[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Abgabe von fließfähigen Massen aus einem
Gehäuse, in welchem ein Steuerteil verschiebbar gelagert ist, mit dem eine Abgabeöffnung
für die Masse verschließbar ist und die ein Auftragelement enthält, das versenkt in
einer Kammer des Gehäuses liegt, die durch eine abnehmbare Verschlußkappe abgeschlossen
ist, aus der es vorstellbar ist. Als fließfähige Massen, die in dieser Vorrichtung
verwendet werden können, sind färbende Flüssigkeiten gemeint, wie sie in der dekorativen
Kosmetik verwendet werden. Dazu gehören sowohl Flüssigkeiten zum Auftragen auf die
Haut als auch solche zum Auftragen auf die Finger- bzw. Fußnägel. Es geht daraus hervor,
daß, je nach Verwendungszweck, diese Flüssigkeiten sehr unterschiedliche Viskositäten
aufweisen können. Daneben sollen mit der Vorrichtung jedoch auch unterschiedliche
Flüssigkeiten wie z.B. Klebstoffe oder Lösungsmittel aufgetragen werden können.
Als Auftragelement wird vorzugsweise ein Pinsel verwendet, es können jedoch auch
die von Schreibgeräten her bekannten Faserdochte oder extrudierte Kapillarröhrchen
verwendet werden.
[0002] Es ist bereits eine Abgabevorrichtung für fließfähige Massen, wie z.B. Nagellack
bekannt (US-PS 4 063 829) bei der ein Auftragelement, in Form eines Pinsels, aus einer
Kammer, die im Vorderteil des Behälters angeordnet ist, herausgestellt wird. Der Pinsel
ist in einem Gleitstück befestigt, das Axialnuten aufweist, durch die eine vordosierte
Menge der fließfähigen Masse, unter Wirkung der Schwerkraft,auf den Pinsel herangeführt
wird. In der Arbeitslage des Pinsels, d.h. senkrecht nach unten gerichtet, wird mittels
eines Kugelventils die weitere Zufuhr von Flüssigkeit gesperrt. Bei der Benutzung
der Abgabevorrichtung ist, bevor die Kappe abgenommen wird, der Behälter kurzzeitig
so aufrecht zu halten, daß die Dosierkammer gefüllt wird. Nach dem Abnehmen der Schutzkappe
ist die Abgabevorrichtung so zu drehen, daß die Spitze nach unten gerichtet ist. Dabei
bewegen sich der Pinsel und das Gleitstück innerhalb der Kammer bis der Pinsel aus
der Kammer hervorragt, wobei das Gleitstück die Kammer zum größten Teil abdichtet
und nur noch schmale Kanäle eine Verbindung zwischen dem Pinsel und dem Inneren der
Dosierkammer zulassen. Nach dem Benetzen des Pinsels mit der Flüssigkeit ist dieser
gebrauchsfähig. Sobald die auf dem Pinsel dosiert übertragene Flüssigkeit verbraucht
ist, muß das Gerät wieder gekippt werden, so daß, über die Dosierkammer, eine neue
Menge Flüssigkeit zugeführt werden kann.
[0003] Die Funktion dieser Abgabevorrichtung ist nur dann gewährleistet, wenn sowohl das
Kugelventil als auch das Gleitstück mit dem Pinsel unter der Wirkung der Schwerkraft
beweglich sind.
[0004] Besonders bei der Verwendung von Nagellacken ist es erstrebenswert, diese möglichst
kurz nach dem sie aufgetragen worden sind, trocknen zu lassen. Es sind daher in den
Lacken leicht flüchtige Lösungsmittel vorhanden, die zwar schnell auftrocknen, jedoch
ebenso leicht in der Abgabevorrichtung eintrocknen können.
[0005] Bei einer Vorrichtung der vorbeschriebenen Art, bei der die beweglichen Teile nur
durch die Schwerkraft und unterstützend durch Beschleunigungskräfte beim Schütteln,
bewegt werden können, kann es vorkommen, daß die Teile ankleben und sich nicht mehr
bewegen. Damit ist die Funktionsfähigkeit der Abgabevorrichtung nicht mehr gegeben.
Konstruktionen dieser Art konnten deshalb auf dem Markt die herkömmlichen Nagellackfläschchen,
bei denen der Pinsel an dem Schraubverschluß angebracht ist, nicht verdrängen.
[0006] Die bereits erwähnten Nagellackfläschchen mit Pinsel haben bekanntlich den Nachteil,
daß, während mit dem Pinsel aufgetragen wird, das Fläschchen nicht verschlossen ist.
Die enthaltene Flüssigkeit kann deshalb nicht nur leicht eintrocknen, bzw. sich verdicken,
sondern es besteht auch die Gefahr, daß das Fläschchen umgestoßen wird und ausläuft.
Um diesen Nachteil zu vermeiden sind bereits Abgabevorrichtungen bekannt geworden,
bei welchen das Auftragelement nicht mit dem Schraubverschluß verbunden ist, sondern
direkt in den Behälter eingesetzt ist. Nach dem DE-GM 79 31 006 ist ein Behälter für
Nagellack bekannt, der mit einem Auftragpinsel an der Behältermündung ausgestattet
ist. Die Borsten des Auftragpinsels sind an einem mit Kanälen versehenen, bewegbaren
Kopfstück befestigt, das gegen die Kraftwirkung eines Federelementes wenigstens teilweise
in die Behältermündung absenkbar geführt ist und bei dem die Verschlußkappe Mittel
zum Abdichten der Behältermündung aufweist. Wird nun bei diesem Behälter die Verschlußkappe
abgenommen, so tritt unter Federwirkung der Pinsel aus dem Kopfstück des Behälters
heraus. Der Behälter steht jetzt sofort in Verbindung mit der Außenluft, wodurch die
Flüssigkeit eintrocknen bzw. verdicken kann.
[0007] Es ist daher Aufgabe der Erfindung bei einer Abgabevorrichtung für fließfähige Massen
den Luftzutritt zum Behälterinnenraum auf ein Mindestmaß herabzusetzen und die Handhabung
so zu gestalten, daß dadurch kein unbeabsichtigter Luftzutritt erfolgen kann. Es soll
vermieden werden, daß beim Abnehmen der Verschlußkappe bereits Flüssigkeit aus dem
Behälterinneren ausfließen kann, sofern die Abgabevorrichtung nicht, ihrem Zweck
entsprechend, benutzt wird.
[0008] Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Vorrichtung zur Abgabe von fließfähigen Massen
der eingangs erwähnten Art erfindungsgemäß so ausgestaltet, daß das Auftragelement
an einem Ende einer Kolbenstange angeordnet ist, die in dem Gehäuse 1 längsaxial
verschiebbar ist, auf die ein Steuerkolben mit Kraftschluß aufgesetzt ist, der dichtend
an einer Abgabeöffnung anliegt, deren anderes Ende ein Kupplungselement trägt, auf
das die Verschlußkappe nach Abnahme von dem Vorderteil ankuppelbar ist. Mittels der
umsteckbaren Verschlußkappe wird vermieden, daß die Abgabevorrichtun unbeabsichtigt
offen liegen gelassen wird, wodurch Luft in das Behälterinnere eintreten kann. Der
Benutzer benötigt in jedem Fall die umsteckbare Verschlußkappe, um diese an das Kupplungselement
aufzustecken und um damit die Vorrichtung in Gebrauch nehmen zu können.
[0009] Die umsteckbare Verschlußkappe kann in ihrem Aufbau einfach gehalten werden, wenn
sie einen Innenkonus aufweist, der der Außenform des Vorderteiles und des Kupplungselementes
angepasst ist. Dadurch ist nur eine einzige Paßfläche vorzusehen, die das Umstecken
erlaubt.
[0010] Eine Fehlbetätigung der Abgabevorrichtung kann vermieden werden, wenn das Kupplungselement
in einer Vertiefung des Gehäuses axial verschiebbar ist. Nur bei aufgesteckter Verschlußkappe,
die dann aus einer Vertiefung herausragt, ist eine Benutzung der Vorrichtung möglich.
Der Benutzer muß deshalb bewußt ein Umstecken der Verschlußkappe vornehmen, bevor
die Abgabevorrichtung gebrauchsfertig ist.
[0011] Beim Betätigen der Vorrichtung durch Drücken auf die Verschlußkappe kann gleichzeitig
das Auftragelement vorgestellt, die Abgabeöffnung freigegeben und der Querschnitt
der Zuführkanäle reduziert werden. Diese Funktionen werden durch eine Anordnung erreicht,
bei der die eine Endlage der längsaxial beweglichen Kolbenstange durch den Einsatz
bestimmt ist, an dem der Steuerkolben und Querstifte 16 anliegen, und die andere Endlage
durch die Abschlußwand, an der das Kupplungselement anliegt.
[0012] Montageerleichterungen, Die auch eine Vorraussetzung zu einer automatischen Maschinenmontage
bilden, werden erreicht durch das Anformen der Abgabeöffnungen und Führungsstege an
einem Einsatz, der topfförmig ausgebildet ist. Die notwendige Reibung der in diesem
topfförmigen Einsatz gelagerten Kolbenstange wird erreicht, wenn der Einsatz aus weichelastischem
Material besteht.Unter weichelastischem Material werden hier Kunststoffe verstanden
wie z.B. Polyäthylen (PE,)Polypropylen,(PP ), Silikonkautschuk u.a.
[0013] Ein weiterer Vorteil der Vorrichtung, der zu einer dauerhaften Funktionsfähigkeit
führt und ein Verkanten der längsbeweglichen Kolbenstange verhindert, ergbit sich
dadurch, daß die Kolbenstange an den Führungsstegen des topfförmigen Einsatzes und
in der Dichtung, die in die Abschlußwand eingesetzt ist, längsbeweglich gelagert ist.
[0014] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Figuren, die ein Ausführungsbeispiel zeigen,
näher erläutert.
Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt der Abgabevorrichtung mit aufgesetzter Verschlußkappe,
Fig. 2 einen Längsschnitt mit umgesteckter Verschlußkappe,
Fig. 3 einen Querschnitt entlang der Linie I - I,an der Stelle der Abgabeöffnungen
und
Fig. 4 einen Querschnitt entlang der Linie II - II, an der Stelle der Kanäle.
[0015] Die dargestellte Vorrichtung besteht aus eine Gehäuse 1, dessen Vorderteil 2 sich
konisch verjüngt und das in diesem Bereich eine Kammer 3 enthält, die zum Behälterinneren
in Kanälen 4 endet. In eine Abschlußwand 5, die eine Vertiefung 6 bildet ist eine
Dichtung 7 eingesetzt. Ein topfförmig ausgebildeter Einsatz 8 weist mehrere Abgabeöffnungen
9 und Führungsstege 10 auf. Dieser Einsatz 8 ist in das Gehäuse 1 eingepresst. Auf
dem Vorderteil 2 ist eine Verschlußkappe 11 aufgesetzt, die einen Innenkonus 12 und
einen Wulst 13 aufweist. Zentrisch im Gehäuse 1 ist eine Kolbenstange 14 axial längsbeweglich
angeordnet, auf der ein Steuerkolben 15 unter Friktion verschiebbar gelagert ist.
Zur Begrenzung des Längsweges der Kolbenstange 14 sind Querschnitte 16 vorgesehen,
die bei einer Ausbildung der Kolbenstange 14 aus Kunststoff, daran unmittelbar angeformt
sein können. Außerdem ist an der Kolbenstange 14 ein Kupplungselement 17 befestigt,
dessen Außenfläche dem Innenkonus 12 der Verschlußkappe 11 angepasst ist. Die Kolben
stange 14 weist weiterhin ein Auftragelement 18 auf, das vorzugsweise als Pinsel ausgestaltet
ist. In das Innere des Gehäuses 1 ist die fließfähige Masse 19 eingefüllt.
[0016] Die in der Figur 1 in der Ruhelage dargestellte Vorrichtung ist durch die Verschlußkappe
11 am vorderen Ende hermetisch abgeschlossen. Ein Luftzutritt wird von der anderen
Seite durch die Dichtung 7 verhindert. Um mit dem Gerät die fließfähige Masse aufzutragen,
ist zunächst die Verschlußkappe 11 von dem konischen Vorderteil 2 abzuziehen und
auf das Kupplungsselement 17 aufzustecken. Dabei wird zwangsläufig die Kolbenstange
14 nach vorne bewegt, bis sich der Steuerkolben 15 an den Austritt der Kanäle 4 anlegt.
Bei der weiteren Längsbewegung der Kolbenstange 14 tritt das Auftragelement 18 aus
der Kammer 3 hervor. Da sich inzwischen der Steuerkolben 15 an die Kanäle 4 angelegt
hat, wird deren Querschnitt reduziert. Die Masse 19 kann nunmehr durch die Abgabeöffnungen
9 bei senkrechter Haltung der Vorrichtung, hindurchtreten und wird infolge des vorbestimmten
Querschnittes der Kanäle 4 dem Auftragelement 18 so zugeführt, daß die Menge der
Masse 19 etwa der bei normalem Gebrauch benötigten Menge entspricht.
[0017] Bei Nichtgebrauch wird die Verschlußkappe 11 wieder von dem Kupplungselement 17 abgenommen;
hierbei wird die Kolbenstange 14 nach hinten bewegt, bis der Steuerkolben 15 die
Abgabeöffnungen 9 wieder verschließt. Das Auftragelement 18 kommt wieder in die Kammer
3, so daß sich die Verschlußkappe 11 auf das konische Vorderteil 2 aufstecken läßt,
ohne das Auftragelement 18 zu beschädigen.

1. Vorrichtung zur Abgabe von fließfähigen Massen aus einem Gehäuse, in welchem ein
Steuerteil verschiebbar gelagert ist, mit dem eine Abgabeöffnung für die Masse verschließbar
ist und die ein Auftragelement enthält, das vesenkt in einer Kammer des Gehäuses liegt,
die durch eine abnehmbare Verschlußkappe abgeschlossen ist, aus der es vorstellbar
ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Auftragelement (18) an einem Ende einer Kolbenstange (14) angeordnet ist,
die in dem Gehäuse (1) längsaxial verschiebbar ist, auf die ein Steuerkolben (15)
mit Kraftschluß aufgesetzt ist, der dichtend an einer Abgabeöffnung (9) anliegt, deren
anderes Ende ein Kupplungselement (17) trägt, auf das die Verschlußkappe (11) nach
Abnahme von dem Vorderteil (2) ankuppelbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verschlußkappe (11) einen Innenkonus (12) aufweist, der der Außenform des
Vorderteiles (2) und des Kupplungselementes (17) angepasst ist.
3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2
dadurch gekennzeichnet,
daß das Kupplungselement (17) in einer Vertiefung (6) des Gehäuses (1) längsaxial
verschiebbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
daß der Steuerkolben (15) in einer Endlage die Abgabeöffnungen (9) schließt und in
der anderen Endlage die Kanäle (4) teilweise überdeckt.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die eine Endlage der längsaxial beweglichen Kolbenstange (14) durch den Einsatz
(8) bestimmt ist, an dem der Steuerkolben (15) und Querstifte (16) anliegen, und die
andere Endlage durch die Abschlußwand (5), an der das Kupplungselement (17) anliegt.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Endlage, in der die Querstifte (16) an dem Steuerkolben (15) und dieser
an dem Einsatz (8) anliegen, das Auftragelement (18) vollständig in die Kammer (3)
zurückgezogen ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Abgabeöffnungen (9) und die Führungsstege (10) an dem Einsatz (8) angeformt
sind, der topfartig ausgebildet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Einsatz (8) aus weichelastischem Material besteht.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kolbenstange (14) an den Führungsstegen (10) des topfförmigen Einsatzes (8)
und in der Dichtung (7), die in die Abschlußwand (5) eingesetzt ist, längsbeweglich
gelagert ist.