[0001] Die Erfindung betrifft eine automatische Tür mit einer ersten Offnungsbreite und
mindestens einer weiteren durch manuelle Krafteinwirkung auf die Tür herbeiführbaren
weiteren Offnungsbreite.
[0002] Mit der DE-OS 27 55 110 ist eine automatische Sicherheitstür, beispielsweise für
ein Kaufhaus, bekanntgeworden, welche aus vier Türflügeln besteht. Im Normalbetrieb
sind die zwei äussersten Türflügel fest angeordnet und die beiden mittleren Türflügel
arbeiten als Schiebetür. Die beiden mittleren Türflügel sind ferngesteuert und werden
über eine Spindel durch einen Elektromotor angetrieben. Sie verschieben sich beim
Offnen parallel hinter die beiden feststehenden Flügel. Alle vier Türflügel besitzen
zusätzlich je an der äusseren Türkante oben und unten Drehzapfen, die ein zusätzliches
Ausschwenken jedes einzelnen Flügels gestatten. Die Drehzapfen der beiden festen Türflügel
weisen feste Drehlager auf, während der untere Drehzapfen der verschiebbaren Türflügel
in einem verschiebbaren Gleitstein gelagert ist und der obere Drehzapfen als Gelenk
zwischen einer scherenartigen Verbindung zwischen dem Türflügel und einem den Türflügel
tragenden Rollenträger ausgebildet ist. In einem Katastrophenfall können die vier
Türflügel, sobald die beiden Schiebetürflügel aus einer Endarretierung ausgefahren
sind, mechanisch aufgedrückt und ausgeschwenkt werden. Die grösste Offnungsbreite
wird erreicht, wenn das Ausschwenken der vier Türflügel erfolgt, wenn die beiden mittleren
Schiebetürflügel bereits ganz ausgefahren sind.
[0003] Der Nachteil dieser bekannten Einrichtung liegt darin, dass sie nicht geeignet wäre
für den Einsatz in einer Aufzugsanlage und dass sie nach jedem Gebrauch einer grösseren
Offnungsbreite manuell in den ursprünglichen, normalen Betriebszustand zurückzuführen
ist.
[0004] Für personenbegleitete Warenaufzüge sind Schachtabschlüsse bekannt, bei welchen in
den einzelnen Stockwerken schwenkbare, nicht automatische, einflügelige Schachttüren
vorgesehen sind, die nicht die ganze Offnungsbreite der Aufzugskabine abdecken. Die
restliche Offnungsbreite wird durch einen im Normalbetrieb nicht verwendeten, mechanisch
blockierten und elektrisch abgesicherten zusätzlichen Schwenkflügel geschlossen. Im
Bedarfsfall kann man diesen zweiten Türflügel durch einfache Handgriffe ebenfalls
öffnen und so die ganze Offnungsbreite der Kabine für sperrige Güter ausnutzen.
[0005] Der Nachteil dieser Einrichtung liegt ebenfalls darin, dass der ursprüngliche, normale
Betriebszustand nach dem Gebrauch der grossen Offnungsbreite durch manuelle Manipulationen
wieder hergestellt werden muss. Ein weiterer Nachteil liegt noch darin, dass sich
diese Einrichtung für Aufzüge mit Schacht- und zusätzlich mit Kabinenabschlüssen ebenfalls
nicht eignen würde.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schiebetür für eine Aufzugsanlage
für mehr als eine Offnungsbreite vorzuschlagen, welche sich für Aufzüge mit Schacht-
und Kabinentüren eignet und welche nach jeder Offnung, gleich welcher Offnungsbreite,
automatisch stets den für die kleinste Offnungsbreite vorgesehene Betriebszustand
herstellt.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen gekennzeichnete Erfindung gelöst.
[0008] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen,
dass die Automatische Tür mit jede Offnungsbreite elektrisch angetrieben ist, dass
sie aus Zeitersparnisgründen für den Normalfall stets die kleinste eingestellte Offnungsbreite
anfährt, dass eine grössere Offnungsbreite, sobald die erste Offnungsbreite erreicht
ist, allein durch einen manuellen Druck auf den Türflügel in der Richtung der Offnungsbewegung
angefahren wird, und dass sie nach jeder Schliessbewegung automatisch stets wieder
die erste Offnungsbreite anfährt.
[0009] Auf beiliegenden Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt,
das im folgenden näher erläutert wird. Es zeigen:
Fig. 1 eine Ansicht des oberen Teiles eines Türflügels mit dem Türantriebsaggregat,
Fig. 2 eine Ansicht eines schwenkbaren Hebels mit einem Schalter, kurz vor dem Stillstand
des Türflügels in einer ersten Offenstellung,
Fig. 3 eine Ansicht des schwenkbaren Hebels mit dem Schalter beim Stillstand des Türflügels
in der ersten Offenstellung, und
Fig. 4 eine Ansicht des schwenkbaren Hebels mit dem Schalter bei der Schliessbewegung,
ausgehend von einer grösseren Offenstellung.
[0010] In der Fig. 1 ist mit 1 ein Türflügel einer Kabinentür einer Aufzugsanlage bezeichnet.
Der Türflügel 1 ist mit Rollen 2 auf einer am Türrahmen 20 angeordneten Tragschiene
3 schiebbar gelagert. Am Türflügel 1 ist ein Türmitnehmer 4 angeordnet, an welchem
ein von einem Antriebsmittel 6 angetriebener Mitnehmerbügel 5 angelenkt ist. Der Mitnehmerbügel
5 ist am Gelenkpunkt 6.1 mit dem Antriebsmittel 6 verbunden. Die Richtung des Pfeiles
7 zeigt die Offnungs-Bewegung des Türflügels 1 an. Das Antriebsmittel 6 ist um zwei
Umlenkrollen 8, 9 gelegt und wird durch eine Treibrolle 10 angetrieben. Die Treibrolle
10 wird ihrerseits über ein Riemenvorgelege 11 von einem Elektromotor 12 in Bewegung
gesetzt. Zwei neben der Treibrolle 10 auf je einen Trum des Antriebsmittels 6 wirkende
Spannrollen 13, 14 geben dem Antriebsmittel 6 stets die richtige Spannung. Am Antriebsmittel
6 ist ein Nocken 15 vorgesehen, welcher zwei Anschlagflächen 15.2 und eine Gleitfläche
15.1 aufweist. Der Nocken 15 arbeitet mit einer an einem Drehzapfen 17 schwenkbar
gelagerten Hebel 16 zusammen. Der Hebel 16 weist eine Steuerseite und eine Anschlagseite
auf. Die Anschlagseite ragt in einer durch die Schwerkraft des Hebels 16 und/oder
durch die Rückstellkraft einer Feder 25 bestimmten Ruhelage in die Bewegungsbahn des
Nockens 15 des Antriebsmittels 6 hinein. Ein Schalter 18 und der Drehzapfen 17 sind
an einem an einer Tragkonstruktion 21 angeordneten Blechträger 19 befestigt. An der
gleichen mit dem Türrahmen 20 verbundenen Tragkonstruktion 21 sind auch der Elektromotor
12, das Riemenvorgelege 11, die Umlenkrollen 8, 9 und die Spannrollen 13, 14 aufgebaut.
[0011] In den Figuren 2, 3 und 4 ist mit 19 der Blechträger für den Schalter 18 und den
Hebel 16 bezeichnet. Der Hebel 16 ist am Drehzapfen 17 schwenkbar gelagert und weist
auf der Steuerseite eine Einschaltkurve 16.1 zum Einschalten und eine Ausschaltkurve
16.2 zum Ausschalten des Schalters 18 auf. In der Ruhelage des Hebels 16 liegt auf
der Einschaltkurve 16.1 eine Kontaktfahne 18.1 des Schalters 18 auf. Beim Schwenken
des Hebels 16 durch den Nocken 15 des Antriebsmittels 6 gleitet die Kontaktfahne 18.1
je nach der Schwenkrichtung auf der Ausschaltkurve 16.2 und/oder auf der Einschaltkurve
16.1. Die Anschlagseite des Hebels 16 besteht aus zwei parallelen Anschlagflächen
16.4 und einer Gleitkurve 16.3. Je ein Pfeil 22 und 23 geben die Bewegungsrichtung
des Antriebsmittels 6 und des Nockens 15 beim Offnen des Türflügels, und ein Pfeil
24 gibt die Bewegungsrichtung des Antriebsmittels 6 und des Nockens 15 beim Schliessen
des Türflügels 1 an. Zur Unterstützung der Schwerkraft des Hebels 16 dient die Rückstellkraft
einer zwischen dem Hebel 16 und dem Bleche träger 19 angeordneten Feder 25,
[0012] Die vorstehend beschriebene Einrichtung arbeitet wie folgt: In der Fig. 1 ist der
Türflügel 1 in seiner geschlossenen Stellung dargestellt. Beim Offnen des Türflügels
1 bewegt sich das Antriebsmittel 6, angetrieben durch die vom Elektromotor 12 über
das Riemenvorgelege 11 in Drehung versetzte Treibrolle 10, in der Richtung des Pfeiles
7.
[0013] Dabei nimmt der einerseits am Gelenkpunkt 6.1 mit dem Antriebsmittel 6 verbundene
und anderseits am Türmitnehmer 4 angelenkte Mitnehmerbügel 5 den Türflügel 1 mit,
bis der Nocken 15 des Antriebsmittels 6 den Hebel 16 erreicht. Diese Stellung ist
in Fig. 2 grösser dargestellt. Der Nocken 15 schwenkt den Hebel 16 im Gegenuhrzeigersinn,
wobei die auf der Einschaltkurve 16.1 des Hebels 16 ruhende Kontaktfahne 18.1 des
Schalters 18 von der Einschaltkurve 16.1 auf die Ausschaltkurve 16.2 gleitet und den
Schalter 18 unterbricht. Der Elektromotor 12 wird ausgeschaltet und der Türflügel
läuft zusammen mit dem Antriebsmittel 6 bis zum völligen Stillstand aus und legt einen
Auslaufweg von max. ca. 60 mm zurück. Der Nocken 15 des Antriebsmittels 6 schwenkt
dabei den Hebel 16 weiter, bis die in Fig. 3 dargestellte Stillstandstellung erreicht
ist, bei welcher der Hebel 16 mit der Abrundung zwischen der Anschlagfläche 16.4 und
der Gleitkurve 16.3 am Rande der Gleitfläche 15.1 des Nockens 15 aufliegt. Der Schalter
18 bleibt während des ganzen Auslaufweges und im Stillstand zwangsläufig ausgeschaltet.
Der Elektromotor 12 kann nur noch in der Gegenrichtung, also für die Schliessbewegung,
eingeschaltet werden. Die erreichte Türöffnung entspricht der für den Normalbetrieb
vorgesehenen ersten Offenstellung mit einer Offnungsbreite die kleiner ist als die
Gesamtbreite des Türflügels 1. Für die Schliessbewegung ist ein Zusatzimpuls nötig,
bei welchem der Elektromotor 12 in der Gegenrichtung eingeschaltet wird,
[0014] wobei sich das Antriebsmittel 6 und der Nocken 15 in der zum Pfeil 23 entgegengesetzten
Richtung bewegen. Der Hebel 16 gleitet durch sein Eigengewicht und/oder durch die
Rückstellkraft der Feder 25 auf der Gleitfläche 15.1 und auf einer Kante des Nockens
15 und schwenkt im Uhrzeigersinn wieder in die Ruhelage ein, wie sie in Fig. 2 dargestellt
ist. Die Kontaktfahne 18.1 des Schalters 18 gleitet von der Ausschaltkurve 16.2 auf
die Einschaltkurve 16.1 und schaltet den Schalter 18 wieder ein und bereitet ihn dadurch
für eine weitere Offnungsbewegung vor.
[0015] Für den Transport von sperrigen Gütern kann es vorkommen, dass die bei der ersten
Offenstellung erreichte Offnungsbreite nicht mehr genügt und eine grössere Offnungsbreite
nötig wird. Der Türflügel 1 wird vorerst, wie oben beschrieben, für den Normalbetrieb
geöffnet, bis die erste Offenstellung und die Lage des Hebels 16 gemäss Fig. 3 erreicht
ist. Nun wird der Türflügel 1 durch manuelle Krafteinwirkung in der Offnungerichtung
um einige Millimeter verschoben, was beim beschriebenen Antriebsaggregat ohne grosse
Kraftanstrengung möglich ist. Gleichzeitig wird das Antriebsmittel 6 und mit ihm der
Nocken 15 in der Richtung des Pfeiles 23 verschoben, bis der Hebel 16 durch sein Eigengewicht
mit der Gleitfläche 16.3 an der oberen Kante des Nockens 15 vorbeigleitet. Der Hebel
16 nimmt wieder die Ruhelage gemäss den Fig. 1 oder 2 ein.
[0016] Die Kontaktfahne 18.1 des Schalters 18 gleitet von der Ausschaltkurve 16.2 auf die
Einschaltkurve 16.1 und der Schalter 18 schaltet wieder ein. Der Elektromotor 12 beginnt
sofort in der Offnungsrichtung weiterzulaufen. Der Türflügel 1 bewegt sich über die
erste Offenstellung hinaus, bis der Nocken 15 des Antriebsmittels 6 einen weiteren
Hebel oder einen Endschalter betätigt und der '0 Türflügel 1 in einer grösseren Offenstellung
anhält.
[0017] Die Schliessbewegung des Türflügels 1 wird durch einen Schliessimpuls eingeleitet.
Der Elektromotor 12 dreht in der Gegenrichtung und bewegt das Antriebsmittel 6 in
der zum Pfeil 7 entgegengesetzten Richtung. Der Nocken 15 des Antriebsmittels 6 wandert
während der Schliessbewegung, wie in der Fig. 4 dargestellt, in der Richtung des Pfeiles
24 an der ersten Schaltvorrichtung vorbei, indem der Hebel 16 im Uhrzeigersinn geschwenkt
wird, bis die Kante der Gleitfläche 15.1 des Nockens 15 die Gleitkurve 16.3 des Hebels
16 freigibt und der Hebel 16 durch sein Eigengewicht im Gegenuhrzeigersinn wieder
in die Ruhelage zurückschwenkt. Während diesen Schwenkbewegungen gleitet die Kontaktfahne
18.1 des Schalters 18 stets auf der Einschaltkurve 16.1 des Hebels 16. Der Schalter
18 wird dabei nie unterbrochen. Die Schliessbewegung dauert an, bis der Türflügel
1 wieder geschlossen ist. Bei der nächsten Offnungsbewegung wird der Türflügel automatisch
wieder nur bis zur ersten Offenstellung geöffnet.
[0018] Ist beispielsweise für eine längere Zeitdauer eine grössere Offnungsbreite erforderlich,
kann der Hebel 16 für eine kleine Offnungsbreite durch einen Schlüssel oder durch
einen Elektromagneten in einer Position fixiert werden, in welcher der Hebel 16 ausserhalb
der Bewegungsbahn des Nockens 15 des Antriebsmittels 6 zu liegen kommt und der Schalter
18 gleichzeitig eingeschaltet bleibt. Dadurch wird die Schaltvorrichtung für eine
kleine Offnungsbreite stillgesetzt und der Türflügel 1 stets für eine grössere Offnungsbreite
geöffnet.
[0019] Es ist ohne weiteres möglich, anstelle der beschriebenen einflügeligen Schiebetür
eine andere Schiebetür mit beispielsweise zwei zentral öffnenden oder teleskopisch
öffnenden Türflügeln vorzusehen.
[0020] Ebenso ist es denkbar, dass der im Ausführungsbeispiel zur Betätigung des Hebels
beschriebene Nocken, statt am bandförmigen Antriebsmittel, direkt am Türflügel angeordnet
werden könnte, wobei der schwenkbar gelagerte Hebel und der zugehörige Schalter spiegelbildlich
am Türrahmen zu befestigen wären.
1. Automatische Tür mit einer ersten Offnungsbreite und mindestens einer weiteren
durch manuelle Krafteinwirkung auf die Tür herbeiführbaren weiteren Offnungsbreite,
dadurch gekennzeichnet,
dass an einer automatischen Schiebetür an einem mit einem verschiebbaren Türflügel
(1) mitbewegten Türteil (6) ein Nocken (15) befestigt und am Türrahmen (20) mindestens
ein in die Bewegungsbahn des Nockens (15) hineinragender Hebel (16) schwenkbar gelagert
ist, der Hebel (16) eine Steuerkurve (16.1, 16.2) zur Betätigung eines im Steuerstromkreis
des Türantriebsaggregates liegenden Schalters (18) besitzt und unter Einwirkung einer
Rückstellkraft in einer Ruhelage gehalten wird, wobei die Steuerkurve (16.1, 16.2)
derart ausgebildet ist, dass der Schalter (18) in der Ruhelage des Hebels (16) und
beim Ausschwenken des Hebels (16) durch den in Türschliessrichtung vorbeigeführten
Nocken (15) geschlossen ist, dagegen beim Ausschwenken des Hebels (16) durch den in
Türöffnungsrichtung auffahrenden Nocken (15) geöffnet wird und beim Weiteröffnen der
Tür durch manuelle Krafteinwirkung auf den Türflügel (1) so lange geöffnet bleibt,
bis der Nocken (15) den Hebel (16) freigibt.
2. Automatische Tür nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der mit dem verschiebbaren Türflügel (1) mitbewegte Türteil
ein bandförmiges Antriebsmittel (6) ist.
3. Automatische Tür nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei einer Schiebetür mit dem bandförmigen Antriebsmittel (6) der Nocken (15)
am Antriebsband angeordnet ist.
4. Automatische Tür nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hebel (16) ein Pendelhebel mit unterhalb eines Drehzapfens (17) liegendem
Schwerpunkt ist und die den Hebel (16) in einer Ruhelage haltende Rückstellkraft die
Schwerkraft des Pendelhebels ist.
5. Automatische Tür nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Hebel (16) eine eine Rückstellkraft ausübende Feder (25) angeordnet ist.
6. Automatische Tür nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Nocken (15) für die Betätigung des Hebels (16) am Türflügel (1) angeordnet
ist.