[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Festtreibstoffen, z. B.
Composite-, Staustrahltreibstoffe o. dgl., bestehend aus wenigstens einem pulverförmigen
Oxidator, z. B. Ammoniumperchlorat, einem Prepolymer-Binder als Brennstoff, gegebenenfalls
weiteren festen Brennstoffen und Additiven, wie Weichmacher, Stabilisatoren, Abbrandmoderatoren
etc, indem die vorgenannten Komponenten gemischt und unter Zusatz eines Härters zu
Treibsätzen geformt werden. Ferner ist die Erfindung auf eine Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens gerichtet.
[0002] Composite-Festtreibstoffe mit Ammoniumperchlorat und Aluminium als Feststoffensowie
flüssigen Prepolymer-Bindern, wie Polybutadienen mit endständigen Hydroxylgruppen,
werden nach dem Mischvorgang bei erhöhten Temperaturen in einem Vakuum-Gießverfahren
in Formen oder Brennkammern vergossen. Durch Zugabe von Diisocyanat-Härtern werden
die vergossenen Treibstoffmassen zu viskoelastischen Treibsätzen ausgehärtet. Dieses
Treibsatz-Herstellungsverfahren hat sich für viele Standard-Festtreibstoffe ausgezeichnet
bewährt.
[0003] Als Voraussetzung für das Vakuum-Gießverfahren müssen allerdings Treibstoffmassen
mit Viskositäten von ca. 200 bis 1000 Pa.s vorliegen, damit die zu vergießenden Massen
aus dem Vorratsbehälter vollständig in die Gießformen oder Brennkammern ausfließen
und sich noch einwandfrei verteilen können. Man kann die Verarbeitung von zäh fließenden
Treibstoffen auch dadurch erleichtern, daß man mittels eines auf dem Vorratsbehälter
aufliegenden Deckels den Treibstoff pneumatisch oder hydraulisch in die Brennkammer
hineindrückt und durch Vibration der oft thixotropen Massen eine gleichmäßige Verteilung
verursacht.
[0004] Diese Arbeitsweise führt in zahlreichen Fällen zu befriedigenden Ergebnissen bei
Treibstoffen mit Feststoffanteilen von 80% bis 92 %. Die erforderliche Gießfähigkeit
kann aber nur dann verwirklicht werden, wenn die Feststoff-Anteile in bestimmten Ausfallkörnungen
vorliegen. Von der mittleren Korngröße des Ammoniumperchlorats sind nun aber in hohem
Maß die Abbrandgeschwindigkeit und andere ballistische Eigenschaften des Treibstoffs
abhängig (US-PS 3 954 526).
[0005] Wenn z. B. die mittlere Korngröße des Ammoniumperchlorats von 200 µm auf 2 µm reduziert
wird, kann die Abbrandgeschwindigkeit auf 8 - 10fache Werte gesteigert werden. Damit
ist aber zugleich ein starker Anstieg der Viskosität der Treibstoffmasse verknüpft,
so daß diese sich nicht mehr vergießen läßt.
[0006] Eine weitere Voraussetzung für die Erzielung einer guten Gießfähigkeit des fertig
gemischten Treibstoffs ist die Auswahl eines Prepolymers mit möglichst niedriger Aus-Ausgangsviskosität.
Ein Beispiel hierfür kann in dem Produkt "Arco R 45M"(
R) (Erzeugnis der Arco Chemical, New Yorkp), einem Polybutadien-Prepolymer mit endständigen
Hydroxylgruppen mit einer Viskosität von 0,5 Pa.s bei 30°C gesehen werden. Wegen seiner
niedrigen Viskosität hat sich dieses Prepolymer gegenüber vergleichbaren Prepolymeren
erfolgreich durchsetzen können.
[0007] Andere Bindertypen mit höheren Viskositäten lassen sich mit dem beschriebenen Herstellungsverfahren
nicht verarbeiten, obwohl die damit ausgehärteten Treibstoffe interessante mechanische
Eigenschaften zeigen würden. Als Beispiel sei auf ein Polybutadien-Acrylnitril-Prepolymer
mit endständigen Hydroxylgruppen hingewiesen, das einen Acrylnitrilgehalt von 17 %
und eine Ausgangsviskosität von 140 Pa.s bei 27°C aufweist. Diese Prepolymere würden
sich als Binder für Treibstoffe hervorragend eignen, da über die vorhandenen Nitrilgruppen
vorzügliche Hafteigenschaften zwischen dem Polymer-Binder und dem Feststoffkorn vermittelt
werden. Für die Verarbeitung nach dem Vakuum-Gießverfahren wären diese Binder aber
nicht geeignet. Weitere Beispiele sind die Polybutadien Acrylnitril-Prepolymere mit
endständigen Carboxylgruppen und mit Acrylnitrilgehalten zwischen 10 % und 26 %, deren
Viskositäten zwischen 60 und 570 Pa.s variieren.
[0008] Als weiteres Beispiel zäher Treibstoffe sei auf die Treibstoffe für Staustrahlantriebe
auf Bor-Basis hingewiesen. Das zum Einsatz kommende Bor weist Korngrößen im Bereich
G 1 pm auf und ist deshalb wegen der Gießfähigkeits-Grenze nur in niedrigen Konzentrationen
im Treibstoff zu verarbeiten. Man hat diese Schwierigkeiten durch Einsatz des Bors
in granulierter Form umgangen. Bis jetzt konnte diese Lösung aber auch nicht befriedigen.
Bei hohen Bor-Anteilen versagt auch dieses Verfahren.
[0009] Die aufgeführten Beispiele machen deutlich, daß die Gießfähigkeit von Treibstoffmischungen
an bestimmte Eigenschaften der Ausgangskomponenten gebunden ist und damit die Entwicklung
von Treibstoffen mit speziellen ballistischen und mechanischen Eigenschaften und einer
großen Abbrandgeschwindigkeit an ihrer mangelnden Verarbeitbarkeit scheitert.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine zu seiner Durchführung
bestimmte Vorrichtung zu schaffen, mit deren Hilfe Treibstoffmischungen zu festen
Treibsätzen verarbeitet werden können, bei denen die festen Ausgangskomponenten kleine
Korngröße und/oder die Prepolymer-Binder hohe Viskosität aufweisen.
[0011] Ausgehend von dem eingangs genannten Verfahren wird diese Aufgabe erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß zur Verarbeitung von nicht gießfähigen Treibstoffmischungen mit
einer Yiskositätö 1000 Pa.s die Komponenten in einem Kneter unter Vakuum gemischt,
der Härter der Mischung unter weiterem Mischen zugegeben und die fertige Mischung
unmittelbar aus dem Kneter in eine Treibstofform gegen einen Gegendruck extrudiert
wird.
[0012] Die hohe Viskosität der Treibstoffmischung erlaubt den Einsatz sowohl feiner und
feinster Körnungen der festen Ausgangskomponenten, z. B. der Oxidatoren, wie Ammoniumperchlorat,oder
eventueller fester Brennstoffe, wie Aluminium, Bor o. dgl., als auch von hochviskosen
Bindertypen mit verbesserten mechanischen Eigenschaften. Durch das Mischen im Kneter
werden die Feststoffe mit den viskosen Prepolymeren intensiv homogenisiert, wobei
das Mischen bei erhöhter Temperatur erfolgen kann. Das Mischen unter Vakuum vermindert
einerseits das Sicherheitsrisiko, andererseits wird die pastöse bis teigige Masse
ständig entlüftet. Die homogenisierte Mischung mit dem Härter wird unmittelbar aus
dem Kneter herausgedrückt und satzweise in die Treibstofform gepreßt, wobei zur Verbesserung
der Formfülligkeit und zur Vermeidung von Lufteinschlüssen das Auspressen gegen einen
geeignet hohen Gegendruck erfolgt, der sich unter allmählichem Füllen der Form abbaut.
Damit lassen sich Composite-Treibstoffe mit hohem Anteil an ultrafeinem Oxidator,
z. B. Ammoniumperchlorat, wie auch Staustrahltreibstoffe mit hohen, feindispersen
Borkonzentrationen herstellen.
[0013] Weitere Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den Ansprüchen
2 bis 12 gekennzeichnet.
[0014] Zur Durchführung des Verfahrens schlägt die Erfindung eine Vorrichtung vor, die sich
auszeichnet durch einen Horizontalkneter mit einem an Vakuum anschließbaren Knettrog
und horizontal angeordneten, ineinander greifenden Knetschaufeln, eine am Boden des
Knettrogs angeordnete Austragsschnecke und eine an deren Ausgang angeschlossene Treibsatzform,
deren Formvolumen in der Ausgangslage annähernd null ist und unter Wirkung des Förderdrucks
der Austragsschnecke sowie unter Aufrechterhaltung eines Gegendrucks bis zum gewünschten
Formvolumen vergrößerbar ist.
[0015] Die Verarbeitung der Treibstoffkomponenten erfolgt somit chargenweise in einem geschlossenen
System. Dadurch, daß die Treibsatzform erst beim Austragen ihr Formvolumen allmählich
freigibt, ergibt sich ein absolut lunkerfreier Formkörper. Eine besonders gute Homogenisierung
ergibt sich dann, wenn die Knetschaufeln gegenläufig und mit verschiedener Drehzahl
umlaufen.
[0016] Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, daß die Austragsschnecke
während des Befüllens des Kneters und während des Knetvorgangs mit der Austragsbewegung
entgegengesetztem Drehsinn umläuft. Mit dieser Ausbildung wird verhindert, daß die
Treibstoffkomponentenwährend der Herstellung der Mischung in die Austragsschnecke
gelangen. Zugleich bildet die Austragsschnecke den Verschluß des Knet - trogs.
[0017] Die bei Versuchen verwendete Vorrichtung besaß einen Knettrog von 7 Litern Nutzinhalt
mit zwei horizontal angeordneten Knetschaufeln, die tief ineinander greifen, sich
gegenseitig abstreifen und in einem Drehzahl-Verhältnis von 2 : 1 umlaufen. Sie bewirken
im Knetgut hohe Friktionen, die eine intensive Homogenisierung der Feststoffe mit
den flüssigen Prepolymeren bewirken. Der Knettrog besitzt einen Doppelmantel zur Heizung
mit Wasser während des Knetprozesses. Der Kneter ist zum Betrieb im Vakuum eingerichtet,
das über Anschlüsse am Trogdeckel von einer Drehschieberpumpe erzeugt wird. Der Antrieb
der Knetschaufeln erfolgt hydrostatisch mit einem Radialkolbenmotor mit stufenlos
einstellbarer Drehzahl von 0 bis 40 min
-1.
[0018] Nach Beendigung des Mischvorgangs gelangt die zähe Treibstoffpaste in die Austragsschnecke,
die über ein Rohr mit einer als Form dienenden Brennkammer verbunden ist. Die Drehzahl
der Austragsschnecke mit progressiver Steigung kann ebenfalls von 0 bis 20 min-l stufenlos
eingestellt werden. Die Regelpumpen zum Antrieb der Radialkolbenmotore für Knetschaufeln
und Austragsschnecke können in einem separaten Raum untergebracht werden.
Beispiel 1
[0019] In diesem Beispiel ist die Verfahrensweise bei der Herstellung von Treibstoffen und
das Einfüllen in Brennkammern beschrieben.
TREIBSTOFFZUSAMMENSETZUNG
[0020]

[0021] In den Mischer wird bei 50° C eine Vormischung des Binders mit dem Weichmacher, Stabilisator,
Benetzungsmittel, Haftvermittler, Abbrandmoderator und Aluminium eingefüllt und geknetet.
Nach Zugabe der beiden Ammoniumperchlorat-Sorten in mehreren Portionen wird ca. 1
Stunde geknetet, bis die Feststoffe gleichmäßig mit dem Binder überzogen und homogenisiert
sind. Während dieser Zeit läuft die Austragsschnecke gegen ihre Förderrichtung um,
damit kein Material in den Schneckenraum gelangt. Ober einen Regelkreis wird das Vakuum
langsam auf ca. 10 mbar gefahren, um die Luft aus dem Knetgut zu entfernen. Nach Beendigung
des Knetvorgangs wird das Vakuum aufgehoben und über einen Vorratstrichter der Härter
in die laufende Maschine zugegeben. Die Einmischung des Härters erfordert weitere
20 Minuten , während das Vakuum wieder auf 10 mbar erhöht wird. Die fertig gemischte
Treibstoffpaste wird nach Umkehr der Drehrichtung in die Förderschnecke eingeführt.
[0022] Am Ausgang der Förderschnecke befindet sich ein hydraulisch zu betätigendes Ventil
und anschließend eine angeflanschte Brennkammer oder Treibsatzform. Wenn das Ventil
geöffnet wird, kann die Treibstoffmasse in die isolierte Brennkammer gegen einen Bremszylinder
extrudiert werden. Durch den in die Form geförderten Treibstoff wird der Kolben herausgedrückt
und das Kammervolumen aufgefüllt. Die Treibstoffmasse läßt sich auf diese Weise sehr
gleichmäßig verteilen.
Beispiel 2
[0023] In gleicher Weise wurde ein Staustrahl-Treibstoff der folgenden Zusammensetzung hergestellt
und extrudiert:

[0024] Nachstehend ist die Erfindung anhand eines in der Zeichnung im Längsschnitt wiedergegebenen
Ausführungsbeispiels der Erfindung beschrieben.
[0025] Die Vorrichtung weist einen Kneter 1 mit einem Knettrog 2 und einem Deckel 3 auf.
Der Knettrog 2 ist über eine Leitung 4 an eine Vakuumpumpe anschließbar und kann über
ein Ventil 5 belüftet werden.
[0026] In dem Knettrog 2 sind nebeneinander zwei Wellen 6 angeordnet, die mit Knetschaufeln
7 derart ausgestattet sind, daß die Knetschaufeln auf benachbarten Wellen tief ineinander
eingreifen. Die Kneterwelle 6 ist bei 8 nach außen geführt und an einen nicht gezeigten
Antrieb angekuppelt.
[0027] Unmittelbar oberhalb des Bodens des Knettrogs 2 ist eine Austragschnecke 9 angeordnet,
die an der einen Seite des Knettrogs herausgeführt und bei 10 an einen nicht gezeigten
Antrieb angekuppelt ist. Dieser Antrieb ist reversierbar. An der gegenüberliegenden
Seite ist an den Knettrog 2 ein vorzugsweise zylindrisches Gehäuse 11 angeflanscht,
in das die Austragschnecke 9 hineinragt. Das Gehäuse 11 weist an seinem Ende einen
Formkopf 12 auf.
[0028] Auf den Formkopf 12 bzw. einen Teil des Schneckengehäuses 11 ist eine Treibsatzform
13 verschiebbar aufgesetzt. Die Treibsatzform 13 ist über eine Kolbenstange 14 an
den Kolben 15 eines Pneumatikzylinders 16 angeschlossen, der seinerseits über einen
Druckregler 17 mit einer nicht gezeigten Druckluftwelle verbunden ist.
[0029] Nach Aufgabe der Komponenten in den Kneter 1 wird die Verbindung zur Vakuumpumpe
4 geöffnet. Die Knetschaufeln 7 auf den paarweise angeordneten Wellen 6 sorgen für
eine intensive und knetende Durchmischung der Komponenten. Während dieses Vorgangs
läuft die Austragschnecke 9 mit umgekehrtem Drehsinn um, so daß die Mischung in den
Kneter zurückgedrängt wird.Ist eine ausreichendere Homogenisierung des Materials erreicht,
so wird bei weiterlaufenden Knetschaufeln 7 der Antrieb bei 10 reversiert, so daß
die Austragschnecke 9 in umgekehrter Richtung umläuft und die Mischung in das Gehäuse
11 und durch das Formstück 12 in die Treibsatzform 13 austrägt. Dieses steht unter
Wirkung des Gegendrucks des Pneumatikzylinders 16 und verschiebt sich auf dem Gehäuse
11 - in der Zeichnung nach links - nur in dem Maße, wie die Treibsatzform gefüllt
wird. Nach einem Arbeitszyklus ist die Treibsatzform soweit zurückgedrängt worden,
bis die gewünschte Länge des Treibsatzes in der Treibsatzform erreicht ist und die
Form abgenommen werden kann.
[0030] Beim gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Treibsatzform als einseitig geschlossener
Zylinder ausgebildet, an dessen Boden 18 die Kolbenstange 14 mit einem Kopf 19 lose
angreift. Die Form kann unmittelbar die Isolationshülle eines fertigen Treibsatzes
bilden.
[0031] Stattdessen kann die Treibsatzform 13 auch als beidseitig offener Zylinder ausgebildet
und an ihrem einen Ende durch einen verschiebbaren Boden geschlossen sein, an dem
dann die Kolbenstange angreift. Gegebenenfalls kann auch das Druckstück 19 diesen
verschiebbaren Boden bilden.
[0032] Diese Ausbildung gibt insbesondere die Möglichkeit, den Treibsatz mittels des Bodens
wieder aus der Form herauszudrücken oder aber den offenen Zylinder durch einen anderen
Boden nachträglich zu verschließen.
L. Verfahren zur Herstellung von Festtreibstoffen, z. B. Composite-, Staustrahltreibstoffe
o. dgl., bestehend aus wenigstens einem pulverförmigen Oxidator, z. B. Ammoniumperchlorat,
einem Prepolymer-Binder als Brennstoff, gegebenenfalls weiteren festen Brennstoffen
und Additiven, wie Weichmacher, Stabilisatoren, Abbrandmoderatoren etc., indem die
vorgenannten Komponenten gemischt und unter Zusatz eines Härters zu Treibsätzen geformt
werden,
dadurch gekennzeichnet ,
daß zur Verarbeitung von nicht gießfähigen Mischungen mit einer Viskosität = 1000
Pa.s die Komponenten in einem Kneter unter Vakuum gemischt, der Härter der Mischung
unter weiterem Mischen zugegeben und die fertige Mischung unmittelbar aus dem Kneter
in eine Treibstofform gegen einen Gegendruck extrudiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1 zur Herstellung eines Composite-Treibstoffs, dadurch
gekennzeichnet, daß als Oxidatoren 0 Ammoniumperchlorat oder Ammoniumnitrat und als
weitere energiereiche Feststoffe Cyclotrimethylentrin.itramin (RDX), Cyclotetramethylentetranitramin
(HMX), Nitroguanidin (NQ) oder Pentaerythrittetranitrat (PETN) allein oder in Mischung
eingesetzt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als metallische Brennstoffe
Aluminium, Magnesium, Bor oder Zirkon allein oder in Mischung verwendet werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Binder
hochviskose bis pastenförmige Polybutadien-Prepolymere verwendet werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Binder Polybutadien-Prepolymere
mit endständigen Hydroxyl-, Carboxyl, Isocyanat-, Amino- oder Vinyl- gruppen verwendet
und durch zwei- und dreiwertige Härtungsmittel oder durch Initiatoren zu visko-elastischen
Composite-Treibstoffen ausgehärtet werden.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Binder Polybutadien-Acrylnitril-Prepolymere
mit endständigen Carboxyl-, Hydroxyl-, Isocyanat-, Amino- oder Vinyl-Gruppen verwendet
und durch zwei-und dreiwertige Härtungsmittel oder durch Initiatoren zu visko-elastischen
Composite-Treibstoffen augehärtet werden.
7. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Binder Polyester-, Polyether-,
Polytetrahydrofuran-oder Polycaprolacton-Prepolymere mit endständigen Hydroxylgruppen
verwendet werden.
8. Verfahren nach Anspruch 1 zur Herstellung fester Staustrahltreibstoffe, dadurch
gekennzeichnet, daß als Oxidator Ammoniumperchlorat und als weiterer energiereicher
Feststoff Cyclotrimethylentrinitramin (RDX) oder Cyclotetramethylentetranitramin (HMX)
allein oder in Mischung in Anteilen von L 35 % verwendet werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß als metallische Brennstoffe
Bor, Aluminium, Magnesium oder Zirkon allein oder in Mischung in Anteilen von 30 %
bis 70 % verwendet werden.
10. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß als Binder hochviskose
bis pa-stenförmige Polybutadien-Prepolymere verwendet werden.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß Polybutadien-Prepolymere
mit endständigen Hydroxyl-, Carboxyl-, Isocyanat-, Amino- oder Vinylgruppen verwendet
und durch zwei- und dreiwertige Härtungsmittel oder durch Initiatoren zu visko-elastischen
Staustrahltreibstoffen ausgehärtet werden.
12. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß Polybutadien-Acrylnitril-Prepolymere
mit endständigen Carboxyl-, Hydroxyl-, Isocyanat-, Amino-oder Vinyl-Gruppen verwendet
und durch zwei- oder dreiwertige Härtungsmittel oder durch Initiatoren zu visko-elastischen
Staustrahltreibstoffen ausgehärtet werden.
l3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
gekennzeichnet durch einen Horizontalkneter (1) mit einem an Vakuum anschließbaren
Knettrog (2) und horizontal angeordneten, ineinander greifenden Knetschaufeln (7),
eine am Boden des Knettrogs angeordnete Austragsschnecke (9) und eine an deren Ausgang
angeschlossene Treibsatzform (13), deren Formvolumen in der Ausgangslage annähernd
null ist und unter Wirkung des Förderdrucks der Austragsschnecke sowie unter Aufrechterhaltung
eines Gegendrucks bis zum gewünschten Formvolumen vergrößerbar ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Knetschaufeln (7)
gegenläufig und mit verschiedener Drehzahl angetrieben sind.
15. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Austragsschnecke
(9) während des Befüllens des Kneters (1)'und während des Knetvorgangs mit der Austragsbewegung
entgegengesetztem Drehsinn umläuft.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die
Treibsatzform (13) als Brennkammer eines Treibsatzes ausgebildet ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die
Treibsatzform (13) topfförmig ausgebildet ist, das Gehäuse (11) der Austragsschnecke
(9) vom Austragsende her überprüft, auf dem Gehäuse geführt und an einen den Gegendruck
erzeugenden Druckmittelzylinder (15, 16) abgestützt ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 - 16, dadurch gekennzeichnet, daß die
Treibsatzform (13) topfförmig mit einem kolbenartig verschiebbaren Boden ausgebildet
und mit dem Gehäuse (11) der Austragschnecke (9) verbunden ist und daß der Boden der
Treibsatzform an einen den Gegendruck erzeugenden Druckmittelzylinder angeschlossen
ist.