[0001] Die Erfindung betrifft einen Lichtbogenofen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Ein Lichtbogenofen dieser Art ist durch die Zeitschrift
ELE
KTROWÄRME international, April 1983, Nr. 2, Ausgabe B,
Titelseite, bekanntgeworden. Es sind hier drei die Elektrodentragarme tragenden Hubsäulen
mit kreisförmigem Querschnitt nebeneinander angeordnet von denen jede sowohl auf der
dem Ofendeckel zugewandten Seite als auch auf der dem Ofendeckel abgewandten Seite
eine Leiste mit rechteckigem Querschnitt aufweist, deren Oberflächen als Laufbahnflächen
für die Rollenführungen dienen. Jeder Leiste sind in zwei verschiedenen Höhe jeweils
drei Rollenführungen zugeordnet, deren Rollen jeweils einen Winkel von 90° zueinander
bilden. Damit liegen jeweils zwei Rollen in einer Ebene die parallel zur Reihenanordnung
der Hubsäulen verläuft und bestimmen durch ihren Platzbedarf den Abstand zwischen
den benachbarten Hubsäulen.
[0003] Die Rollenführungen für die Hubsäulen sind zusammen mit dem Deckeltragwerk auf einem
Portal befestigt, das um einen vertikalen Drehzapfen verschwenkt werden kann und mit
Hilfe von Stützrädern auf der Plattform der Ofenwiege gelagert ist.
[0004] Durch die ältere Patentanmeldung der Anmelderin mit dem Aktenzeichen 85115111.8 ist
vorgeschlagen worden die üblichen auf die Elektrodentragarme aufgesetzten Hochstromrohre
wenigstens teilweise durch eine Kupferschicht oder eine Schicht aus einem anderen
gut leitenden Material zu ersetzen, das auf die Außenseite der Elektrodentragarme
aufgebracht ist. Bei einer solchen Ausführung kann der Abstand zwischen den einzelnen
Tragarmen verringert werden. Es ist damit erwünscht, auch den üblichen Abstand'zwischen
den Hubsäulen, auf denen die Tragarme befestigt sind, zu verringern.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Lichtbogenofen der im Oberbegriff
des Anspruchs 1 angegebenen Art zu schaffen, der es ermöglicht, den Abstand der Hubsäulen
und damit deren Platzbedarf zu verringern. Es soll hierdurch für die Drehl-ageranordnung
des Portals auch der Einsatz einer handelsüblichen Konstruktion ermöglicht werden,
die eine Spezialanfertigung überflüssig macht.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0007] Bei dem erfindungsgemäßen Lichtbogenofen weisen die Hubsäulen auf der dem Ofendeckel
zugewandten Seite und auf der dem Ofendeckel abgewandten Seite jeweils zwei im Abstand
voneinander angeordnete Laufbahnen für die Rollen der Rollenführungen auf und die
Laufbahnflächen schließen von den zugehörigen Rollenführungen aus gesehen einen Winkel
ein der kleiner als 180° ist. Damit können die Hubsäulen mit sehr geringem Abstand
voneinander nebeneinander angeordnet werden, weil zwischen den einzelnen Hubsäulenkein
Platz für die Rollenführungen vorgesehen werden muß. Vorzugsweise werden die Hubsäulen
mit rechteckigem Querschnitt ausgebildet und so angeordnet, daß die Breitseiten benachbarter
Hubsäulen mit geringem Abstand einander gegenüberliegen. Die Laufbahnen für die Rollen
sind dann an den Schmalseiten des rechteckigen Querschnitts angeordnet.
[0008] Durch den geringen Bedarf an Grundrißfläche für die Hubsäulen einschließlich der
Rollenführungen ist es möglich, einen handelsüblichen Rollendrehkranz, wie er zum
Beispiel bei Baggern und dergleichen verwendet wird, einzusetzen, so daß auf eine
Spezialanfertigung verzichtet werden kann.
[0009] Besonders geeignet ist die erfindungsgemäße Konstruktion wegen ihres kleinen Abstandes
zwischen den Hubsäulen für einen Lichtbogenofen, bei dem entsprechend der genannten
älteren Anmeldung die Elektrodentragarme auf ihrer Außenseite eine Schicht aus Kupfer
oder einem anderen gut leitenden Material aufweisen, durch die der Hochstromleiter
für die Stromzufuhr zu den an der Elektrode anliegenden Kontaktbacken gebildet wird.
Es wird hierdurch ermöglicht, den gewünschten kleinen Abstand zwischen den einzelnen
Tragarmen zu realisieren, ohne daß bei den äußeren Elektrodentragarmen besondere Auskragungen
an den Verbindungsstellen zu den Hubsäulen erforderlich sind.
[0010] Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht eines Teils eines Lichtbogenofens mit teilweise weggebrochenen
Teilen,
Fig. 2 eine Draufsicht auf den Lichtbogenofen nach Fig. 1, wobei ebenfalls einige
Teile weggebrochen sind, und
Fig. 3 eine vereinfachte Horizontalschnittansicht einer Hubsäule mit Laufbahnen.
[0011] Fig. zeigt einen auf einer Ofenwiege 2 ruhenden Lichtbogenofen 1 mit einem Ofendeckel
3. In der Darstellung nach Fig. 1 verschließt der Ofendeckel 3 den Lichtbogenofen
1. In der Darstellung nach Fig. 2 ist der Deckel 3 zur Seite verschwenkt, so daß der
Ofenraum 4 nach oben offen ist und eine Chargierung des Ofens vorgenommen werden kann.
[0012] Der Drei-Phasen-Lichtbogenofen weist drei etwa horizontal verlaufende Elektrodentragarme
5, 6, und 7 auf, von denen die Elektrodentragarne5 und 7 in einer unteren Ebene und
der Elektrodentragarm 6 in einer oberen Ebene liegt. An den Enden oberhalb des Ofens
1 ist jeweils mit Hilfe einer Einspannvorrichtung 8 eine Elektrode 9 befestigt, die
durch eine zugehörige Elektrodendurchführöffnung im Deckel 3 hindurch in den Ofenraum
4 hineinragt. Die Elektrodentragarme 5, 6 und 7 sind wenigstens auf einem Teil ihrer
Länge an der Außenseite mit einer elektrisch gut leitenden Schicht (nicht dargestellt)
versehen, die in diesem Bereich den Hochstromleiter für die Stromzufuhr zur Kontaktbacke
der zugehörigen Elektrode bildet.
[0013] Zwei etwa horizontal verlaufende Deckeltragarme 10 und 11 sind Bestandteil eines
hier nicht in allen Einzelheiten dargestellten Deckeltragwerks. Mit Hilfe eines Verbindungsstücks
12 steht z.B. der Deckeltragarm 11 mit einem Portal 13 in Verbindung. Das Portal 13
ist eine um eine vertikale Achse A schwenkbare Konstruktion, die nicht nur das Deckeltragwerk,
sondern auch die gesamte Elektroden- und Elektrodenhalteanordnung trägt.
[0014] Fest in dem Portal 13 angeordnet befinden sich mehrere Rollenführungen, und zwar
in einer oberen Ebene die Rollenführungen 14a, 14b; 15a, 15b und 16a, 16b, denen in
einer unteren Ebene jeweils Rollenführungen zugeordnet sind, von denen in Fig. 1 die
den Rollenführungen 14a, 14b zugeordneten unteren Rollenführungen 17a, 17b zu sehen
sind.
[0015] Wie in Fig. 2 dargestellt ist, sind jeder Hubsäule in der oberen Rollenführungsebene
zwei in jeweils einem Lagerblock drehbar gelagerte Rollenpaare 14a und 14b, 15a und
15b sowie 16a und 16b zugeordnet. Die untere Rollenführungsebene ist in gleicher Weise
ausgebildet.
[0016] Die Rollenführungen dienen zur Führung von in einer Reihe angeordneten Hubsäulen
19, 20 und 21, an deren oberen Enden die
Elektrodentragarme 5, 6 bzw. 7 befestigt sind. Wie aus den Fig. 2 und 3 ersichtlich,
besitzen die Hubsäulen 19, 20 und 21 nicht-quadratischen, rechteckigen Querschnitt
mit schmalen Seiten a und breiten Seiten b. Die breiten Seiten b benachbarter Hubsäulen
liegen mit geringem Abstand einander gegenüber, so daß die Gesamtbreite der Anordnung
möglichst gering ist. Jeder Hubsäule sind jeweils in zwei Ebenen zwei Rollenpaare
zugeordnet, beispielsweise sind der Hubsäule 19 in einer oberen Ebene die Rollenführungen
14a, 14b und in einer unteren Ebene die Rollenführungen 17a, 17b zugeordnet, wobei
jede Rollenführung zwei Rollen 18 enthält.
[0017] Wie aus Fig. 2 ersichtlich, bilden die einer Hubsäule jeweils zugeordneten Rollen
18 von Rollenführungen in einer Ebene imGrundrißein "0", das heißt, die Drehachsen
der einem Rollenpaar, z.B. dem Rollenpaar der Rollenführung 15a zugeordneten Rollen,
schließen von der den Laufbahnflächen abgewandten Seite aus gesehen zwischen sich
einen Winkel a ein, der kleiner ist als 180 Grad. Dieser Winkel liegt vorzugsweise
zwischen 90 und 160 Grad. Durch die geneigte Anordnung der Rollen können die Rollenlager
Momente um vertikale Achsen aufnehmen. Die "O"-Anordnung der Rollen vergrößert den
Hebelarm des Kräftepaares der Rollen vorteilhaft.
[0018] Fig. 3 zeigt zur besseren Veranschaulichung eine vereinfachte Horizontalschnittansicht
der Hubsäule 21 mit dem in einem Lagerblock gelagerten Rollenpaar der Rollenführung
16a. Das gegenüberliegende Rollenpaar ist in der Zeichnung nicht dargestellt, damit
die Ausgestaltung der Hubsäule besser erkennbar ist. Da die Drehachsen der beiden
Rollen der Rollenführung 16a - wie gesagt - einen Winkel a einschließen, schließen
die Laufbahnen 30 bei ebener Ausbildung der Laufbahnflächen ebenfalls einen Winkel
a in dem genannten Bereich ein.
[0019] Das Portal 13 steht über hier nicht dargestellte Verbindungsglieder in Verbindung
mit einem Horizontalträger 22 unterhalb der Ofenwiege 2 (Fig. 1). Jede Drehbewegung
des Portals 13 geht also einher mit einer entsprechenden Drehbewegung des Trägers
22. Der Träger 22 stützt die einzelnen
Hubsäulen 19, 20 und 21 ab. Über hier nicht dargestellte Hubzylinder läßt sich jede
Hubsäule 19, 20 und 21 separat nach oben fahren, so daß der daran befestigte Elektrodentragarm
ebenfalls nach oben bewegt und die zugehörige Elektrode hochgefahren wird.
[0020] Das Portal besitzt einen Rollendrehkranz 23, bestehend aus einem Drehkranz-Unterteil
24, das in einer Ausnehmung 26 der Ofenwiege 2 eingelassen ist, und einem Drehkranz-Oberteil
25. Flansche 27 und 28 der Drehkranzteile nehmen in ihren einander zugewandten Seiten
die Rollen auf. Das obere Drehkranzteil 25 läßt sich also in bezug auf das untere,
feststehende Drehkranzteil 24 um die vertikale Achse A (diese entspricht auch der
Mittel-Längsachse der Hubsäule 20) verschwenken. Bei dem Rollendrehkranz 23 handelt
es sich um ein handelsübliches Bauteil, wie es z.B. in Baggern oder ähnlichen Maschinen
verwendet wird.
[0021] Im Betrieb nehmen die einzelnen Teil des Ofens die in
Fig. 1 skizzierte Lage ein. Zum Chargieren wird der Deckel 3 zur Seite geschwenkt,
so daß der Ofenraum zugänglich ist. Hierzu werden zunächst die einzelnen Hubsäulen
19, 20 und 21 nach oben gefahren, und zwar zumindest so weit, bis die (in der Zeichnung
nicht dargestellten) unteren Enden sämtlicher Elektroden zumindest oberhalb des oberen
Rands des Ofengefäßes liegen und beim Verschwenken nicht mit dem Ofenrand kollidieren.
Sodann wird der Deckel 3 durch hier nicht näher dargestellte Mittel etwas angehoben.
Der von dem Deckeltragwerk 10, 11 gehaltene Deckel 3 wird dann zusammen mit den Elektrodentragarmen
und den daran hängenden Elektroden zur Seite geschwenkt, bis der Ofeninnenraum zum
Chargieren frei ist, so daß die Teile die in Fig. 2 dargestellte Lage einnehmen. Die
Schwenkbewegung wird vollzogen durch Drehen des Drehkranz-Oberteils 25 mit Hilfe hier
nicht näher dargestellter Antriebsmittel.
[0022] Das Verschließen des Ofens erfolgt sinngemäß in umgekehrter Reihenfolge der beschriebenen
Schritte.
1. Lichtbogenofen (1), mit mehreren, insbesondere drei, Elektrodentragarmen (5, 6, 7), die jeweils an je einer, in Rollenführungen (14a, 14b;
15a, 15b; 16a, 16b; 17a, 17b) etwa vertikal bewegbaren Hubsäule (19, 20, 21) befestigt
sind, wobei die nebeneinander, in einer Reihe angeordneten Hubsäulen (19, 20 21) sowohl auf der dem Ofendeckel (3) zugewandten Seite als auch
auf der dem Ofendeckel (3) abgewandten Seite jeweils mehrere Laufbahnen (30) für die
Rollen (18) der Rollenführungen (14a, 14b; 15a, 15b; 16a, 16b; 17a, 17b) aufweisen,
mit einem Deckeltragwerk (10, 11), das den Ofendeckel (3) trägt, wenn dieser zum Chargieren
des Ofens bei hochgefahrenen Elektrodentragarmen (5, 6, 7) angehoben und zur Seite
verschwenkt wird, und mit einem neben dem Ofen (1) angeordneten, um eine vertikale
Achse (A) schwenkbaren Portal (13), das auf Rollen gelagert ist und das das Deckeltragwerk
(10, 11) sowie die Rollenführungen für die Hubsäulen trägt, dadurch gekennzeichnet
, daß auf den genannten Seiten jeder Hubsäule jeweils zwei Laufbahnen (30) vorhanden
sind, deren Laufbahnflächen von den zugehörigen Rollenführungen (14a, 14b; 15a, 15b;
16a, 16b; 17a, 17b) aus gesehen, einen Winkel (a) einschließen, der kleiner als 180°
ist, und daß das Portal (13) auf einem Rollendrehkranz (23) gelagert ist, der die
Hubsäulen (19, 20, 21) umschließt.
2. Lichtbogenofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die beiden Laufbahnflächen
(30) einer Seite einen Winkel (a) von 90° bis 160° einschließen.
3. Lichtbogenofen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß die Hubsäulen
(19,20,21) einen rechteckigen Querschnitt mit schmalen Seiten (a) und breiten Seiten
(b) aufweisen, und daß die breiten Seiten (b) benachbarter Hubsäulen mit geringem
Abstand einander gegenüberliegen.
4. Lichtbogenofen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet , daß die Laufbahnflächen
(30) an den Rändern der schmalen Seiten (a) vorgesehen sind.
5. Lichtbogenofen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
Rollendrehkranz (23) ein zylindrisches Oberteil (25) und ein zylindrisches, drehfest
auf der Ofenwiege angeordnetes Unterteil (24) aufweist.
6. Lichtbogenofen nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet , daß die
Elektrodentragarme (5, 6, 7) wenigstens auf einem Teil ihrer Länge an der Außenseite
mit einer elektrisch gut leitenden Schicht aus Kupfer oder dergleichen versehen sind,
die in diesem Bereich den Hochstromleiter für die Stromzufuhr zur Kontaktbacke der
zugehörigen Elektrode bildet.