[0001] Die Erfindung betrifft eine Waschmittelcobuildermischung, die neben dem Alkalisalz
eines Acrylsäurepolymers hydrophile bzw. hydrophobe Fällungskieselsäure enthält.
[0002] Es ist bekannt, daß man die Rieselfähigkeit von pulverförmigem Polymethacrylharz
durch den Zusatz von hydrophiler, auf pyrogenem Wege hergestellter Kieselsäure verbessern
kann (US-PS 2 882 254).
[0003] Aus der EP-PS 25 551 sind Alkali- bzw. Ammoniumsalze von (Meth)acrylsäure-Maleinsäure-Copolymerisate
bekannt, die sowohl in flüssiger als auch in pulverförmiger Form im Handel sind.
Diese Substanzen können als Cobuilder bzw. Inkrustierungsinhibitoren in Waschmitteln
eingesetzt werden.
[0004] Nachteiligerweise weisen diese Substanzen eine starke Hygroskopizität auf, wodurch
die Handhabung dieser Substanzen - vor allem das gleichmässige Vermischen mit anderen
Waschmittelbestandteilen - stark erschwert wird.
[0005] Gegenstand der Erdindung ist eine Waschmittelcobuildermischung, welche dadurch gekennzeichnet
ist, daß sie neben dem Alkalisalz einer Polycarbonsäure, vorzugsweise dem Alkalisalz
eines Acrylsäurepolymers, Fällungskieselsäure enthält.
[0006] Die Fällungskieselsäure kann, bezogen auf die gesamte Mischung, in einer Menge von
0,005 bis 5 Gew.-% in der erfindungsgemäßen Waschmittelcobuildermischung enthalten
sein.
[0007] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann die Waschmittelcobuildermischung
eine hydrophobe Fällungskieselsäure enthalten.
[0008] Als Alkalisalz eines Acrylsäurepolymers kann die Waschmittelcobuildermischung ein
Copolymerisat enthalten, bei welchem Polyacrylsäure mit Maleinsäure modifiziert wurde.
[0009] Derartige Substanzen werden in der EP-PS 25 551 beschrieben.
[0010] So können derartige Copolymersiate 40 bis 90 Gew.-% (Meth)acrylsäure und 60 bis
10 Gew.-% Maleinsäure als Monomerbausteine enthalten. Geeignet sind auch deren Alkali-,
vorzugsweise Natrium- und Ammoniumsalze.
[0011] Die Copolymerisate erhält man in an sich bekannter Weise durch Copolymerisation von
Maleinsäureanhydrid mit (Meth)acrylsäure in den angegebenen Mengenverhältnissen (berechnet
als Maleinsäure) und anschließende Verseifung. Bevorzugt wählt man solche Mengen,
daß im Copolymerisat 45 bis 85 Gew.-% (Meth)acrylsäure und 55 bis 15 Gew.-% Maleinsäure
anwesend sind.
[0012] Die Polymerisation wird durch radikalische Initiierung in Lösung, Suspension oder
als Fällungspolymerisation durchgeführt.
[0013] Die Polymerisationstemperaturen liegen bei etwa 50 bis 200, vorzugsweise 100 bis
150°C. Als Initiatoren kommen die üblichen radikalbildenden Verbindungen wie Dialkylperoxide,
Alkylhydroperoxide, Perester, Diacylperoxide und Azoverbindungen, wie Azoisobutyronitril
in Betracht.
[0014] Die erhaltenen Copolymerisate in unverseiftem Zustand weisen bevorzugt K-Werte von
10 bis 40 auf, die gemäß Fikentscher, Cellulosechemie 13, Seite 58 in Methyläthylketon
bei 25°C bestimmt werden.
[0015] Die Copolymerisate werden Waschmitteln - bezogen auf Trockensubstanz - in Mengen
von 0,5 bis 8 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 3 Gew.-%, zugesetzt.
[0016] Da die Waschmittel alkalisch reagieren, liegen die Copolymerisate in Form der entsprechenden
Alkalisalze vor. Sie können auch direkt als Alkali-, vorzugsweise Natriumsalz oder
Ammoniumsalz eingesetzt werden.
[0017] Weitere Alkalisalze von Polycarbonsäure, die erfindungsgemäß eingesetzt werden können,
werden in der EP-0S 63017 beschrieben.
[0018] Die dort beschriebenen Polycarbonsäuren haben ein mittleres Molekulargewicht von
500 bis 2.000.000, vorzugsweise von 12.000 bis 1.500.000. Sie sind Copolymerisate,
deren (a) Polycarbonsäureeinheiten die allgemeine Formel I

bei der X,Y und Z gleich Wasserstoff, Methyl-, Acryl-, Alkaryl-, Carboxyl-, Hydroxy-
und/oder Carboxymethyl bedeuten können,
und (b) Monomereinheiten der allgemeine a) Formel II

bei der R₁ eine C₁ bis C₁₂-Alkylgruppe oder eine C₁ bis C₁₂ Acylgruppe, die eventuell
mit einer Hydroxylgruppe stutituiert sein kann,

in der R₂ bedeutet H oder CH₃, R₃ bedeutet H oder eine C₁ bis C₁₀ Alkylgruppe wobei
R₂ oder R₃ gegebenenfalls mit Hydroxylgruppen substituiert sind,

in der R₄ bis R₇ bedeutet H oder eine Alkylgruppe, wobei R₄ bis R₇ zusammen 1 bis
20 C-Atome aufweisen können und gegebenenfalls mit Hydroxylgruppen substituiert sind.

in der R₈ Benzyl oder Pyrrolidon bedeutet.
[0019] Diese Polycarbonsäuren können Copolymere von Maleinsäure oder Maleinsäureanhydrid
mit Methylvinylether, Ethylvinylether oder Acrylsäure mit einem mittleren Molekulargewicht
von 12.000 bis 1.500.000 sein.
[0020] Eine andere Gruppe von Alkalisalzen von Polycarbonsäuren, die in der erfindungsgemäßen
Waschmittelcobuildermischung eingesetzt werden können, werden in der EP-0S 215 beschrieben.
[0021] Dieses Polymermaterial weist ein Molekulargewicht von 2.000 bis 2.000.000 auf und
ist ein Copolymer aus Maleinsäure oder Maleinsäurenahydrid und einer polymerisierbaren
Verbindung bzw. Gemischen dieser polymerisierbaren Verbindung der Formel (i)

in der R₁ CH₃ oder C₂ bis C₁₂-Alkylgruppen bedeutet, der Formel ii)

in der R₂ H oder CH₃ und R₃ H oder eine C₁ bis C₁₀-Alkylgruppe bedeuten,
der Formel iii)

in der R₄ und R₅ H oder eine Alkylgruppe, wobei R₄ und R₅ zusammen 0 bis 10 C-Atome
aufweisen, bedeuten,
der Formel iv)

der Formel v)

[0022] Ebenso können Alkalisalze von Polycarbonsäuren eingesetzt werden, die in der DE-AS
23 54 432 beschrieben werden. Gemäß DE-AS 23 54 432 kommen als geeignete Polyelektrolyte
alle Polycarbonsäuren und deren vollständige oder partielle Salze mit einem Alkalimetall
oder mit Ammoniak in Frage, sofern sie den oben genannten Anforderungen bezüglich
des Gehaltes an Carboxyl- bzw. Carboxylatgruppen und des mittleren Polymerisationsgrades
genügen. Beispiele sind
Polyacrylsäuren, Polymethacrylsäuren,
Polymaleinsäuren, Polyitaconsäuren,
Polycitronconsäuren, Polyglutaconsäuren,
Polymesaconsäuren, Poly-α-hydroxyacrylsäuren,
Copolymerisate aus 50 bis 99 Grundmolprozent Maleinsäureeinheiten und 50 bis 1 Grundmolprozent
Styrol-, Alkylen- (z.B. Äthylen- oder Propylen-) Vinylalkyläther (Alkyl=CH₃ bis C₄H₉)-,
Vinylacetat- oder Vinylalkohol-Einheiten. Weitere geeignete Copolymerisate sind solche
aus 50 bis 99 Molprozent Maleinsäure und 50 bis 1 Molprozent Kohlenmonoxid, Acrylsäure
oder Methacrylsäure.
[0023] Bevorzugt werden jedoch die in den deutschen Offenlegungsschriften 19 04 940, 19
04 941 und 19 42 556 beschriebenen Poly(aldehydocarboxylate) und/oder Poly(hydroxyaldehydocarboxylate)
und/oder Poly(hydroxycarboxylate) verwendet, davon insbesondere diejenigen, die einen
mittleren Polymerisationsgrad (Viskositätsmittel) zwischen 3 und 600, vorzugsweise
zwischen 3 und 300, und einen Mindestcarboxylgehalt von 60 Grundmolprozent aufweisen.
[0024] Die Herstellung der beim erfindungsgemäßen Verfahren zu verwenden Polymeren erfolgt
auf bekannte Weise.
[0025] Die bevorzugten Carboxylate sind Polymere, die in der Hauptkette überwiegend C-C-Bindungen
enthalten und ausschließlich aus
Y + W/2 Grundmolprozent Einheiten der allgemeinen Formel

U - W Grundmolprozent Einheiten der allgemeinen Formel

Z Grundmolprozent Einheiten der allgemeinen Formel

W/2 Grundmolprozent Einheiten der allgemeinen Formel

und
V Grundmolprozent Einheiten der allgemeinen Formel

aufgebaut sind, wobei U gleich 12 bis 47, V gleich 0 bis 25, W gleich 0 bid U,Y gleich
100- (U+V+Z) und Z gleich 0 bis 20 ist; A für ein Alkalimetall-, Wasserstoff- oder
Ammoniumion steht; R: Wasserstoff, Methyl, Hydroxymethyl, Äthyl Chlor oder Bron bedeuten;
R₂ und R₄ gleich oder verschieden sind und Wasserstoff oder Hydroxymethyl bedeuten;
R₃ und R₅ gleich oder verschieden sind und Wasserstoff, Methyl oder Äthyl bedeuten,
und wobei als Randbedingung erfüllt sein muß, daß für W größer 0,3. U der Quotient
aus Grundmolprozent Carboxyl- bzw. Carboxylatgruppen und Grundmolprozent Hydroxylgruppen
zwischen 1 und 10 liegt.
[0026] Die erfindungsgemässe Waschmittelcobuildermischung kann durch einfaches Mischen der
Komponenten hergestellt werden. Bei grösseren Ansätzen erweisen sich Lödige- oder
Turbula-Mischer als vorteilhaft. Besonders geeignet erweist sich die Zugabe der Kieselsäure
in den Sprühtrockner bei der Herstellung der pulverförmigen Alkalisalze der Polycarbonsäuren.
[0027] Die erfindungsgemäße Waschmittelcobuildermischung weist den überraschenden Vorteil
auf, daß sie trotz der starken Hygroskopizität des Alkalisalzes des Acrylsäurepolymers
ihre pulverförmige Erscheinungsvorm beibehält und eine ausserordentlich gute Rieselfähigkeit
aufweist.
Beispiele
[0028] Die konfektionierten Pulver werden durch einfaches Mischen der Komponenten mit der
Hand hergestellt. Bei größeren Ansätzen erweisen sich Lödige- oder Turbula-Mischer
als geeignet.
Die Zusammensetzungen der Mischungen und die erzielte Rieselfähigkeit sind in der
Tabelle 1 zusammengestellt:

[0029] Die Prüfung der Rieselfähigkeit erfolgt mit Glasauslaufgefäßen.
[0030] Zur Messgefässreihe gehören 5 mit einer Silikonölemulsion hydrophobierte sanduhrähnliche
Auslaufgefäße unterschiedlicher Auslaufweiten.
[0031] Die Bewertung erfolgt von den Noten 1 - sehr gutes Fließverhalten, Pulver fließt
ohne zu stocken aus dem Meßgefäß Nr. 1 mit der kleinsten Auslauföffnung - bis Note
6 - ungenügend, Pulver fließt auch durch das Meßgefäß Nr. 5 mit der größten Auslauföffnung
nicht mehr aus.
[0032] Im allgemeinen wird so vorgegangen, daß man die Pulverprüfung zunächst mit Meßgefäß
Nr. 5 beginnt und dann nacheinander die Auslaufgefäße mit den kleineren Öffnungen
prüft. Angegeben wird das Meßgefäß, bei dem das Pulver gerade noch ohne zu stocken
ausfließt.

[0033] Die Höhe aller "Sanduhren" beträgt bei 42 mm Innendurchmesser 90 mm.
[0034] Diese Methode ist beschrieben in Seifen-Öle-Fett-Wachse
94, 12 (1968).
[0035] Depagas® 4104 N und Sokalan® CP 5 lassen sich mit geringen Mengen hydrophober Kieselsäure
in fließfähige Pulver überführen. Bei den geringen Mengen hydrophober Kieselsäure
bleibt eine gute Redispergierbarkeit gewährleistet.Ein Hydrophobierungseffekt ist
kaum festzustellen.
[0036] Die hergestellten Pulver neigen auch nach 1 Woche nicht zum Verbacken.
[0037] Nach 8-tägigem Stehen in einem Uhrglas an feuchter Luft traten bei der Blindprobe
mit Depagas® 4104 N und Sokalan ® CP 5 deutliche Verbackungserscheinungen auf, während
die mit hydrophober Kieselsäure (im Falle von Sokalan® CP 5 auch mit hydrophiler Kieselsäure)
behandelte Polycarbonsäuren die guten Pulvereigenschaften beibehielten.
[0038] Depagas ® 4104 N ist das Natriumsalz eines mittelmolekularen Acrylsäurepolymers mit
anionischem Charakter. Die Pulverform wird durch Versprühen der wässrigen Suspension
des Degapas® 4104 N.

[0039] Sokalan® CP 5 ist ein Copolymerisat mit anionischem Charakter und liegt als Natriumsalz
in wässriger Lösung vor. Die Basis ist eine mit Maleinsäure modifizierte Polyacrylsäure.
[0040] Sokalan® CP 5 wird durch gemeinsame Polymerisation von Maleinsäureanhydrid und Acrylsäure
hergestellt.
[0041] Sokalan® CP 5 Pulver entsteht aus Sokalan® CP 5 durch Vesprühen.

[0042] Die verwendeten Fällungskieselsäuren weisen die in der Tabelle 2 aufgeführten physikalisch-chemischen
Kenndaten auf:

[0043] Die Fällungskieselsäure Sipernat® 50 S ist eine sprühgetrocknete Fällungskieselsäure.
[0044] Die Fällungskieselsäure Sipernat® D 17 ist eine hydrophobe Fällungskieselsäure.
[0045] Die Fällungskieselsäure Sipernat® 22 ist eine sprühgetrocknete Fällungskieselsäure.
[0046] Die Fällungskieselsäure Sipernat® 22 S ist eine sprühgetrocknete und vermahlene Fällungskieselsäure.