen in den beiden Fadenführungen 8 und 9 für die beiden Fadenscharen
K
a und K
n eingebauten Sensor 10 bzw. 10'. Darstellungsgemäss befinden sich die Sensoren 10,
10' an der dem freien Ende der Fadenscharen zugewandten Fadenführung 8 und es ist
der Sensor 10 der oberen Fadenschar K
a und der Sensor 10' der unteren Fadenschar K
n zugeordnet. Die Sensoren 10, 10' könnten aber ebensogut an der dem Knüpforgan 6 zugewandten
Fadenführung 9 oder sie könnten sogar je einer an einer der beiden Fadenführungen
8, 9 angeordnet sein. Ebenso könnten die Sensoren 10, 10' an den Abteilorganen 4,
4', beispielsweise an deren Lagerstellen, angeordnet sein.
[0022] Als Sensoren 10, 10' können prinzipiell alle zur Anzeige der auf die Umlenkstellen
der Fadenführungen 8, 9 wirkenden Kraft geeigneten Messelemente verwendet werden;
als besonders gut geeignet haben sich piezoelektrische Wandler und Dehnungsmessstreifen
erwiesen.
[0023] Das Messignal der Sensoren 10, 10' wird einem Verstärker 11 zugeführt. Das verstärkte
Messignal gelangt über eine Auswertstufe 12 an die Steuereinheit 13 der Knüpfmaschine
3. Die Steuereinheit 13 enthält unter anderem einen Schalter 14, durch welchen der
Antrieb 15 der Knüpfmaschine 3 abgeschaltet werden kann, sowie je eine Doppelfadenanzeige
16 und 16' für die obere und untere Fadenschar K
a bzw. K
n. Wenn beispielsweise der Sensor 10 für die obere Fdenschar K
a eine einem Doppelfaden entsprechende höhere Kraft des vom Abteilorgan 4 abgeteilten
Fadens auf die Fadenführung 8 detektiert, dann bewirkt das dabei gewonnene Messignal
nach seiner Verstärkung im Verstärker 11 einerseits über den Schalter 14 das Abstellen
der Knüpfmaschine 3 und anderseits eine Anzeige durch die Doppelfadenanzeige 16. Die
letztere signalisiert, dass der Doppelfaden in der oberen Fadenschar K
a aufgetreten ist.
[0024] Die Auswertstufe 12 ist so ausgebildet, dass eine automatische Eichung auf die Auflagekraft
eines Einzelfadens der jeweiligen Fadenschar als Referenzwert erfolgt. Denn die Auflagekraft
ist von der Garnnummer, dem Material der Fäden und von deren Spannung zwischen den
Klemmschienen 1, 2 bzw. 1', 2' abhängig. Es ist auch möglich, anhand der Auflagekraft
die Kettfadenspannung zwischen den Klemmschienen auf einen vorgegebenen Wert zu regeln.
[0025] Die in Fig. 1 schematisch eingezeichneten Fadenführungen 8 und 9 sind in der Praxis
beispielsweise plattenförmig ausgebildet und erstrecken sich senkrecht zur Zeichnungsebene.
Die Fadenscharen K
a und K
n liegen auf dem dem Betrachter zugewandten vorderen Teil dieser Führungen auf. Sobald
das Abteilorgan 4, 4' einen Randkettfaden erfasst, aus der Ebene seiner Fadenschar
geschoben hat und ihn dem zugeordneten Zubringer 5, 5' anbietet, bewegen sich Abteilorgan
und Randkettfaden senkrecht zur Zeichnungsebene nach hinten und der Randkettfaden
gleitet dabei auf seinen Fadenführungen 8 und 9 ebenfalls nach hinten und erreicht
dabei den Bereich der Fadenführung 8 mit den Sensoren 10, 10', wo dann die Messung
der Auflagekraft erfolgt.
[0026] Fig. 2 zeigt einen Schnitt durch die Fadenführung 8 im Bereich des Sensors 10 (Fig.
1) mit der Schnittebene in der Zeichnungsebene von Fig. 1, Fig. 3 zeigt eine Ansicht
in Richtung des Pfeiles III von Fig. 2, jeweils in einem vergrösserten Massstab. Die
Fadenführung 8 besteht an ihrem Auflageteil darstellungsgemäss aus einem starren Teil
17 und aus einem in diesem beweglich angeordneten Schwenkteil 18. Der Schwenkteil
18 ist im starren Teil 17 mit einer Blattfeder 19 einseitig befestigt. Die Kettfadenschar
K
a liegt darstellungsgemäss auf dem linken Teil des starren Teils 17 sowie auf dem anschliessenden
Bereich des Schwenkteils 18 auf, das ist in Fig. 1 die dem Betrachter zugewandte Partie
der Fadenführung 8. Wenn das Abteilorgan 4 in Richtung des Pfeiles A nach unten bewegt
wird, teilt es den Randkettfaden K
r ab und lenkt ihn aus der Ebene der Fadenschar K
a aus. Anschliessend wird das Abteilorgan 4 in Richtung des Pfeiles B nach rechts bewegt
und zieht den abgeteilten Randkettfaden K
r von der Fadenschar K
a weg über den Schwenkteil 18, auf dem dieser entlanggleitet. Damit die Kettfäden nicht
in den Spalt zwischen starrem Teil 17 und Schwenkteil 18 rutschen können, sind in
dessen Bereich seitliche Führungen (nicht dargestellt) angeordnet.
[0027] Die Messung der Auflagekraft erfolgt im Bereich eines Messpunktes M, welcher sich
zur Ausnützung der Hebelwirkung im Abstand vom Befestigungspunkt der Blattfeder 19
am starren Teil 17 befindet. Die Blattfeder 19 ist an ihrer bezogen auf die Richtung
der Auflagekraft des Randkettfadens K
r oberen und unteren Fläche je mit einem Dehnungsmessstreifen 20 versehen, welche je
einen Anschluss 21 für ein Kabel zum Verstärker 11 (Fig. 1) aufweisen. Anstelle der
Dehnungsmessstreifen 20 können auch auf Biegung empfindliche piezoelektrische Sensoren
verwendet werden.
[0028] Bei dem in den Fig. 2 und 3 dargestellten Ausführungsbeispiel erfolgt die Messung
der Auflagekraft des Randkettfadens K
r anhand der Dehnung der auf der Blattfeder 19 angeordneten Dehnungsmessstreifen 20.
Ein wesentlich grösseres Messignal erhält man, wenn man die Durchbiegung des Schwenkteils
18 misst, also den Dehnungsmessstreifen zwischen dem Schwenkteil 18 und dem starren
Teil 17 der Fadenführung 8 anordnet. Eine derartige Anordnung ist in Fig. 4 dargestellt.
[0029] Gemäss Fig. 4 ist der Schwenkteil 18 als vom starren Teil 17 der Fadenführung 8 wegragende
Zunge ausgebildet. Im Bereich des freien Endes dieser Zunge ist eine L-förmige Lasche
22 befestigt, deren unterer Schenkel die Oberkante des starren Teils 17 in diesem
Bereich untergreift. An diesem unteren Schenkel der Lasche 22 ist das untere Ende
eines Dehnungsmessstreifens 20 eingespannt, dessen oberes Ende am starren Teil 17
verankert ist. Der Dehnungsstreifen 20 ist entweder ohne speziellen Träger zwischen
starrem Teil 17 und Schwenkteil 18 angeordnet, oder er ist, so wie in der Figur angedeutet,
auf ein Plättchen 23 aus elastischem Kunststoff appliziert, vorzugsweise in dieses
eingegossen. Bei dieser Messanordnung ist rechnerisch ein etwa 20 bis 30 mal so grosses
Messignal wie bei der Anordnung der Fig. 2 und 3 zu erwarten. Praktische Versuche
haben gezeigt, dass eine Durchbiegung des Schwenkteils 18 von 10⁻⁵ mm eine Dehnung
des Dehnungsmessstreifens 20 um 10⁻³ mm/m ergibt, was etwa dem 35-fachen Messignal
der Anordnung der Fig. 2 und 3 entspricht.
[0030] Eine weitere Variante der Messung der Auflagekraft des Randkettfadens besteht darin,
für diese Messung anstatt eines Dehnungsmessstreifens einen piezoelektrischen Wandler
zu verwenden. Zu diesem Zweck wird seitlich neben der Fadenführung 8 ein deren Auflagefläche
leicht überragendes geeignetes Umlenkelement für den Randkettfaden angeordnet. Ein
derartiges Umlenkelement kann beispielsweise bügelartig oder flächig ausgebildet und
von einer den piezoelektrischen Wandler kontaktierenden Trägerachse getragen sein.
Der abgeteilte Randkettfaden wird bei der Wegbewegung von seiner Fadenschar auf dieses
Umlenkelement geschoben und die Auflagekraft bewirkt eine Kraft in Längsrichtung der
Trägerachse auf den piezoelektrischen Wandler.
[0031] Weitere Ausgestaltungen der beschriebenen Ueberwachungsvorrichtung sind denkbar und
liegen im Verständnis des Fachmanns. Wesentlich ist in allen Fällen, dass die Ueberwachung
von Doppelfäden anhand der Auflagekraft eines abgeteilten Randkettfadens auf die betreffende
Führung oder Umlenkstelle oder auf das Abteilorgan erfolgt.
1. Ueberwachungsvorrichtung für Doppelfäden an Webkettenknüpfmaschinen, welche ein Knüpforgan,
Klemmen für die miteinander zu verknüpfenden Kettfadenscharen sowie ein Organ zum
Abteilen des jeweiligen Randkettfadens und zu dessen Herausbewegung aus der Kettfadenebene
aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass die Kettfäden jeder der beiden zu verknüpfenden
Kettfadenscharen (Ka, Kn) im Bereich zwischen dem Abteilorgan (4, 4') und einer Klemme (2, 2') über eine Fadenführung
(8) geführt sind, um welche der Randkettfaden (Kr) beim Herausbewegen aus der Kettfadenebene umgelenkt wird, dass im Bereich der Fadenführung
(8) ein dieser zugeordnetes Messorgan (10, 10') zur Messung der durch einen umgelenkten
Kettfaden auf die Umlenkstelle oder auf das Abteilorgan wirkenden Kraft angeordnet
ist, und dass das dabei gewonnene Messignal das Kriterium für das Vorhandensein eines
Doppelfadens bildet.
2. Ueberwachungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenführung
(8) im Bereich neben der Kettfadenschar (Ka, Kn) einen durch einen umgelenkten Randkettfaden (Kr) verstell- oder verformbaren Teil aufweist, über welchen der abgeteilte Randkettfaden
bewegt wird, und dass das Messorgan (10, 10') im Bereich dieses Teils angeordnet ist.
3. Ueberwachungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenführung
(8) aus einem starren Teil (17) und aus einem an diesem gelagerten Schwenkteil (18)
besteht, welcher den genannten verstell- oder verformbaren Teil bildet, und dass das
Messorgan (10, 10') zur Detektion der Verstellung dieses Schwenkteils durch einen
abgeteilten Randkettfaden (Kr) ausgebildet ist.
4. Ueberwachungsvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkteil
(18) am starren Teil (17) einseitig durch eine Blattfeder (19) gelagert ist, und dass
das Messorgan (10, 10') durch zwei an einander gegenüberliegenden Seiten dieser Blattfeder
befestigte Dehnungsmessstreifen (10) oder durch einen auf Biegung empfindlichen piezoelektrischen
Sensor gebildet ist.
5. Ueberwachungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenführung
(8) im Bereich des verstell- oder verformbaren Teils durch einen abgeteilten Randkettfaden
(Kr) durchbiegbar ausgebildet ist, und dass das Messorgan (10, 10') durch einen zwischen
dem durchbiegbaren und dem starren Teil (17) der Fadenführung eingespannten Dehnungsmessstreifen
(20) oder durch einen auf Biegung empfindlichen piezoelektrischen Sensor gebildet
ist.
6. Ueberwachungsvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Dehnungsmessstreifen
(20') auf einen Träger (23) aus elastischem Kunststoff appliziert ist.
7. Ueberwachungsvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Dehnungsmessstreifen
(20') in einen Träger (23) aus elastischem Kunststoff eingebettet, vorzugsweise eingegossen
ist.
8. Ueberwachungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenführung
(8) im Bereich des verstell- oder verformbaren Teils ein mit einem piezoelektrischen
Wandler verbundenes Element aufweist, dessen Kraft auf den Wandler der Auflagekraft
eines abgeteilten Randkettfaden (Kr) proportional ist.
9. Ueberwachungsvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das genannte
Element bügelartig oder flächig ausgebildet und von einem in Richtung der Auflagekraft
orientierten und den piezoelektrischen Wandler kontaktierenden Achse getragen ist.
10. Ueberwachungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
dass das Messignal jedes Messorgans (10, 10') über einen Verstärker (11) und eine
Auswertestufe (12) der Steuereinheit (13) der Knüpfmaschine (3) zugeführt ist.
11. Ueberwachungsvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswertestufe
(12) einen Schwellwertdetektor für die Messignale aufweist, dessen Schwellwert so
eingestellt ist, das ein diesen übersteigendes Messignal die Abteilung eines Doppelfadens
anzeigt.
12. Ueberwachungsvorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit
(13) der Knüpfmaschine (3) einen die Verbindung mit ihrem Antrieb (15) herstellenden
oder unterbrechenden Schalter (14) sowie getrennte Anzeigen (16, 16') für das Auftreten
eines Doppelfadens in einer der beiden Kettfadenscharen (Ka, Kn) aufweist, und dass der Schalter und die Anzeigen durch das Ausgangssignal der Auswertestufe
(12) angesteuert sind.
1. Monitoring device for double threads in warp tying machines having a tying device,
grippers for the groups of warp threads to be tied together and a device for separating
the outermost warp thread and moving it out of the plane of the warp, characterised
in that in the region between the separating device (4,4') and a gripper (2,2'), the
warp threads of each of the two groups of warp threads (Ka, Kn) to be tied together are passed over a thread guide (8) about which the outermost
warp thread (Kr) is deflected as it is moved out of the plane of the warp, in that a measuring device
(10,10') associated with the thread guide (8) for measuring the force exerted by a
deflected warp thread on the point of deflection or on the separating device is arranged
in the region of said thread guide, and in that the measuring signal obtained serves
as criterion for the presence of a double thread.
2. Monitoring device according to claim 1, characterised in that in the region adjacent
to the group of warp threads (Ka, Kn) the thread guide (8) has a part which is capable of being displaced or deformed
by a deflected outermost warp thread (Kr) and over which the separated outermost warp thread is moved, and in that the measuring
device (10,10') is arranged in the vicinity of this part.
3. Monitoring device according to claim 2, characterised in that the thread guide (8)
is composed of a rigid part (17) and a rocking part (18) which is mounted on the rigid
part (17) and forms said displaceable or deformable part, and in that the measuring
device (10,10') is designed to detect the displacement of this rocking part by a separated
outermost warp thread (Kr).
4. Monitoring device according to claim 3, characterised in that the rocking part (18)
is mounted one-sidedly on the rigid part (17) by a leaf spring (19) and in that the
measuring device (10,10') is formed by two elongation measuring strips (10) fixed
to opposite sides of this leaf spring or by a piezoelectric sensor which is sensitive
to bending.
5. Monitoring device according to claim 2, characterised in that the thread guide (8)
is designed to be bent by a separated outermost warp thread (Kr) in the region of the displaceable or deformable part and in that the measuring device
(10,10') is formed by an elongation measuring strip (20) clamped between the part
which can be bent and the rigid part (17) of the thread guide or by a piezoelectric
sensor which is sensitive to bending.
6. Monitoring device according to claim 5, characterised in that the elongation measuring
strip (20') is applied to a support (23) of elastic plastics.
7. Monitoring device according to claim 6, characterised in that the elongation measuring
strip (20') is embedded in a support (23) of elastic plastics, being preferably cast
therein.
8. Monitoring device according to claim 2, characterised in that in the region of the
displaceable or deformable part, the thread guide (8) has an element connected to
a piezoelectric convertor, the force of which element, acting on the convertor, is
proportional to the force of contact of a separated outermost warp thread (Kr).
9. Monitoring device according to claim 8, characterised in that the said element is
curved or flat and mounted on a shaft which is orientated in the direction of the
force of contact and which makes contact with the piezoelectric convertor.
10. Monitoring device according to one of the claims 1 to 9, characterised in that the
measuring signal of each measuring device (10,10') is transmitted to the control unit
(13) of the tying machine (3) by way of an amplifier (11) and evaluating stage (12).
11. Monitoring device according to claim (10), characterised in that the evaluating stage
(12) has a threshold value detector for the measuring signals, the threshold value
of which detector is adjusted so that a measuring signal exceeding this value indicates
the separation of a double thread.
12. Monitoring device according to claim 11, characterised in that the control unit (13)
of the tyingmachine (3) has a switch (14) for making or breaking the connection to
its drive (15) and separate indicators (16,16') for the occurrence of a double thread
in one or other of the two groups of warp thread (Ka, Kn) and in that the switch and the indicators are activated by the output signal of
the evaluating stage (12).
1. Dispositif de surveillance pour fils doubles sur des machines noueuses de chaîne de
tissage, lesquelles comportent un organe de nouage, des pinces pour les nappes de
fils de chaîne à nouer entre elles ainsi qu'un organe pour la séparation du fil de
chaîne de lisière respectif et pour son déplacement hors du plan des fils de chaîne,
caractérisé en ce que les fils de chaîne des deux nappes de fils de chaîne (Ka, Kn) à nouer passent dans la zone entre l'organe séparateur (4, 4') et une pince (2,
2') sur un guidage de fil (8) autour duquel le fil de chaîne de lisière (Kr) est dévié lors du mouvement hors du plan des fils de chaîne, en ce qu'au voisinage
du guidage de fil (8) est disposé un organe de mesure (10, 10') associé à celui-ci
pour la mesure de la force agissant par un fil de chaîne dévié sur l'emplacement de
déviation ou sur l'organe séparateur et en ce que le signal de mesure ainsi obtenu
constitue le critère pour la présence d'un fil double.
2. Dispositif de surveillance selon la revendication 1, caractérisé en ce que le guidage
de fil (8) comporte, dans la zone à côté de la nappe de fils de chaîne (Ka, Kn) , un élément déplaçable ou déformable par un fil de chaîne de lisière (Kr) dévié, par-dessus lequel le fil de chaîne de lisière séparé est déplacé et en ce
que l'organe de mesure (10, 10') est monté au voisinage de cet élément.
3. Dispositif de surveillance selon la revendication 2, caractérisé en ce que le guidage
de fil (8) se compose d'un élément rigide (17) et d'un élément pivotant (18) monté
sur celui-ci, lequel forme l'élément déplaçable ou déformable cité et en ce que l'organe
de mesure (10, 10') est réalisé pour la détection du déplacement de cet élément pivotant
par un fil de chaîne de lisière (Kr) séparé.
4. Dispositif de surveillance selon la revendication 3, caractérisé en ce que l'élément
pivotant (18) est monté unilatéralement par un ressort à lame (19) sur l'élément rigide
(17) et en ce que l'organe de mesure (10, 10') est constitué par deux jauges de contrainte
extensométriques fixées à des faces mutuellement opposées de ce ressort à lame ou
par un détecteur piézo-électrique sensible à la flexion.
5. Dispositif de surveillance selon la revendication 2, caractérisé en ce que le guidage
de fil (8) est réalisé, au voisinage de l'élément déplaçable ou déformable, de façon
à être flexible par un fil de chaîne de lisière (Kr) séparé et en ce que l'organe de mesure (10, 10') est constitué par une jauge de
contrainte extensométrique (20) encastrée entre l'élément flexible et l'élément rigide
(17) du guidage de fil ou par un détecteur piézo-électrique sensible à la flexion.
6. Dispositif de surveillance selon la revendication 5, caractérisé en ce que la jauge
de contrainte extensométrique (20') est appliquée sur un support (23) en matière synthétique
élastique.
7. Dispositif de surveillance selon la revendication 6, caractérisé en ce que la jauge
de contrainte extensométrique (20') est noyée, de préférence incorporée par coulée
dans un support (23) en matière synthétique élastique.
8. Dispositif de surveillance selon la revendication 2, caractérisé en ce que le guidage
de fil (8) comporte , au voisinage de l'élément déplaçable ou déformable, un élément
relié à un transformateur piézo-électrique et dont la force sur le transformateur
est proportionnelle à la force d'appui d'un fil de chaîne de lisière (Kr) séparé.
9. Dispositif de surveillance selon la revendication 8, caractérisé en ce que l'élément
cité est réalisé en forme d'étrier ou de façon plane et porté par un axe orienté en
direction de la force d'appui et en contact avec le convertisseur piézo-électrique.
10. Dispositif de surveillance selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce
que le signal de mesure de chaque organe de mesure (10, 10') est amené, par l'intermédiaire
d'un amplificateur (11) et d'un étage d'interprétation (12), à l'unité de commande
(13) de la machine noueuse (3).
11. Dispositif de surveillance selon la revendication 10, caractérisé en ce que l'étage
d'interprétation (12) comporte un détecteur de valeur de seuil pour les signaux de
mesure, dont la valeur de seuil est réglée de telle façon qu'un signal de mesure,
excédant celle-ci, indique la séparation d'un fil double.
12. Dispositif de surveillance selon la revendication 11 , caractérisé en ce que l'unité
de commande (13) de la machine noueuse (3) comporte un interrupteur (14) établissant
ou interrompant la liaison avec son moteur d'entraînement (15) ainsi que des indicateurs
séparés (16, 16') pour l'apparition d'un fil double dans l'une des deux nappes de
fils de chaîne (Ka, Kn) et en ce que l'interrupteur et les indicateurs sont pilotés par le signal de sortie
de l'étage d'interprétation (12).