[0001] Die übertragung von Energie aus einem wärmeren Fluid (Flüssigkeit oder Gas) durch
eine feste Trennwand an ein kälteres Fluid spielt in allen Bereichen der Technik eine
große Rolle. Hierfür gibt es je nach der Verwendungsart die unterschiedlichsten Wärmeaustauscher,
wie Vorwärmer, Zwischenkühler, Nachwärmer, Gaskühler, Verdampfer, Kondensatoren, ölkühler
oder Dampferzeuger. Sogenannte Rippenrohrwärmeaustauscher verwendet man z.B. beim
Wärmetransport zwischen einem Gas und einer Flüssigkeit, wenn auf der einen Seite
der Trennwand der Wärmeübergang unter Aggregatszustandsänderungen auftritt, auf der
anderen dagegen nicht, oder wenn die wärmeübertragenden Fluide sehr unterschiedliche
Geschwindigkeiten haben. In diesen Fällen bringt man auf der Seite des schlechteren
Wärmeübergangs Rippen an, die beispielsweise aus gestanzten Blechrippen mit umbördeltem
Loch gebildet werden. Derartige Rippenrohrwärmeaustauscher bestehen aus einem Bündel
von Rohren, die achsenparallel durch eine große Anzahl zueinander paralleler und zu
den Rohrachsen senkrechten Blechrippen geführt werden. Der Abstand der Blechrippen
beträgt dabei meist nur einige mm. Der aus dem Rohrbündel und den diese verbindenden
Blechrippen bestehende Block wird an seinen beiden Enden an Stirnblechen gehaltert,
die Bestandteil des Kondensatorgehäuses sind. Falls die Längsausdehnung des Kondensatorblocks
sehr groß ist, kann eine zusätzliche Abstützung des Kondensatorblocks zwischen den.Stirnblechen
erforderlich sein, so daß in diesem Fall an geeigneten Stellen sogenannte Zwischenbleche
eingefügt werden, die eine Abstützung des Kondensatorblocks auch zwischen den beiden
Stirnblechen ermöglichen. Da der Kondensatorblock. einerseits und das Kondensatorgehäuse
andererseits aufgrund unterschiedlicher Temperaturschwankungen und unterschiedlicher
Ausdehnungskoeffizienten auch unterschiedlichen Abmessungsänderungen unterworfen sind,
werden bei üblichen Wärmeaustauschern die Wärmeaustauscherrohre nicht starr in den
Stirnblechen bzw. Zwischenblechen gehaltert, sondern können in den dort vorgesehenen
Bohrungen gleiten. Diese ständige Gleitbewegung führt jedoch im Laufe der Zeit zu
einer Verringerung der Wandstärke der Wärmeaustauscherrohre, da diese regelmäßig aus
relativ weichem Material, wie Kupfer, bestehen. Dies führt dann zu Undichtigkeiten
der Wärmeaustauscherrohre im Bereich der Stirn- und Zwischenblechen.
[0002] Die DE-OS 28 42 411 zeigt einen Wärmetauscher zwischen einem ersten Fluid und einem'zweiten
Fluid, mit einer horizontalen Batterie von Rohren großer Länge, die unter gewissen
Abständen durch Abstandshalter vereinigt sind, und wobei das erste Fluid durch die
Rohre zirkuliert und das zweite Fluid diese Batterie querbezogen auf die Rohre durchströmt.
Einige der Wärmeaustauscherrohre sind freitragend angeordnet und mit Bündelhalterungen
zur Längenabstützung versehen.
[0003] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, Wärmeaustauscher gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1 derart weiterzubilden, daß ein Scheuern der Wärmeaustauscherrohre
im Bereich der Abstützung des Kondensatorblocks aufgrund von Temperaturschwankungen
vermieden wird.
[0004] Bei der Lösung dieser Aufgabe geht die Erfindung von dem Grundgedanken aus, neben
den eigentlichen Wärmeaustauscherrohren zusätzliche stab- oder rohrförmige Entlastungsanker
parallel zu den Wärmeaustauscherrohren vorzusehen. Dadurch ist es möglich, den gesamten
Wärmeaustauscherblock freitragend im Gehäuse zu halten. So genügen beispielsweise
zum entsprechenden Abstützen eines Wärmeaustauscherblocks mit etwa 100 Wärmeaustauscherrohren
bereits etwa 4 bis 10 Entlastungsrohre oder -stäbe, die mit den Stirn- und Zwischenblechen
starr verbunden sind, während die Wärmeaustauscherrohre durch entsprechend groß bemessene
Bohrungen in den Stirn- und Zwischenblechen frei geführt sind, ohne mit diesen in
Reibschluß zu kommen.
[0005] Im einzelnen zeichnet sich der erfindungsgemäße Wärmeaustauscher dadurch aus, daß
mehrere zu den Wärmeaustauscherrohren parallele, am Wärmeaustauscherrahmen befestigte
Entlastungsanker vorgesehen sind und daß die Wärmeaustauscherrohre am Rahmen nicht
befestigt sind. Durch diese Maßnahmen können die Wärmeaustauscherrohre nicht an den
Stirn- und Zwischenblechen scheuern, so daß Undichtigkeiten in diesem Bereich vermieden
werden und die Wärmeaustauscherblöcke eine sehr hohe Lebensdauer haben. Da das Scheuern
der Wärmeaustauscherrohre vermieden wird, kann deren Wandstärke beispielsweise von
0,5 mm auf 0,4 mm, ohne Qualitätseinbuße vermindert werden. Dadurch ergeben sich Materialeinsparungen
ohne wesentliche Mehrkosten bei der Herstellung.
[0006] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie
aus dem nachstehend erläuterten Ausführungsbeispiel mit Bezug auf die Zeichnung. Es
zeigen
Figur 1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Axialkondensators
mit Luftkühlung,
Figur 2 eine teilweise geschnittene Stirnansicht des Axialkondensators gemäß Figur
1,
Figur 3 einen Schnitt entlang der Linie III-III in Figur 2, und
Figur 4 eine Aufsicht auf ein Stirnblech mit der Verschaltung der Wärmeaustauscherrohre
im Bereich zweier Entlastungsanker.
[0007] Ein erfindungsgemäßer Wärmeaustauscher in Form eines Axialkondensators mit Luftkühlung
ist in Figur 1 dargestellt.
[0008] In dem Kondensatorgehäuse 1 ist ein flacher, langgestreckter Kühlblock 2 angeordnet,
der in Vertikalrichtung von Kühlluft durchströmt wird. Zu diesem Zweck sind an der
Oberseite des Kondensatorgehäuses 1 beispielsweise drei Axiallüfter 3 angeordnet.
Der Kühlblock 2 besteht aus einer Vielzahl in geringem Abstand aneinander geschichteter
und zueinander paralleler Rippen oder Lamellen 10, die senkrecht zur Achse der Wärmeaustauscherrohre
7 angeordnet sind. Diese Wärmeaustauscherrohre sind in üblicher Weise mit den Rippen
10 verbunden und an den Kondensatorblockenden über U-förmige Umlenkrohre 12 miteinander
verbunden. In üblicher Weise befinden sich eingangs- und ausgangsseitig ein Verteilerrohr
8 bzw. Sammelrohr 9.
[0009] Zusätzlich zu den Wärmeaustauscherrohren 7 oder anstelle von einigen der Wärmeaustauscherrohre
7 sind zu diesen Rohren parallele Entlastungsanker 11 in Form von Stützstäben oder
Stützrohren vorgesehen, die ebenso wie die Wärmeaustauscherrohre 7 mit den Kühlrippen
10 verbunden sind und darüber hinaus direkt an den beiden Stirnblechen 4 und 5 und
gegebenenfalls an eventuell vorhandenen Zwischenblechen 6 gehaltert sind. Die Wärmeaustauscherrohre
7 sind dagegen nicht mit den Stirnblechen 4 und 5 und eventuellen Zwischenblechen
6 verbunden; vielmehr sind die Bohrungen für die Wärmeaustauscherrohre 7 in den Stirnblechen
und den Zwischenblechen 6 deutlich größer als die Außendurchmesser der Wärmeaustauscherrohre,
so daß diese nicht mit den Stirn- und Zwischenblechen 4 bis 6 in Berührung kommen.
[0010] Die Abdichtung der Wärmeaustauscherrohre 7 gegenüber den beiden Stirnblechen kann
mit Hilfe von auf die Rohre aufgesteckten Kappen erfolgen, die zusätzlich noch angelötet
werden können. Diese aus dünnem Blech hergestellten Kappen gestatten eine praktisch
unbehinderte Axialbewegung der Wärmeaustauscherrohre 7 gegenüber den Stirnblechen
4 und 5.
[0011] Die Entlastungsanker 11 können an den Stirn- und Zwischenblechen 4 bis 6 durch Verschweißen
befestigt werden; falls die Entlastungsanker in Form von Rohren, z.B. außen galvanisch
verzinkten Stahlrohren, ausgebildet sind, erfolgt die entsprechende Befestigung an
den Stirn- und Zwischenblechen 4 bis 6 vorzugsweise durch mechanisches Aufweiten der
Rohre zu beiden Seiten der Bleche.
[0012] In Figur 4 ist die Verschaltung der Wärmeaustauscherrohre 7 im Bereich eines Stirnblechs
mit Hilfe von Umlenkrohren 12 dargestellt. Im Bereich der beiden Entlastungsanker
11 ist dabei die übliche Verschaltung der Wärmeaustauscherrohre 7 erfindungsgemäß
modifiziert und ein überbrückendes Umlenkrohr 12a vorgesehen, zwischen dem zwei Entlastungsanker
11 angeordnet sind. Eine ähnliche Anordnung der Entlastungsanker 11 und der Umlenkrohre
12 bzw. 12a ergibt sich aus Figur 2. Die beiden in Figur 2 stirnseitig dargestellten
Entlastungsanker 11 können gemäß Figur 3 durch ein Blind-
U-Rohr (oder -stab) 13 miteinander verbunden sein, um ein einheitliches Aussehen der
stirnseitigen Rohrverschaltung zu erreichen.
1. Wärmeaustauscher mit mehreren zueinander parallelen, am Rahmen unbefestigten und
freitragend geführten Wärmeaustauscherrohren (7), gekennzeichnet,
daß mehrere zu den Wärmeaustauscherrohren (7) parallele, am Rahmen befestigte Entlastungsanker
(11) vorgesehen sind.
2. Wärmeaustauscher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Entlastungsanker
(11) an den Stirn- und/ oder Zwischenblechen (4 und 5 bzw. 6) des Rahmens befestigt
sind.
3. Wärmeaustauscher nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Entlastungsanker
(11) mit den senkrecht zur Rohrachse verlaufenden Rippen oder Lamellen (10) der Wärmeaustauscherrohre
(7) verbunden sind.
4. Wärmeaustauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Entlastungsanker (11) als Stützrohre oder Stützstäbe ausgebildet sind.