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EP 0 211 239 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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17.10.1990 Patentblatt 1990/42 |
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Anmeldetag: 03.07.1986 |
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Behandlungseinrichtung für schüttfähiges Gut
Apparatus for the treatment of bulk goods
Dispositif pour le traitement d'objets en vrac
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE FR GB IT LI NL SE |
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Priorität: |
09.07.1985 DE 3524497
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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25.02.1987 Patentblatt 1987/09 |
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Patentinhaber: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT |
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80333 München (DE) |
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Erfinder: |
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- Birkle, Siegfried, Dr.
D-8552 Höchstadt/Aisch (DE)
- Gehring, Johann
D-8521 Spardorf (DE)
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Entgegenhaltungen: :
CH-A- 594 072 US-A- 2 662 851
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FR-A- 1 201 213
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Behandlungseinrichtung für schüttfähiges Gut, mit einem
in einer Wanne aufgenommenen Behandlungsbad, durch welches das schüttfähige Gut mit
Hilfe mindestens eines Schwingförderers mit einer wendelförmig nach oben führenden
Förderbahn transportierbar ist.
[0002] Eine ähnlich aufgebaute Einrichtung zur elektrolytischen Oberflächenbehandlung von
schüttfähigem Gut ist Gegenstand der den gleichen Altersrang aufweisenden europäischen
Patentanmeldung Nr. 86109 138.7 entsprechend der EP-A-0209016.
[0003] Aus der Zeitschrift "Galvanotechnik" D-7968 Saulgau, 75(1984) Nr. 11, S. 1399 ist
es bekannt, bei der Massengalvanisierung von schüttfähigem Gut die galvanische Metallabscheidung
in Radialvibratoren vorzunehmen. Durch die Vibration des Gutes wird bei schonender
Behandlung des Gutes eine gute Durchmischung und ein verbesserter Elektrolytaustausch
bewirkt und außerdem eine besonders gleichmäßige Metallabscheidung erreicht. Im übrigen
wird darauf hingewiesen, daß die Warenbewegung durch Vibration auch bei Spülprozessen
Vorteile bietet. Als Nachteile einer Behandlung von schüttfähigem Gut in Radialvibratoren
werden die geringe Produktivität bei Großserien und die damit höheren Bearbeitungskosten
genannt.
[0004] Aus der US-A-3 216 431 ist eine Behandlungseinrichtung der eingangs genannten Art
bekannt, bei welcher durch den Einsatz eines Schwingförderers eine selbstätige Förderung
des schüttfähigen Gutes bei einer gleichzeitigen Vibration des Gutes erzielt wird.
Die an einer zentralen Tragsäule befestigte und von oben in das Behandlungsbad eingehängte
wendelförmige Förderbahn des Schwingförderers kann jedoch aus konstruktiven Gründen
und aus Festigkeitsgründen nur mit einer begrenzten Länge realisiert werden. Aus diesem
Grund sind die Verweilzeiten des schüttfähigen Gutes im Behandlungsbad in vielen Anwendungsfällen
zu kurz.
[0005] Aus der FR-A-1 201 213 ist eine Behandlungseinrichtung für schüttfähiges Gut mit
einem in einer Wanne aufgenommenen Behandlungsbad bekannt, durch welches das schüttfähige
Gut mit Hilfe mindestens eines Schwingförderers mit drei parallel angeordneten und
wendelförmig nach oben führenden Förderbahnen transportierbar ist. Am Ende der ersten
Förderbahn befindet sich ein Fallrohr, welches das schüttfähige Gut dann in den Anfangsbereich
der zweiten Förderbahn transportiert. In gleicher Weise befindet sich auch am Ende
der zweiten Förderbahn ein weiteres Fallrohr, welches das schüttfähige Gut dann in
den Anfangsbereich der dritten Förderbahn transportiert. Bei dieser bekannten Einrichtung
wird also bei gleicher Bauhöhe die Gesamtlänge der Förderbahn auf den dreifachen Wert
gesteigert.
[0006] Aus der CH-A-594 072 ist eine Galvanisiereinrichtung für schüttfähiges Gut bekannt,
bei welcher die galvanische Metallabscheidung auf einer im Behandlungsbad angeordneten
wendelförmigen Rampe vorgenommen wird, welche mit Hilfe eines Vibrators in Schwingungen
versetzt wird. Die oberen Gänge der Rampe dienen als reiner Wendelförderer, welcher
das Gut zur besseren Durchmischung nach oben transportiert, so daß es wieder auf die
Rampe zurückfallen kann. Da der Platz auf der wendelförmigen Rampe eng begrenzt ist,
ergibt sich auch nur ein geringer Durchsatz. Außerdem ist die Entnahme der fertig
galvanisierten Teile von der Rampe mit einem erheblichen Aufwand verbunden.
[0007] Aus der EP-OS 007 0011 sind unter Luftabschluß arbeitende Behandlungseinrichtungen
für schüttfähiges Gut bekannt, die für die galvanische Abscheidung von Aluminium aus
aprotischen, sauerstoff- und wasserfreien, aluminiumorganischen Elektrolyten eingesetzt
werden. Derartige galvanische Aluminiumniederschläge zeichnen sich durch ihre Duktilität,
Porenarmut, Korrosionsfestigkeit und Eloxierfähigkeit aus. Da der Zutritt von Luft
durch Reaktion mit Luftsauerstoff und Luftfeuchtigkeit eine erhebliche Verringerung
der Leitfähigkeit und der Lebensdauer dieser Elektrolyten bewirken würde, muß das
Galvanisieren in Behandlungseinrichtungen vorgenommen werden, bei welchen die den
Elektrolyten aufnehmende Wanne gasdicht verschlossen und der Raum oberhalb des Elektrolytspiegels
mit einem Inertgas beaufschlagt wird. Damit auch beim Be-und Entladen dieser unter
Luftabschluß arbeitenden Behandlungseinrichtungen der Zutritt von Luft verhindert
werden kann, sind außerdem Ein-und Ausfuhrschleusen erforderlich, die als Gasschleusen,
als Flüssigkeitsschleusen oder als kombinierte Gas-Flüssigkeits-Schleusen ausgebildet
und mit Fördermitteln zum Durchschleusen des Galvanisiergutes ausgerüstet sind.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Behandlungseinrichtung der eingangs
genannten Art so zu verbessern, daß bei ausreichend hohem Durchsatz die Verweilzeiten
an die jeweiligen Erfordernisse angepaßt werden können und dabei eine einfache Entnahme
des fertig galvanisierten Gutes aus dem Behandlungsbad gewährleistet ist.
[0009] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß man bei der eingangs genannten Behandlungseinrichtung
eine Einrichtung zum Rückführen des behandelten Gutes in den Anfangsbereich des Schwingförderers
vorsieht, welche das behandelte Gut wahlweise zurück in das Behandlungsbad und aus
der Behandlungseinrichtung heraus führt. Bei angeschlossener Rückführeinrichtung kann
das Gut also bei sehr guter Durchmischung so lange im Umlaufbetrieb der jeweiligen
Behandlung unterzogen werden, bis der gewünschte Erfolg eingetreten ist. Anschließend
wird die Rückführeinrichtung abgekoppelt, so daß das fertig behandelte Gut auf normalen
Wege ausgetragen werden kann. Diese Vorteile ergeben sich bei Behandlungseinrichtungen
für schüttfähiges Gut mit beliebigen Behandlungsbädern. Lediglich als Beispiel für
eine Vielzahl von Behandlungsbädern sind Aktivatorbäder, Beizbäder, Entfettungsbäder,
Spülbäder, Reinigungsbäder, Trockenmittel enthaltende Bäder, galvanische Bäder und
auch Bäder für die stromlose Metallabscheidung zu nennen.
[0010] Die Umstellung zwischen Umlauf und Austrag ist dabei besonders einfach zu bewerkstelligen,
wenn die Rückführeinrichtung eine Weiche aufweist. Ist die Rückführeinrichtung mit
einem Schwerkraftförderer ausgebildet, so kann auf zusätzliche Fördermittel für die
Rückführung verzichtet werden. Der Schwerkraftförderer ist dann vorzugsweise durch
ein Fallrohr gebildet. Bei unter Luftabschluß arbeitenden Behandlungseinrichtungen
kann ein derartiges Fallrohr besonders leicht an eine Einfuhrschleuse einer nachfolgenden
Einrichtung angeschlossen werden und dabei ggf. als abwärtsführender Schenkel einer
U-förmigen Flüssigkeitsschleuse herangezogen werden.
[0011] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist die Förderbahn des Schwingförderers
zumindest bereichsweise mit einer Perforation versehen. Durch eine derartige Perforation
werden der Austausch der Behandlungsflüssigkeit und die Gleichmäßigkeit der Oberflächenbehandlung
weiter gesteigert.
[0012] Bei den erfindungsgemäßen Behandlungseinrichtungen mit der wendelförmig nach oben
führenden Förderbahn ist es auch vorteilhaft, wenn die Förderbahn des Schwingförderers
über den Spiegel des Behandlungsbades hinausgeführt ist. Oberhalb des Badspiegels
werden dann die an dem Gut noch anhaftenden Flüssigkeitstropfen durch die Schwingungen
weggeschleudert, so daß sich eine äußerst geringe Verschleppung der Badflüssigkeit
ergibt. Zumindest im Endbereich der Förderbahn des Schwingförderers kann dann auch
eine Sprüheinrichtung zum Versprühen einer mit dem Behandlungsbad verträglichen Flüssigkeit
angeordnet werden. Mit Hilfe dieser Sprüheinrichtung kann dann das behandelte Gut
von anhaftenden Resten der Badflüssigkeit befreit und gereinigt werden. Da diese Reste
der Badflüssigkeiten wieder in das Behandlungsbad zurücklaufen, wird die Ausschleppung
der Badflüssigkeit weiter reduziert oder ganz vermieden.
[0013] Eine erfindungsgemäße Behandlungseinrichtung kann mit relativ geringem zusätzlichen
Aufwand unter Luftabschluß betrieben und beispielsweise für die Behandlung des Gutes
in aprotischen, sauerstoff- und wasserfreien Behandlungsbädern eingesetzt werden.
In diesem Fall ist die Wanne gasdicht verschließbar, während der Raum oberhalb des
Behandlungsbades mit einem Inertgas beaufschlagbar ist. Neben den bereits erwähnten
Vorteilen hat hier der Einsatz eines Schwingförderers den zusätzlichen Vorteil, daß
keine aus der Wanne und dem Behandlungsbad herausgeführten Antriebswellen abgedichtet
werden müssen. Außerdem können die unter Luftabschluß behandelten Teile unmittelbar
oder über eine Schleuse in eine nachfolgende Behandlungseinrichtung, wie z.B. eine
unter Luftabschluß betriebene Aluminiereinrichtung, eingebracht werden, d.h. sie kommen
nicht mit Luft in Berührung und Reaktionen wie Oxidationen, Korrosionen und dgl. werden
vermieden.
[0014] Bei einer mit einer Sprüheinrichtung ausgerüsteten und unter Luftabschluß betreibbaren
Behandlungseinrichtung ist es auch besonders günstig, wenn in dem Raum oberhalb des
Spiegels des Behandlungsbades eine Kondensationseinrichtung angeordnet ist, wobei
das in der Kondensationseinrichtung gebildete Kondensat der Sprüheinrichtung zuführbar
ist. Für die Reinigung des behandelten Gutes wird also ein im Behandlungsbad enthaltenes
Lösungsmittel verwendet, wobei der geschlossene Umlauf dieses Lösungsmittels eine
gleichbleibende Lösungsmittelkonzentration im Behandlungsbad ermöglicht.
[0015] Die Zufuhr des schüttfähigen Gutes zu dem Schwingförderer ist besonders einfach zu
realisieren, wenn dem Schwingförderer - in Förderrichtung gesehen - in Schwerkraftförderer
vorgeschaltet ist. Die gleichen Vorteile ergeben sich auch beim Austrag, wenn dem
Schwingförderer - in Förderrichtung gesehen - ein Schwerkraftförderer nachgeordnet
ist. In beiden Fällen ist es dann besonders günstig, wenn der Schwerkraftförderer
durch ein Fallrohr gebildet ist. Bei unter Luftabschluß betriebenen Behandlungseinrichtungen
können derartige Fallrohre auch besonders leicht an entsprechende Ein- oder Ausfuhrschleusen
angeschlossen werden. Bei einer Ausfuhrschleuse kann das Fallrohr dann auch bereits
als abwärtsführender Schenkel einer U-förmigen Flüssigkeitsschleuse herangezogen werden.
Im übrigen können bei der Verwendung von Ein- und Ausfuhrschleusen für das Durchschleusen
des schüttfähigen Gutes ebenfalls Schwingförderer eingesetzt werden, die eine schonende
Behandlung des Gutes gewährleisten und im Hinblick auf die Abdichtung der Schleusenkammern
keine Probleme aufwerfen.
[0016] Erfindungsgemäß ausgestaltete Behandlungseinrichtungen sind insbesondere zum Aktivieren,
Beizen, Entfetten, Spülen oder Reinigen von schüttfähigem Gut in der Galvanotechnik
geeignet.
[0017] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
folgenden näher beschrieben.
[0018] Die Zeichnung zeigt in stark vereinfachter schematischer Darstellung einen Längsschnitt
durch eine turmförmige Behandlungseinrichtung, in welcher schüttfähiges Gut G, bei
welchem es sich beispielsweise um Bolzen, Muttern, Schrauben, Abstandsbuchsen und
dgl. handelt, unter Luftabschluß in einem Behandlungsbad Bb behandelt wird. Dieses
Behandlungsbad Bb befindet sich in einer mit Hilfe eines oberen Deckels D gasdicht
verschließbaren und auf einem Gestell Ge angeordneten, kreiszylindrischen Wanne W.
Der oberhalb des Spiegels Sp des Behandlungsbades Bb liegende Bereich der Wanne W
wird mit einem Inertgas, wie z.B. Stickstoff, beaufschlagt, wobei die Zufuhr dieses
Inertgases durch einen Pfeil Ig aufgezeigt ist. Das Behandlungsbad Bb kann während
des Betriebes mit Hilfe einer Umwälzpumpe Up laufend umgewälzt und im Bedarfsfalle
auch außerhalb der Wanne W auf die erforderliche Betriebstemperatur erwärmt werden,
wobei eine derartige Umwälzung der Badflüssigkeit durch Pfeile Bf aufgezeigt ist.
[0019] Das zu behandelnde Gut G wird über eine in der Zeichnung nicht näher dargestellte
Einfuhrschleuse und ein Fallrohr Fr1 von oben her in den unteren Bereich der Wanne
W eingebracht, wobei das Fallrohr Fr1 bis zur Höhe des Spiegels Sp mit dem Behandlungsbad
Bb gefüllt und darüber mit Inertgas Ig beaufschlagt ist. Das über das Fallrohr Fr1
eingebrachte Gut G fällt dann auf das untere Ende der Förderbahn Fb eines innerhalb
der Wanne W angeordneten und insgesamt mit Sf bezeichneten Schwingförderers. Auf der
als Schwingrinne ausgebildeten und wendelförmig nach oben führenden Förderbahn Fb
wird das Gut G über den Spiegel Sp des Behandlungsbades Bb hinaus nach oben transportiert
und fällt dann in das trichterförmig ausgebildete obere Ende eines aus der Wanne W
hinausführenden Fallrohres Fr2, welches sich nach Art eines Hosenrohres in ein Fallrohr
Fr20 und ein Fallrohr Fr21 aufzweigt. In der in der Zeichnung dargestellten Stellung
einer an der Verzweigungsstelle angeordneten Weiche We wird das Gut G dann über das
in die Wanne W wieder eintretende Fallrohr Fr20 auf den untersten Gang der wendelförmigen
Förderbahn Fb zurückgeführt. Wird die als schwenkbare Klappe ausgebildete Weiche We
in Richtung des Pfeiles Pf verstellt, so gelangt das fertig behandelte Gut G über
das Fallrohr Fr21 unmittelbar oder über eine Schleuse in eine nachfolgend angeordnete
Behandlungseinrichtung.
[0020] Die innerhalb der Wanne W wendelförmig nach oben führende Förderbahn Fb ist mit einer
in der Zeichnung nur an einer Stelle angedeuteten Perforation P versehen und an einer
zentrisch angeordneten Tragsäule Ts befestigt. Das untere Ende der Tragsäule Ts ist
auf einem innerhalb des Gestells Ge zentrisch angeordneten Vibrator V befestigt. Der
Durchtritt der Tragsäule Ts durch den Boden der Wanne W ist durch einen elastischen
Balg B abgedichtet, welcher einerseits mit einer auf die Tragsäule Ts aufgesetzten
Scheibe und andererseits mit dem Boden der Wanne W verbunden ist. Durch den Vibrator
V wird die Förderbahn Fb über die Tragsäule Ts zu Schwingungen mit einer etwa schraubenförmigen
Bewegung angeregt. Aufgrund der schiefen Bewegung und der dabei auftretenden Beschleunigungen
und Geschwindigkeiten wird dem auf der wendelförmig nach oben führenden Förderbahn
Fb liegenden Gut G ein schiefer Wurf aufgezwungen, so daß das schüttfähige Gut G unter
Gewinn an Höhe in Förderrichtung nach oben transportiert wird. Da die Wurfweite und
Wurfhöhe äußerst gering sind, handelt es sich bei dieser Art der Förderung um eine
Mikrowurfförderung, welche eine äußerst schonende Behandlung des Gutes G gewährleistet.
Im dargestellten Beispiel ist die Tragsäule Ts über einen Flansch Fla mit einem sich
nach unten hin konisch erweiternden Tragkörper Tk des Vibrators V fest verbunden.
Der Tragkörper Tk ist über mehrere Federn Fd schwingungsfähig auf dem Fundament gelagert.
Innerhalb des Tragkörpers Tk ist ein Unwuchtantrieb angeordnet, dessen Motor M zu
beiden Seiten angeordnete Schwungscheiben Ss mit einstellbarer Exzentrizität e antreibt.
Die Antriebsachse Aa des Motors M ist dabei um einen Winkel von beispielsweise 45°
zur Horizontalen geneigt, so daß die Unwucht der Schwungscheiben Ss die bereits erwähnten
Schwingungen mit einer etwa schraubenförmigen Bewegung erzeugt.
[0021] Das schüttfähige Gut G wird über die Förderbahn Fb durch das Behandlungsbad Bb transportiert
und hierbei einer von der Art des Behandlungsbades abhängigen Oberflächenbehandlung
unterzogen. Die Schwingungen der Förderbahn Fb und des Gutes G begünstigen hierbei
eine allseitige und gleichmäßige Behandlung des Gutes G und insbesondere dessen Durchmischung
und den Austausch der Badflüssigkeit. Die Behandlungseinrichtung wird in der in der
Zeichnung dargestellten Stellung der Weiche We so lange im Umlauf betrieben, bis sich
der gewünschte Erfolg der Behandlung eingestellt hat. Danach wird das über den Spiegel
Sp des Behandlungsbades Bb hinausgeführte Gut G mit Hilfe einer innerhalb der Wanne
W angeordneten Sprüheinrichtung Se von den noch anhaftenden Resten der Badflüssigkeit
befreit und über die in Richtung des Pfeiles Pf umgestellte Weiche We und das Fallrohr
Fr21 ausgetragen oder einer nachgeordneten Behandlungseinrichtung zugeführt. Die Sprüheinrichtung
Se versprüht dabei ein in dem Behandlungsbad Bb enthaltenes Lösungsmittel, welches
aus den aus dem erwärmten Behandlungsbad Bb aufsteigenden Dämpfen als Kondensat Ko
gewonnen wird. Hierzu dient eine oberhalb des Spiegels Sp des Behandlungsbades Bb
angeordnete und aus einem schraubenförmig gewundenen Kühlrohr bestehende Kondensationseinrichtung
Ke, wobei das an dieser Kondensationseinrichtung Ke gebildete Kondensat Ko in einer
darunter angeordneten Sammelrinne Sr aufgefangen und über eine in der Zeichnung nicht
dargestellte Umwälzpumpe der Sprüheinrichtung Se zugeführt wird.
Beispiel I
[0022] Die in der Zeichnung dargestellte Behandlungseinrichtung wird für das Aktivieren
des schüttfähigen Gutes G eingesetzt, wobei das als Behandlungsbad Bb eingesetzte
Aktivatorbad beispielsweise aus einer geeigneten nicht wässrigen Säure, wie Fluorwasserstoff
und einem organischen Lösungsmittel, wie Alkohol besteht. Je nach dem Ausgangszustand
des Gutes G wird die Behandlungseinrichtung so lange im Umlauf betrieben, bis Guß-
oder Walzhäute, Oxidschichten, Rost oderZunder entfernt sind und eine metallisch reine
Oberfläche entstanden ist. Danach wird das Gut G mit Hilfe der Sprüheinrichtung Se
gereinigt und über das Fallrohr Fr21 einer nachgeordneten Behandlungseinrichtung zugeführt.
Da das behandelte Gut G nicht mit Luft in Berührung kommt, wird die metallisch reine
Oberfläche auch nicht mehr durch Oxidationen, Korrosionen und dgl. wieder verschlechtert,
sondern bis zum Abschluß der gesamten Behandlung, beispielsweise bis zum galvanischen
Abscheiden eines Aluminiumüberzugs aufrecht erhalten. Hierdurch wird die Haftfestigkeit
und Qualität nachfolgend aufgebrachter Uberzüge also erheblich verbessert.
Beispiel II
[0023] Die in der Zeichnung dargestellte Behandlungseinrichtung wird für das Entfetten des
schüttfähigen Gutes G eingesetzt, wobei das als Behandlungsbad Bb eingesetzte Entfettungsbad
durch ein organisches Lösungsmittel wie z.B. Tetrachlorkohlenstoff oder Trichloräthylen
oder durch eine heiße Entfettungslauge gebildet wird. Dadurch, daß das Entfetten in
einem einmaligen Durchlauf oder im Umlauf unter Luftabschluß vorgenommen wird, wird
eine Abgabe von aus dem Entfettungsbad aufsteigenden schädlichen Dämpfen an die Umwelt
vermieden.
Beispiel 111
[0024] Die in der Zeichnung dargestellte Behandlungseinrichtung wird einer Einrichtung zum
galvanischen Abscheiden von Aluminium aus aprotischen, sauerstoff- und wasserfreien,
aluminiumorganischen Elektrolyten nachgeordnet. Das eintrittsseitige Fallrohr Fr1
ist dabei derart an die Austragsseite der Aluminiereinrichtung angeschlossen, daß
sich die Wanne W nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren mit dem aluminiumorganischen
Elektrolyten als Behandlungsbad Bb füllt. Das aus dem aufgeheizten Elektrolyten verdampfende
aprotische Lösungsmittel, bei welchem es sich beispielsweise um Toluol handelt, wird
an der Kühleinrichtung Ke kondensiert und der Sprüheinrichtung Se zugeführt. Durch
die mit Hilfe der Sprüheinrichtung Se vorgenommene Reinigung wird eine Ausschleppung
des Elektrolyten mit dem Gut G vermieden. Da die Reinigung des Gutes G in einem Durchlauf
vorgenommen wird, kann das als Rückführeinrichtung dienende Fallrohr Fr20 entfallen.
Um den Zutritt von Luft zum Elektrolyten bzw. Behandlungsbad Bb sicher zu vermeiden,
schließt sich dann an das Fallrohr Fr21 eine vorzugsweise als Flüssigkeitsschleuse
ausgebildete Ausfuhrschleuse an.
Bezugszeichenliste für VPA 85 P 1421
[0025]
B Balg
Bb Behandlungsbad
Bf Badflüssigkeit
D Deckel
Fb Förderbahn
Fd Feder
Fla Flansch
Fr1, Fr2,
Fr20, Fr21 Fallrohr
G schüttfähiges Gut
Ge Gestell
Ig Inertgas
Ke Kondensationseinrichtung
Ko Kondensat
M Motor
P Perforation
Pf Pfeil
Se Sprüheinrichtung
Sf Schwingförderer
Sp Spiegel des Behandlungsbades
Sr Sammelrinne
Ss Schwungscheibe
Tk Tragkörper
Ts Tragsäule
Up Umwälzpumpe
V Vibrator
W Wanne
We Weiche
e Exzentrizität
1. Behandlungseinrichtung für schüttfähiges Gut, mit einem in einer Wanne aufgenommenen
Behandlungsbad, durch welches das schüttfähige Gut mit Hilfe mindestens eines Schwingförderers
mit einer wendelförmig nach oben führenden Förderbahn transportierbar ist, wobei eine
Einrichtung (Fr2, Fr20, We) zum Rückführen des behandelten Gutes (G) in den Anfangsbereich
des Schwingförderers (Sf) das behandelte Gut (G) wahlweise zurück in das Behandlungsbad
(Bb) und aus der Behandlungseinrichtung heraus führt.
2. Behandlungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückführeinrichtung
(Fr2, Fr20, We) eine Weiche (We) aufweist.
3. Behandlungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Rückführeinrichtung (Fr2, Fr20, We) mit einem Schwerkraftförderer ausgebildet ist.
4. Behandlungseinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwerkraftförderer
durch Fallrohre (Fr2, Fr20) gebildet ist.
5. Behandlungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Förderbahn (Fb) des Schwingförderers zumindest bereichsweise mit einer Perforation
(P) versehen ist.
6. Behandlungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Förderbahn (Fb) des Schwingförderers (Sf) über den Spiegel (Sp) des Behandlungsbades
(Bb) hinausgeführt ist.
7. Behandlungseinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest im
Endbereich der Förderbahn (Fb) des Schwingförderers (Sf) eine Sprüheinrichtung (Se)
zum Versprühen einer mit dem Behandlungsbad (Bb) verträglichen Flüssigkeit angeordnet
ist.
8. Behandlungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Wanne (W) gasdicht verschließbar ist und daß der Raum oberhalb des Spiegels
(Sp) des Behandlungsbades (Bb) mit einem Inertgas (Ig) beaufschlagbar ist.
9. Behandlungseinrichtung nach den Ansprüchen 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß
in dem Raum oberhalb des Spiegels (Sp) des Behandlungsbades (Bb) eine Kondensationseinrichtung
(Ke) angeordnet ist und daß das in der Kondensationseinrichtung (Ke) gebildete Kondensat
(Ko) der Sprüheinrichtung (Se) zuführbar ist.
10. Behandlungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß dem Schwingförderer (Sf) - in Förderrichtung gesehen - ein Schwerkraftförderer
vorgeschaltet ist.
11. Behandlungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß dem Schwingförderer (Sf) - in Förderrichtung gesehen - ein Schwerkraftförderer
nachgeordnet ist.
12. Behandlungseinrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schwerkraftförderer durch ein Fallrohr (Fr1, Fr2, Fr21) gebildet ist.
13. Verwendung einer Behandlungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12 zum
Aktivieren, Beizen, Entfetten, Spülen oder Reinigen von schüttfähigem Gut in der Galvanotechnik.
1. Dispositif de traitement pour des objets en vrac, comportant un bain de traitement
disposé dans une cuve et à l'intérieur duquel les objets en vrac peuvent être transportés
à l'aide d'au moins un convoyeur à secousses possédant une voie hélicoïdale montante
d'entraînement, et dans lequel au choix un dispositif (Fr2, Fr20, We) servant à renvoyer
les objets traités (G) dans la zone de départ du convoyeur à secousses (Sf), renvoie
les objets traités (G) dans le bain de traitement (Bb) et les fait sortir du dispositif
de traitement.
2. Dispositif de traitement suivant la revendication 1, caractérisé par le fait que
le dispositif de renvoi (Fr2, Fr20, We) comporte un aiguillage (We).
3. Dispositif de traitement suivant la revendication 1 ou 2, caractérisé par le fait
que le dispositif de renvoi (Fr2, Fr20, We) est agencé en étant combiné à un convoyeur
fonctionnant par gravité.
4. Dispositif de traitement suivant la revendication 1, caractérisé par le fait que
le convoyeur fonctionnant par gravité est formé par des tubes de chute (Fr2, Fr20).
5. Dispositif de traitement suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé
par le fait que la voie de déplacement (Fb) du convoyeur à secousses comporte, au
moins par zones, une perforation (P).
6. Dispositif de traitement suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé
par le fait que la voie de déplacement (Fb) du convoyeur à secousses (Sf) sort au-dessus
de la surface (Sb) du bain de traitement (Bb).
7. Dispositif de traitement suivant la revendication 6, caractérisé par le fait qu'au
moins dans la zone d'extrémité de la voie de déplacement (Fb) du convoyeur à secousses
(Fs) se trouve un dispositif de pulvérisation (Se), servant à pulvériser un liquide
compatible avec le bain de traitement (Bb).
8. Dispositif de traitement suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé
par le fait que la cuve (W) peut être fermée d'une manière étanche aux gaz et que
l'espace situé au-dessus de la surface (Sb) du bain de traitement (Bb) peut être chargé
par un gaz inerte (lg).
9. Dispositif de traitement suivant les revendications 7 et 8, caractérisé par le
fait qu'un dispositif de condensation (Ke) est disposé dans l'espace situé au-dessus
de la surface (Sp) du bain de traitement (Bb) et que le condensat (Ke), formé dans
le dispositif de condensation (Ke), peut être envoyé au dispositif de pulvérisation
(Se).
10. Dispositif de traitement suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé
par le fait qu'un convoyeur fonctionnant par gravité est monté en amont du convoyeur
à secousses (Sf) - lorsqu'on regarde dans la direction de déplacement.
11. Dispositif de traitement suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé
par le fait qu'un convoyeur fonctionnant par gravité est disposé en aval du convoyeur
à secousses (Sf) - lorsqu'on regarde dans la direction de déplacement.
12. Dispositif de traitement suivant la revendication 10 ou 11, caractérisé par le
fait que le convoyeur fonctionnant par gravité est formé par un tube de chute (Fr1,
Fr2, Fr21
13. Utilisation d'un dispositif de traitement suivant l'une des revendications 1 à
12 pour activer, décaper, dégraisser, laver ou nettoyer des objets en vrac, dans la
technique galvanoplastique.
1. Treatment apparatus for bulk goods, having a treatment bath which is accommodated
in a tank and through which the bulk goods can be transported with the aid of at least
one vibrating conveyor having a conveying track spiralling upwards, a device (FR2,
FR20, We) for the returning of the treated goods (G) into the starting area of the
vibrating conveyor (Sf), returning the treated goods (G) into the treatment bath (Bb)
and carrying the goods out of the treatment apparatus, according to choice.
2. Treatment apparatus according to Claim 1, characterized in that the return device
(FR2, FR20, We) has a routing means (We).
3. Treatment apparatus according to Claim 1 or 2, characterized in that the return
device (FR2, FR20, We) is designed with a gravity conveyor.
4. Treatment apparatus according to Claim 3, characterized in that the gravity conveyor
is formed by downpipes (FR2, FR20).
5. Treatment apparatus according to one of the preceding claims, characterized in
that the conveying track (Fb) of the vibrating conveyor is provided with a perforation
(P) at least in a certain area.
6. Treatment apparatus according to one of the preceding claims, characterized in
that the conveying track (Fb) of the vibrating conveyor (Sf) is taken out above the
level (Sp) of the treatment bath (Bb).
7. Treatment apparatus according to Claim 6, characterized in that a spray device
(Se) for the spraying of a liquid compatible with the treatment bath (Bb) is arranged
at least in the end area of the conveying track (Fb) of the vibrating conveyor (Sf).
8. Treatment apparatus according to one of the preceding claims, characterized in
that the tank (W) can be closed gas-tightly and in that an inert gas (Ig) can be admitted
to the space above the level (Sp) of the treatment bath (Bb).
9. Treatment apparatus according to Claims 7 and 8, characterized in that a condensation
device (Ke) is arranged in the space above the level (Sp) of the treatment bath (Bb)
and in that the condensate (Ko) formed in the condensation device (Ke) can be fed
to the spray device (Se).
10. Treatment apparatus according to one of the preceding claims, characterized in
that a gravity conveyor is arranged upstream - seen in the conveying direction - of
the vibrating conveyor (Sf).
11. Treatment apparatus according to one of the preceding claims, characterized in
that a gravity conveyor is arranged downstream - seen in conveying direction - of
the vibrating conveyor (Sf).
12. Treatment apparatus according to Claim 10 or 11, characterized in that the gravity
conveyor is formed by a downpipe (Fr1, Fr2, Fr21).
13. Use of a treatment apparatus according to one of Claims 1 to 12 for the activating,
pickling, degreasing, rinsing or cleaning of bulk goods in electroplating.
