[0001] Die Erfindung betrifft eine Überlastschutzeinrichtung zum Abschalten eines Motors
nach dem Oberbegriff des hauptanspruches. Eine derartige Überlastschutzeinrichtung
ist durch die DE-PS 27 14 452 bekannt, die jedoch nur bei einer Bewegungsrichtung,
und zwar bei der Hubbewegung eines Hebezeuges, wirksam ist, weil ein Verdrehen der
Funktionsteile durch Anschläge nur in einer Richtung möglich ist. In vielen Einsatzfällen
ist jedoch eine Überlastung des Motors bei beiden Drehrichtungen möglich.
[0002] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Überlastschutzeinrichtung so zu gestalten,
daß sie für beide Drehrichtungen wirksam ist. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst,
daß der Abtriebs-Zahnring in beide Drehrichtungen gegenüber den Ringscheiben verdrehbar
ist und daß die zwei Schaltern zugewandte Ringscheibe drehfest mit einem Federsteg
des Schaltringes verbunden ist, wobei der Federsteg einen Außenring mit einem Innenring
des Schalterringes verbindet und daß der Außenring und der Innenring auf beiden Drehrichtungsseiten
eines mit dem Antrieb verbundenen Schaltnockens Schaltrampen haben und daß neben den
Außen- und Innenringen auf der dem Schaltnocken gegenüberliegenden Seite die von
den Außen- und Innenringen betätigbaren Schalter angeordnet sind.
[0003] Bei einer Überlastung, gleich in welcher Richtung, wird der Abtriebs-Zahnring gegenüber
den Ringscheiben entgegen der Kraft der Überlastfedern verdreht, wobei der Schaltnocken
über die Schaltrampen je nach Drehrichtung einen der über den Federsteg miteinander
verbundenen Außen oder Innenring in axialer Richtung verschiebt, der dann über den
ihm zugeordneten Schalter das Abschalten des Motors bewirkt.
[0004] Vorzugsweise sind mindestens drei Schaltnocken mit diesen zugeordneten Schaltrampen
an dem Außen- und Innenring angeordnet. Die Ringscheiben haben am Innenring nach innen
gerichtete Bereiche für außen daran anliegende Reibscheiben, die von mindestens einer
auf der Welle angeordneten Kupplungsfeder gegen mindestens einen zwischen der Reibscheibe
und den Ringscheiben angeordneten Reibbelag gepreßt werden. Die so gebildete Rutschkupplung
ermöglicht das sofortige Anhalten des Abtrieb-Zahnringes beim Nachlaufen des Motors.
Eine der Reibscheiben hat einen Zentierabsatz für die Ringscheiben.
[0005] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind in den nebeneinanderliegenden Ringscheiben
und dem dazwischenliegenden Zentrierflansch des Zahnringes zum Einhalten der Symmetrie
mindestens drei sich miteinander deckende Ausnehmungen für die als Schraubenfeder
ausgebildeten Überlastfedern vorhanden, die zwischen Begrenzungsflächen der Ringscheiben
mit Vorspannung eingesetzt sind. Drei der Ausnehmungen sind als Ausschnitte für die
Aufnahme der Schaltrampen und der Schaltnocken erweitert. Die Schaltrampen haben zu
den Schaltnocken gerichtete Auflaufflächen.
[0006] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und im
folgendern erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Teilschnitt durch die erfindungsgemäße Überlastkupplung,
Fig. 2 die Ansicht der Überlastkupplung aus der Richtung A,
Fig. 3 die Stirnansicht der Ringscheibe 8 im kleineren Maßstab,
Fig. 4 zwei aneinanderliegende Ringscheiben,
Fig. 5 die Stirnansicht der Ringscheibe 9,
Fig. 6 die Stirnseite eines mit dem Abtrieb verbundenen Zahnringes,
Fig. 7 einen Teilschnitt durch den Zahnring von Fig. 6,
Fig. 8 einen Doppelschaltring in der Stirnansicht,
Fig. 9 einen Ausschnitt des Doppelschaltringes in der Ansicht aus Richtung B.
[0007] Die Welle 1 eines nicht gezeichneten Motors ist mit einem Lager 2 in einem Gehäuseteil
3 gelagert und trägt über eine Paßfeder 7 zwei Reibscheiben 5 und 6, die von Tellerfedern
4 über Reibbeläge 11 gegen Ringscheiben 8 und 9 gepreßt werden. Die Reibscheibe 5
hat einen Zentrierabsatz 5a für nach innen gerichtete Bereiche 8a und 9a der Ringscheiben
8 und 9, wie in den Figuren 3 bis 5 zu erkennen ist.
[0008] Die Ringscheiben 8 und 9 haben Bohrungen 8e und 9e für die Ringscheiben miteinander
verbindende Stifte 10. Außerdem haben die Ringscheiben 8 und 9 sich deckende Ausnehmungen
8c und 9c für Überlastfedern 13, die unter Vorspannung an den Begrenzungsflächen 8d
und 9d der Ringscheiben 8 und 9 anliegen. Diese umfassen und zentrieren mit ihren
voneinander weggerichteten Bereichen 8b und 9b einen Flansch 12a eines mit einem äußeren
Zahnkranz 12b versehenen Zahnringes 12, der ebenso wie die Ringscheiben 8 und 9 mit
Begrenzungsflächen 12d versehene Ausnehmungen 12c für die Überlastfedern hat. Beim
Auftreten einer Überlast kann sich der Zahnring 12 relativ zu den beiden Ringscheiben
8 und 9 in beiden Richtungen verdrehen und drückt dabei die Überlastfedern 13 zusammen.
[0009] Drei der Ausnehmungen 9c der Ringscheibe 9 sind zum Rand der Ringscheibe hin als
Ausschnitte 9g für Schaltlippen 14a1 und 14b1 eines Doppelschaltringes 14 ausgebildet,
der über Niete 15 mit der Ringscheibe 9 verbunden ist.
[0010] Der in den Figuren 8 und 9 gezeichnete Doppelschaltring 14 hat einen Außenring 14a
und einen Innenring 14b, die über drei lange Federstege 14c miteinander verbunden
sind. Durch die Mitte dieser Stege 14c führen Bohrungen für die Nieten 15 zur Befestigung
des Doppelschaltringes an der Ringscheibe 9. Die Federstege 14c haben die Länge eines
Umfangswinkels von etwa 80° und ermöglichen je nach Überlastungsrichtung kraftlos
eine Axialverschiebung entweder des Außenringes 14a zum Betätigen des Schalters 16a
oder des Innenringes 14b um das Maß X zum Betätigen des Schalters 16b, wie in Figur
1 unten eingezeichnet ist. Das Maß X kann ca. 4 mm betragen, so daß auch Schalter
mit Sprungcharakteristik in Direktschaltung eingesetzt werden können.
[0011] Die bereits erwähnten Schaltrampen 14a1 und 14b1 liegen mit ihren Auslaufflächen
14a2 und 14b2 auf beiden Seiten neben den gewölbten Schaltnocken 12e des Zahnringes
12. Wenn dieser beim Eintreten einer Überlast relativ zu den Ringscheiben 8 und 9
verdreht wird, laufen je nach Überlastungsrichtung entweder die Schaltrampen 14a1
oder 14b1 des Außenringes 14a bzw. Innenringes 14b auf den Schaltnocken 12e auf und
bewirken die erwähnte Axialverschiebung entweder des Außenringes 14a oder des Innenringes
14b. 1 Welle
2 Lager
3 Gehäuseteil
4 Kupplungsfeder
5 Reibscheibe
5a Zentrierabsatz
6 Reibscheibe
7 Paßfeder
8 Ringscheibe
8a inner Bereich
8b äußerer Bereich
8c Ausnehmung
8d Begrenzungsfläche
8e Bohrung
9 Ringscheibe
9a innerer Bereich
9b äußerer Bereich
9c Ausnehmung
9d Begrenzungsfläche
9e Bohrung
9g Ausschnitt
10 Stift
11 Reibbelag
12 Zahnring
12a Flansch
12b Zahnkranz
12c Ausnehmung
12d Begrenzungsfläche
12e Schaltnocken
13 Überlastfeder
14 Doppelschaltring
14a Außenring
14b Innenring
14c Federsteg
14a1 Schaltrampe
14b1 Schaltrampe
14a2 Auflauffläche
14b2 Auflauffläche
15 Niet
Schalter
1. Überlastschutzeinrichtung mit zwei von einer Welle angetriebenen Ringscheiben,
die über in Ausnehmungen liegende Überlastfedern mit einem von den Ringscheiben umgebenen
und relativ zu diesen verdrehbaren Abtriebs-Zahnrad in Wirkverbindung stehen, und
mit einem koaxial zur Welle liegenden Schaltring, der beim Verdrehen der Ringscheiben
gegenüber dem Zahnring über eine Axialbewegung einen Schalter zum Ausschalten eines
die Welle antreibenden Motors betätigt, dadurch gekennzeichnet,
daß der Abtriebs-Zahnring (12) in beide Drehrichtungen gegenüber den Ringscheiben
(8,9) verdrehbar ist und daß die zwei Schaltern (16) zugewandte Ringscheibe (9) drehfest
mit einem Federsteg (14c) des Schaltringes (14) verbunden ist, wobei der Federsteg
(14c) einen Außenring (14a) mit einem Innenring (14b) des Schaltringes (14) verbindet
und daß der Außenring (14a) und der Innenring (14b) Schaltrampen (14a1 und 14b1)
haben, die in Umfangsrichtung vor bzw. hinter Schaltnocken (12e) auf einer Stirnfläche
des Abtriebs-Zahnringes (12) angeordnet sind.
2. Überlastschutzeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens drei Schaltnocken (12e) und zugeordnete Schaltrampen (14a1, 14b1) an
dem Außenring (14a) und Innenring (14b) angeordnet sind.
3. Überlastschutzeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ringscheiben (8, 9) in ihren inneren Bereichen (8a, 9a) Reibbeläge (11) tragen
und zwischen Reibscheiben (5, 6) sowie mindestens einer Kupplungsfeder (4) axial verspannt
sind.
4. Überlastschutzeinrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine der Reibscheiben (5) einen Zentrierabsatz (5a) für die Ringscheiben (8,
9) hat.
5. Überlastschutzeinrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ringscheiben (8, 9) in ihren äußeren Bereichen (8b, 9b) den Zahnring (12)
mit geringem Axialspiel umschließen und zentrieren.
6. Überlastschutzeinrichtung nach den Ansprüchen 1 und 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß in den nebeneinanderliegenden Ringscheiben (8, 9) und dem dazwischenliegenden
Zahnring (12) sich miteinander deckende Ausnehmungen (8c, 9c, 12c) für die als Schraubenfeder
ausgebildeten Überlastfedern (13) vorhanden sind, die zwischen Begrenzungsflächen
(8d, 9d, 12d) der Ringscheiben (8, 9) mit Vorspannung eingesetzt sind.
7. Überlastschutzeinrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens drei Überlastfedern (13) in Ausnehmungen (8c, 9c, 12c) angeordnet sind.
8. Überlastschutzeinrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß drei der Ausnehmungen (9c) als Ausschnitte (9g) für die Ausnahme der Schaltrampen
(14a1, 14b1) und der Schaltnocken (12) erweitert sind.
9. Überlastschutzeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schaltrampen (14a1, 14b1) zu den Schaltnocken (12e) gerichtet sind.