[0001] Die Erfindung betrifft eine Stoffauflauf-Vorrichtung für eine Papiermaschine mit
einem Verteilkasten und einer daran angeschlossenen Führungsvorrichtung zur Umlenkung
und Führung einer Faserstoff-Suspension in Maschinenrichtung und zur Verteilung der
Suspension über die Breite der Papiermaschine, wobei die Führungsvorrichtung in einen
Düsenraum führt, der zwei Begrenzungslippen und einen zur Papiermaschine führenden
Austrittsspalt aufweist, und wobei wenigstens'eine Beqrenzungslippe des Düsenraumes
mindestens zwei schnitte mit unterschiedlicher Neigung gegen die Strömungsrichtung
der Suspension im Düsenraum aufweist.
[0002] Solche Stoffauflauf-Vorrichtungen sind beispielsweise aus DE-A-3 321 406 oder US-A-3
738 910 bekannt. Bei diesen ist die Führungsvorrichtung beispielsweise als Lochplatte
oder als Stufendiffusor ausgebildet, so dass die aus dem Verteilkasten in Maschinenrichtung
in den Düsenraum umgelenkte Suspension eine gewisse Turbulenz erhält. Die den Düsenraum
begrenzenden Lippen sind in der Regel als ebene oder leicht gekrümmte Wände ausgebildet.
Häufig ist dabei am Ende des Düsenraums am Austrittsspalt eine verstellbare Blende
vorgesehen, die zur Querprofilkorrektur sowie zur Turbulenzerhöhung genützt wird.
Dabei ist die Blende gegen die Vertikale meist unter einem Winkel von weniger als
35° in Strömungsrichtung geneigt und ragt nur eine geringe Strecke in den Düsenraum
hinein, beispielsweise weniger als 5 mm, so dass das Verhältnis von Blendenvorsprung
zur Spaltweite üblicherweise weniger als 0,5 beträgt.
[0003] Nachteilig ist bei bekannten Stoffaufläufen die häufig nicht ausreichende Formationsqualität
der gebildeten Papierbahn, eine zu grosse Empfindlichkeit der Blattgewichtsverteilung
in Querrichtung bei Massabweichungen bzw. lokalen Spaltweitenänderungen, eine zu grosse
Empfindlichkeit hinsichtlich Strahlgeschwindigkeitsunterschieden bei Querprofilkorrekturen
sowie das Nicht-Erreichen von in manchen Fällen gewünschten hohen Längs/Quer-Werten
der Festigkeiten. †
[0004] Die Erfindung setzt sich die Aufgabe, die vorstehend erwähnten Nachteile des Standes
der Technik zu beseitigen und eine Stoffauflauf-Vorrichtung zu schaffen, mit der eine
ausreichende Formationsqualität der Papierbahn, eine verminderte Empfindlichkeit der
Blattgewichtsverteilung in Querrichtung bei Massabweichungen der Spaltweite, eine
verminderte Empfindlichkeit hinsichtlich Strahlgeschwindigkeitsunterschieden bei Querprofilkorrekturen,
sowie ein erhöhtes Längs/Quer-Festigkeitsverhältnis erreichbar ist. Erfindungsgemäss
wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass der Neigungswinkel wenigstens einer Wand des
direkt an die Führungsvorrichtung anschliessenden Abschnittes des Düsenraumes zwischen
0° und 30°, und der Neigungswinkel des direkt vor dem Austrittsspalt liegenden Abschnittes
zwischen 60° und 90° liegt.
[0005] Mit besonderem Vorteil ist die Länge des auf die Führungsvorrichtung folgenden Abschnittes
wesentlich grösser als die Länge des vor dem Austrittsspalt liegenden Abschnittes,
und beträgt z.B. mindestens das Vierfache derselben.
[0006] Auf die genannte Weise wird erreicht, dass in der ersten Zone mit geringerer Wandneigung
eine ausreichende Beruhigung der Suspension nach der Umlenkung und Turbulenzerzeugung
zum Dispergieren der Faserflocken eintritt. In der folgenden Zone, kurz vor dem Austrittsspalt,
wird dann die Suspension infolge der grösseren Neigung der Wand des Düsenraumes sehr'stark
beschleunigt, und damit werden vorhandene bzw. neu gebildete Flocken verzerrt bzw.
aufgerissen. Dadurch entsteht eine "weiche" Formation. Ausserdem wird das Längs/Quer-Verhältnis
der Festigkeiten erhöht, da durch die starke Beschleunigung die Fasern bereits am
Austrittsspalt aus dem Stoffauflauf in Längsrichtung vororientiert werden. Durch die
relativ lange Beruhigungs
- strecke und die vergrösserte Verweilzeit zwischen Turbulenzerzeuger und Auslaufspalt
werden weiterhin Störeinflüsse des Systems gemildert bzw. eliminiert. Jedoch ist die
Beschleunigung nicht so stark gewählt, dass Strömungswirbel entstehen.
[0007] Die Erfindung wird anhand des in den Figuren wiedergegebenen Ausführungsbeispiels
von Stoffauflauf-Vorrichtungen erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine erste Stoffauflauf-Vorrichtung im Schnitt,
Figur 2 eine zweite Stoffauflauf-Vorrichtung im Schnitt, und
Figur 3 eine dritte Stoffauflauf-Vorrichtung im Schnitt.
[0008] Bei der in Figur 1 dargestellten Stoffauflauf-Vorrichtung wird eine Faserstoff-Suspension
einem Verteilkasten 1 unter Druck zugeführt. Eine an den Verteilkasten angeschlossene
Führungsvorrichtung 2 lenkt die Suspension in Maschinenrichtung M um und verteilt
die Suspension über die Breite des Stoffauflaufes und der Papiermaschine. Die Führungsvorrichtung'2
kann dabei aus einer oder mehreren Lochplatten bestehen oder aus einem Stufendiffusor,
wie er beispielsweise in CH-A-518 406 oder US-A-3 725 197 beschrieben ist, oder aus
einer anderen geeigneten Führungsvorrichtung.
[0009] Aus der Führungsvorrichtung 2 tritt die Suspension in einen Düsenraum 3 ein, welcher
an beiden Seiten durch Lippen 4 und 5 begrenzt ist und am Ende einen Austrittsspalt
6 aufweist, aus dem die Faserstoffsuspension auf die Nasspartie einer nicht dargestellten
Papiermaschine austritt.
[0010] Wenigstens eine Begrenzungswand des Düsenraumes 3, beispielsweise die Oberlippe 4,
weist in Maschinenrichtung
M gesehen zwei verschiedene Zonen 7 und 8 mit unterschiedlicher Neigung gegen die Strömungsrichtung
der Suspension auf. Die erste an die Führungsvorrichtung 2 anschliessende Zone 7 besitzt
eine geringere Neigung α, beispielsweise zwischen 0° und 30°. Die ir. Strömungsrichturg
anschliessende Zone 8 vor demAustrittsspalt 6 besitzt dagegen eine wesentlich grössere
Neigung (β gegen die Strömungsrichtung, beispielsweise ir Bereich zwischen 60° und
90°. Die Länge x der ersten Zent 7 ist dabei grösser als die Länge y der folgenden
Zone, vorzugsweise um ein Vielfaches derselben, und beträgt z.B. mindestens das 4-fache
derselben. Zweckmässigerweise ist die Länge
y der Zone 8 auch grösser gewählt als die Spaltweite s.
[0011] Statt der Oberlippe 4 des Düsenraumes kann auch die Unterlippe 5 des Düsenraumes
in der beschriebenen Weise ausgebildet sein, oder aber auch beide Lippen 4 und 5.
In jeden Fall muss gewährleistet sein, dass der Düsenraum 3 eine erste Zone 7 aufweist,
in der sich die Strömung nach dem Austritt aus der Führungsvorrichtung 2 beruhigen
kann, sowie eine Zone 8 unmittelbar vor dem Austrittsspalt 6, in welcher die Strömung
der Suspension stark beschleunigt wird.
[0012] Am Austrittsspalt kann zusätzlich eine in bekannter Weise ausgebildete, verstellbare
Blende 9 vorgesehen sein. Zweckmässig ist es dabei, den Blendenvorsprung b so zu wählen,
dass er in einem Bereich zwischen dem 0,05- und 0,5-fachen der Spaltweite s verstellt
werden kann.
[0013] Figur 2 zeigt ein abgewandeltes Ausführungsbeispiel, bei dem nicht nur die Oberlippe
4 zwei Zonen 7 und 8 mit verschiedener, d.h. mit in Strömungsrichtung zunehmender
Wandneigung aufweist, sondern ebenfalls die Unterlippe 15.
[0014] Es sei bemerkt, dass die Wände nicht wie in den durch die Figuren 1 und 2 beschriebenen
Ausführungsbeispielen eben ausgebildet und mit einem scharfen Knick als Ueber
gang zwischen den beiden Zonen versehen sein müssen, sondern, wie in Figur 3 gezeigt,
wenigstens eine Wand 14, z.B. die Oberlippe, eine stetig zunehmende Krümmung aufweisen
kann, wobei die Beschleunigung ständig zunimmt. Auch hier werden durch die Ausbildung
der Wände im Düsenraum 3 Abschnitte 17 und 18 mit unterschiedlicher, d.h. in Strömungsrichtung
zunehmender Wandneigung geschaffen, durch welche im Düsenraum eine Beruhigungszone
17 und eine Beschleunigungszone 18 gebildet werden.
[0015] Im übrigen können auch mehr als zwei Zonen.vorgesehen sein, wobei jede folgende Zone
eine grössere Wandneigung aufweist als die vorhergehende.
[0016] Wenigstens eine der Begrenzungslippen 4, 5, 14, 15 kann schwenkbar ausgebildet sein,
so dass damit die Strömung optimiert und die Weite des Austrittsspaltes 6 geändert
und an die gestellten Anforderungen angepasst werden kann. Es ist aber auch möglich,
nur den letzten Abschnitt 8 einer Begrenzungslippe schwenkbar oder verschiebbar auszubilden,
oder eine lokale Verstellbarkeit des Austrittsspaltes 6 über die Arbeitsbreite der
Stoffauflaufvorrichtung vorzusehen.
1. Stoffauflaufvorrichtung für eine Papiermaschine mit einem Verteilkasten (1) und
einer daran angeschlossenen Führungsvorrichtung (2) zur Führung einer Faserstoff-Suspension
in Maschinenrichtung (M) und zur Verteilung der Suspension über die Breite der Papiermaschine, wobei die
Führungsvorrichtung (2) in einen Düsenraum (3) mündet, der zwei Begrenzungslippen
(4, 5, 14, 15) und einen zur Papiermaschine führenden Austrittsspalt (6) aufweist,
und wobei wenigstens eine Begrenzungslippe (4, 5, 14, 15) des Düsenraumes (3) mindestens
zwei Absohnitke (7, 8, 17, 18) mit unterschiedlicher Neigung (α.β) gegen die Strömungsrichtung
(M) der Suspension im Düsenraum aufweist, daaurch gekennzeichnet, dass der Neigungswinkel
( α) wenigstens einer Wand (4) des direkt an die Führungsvorrichtung (2) anschliessenden
Abschnittes (7) des Düsenraumes zwischen 0° und 30° und der Neigungswinkel ( (β) wenigstens
einer Wand (4) des direkt vor dem Austrittsspalt (6) liegenden Abschnittes (8) des
Düsenraumes (3) zwischen 60° und 90° liegt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge (x) des auf
die fubrungsvorrichtung (2) folgenden Abschnittes (7) grösser ist als die Länge (y)
des vor dem Austrittsspalt (6) liegenden Abschnittes (8) des büsenraumes (3).
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge (x) ein Vielfaches
der Iange (y) beträgt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge (x) mindestens
das Vierfache der Länge (y) beträgt.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge
(y) des vor dem Austrittsspalt (6) liegenden Abschnittes (8) des Düsenraumes (3) grösser
ist als die Weite (s) des Austrittsspaltes (6).
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 5, dadurch aekennzeichnet, dass am Austrittsspalt
(6) eine Blende (9) vorgesehen ist, welche so beweglich ist, dass der Blendenvorsprung
in einem Bereich zwischen dem 0,05- und 0,5-fachen der Spaltweite (s) verstellbar
ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Neigung
wenigstens einer Wand (14) gegen die Strömungsrichtung (M) im Düsenraum (3) stetig
zunimmt.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens
ein Abschnitt (7, 8) wenigstens einer Negrenzungslippe (4) schwenkbar oder verschiebbar
ausgebildet ist.